Indiana Tribüne, Volume 30, Number 106, Indianapolis, Marion County, 26 December 1906 — Page 7

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srnniiiimmii (Fortsetzung.) Lieber Himmel ich glaube nicht. Vielleicht etwa alte Wäsche; ich werde sehen, sobald Sie mir mit dem Oberrock einen annehmbaren Preis gemacht haben." Doch der Andere verlangte, daß Andreas alles Verkauffähige zusammenlege erst dann wollte er verhandeln. Nachdem dem Wunsche willfahrt war, musterte der Jude die Tinge, und sagte endlich: Was soll das kosten?" Mir ist's lieber. Sie bieten. Sie wissen besser, was Sie geben können." Werd ich Ihnen geben for Alles z'samm" er zählte noch einmal, und musterte jeden Gegenstand bedächtig for Alles z'samm" jetzt kratzte er sich bedenklich hinterm Ohr Alles z'samm sechs Gulden; ä schön's Geld, mainer Seel ä groußes Geld!" Wie, sechs Gulden? Das smd die Bücher allein unter Brüdern werth." Wie haißt die Bücher allein? Wird m'r geb'n der Graisler pro Band zehn Kreuzer, macht for zehn Bänd ä Euld'nzettel! Ter Graisler kost's viellaicht nit einmal, weil die Blätter zu klain zum Kaseinmachen sind." Geben Sie mir für Alles zusammen zwanzig Gulden, die Sachen stnd das Doppelte werth." schlug Andreas zuredend vor. Werd ich Ihnen geb'n gar nichts." erwiderte der Andere, sich wieder der Thür zuwendend. So machen Sie ein vernünftiges Angebot," bat der junge Mann. Der Händler trat wieder in's Zimmer und zog eine schmierige Börse aus der Tasche. Dieser entnahm er ein Packchen und zählte in einzelnen Scheinen acht Gulden auf den Tisch. Wail Sie's sind," bemerkte er mit Gönnermiene. Diese acht Scheine waren verlockend für Jemanden, der sich im Geiste am nächsten Morgen vor die Thür gesetzt sah. aber die Summe schien Andreas doch zu gering: besonders wenn er in Betracht zog, daß das sein Letztes war, aus dem er Geld schlagen konnte. Nein, unter zwanzig Gulden kann ich Ihnen die Sachen nicht lassen," entschied er endlich. Dann behalten Se's," war die Antwort. Na das letzte Wort: ich geb' Ihnen zehn Gulden." Nein zwanzig." Wünsch' Ihnen Glück, wenn's Jemand gibt. Bleiben Se gsünd!" und der Händler ging brummend seiner Wege. 13. Kapitel. m nächsten Morgen versäumte Andreas die Vorlesungen, denn galt nun an den verschiedensien Läden anklopfen, um feine Habe zu jedem Preis flüssig zu machen. Er durcheilte mit seinem Pack Bücher unterm Arm die Straßen, fprach in einzelnes Buchhandlungen vor. wo man ihm jedoch erklärte, daß man sich mit Antiquargeschäften nicht befasse. Endlich trat er in einen Laden. in dessen Fensterauslage das Avis hing: Ankauf alter brauchbarer Bücher." Dort befreite er sein Bündel von der Hülle, und bot dem Ladeninhaber seine Waare an. Walter Scott Herlossohn Bulwer." las der Antiquar die Ueberfchrift der einzelnen Bände, die er zur Hand nahm. Nicht für mich geeignet, bester Herr; bin vollauf damit versehen; sogar überfüllt!" Aber ich lasse Ihnen die Werke billig ab," versicherte Andreas. Nicht, wenn Sie mir das Stück zu zehn Kreuzer geben," entschied der Andere. Jetzt versuchte es der junge Mann bei einem Greisler, doch der Jude hatte recht gehabt: der Mann erklärte, daß sich das Zeug wegen seiner Kleinheit nicht als Packpapier eigne. Hatte sich denn die ganze Stadt gegen ihn verschworen? Seit zwei Glockenstunden rannte er von einer Straße in die andere, ohne auch nur ein Angebot erhalten zu haben und jetzt, als er in einen kleinen Kleiderladen trat, um doch wenigstens seinen Ueberrock zu verwerthen, bot ihm der Schneider zweieindrittel Gulden! Hätte er doch lieber gestern mit dem jüdischen Händler abgeschlossen, dieser schien ihm noch zugänglicher als die christlichen. Na. hab'n Se ä G'schäft g'macht?" horte er plöklich zu seiner angenehmen Ueberraschung die schnarrende Stimm von gestern. Nein. Wollen Sie noch? Ich gehe den Handel ein." Seh'n Se. junger Herr, ich sollte Ihnen eigentlich heunte weniger geb'n. denn ich könnt die Sach'n billiger kab'n. is wahr?" Gewi war'S wahr; um jeden Preis doch Andreas hütete sich, seine Gedanken laut werden zu lassen. Na, Se sein so jung ich will Cfkrttn ?rfit lnf 4fvtm trf cith fmi yikw .i fcv vf j Q" j -den Zehner." Ein erleichterter Seufzer kam aus voller Brust. Auf Ehr verdien tch rnt mehr, wie ä Guld'nzett'l beim G'lchäft!"

