Indiana Tribüne, Volume 30, Number 100, Indianapolis, Marion County, 18 December 1906 — Page 7

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plll!l!!llllii:il!!li:i;il!lii:i;i!!i:!lill!i:i!!ll!!lilinilllg Hilde H M Roman von W X 6. von Jnttner Hii::!:iu;i!!nii!:!,;;,!;:i::ri,r!!ii!!!!i!!iiii!;iii!ii:mi!f (Fortsetzung.) Herr Wumperl sich's nfdljrenfc des Kotillo.s nel'en seiner Tänzerin woh! sein. Sie erkundigte sich theilnehmend und zu wiederholten Malen nach seiner Verletzung die. wenn niefit gefährlich, so doch sehr schmerzhaft sein mutzte und jedesmal versicherte ihr Partner rnjt dem resignirten Lächeln cincs schmer'verkeivenden Amputirten, daß eZ unter Umständen sogar sehr anzenehm sei. sein Vlut dergieren zu können. Ja. er ging in einem Zufall ren J'utgroßmuth so weit, die Lemerkunz fallen zu lassen, daß er lcabs.chtige. die indirekten Urhebe? jener 3:1:2 die Vcreinsgenossen, welche den Ll'ödsinnien betrunken gemacht, der Reihe nach zum Zweikämpfe b.erauZzufordern aber als ihn Fräulein Cznstantia flehentlich bat. dieses Vorhaben im Keime zu ersticken, ließ er sich besänftigen. Er beanüate sich damit. Einigen von den Ueoelthät:rn mit arimmigen Auzen seine kriegerische Stimmung kund zu geben was die Nichtsahnenden, denen dieser ZJrnesausdruck galt, zur Bemerkung veranlaßte, daß Wumperl beute wie ein geschlachtetes Kalb die Augen verdrehe. Toch auch andere Personen machten an diesem Abend ihre Bemerkungen: Tä war vor allem die Frau Bezirksdoktorin. Butter von sieben ledigen Töchtern, welche das Paar während des Kotillons nicht aus den Augen ließ. Sie beeilte sich, ihre Nachbaun, die Frau Apotheterin, ihrer Beobachtungen theilhaftig werden zu lassen. Nachdem man Fräulein Constantias .Toilette auf das genaueste detaillirt hatte, gingen die beiden Tamen auf Herrn Wumperl über: Er war ein armer Schlucker wie alle Notariats-Kon-ziplenten eines kleinen' Städtchens und es unterlaa. keinem Zweifel, dah die Hälfte des Hauses am Marktplatz, sowie die vierzigtausend Culden Baarvermögen, auf die man das Fräulein schätzte, eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf den Betreffenden ausüben mußten. Tie Frau Apothekerin war ganz der

Meinung ihrer verehrten Nachbarin nur zweifelte ):t daran, daß Fräulein Eonstaniia so unüberl.zt sein werde, sich vom Anderen bethören zu lassen. Ta mußte jedoch die Frau Bezirksdoktorrn widersprechen: Wenn man in einem Alter steht, wie jenes Fräulein, dann bleibt einem nicht viel Zeit und Lust zur Ueberlegung. Das wohl aber Wumperl war keine empfehlenswerthe Partie weil seine Vergangenheit mit nnt einem etwas dunklen Fleck behaftet zu sein schien. Was Sie sag?n!" sehr gespannt. Ja, ja; vielleicht sogar sehr dunkel! freilich irunte die Frau vlbo thekerin nicht recht, aus welchen Stoffen dieser Fleck zusammengesetzt war aber aber, stc hatte doch Beweise. .daß überhaupt ein solcher Fleck eristirte. Das heißt Beweise Beweise gerade nicht aber doch Vermuthungen und zwar auf eigenen Beobachtungen fußend. Warum verabscheute z. B 5ierr Wumperl so sehr das Tabakschnupfen? Man kann recht gut kein Liebhaber sein, aber deshalb hatt: es .serr Wumperl doch Nicht nothig ge habt, bei der Prise, die ihm ihr Gatte einmal geboten, zuerst blaß und dann feuerroth zu werden, und die Tose wie mit Entsetzen von iich zu schieben! - Offenbar stand das mit einer schwarzen Erinnerung in Verbindung man hat schon oft in Kiminalromanen gelesen Vielleicht hatte sein Taschentuch ein Loch:" meinte die Frau Bezirksdoktorin, die von der Stichhaltigkeit der Beschuldigung denn doch nicht ganz überzeugt war und er wollte nicht qenöthia: sein, es sehen zu lassen. Nein nein" wehrte die Apotbekerin. Uebrigens hatte sie noch viel wichtigere Beobachtungen angestell und nun flüsterten die beiden Damen, damit ja kein Unberufener an ibrem Gesvräche theilnebme. Während dieses eifriaen Meinuncs und Neuigkeitsaustausches war das Paar in der Fensterveriiefung auch in einem lebhaften Cesluster cegrmen. Herr Wumperl beugte sich zu Fräulein Eonstaniia herab; er schien die leise gesprochenen Worte von ihren Lippen zu trinken. Nur einzelne Schlagworte hatten d.e im Tanz Vor überwirbelnden vernehmen können, wie z. V.: Wumperl: Seit drei Jahren Sehnen trügerisch hossnungslechzend Rosenduft eheliches Glück mannhaftes Käm pfen an s Ziel gelangen! Fräulein Eonstantia: So plötzlich ganz verwirrt unerfahrenes Mädchenherz trotz bewährter Ritterlichkeit sichere Stellung verwandtschaftliche Pflichten wirklich und wahrhaftig? Wumperl: Unendlich tiefsten Gefühle schwarze Nacht allbe strahlendes Sonnenlicht fuß Zukunft Charakterfestigkeit - unermüdliches Ringen Preis zu verdienen auf Mannesehre! Fräulein Consiantia: Schwache

