Indiana Tribüne, Volume 30, Number 103, Indianapolis, Marion County, 21 December 1906 — Page 7
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g!l!ll!l!II!!l!!lll!lll!IIl!i;i:i:!ll!i!!ll!!!I!!!!inni!!!iniiH Hnderl Roman von I A. G. von Suttner l:!IIIllIIIII!I!!i'I!!IIII!!IIl!I!!I!II!III!II!!IIIIIIII!!IlIII (Fortsetzung.) Trotz diestr Verminderung blieben noch immer öreizehn, welche im Inneren des Fuhrwerks unterzubringen lrarenj Ter öerr Pfarrer wetterte.
J und berief sich auf die Regel, welche nur das Dutzend zuließ, dann verlangte er. man solle den Postmeister rufen. ,aber der Postmeister war abwesend, und der Stallmeister, der dessen Stelle vertrat, erklärte, daß kein Gesetz auf der Welt enstire, welches der Postverwaltung gebot, eine beschränkte Zahl in ihrem Wagen unterzubringen. Als -r " 4. t I
1 aber nun oer Hocywurolge oroyie, oen aU in der Mittelstraße oder gar im Wiener Vaterland" zu besprechen. hätte der Stallmeister sich fast emschüchtern lassen, wenn der Gelbsüchtige nicht ärgerlich bemerkt hätte, daß die Zeiten vorüber seien, wo man derlei Blätter noch lese. Gott sei Dank, man war jetzt liberaler, und ließ sich nicht rnefjr durch ultramontanes Zeitungsgewäsch an der Rase umherführen; übrigens lautete das Sprichwort: Wer zuerst kommt, der mahlt, und wie es ihm schien. war:n Alle früher dagewesen. als der Herr Pfarrer! Nachdem der Gelbe seiner Galle freien Lauf gelassen hatte, verfiel er rn neses Zchweiqen. aus welchem ihn nicht einmal verschiedene unhöfliche Worte des entrüsteten Pfarrherrn herauszubnnM vermochten. Rothe Republika'er, teuselsanbetenöe Demokraten, christenfeindliche Wühler mchts von lledem konnte den Anderen aus semer inlteren Rübe brinaen. und so fab sich enn der streitsüchtige Pfarrer bexnüßigt. sich nach einem anderen Opfer Umzusehen. Dieses hatte sich schnell gefunden: Nach dem blassen Fremden peutend, .rief er: Der is nach mir g'komm'n!" Diese Behauptung war richtig, und cer Bezeichnete schien so überzeugt von der Gerechtigkeit, daß er sich wirklich anschickte, den Wagen zu verlassen, als noch rechtzeitig der Urlauber" erklärte, daß es ihm herin eh z' heiß" wäre, und daß er trachten werde, neben dem Rutscher, oder im Nothfalle auf'm Dach a Platzrl" zu finden. So war denn endlich die Sache zur allgemeinen Zufriedenheit geordnet, und der Wagen konnte sich wieder in Bewegung setzen. Ter Pfarrer nahm eine beruhigende Prise, und richtete sich dann behaglich in seiner Ecke ein. Neben ihm saß der Eetreidehändler. gegenüber Andreas, an dessen Seite der blasse junge Mann Platz genommen hatte, während der Gelbsüchtige sich stumm in seine Ecke, knapp neben der Thür drückte. Der Körnerhändler schielte etwas befangen nach seinem geistlichen Nachbarn. dem der Schnupftabak auf Abwege gerathen sein mochte, denn er schnaufte und pustete in ganz unerhörter Weise. Erst nachdem das, einen Meter im Geviert haltende blaue Taschentuch zu Hilfe genommen worden, beruhigten sich nach .und nach die entrüsteten Athemswerkzeuge. Der Hochwürdige ballte das Taschentuch künstlich auf ein kleines Volumen zusammen und ließ dann einige Worte gegen seinen Nachbarn über Fechsung, Weir.preise, Markt u. f. w. fallen, um schließlich in ein politisches Gespräch überzugeben. Der Händler, welcher sich im Lauf der Unterhaltung