Indiana Tribüne, Volume 30, Number 104, Indianapolis, Marion County, 22 December 1906 — Page 6

Jttdeana Tribüne, 22. Dezember 1906

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Europäische Nachrichten. Hesterrichgarn. Wien. Der 34jährige Naturblumenhändler Joh. Paul Petlach hat sich wegen finanzieller Schwierigleiten in seiner Wohnung aus einem Revolver zwei Kugeln in den Kopf gejagt und ist noch vor Ankunft der Aerzte der Rettungsgesellschast gestorden. In der Gumpendorferstraße stürzte die 30jährige Hilfsarbeiterin Viktoria Tößl, als sie einem Stellwagenvorreiter ausweichen wollte, mit ibrem sieben Wochen alten Söbncben Karl, das sie am Arm trug, zu Boden. Die Frau erlitt mehrfache Hautabschürfungen, das Kind eine Nervenerschütterung. In der Station der Rettungsabtheilung wurden Mutter und Kind entsprechend behandelt. Kürzlich trank hier der 45jährige Anstreichermeister Karl KaniTvsky Laugenessenz. Er wurde in's Wiedcner Krankenhaus gebracht und ist dort bald nach folgtet Aufnahme gestorben. Das Motiv der That ist unbekannt. Der General-Auditor d. R. Jgnaz Edler v. Proschek beging kürzlich in Mödling mit seiner Gemahlin Charlotte das Fest der goldenen Hochzeit. General-Auditor v. Proschek war durch ' viele Jahre Vorstand der IV. Abtheilung des Reichskriegsministeriums und erfreut sich in Armeekreisen größter Beliebtheit. Dem derdienten General wurden mannigfache Ehrungen erwiesen. In Jnterlaken wurde der Kurgast Landesgerichtsrath Schindler von hier auf dem Terrain der im Bau begriffenen Harderbahn von einem Stein getroffen, der sich infolge eines Sprengschusses losgelöst hatte. Schindler starb bald darauf im Krankenhaus. Seine Frau, die sich im Augenblick des Ereignisses neben ihm befand, blieb unverletzt. Der Zuganz zu dem genannten Terrain war verboten. B r a u n s e i f e n. Letztens ist hier der Dachstuhl des dem Franz Rauer gehörigen Wohnhauses einem Brande zum Opfer gefallen. Igels. Vor kurzem starb hier der Feldzeugmeister Ludwig Fabini im Alter von sechsundsiebzig Jahren. Klaqenfurt. Die 22jährige Försters'tochter Anna Stossier hier beging aus Verzweiflung darüber, daß ihr Vater ihr die Einwilligung zur Ehe mit dem Leutnant Bronar im 17. Jnfanterie-Regiment versagte, einen furchtbaren Selbstmord. Sie lud das doppelläufige Jagdgewehr ihres Vaters und drückte beide Häl.ne gleichzeitig gegen ihren Kopf los. Der Schädel wurde vollständig zertri.mmcrt. Als der Vater des Leutnants, der Oberlandesgerichtsrath Bronar, die Nachricht vom Tode des Mädchens erhielt, stürzte er vom Herzschlag getroffen todt nieder. Revo. Vor einiger Zeit ist unser Ort zum größten Theil niedergebrannt. Innerhalb kurzer Zeit sielen 15 Häuser den Flammen zum Opfer. Der Schaden beträgt Million. Salzburg. Der Dichter Adolf Bekk.ist !m Alter von 76 Jahren in Bad Gastein gestorben. Schn?eiz. f A r b o n. Letztens ist an der Friedenstraße das 2jährige Knäölein des Andreas Kastner, Waschanstalt, das einen Augenblick allein hinter dem Hause war, in einem offenen Wassersammle? ertrunken. Die von ärztlicher Seite vorgenommenen Wiederbelebungsdersuche blieben erfolglos. Bürg len. Der seit längerer Zeit vermißte Landwirth Kaspar Herger wurix kürzlich in der Nähe von hier todt aufgefunden. Die Untersuchung hat ergeben, daß er von Familienangehörigen im Streit erschlagen worden ist. Die Leiche wurde in die Reuß gemorsen. Herger stand im Ruf eines streitsüchtigen Mannes. Murren. Bei Mllrren ist der 40jährige ledige Peter Bischoff von Gimmelwad abgestürzt. Da