Indiana Tribüne, Volume 30, Number 104, Indianapolis, Marion County, 22 December 1906 — Page 7

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Jnvtana irtbunc, 22 Dezember hoO.

gil!Ilil!l!llllii!!ill!!lli!t!Ill!li:i!lIt!l!!!I!l!!IIHHiIHng Htiderl D Noman von D A. G. von Suttner ZsM!llIMl!Zl!Il!!!!!I!I!!!!l!!!!l!!lIlIl!IIllIlilMIlIlll!I!.? (Fortsetzung.) 11. Kapitel.

eit vier Wochen befand sich Anoreas in der Hauptstadt. Sein Erste wer gewesen, sich auf der Universität als Hörer der Medizin einschreiben zu lassen; dann hatte er sich auf die Wohnungssuche begeben, denn der Easihof. welchen ei ant" Abend seiner Ankunft bezogen, wäre ihm für die Dauer zu theuer zu stehen gekominen. Endlich, nachdem er die Alservorstadt nach allen Ecken und Enden abgelaufen, hatte er das Passende bei Herrn Patz, bürgerlicher Schneider-meisier,-wie das Schild lautete, gefunden: Ein Kämmerchen, drei Meter im Geviert, mit Feldbett, Tisch aus ungestrichenem Tannenholz, einem Strohsessel, und Kleiderrechen, das war die Schachtel, in welcher er die Hälfte des Tages und der Nacht zubrachte. Dafür zahlte er monatlich fünf Gulden. Der Schneider hatte ihm auch die Kost angetragen, aber Andreas zog es vor. außer Hause seine Mahlzeiten einzunehmen, weil es sich besser mit den Universitätsvorlesungen vereinigte, und weil es billiger zu stehen kam: Er hatte eine Garküche entdeckt, wo er für neun Gulden im Monatsaboi.nement sein Mittagessen, bestehend aus Suppe, einem Fleischgericht und einem tüchtigen Stück Schwarzbrot erhielt. Frühstück und Abendbrot, in Gestalt von Käse, kam im Monat, wenn er noch hie und da ein Glas Bier Abends cenoft, auf 3 Gulden 50 Kreuzer zu stehen. Wäsche und Beleuchtung auf 2 Gulden 50 Kreuzer. Die Hauptauslage war die Znskription auf der Universität, und das Anschaffen der nöthigen Bücher gewesen; diese beiden Posten waren in seinem Ausgabebuch mit 23 Gulden belastet. blieben ihm mithin, nach Abzug der Gasthofrechnung, von seinem Kapital noch 74 Gulden 50 Kreuzer. Tank den Ermahnungen Fräulein ConstantiaS, verehelichten Wumperl. batte sich Andreas schon bei Zeiten eine strenge Ordung angewöhnt, in Folge welcher er sich auch ohne Zeitverlust daran machte, seine Bilanz zu ziehen, die folgendes Resultat ergab: Capital. 74 Gulden 50 Kreuzer; monatliche Auslagen. 20 Gulden. maüt für drei Monate 60 Gulden; verbleibt für unvorhergesehene Fälle ein Fond von 14 Gulden 50 Kreuzer. Um ganz sicher zu gehen, hatte er drei Päckchen zu je zwanzig Gulden gemacht; darauf stand mit Blaustift geschrieben: Monatqeld"; ferner ein Päckchen zu zehn Gulden mit der Inschrift: Unvorhergesehenes und die übrigbleibenden 4 Gulden 50 Kreuzer fanden im Geldtäschchen Platz, sie sollten für die Rubrik Vergnügungen" verwendet werden; hie und da konnte er sich vielleicht doch die Auslage gestatten, in ein Konzert oder in's Theater zu gehen, oder den Cirkus Renz zu besuchen, von welcbem ihm oft Herr Wumperl mit Enthusiasmus gesprochen hatte. So war also Andreas auf drei Monate im voraus gerüstet. Wa ' rum er gerade nur auf diese Dreizahl rechnete, wußte er selbst nicht. aber Thatsache war's, daß er bisher nicht weiter auf die Zukunft hinaus gedacht hatte. Das Weitere mußte sich schon finden, vertröstete er sich; in einer Stadt, wie Wien, kann es an allerlei Nebenerwerb nicht fehlen. Wien hatte iym einen großartigen Eindruck gemacht; er war die erste Zeit hindurch förmlich bestürzt gewesen: Himmelhohe Häuser, um deren letztes Stockwerk zu sehen, man sich schier das Genick verrenken mußte; dann das Getümmel und Durcheinander auf den Straßen: diese Wagenkarawanen, die von allen Seiten pfeilschnell dahergerasselt kamen, daß Einem angst und bnng werden mußte, ja, einmal, am Ste'fansplatz, wo ihm der ewige Wind den Hut davongetragen hatte, wäre es be! einem Haar um ihn geschehen gewesen, denn er gerieth bei seiner Hutjagd in ein solches Gewirr von Fiakern, Einspännern und Stellwagen, daß er sich nicht mehr zu helfen wußte und es nur der Intervention eines Polizeimannes verdankte, daß er diesmal mit heiler Haut davonkam. Nachdem er vom Polizisten eine böhmisch-deutsche Ermahnungsrede erhalten, worm dieser ihm an's Herz legte, nicht mehr wie Ja. Kalb leibhaftiges" zwischen die Wagen zu rennen, stülpte er seinen arg zerknitterten Hut auf's -Haupt und schwur, diesen gefährlichen Stefansplatz nicht so bald wieder zu betreten. Seine Leidenschaft war die, an den vornehmen Läden vorbeizuwandern, und sich all die schönen Dinge mit Muße anzusehen, die da in den Schaufenstern ausgestellt waren. Diese Zerstreuung gestattete er sich regelmäßig nach Schluß der Vorlesungen, wenn er auf dem Hnmweg begriffen. war. Dann nahm er seine Richtung durch das Burg- oder Schottenthor, ließ sich, am Glacis angekommen, auf einer Bank nieder, und ergötzte sich ungefähr eine halbe Stunde lang am bunten Ge triebe, das dort herrschte: Luftschöpsende. Herren und Damen, balgende, spielende Kinder, die stramm daher-