als ein Katholischer" erwies, wurde mit einer Prise beehrt, und dann begann der Pfarre? über die neuen Ideen zu klagen, die sich plötzlich von den Städten aus auf's Land verbreiteten und dort mehr Schaden als die Pest anstifteten. Allenthalben gab es jetzt Wühler und Hetzer, die das bisserl Glauben," das noch blieb, zu unterdrücken suchten, man hätte fast vermuthen mögen, der Antichrist habe seinen Einzug gehalten, aber die gute Sache mußte doch endlich siegen. Die Hauptfeinde waren die Saujudcn" mit ihren neuen Seitungen, doch außer diesen auch noch Andere, denen übrigens der Satan mit seinem hollischen Schwefel das Gesicht gezeichnet." mit einem scheelen Blick nach dem Gelbsüchtigen derer man aber auch noch bei Zeiten Herr werden würde!... Nachdem dieser Meinungsaustausch ungefähr eine starke Stunde hindurch gedauert hatte, lehnte sich der Hochwürdige in seine Ecke, um ein Schlaseil" zu machen, und auf einige Zeit die Schlechtigkeit der gegenwärtigen Welt zu vergessen. Andreas sprach einige Worte mitseinem bleichen Nachbarn, der ihm mittheilte, daß er Schauspieler sei. Leider war er krankheitshalber gezwungen gewesen, seine Stelle als erster Liebhaber am Znaimer Theater aufzugeben; nun war aber sein Zustand in Besserung begriffen, und er unternabm die Fahrt nach Wien, um ein Engagement beim Burgtheater anzutreten. Andreas erfüllte diese Nachricht nicht mit dem ihr gebührenden Respekt, denn er hatte heute zum ersten Male in seinem Leben den Namen Burgtheater" aussprechen gehört., Erst nachdem er gleichgiltig gefragt, öS sich denn auch eine solche Stelle auszahle, und der Andere, nachlässig am langen dünnen Schnurrbart drehend, erklärt hatte, daß sie für den Anfang etwa achttau
send Gulden jährlich abwerfe, horchte Andreas hoch auf. Das war ja nach seinen Begriffen ein fürstliches Einkommen! So, so," erwiderte der Künstler wegwerfend. Ein erster Liebhaber hat auch viele Unkosten zu tragen; besonders in Wien, wo die Wohnungen theuer sind und wo man ein Haus machen muß." Demokratenbrut! Gaunervolk!" brummte der Pfarrer in seinem Schlaf, was den Bleichen etwas in seiner Rede zu stören schien. Andreas erkundigte sich nun nach den Verhältnissen in der Hauptstadt, und erfuhr zu seinem Schrecken, daß ein einzelner junger Mann nur schwer unter viertausend Gulden jährlich auskommen könne. Sie sind wohl Professor?" frug der Künstler herablassend. Nein, Studiosus," war die fast verschämte Antwort, und dann theilte er seinem Nachbar mit, daß er gehofft habe, mit hundert Gulden, die er im Vermögen besaß, mehrere Monate hindurch auszukommen, wenigstens so lange, bis er Lektionen gefunden haben würde, die Mehrere Monate!" wiederholte der Blasse geringschätzig. Wo denken Sie nur hin? Zwei, drei Tage, länger schwerlich. Doch Sie werden recht thun. Lektionen zu suchen, denn in Wien zahlt man die Stunde mit fünf Gulden, mithin wenn Sie täglich nur zwei Stunden geben, so macht Ihnen das ein recht nettes Auskommen. Ich werde Ihnen vielleicht sür diesen Fall nützlich sein können, da ich mich ausgedehnter und hoher Bekanntschaften erfreue. Vergessen Sie jedenfalls nicht, beim Burgtheater vorzusprechen, und nach Cäsar Tigershausen zu fragen, Cäsar Tigershausen, erster Liebhaber." Man war an der Station angekommen, wo zum ersten Male die