Indiana Tribüne, Volume 30, Number 107, Indianapolis, Marion County, 27 December 1906 — Page 7

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W Roman von W W A. G. von S u t t n e r l!II!sI'!II!!!!!!I!!!!!I!'!!I!I!!!l!!!!I!!I!!II!IIIIII!!!II!II! (Fortsetzung.) " Andreas nar):nf ohne ein Wort zu erwidern, den Baum auf den Rücken und schickte sich an. der Fremden zu folgen, als er sich plötzlich unsanft am Arme gepackt fühlte: Halt da! Was soll denn das heißen. Anderen in's Handwerk pfuschen? Wozu sein denn wir Dienstmänner da?" gleichzeitig wurde ihm der Baum entrissen: Gleich ruf ich die Polizei!- drohte der Mann, da schaut's amal. das wär nit schlecht!" Andreas ließ willenlos geschehen. Die Frau entfernte sich rasch mit dem Tienstmann sie fürchtete einen Zusammenlauf. Die Budenbescherin, in deren unmittelbarer Rahe sich du Szene abgespielt, hatte den trostlosen Blick bemerkt, den Andreas um sich geworfen. San dös brodneidige Cent!" rief sie entrüstet. Weg'n dreißi' Kreuzer! Se, da hab'ns a Stückl Lebzelt'n!" sie hielt Andreas mitleidig einen Lebkuchen hin. Die Thränen -traten dem Unglücklichen in die Augen, als er das Almosen in Empfang nahm. Dank!" war das Einzige, was er hervorbrachte, dann schritt er hastig weiter. Wie der ewige Jude wanderte er den ganzen Tag hindurch, ohne Rast und oyne Ziel. Der Schnee hatte ihn völlig durchnäßt, so daß er thatsächlich keinen trockenen Faden am Leibe hatte. Zähneklappernd suchte er seine Schritte zu beschleunigen aber es wollte nicht recht gehen die Beiue versagten ihm den Dienst, und endlich flüchtete er sich unter ein Hausthor, um dort ein wenig zu ruhen. Da in einer finsteren Vorhalle führten ein paar Stufen zur eigentlichen Treppe und auf diese setzte er sich. Nun zog er seinen Lebkuchen hervor. Sonderbar, die durchweichte Masse wollte ihm nicht munden! Trotzdem er gestern nur ein Stück Brot und heute gar nichts gegessen, sträubte sich der Magen gegen die Nahrung. Andreas legte den Kuchen neben sich auf die Stufe und vergrub das Gesicht in beide Hände. Wie wenn ihm Jemand mit Eis über den Rücken führe, ging ihm von Zeit zu Zeit ein Beben durch den ganzen Körper. Plötzlich hörte er unweit eine Thür knarren und Stimmen laut werden. Er blickte empor: ihm gegenüber befand sich eine Glasthür, hinter deren angelaufenen Scheiben ein Licht flackerte. Jetzt wurde die Thür wieder geöffnet, und von neuem tonten Stimmen nebst Gläserklang heraus gleichzeitig strömte ihm eine wein- und rauchgeschwängerte Atmosphäre entgegen. Ein Gasthaus. Wenn er sich dort ein wenig wärmen und trocknen könnte, wie unlängst im Kaffeehause! Ja aber damals war er reich gewesen er hatte seine Zeche bezahlen können und heute? Wer weiß, vielleicht würde man ihm trotzdem erlauben, sich für eine halbe Stunde zum Ofen zu setzen. Er kämpfte eine Zeitlang mit sich selbst. Im schlimmsten Fall wird man Dir die Thür weisen," sagte er sich. Während er eintrat, kam ihm eine Idee: er trat au den Mann zu. der hinter dem Schankgitter beschäftigt war, und fragte zaghaft: Bitte, kann ich Ihnen nicht beim Bedienen behilflich sein?" Der Wirth machte erstaunte Augen. Na ich brauch' kein' Kellner. Jetzt is ni! die Zeit dazu; fragen's wieder im Fasching an, da gibt's mehr zu thun." So erlauben Sie vielleicht, daß daß ich mich ein wenig .am Ofen trockne?" Wieder wurde er einer Musterung unterzogen. Haben's denn sei Beschäftigung?" Nein." Na, so bleiben's dort im Eck, aber hübsch ruhig, daß' mir nit 's ganze Lokal naß mach'n." Er verlangte ja nicht mehr. Eilig druckte er sich in die Ecke, im Hintergründ dort, wo er Niemanden zu belästigen brauchte. Das Gasthaus war nur spärlich besucht: einige Fiaker- und Einspännerkutscher das waren alle Gäste, und diese begannen sich nun nach und nach zu verlieren. Der Wirth hatte sich's hinter seinem Schenktische bequem gemacht: er saß im