die Leiche in einem tiefen Felssprung hängen blieb, mußte die Bergungsmannschaft am Seil 100 Meter tief hinabgelassen werden. S a m a d e n. Bei der Feier der Eröffnung der Vovalhütte in der Nähe von hier, an der 110 Personen theilnahmen, ist beim Heimweg der 60jährige Führer Johann Peter Schmid von Pontresina abgestürzt. Er wurde so schwer verletzt, daß er nach kurzer Zeit starb. Silvaplan a. Hier starb an den Folgen eines Schusses, der ihm beim Jagdgewehrreinigen den Oberschenke! durchbohrte und der eine Blutvergiftung herbeiführte, Pfarrer Domenic Pünchera. Zürich. Schuhmacher Max Baumgart wird seit längerer Zeit vermißt. Er hatte angegeben, den Gl'ärnisch besteigen zu wollen. Liurttnvurg. Luxemburg. Dieser Tage hat Herr Robert Brasseur, Advokat und Deputirter, das den Erben des Frl. A. Augustin gehörige Haus mit Garten in der Eicherbergstraße zum . Preise von 65.700 Francs aus freier Hand angekauft. .Bonne weg. Hier starb nach neunmonatlichem schmerzlichen Kran kenlager der auf dem hiesiaen Elektrigitätswerk verunglückte Mich. Ernster im Alter von 23.JaZren.

Die Einziehung französischer

bunten. Pariser Nachrichten zufolge werden augenblicklich die kleinen FünfzigCentimesstücke mit dem Bilde Napoleons III. aus dem Verkehr zurückgezogen. Sie haben eine Lebensdauer von genau 50 Jahren gehabt, ebenso lange, wie die entsprechenden Münzen aus der Zeit Louis Philipps und der Restauration, die vor einigen Jahren eingezogen worden sind. Ein gleiches Schicksal steht den Ein- und ZweiFrancsstllcken bevor und nur die Fünf - Francsstücke werden vorerst im Umlaufe belassen, bis die Genfer Münzconvention, die in einigen Iahren wieder zusammentritt, ihre Entscheidung auch darüber fällen wird. Die Goldmünzen bleiben dagegen im Verkehr, unbekümmert darum, aus welcher Zeit sie stammen und wessen Bild sie tragen. Einzelne von ihnen sind im Laufe der Jahre so selten geworden, daß sie, obwohl noch im Kurse, dennoch nur mit hohem Aufceld erworben werden können und jetzt schon für Sammler einen begehrten Erwerb bilden. Als sich der König von Kambodscha. Sisawath. im letzten Sommer in Paris aufhielt und gelegentlich auch den Wunsch äußerte, die sämmtlichen französischen Münzen seit der Revolution kennen zu lernen, sah sich die Regierung, um den Wunsch ihres königlichen Gastes zu erfüllen, bei Antiquaren und Händlern nach einzelnen Münzen Nachfrage halten zu lassen und einige Napoleons", die ihr auf diesem Wege besorgt wurden, kosteten ihr 1000 bis 1500 Francs. Interessant, Vastardpferdezucht. Das gestreifte Pferd, welches man unter demNamen Zebra kennt, ist heutzutage sehr selten qeworden, obwohl es nach der Ansicht Vieler der Vorfahre aller Pferderassen war. Aber einige amerikanische Züchter sind mit Versuchen beschäftigt, aus dem reinblütigen Zebra und allerhand Pferdegattungen Mischsorten zu gewinnen, von denen sie sich Großes versprechen. Die Spröß. linge dieser Mischungen nennen sie Zebroide". Auf afrikanischem Boden sind schon früher solche Versuche gemacht worden, und der Erfol soll ein sehr befried!gender sein. Aus Afrika theils aus dem südlichen Ende des dunklen Kontinents. theils aus Abessinien sind auch die Zebras für vorliegenden Zweck importirt worden. Einstweilen werden dieselben sorgfältig gepflegt. Noch einige, die wild gefangen wurden, sollen im nächsten Frühjahr eintreffen. Es sind lauter junge Thiere, etwa 6 Jahre alt. was bei den Zebras, welche unter xKtn Verhältnissen an die 50 Jahre leben, in der That ein sehr jugendliches