Pferde gewechselt wurden. Sämmtliche Infassen, mit Ausnahme der beiden jungen Leute waren in tiefen Schlaf verfunken gewesen, erst' jetzt hatte sie das plötzliche Anhalten des Wagens geweckt. Man verließ die Postkutsche, um rasch ein Mittagsmahl einzunehmen. Cäsar forderte seinen Reisegefährten auf, sich mit ihm an ein:m Extratisch niederzulassen. Dieses Pfaffengeschwätz," bemerkte er mit einer bezeichnenden Bewegung gegen den Pfarrer, der an eine? großen Tafel in Gesellschaft der Körnerhändler saß, ist mir geradezu ekelhaft." Nachdem man gegessen und getrunken, hieß es wieder seinen Platz einnehmen. Haben Sie keine kleine Münze?" wandte sich Herr Tigershausen an seinen Tischgenossen. Ich müßte eine Tausendgulden-Banknote wechseln lassen, und das dürfte hier in diesem Nest schwer fallen." Andreas besaß außer seinem Hundertguldenschein nur ein paar Zwanziger." die unmöglich reichen konnten.' Nun, man wird Ihren Schein immerhin leichter wechseln können, als den meinen," bemerkte Herr Cäsar, somit ist's einfacher, Sie begleichen die Nechnung; und ve:gessen Sie ja nicht, mich in Wien an meine Schuld zu erinnern." Andreas heeilte sich, dem Wunsch: nachzukommen; dann verließen die Beid:n das Gasthaus, um ihre Plätze aufzusuchen. Ter Gelbsüchtige, der unweit von ihnen am Ausschankgitter gelehnt hatte, folgte bedächtig den Vorangehenden. Die Nachmittagssonne brannte heiß auf das Omnibusdach, und im Innern des Wagens entwickelte sich eine drükkende Schwüle. Andreas fühlte den Kopf schwer, sein Genosse hatte ihm tüchtig Wein in's Glas gegossen. Er lehnte sich in die Ecke, und machte es bald wie die Anderen: er schlief. m mal erwachte er auf einen Moment; es hatte ihm geschienen, wie wenn ibm Jemand mit der Hand am Leib herabstreife., aber es war ohne Zweifel Täuschung gewesen; nachdem .er träge umhergeblinzelt, und alle die Reisegefährten in tiefer Ruhe versunken gesehen, schloß er wieder die Augen, um von vergangenen und kommenden Tagen zu träumen ... Wieder hielt der Postwagen, und wieder erwachten wie auf Kommando die Insassen; man hielt vor dem GastHofe der vorletzten Station. Es that noth, sich ein wenig die zusammengezogenen Beine zu strecken, somit verließen die Reisenden ihr Plätze, theils um die Straße auf- und abzuschreiten, theils um in der Schank" eine Stärkung zu sich zu nehmen. Plötzlich erschien der Pfarrer ziemlich erregt auf der Schwelle der Hausthüre, und ihm folgte bald gestikulirend sein Sitznachbar. d:r Getreidehändler. Unter eifrigem Gespräche schritten sie ihren Plätzen gu, während die anderen Reisenden ihrem Beispiele folgten. Jetzt wurde die Konversation lebhaft fortgesetzt. Der Wirth hatte erzählt, daß vor drei Tagen in der nicht weit gelegenen Wallfahrtskirche ein Einbruchdiebstahl begangen worden sei und daß man die Schatzkammer fast vollständig ausgeraubt habe! Dies war im Laufe einer Woche bereits das dritte Verbrechen, das in der Nachbarschaft verübt worden, des Raubmordes gar nicht zu gedenken, der vor einem Monat , bei Stockerau vorgefallen war. Wie der Wirth versichert, steckte niemand Anderes, als der ' berüchtigte schöne Mazl" hinter all diesen Missethaten, ein wahrer Räuberhauptmann, ein zweiter Grasl, nur schlechter noch als Jener, denn er kannte kein Erbarmen, wo eS Geld zu erwerben galt.