Ich glaub's Ihnen," versetzte Andreas; er hatte ja gesehen, wie es ihm heute ergangen war. Also nun war er wieder in Besitz von vollen zehn Gulden, genug, um sich weitere vierzehn Tage durchzufretten; und dc:7in? Bah vierzehn Tage sind ja unter Umständen eine lange Zeit; warum sich heute schon grämen über das, was nach zwei Wochen kommen sollte? Aber die Eröffnung, die ihm heut: Herr Patz gemacht, war weniger angenehm gewesen, nämlich die Nachricht, daß sich ein Bewerber um die Kammer gemeldet habe, der um einen Gulden mehr zu geben bereit sei; natürlich erhielt jedoch Herr Geier den Vorzug, wenn er sich mit der Steigerung einverstanden erklärte. Aber Herr Geier konnte leider keine diesbezügliche Erklärung abgeben, da er absolut nicht wute, ob er nach Ablauf des Monats überhaupt noch auf der Welt existiren werde, und somit sah sich Herr Patz zu seinem Bedauern genöthigt, dem Zimmerherrn" zu kündigen. . Noch vierzehnmal vierundzwanzig Stunden, und wir sitzen auf der Straße. Pech." sagte Andreas wehmllthiz zum Pudel, der eines seiner Hinterbeine streckend in die Luft reckte, und seinem Gönner wehmüthig in die Augen blickte; dann hopp, und er saß neben seinem Herrn auf dem Bett. Ja. mir fcheint. Pech, wir gehören zusammen!" er tätschelte freundlich dem Hund, der sich schmeichelnd an ihn schmiegte, den wolligen Kopf. Weißt Du, wie wir's von nun an machen werden? Wir wollen uns nicht mehr im Gasihause abonniren, es kömmt zu theuer: Neun Gulden, das macht pro Tag dreißig Kreuzer für's Mittagessen allein; das erlauben unsere Verhältnisse nicht mehr. Wir werden besser thun, uns täglich zwei Portionen Suppe mit ein wenig Kochfleisch zu kaufen; das kostet nur zwanzig Kreuzer, und wir ersparen somit ein ,Zehnerl was nach zwei Wochen fast anderthalb Gulden ausmacht. Dadurch gewinnen wir eine Woche Verlängerung wenigstens was die Kost betrifft; nicht wahr. Pech?" Da der Pudel im voraus mit Allem einverstanden war, was sein Herr bestimmte, so gab es nicht den geringsten Widerspruch betreffs dieses Gegenstandes. Am nächsten Tag erhielt Andreas einen Brief von Herrn Fummerer. Böse Nachrichten: Der Vater lag an einer schweren Entzündung darnieder, doch glaubte der Doktor nicht das Schlimmste befürchten zu müssen. Was werden wohl die nächsten Tage bringen?" frug sich Andreas seufzend. In seinem Tagebuch hat er sie eingezeichnet: 18. Dezember 1858. Zweiten Brief von Herrn Fummerer erhalten. Vater schlechter! Wenn nur nicht das Aergsie eintrifft; hoffe ich doch immer, ihm noch einmal seine letzten Lebenstage versüßen zu können. Er ist ja nicht gar so alt fünfundsechzig Jahre, und es gibt genug Leute, die's bis zu hundert bringen. Armer Vater! Auch einer, den ein Windstoß weit vom Ziel getragen! Mußte heute meine Stiefel ausbesfern lassen, die Sohlen blieben mir unterwegs liegen; das reduzirt die Kassa auf einen Gulden zwanzig Kreuzer!" 19. Dezember. Fühle eine solche Sehnsucht nach Hause;, möchte so gerne den Vater sehen, denn ich befürchte Schlimmes. Wie aber reisen mit neunzig Kreuzer Vermögen? Bitterkaltes Wetter; so kalt, daß ich mich in's Bett verkrieche, um mein Tagebuch zu schreiben. Pech wollte heute nichts fressen. Hat das Thier Menschenverstand, und begreift es, daß wir sparen müssen? Ich möchte es fast glauben, denn auf dem Heimweq entdeckte er einen alten Schuhrest, den er mitnahm, um nun daran zu nagen. Ich gebe ihm Brot, aber er will es nicht!" 