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marschirende Trabantenwache, Spielzeugvcrkäufer, Orgeldreher, und noch allerlei andere nützliche und unnütze! Mitglieder der menschlichen Gesellschaft, die hier in lebhaftem Durcheinander an seinen Augen vorbeizogen. Nach dieser halben Stunde Ruhe ging er nach Hause, zur Arbeit. Er setzte sich an den kleinen Tisch und schrieb den Inhalt der Borlesung. d:n er eilig zu Papier gebracht, in's Reine. Diese Beschäftigung nahm zwei gute Stunden in Anspruch; hierauf versäumte er es nie, die Stellen, auf d'e sich der Vortragende bezogen, in seinen Büchern nachzuschlagen, zu vergleichen, und sich in's Gedächtniß zu präaen. Auf diese Weise wurde es Abend. Nun klappte er die Jücöer zu, brachte dieselben in Ordnung, und rannte mit seinem Bierkrügcl hinab, um dasselbe im gegenüberliegenden Ausschank füllen zu lassen. Käse, Wurst und Schwarzbrot hatte er immer auf eine Woche im Vor rath, mithin konnte er ohne Zeitversäumniß an's Abendessen gehen; wie das mundete, nach gethaner Arbeit! Herrlich ganz ausgezeichnet! War das Wetter schön, so machte er noch vor dem Schlafengehen einen kleineu Spaziergang; sonst blieb er zu Hause, las die Zeitung, die ihm fien Patz lieh, oder ein Buch, aus der Sammlung, welche ihn Frau Constantia Wumperl zum Abschied verehrt hatte. Natürlich blieben die TagebuchEinzeichnungen wie bisher die Schlußarbeit, der er sich unterzog, bevor er zu Bette ging. Prächtig vergingen ihm auch die Sonntage: Da gestattete er sich eine etwas längere Morgenruhe, dann stand er auf. frühstückte und schrieb seinen wöchentlichen Bericht nach Hause, entweder an die Eltern oder an Herrn Fummerer. Frau Constantia wurde natürlich auch nicht vergessen. In seinen Briefen sprach er immer vergnügt und hoffnungsvoll, und versicherte sei-