Lehnstuhl, paffte an einer Virginier," und las feine Zeitung. Hie und da suchte seine Hand nach dem Stutzen," aus dem er einen kräftigen Schluck machte. Plötzlich blickte er über sein Blatt in die Ecke hinüber. Sie wollen's nix irink'n?" Diese Frage hatte Andreas gefürchtet. Gasthäuser sind nicht dazu auf btz Welt, um Obdachlosen Freiquartier zu gewähren. Nein danke." war die zögernde Antwort, ich ich habe kein Geld bei mir." Bei Ihnen?" schmunzelte der Wirth. Mir scheint auch nit anderswo." dann erhob er sich und füllte ein Glas zur Hälfte. Da geniren's Ihnen nit ttink'ns." Andreas trank fast mit Gier. Das hat wohl gethan," sagte er leise, nachdem der letzte Tropfen aufgesogen war. Hierauf begab er sich wieder an seinen Platz, in die Ecke. Die Kleider waren so durchtränkt gewesen', daß sie noch immer feucht am Körper hingen nur

war diese Nässe infolge der 'Ofenhitze warm geworden; er fühlte sich wie von einer Dampfwolke umgeben. Diese? feuchte Dunst und der in den leeren Magen gegossene Wein brachten auf ihn eine Art Schlummergefühl hervor. Ohne das Bewußtsein völlig zu verlieren. saß er so halbschlafend und bewegungslos auf seinem Stuhl. Erst nach geraumer Zeit erwachte er aus seiner theilweisen Betäubung. Wie lange er so gesessen, wußte er nicht, es mußte aber lang: gewesen sein, denn draußen war es Nacht. Der Kopf schmerzte zum Zerspringen, und die Weinatmosphäre verursachte ihm Anwandlungen von Uebelkcit. Die Kleider waren trocken: er

that besser, in's Freie zu gehen; hier, fühlte er. mußte ihm schlecht werden auch dürfte er die Güte des Wirths nicht zu lanae mißbrauchen. Die Gelenke waren wie zusammengeschnürt, als er sich nun erhob; erst nach mehreren Minuten fühlte er sich imstande, seine Ecke zu verlassen. Er wankte zum Schenktisch und sprach ein paar leise DanZesworte. Ni? zu dank'n." erwiderte der Andere gutmüthig. Wollen's nit a Stückl Brot und Käs?" Andreas schüttelte den Kopf und beeiste sich, so gut als möglich zur Thür zu gelangen; der bloße Gedanke an Essen machte ihn krank. Es hatte zu schneien aufgehört, dafür aber war die Kälte fühlbarer geworden. Der Obdachlose setz:e sich wieder für ein paar Augenblicke auf die Stufen gegenüber der Thür; er mußte erst seine schwachen Kräfte sammeln und den Schwindel abwarten, der ihn ergriffen, nachdem er vom warmen Raum in die kalte Luft getreten war. Endlich konnte er's wagen, wieder weiter zu schreiten. Wohin? Die Straßen waren fast leer; natürlich, es war ja die Stunde, wo Alles fröhlich um den Familientisch versammelt saß wo Groß und Klein die ihm bescheerten Dinge bewunderte lachte scherzte und jubelte! Alle Läden waren zu dieser Zeit geschlössen. Andreas hielt sich an der Häuserseite, um Halt zu gewinnen, falls ihn die Kräfte verlassen 'sollten, und so stolperte er fast bewußtlos weiter. einem Betrunkenen ähnlich, der zur Feier des Weihnachtsabends zu tief ins Glas geguckt. Mehrere junge Leute ogen Arm in Arm an ihm vorbei, lachend, plaudernd und Liedchen summend: Ein lustiger Bruder!" hörte er einen spöttisch rufen, als sie an ihm vorüberstreiften. Lustiger Bruder!" wiederholte er schmerzlich für sich. Ja lustig lustig zum Sterben!" ... Wie kam es, daß er plötzlich in einer hellerleuchteten Halle saß? Eine Kirche mußte es sein Freilich denn jetzt brausten Orgeltöne an seine Ohren Weihrauchduft erfüllte den weiten Raum, und eine Anzahl Lichter glitzerten wie Sterne am Himmel! Wem galt dieser feierliche Gottesdienst? Ihm? War er denn gestorben? Rein, daß er es doch nicht sogleich gewußt: der Vater war ja gestorben und das war die Todtenfeier! Jetzt konnte er sich so recht von Herzen ausweinen er hatte doch das volle Recht dazu. Oh, Vater. Dein Ander! Vater, Dein Ander! möchte zu Dir!" Die Orgeltöne brausten wie ein Ungewitter die Lichter flackerten heller die hochgewölbte Decke schaukelte drohend hin und her; nun war alles nur mehr Feuer und dicker Weihrauchdampf und jetzt! Heiliger Gott, war's möglich! der Rektor stand vor ihm! War er aus dem Grabe gestiegen? In langem weißem Chorhemd; kam er Andreas holen? Herr Rektor ja ich komme!" Der Tempel mit seinen tausend Lichtern, mit seiner Orgel, mit allem was er barg, war in einen schwarzen Abgrund gestürzt! Bitte," flüsterte Pater Maurus einem der Andächtigen zu. helfen Sie mir, den Ohnmächtigen in die Sakristei tragen." . . . 