Die Reisenden rückten während dieser Mittheilungen, die der Pfarrer machte, ängstlich zusammen. Wer weiß, vielleicht lauerte' der schöne Mazl" heute zur Abwechslung auf der Straße, um den Omnibus anzuhalten und dessen Insassen auszuplündern und dann zu ermorden! Der Nachbar des Geistlichen, der eine bedeutende Summe mit sich führte, wie er offen gestand, machte sogar den Vorschlag, man möge lieber zur Station zurückkehren, und die Nacht dortselbst zubringen, aber er blieb mit seinem Antrag in der Minderheit. Der Krämer meinte, diese Verzögerung würde die Räuber nicht hindern, ihr Vorhaben, wenn sie ein solches gefaßt, am nächsten Tage auszuführen, und das neuengagirte Mitglied des Burgtheaters versicherte, daß man ebensogut im Wirthshause überfallen werden könne, wie auf offener Straße; übrigens waren sie Männer, und konnten es schon mit einer Schaar aufnehmen! Der Pfarrer war eher geneigt, dem Getreidehändler beizustimmen, doch er begnügte sich damit, über die gegenwärtigen Zustände wieder von neuem zu klagen: das kam Alles von der sauberen liberalen Regierung. Kein Wunder, wenn dieDemokraten an der Spitze standen, daß Räubern und Mordbrennern freie Hand gelassen wurde! Der Gelbsüchtige verzog sein Gesicht zu einem höhnischen Lächeln. Der Pfarrer hatte diese Grimasse sehr gut bemerkt: Ja, ehrliche Leute verhöhnte man heutzutage, diese durften ruhig bestohlen werden. Warum sind sie so dumm, sich bestehlen zu lassen!" ließ sich der Gelbe nach stundenlangem Schweifen wieder einmal hören. Warum ist die Polizei heut kan lukerten Scheinkreuz'r mehr werth!" eiferte der Geistliche, und bann, mit einem bissigen Lächeln: S' scheint, daß 's der Herr a mit die Dieb und Räuber haltet. Am End is 'r gar a Spezi vom schön'n Maxl!" Der Gelbe grinste: Kann schon sein, vielleicht bin ich's selbst!" kaum hatte er diese Worte gesprochen, als er seine 5and aus der Tasche zog und eine Pistole zum Vorschein brachte. Ein allgemeiner Schreckensschrei folgte dieser Bewegung. Der Pfarrer war leichenblaß geworden, und Harn merte sich krampfhaft an seinen Nachbarn, dem selbst der Athem ausgegangen war; die Weiber kreischten, der Hausirer suchte sich unter die Sitzban! zu zwängen, und Herr Cäsar Tigershausen zitterte wie ein Aal. Nur Andreas griff resolut nach seinem dicken Knotenstock, und nahm sich vor. fein Leben, sowie seine hundert Gulden mit aller ihm zu Gebote stehender. Kraft zu vertheidigen. Ruhe, meine Herren!" gebot der Furchtbare mit kräftiger Stimme. daß sich Niemand rührt, der Räuber sitzt unter uns." Andreas bemerkte, wie Herr Cäsar leise versuchte, das Fenster, das sich hinter seinem Rücken befand, hinabgleiten zu lassen, doch auch dem Pistolenbesitzer schien diese Bewegung nicht entgangen zu sein, denn er herrschte dem Künstler ein Hände hervor" zu, und richtete gleichzeitig die Mündung seiner Waffe auf den Zitternden. Dem Befehl wurde ohne Widerspruch Fola: geleistet. dann arifs der Gelbe mit der linken freien Hand in die Tasche, und entnahm derselben eine kurze Kette: Daumen her!" wieder gehorchte Herr Tigershausen willenlos; im Handumdrehen waren beide Hände fest aneinandergekettet. Jetzt steckte der Andere ruhig seine Pistole in die Tasche und ersuchte den Krämer, der neben dem Gefesselten