nen Lieben, daß er wie ein König lebe. Seine Schreiben nabmen oft vier, auch noch mehr Quartseiten in Anspruch. Sobald dieses Geschäft beendet war, ging es an eine Wiederholung der wäörcnd der Woche vorgenommenen Abschnitte, und hierauf nahm Andreas seinen Hut vom Haken und eilte so rasch ihn seine Beine trugen, nach der Stadt, um ja nicht das interessante Schauspiel der Ablösung der Burgwache zu versäumen. Er hörte Mit Begeisterung den ausgezeichneten Vorträgen des Militärorchesters zu. die1 dort auf dem Platze gratis zum Besten gegeben wurden, und dann ging es unte? klingendem Spiel, Andreas natür lich an der Spike, in die innere Stadt. Der Regimentstambour mit seinem großen Stock, und noch größeren Bart, war für ihn ein Gegenstand aufrichtigst:r Bewunderung, fast Verehrung. Das Mittagessen wurde mit wahrem Behagen eingenommen; am Sonntag qab s immer emen Kuchen und em Gläschen K-utscherwein" als Zugabe, und hierauf trat der Gesättiqte seinen Marsch in den Prater an. Dort hatte er 5!onzerte nach Herzenslust, wahre Ohrenweiden. die ihn selten mehr als ein Glas Bier kosteten. Theater und Cirkus hatte er einmal gesehen, es war entzückend gewesen. Eines fehlte ihm noch zur volltommenen Zufriedenheit: Die Möglichkeit, seine musikalischen Studien fortzusetzen. Einmal war er wohl in einen Klavierladen getreten, und hatte schüchtern gefragt, ob es nicht vielleicht gestattet sei. hie und da eine oder zwei Stunden zu spielen, er sei bereit, Entschädigung zu leisten, oder sich zu abonniren. 25a wohl nicht; aber teim Sie ein Klavier mtetyen wollen, so steh: Ihnen eins zur Verfügung." Gern. Wollen Sie mir den Preis sagen?" . Zehn Gulden pro Monat." Danke. Ich ich werde erst zu Hause abmessen, ob das Jnstrument Platz hat." Er hatte gehofft, daß die Sache im schlimmsten Falle auf 50 Kreuzer zu stehen kommen werde. So war ein Monat vergangen, und noch ein zweiter. Andreas begann nun doch nach und nach ?u bedenken, daß Alles auf dieser Welt ein Ende nimmt, auch sein Vorrath von Zwanzigguldenpäckchen. Noch vier .Wochen, und dann ? Bis jetzt hatte er sich nicht ernstlich um einen Nebenerwerb bekümmert. Wohl war der Universitäts-Portier von ihm gebeten worden, falls Jemand Lektionen suchen sollte, seiner zu gedcnken, aber der Mann hatte ein Dutzend Vormerkungen, Kandidaten, die vor Andreas gekommen, und welche mithin ein älteres Anrecht hatten, als er. Jetzt beabsichtigte er. sich, an eines der Bureaus zu wenden, vielleicht hatte er dort mehr Glück. Er faßte diesen Entschlust eines Abends, während er sein bescheidenes Mahl zu sich nahm. Wie eZ seine Gewohnheit war, griff er nachher zur Zeitung, und begann zu lesen. Er überflog ziemlich zerstreut den Inhalt, bis auf der letzten Seite seine Augen auf einer Ankündigung haften blieben: Mitarbeiter gesucht!! Das Wochenblatt ,Der kleine Freibeutcr'. wünscht mit einer Person in Unterhandlung zu treten, welche geneigt wäre, für die Redaktion Notizen zu sammeln. Dreistündige Arbeit tägliö genügt. Gutes Honorar. Blutgasse 16." DaZ ist Dein Fall!" sagte sich Andreas. Das traf sich ganz ausgezeichnet. Er konnte ganz gut täglich drei Stunden einer Nebenarbeit opfern