Alter bedeutet; sie sind denn auch lebhafter und spiellustiger, als gewöhnliche junae Füllen! Nachdem sie genügend eingebürgert sind, sollen sie mit Stuten von Vollblutpferden. Burros. Mustangs usw. gepaart werden. Von der Nachkommenschaft, den Zebroiden, erwartet man auf Grund jener afrikanischen Erfahrungen, daß sie viel stärker und kräftiger, als das qewöhnliche Pferd, sein, doppelt so lange leben und rüstig bleiben und in jeder Beziehung die Leistungsfähigkeit der Pferde erreichen, in manchen sie vielleicht übertreffen werden. Man hofft namentlich, daß sie die besten KAtschirpferde machen. Und überhaupt wird den Zebroiden unzewöhnliche Ausdauer unter allen möglicht Strapazen nachgerühmt. Manche mögen sogar auf der Rennbahn große Ehren erringen doch ist dieser Punkt noch nicht m's Auge gefaßt worden, und alles Obiae ilt nur für den Vergleich mit guten Pferden in alltäglichen Arbeitsverrichtungen, will aber gewiß sckon viel heißen. Der Geldwerth eines solchen Zebroids wird auf 800 bis 1000 Dollars veranschlagt, -und eine erfolgreiche Massenzucht mag überaus lohnend werden. Bei diesen Experimenten soll noch eine andere Frage praktisch untersucht werden, nämlich: Ob die Annahme einer sogenannten Telegonie" (FernGeburtseinfluß" könnte man das Wort übersetzen) auf Wahrheit beruht. Sehr viele Pferd- und sonstige Thierzüchter glauben nämlich, daß. wenn ein Weibchen erst mit einem Männcken anderer Gattung, aber von derselben großen Familie gepaart wird, und dann später mit einem Männchen seiner eigenen Gattung, auch die zweite Nachkom menschaft derjenigen vom ersten Stammvater" ähnlich ist. Wie gesagt, viele Züchter nehmen eine, solche Telegonie an und wollen nicht nur bei Pferden, sondern auch z. B. bei Kaninchen ind Tauben schon Anhaltspunkte dafür gefunden haben. Die Wissenschaft indeß, soweit sie sich bis jetzt damit befaßt hat, verhält sich fast durchweg ablehnend gegen eine solche Theorie. Einstweilen wird man gut thun, diese Frage als eine offene zu behandeln. Die afrikanischen Zebroidenzüchter haben derselben keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt; wohl aber soll dies in unserem Lande geschehen. Die Schweiz exportirte in 1905 für Z22,400,000 Seiden-

And du bist weit. Bon Margarete Stadler. Und nun bist du gegangen. Unten schließt sich die Hausthür, und der dumpfe Klang dringt bis in mein stilles Zimmer, das der matte Schein der grünverschleierten Lampe trübe erhellt. Und durch das langgezogene Heulen der elektrischen Bahn tönt mir der kalte, harte Hufschlag der Pferde und das Räderrollcn des Wagens, der dich zum Bahnhof führt. Ich sehe über den dunkeln Wipfeln des Stadtparks den hellerleuchtcten erhöhten Schienenweg. endlich auch, schwarz vom NachtHimmel sich abhebend, den Zug im sausenden Davoneilen. Jetzt können dich meine Gedanken noch begleiten, diese lange, schlaflose Nacht hindurch, in der jeder Athemzug ein Erinnern ist, wie in der vergangenen jeder Herzschlag Erwartung war. Morgen scheint eine andere Sonne, eine fremde, kalte, die uns nicht zusammen leuchtete. Und eine öde fremde Stadt liegt dann vor mir. durch deren Stra ßen wir nun nicht mehr zusammen wandern. Dann führt uns wieder der eherne Stundenschlag durch des Alltags nüchterne, farblose Dämmerung, dann gehöre ich wieder meiner Arbeit, von der sie sagen, daß sie befriedigend sei. und du der Frau, die dein Sorgen und Schaffen nicht theilt, und deinem zarten Kinde, dieser einzigen, dieser Passionsblume auf deinem Wege ! Mir summt ein