Indiana Tribüne, Volume 30, Number 107, Indianapolis, Marion County, 27 December 1906 — Page 6
Jndiana Tribüne, 27. Dezember looo
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Schauspielermnen und Ehe. Die Zahl ver Künstlerinnen, die um der Ehe willen der Bühne entsagen, wächst in erstaunlichem, ja in bedrohlichem Maße, wenigstens in Paris, wo eben wieder Emma Calv6 ihrer Kunst untreu wird, um einen millionenreichcn Fabrikanten m heirathen. ' Das ist aber nur einer der vielen Fälle, die daS Pariser Publikum so betrüben, und man spricht dort von Emma Calv6 wie von dem Opfer einer ansteckenden Krankheit. DaS interessante Thema begann denn auch allsogleich die Köpfe der französischen Dramatiker zu beschäftigen, und heute spielt man bereits an dem Vari6t6Theater ein Stück Miquette et sa möre", das den typischen Fall behandclt. Miquette und ihre Mutter (welch letztere in früheren Jahren über die Liebe anders dachte) flüchten sich auZ der Öffentlichkeit in die Ehe. Dieses Stückchen aber belebte erst recht igentlich die Diskussion, und die allgemein gestellte Frage lautet: Soll die Kunst unter dieser Epidemie zu Gunsten der Moral leiden?" Der Gaulois" hat drei Fragen a eine Reihe bedeutender Persönlichkeit tcn gerichtet und einige recht amüsante llnworten erhalten. So schreibt Victorien Sardou: Es ist eine Prinzipienfrage, wie überall muß man auch hier den Hauptregeln nachspüren denn es gibt kaum M sondere Fälle. Soll die Schauspielerin sich verheirathen oder nicht? Das hängt erstens von der Schauspielerin, zweitens von dem Gatten, dritten von den Bedingungen der Ehe ab. Es gibt Schauspielerinnen, denen 'die Natur alle diejenigen Eigenschaften dersagt hat, die für eine legittme Verbindung nothwendig wären. Und es gibt andere, die all diese Eigenschaften im vollsten Maße besitzen. Beispiel: Rose Ehsri war das ehrbarste Mädchn der Welt, bevor ste Montlgny heirathete; und sie wurde ein Vorbild aller Gattinnen und Mütter, ohne dabei aufzuhören, eine große Künstlerin zu sein. Und ich kenne wieder andere, denen es unmöglich gewesen wäre, beides zu vereinen. Was soll man aus alledem schließen? Es versteht sich, daß die Vorurtheile der vergangenen Jahrhunderte die Schauspielermnen nicht gerade zur Ehe prädestinirten. Ihr Stand war von der Kirche verpönt, und diese ging so weit, ihnen auch noch nach dem Tode ibre Segnungen zu verweigern. Sie sah in ihnen nichts als leichtsinnige Kurtisanen und verurtheilte sie zu einem liederlichen und abenteuerreichen Leben, in dem die Eh nur dazu da war, gebrochen zu werden. Unsere Sitten sind ganz anders. Das Künstlcrleben ist durch die öffentliche Meinung rehabilitirt, es ist gut bürgerlich geworden, und wenn ich für mein Theil glaube, daß eine Schauspiclerin besser thäte, unabhängig zu bleiben, so sehe ich doch nicht ein. warum sie sich nicht von Zeit zu Zeit verheirathcn sollte die Scheidungsmöglichkeiten sind ja heutzutage so groß!" Auf Victorien Sardou Frau Sarah Bernhardt: Jedes junge Mävchen. Schauspielerin oder Prinzessin, arm oder Millionärstochter, hat das Recht ihr Leben nach ihrem Geschmack, ihren Instinkten und dem Ideal, das sie sich für ihr Glück zurechtgemacht hat, zu gestalten. Wenn dieses Ideal sich der Ehe zuneigt, soll sie sich verheirathen. selbst wen sie Schauspielerin ist. Hat sie sich aber einen Führer gewählt, so soll sie ihm folgen, auch wenn er sie ihrer