Z,rau:nnatur Herz un-

siiderssehlich mit Bruder spre-

Wumperl: O Dank! Heute noch augenblicklich!" Fraulem Eonstantia: Ungestümer! nein, morgen unsäglich glücklich Himmel5töne" Vum. Vum!" scklug die groß? Trommel die letzten Takte mit; der Kotillon war zu Ende. Fräulein Eonstantia erhob stch von ibrem Platz: Auf rnercen Geliebter!" slustcrte sie schwach. Angebetete auf morgen! erwiderte H:rr Wumperl heiß und seine Gefährtin schwebte davon, auf Andreas Io3: Willst Du mich nach Hause begleiten? bat sie. Ich uhie mich etwas müde und schwind-iZ."-ndrea5 erklärte sich mit Freuden kereit. Er öate längst vom 'Ball genug: Sielen Lezirksdoktorstöchter drei 'Apotlekersnichtcn und zwei Photographcnkousinen eine Nacht hindurch über k'.t Parketten gehetzt zu habcn das war ein Stück Arleit gewesen, welches eine ausgiebige Ruhe forderte und verdiente! 7. K a p i t e l. 7ri:d:r war Ferienzeit gckomifv men. Zwei Fakire noch. O und Andreas hatte die erste Stufe der Pyramide erllommen. itcin Mißgünstiger mnojion war bisher hereingebraust, um die Ameise von dort fortzutragen, wo .sie emsig bemüht war, ihrem Ziele zuzuarbeiten. Bis jetzt waren es die günstwen Umstände gewesen, die den Sieg davongetragen und der Rektor hatte es ja ausdrücklich gesagt manchmal war dieser Sieg ein bleibender warum sollte es nicht auch die-mal der Fall sein! Andreas hatte die letzten Tage, bevoi er auf Ferien ging, fast vollständig bei seinem alten Freunde zugebracht denn es galt, eine Arbeit übernehmen, die dem Rektor sehr am Herzen lag. Jeide saßen vor dem aufgeschlagenen Manuskript am Tisch. Es gehörte ein Eingeweihter, wie Andreas dazu, um sich in diesem Durcheinander von Strichen, Einschaltungen Anmerkungen und Verbesserungen zurecht zu finden. Es war das erste und emsige Werk, welches der Rektor herauszugeben beabstchtigte. Kosmisches Tagebuch," sollte, etwa das Buch betitelt werden. das eine Frucht jahrelanger, gewissenhafter Beobachtungen und Aufzeichnungen war. Andreas batte sich angebogen, dtis Manuskript in's Reine zu schreiben eine Arbeit, vor der der Rektor immer bisher zurückgeschreckt war. während Andreas erklärte, daß dies für die Ferien einen köstlichen Zeitvertreib ab rieben würde. Welches Glück, daß die Geschmacksrichtungen auf dieser Welt so verschieden sind!" war die Erwiderung des alten Herrn gewesen. Nimm es hin. mein Sohn Glück auf und guten Appetit obendrein!" Hernach machte sich der Verfasser daran, so gut es eben die beschränkte Zert gestatten Ironie, seinem Schüler die rwthwendizsien Veränderungen, d:e er in der Koj?ie wünschte, anzugeben. Sobald das Werk in Druck erschienen ist. sollst Du ein sch'öngebundenes Freiexemplar erhalten." bemerkte er sodann lächelnd. Die Drucklegung und Korrektur wird noch ein hübsches Stückchen Zeit beanspruchen aber dann wenn dieses, mein Lieblingskind, einmal vollkommen makellos in schöner Hülle vor mir liegt dann wird sich wein Herz freuen, wenn danelbe auch ein altes. elngelchrumvftes Herz ist. Man sollte es nicht glauben, ,Doktor' aber es ist doch so ich fühle jetzt schon ein gelindes Herzklopfen, wenn ich daran denke, daß dieses Werk einmal in den Schaufenstern der Bü cherläden paradiren soll. Mir geht's da wie manchem Schauspieler: Lam penfieber nennen sie's. wie ich glaube. Nun. dieses Lampenfieber ich fühle es jedesmal, wenn von mir Etwas in Druck ersmeint. Bis jct waren es mr lose Blätter meine meteorologischen Besprechungen einmal auch .Philosophiiche Briefe' die m Journalen er schienen aber trokdcm befiel mich diese eigenthümliche Befangenheit noch jedesmal, wenn ich die Belegseremplare zugesandt erhielt: .Hast Du nichts ver gessen? hast Du Dich verständlich und verständig ausgedrückt?" hast Du nicht am Ende eine Ungeheuerlichkcit begangen? Was werden sie sagen. Deine Leser die Kritiker? (Herrgott vor den Letzteren habe ich immer eine wahre Todesangst.) Werden sie Dich nicht zerfleischen, geistig seciren und am Spiesz braten? Solche und ähnliche Gedanken befielen mich noch jedesmal, sie befallen mich auch heute. Einmal fiel wirklich Einer über mein: .philosophischen Briefe' her und das war der Grund, warum ich mich standhaft weigerte, dieselben einem Verleger für Buchausgäbe zu überlassen: Der böse Besserwisser hatte mich abgeschreckt. Frei Iich erfuhr ich dann nachträglich, daß der betreffende Kritiker ein ehemaliger Schüler meines Gymnasiums war", der wegen aller. böser Streiche die An stalt hatte verlassen müssen. Außer dem soll er. wie man Mich von unterrichtete? Seite versicherte, von den be wußten Briefen nur den Titel und den Namen des Verfassers gelesen haben und das war ihm genug, um rech weidlich darüber zu schimpfen und mir weh zu thun!

