Indiana Tribüne, Volume 30, Number 102, Indianapolis, Marion County, 20 December 1906 — Page 7
Jnviana Tribüne, 20 Dezember vu.
HndeH W Roman von U W ,3. G. v o n S u l t n c r (Fortsetzung.) In freudige? Hast beugte e? sich nun knapp über's Gesicht des Anderen herab wirklich die Augen blickten zu ihn? empor doch ohne den gewohnten lebensvollen Ausdruck es war mehr ein Starren, ein bewußtloses Vorsichhinstieren. Offenbar war das Erkennungsoermöoen noÄ nicht zurückgekehrt, denn die Miene des alten Manv.t blieb dieselbe wie zuvor aber es war jedenfalls schon ein Fortschritt, daß er die Muskelkraft soweit wieder erlangt, um die geschlossenen Lider offnen zu können. Andreas schlich sachte zunr Tisch, wo die Haushälterin noch immer in ruhtgem Schlaft vor sich hinniäte. 63 hieji sie nun wecken, denn vermuthlich hatte der Toktor den Fall des Wieder kehrcns zum Bewußtsein vorherrschen und gewiß diesbezügliche Anordnungen hinterlassen. Tie Alte fuhr mit einem Schreckensruf empor, als ihr Andreas die Hand auf die Schulter legte. Heilige Äutter Gottes!" schrie sie lauter, als es am Platze war, und Andreas beeilte sich, ihr die Hand auf den Mund zu legen, damit ihr entfesseltes Organ etwas gedämpft werde. Sie wollte den Schein annehmen, als ob sie nicht geschlafen hätte, sondern emsig 4itit ihrer Strickerei beschäftigt gewesen wäre; zu 'diesem Zwecke beeilte sie sich, dem Jungen Vorwürfe zu machen, daß er die Schuld trage, wenn sie sich an ihren Maschen verzählt habe. Als ihr Andreas jedoch bedutete, daß der Strumpf im gegenwärtigen Augenblick Nebensache sei, da der Rektor , die Augen geöffnet, verließ sie eiligst ihren Platz, um nach d:m Herrn" zu sehen. Na freili'" hatte er die Augen weil offen 'aber er war, nach ihrer Erklärung noch damisch" da er sit nicht erkannte. Der Toktor hatte übrigens für diesen Fall nichts angegeben erwiderte sie auf die dringenden Fragen des jungen Mannes aber man konnte ihn ja rufen und sie schlich eilig davon, um ihr Vorhab:n auszuführen; sie zog es vor, diesen Gang an der Stelle des Jüngeren zu machen, denn sie fühlte sich unheimlich, bei Nacht, mit einem Sterbenden allein. Es vergingen lange Minuten. Bei jedem noch so geringen Geräusch hoffte 1 Andreas die Schritte der Haushälterin und des Arztes zu unterscheiden, aber es war immer Täuschung. Die gespannte Erregung hatte ihm das Gehör geschärft und es war ihm plötzlich, wie wenn der Krank: einen leisen Seufzer ausgestoßen hätte. Schnell war er an des Rektors Seite und bückte sich zu ihm herab. Der Patient schien ihn erkannt zu haben, denn die Lippen machten mehrere Versuche. Laute hervorzustoßen, ohne daß es jedoch gelingen wollte. Andreas trachtete, dem Oberkörper des Kranken eine etwas höhere Lage zu geben und nun legte er das Oh? fast knapp an dessen Lippen. Wie schwache Seufzer kamen einzelne Laute hervor: Man u skript Testä am ent An dre dre as" hierauf nach mühevollem Athemholen: Bru Bru der B V Vrie f!" dann ging es ' wie ein plötzlicher Schauer durch den ganzen 5!örper und der Kopf sank zurück. Ter Toktor war hereingetreten, obne daß ihn Andreas gehört. Er näherte sich sachte dem Krankenlager und betrachiete den Regungslosen; endlich, nach einigen Sekunden Pause: Es ist vorbei er ist heimgegan-