Schon des Morgens z. B. bot sich prächtig Gelegenheit dazu: Er war gewohnt, mit Tagesanbruch das Bett zu verlassen, und die Vorlesungen begannen nie vor acht Uhr, mithin waren zwei Stunden bereits zu dieser frühen Tagesstunde gefunden, und die dritte, die konnte er sich leicht Nachmittags oder Abends von seiner freien Zeit absparen: ' . statt des Spazierengehens, oder statt, der Lektüre, selbst nachher, wenn es sein mußte; er brauchte ja nicht schon um neun Uhr im Bett zu liegen, insbesondere wenn es Geld zu verdienen gab. Kaum war die erste Pause zwischen den Lorlesungen eingetreten, als er auch schon seine Schritt: nach der Blutgasse lenlte. Die Redaktion war im Hof untergebracht, wie eine an der Hausthür im Luftzug baumelnde Tafel verkündete. Andreas durchschritt den kleinen finsteren Hof, und gelangte an die gesuchte Thür. Es war ein kleiner, dunkler Raum, in den er trat, so dunkel, daß man sich mit einer Gasflamme die nöthige Helle zu verschaffen genöthigt war. Andreas, der vom sonnigen Tage in diese düstere Nacht hineingefallen war. vermochte anfangs nichts Anderes wahrzunehmen, als einen erstickenden Tabakqualm, hinter welchem selbst di? Flamme nur wie ein schwacher, von röthlichem und grünlichen Schein umgebener Lichtpunkt erschien. Erst nachdem ein frischer Qualm, wie aus einem kleinen Vulkan, aufgestiegen, und nachdem eine schnarrende Stimme gerufen: Womit kann ich dienen?" errieth er, nach welcher Seite des Gemaches er sich zu begeben habe: Ich komm wegen der Annonce." Bitte, mit Verqnügen," war dtt dienstbereite Antwort. Die Petitzeile kostet zwanzig Kreuzer, für gewöhnliche Anzeigen. Für .Pikantes' das Doppelte, für Mahnungen säumiger Schuldner je nachdem! mit Anfangsbuchstaben und Punkten: fünfzig für volle Namen: einen Gulden." Aber -" Ich weiß, was Sie sagen wollen," unterbrach Sex Rauchverhüllte, der dem Besucher wie ein entferntes Nebelbild erschien, Sie meinen, es sei dies etwas hoch geschraubt, doch bitte ich Sie zu bedenken, daß wir bei dieser legten Art von Annoncen persönliches Risiko tragen. Wir übernehmen für den Mahner alle Verantwortung, und müssen oft dem Anprall des hereintretenden Schuldners trotzen, der von uns Rechenschaft verlangt und " Aber -" Ich weiß, was Sie saoen wollen: Sie finden, daß die Redaktion ,a priori' für den Inhalt ihres Blattes verantwortlicb sei. daß sich das sozusagen als Fundamentalprinzip verstehe aber da muß ich sehnen " Gestatten Sie mir. Sie zu unterbrechen, ich " Bitte, bemühen Sie sich nicht; ich weiß, was Sie sagen wollen: Sie beHäupten, daß " .Bitte nein ick wollte sagen, da ich all das bisher Gesagte überhaupt nicht sagen wollte, sondern " Nicht? Nun. dann war es vermuthlich etwas Anderes, das Sie sagen wollten" versetzte die Stimme mit Ueberzeugung. Ja, ich wcllte bezüglich der Annoncen sprechen, laut welcher Sie einen Mitarbeiter suchen." Warum haben Sie das nicht sogleich gesagt, bester Herr?" Mich dünlt, Sie ließen mich bisher nicht recht dazu kommen. Also, ich wollte Sie fragen, ob ich Ihnen, meine Dienste als Mitarbeiter anbieten kann." Setzen Sie sich, junger Mann. So; wollen Sie mir nun Ihre Referenzen mittheilen: bei welchen Blättern haben Sie gearbeitet?" Bei keinem vorläufig das heißt doch; ich habe für den .Astronomen' meteorologische Berichte geliefert." Hm Liebhaberarbeit. Das war mehr eine Honorär-Mitarbeitcrschaft! Bemerken Sie wohl den Unterschied: Honorar und Honorar sind zweierlei; einem geschenkten Gaul schaut man nicht in's Maul wohl aber einem bezahlten, und " Der .Astronom' " Ich weiß, was Sie sagen wollen: der .Astronom' hat's nicht Noth Geschenke anzunehmen immerhin " Entschuldigen Sie. ich wollte sagen: Der .Astronom' zahlt überhaupt nicht Honorar, da er von einem Wissenschaftlichen Verein herausgegeben wird, der " Der nie Geld in der Kasse besitzt, wollten Sie sagen, nicht wahr?" Ich bedauere gestehen zu müssen, daß ich dies nicht zu erwidern beabsich-tigte."