altes Lied durch den Kopf. Ein Tag im Jahre ist den Todt:n frei ! heißt die Tcztzeile. deren schlichte Melodie ich nicht aus den Gedanken los werde. Und so fordern auch wir beide, du und ich, deren Leben in Leid und Sehnsucht erstarrte, diesen einen einzigen Tag. Er ist in ruhigen Gesprächen derstrichen. Wir haben ein Museum durchwandert und sind über die breiten Wege des Stadtparks geschritten, wo zu unscren Füßen das welke Laub raschelte und der Blick in bunten glühenden FarUn versank wie in einem Meer. O diese letzten Herbsttage, dieses sehniüchtige Aufflammen, Lohen und Glüken der sterbenden Natur, der hellblaue Himmel und die kühlen blassen Sonnenstrahlen, die er versendet, damit die tcdesbange Erde in dreifach lechzender Sehnsucht zu ihm aufblicke, angesichts der Winterstarre noch träumend von Fri'.hlingslüften und Sommergluth; sie geben einen so wundervoll geeignetcn Hintergrund zu diesen wenigen gemeinsamen Stunden, die uns beiden gehörten. Nein, die wir uns stahlen ! Wir haben von Nahem und Fernem gesprochen, du hast meine Skizzenbüeher durchblättert und in der Dämmerstunde auf meinem Flügel gespielt, nachdem wir zusammen von meinem Fenster aus die Sonne in rother Gluth über den bunten Wipfeln und dem breiten Fluß versinken sahen. Und endlich haben wir. wortlos einander gegenüber sitzend, zusammen in die blauen zuckenden Spiritusflämmchen unter dem kupfernen Theekessel gestarrt, die seltsamen Widerschein auf dem blanken Metall weckten. Und wir schwiegen alle beide, aber wir verschwiegen diese! ben Worte, und eö war eine wehvolle Seligkeit, zusammen schweigen zu dürfen. Und standen beim Lebewohl lange, lange, Blick in Blick und Hand in Hand. Uns schmerzt das Scheiden nicht, weil nichts, nichts auf der Welt unsere Seelen von einander lösen kann, sagtest du endlich ernst. Und ich erwiderte mit festem Ton : Nein, es schmerzt nicht. Aber ich mußte der Arria gedenken, die lächelnd den Dolch in ihr Herz grub, damit auch der Geliebt nicht zittere. Denn selbst das Lächeln that mir fast körperlich weh, das ich auf meine Lippen zwang. Und nun bist du weit. Und wie die Sonne, deren Verglühen wir heute schauten, auf den schimmernden Wellen verblutete, so zittert durch mein Herz alles tiefe Fluthen und heiße Glü. hen des verstrichenen TageS. Und so still und ernst er verlief : wir haben dennoch zusammen viel schwere Gedanken'chuld zu beichten. Alle sieben Todfünden sind in uns aufgewacht. UebergroßeS. Zeit und Ewigkeit ver. gessendes Vollgenießen im Empfinden eines Augenblickes, der Jahre vorwegnahm, während eines des anderen Blick trank und im Klang der geliebten Stimme schwelgte ; bitterer Zorn und Haß und nagende Rachsucht gegen Menschenordnung und Menschengesetz. Unsühnbarer aber als alles andere brennt in unserer Seele die Schuld des MordeS an unserm besten höchsten Selbst, an unsern vollen Lebens-, Wollens- und Strebenskraft, der Gedanke an den qualvollen Hungertod, zu dem wir unsere Liese verdammen, trotzdem wir wissen, daß sie. erst mit unserem Leben endet. Und es ist mir, als sähe ich die Meltordnung" wie einen ungeheuren Moloch ragen, in dessen unersättlichen Schlund wir unser Heiligstes werfen. Jenes alte Lied summt mir durch den Kopf, und ich werde die schlichte eintönige Melodie nicht aus dem Gedächtnis los Und du bist weit tm Fetaler Schreibfehler. (Aui einem RedaktionSbrief.) ... und so machen wir Ihnen die erfreuliche Mittheilung, dah wir Ihre lyrischen Gedichte sofort nach Erhalt in den Dreck (Druck) gethan haben."