9. Kapitel. 'ochen hatte es gedauert, bis der erste Schmerz bei Andreas vorüber war. Nichts zwang ihn zwar, während der Ferienzeit am Rektorhauschen vorbeizugehen aber doch zog ihn ein gewisses sehnsüchtiges Gefühl jeden Abend dorthin. Kaum hatte der Vater den ihm anvertrauten Laden geschlössen, als auch schon Andreas, ohne recht zu wissen wie. auf der Straße stand, um seinen allabendlichen Gang zu unternehmen. Er trat in's Vorgärtchen und setzte sich auf die Bank, die knapp am Gitter stand. Von dort aus blickte er nassen Auges auf das verlassene Häuschen hin, hoffend, daß sich jeden Augenblick eine der fest verschlossenen Jalousien öffnen und das liebe alte Gesicht herausblicken werde aber Alles blieb ode und ausgestorben. Das Gebäude stand ganz leer: die Haushälterin war nach Wien gereist, da sie. wie sie erzählt hatte, einen Brief vom Rektor an dessen Bruder besaß, wonn sie diesem anempfohlen war und der neue Vorstand der Schule war noch nicht eingezogen; er wurde erst kurz vor Ablauf der Ferien erwartet. Wenige Tage nach dem Tode des Rektors waren unter des Notars Auf sicht sämmtliche Gegenstände aus der Hinterlassenschaft verpackt worden, um dem gesetzlichen Erben, dem Bruder, übermittelt zu werden Testament, oder andere letztwillige Verfügungen hatte man nichtgefunden
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Herr Wumper'l. der seinen Chef theil-
weie in jenem Uecerwachungsamte vertreten hatte, erzählte, daß man an Baarvcrmögen keine bedeutende Summe r i l . r , gesunoen uno oag uoriaens oer Bruder des Rektors das Geld äugenblicklich zu wohlthatiqen Stiftungen verwendet hab?, da er als Priester desselben nicht bedürfte. Jedesmal, wenn von diesem Bruder die Rede war, dachte Andreas an den Brief, von welchem ihm sein einstiger Gönner gesprochen, und den zu schreiben er denselben hätte erinnern sollen. Er hatte es aus Bescheidenheit immer hinausgeschoben, den alten ffreund zu mahnen; es blieb ja noch Ze,t dazu, wenn er seine Studien am fenafhini rollende! hatte. Auf d!?se Ve:se hatte er sich immer selbst vertröstet. J:kt war es zu spät. Bezüglich des Manuskriptes hatte Andreas noch zu verschiedenm Malen 'cacysorqungen angezleut ooq im nur ohne Erfolg. Es war dies ein Erbstück, das nach d:m Gesetze ebenfalls d:m Bruder gehörte, und eben deshalb lastete es noch immer wie ein Alp auf dem Herzen d:S Jungen, daß dieses wichtige und werthvolle Dokument spurlos verschwunden blieb. Die Eltern fühlten sich in ihrem neuen Heim ziemlich wohl und zufrieden. Herr Geier war von früh bis Abends auf den Beinen, um den Kunden Waaren vorzulegen, Gewürze ab zuw'ägen und den Laden in peinlicher Ordnung zu halten, während die Mutter wöchentlich zweimal die Wohnung der Geschwister einer gründlichen Reinigung unterzog. Außerdem hatte sie mit der furchtbaren Frau Katasterdirektorsgehilfin Bekanntschaft gemacht und erwies sich auch dieser bei vielen Gelegenheiten nützlich. Gegenwärtig waren von den Neun" nur mehr Sechs" im Hause doch gab dieses halb Dutzend von Tag zu Tag mehr Sorgen und Arbeit, so daß die Großmutter trotz der Birkenruthe der wilden Schaar nicht mehr recht