Gut, dann nehmen wir an, daß es etwas Anderes war. Doch um wieder auf unsere Angelegenheit zurückzukommen: Es ist dies ein ganz anderes .genre.' mit dem Sie sich für uns zu befassen hätten und ich weiß nicht, oh Sie der Sacke aewacksen sind. " Mithin zweifeln Sie, daß ich mich nützlich machen ionne," versetzte Andreas sich erhebend. Warten Sie doch, junger Mann; setzen Sie sich. Mein Name ist Peter Sandviper. Haben Sie schon etwas darüber gehört? Nein? Dann ist Ihnen vielleicht einer meiner .noms de guerre' bekannter: .Gladiator' oder: ,Vischnu' oder: ,Torero' oder: ,Vitalienbruder?'" Andreas schüttelte den Kopf. Erlauben Sie mir, Ihnen zu bemerken, junger Mann, daß Sie derteufelt wenig in der Literatur zu Hause

in um i meinen.

Ich muß gestehen, daß " Bemühen Sie sich nicht, ich weiß, was Sie sagen wollen: Sie beabsichtigen, das Versäumte nachzuholen; das ist lobenswerth von Ihnen. Hier meine letzte Broschüre: ,Ueber das Widersprechen der Widersprüche in den Widersprüchen.' " Herr Peter Sandvipe? krabbelte eine Zeitlang in der Tischlade, dann schob er sie mit einem heftigen Ruck zu: 5fa so, ich vergaß ganz, daß sie konfiszirt worden ist. Doch das hat nichts zur Sache. Also, junger Mann, ich wollte Ihnen sagen, Sie sollen sich setzen, um zu erfahren, daß Peter Sandviper nicht der Mann ist. der junge, angehende Talente von seine? Schwelle, weist und aus diesem Grunde will ich Sie in die G heimnine unserer Redaktion theilweise