gesessen, mit ihm Platz zu tauschen. Meine Herren," hub er sodann an. ich bin der Polizeikommissär Lang. Es ist sehr möglich, daß ich in kurzem Ihres Beistandes bedürfen werde, hoffentlich kann ich darauf rechnen." Hierauf sich zu seinem Gefangenen wendend: So schöner Maxl, da hätten wir Dich endlich. Du kennst mich nicht, nicht wahr, aber ich habe Dich vor fünf Jahren einmal gesehen; im Criminal war's; weißt Du's noch: zwei Jahre in Stein, wegen Diebstahl? Ja. ja. ich brauche nur einmal ein Gesicht zu sehen, um sogleich zu wissen, wohin ich's zu rangiren habe. Also im Burgtheater sind wir engagirt, unb Lektionen kosten in Wien 5 Gulden die Stunde! Na, das wäre nicht schlecht, da möchte auch ich mein Handwerk aufgeben und Lektionen suchen; etwa, wie man's machen muß, um mit offenen Augen und Ohren zu schlafen! So, und jetzt sehen wir einmal nach, ob die PaPiere in Ordnung sind." Der Kommissär griff seinem Opfer !n die Rocktasche: Eine hübsche Geldbörse,- sagte er, einen kleinen Gegenstand betrachtend, den er in der Hand hielt es sollen sich wohl 93 Gulden, 10 Kreuz:r und einige Zwanziger darin finden, nicht wahr?" wandte er sich an Andreas. Hier, junger Mann, nehmen Sie Ihr Eigenthum, und seien Sie ein andermal vorsichtiger, wenn Sie mit Fremden zu thun haben," er überreichte dem überraschten Andreas das Täschchen, das ihm Herr Fummerer, sammt dem Inhalt von hundert Gulden geschenkt hatte. Und Sie, Herr." sagte der Polizist zum Getreidehändler, wie diel betrug Ihre Vaarschaft? Zweitausend siebenhundert Gulden, wenn ich mich recht erinnere? Na seben Sie. ob eö stimmt." mit diesen Worten händigte er dem Anderen eine dicke Brieftasche
ein. die er der zweiten Tasche des Ge-
fesselten entnommen. Heilige Mutter von Dreieichen!" schrie plötzlich der Pfarrer, seinen Rock befühlend. mein Geld!" Nur Geduld, Hochwürden." ermahnte der Gelbe grinsend, der Klingelbcutel wird sich wohl auch noch finden." und wirklich, die Hand tauchle in die Tiefe und brachte einen perlengestickten Beutel zum Vorschein. Hier. H:rr Pfarrer; er ist noch immer wohlgespickt." Auch der verblüffte Krämer erhielt sein Eigenthum zurückerstattet, von dessen Verschwinden in die Tasche des Anderen er bis jetzt nicht die geringste Ahnung gehabt hatte. So, und das gehört mir, oder vielmehr der Behörde." sagte der Kommissär. ein großes Klappmesser, nebst einigen Papieren zu sich steckend, die sich noch an der Person des Arrestanten gefunden hatten. Wir sind nun leer, wie das neue Faß. das der Herr Pfarrer gestern gekauft hat. nicht wahr, schöne? Marl? Ja. ja. Herr Pfarrer, die Polizei weiß alles." wandte er sich, lächelnd an den Geistlichen, der gestern in der That ein Faß gekauft hatte, um dem frischen Reker" ein würdiges Heim zu geken. Nun noch einen guten Rath, meine Herren: Hüten Sie sich für die Zukunft. in einem Postwagen zu schlafen, wenn derselbe mit Fremden vollbepackt ist, d:nn nicht alle Tage fährt ein Kommissär. oder wenn der Pfarrer lieber will, ein rother Republikaner mit Ihnen, um für Ihre Sicherheit u wachen." Hierauf machte sich Herr Lang mit dem Räuber zu schaffen, um ihm wie später der Eetreidehändler bemerkte wie einem kranken Roß zuzureden." Ter Pfarrer mußte sich's innerlich gestehen, daß er es