selbstzewählten Laufbahn ntreißt. Die vollkommene Ehe ist in der Künstlerwelt ebenso selten wie im Bürrthum, im Fürstenstand oder bei Millionären." Der Akademiker Franois Eopp6 ist weitschweifiger als die große Sarah: Sie fragen mich, ob das Leben einer Frau vom Theater und die Kunst, die sie ausübt, sich mit dem ehelichen Leben vertragen . . . Habe ich Sie recht verstanden? Lassen Sie mich einen Augen blick nachdenken. Zunächst: ich sage das sehr nachdrücklich: ich habe eine ganze Reihe von Schauspielerinnen gekannt, die einen Kollegen oder einen Privatmann heiratheten und tugendhafte Frauen, ausgezeichnete Mütter wurden und dabei doch hervorragende Schauspielerinnen blieben. Diesen zollen wir also Achtung und Beifall. Sängerinnen und Tänzerinnen, di; von liebestollen Multimillionären ode.' Fürsten mehr oder minder morganageyrathet wurden, setzen wir bed feite Nachdem ich ' das alles gesagt habe, dar ich wohl ein bißchen lachen. Nein tm Allgemeinen kenne ich keine Schauspielerin, die ihre Frauenund Mutterpflichten ohne Schwierigleiten erfüllen konnte. Zum Beispiel das Selbststillen, das Jean Jacques Rousseau so warm empfahl. Ich weiß wohl: die Kinderfrau soll in der Ku lisse mit dem Baby auf dem Arm warten. Wird die Mutter immer Zeit ha Un, ihrem Kinde die Nahrung zu geöen? Soll sie ettva ihren Auftritt versäumen? Und dann gibt es noch ein schweres Bedenken: das' Amt verpflichte die Mutter zur Dachelluna eines :;anz bestimmten Genres. Aber die Kinder wachsen heran und für eine Schauspielerin ist das Alter ihre? Kinde? etwas Schreckliches. Eim Tragödin oder Heldenmutter kann anzeigen, daß ihr Sohn, der Soldat ist. der Anziennität nach zum Bataillonschef hinaufaerückt ist. Aber eö ist für eine große Kokette vitter einzugestehen, daß ihr Sohn Awokat oder Professor &t
worren ist. . . . Waö sagen 'Sie? Zch
sei mcht ernsthaft? Uno ste erinnern mich an die Frage, ob eine Schauspielerin heirathen soll ode? nicht? Gut. Her meine definitive Antwort: Das ist 'hre Sache, und dann: Mir ist das abszlut egal." Kurz und ernsthaft schreibt Vaul Hervieu : Die Ristori war vcrheirathet ; die Rachel war eö nicht. Und da man fortwährend darüber streitet, welche von den beiden die bedeutendere n?ar, so scheint mir, daß der Zivilstand ;iir die Kunst nichts entscheidet." Jules Lemattre : Aber ich verstehe davon gar nichts ! Nein gar nichts ! Ist ein unregelmäßiges Leben gut für die Kunst ? Oder ist es die Kunst, die in einem unregelmäßigen Leben führt? Ich weiß es nicht. Und übrigens : ich will nicht dazu verführt werden, unmoralische Ansichten auszudrücken. Aber lassen sie die berühmten Schauspielerinnen Revue Passiren, und schließen Sie selber." Zum Schluß Alfred EapuS : Die Frage der Schauspielerinnen - Ehe wird in dem hübschen Stück von Flers und Eaillavet mit Delikatesse zum ersten Male gestellt. Und diese Frage wird von nun an das Theater und den Roman beherrschen. Die Frage hat den Reiz aller unlöslichen Probleme. Verlieren die Schauspielerinnen einen Theil ihres Zaubers, wenn sie sich verheirathen ? Das wäre nur möglich zu Zeiten, in denen das Gesetz noch die Scheidung unmöglich machte. Die Ehe ist aber so zerbrechlich geworden, daß man sie ohne große Aufregung eingeht. Man behandelt sie etwa' wie eine Reise, die man je nach Gefallen unterbrechen kann. Die ganze Frage scheint mir heute weniger aktuell denn je. Nicht daß das Leben dieser