Vlun, er glaudte licfi zur nao?e or-

rechtiat aber in Wahrheit war er's nicht denn ich war der Einzige unter seinen damaligen Professoren gewesen. der ihm nach besten Kräften die Stange ielt. - Vielleicht wußte er'ö nicht. Jedenfalls bat er mir dadurch die Oessentlichlelt sur cirnqc Zeit hinaus verleidet ur.b wer weiß, vielleicht besitze ich gegenwärtig wied:r so einen verborgenen, unzekanuten Feind, welcher auf die günstige Gelegenheit auert! Oft denke ich. ob es mcgi besser wäre, zu bestimmen, daß das Buch erst nach meinem Tode herausgegeben werde; mit Todten geht nan weit zarter und sanftmuthlger um. Ich habe oft die Beobachtung angestellt: So lanie der für die Oefentlichkeit Wirkende lebt, heißt es einfach: .ein qewisser N.' oder kurzweg: .Herr N.' oder im besten Falle: der bekannte N.' Erst, wenn der Sensenmann ihn in seinen Erntesack gesteckt, geht es dann gradatim höher: .Unser N.' .Unser unvergeßlicher N.' .Unser unsterblicher N . . . Merke Dir das, .Doktor' und trachte. noch bei Lebzeiten unsterblich zu werden: ich wünsche Dir's von aanem Herzen, denn wenn sie Dir erst fünfzig Jahre nach Deinem Tode ein Standbild setzen, so dürfte Dir das 'wenn ich mich eines Ausdrucks unseres Stadtlapellmeisters bedienen darf so ziemlich .Leberwurst' fern; Nicht wahr? Doch, um wieder auf mein Manuskript zurückzukommen: ich werde Dir's heute noch fein sauber in Papier hüllen morgen, wenn Du voripnchst, sollst Tu's bereit finden, um in die Tiefe Deines Koffers. Tornisters oder Deiner Reisetasche, versenkt zu werden. Tu brichst doch mcht schon be: Tagesanbruch auf?" Nein, erst gegen Abend." Umso besser: da können wir ja noch ein paar Stunden verplaudern." Andreas erhob sich: Gute Nacht, Herr Rektor." Gute Nacht Herr Doktor." Andreas verließ am nächsten Tage das- Städtchen erst knapp vor SonnenUntergang. Das Tagesgestirn hatte tüchtig geglüht, und aus diesem Grunde 50g er es vor, erst wenn die Abendkühle eintrat, seinen Marsch zu unternehmen. Er mußte freilich wacker losschreiten, wenn er das vaterliche Dach in vier Stunden erreichen wollte, aber es war ihm Bedürfniß gewesen, nach diesem monatelangen Schulbanksitzen wieder einmal ordentlich die Beine strecken zu können; deshalb hatte er es auch vorgewogen, auf die Fahrgelegenheit. die sich ihm bot. zu verzichten. Der Fuhrmann, welcher von Herrn F. F. beauftragt war. eine Ladung leerer Mehlsäcke dem Kampwirth zu überbringen, hatte gleichzeitig