20. Dezember. Heute wieder nach den Vorlesungen volle vier Stunden hindurch nach Beschäftigung gejagt; ohne Erfolg. Wir haben unsere Ration auf die halbe Portion heruntergesetzt; es heiß! den Riemen zusammenziehen, denn der Magen knurrt! Ich werde mich wohl morgen entschließen müssen, im ,UnterstützungZverein' vorzusprechen; man soll dort kleine Subventionen und auch Speisebillets vertheilen. Wäre es nicht besser, doch nach Hause zu schreiden, statt Fremde um .Almosen anzugehen.' Aber habe ich ein Recht, denen zu Hause, jetzt, wo der Vater vielleicht mit dem Tode ringt, mit derlei Dingen zu kommen? Bei einem Optiker las ich heute zwanziq Grad vom Thermometer ab! Ich verspüre es hier, selbst im Bett! Wie der Oberrock jetzt gut wäre, denn die Kalte ist fast unertraglich. Der arme Pech wärmt mir die Füße, und zittert dabei selbst vor Frost! Wir werden kaum schlafen können." m m 21. Dezember. Nur wenig geschlafen; war es Kälte. oder Hunger? Vielleicht Beides. Zahlte meine Kasse, in der Hoffnung, mehr zu finden, als ich gedacht aber die Kreuzer wollen sich nickt vermehren: Das Vermögen reicht knapp noch für zwei Tage dann? Meldete mick heute bei einem Notar, der einen Aushilssschreiber sucht, allein die Stelle könnte erst zu Neujahr angetreten werden; wodon bis dahin leben?

' Beim Unterstützungsverein wurde ich abgewiesen: man gibt nur Juristen nicht Hörern der Medizin!" 22. Dezember. Nacht besser zugebracht: fühlte mich gestern so durchfroren, daß ich in meiner Verzweiflung in ein Kaffeehaus trat; dort wars gut warm, und ich durfte neben dem Ofen sitzen bleiben, so lange es mir beliebte. Freilich kostete das zwanzig Kreuzer, denn ich mußte ein Glas Kaffee bestellen, aber da ich zu Mittag nur ein Stück Brot gegessen, war mir das Kostgeld übrig geblieben. Wie der Kaffee schmeckte! Alle Stunden that ich nur einen Schluck, um von meinem Glas bis drei Uhr Morgens den Genuß zu haben! Es waren dort Leute, welche die ganze Nacht hindurch Villard spielten. Einer von ihnen trat auf mich zu und fragte, ob ich mithalten wollte, aber ich dankte. Später setzte sich derselbe sogar an meinen Tisch, und ließ sich ein reichliches Abendessen bringen; er hatte viel Geld gewonnen. Wie gerne würde ich den Rest verzehrt haben, den er auf dem Teller ließ, doch ich schämte mich. Wenigstens hat Pech davon profitirt, denn der Frerade warf ihm die Ueberbleibfel unter den Tisch. Das gab mir Muth: ich wagte es, ihn zu fragen, ob er nicht zufällig von einer Stelle wisse, bei welcher sich ein junger Mensch etwas verdienen könne. Er meinte, der beste Verdienst sei der, mit fremden, anständig aussehenden Leuten Billard oder Karten zu spielen; auf diese Weise könnte man in einer Nacht leicht seine zwanzig Gulden einstecken. Zwanzig Gulden! In einer Nacht soviel, als ich im Monat brauchte! Ich wollte mich näher um die Sache erkundigen, aber es trat ein Wachmann mit einem Herrn in Civil ein und mein Tischgenosse verließ im selben Augenblick hastig das Kaffeehaus. Der Herr in Civil kam dann auf mich zu, und fragte mich, was ich hier mache. Ich trinke meinen Kaffee,' erwiderte ich etwas erstaunt. .Ihre Beschäftigung?' Ich fand Kieses Ausfragen so sonderbar, daß ich keine Antwort gab, allein der Andere bemerkte streng: ,Junger Mann, ich sehe Sie hier zum ersten Mal und ich will hoffen, daß es Zufall ist. Nehmen Sie sich für die Zukunft in Acht, sich mit Falschspielern an einen Tisch zu setzen, sonst wird Sie die Polizei zu Jenen rechnen müssen!' Die Polizei? Also war das ein Kommissär, wie Jener damals, in der Diligence? Ich ließ mir's gesagt sein, trank hastig den Rest meines Kaffees, und ging nach Hause. Das nahrhafte Getränk rnid' die Wärme hatten mir wohlgethan; auch Pech schien mit seinem Abendessen zufrieden gewesen zu sein; wir schliefen wie die