ausgezeichneten Geschöpfe uns weniger interessire aber ihre Ehe könnte man mit einer leichten Komödie vergleichen, in der die beiden Gatten wie zwei Schauspieler sind, die nach dem Fallen des VorHanges jeder für sich nach Hause gehen." Die erbliche Belastung der Schullinder. Unleugbar wird der Begriff der erblichen Belastung, der in unseren Tagen eine nicht unbedeutende Rolle spielt, dielfach recht gedankenlos verwerther. Man spricht von erblicher Velastung als von einer erwiesenen Thatsache, wo bloß die Möglichkeit besteht, daß eine selche vorliest. Man wendet diesen Ausdruck an, wo eö im Voraus schlechterdings unmöglich ist, daß eine erbliche Belastung entstehen konnte. Wenn nun auch die Erscheinung der Vererbung an sich nicht in Abrede zu ' stellen ist, so darf dabei doch niemals außer acht gelassen werden, daß das . Wesen derselben noch gar nicht völlig aufgeklärt ist.' Die Vorstellung, die wir mit diesem Begriffe verbinden, ist , so dunkel, daß wir weder den Vorgang der Vererbung selbst, noch seinen Umfang kennen. Im allgemeinen verstehen wir unter erblicher Belastung! den schädigenden Einfluß, den eine bei ! den Eltern vorgekommene oder noch bestehende Nerven- oder Geisteskrankheit auf die Beschaffenheit des Zen-tral-Nervensystems (auf daö Gehirn) der Kinder, ausgeübt hat. Wer belastet ist ,der trägt eine Last, und wenn er erblich belastet ist, so ist die Last nothwendig eine angeborene ,die im späteren Leben nicht mehr über ihn gekommen ist. Die erbliche Belastung muß also als eine angeborene Schädigung des Nervensystems aufgefaßt werden. obwohl es der Medizin näch ihrem derzeitigen Stande nicht möglich ist. dieselbe im Aufbau und in der Beschaffenhcit des Gehirns vorzuzeigen od?r nach ihrer Eigenart zu bestimmen. Die ärztliche Erfahrung hat aber unzweifelhaft ergeben, daß bei Personen, die !n der geraden Linie verwandt sind, ein derartiger Zusammenhang bezüglich des Nervensystems sich oft genug sindct. Sie hat das absonderliche Betragen eines Kindes, sein schweres Fortkommen im Lernen, seine fehlerhaften Neigungen in moralischer Beziehung nicht selten als die Folge einer krankhaften Veranlagung bezeichnen müssen, wenn das betreffende Kind von Eltern oder Großeltern abstammte, die ein gewisses Nervenleiden (z. B. Epilepsie) hatten oder geistig minderwcrthig oder gar an einer ausgesprochenen Geisteskrankheit leidend waren. In gleicher Weise hat sie die Thatsache erkannt, daß die erbliche Belastung dem Grade nach sehr verschieden sein kann. Alö eins der schwersten BelastungsMomente, welche die Nachkommenschaft bedrohen, gilt erfahrungsgemäß die Trunksucht der Eltern. Im Interesse der Volkswohlfahrt ist eö zu wünschen, daß die Bestrebungen gegen Mißbrauch des Alkohols und die Einrichtung von Trinkerheilstätten immer weitere Verbreitung und kräftige Unterstützung fmden möchten. Besonders erheblich ist der Einfluß der erblichen Belastung dann, wenn er sowohl von Vater- wie von Mutterseite wirkt. Selten geht er aber so weit, daß alle Glieder einer belasteten Familie erkranken; meistens ist es nur eine Minderzahl, die unter ih rem Einflüsse leidet. Daß die Belastung das erste Glied der Nachkommenschaft verschont, aber plötzlich in dem zweiten durch eine überraschende Haufung der vererbten krankhaften Zustände sich kundgibt, wird von ärztlicher Seite nicht allgemein zugegeben. So hält es z. B. Medizinalrath. Dr.