Ausländische Nachrichten

Die Leiche mit den Brilkanten. Im Walde von Loricnt. an der belgisch-französischen Grenze, fanden zwei Arbeiter, die Pilze suchten, unweit der Waldesgrenze die Leiche einer elegant gekleideten, ungefähr 50 Jahre alten Dame. An den Fingern der Todten saßen zwei große Brillantringe, und die Ohren zierten Brillantohrgehänge. Die von der Polizei sofort angestellten Untersuchungen ergaben, daß es sich um eine sehr wohlhabende Frau aus Brüssel handelt. Sie war bei ihrem Schwiegersohne, der in der Nähe, von Loricnt ein großes Gut besitzt, zu Besuch gewesen. Nach einem heftigen Streite verließ sie das Besitzthum und erzählte einem Förster, daß sie quer durch den Wald nach dem nächsten Bahnhofe gehen wollte. Unterwcgs' hat die Bedauernswerthe sich in dem tieefen Walde anscheinend verirrt und ist, da sie weder den Ausgang, noch auch Menschen antraf, Hungers gestorben. Das unverkäufliche Loos als Haupttreffer. Auch die Haupttreffer der Lotterien haben mitunter ihre Schicksale und ihre Launen. So ist der Haupttreffer der Lotterie der deutsch-böhmischen Ausstellung Reichcnberg 1906", der in einem Brillantschmuck im Werthe von 20.000 Kronen bestand, den Ausstellungsuntcrnehmern selbst zugefallen, in deren Besitz sich die Glücksnummern 47,189 befand. Und das kam so: Dreißig Loose der Lotterie waren einer ZigarrenNiederlage in Wien zum kommissionsweisen Verkauf übergeben worden. Die Inhaberin des Geschäfts verkaufte davon 29 Stück, mußte aber das dreißigste am Tage vor der Ziehung als unverkäuflich nach Reichenberg zurückschicken. Aber gerade auf dieses dreißigste Loos fiel der Hauptgewinn. Eine geheiuinißvolle Bergiftungsgeschichte. Ein recht sonderbarer Fall beschäftigt die Polizei in Pforzheim. Am 26. September d. I. wurden der 68 Jahre alte Tagelöhner Enghofer, sein 20 Jahre alter Sohn Friedrich und sein sieben Jahre alter Sohn Josef in ihrer Wohnung aufgefunden, anscheinend erkrankt infolge von Vergiftung. Die Söhne erholten sich wieder, der alte Enghofer mußte jedoch nach dem Krankenhaus gebracht werden. Nach seiner Entlassung aus diesem wurde eine Untersuchung gegen ihn eröffnet, diese aber wieder niedergeschlagen, da man in ihrem Verlaufe zu der Anschauung gelangte, es liege eine Vergiftung vor, die durch grobe Unreinlichkeiten in den Eßgeschirren hervorgerufen worden sei. Seit dem letzten Sonntag hatte man den alten Enghofer und seinen Sohn Friedrich nicht mehr gesehen. Die Kriminalpolizei, öffnete nun die Wohnung und fand beide auf dem Fußboden liegend vor. Die ärztliche Untersuchung ergab, daß sie an Vergiftung gestorben seien. Das weitere werden die gerichtlichen Ermittlungen ergeben. Der Wittwer und seine Schwiegermutter. Ein hübsches Gcschichtchen, das der große englische Schauspieler Henry Jrving gern zu erzählen pflegte, gibt jetzt der Gaulois" wieder : In Dublin sollte eine junge Frau begraben werden. Der Begräbnißunternehmer, der genau wußte, was sich schickte, arrangierte die Beerdigung nach allen Regeln de Bestattungsetikette. Geschäftig näherte er sich dem Wittwer: Sie, mein Herr, fahren natürlich mit der Mutter der Verblichenen?" Was? Ich? Mit meiner Schwiegermutter? Niemals!" Aber, mein Herr, ich geb: Ihnen die