einweihen. Hier eine Nummer dest) .Freibeuter' und hier die Belege, auf welch: sich unsere Artikel sozusagen fußen: .Neu: freie Presse' .Ueber Land und Meer' .Magazin für die Literatur des In- und Auslandes' .LipziZer Jllustrirte' u. s. w. wie Sie sehen, die Elite unter den Stimmen deutscher Literatur " ein, aus der Ecke des Gemachs herübertönendes tiefes Grunzen unterbrach Herrn Sar.dviper in seiner Mittheilung. Was gibt's. Hippopotamus? Willst' einen frischen Umschlag?" Nein Pfeife" war die heisere Antwort. Andreas blickte erstaunt in die Richtung, wober die Laute gekommen. Er hatte sich genügend an die Nebelatmosphäre gewöhnt, um ein in der Ecke stehendes kurzes Sofa zu entdecken, auf welchem eine zusammengerollte menschlich: Gestalt lag; der Kopf war mit Leinenstreifen zu unförmlicher Dicke umwunden. Ein Opfer unserer letzten Mahnannonce, der arme Hippopotamus." erklärte SSnz Sandviper, eine Thonpfeife mit ellenlangem Rohr von der Wand loshakend. Hier, zufällig in dieser Nummer, findet sich die bewußte Anzeige. Lesen Sie. während ich dem armen Kerl das Nobr in den Ort zu stecken versuchen werde, den man früher .Mund' nannte. Ter ganze Kopf ist greulich geschwollen!" Der Sprecher erhob sich, und schritt dem Diwan zu. Andreas las: Nachdem Herr Rittmeister Hannibal von Sporn, trok verpfändeten Ehrenwortes, seinen Wechsel, lautend auf zehntausend Gulden, bis heute nicht eingelöst Hai, wird er mit Gegenwär tigem benachrichtigt, daß die gerichtlicken Schritte gegen ihn eingeleitet sind." Nicht wahr, im Grunde genommen, gar nicht so arg?" sagte Herr SandViper, sich wieder an den Tisch setzend. Leider aber stellte sich heraus, daß der Rittmeister Niemandem etwas schuldcte. und daß das Ganze ein Racheakt war. Die Rache eines Kommis, dem der Kriegsmann die Schöne abwendig gemacht Hai. Nun. der arme Hippo poiamus (es ist dies sein Pieuoonym er heißt eigentlich Ullrich Staberl) hat diesmal das Bad ausgießen müssen. Im Grunde genommen ist's begreiflich, daß die Sache dem Rittmeister zu Kopfe stieg und dem armen Teufel dort auch!" mit einem wehmüthigen Blick nach dem Opfer. Er hat ihn schändlich zugerichtet die ganze Physiognomie ist verdorben! Sehen Sie. junger Mann, das ist auch dzr Grund, aus welchem ich 'genöthigt war. mich um cinen provisorischen Mitarbeiter umzusehen, und die Annonce " Andreas wurde es bei dieser Eröffn nung unheimlich zu Muthe: Ick glaube, Ihnen gestehen zu müssen " Ich weiß, was Sie sagen wollen: Sie glauben mir gestehen ?,u müssen, daß nach Ihrer Ansicht die Helden und Märtyrer der Literatur einen, der ersten Plätze in der Ehrcnhalle der Weltcivilisation einzunehmen hätten. Sie haben recht, junger Kollege aber glauben Sie mir. die Zeit wird schon noch kommen." Verleihen Sie. wenn ich Sie wieder unterbreche aber ich glaubte Ihnen gestehen zu müssen, daß ich mich für die Mitarbeiterschaft an Ihrem Blatte leider nicht eigne, denn " Sie sind bescheiden das gefällt mir an Ihnen." Denn meine Zeit ist nur karg bemessen," setzte Andreas diesmal unkeirrt fort auch wäre es mir ganz unmöglich, mich, hier in der Redaktion niederzulassen, denn ich besuche die Vorlesungen auf der Universität. Außerdem wollte ich unter keiner Vcdingung an den Annoncen des Blattes betheiligt sein." mit einem scheuen Blick nach der Sofaecke. Beruhigen Sie sich, mein Besier. das läßt sich vielleicht arrangiren. Wie ich Ihnen schon bemerkt, ist's bei mir Prinzip, junge Talente nach besten Kräften w poussiren; Sie wollen doch poussirt werden?" , Das heißt, wenn es nicht von seiten des gemahnten Schuldners geschieht." (Fortjetzung folgt.) Brutaler Ehemann. Der Bergmann Marwiöe aus Unna. Westfalen. wurde wegen fortgesetzter schwerer Mißhandlung seiner Frau zu vier Jahren Gefängniß verurtheilt ; die Frau war schließlich, als der Mann mit einem Lederriemen auf sie einschlug, in ihrer Angst zum Fenster herauögesprungen und starb infolge der dabei erlittenen Verletzungen.

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