Koch,' früher Direktor der Staatsirren-
anstalt Zwiefalten rn Württemberg, wohl für möglich, daß der Großvater die hier in Betracht kommenden Dinge durch den selbst geschädigten Vater hindurch auf den Enkel vererben kann und daß dabei der Schaden im Nervensystem oder überhaupt im Körper des Vaters verborgen bleibt und nicht in Erscheinung trilt, er bestreitct ab:r. daß der Großvater etwas auf den Enkel zu übertragen vermag, wenn der Vater wirklich ganz normal geblieben ist. Es ist begreiflich, daß Ding? und Vorkommnisse, die sonst ohne besondere Spuren am Menschen vorüö:rgehen. bei einem erblich Belasteten eirnn schädigenden Einfluß auf den Zustand des gesammten Nervensystems ausüben. Umgekehrt ist es nach den Erfahrungen des genannten Irrenarztes nicht nur interessant, sondern auch wohl verständlich und nebenbei tröstlich, daß kräftige Menschen trotz erblicher Belastung widerstandsfähiger sind als manche gesunde und infolgedessen Gelegenheitsursachen nicht erliegen, denen .dieser oder jener weniger widerstandsfähige gesunde Mensch nicht zu widerstehen vermag. Es kann alsc nicht behauptet werden, daß nervenoder gernesrranre Mtern immer und nothwendigerweise auch geistig minderwerthige oder kranke Kinder haben müssen; erbliche Belastung beeinflußt zwar oft, aber keineswegs stets die Entwicklung des kindlichen Nervensystems; selbst ein von nervenkranken oder geistig kranken Eltern abstammendes Kind kann aa? wohl geistig gesund sein und bleiben. Auch sind selbstverständlich nicht alle im Kindesalter auftretenden krankhaften Erscheinungen des Nervensystems auf organische Erbschaft zurückzuführen. Die Möglichkeiten, daß sie im ganz frühen, aus der Umgebung stammenden Einflüssen oder auch in Neubildungen, die durchaus nicht ausgeschlossen sind, ihren Ursprung haben, sind sehr zahlreich. Es bleibt deshalb immerhin eine schwierige und unsichere Sache, im Körver- und Geistesleben eines Kindes das von Eltern und Großeltern Ererbte von dem Erworbenen oder anderswoher Gekommenen zu unterscheiden. m DaS e?ste sächsische K?em a t o r i u m. Das ncuerrichtete Krematorium in Ehemnitz soll am 15. Dezember eingeweiht werden. EL war am Todtensonntag daS Ziel Tausender, da eine öffentliche Besichtigung des BaueS durch den Feuerbestattungsverein, den Bauherrn der VerbrennngSstätte, veranstaltet wurde. .Der schmucke, weithin sichtbare Kuppelbau macht auch im Innern den besten Eindruck. Besonderö gilt daL von der Redehalle, wo für 280 Personen und für weitere 80 Personen auf den Emporen Sikplätze vorhanden sind. Weiter enthält der Bau Bureauräume, die Wohnung für den Wärter, Zimmer für den Geistlichen, für die nächsten Anverwandten und für die Leidtragenden. Hinter dem Kuppelbau befinde! sich der Aufbewahrungsraum mit zunächst 6 Zellen und der Sezierraum. Genügend Platz ist auch für den Urnenfricdhof und den Urnenhain vorhanden. Der Vcrbrennungsofen ist bereits in Betrieb, 10 Tage und 10 Nächte muß er geheizt werden, um die Temperatur von 960 bis 1000 Grad zu erreichen, die nothwendig ist, um zunächst eine Probeverbrennung vornehmen zu können. Der Bau kostet, einschließlich des Grundstücks, 186.000 Mark. Er wird jedenfalls nach wenig Jahren von der Stadt übernommen und von dieser die Feuerbestattung betrieben werden. W a gn er -Ehrun g in Jtal i e n. Eine Gedenkfeier für Richard Wagner hat im Stadttheater zu Bologna stattgefunden. Wie gemeldet wird, oelangte zuerst Nheingold" zur Aufführung. Dann folgte die Enthüllung einer Gedenktafel im Hause, die folgende von Professor Giovanni Fcderzoni verfaßte Inschrift trägt : Denkwürdig in der Geschichte der musikalischen Kunst war der Abend des 28. November 1871, als von dieser Bühne herab zuerst Lohengrins wundervolle Töne dem Volke von Italien den Genius und die Kunst Richard Wagners offenbarten." Die Gedenktafel, die das Medaillonbildniß Ricbard WagnerS schmückt, ist ein Werk des Bildhauers Monteguti. Nach der Enthüllung der Gedenktafel hielt Professor Dominico Oliva im Theater einen Vortrag über die erste Lohengrin" - Aufführuna in Bologna. Das Fest wurde durch die Aufführung der großen Schlußszene ani der Walküre" beschlossen. , Einen originellen Zolls ch w i n d e l hat die russische GrenzZollbehörde in Baräu bei Krakauentdeckt. Ein russischer Gutsbesitzer, der seit einigen Monaten mit seiner Familie in Krakau wohnt, ist im Besitze eines Automobils, welches von der russischen Zollbehörde für zeitweise Fahrten mit eine? Plombe versehen freigcgeben worden war. Seit einiger Zeit war eö den Zollbeamten aufgefallen, daß der Chauffeur, ohne seinen Dienstgeber mitzufuhren, wiederholt die Grenze passirte. Kürzlich wurde bei einer Revision deS Automobils von den Zollbeamten die Entdeckung gemacht, daß das Reserverad mit Kaviar gefüllt war. Da der Chauffeur Rabe voraussichtlich diesen Schmuggel bereits, längere Zeit betrieben hatte, wurde ? verhaftet. . ia JrV Südseite Kneipe, 1291 O2d 6a Ctr.