Andreas' leichtes Gepäck übernommen, so daß nun der Fußgänger mit nichts, außer mit dem ihm anvertrauten Manuskripte belastet war. Der Wea. welcher zum KampWirthshaus führt, läuft anfangs, ungefähr eine Meile lang mit der Kaiserstraße parallel, hierauf zweigt er sich rechts ab, cicqen einen dichten Fichtenund Föhrenwald, um plötzlich in jähem Abhang gegen das Kampthal auszumünden. Dann aber heißt's noch eine starke Stunde hindurch den Windungen des Flüßchens folgen, bis man endlich, nach einer scharfen Biegung, vor dem Wirthshause steht. Dem Wanderer wurde der Weg nicht lange. Er hatte über allerlei Dinge nachzudenken. Vorläufig weilten seine Gedanken noch im Städtchen, das er vor kaum einer Stunde verlassen hatte. Von Fräulein Eonstantia war ihm kurz vor dem Abschied ein Geheimniß anvertraut worden, das, wie sie sagte, die zarteste Saite ihrer Seele vibriren gemacht": Man hatte ihre Hand verlangt und ihre Antwort war bedingt bejahend gewesen. Natürlich hatte die Bedingung Herrn F. F. zum Urheber gemacht; er war es. der ihr gerathen, den Ungestümen zwar nicht abzuweisen aber auf ein Jahr hinaus zu vertrösten, denn so konnte sie am besten sehen, ob seine Liebe ernstlich gemeint, ob sie von Dauer sei. Wie in allen wichtiaen Fällen war der Ra!h des Bruders befolgt worden. Wer der Glückliche war. das hatte sie nicht einmal ihrem jungen Freunde verrathen aber Andreas brauchte nicht lange zu suchen, um den Betreffenden herauszufinden: Herr Wumperl war w letzte? Zeit häufig in's Haus F. F. Fummerer & Geschwister gekommen ansanglich unter dem Vorwanoe. die hundertjährige Aloe blühen zu sehen da aber diese Bluthezen bekanntlich nicht von langer Tauer ist. so hätte Herr Wumperl logischerweise mit dem Abfallen der Blume desgleichen thun müssen doch dies war durchaus nicht der Fall gewesen. Auch halte sich zunächst eine Gelegenheit geborn, d'.e seine Anwesenheit sogar nothwendig machte, nämlich die Uebernahme der Deklamation der fahrenden Jungfrau auf der Waihu-Jnsel." Welch: unmittelbare Folge diese Deklamation am Vallabend ' gehabt, davon wußte Andreas freilich nichts aber am nächsten Tage, als er von seinem gewohnten Besuch beim Rektor zurückkam, oegeg nete er Herrn Wumperl, der soeben aus der Thur des Hauses am Marktplatz heraustrat und noch dazu in sehr gewählter, schwarzer Toilette: Ich habe den Fuß aus die Schwelle des Pa radieses gesetzt" flüsterte er Nach flüchtigem Händedruck dann eilte er

davon.