14. Kapitel. rst nach sechs Wochen hatte An- - oreas aus dem Krankenhause entlassen werden können. Jetzt

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saß er oe. Pater Ambrosius tn der freundlichen Stube, die gleichzeitig Studie- und Empfangszimmer war, und schlürfte mit unendlichem Behagen den Kaffee, den der Professor soeben eigenhändig bereitet hatte. Pater Maurus war genöthigt gewesen. dem Kollegen die Sorge für den Kranken zu überlassen, da er selbst nur über die Weihnachtswoche nach Wien hatte kommen können. Nach Ablauf dieser Frist mußte er wieder seinen Pfar?posten beziehen, denn es gab viel zu thun, und der Kaplan allein konnte nicht allen Pflichten für längere Zeit hindurch gerecht werden. Obwohl Pater Maurus den Patienten im Spital der barmherzigen Brüder gut aufgehoben wußte, so hatte er hiermit loch nicht die Sache als abgethan betrachtet. Aus dem Tagebuch, das man bei Andreas gefunden, und welches der Pfarrer durchblättert, hatte er ersehen, daß der Kranke ein' Sckützling seines verstorbenen Bruders, des Rektors, gewesen und sowie er Erbe sämmtlicher Güter des Bruders geworden, ebenso gedachte er auch dessen Pflichten insofern zu übernehmen, als er trachten wollte, dem jungen Manne die Möglichkeit zu verschaffen, daß er seine Studien fortsetze, ... .. .

Aus di:sem Grunde hatte er seinen Freund Ambrosius gebeten, sich hie und da nach dem Befinden des Kranken zu erkundigen und demselben nach dessen Herstellung mit Rath und That behilflich zu sein. Was die Geldfrage betraf, so hatte Pater Maurus eine kleine Summe für alle Fälle hinterlassen und seinen Kollegen um schristliehe Nachricht ersucht, falls noch mehr nöthig sein sollte. Pater Ambrosius und Andreas ließen sich vor allem ihren Kaffee schmekken. Tann wurde das Geschirr fein säuberlich hinweggeräumt, der Tisch abgestäubt, und jetzt konnte man von Geschäften sprechen. Dem Professor war es ein Leichtes aewesen. für den iungen Mann Lektionen auszutrciden, wenn stch Derjeioe schon stark genug fühlte, diese Arbeit zu übernehmen. DaS Schottengymnasium ist eine Lehranstalt, wo Arm und Reich. Vornehm und Niedrig Aufnahme findet, und wo man dem Prinzip huldigt, nicht konfessionellen, politischen oder sozialen Chauvinismus großzuziehen, fondern Menschen zu formen, die einmal Ihresgleichen von Nutzen werden können. Unter ienen Schülern, deren Eltern sich die Erziebung ihrer Sprößlinge etwas kosten lassen konnten, fanden sich immer einige, welche der Hilfe der Korrepetitoren bedurften, um mit den andern Kameraden gleichen Schritt zu halten, und in solchen Fällen wandte man sich am liebsten an die Professoren selbst. Diese gestatteten eimelnen Revorzugten. an neacymtttagen zu Pri vatstunden zu kommen, da sie aber unmöglich allen an sie gestellten Anforderungen nachzukommen vermochten, cmpfählen sie gleichzeitig junge Leute, welche im Gymnasium gut absolvirt hatten und in der Lage waren, über zwei, drei oder mehr Stunden des Tages zu verfügen. Natürlich zahlte man dies: Lektionen nicht gerade aus eine glänzende Weise, denn es liegt schon einmal in den Weltansichten, daß ein englischer Kutscher oder ein französischer Kammerdiener mehr reellen Werth vorstellt, als ein armer Schlucker, dem man das Wichtigste und Kostbarste auf der Welt, den Unterricht der Kinder anvertraut aber immerhin war Andreas einer Ohnmacht nahe, als ihm Pater Ambrosius