Hamster und ich träumte vom Rektor: Er hielt mir das wiedergefundene Manuskript hin und sagte: ,Sieh, Andreas, jede Seite ist zwanzig Gulden werth, und das ganze Buch gehört Dir.' Dann lächelte er in seiner lieben alten Weise, und reichte mir die Hand, die ich küßte... Morgens auf der Universität gewesen, fand sie jedoch der Feiertage halber geschlossen. Da konnte ich den ganzen Tag mit Stellensuchen zubringen kam indeß, wie bisher, todtmüde und ohne Erfolg nach Hause. Die Kälte in der Kammer ist wieder beißend. Pech und ich denken mit Sehnsucht an das warme Kaffeehaus aber die Polizei!" 23. Dezember. Armer, armer Vater! Es ist vorbei! Dein Ander! soll Dich nicht mehr sehen. Wer weiß, vielleicht sehen wir uns bald; ich fühle mich so matt, wie krank; ist's die Folge der Trauerbotschaft, oder geht es dem Ende zu? Der ganze Körper ist in Schweiß gebadet, trotzdem ich vor Kälte zittere. Nur mühsam bringe ich diese Worte zu Papier: die Feder liegt mir wie Blei in der Hand, und die Augen sehen nicht, weil sie voll Thränen sind! Diese Thränen sind alles, was ich Dir darzubringen vermag, guter Vater; Dein Ander! möchte zu Dir. Vater, hörst Du. Dein Ander! ich -" 24. Dezember. Morgens 7 Uhr. Ich glaube, es war gestern Fieber. Der Kopf und die Augen schmerzen mich noch heftig und zu alledem heißt's heute die Kammer räumen; der Termin ist abgelaufen! Herr Patz erlaubt mir, die Bücher und Pech bei ibm zu lassen, damit ich mich um ein Obdach umsehen könne. Vor allem möchte ich etwas essen, aber wie? Der Beutel ist leer ganz, ganz leer! Das ist mein Weihnachtsfest mein Christbaum! Vor einem Jahr noch war's ander?: Frau Consiantia war mit ihrem Gatten von Netz gekommen; da umstanden wir alle beignügt das reichgeschmückte strahlende Bäumchen, das Herr Fummerer mit Hilfe der Mutter ausgenutzt hatte. Nachwm wir die Kleinigkeiten, die wir als Angebinde erhalten, gehörig bewun dert hatten, ging's zum Abendessen, ßerr Fummerer füllte die Gläser mit Punscb. und sagte: .Mögen wir noch oft dieses schönste Fest des Jahres in glücklicher Eintracht feiern! Das ist ein Tag. der uns immer vereinigen sollte! Hoch Weihnachten!' Ich muß jetzt mein Buch zuklappen. zu mir stecken und gehen, denn der neue Zimmerherr kann jeden Augenblick kommen. Es heißt hinaus, auf die Straße! Die Luft hangt voll Schnee, und ich habe nichts, all das leichte

Rockchen; das wird kalt sein! Der Kopf beginnt wieder heftig zu fchmerzen; vielleicht thut die frische Luft gut. Hoch Weihnachten!" Andreas schnürte seine Bücher in ein Bündel zusammen, und trug dieses zum Schneider hinüber. Der Geselle übernahm das Packet, sowie Pech, denn der Herr:" war auf den Weihnachtsmarkt geaangen. um für die Kinder Zwetschken-Kampusse" und cinBäumchen zu kaufen. Ä?ech wollte um jeden Preis seinem Patron folgen; dieser hatte alle Mühe, den Hund sanft zurückzuschieben, als er sich durch die Thür hinauszwängte. Schwerfällig stieg er die Treppe hinab. Er schob diese Mattigkcit der Entmuthizung zu und trachtete, stch ein wenig Kourage einzusprechen. aber es wollte nicht gelingen. Als er ?um sause hinaustrat, siel der Schnee so dicht, daß man kaum zehn Schritt weit sehen konnte. Aller Lärm war heute gedämpft: Ter Hufschlag der Pferde, das Geläute der Schellen, das -Krachen der Schlittenpeitschen. alles das schlug wie aus weiter Ferne, wie hinter einem Berge hervor, an seine Ohren Andreas bückte stch. nahm eine Handvoll Schnee, und drückte denselben an die heiße Stirn, an die rothgeschwollenen Augen. Das that wohl; das kühlte; aber kaum war der Schnee zerflossen, so brannte und pochte es von neuem im Hirn.