Versicherung, daß das fein muß! Gegen diese-feststehende Regel laßt sich nicht ankämpfen . . . l" antwortete' der Unternehmer voll Entsetzen. Ab der mttnm blieb fest: Ich fahre nicht Schluß!" Der Unternehmer unterbreitete nun den unerhörten FaV den intimen Freunden des jungen Mannes. Die Freunde umringten den Mann, der seine Frau verloren hatte, und machten ihm Vorwürfe. Ab, Junge, es muß doch sein, es ist durchaus nothwendig!" Will nicht mit meiner Schwiegermutter fahren ! Niemals !" ' Na ja, wenn du nicht willst, willst du nicht. Aber überleg' dir im voraus, daß man nachher, wenn man dir's vorwerfen wird, alles als Schimpf für die arme Verblichene auffassen dürfte. Du hast sie lieb gehabt. Jack; wir wissen alle, daß du sie lieb hattest, und du wirst doch wohl das nicht wollen?" Dieses Argument wirkte. Er gab dem Unternehmer ein Zeichen und zog seine schwarzen Handschuhe auf. Als er dann zum Wagen schritt, drehte er sich noch einmal zu seinen Freunden um und sagte mit leiser Stimme: Ich thue es, weil Ihr sagt, daß es sein muß, und für die Acrmste, die jetzt dahin ist . . . aber Ihr habt mir den ganzen Tag verdorben!" SäuslicheS Glück. Ä.: Nun, wie geht es Dir im Jura gen Ehestande?" V.: Ausgezeichnet! Danke der gütigen Nachfrage! Habe es sogar schon zu einem eigenen Krematorium gebracht, seitdem ich verheirathet bm!" A. : Nanu, wie soll man daZ verstehen ?" B. : Seitdem mein Frauchen am Herde schaltet, werden alle Hase, Enten, Gänse und waß sie sonst iu den Ofen steckt, glücklich verbrannt.

Emc Mahnung. Tie ..Prediger der Unzufriedenheit" in der Vstschaft des PritsiSenteu. In der Behandlung von Kapital und Arbeit, von Fragen betreffend die Korporationen und Gewerkschaften, verdient eine Sche mehr' als alles andere hervorgehoben zu werden, nämlich der unendliche Schaden, den Prediger der Unzufriedenheit anstiften. Es gibt Menschen, welche einen, heftizn Klassenhaß gegen alle Reichen anzuschüren suchen. Sie trachten darnach, kluge und zweckdienliche Bewegungen, die auf eine bessere Kcntrollirung der Korpor'ationen, sowie auf Beseitigung der Mißbräuche, welche der Reichthum gezeitigt, hinzielen, in eine Kampagne hysterischer Aufregung und Lüge zu verwandeln, die in der Aufreizung der brutalen Instinkte der Menschen zur Raserei .ihren Zweck findet. Die unheilrollen Demagogen und thörichten Schwärmer, die stets zur Jnaugurirung einer solchen Zerstörungskampagne bereit sind, suchen manchmal an Diejenigen sich anzuschließen, die eine wirkliche Reform in Regierungs- und sozialen Methoden erstreben, und manchmal treten sie auch in der Maske eines solchen Reformers auf. In Wirklichkeit sind sie jedoch die schlimmsten Feinde der Sache, die sie zu fördern vorgeben, gerade wie die Anzettler sensationeller Verleumdungen in den Zeitungen oder Zeitschriften als die schlimmsten Feinde aller Männer sich erweisen, die auf ehrliche Weise bestrebt sind, die Mißsiände in unseren sozialen und Regierungs-Systemen auszumerzen. Korruption wuchert nirgends so üppig wie in Gemeinwesen, in denen der Demagog und der Agitator das große Wort führen, weil in solchen Gemeinwesen alle moralischen Bande gelockert werden, und Hysterie und Sensationssucht den Geist des gesunden Urtheils