ankündigte, daß er ihn an drei verschiedenen Orten anempfohlen, daß er mithin, falls es seine Zeit erlaube, täglich drei Lektionen, jede zu zehn Gulden pro Monat haben könne, was summa summarum dreißig Gulden im Monat ausmachte. Ja, noch mehr: in einem Hause war man sogar geneigt. ihm freie Mittagstafel zu geben! Andreas hatte einmal in einem Blatte (wenn er sich recht entsann, war es im kleinen Freibeuter") gelesen, daß ein armer Teufel, welcher das große Loos gewonnen, wahnsinnig geworden sei; er fürchtete allenErnstes, mahnsinnig zu werden. Er war nicht sogleich imstande, genügende Fassung zu gewinnen, um einige gerührte Dankesworte zu stammeln; die einzelnen Phrasen kamen nur stoßweise heraus wie wenn er erst nach und nach die volle Bedeutung des ihm geleisteten Dienstes zu begreifen und zu schälen vermöge. Pater Ambrosius ließ ihn übrigens nicht lange in dieser Art fortsprechen. Ich und meine Kollegen haben es uns seit jeher zur Pflicht gemacht, jungen Leuten, die uns der Protektion würdig schienen, auf die Beine zu helfen; somit haben wir auch diesmal nur nach unserem gewohnten Prinzip gehandelt. Es freut mich, daß Sie den kleinen Dienst. anerkennen, doch nun auch kein Wort mehr darüber. Ihren Dank werden Sie mir am besten dadurch zeigen können, daß Sie meiner Empfehlung Ehre machen." Hierauf theilte der Priester seinem Besucher mit. daß er von Pater Maurus beauftragt sei. ihm eine bescheidene Summe für seine augenblicklichen Auslagen vorzustrecken. Die Rückzahlung konnte monatlich geschehen, vom Geld, das er nach und nach zurücklegte. Andreas sah ein, daß er sich gegen die Annahme dieses Anlehen nicht zu sträuben habe; es galt, für zwei wichtige Faktoren augenblicklich sorgen: für Wohnung und anständige Kleidung, denn in seinem gegenwärtigen Zustande konnte er unmöglich die Häuser aufsuchen. in welchen ihm der Unterricht anvertraut werden follte. Wohl war während feiner Krankheit eine Sendung aus der Heimäth gekommen: Zehn Gulden von Herrn Fum merer, ein halbes Dutzend Hemden von Frau Constantia und ein Dutzend selbstgestrickte Socken von der Mutter und diese Sendung hatte die Bestimmung gehabt, dem jungen Manne zu Weihnachten zu Händen zu kommen, aber in Folge von Schneewehungen hatten die Sachen eine Verspätung von einer Woche erlitten. All diese Schätze reichten jedoch nicht für den augenblicklichen Bedarf, mithin nahm Andreas mit freudigem Dank die dreißig Gulden, welche ihm Pater Ambrostus zugeschoben hatte. Wie er im Kopfe schnell berechnet, konnte er die Schuld leicht in zwei Monaten zurückerstattet baben. , . . , - ?coq Wochen hindurch vermochte er seinen Reichthum nicht recht zu fassen, und nachdem der erste heftige Schmerz über den Verlust des Vaters einem ofteren pietätvollen, dankbaren Erinnern gewichen war, konnte er sich sagen, daß zu seinem Glück nur mehr wenig fehle. Der Tag war mit Beschäftigung reichlich ausgefüllt, so.daß ihm die Zeit wie im Fluge verging: Morgens Lnd

Vormittags seine eigenen, Studien, nebst Vorlesungen auf der Universität; Nachmittags die Stunden mit seinen Schülern, und Abends wieder seine Privatstudien: so zog ein Tag nach dem anderen dahin. Er hatte ein schmuckes Zimmerchen gemiethet, für welches er zwar um zwei Gulden mehr, als bei Herrn Patz zahlte, dafür erfreute er sich aber des dreifachen Vortheils: zu den Bewohnein der innern Stadt zu zählen, die freie Aussicht auf die DominikanerBastei zu genießen, und in unmittelbarer Nähe der Universität, sowie seiner Schüler zu wohnen. Voseinen monatlichen Einnahmen war di? eine Hälfte dazu bestimmt, Pater Maurus als Abzahlung der Schuld gesandt zu werdm, von der anderen Hälfte fielen sieben Gulden auf die Wohnung ab. blieben mithin acht für die nothwendigsten Hausauslagen und f'ir Zerstreuungen, welch letztere der Arzt sogar dringend anempfohlen laik. Seine hauptsächlichste