Was suchte er eigentlich aus der Straße? Wo wollte er hin? Er wußte es nicht. Mühsam arbeitete er sich durch den hohen Schnee, der stch auf dem offenen Glacis dichter aufgehäuft hatte, und gelangte endlich an's Schot-ten-Thor. Dort ging es schon lebhaft zu: Wagen und Schlitten kreuzten stch in raschem Flug, Fußgänger eilten mit ihren Weihnachtspacketen dahin, Dienstmänner schleppten prächtig geputzte Christbäume, an denen das Blattgold raschelte und rauschte alle Gedanken, alle Interessen schienen stch heute nur um einen Punkt zu drehen: Weihnachten! Und NUN erst am Hof" auf dem Fhristlindlmarkt!" Das war ein Gedränge und ein Gethue! Da machten stch alle Jene zu schaffen, welche nicht Zeit oder Lust gehabt, ihre Vorbereitungen zur Feier früher zu treffen, und die nun alles fix und fertig" einhandelten, um Abends die Ihren beschceren zu können. Als Andreas an einer der Buden vorbcischritt, vernahm er eine Frauenstimme: Wenn mir nur Jemand den Baum nach Hause tragen wollte." Das war eine Gelegenheit, ein paar Kreuzer zu verdienen, das durfte er stch nicht entgehen lassen. Wenn ich mich Ihnen anbieten da.f?" sagte er schüchtcrn zur ältlichen Frau, die jene Worte gesprochen. Sie?" fragte ste, ihn inisztrauisch musternd. Der Gedanke mochte ihr durÄ den Kopf gefahren sein, daß es in Wien viele Spitzbuben gebeund wahrlich, wenn stch Andreas in einem Spiegel gesehen haben würde, er hätte der Anderen keinen Vorwurf machen dürfen: bleich, mit rothen, geschwollenen Augen (ste konnte ja nicht wissen, daß es nicht vom Trinken, fondern vom Weinen kam), dazu ohne Oberrock, im schwarzen, fadenscheinigen fchneedurchnäßten Anzüge, die blaue Halsbinde zu einem dünnen Strick gewunden bei Gott, cr sah einem Strabanzer" zum Verwechseln ähnlich Sie?" wiederholte ste ihren Ausspruch von vorhin. Warum nicht?" versetzte er, schwach erröthend. Ich trage Ihnen gerne den Baum." Ja aber was verlangen Sie dafür, bis in die Praterstraße?" . Ich bin mit allem zufrieden, was Sie mir geben wollen." Die Frau überlegte; die Sache schien ihr noch immer nicht recht geheuer. Endlich, nach einiaen Minuten, die deni Anderen unendlich lang schienen: Wenn Ihnen dreißig Kreuzer genug stnd." (Fortsetzung folgt.) Warnung vor der Fremdenlegion. linier dem Vorsitz des Kölner Schriftstellers und ehemaligen LegionsOffiziers Ohle hat stch in Köln und Aachen ein Verein gebildet, welcher stch zur Aufgabe gestellt hat, durch Vorträge und Belehrung die deutschen jungen Männer vor dem Eintritt in die französtsche Fremdenlegion und die holländische Kolonialarmee zu warnen und zu bewahren. Man hat festgestellt, daß Teutschland jährlich durchschnittlich 40C0 junge Männer an die Fremdenlegion des Auslandes verliert. Der Sitz der Centrale ist Köln. Man beabsichtigt in allen größeren Städten Deutschlands Zweigvereine zu gründen. Zahlreiche Männer stnd dem Verein -bereits beigetreten. Sonderbares - Selbstm o r d m o t i v. Der wohlhabende Farmer Cornelius Tait in Abingdon, Ja., hat stch erschossen, weil er in Fairfield. Ja.', wohin er mit seiner Familie Lberstedeln wollte, kein passendes Haus finden konnte. Die Stadtverordneten Versammlung von Kiistrin hat das vor zwei Iakrcn erlassene Verbot des rituellen Lchächtcns von Schlachtvieh in dem städtischen Schlachthause nach lebhafter Debatte mit großer Mehr heit wieder aufgehoben. Der Erste Bürgermeister trat sehr entschieden für die Wiedcrgcstatwng des Schach. tenS ein.

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