kaum dazu gebracht haben würde, den schönen Maxl"zu Geständnissen zu bewegen, wie sie ihm nun der listige Kommissär zu entlocken wußte; Alles wurde bekannt, schließlich sogar auch Namen und Zahl der Mitschuldigen. Am Raubmorde hatte der schöne Marl" nach seinen Vetheuerungen nicht thätigen Antheil genommen, wohl aber an den täglich begangenen Einbrüchen. Die Bande konnte leicht di'.scr Tage in Stetteldorf aufgehoben werden, wo der nächste Ueberfall veranstaltet werden sollte. Nachdem der Kommissär .au; diese Weise dem Anderen alle Würmer aus der Nase gezogen," beeilte er sich, das eben Vernommene in sein Notizbuch einzuschreiben. Die Dämmerung brach herein. Der Polizist hatte seine Arbeit beendigt. Nun blickte er in die Gegend hinaus, und plötzlich gab er dem Kutscher Zeichen zum Halten. Ein paar Schritte abseits von der Straße lag eine zerfallen? Ziegclbrennerei: gegen diese Richtung hin pfiff der Beamte auf dem Signalpfeifchen, das er an die Lippen gesetzt hatte. Hinter dem Mauerwerk erschienen nun mehrere Gestalten, d'.c sich dem Omnibus näherten. Herr Lang beugte sich hinaus, um mit seinen Agenten, die ihn hier erwartet hatten, zu sprechen, dann gebot er einem derselben, seinen Platz im Wagen einzunehmen. So, Mazl," rief er dem Verbrecher zu, jetzt muß ich von Dir Abschied neh men, es geht hinter Deinen Kameraden d'rein. Daß Du mir hübsch manierlich bleibst, sonst," mit dem Finger drohend. Dann zu den übrigen Reisenden: Meine Herren, ich werd? Sie ersuchen, hier meinem Stellvertreter Ihre Namen und Adressen abzugeben. Sie waren Zeugen von Allem, was der Ecfanzene gestanden hat; es ist möglich, daß er vor Gericht leugnet. und für diesen ftall würde man Sie um Ihre Aussagen bemühen müssen." Sodann wurde der Urlauber gerufen und beordert, dem Agenten bei der Unterbringung des schönen Maxl auf der Bahnstation behilflich zu sein. Der Kommissär näherte sich nochmals der offenen Thüre. Diesen Moment hielt der Pfarrer für geeignet, um dem Manne deö Gesenes einige Entschuldigungen wegen seiner unhöflichen Worte zuzurufen. Vitte. Herr Pfarrer, es hat nichts zur Sach:. Uebrigens war ich der Erste, der den Streit begonnen, aber Sie werden begreifen, daß mir darum zu thun war, den schönen Maxl ohne Zeitverlust, in den Omnibus zu bringen. Fast haben Sie ihn mir verscheucht, denn ich merkte aanz gut, daß er auf Ihr Wettern um Platz hin. und auf Ihr Schreien über dreizehn Personen zu zögern begann. Diese Kerle sind voll Aberglauben: die Zahl dreizehn schicn ihm von schlechter Vorbedeutun." Na, dasmal hat'r nit so unrecht g'lpbt. Die dreizehn hab'n ihm Maleh? g'bracht!" erwiderte der Geistliche. Also nichts für ungut. Herr Pfarrer, nicht wahr? Mich freut es, Ihnen bewiesen zu l,cben, daß die heutige Polizei doch etwas mehr werth sei. als einen .luckerten Scheinkreuzer.' Glückliche Reise, meine Herren, und Maxl brav sein!" Der Schlag würd? zugeklappt, und der Wagen rollte davon. (Fortsetzung folgt.) Starb am Starrkrampf. In Weinsheim. 'Hessen, starb ein junger Fabrikarbeiter am Starrkrampf, der als Folge einer geringfügigen Wunde am Fuß. die der junge Mann sich durch das Eindringen eines rostZ. gen Nagels zugezogen hatte, eingetreten war.
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