gewachsen war; da that es wahrlich noth, ein: Verstärkung bei der Hand zu haben, welche nach und nach die Ordnung wieder herstellen half. Die Ferien vergingen. Wieder hieß es sich in die Studien stürzen. Der neue Rektor war erst am letzten Tage' von einer Badereise zu seinem Posten eingerückt. Der war nicht wie der Alle" sagten sich die Schüler nach der ersten Begegnung, und auch Andreas fühlte nun wieder doppelt den Verlust, den er erlittev. Gewöhnlich, wenn ein Magenleidender von einer Karlsbader Kur heimkehrt, erfreut er sich der besten Laune beim neuen Rektor. Herrn Doktor Exner, jedoch war dies durchaus nicht der Fall. Das Wasser hatte nicht den gewünschten Erfolg gehabt, somit verließ der Toktor den Badeort griesgrämiger als er gekommen war. Die Galle schien sich bis in die Augen ergössen zu haben, so gelb und ärgerlich blickten sie drein, während der Erste aus der Achten" zitternd seine BegrüßungZredc hielt. Der Bcwillkommte erwiderte in kurzen Worten, die einen dankenden Sinn haben sollten, welche aber mehr den Eindruck eines Gezänkes machten. Zum Schluß betonte der Redner, daß man ihm über den Zustand des Gymnasium nicht das Allerbeste berichtet habe, daß er mithin hoffe, es werde anders werden, denn er mußte die Herren aus der Achten" aufmerksam machen, daß man künftiq bei der Maturitätsprüfung mit der äußersten Strenge vorgehen werde. Nach dieser wenig ermuthigenden Schlußphrase wurde die Schaar in Gnaden entlassen. Die jungen Leute verließen mißgestimmt das RektorHaus, in welches an Stelle des früheren rnilben Herrschers die leibhaftige Galle eingezogen zu sein schien. Andreas ließ sich durch das Ganze nicht in seinem Eifer beirren. Er gedachte oft der Worte, die sein alte? Protektor vor sieben Jahren, bei seinem Eintritt gesprochen,' und er nahm sich vor, dem Andenken des Versiorbenen zu Ehren wacker und nach besten Kräften weiterzukämpfen, um vielleicht einst dem Vater die Opfer ersetzen zu können, die dieser ihm gebracht hatte. Der Umstand, daß gegenwärtig die Geschwister Fummerer die Kosten bestritten, trug dazu bei, seinen Eifer anzuspornen; er mußte sich ihrer Freundschaft würdig zeigen und daö Gymnasium mit Ehren absolviren. Dann freilich durfte er Niemanden mehr zur Last fallen. Herr Wumperl hatte sich als Getreuer" erwiesen. Ein Notarposlen in Retz war vakant geworden, da bot sich prächtige Gelegenheit zur Gründung eines Heims. Die Prüfung wurde glänzend bestanden und der Glückliche erschien am Jahrestag der Verlobung als rechtskräftig ernannter Notar im Hause der Geschwister Fummerer. um Fräulein Eonstantia zum Altar zu führen. Jetzt, wo die Trennung von der Schwester beschlössen? Sache war, wurde das Ehepaar Geier dem alleinstehenden Bruder nöthiger denn je. Niemand konnte geeigneter sein, als Frau Marie, um die Wirthschaft zu führen, und für den Laden war des Alten" Gegenwart unerläßlich, denn die Stadtwahlen standen vor der Thür, und es ging das Gerücht, daß Hcrrn Fummerer zu seinen zahlreichen Aemtern noch das des Bürgermeisters anvertraut werden sollte. Das Geschwisterpaar schwärmte noch immer von seiner Jtalienreise. Italienische Floskeln wurden mit einem Ueberfluß w ihren.Phrasen angebracht.