Gaunerslrelü) cineS Abenteurers. Ein Deutscher Julius Stibbe oder Stebler, der in der Schweiz wegen Iuwclendicbstahls, begangen anFrau Alexandrinc Billy in Rom, verhaftet wurde, und dessen Auslieferung an Italien bevorsteht, hat folgendes Abenteuer hinter sich: Gräfin (5ja Nicordo, die im Zentrum Roms eine Pension betreibt, erhielt eines TazcS eine Depesche, in der ein deutsches Ehpaar seine Ankunft anzeigte. Das Paar traf auch zu festgesetzter Stunde ein und bezeichnete sich im Freniden buch als Baron Stcbber und Frau Alexandriner geborene Billy. Er war ein junger Mann mit großem blondem Schnurrbart, sie eine bereits fünfzigjährige Dame, deren Geburts ort Berlin ist. Trotz der Verschieden heit des Alters beobachtete man zwi schen beiden Gatten einen sehr herz liehen Verkehr. Aber eines Tages war Stebber verschwunden und mit ihm das Juwclenkästchcn seiner an geblichen Frau. Diese, die ohne jeg. liche Mittel zurückblieb, wurde ge zwungcn, den Tiebstahl anzuzeigen, und dabei kam es heraus, daß der Werth der gestohlenen Juwelen 400,000 Fr. betrage und daß das Kästchen auch die Dekorationen des verstorbenen Gemahls der Varonin Villy enthalten habe. Der Tieb hatte auch sämmtlicheKleider und die ganze Wäsche der Dame mitgenommen. Es scheint, daß die Baronesse Villy den Abenteurer in Florenz kennen gelernt und sich mit ihm verlobt hatte. Der Sohn der Baronin soll der österrei chischen Armee angehören. Weitcrwird aus Zürich gemeldet: Hier verhaftete man auf telegraphi sche Anzeige der italienischen Polizei einen deutschen Kaufmann, der sich Stcöler aus Elsaß nennt. In das Hotelbuch tni& er sich als Baron von tcn Hamepn von Reklingshausen ein. Die Verhaftung erfolgte wegen Dieb stahlö von Prezioscn und Schmuck. Stehlerhatte in Rom eine osterrei chische Varonin kennen gelernt, mit ihr ein Licbesverhältniß eingeleitet und schließlich mit ihr zusammen ge wohnt. Kürzlich packte das Paar in Rom feine Sachen, um nach Neapel überzusiedeln. Aber statt nach Nca pel spedirte der Verhaftete sämmtliche Koffer nach Zürich und ' verschwand unter Mitnahme der Handtasche der Varonin, welche die gesammten Dia manten und den Perlschmuck, enthielt. Ebenso nahm er eine bedeutende Barschaft mit und ließ die so bestoh lene Baronin allein in Rom zurück. etusentische Protestversammlung. Aus. Freibcrg wird geschrieben: Unter der Studentenschaft der hicsi gen Bergakademie herrscht eine große Erregung gegen das scharfe Vorgehen der Polizei bei öffentlichen Harm losen Scherzen der Studenten, lim hierzu Stellung zu nehmen, fand eine allgemeine Studcntenver sammlung statt. Der akademische Senat und das Professorenkollegium waren nahezu vollzählig erschienen. Zur Besprechung kam folgender Vor fall: Der Bergakademiker Bitting Hoff-Scheel- fuhr eines Abends mit einem Freunde eimn Handwagen über den Obermarkt und wurde, von dem SchutzmannSchneider in scharfcrWci fe aufgefordert, den Wage an Ort und Stelle wieder zurückzubringen. Im weiteren Verlauf der Unterhaltung wurde Vittinghoff-Scheel von dem Schutzmann an der Brust gefaßt und zweimal hin und her gestoßen. In der Abwehr schlug der Student dem Schutzmann zweimal ins Gesicht. In zwichen war ein zweiter Schutzmann hinzugetreten. Trotz