und unparteiischen Handelns zwischen Mann und Mann ersetzen. In der Rebellion gegen den so hervorgebrachten unsauberen Anarchismus werden sich die Massen schließlich doch irgend einem Führer zuwenden, der die Ordnung wieder herzustellen vermag, und dann wird das Gefühl der Erleichterung, der Befreiung von den unerträglichen Bürden des Klassenhasses, der Eewaltth'ätigkeiten und Demagogie, sich auflehnen gegen alle weiteren Versuche zur Erregung von Unwillen gegen die Missethaten der Reichen, so daß die Mißbräuche. welche zum Theil die ursprllnzliche Erhebung veranlaßten, auf's Neue zum Vorschein kommen werden. Tie einzige Hoffnung auf Erfolg für unser Volk liegt in einem entschlossenen und furchtlosen, dabei aber verständigen und überlegten Vormarsche auf dem Pfade, den dieser Kongreß letztes Jahr vorzeichnete. Eine beharrliche Weigerung, in die Gefolgschaft jener gemeinen Kreatur zu treten, die an die niedrigsten Instinkte der Massen appellirt. um einen Theil Amerikaner gegen ihre Mitmenschen aufzuhetzen, oder jener anderen ebenso gemeinen Kreatur , die. getrieben vom Geiste der Habsucht, oder des Verlangens, den angehäuften großen Reichthum noch zu vermehren, ihre amerikanischen Vrüder, ohne Rücksicht auf deren geistiges und leibliches Wohl, auszubeuten tracht:t. Der Mann, der andere verführt, um ein hohes Amt zu erlangen, ist nicht besser als der Mann, der andere sinanziellen Gewinnes wegen vom Wege der Pflicht ableitet: und wenn Haß gesäet wird, kann nur Böses geerntet werden. Tie einfachen Leute, welche denken die Handwerker. Farmer, Kaufleute, Arbeiter mit Kopf oder Hand, die Männer, denen die amerikanischen Traditionen theuer sind, die ihr Vaterland lieben und ihren Nebenmenschen gegenüber anständig zu handeln sich bemühen. sollten stets dessen eingedenk sein, daß der ärgste Schlag, der der Volksregierung versetzt werden kann, der ist, einen unwürdigen und böswilligen Agitator auf einer Plattform der Gewaltthätigkeiten und Heuchelei zu erWählen. Fahnenflucht in' der Armee. Die Zahl der Desertionen in der Bundesarmee nimmt nach dem jüngsten Jahresbericht des Militärsekretärs, Generalmajors Ainsworth, ständig zu und stieg während des letzten Fiskaljahres auf 6258. Diese Zahl beträgt 7.4 Prozent der gesammtcn Mannschaften der regulären Armee und ist um 1 bis 3 Prozent höher als in früheren Jahren. Der Bericht ergibt auch, daß der Prozentsatz der Desertionen unter den weißen Soldaten etwa viermal so groß ist, als unter den vier Regimentern, welche sich aus 'Negern zusammensetzen. Von den Fahnenflüchtigen im letzten Jahre wurden 1053 wieder ergriffen oder stellten sich freiwillig. Milder Winter prophezeit. In Verwick. Pa.. wurde dieser Tage eine Anzahl Blackbirds und Robins gesehen, und alte Bewohner der Gegend sagten, dies sei ein sicheres Anzeichen eines milden Winters und frühzeitigen FrühZahrs. Gewöhnlich verschwinden diese Vögel in jedem Herbst mehrere Wochen früher von dort als dieses Jahr. Ter deutsch-franzosische Krieg hat dem Christbaum Eingang in Frankreich verschafft. Vor 1870 traf man dort die Weihnachtstanne nur vereinzelt in Familien an, die Verbindungen mit Deutschland hatten.

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