daß es Einem oft schwer wurde, den
Sinn des Gesagten zu fassen, und Herr Fummerer schwor mcht mehr anders, als per Vacco," oder per Dio santo e santa madonna della falute!" wahrend sich & Geschwister mit d:m milderen senza dubmo, oder certo be gnügte, um ihren Versicherungen me! Kraft beizulegen. Ja" und nem waren vollends aus dem Wörterbuck gestrichen und hatten dem wohlklingenderen si" und no" Platz gemacht. Die Zeit verstrich erelqmnlos dahin. Fräulein Constantias Hochzeit hatte die Stadt, oder kielmeyr den Stadtklatsch auf eine Woche hindurch qenährt, dann verfiel aber Alles wieder in die alte Ruhe, in die gewöhnliche Einförmigkeit. Andreas hatte die meteoroloaischen Berichte des verstorbenen Rektors fortaesekt. Er sandte gewissenhaft .seine wöchentlichen Aufzeichnungen ein. Diese Beschäftigung, nebst Tagebuch, das er regelmäßig fortführte, und Lektüre waren fast der einzige Zeitvertreib, dem er sich außer den Schul- und Vorbercitungsstunden hingab. Hie und da spielte er eine Partie Schach mit Herrn Fummerer, oder er tegleitetq denselben Abends in den Leseverein. Im Karneval hatte er wohl einigen Tanzlränzchen nicht ausweichen können, aber da er sicy beinahe immer daraus beschränkte, den Kavalier der Sitzengebliebenen zu machen, so gewährten ihm diese Abende durchaus keine anziehend? Zerstreuung. Endlich war der heiße Tag gekommen, an welchem es' sich entscheiden sollte, ob Andreas als reis" anerkannt werden würde, um an der Pforte, die ihm seine vorgesetzte Karriere erschließen sollte, anzuklopfen. Es waren aufregende Stunden, welche die Schüler der Achten" an ihren Pulten verbrachten, um all die schriftlichen ' Aufgaben zu lösen, die ihnen von der Kommission gestellt wurden. Gar Mancher gab den Kamps nach kurzem Versuche auf. Andere wieder rangen mit der Verzweiflung Ertrinkender, die wissen, daß sie untergehen, aber, trotzdem die Hände nach der helfen sollenden, imaginären Planle ausstrecken, und nur Wenige unter diesen zum Glück auch Andreas arbeiteten sich wacker durch das Gewirre von griechischen und lateinischen Uebersetzungen, mathematischen und geomeirischen Problemen hindurch. Hierauf hieß es noch in mündlicher Prüfung Rede und Antwort stehen, und schließlich war auch diese Marter überstanden. Andreas eilte, mit seinem Maturitätszeugniß in der Tasche, nach Hause. Ter Sieg war nicht leicht gewesen; Herrn Toktor Einer wäre es fast gelungen, den Kandidaten im letzten Augenblick noch zu Fall zu bringen, denn der junge Mann war ihm als bekannter Schützling seines Vorgängers nie sympathisch gewesen. Das war nun eine Freude der Eltern! Auch Herr Fummerer zeigte sich sebr vergnügt und beglückwünschte den Sieger mit einem warmen Händedruck. Doch jetzt hieß es auch gleich an die Zukunft denken und die Zeit der Universitätsferien zu benutzen, um die nöthigen Schritte für die Unterkunft des angehenden Mediziners zu machen. " Das wäre freilich eine gute Sache gewesen, wenn Andreas ein Empfehlungsschreiben für den Bruder des Rektors besessen hätte, denn weder Herr Fummerer, noch Geier besaß einen Bekannten in der Hauptstadt, der sich des jungen Mannes hätte annehmen können. Andreas jedoch war voller Hoffnung. Er versicherte, daß er sich auch ohne Protektion werde forthelfen können. Ein paar Tage mußten ihm ja genügen, um