einer Versicherung. freiwillig mitzugehen, wurde Vittinghosf-Scheel von den Schutzleuten gewaltam nach der Wache gebracht imd dort von zehn Schutzleuten und vom Wachtmeister gröblich beleidigt. Am anderen Morgen wurde er von der Wache gefesselt durch zwei Schutzleute nach dem Gerichtsgefängniß gebracht und auch hier bei Vorführungen an eine lederne Fessel genommen. Nach dieser chrenwörtlichcnTarstcllung des Vorfalles ergriff der Rektor der Akademie Oberbergrat, Professor Dr.Papperitz. das Wort und erklärte, daß. nachdem unzweifelhaft die Person des Studenten festgestellt war. die Fesselung vollständig ungerechtfertigt war, weil namentlich auch am anderen Morgen ein Flucktversuch nicht anzunel? men war. Die Behandlung durch die Schutzleute sei eine unwürdige gewc sm u. das Verfahren ein unziemliches und ungeschicktes zu nennen. In einer amSchlusse der Versammlung einstimmig angenommenen Resolution gaben die Anwesenden ihrer schärfsten Entrllstunq über das Verhalten der Volizei Ausdruck. M ortspiel. E u l a l i a : Als ich noch jung war, waren die Herren ganz außer sich, wenn sie mich sahen, jetzt sind sie alle außer Sicht!" Aus der Zeit. Dienstmädchen: Gn'ä' Frau. Sie müssen mir meinen Lohn erhöhen, weil durch die neue Steuer die Cigaretten theurer geworden sind!" Sonderzug für Hochz e i t s g ä st e. Im Orte Regußen. Provinz Sachsen, wurde die Hochzeit des Gutsbesitzers Vrusse gefeiert. Der Brautvater mußte für die 240 erschienenen Hochzeitsgäste einen Sonderzug bestellen.
..t.T.WHaus, Hof und Knd 4" .jt.......tt..t t ....... , . . . "t imt i i Wildschweinfleisch a u f Jägerart. Ein beliebiges Stück Fleisch wird in Wasser mit Essig. Wurzelwerk, Zwiebeln, Lorbeerblättern. Gewürz und Salz weichgekocht und mit geriebenem Meerrettich oder Hagebut-ten-Sauce zu Tisch gegeben. Käse-Auflaufaufschwei-z e r Art. Man reibe einen Teller voll Schweizerkäse, feuchtet ihn mit fettem süßen Rahm an und läßt ihn eine Viertelstunde stehen. Indeß quirlt man von vier Eidottern, süßem Rahm, etwas Mehl und zerlassener Butter' einen dünnen Teig ab. mischt den Schnee der vier Eiweiße hinein, vermengt alles mit dem Käse, thut die Masse in eine gut mit Butter Gestrichene Form, bäckt den Auflauf 20 Minuten und gibt ihn sofort mit der Form zu Tisch. Rinderbraten. Ein mürbes, saftiges und mageres Stück Fleisch wird geklopft, reichlich gespickt, gesalzen, mit etwas Paprika und gestoßenen Nelken eingerieben, oben dick mit Mehl bestreut und in einer Pfanne mit reichlicher Butter auf beiden Seiten schön braun gebraten. Dann nimmt man das Fleisch aus der Pfanne, thut es in ein Kasserol. schüttet kochendes Wasser und etwas Essig an. fügt zwei Zwiebeln und etwas Citronenschale bei und dünsiet es recht weich. Man gibt den Braten mit der kurz eingekochten Sauce und Kraut zu Tisch. Kupferausschlag im Gesicht. Kupfernase. Die Behandlung besteht in abendlichen Waschungen mit heißem Wasser (circa eine halbe Stunde) und Auflegen von Ergotin- oder Jchthyolseifenschaum. Der Schaum bleibt über Nacht liegen und wird am anderen Morgen schonend entfernt. Es muß selbstverständlich alles vermieden werden, was die Nöthe, die durch Ueberfüllung der Blutgefäße und Stauungen