Zerstreuung war die. zweimal wöchentlich in Gesellschaft Herrn Florians, seines Vermiethers. das Vurgtheater zu besuchen. Herr Florian bekleidete das wichtige Amt eines zweiten Theaterfriseurs, mithin war es mehr als natürlich, daß der ästhetisch angehauchte Haarkünstler für die Borch" schwärmte, welch: Schwarmeri durch den wiederholten Erhalt von Freibillets immer wieder frisch genährt wurde. Söhen Sie, Herr von Geier" (Herr Florian war zu guter Wiener, um das von" bei bürgerlichen Namen zu vergessen), wer nicht Sinn für die ,Borch' zeigt, der hat überhaupt keinen Sinn nicht; glauben Sie mir's, Herr von Geier!" pflegte Herr Florian zu sagen, wenn er sich nach vollendeter Bedienung seiner Bllhncnklicnten die Pomaden und Schminkreste von den Händen wischte, um sich mit Andreas, der auf ihn im Korridor gewartet, auf die Gallerie hinaufzubegeben. Wir Künstler bedauern .derlei' Menschen!" Herr Florian nahm es nämlich als selbstverständlich an. daß er zu den Anderen der Borch" gehöre denn er lebte der Ueberzeugung, daß schon in manchen Fällen eine richtig gewählte Perücke, ein passend angebrachtes Roth, zum Erfolg des Stückes und des Schauspielers nicht unwesentlich beigetragen habe. Es ist immerhin möglich, daß er im Grunde genommen Rech! hatte. Natürlich hatte es Andreas nicht versäumt, sobald er wieder ein sicheres Obdach gefunden, seinen Genossen Pech aus der Kost" zu nehmen, nachdem er Herrn Patz mit einer Entschädigung von 70 Kreuzsrn zufriedengestellt hatte. Der Winter verging. Jetzt konnte sich Andreas erst voll dem Genuß seiner Wohnung hingeben- Von seinem Fenster übersah er einen großen Theil des Glacis, wo der junge Rasen zu sprossen und die Kastanienbäume auszuschlagen begangen; hinter dem Glacis breitete sich das Häusermeer der Landstraße" und Weißgerber" aus und ganz im Hintergrund wurde das Bild von den Praterauen abgeschlossen. Dort hinaus blickte er häufig, wenn er mit seinem Buch am offenen Fenster saß und die wohlthätige Frühjahrsluft mit Wonne einathmete. Alte liebe Bilder stiegen in seinem Geiste aus plötzliche fröhliche Kinderzeiten, wo er sich auf der Ruine getummelt, oder wo er mit seinem alten Gönner auch am offenen Fenster gesessen und gearbeitet hatte. Hie und da zog sich wohl der graue Schleier d:r jüngsten Bergangenheit über jene lachenden Bilder, aber er brauchte ja nur zu rufen: fort mit dir." und es war wieder alles grün, heiter und verheißend. Selbstverständlich hatte sein erster Brief, den er nach seiner Genesung geschrieben, dem .theilnehmenden Pfarrer gegolten, der ihn eigentlich vom Tod: gerettet. Auf dieses Schreiben war eine freundliche, ermuthigende Antwort gekommen, dann hatte Andreas wieder zurückgeschrieben, um die erste Rate seiner Schuld abzutragen, und so entstand !,ann ein ziemlich reger BriefWechsel zwischen dem Pfarrhause und der Kammer auf der DominikanerBastei. An Sonntagen unterließ es Andreas nie. fcer.i Pater'Ambrosius einen kurzen Besuch abzustatten, um ihm von seinen Schülern zu berichten, und Rathschläge don Seiten des Professors entgegenzunehmen. (Forisetzung folgt.)

flaust blcr Vrnd. Diesmal ist die Rausere: doch, gottlob, nicht gar so blutig verlaufen!" W i r t h : Ja wissen S'. Ehrwürden, d' Leut' hab'n zu denl neuen Bader kein rechtes Vertrauen!" Imtner derselbe. Gattin (zum Professor, der gesundheitshalber öfter einen Spazierritt macht): Was, ohne Pferd kehrst Du zurück?" Professor: Donuerwetter, es war mir doch gleich so. als wenn ich was vergessen hätte!" Setzte Wetegenlxeit. W i r t h (in dessen Vereinszimmer eine vegetarische Gesellschaft tagt, zum Stammgast): Sie haben sich ja auch diesen Abend zum Eintritt in den vegetarischen Verein angemeldet?" G a st: Allerdings! Eben findet die Ballotage statt!" W i r t h : Wollen Sie noch rasch eine Wurst essen?-

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