Wien so weit zu kennen. daß er ein billiges Unterkommen fände, und um dieses Unterkommen, sowie die Studienauslagen bestreiten zu können. beabsichtigte er, Lektionen zu geben. In einer fo großen Stadt kann es unmöglich an Reichlicher Gelegenheit fehlen, sich sein Leben zu verdienen. Unter keiner Bedingung sollten Herrn Fummerer weitere Kosten verursacht werden; er stand schon so tief in seiner Schuld, daß cs ihn eher entmuthigt haben würde, wenn noch weiter auf diese Weise fortgefahren werden sollte. Wenn der Magen knurrt, und es sich darum handelt, sich um ein Stück Brot umzusehen, so müßte es doch nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn ich's nicht fände!" sagte er zuversichtlich. Alles geht, wenn man nur recht will." so ungefähr hatte es ihm der selige Rektor'zu verstehen gegeben; jetzt war der Moment gekommen, wo er nicht allzuweit vom Ziele stand, und nun hieß es frisch drauf los, nun galt die Losung: erreichen wollen!" Uebrigcns mußte Herr Wumperl in der Lage sein, über Wien einige Auffchlllsse zu geben, da er dort einige Jahre zugebracht hatte. Man schrieb ohne Zeitverlust an den Herrn Notar, und dieser beeilte sich, die Fragesteller, so gut er es vermochte, zu befriedigen. Die Mutter arbeitete emsig an der Ausstattung für ihren Ander!, die - sie aus den vom Brande geretteten Wäschestücken zusammenstoppelte. Der schwarze Anzug wurde gewendet" und sah funkelnagelneu aus, der Vater steuerte seinen Winterrock bei. den er zum ersten und letzten Mal bei seiner Hochzeit, die im Februar stattgefunden, getragen, und endlich saß eines schönen Morgens Andreas in der Postkutsche, von den Segenswünschen der Eltern begleitet und mit einer Hundertguldenbanknote von F. F. Fummerer & Geschwister ausgestattet. Ein Peitschenknall mit Gott. Andreas" .Pfirt Gott, Anderl." und das schwere
Fuhrwerk rollte auf der Kaiserstraße avon... 10. Kapitel. JTii jener Zeit, wo noch keine LokoI. motive das Land durchbrauste, (3 nahm die acht Meilen lange Fahrt bis Stokerau sast einen, halben. Tag in Anspruch. Der Postwagen loar ein schweres, unbeholfenes Fahrzeug, welches, wenn mit Passagieren vollbepackt, die vier vorgespannten Pferde, an manchen Stellen, wo es schroff bergan ging, oft nicht zu bemeistern vermochten; da hieß es dann ausftefa.en und i:n hoben Staube hinterdrein loaten. während der Rosselenke? die Peitsch? über die Köpfe der VorPferde zischen ließ, um sie anzueifern, daß sie sich jn' Geschirr legten." Außerdem gab es allerlei Stationen, an we??? tkeils die Gäule, tbeils W zruilcyer gewechselt wcroen munien, oder wo die ewig durstigen Kehlen l:x Insassen einen erfrischenden Trunk zu s:ch nehi.en wollten. AiZ zur ersten Station blieb AndrcaZ b:x einzige Herr des Wagens; er konnte sich's bequem machen, sich auf den breiten Längssitz, wie auf einen Diwan hinstrecken und von vergangenen Zeiten träumen, dann aber, auf der Station Maissau, warteten schon allerlei Rciscnde. welche vor dcm Postge'äude standen, um rechtzeitig ihre P!