entstanden, vermehrt. Nicht minder muß auch nach der Ursache dieses Uebels geforscht un?: gründliche Abhilfe geschaffen werden. Es sind dies Blutandrang, Magenleiden und Stuhlverstopfung, Aufenthalt in kalter, rauher Luft, Anwendung zu kalten Wassers und besonders der Genuß spirituoser Getränke. Fische. Wer je beobachtete, in welch herzloser Weise die Händler oft mit den Fischen umgehen, wie sie häufig viele Stunden in schmutzigem, fast stinkendem Wasser sein müssen, dem wird es wohl klar sein, daß man beim Einkauf derselben sebr vorsichtig sein muß. Daß auch die Fische Krankheiten unterworfen sind und daß oft periodisch Seuchen unter ihnen herrschen, braucht kaum erwähnt zu werden. Auch während der Laichzeit sind viele Gattungen nicht nur allein ungenießbar, sondern geradezu schädlich. Man thut daher am besten, nur lebendige Fische zu kaufen, denen man leicht ansieht, ob sie munter und gesund sind. Beim Einkauf geschlachtete? Fische achte man darauf, daß die Innenseite der Kiemen, sowie auch die Flossen noch lebhaft roth erscheinen und die Augen klar hervorstehen. Hartes Fleisch ist auch ein gutes Kennzeichen für den frischen, gesunden Zustand der Fische. Weiches lappiges Fleisch ist ein schlechtes Zeichen, ein Beweis, daß sie schon lange todt gelegen haben und in den ersten Grad der Fäulniß übergegangen sind. Alle abgestorbenen Fische gehen bald in Fäulniß über; sind dieselben aber noch vor einigen Stunden lebendig gewesen, dann sind sie unschädlich. Will man lebende Fische einige Zeit aufbewahren, so vergesse man nicht, daß für sie frisches Wasser dasselbe ist, wie für uns gesunde Luft. Man versorgt sie daher täglich mit diesem ihrem Lebenselement. : Schonet die Lungen. Nicht jede Luft vertragen die Lungen, wenn sie gesund bleiben sollen. Unreine Luft halte man möglichst fern; besonders in der Nacht genieße man nicht die Ruhe, ohne für das Einströmen frischer Luft gesorgt zu haben. Dieses läßt sich, leicht dadurch bewirken, daß man im Nebenzimmer Fenster öffnet, oder, wenn kein Nebenzimmer vorhanden ist. durch Einsetzung eines Gazefensters als Oberflügel im Schlafzimmer selbst; auch im Winter ist solche Vorkehrung zur Luftcirkulation durchaus nöthig; weht die Luft zu kalt herein, so läßt sich der Luftzug durch einen Vorhang leicht mäßigen. Wo man einem plötzlichen Temperaturwechsel ausgesetzt ist. also gezwungen wird, von heißer Luft in die kalte oder umgekehrt zu geben, da schützt man die Lungen vor Erkrankunq durch Einathmen durch die Nasepassirt die Luft erst die Gänge der Nase, ehe sie in die Luftröhre eingeht, so wird sie dort erst erwärmt und gereinigt. Auch durch widernatürliches Steigern de3 Blutzuflusses in die Lungen gefaT ' ' ihr Wohlbefinden. Alles, r ' i':z Herzklopfen und schnelles Alu.,ce.c wirkt, veranlaßt größeren Blutzufluß in die Lungen und gefährdet sie. Nicht selten werden Lungenkrankheiten durch starke Erkaltungen nach großen Erhitzungen, z. B. durch eiskaltes Getränk be! erhitzter Lunge erzeugt. Ebenso rufen Erkältungen des Rückens, der Füße u. f. w. bei erhitztem Körper Erkrankungen der Lungen hervor. Möge jeder, soweit eZ ihm rzlich ist, sich darnach richten.
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