ä,e einzunehmen. Da gab's nun ein Gedränge und ein Eestoße: Bauernweiber mit ihren Bündeln und Packchen, die sie um keinen Preis aus den Händen lassen wollten, obwohl nach bcr Vorschrift alles Gepäck auf dem Wagendacbe unterzubringen war. Fru'chtländler. die ihre mit Körnern" schwerbeladenen Wagen vorausgesandt hatten und nun rechtzeitig in Stokerau eintreffen wollten, um der Verladung auf dem Bahnhöfe beizuwohnen, e'n Krämer, welcher vermuthlich nach Wien fuhr, um seinen Kasten mit den neuesten Kunsierzeugnissen, wie: Messer, Spiegel. Kämme, falscher Schmuck. Seifen. Hosenträger und Strumpfbänder zu füllen, ein Urlauber." der zu seinem Reimente einrückte, und ein mürrisch drcinsehender Gelbsüchtiger, welchem obne Zweifel der Bader nicht hatte helfen können, und der nun Heilunq in der Stadt" zu finden hoffte. Zuletzt kam nock der Herr Pfarrer von Eagerndorf dahergekeucht, und hinter ihm drein hinkte ein blasser, hungria aussehender, etwa dreihigjähriger Mensch, der, nach seinen bestaubten Stiefeln und Kleidern zu urtheilen, bereits einen langen Weg zu Fuß zurückgeleat haben mochte. Alle diese Leute sollten in dem für zwölf Personen Raum gewährenden Omnibus zusammengepfercht werden. Z'sammruck'n z'fammrnck'n!" rief der Kondukteur und griff nach einem der großen Bündel, der für sich allein den Platz einer Person einnahm! ,,D' g'hört aussa auf's Dach." Aber da kam er schlecht an: Die alte Väuerin, die Eiqenthümerm des Packs, fuhr wie eine Viper auf den Verwegenen los und kreischte entrüstet: Ob'st's geh'n laßt!" Nix da." erwiderte der Mann
streng, dös g'hort nit ernt." Die Alte ließ nicht los, und so zerrten denn Beide eine Zeitlang hin und her. bis sich endlich der Pfarrer in's Mittel legte: Was fallt eng denn ein; schaut's "daß enger G'lumpert aussa gebt's; mir ham eh kan Platz da herin." Aber i' bitt, Hochwürd'n, wann's regna that, so würd' ja, s' Ganze naß. und 's is 's FirmungZg'wandl für unsere Ranerl!" Wanns regn't. kann ma' 's no' immer ein! thurn." bestimmte dec Geistliche. Jrzt is ka Spur von a Neg'n." Aber die Alte wollte sich von ihrem Schatz noch immer nicht trennen; es schien ihr hauptsächlich darum zu thun zu sein, dics Bündel unter ihrer Aufficht zu behalten, und so schlug endlich der Kutscher einen Ausweg vor: Die Alte konnte sich mit ihrem Pack zu ihm setzen, da behielt sie ihr Eigenthum unter der Hand'. Diesem Vorschlag stimmte der Herr Pfarrer vollkommen bei. Dadurch wurde die Zahl der Insassen um eine Person vermindert, und die Anderen gewannen mehr Raum, was für den feisten Herrn eine angenehme Aussicht war: Ja, ja. setzts eng aussa; d'raußt is bess'r. da bleibt's G'wandl frisch." Die Bäuerin schielte etwas mißtrauisch nach dem Sprecher; sie wußte nicht recht, ob sie dessen Versicherung für Ernst, oder für List nehmen sollte: endlich entschloß sie sich doch, dem Rath zu folgen. (Forlsetzung folgt.) , Uebergoß sich mit Petrolmm. In einem Dorfe deZ schweizerischen Kantons Zürich übergoß sich eine Frau mit Peiroieum unc zündete sich an. Bald loderte sie al2 Feuersäule auf. und ehe Hilfe kam. sank sie als Leiche zusammen. Ansichtspo st karten. Laut einer Ordre des Ver. Staaten-General-Postmeisters Cortelyou werden vom 1. März 1907 an die in europäischen Ländern üblichen Ansichtspostkarten, deren Frontseite in zwei Theile getheilt ist, von denen die rechte Hälfte für .die Adresse benützt ist, während auf der linken Hälfte briefliche Mittheilungen gemacht werden können, ohne Zu' schlagsporto den hiesigen Adressaten ausgehändigt werden. .. . - '
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