Mithin konnte der Äuserwrir Niemand anders sein, als Herr Nota-riats-Konzipient Wumperl! Das gute Fräulein!" Es freute Andreas, daß ihr sehnlichster Wunsch NUN endlich in Erfüllung gehen sollte. Er wünschte ihr von ganzem Herzen Glück und Zufriedenheit; sie war ihm immer eine liebevolle Pflegemutter, eine warme Freundin . gewesen, mithin fühlte auch Andreas eine innige, warme Theilnahme für ihr Schicksal. Bald schweiften seine Gedanken vom Haus am Marktplatz zum Nektorhäuschen in der Kirchengasse hinüber: Dort saß er jetzt allein, der alte Herr, am Tisch im Fenstererker unter allerlei Pap'eren und Notizen wühlend, wie es seine Gewohnbeit war dann zum Bücherschrank schreitend, um demselben einen Band zu entnehmen, denen Inhalt mit der v?r ihm liegenden Notiz in Verbindung stand. Jetzt wurden mit fünf oder sechs raschen Puffen ebensoviel? dichte Rauchwolken dem gebräunten Meerschaumköpfe entloät graue und' bläuliche Wolken, die zum Lampenschirm wie zu einem Cch.'ot cmporwirelten. um dann in allerlei dichtgekräuselten Gestalten nach oben ihren Ausweg zu nehmen. Der gute Neltor!" entschlüpfte es nun auch den Lippen des dahineilenden Jungen. Ja, er war gut herzensgut. Auch er hatte sich immer als warmer gewissenhafter Freund gezeigt. Ihm allein verdankte es Andreas. daß er an den Studien Geschmack gefunden daß er sie zu schätzen und zu verstehen wußte. Die Nacht war finster geworden. Nur hie und da wagte es ein schüchternes Sternchen, das schwarze Tuch zu durchlöchern, das dort oben, zu Häupten des Wanderers aufgehängt zu sein schien. Fernes Wetterleuchten erhellte hie und da den Horizont, und ließ die bewaldeten Iebirgskamme gleich den zackigen Rücken großer Secunge heuer in grellen Momentbildern aus der Dunkelheit hervortreten; ein leichtes Rauschen in den Baumwipfeln verkündete das Herannahen des Windes, der hier unten noch nicht bemerklich war. Andreas schritt vorsichtig den steilen Abhang hinunter. Die Straße lag

zwar wie ein heller Streifen vor ihm. aber an dieser Stelle gab es Steine, und Vaumwurzeln, die einen Unvorsichtigen, oder des Weges Unkundigen leicht zu Fall bringen konnten. Nun war er im Thal angelangt. Der Kamv floß schwarz knapp neben der Straße dahin. Das Wetter leuchten wurde immer stärker ja, an einer Stelle schien es sogar beständig bleiben zu wollen; das war sonderbar; das ist kein Wetterleuchten entschied Andreas, nachdem er einige Zeit zu dem schwachen Schein emporgeblickt hatte das ist weit cher ein Nordlicht." Je weiter er fortschritt, umso intensiver wurde die Nöthe; jetzt hatte es ihm sogar geschienen, wie wenn einzelne Funken zum Himmel hinaufgesprüht hatten und plötzlich suhlte er ein starkes Herzklopsen Das ist Feuer!" Er begann nun zu rennen, so gut es die Unebenheit der Straße gestatten wollte. Athemlos gelangte er vor die letzte Biegung; sein scharfes Ohr vernahm deutlich das unheimlich: Durcheinanderrufen erregter Menschenstimmen, ja. selbst das Knistern und Knattern brennenden Holzes, und nur zu bald hatte er ds Schauspiel vor Augen: Das KampwirthsHaus stand in hellen Flammen! An eine Rettung war da nicht mehr zu denken das sah er auf den ersten Bück. Was sollten d:e paar helfen den Arme gegen das nicht zu bändigende Element! Wie es schien, hatte man auch den unnützen Kampf bereits halb und halb aufgegeben. Man trachtete mehr darnach, die Gegenstände, die man noch zu rechter Zeit aus dem 5)aus geschafft, nun auch außer dem Bereich des Fun kenreaens zu bringen: Der Vater, die Mukter, der Bruder und mehrere Holzknechte. die zufällig vorbeigekommen waren, schleppten Alles, was man an Kasten. Truhen und Hausernnch tung hatte retten können, auf die Wiese hinaus. Andreas sprang soaleich hilfreich bei doch vor allem dachte er daran, das ihm anvertraute fremde Gut. das Manuskript, in Sicherheit zu bringen. Die grone Kinoertruhe, welche dort. bis zur Luche hingetragen worden. schien ihm vorläufig der geeignetste Ort. Er hob den Teckel und warf das Päckchen hinein, dann entledigte er sich des Rocks, um besser Hand anlegen zu können. Im Moment, wo er das Kleidungsstuck an einen Ast hing, glaubte er hinter dem Stamm einige Unverstand liche, grunz?7de Laute vernommen zu haben Laute, wie sie der Kamptrotte!" hie und da von sich zu geben pflegte, wenn er übe: etwas Freude emPfand, allein Andreas hatte nicht Zeit. weiter nach rneiem unlntereuanten Ge schöpfe zu sehen umsomehr, als er merkte wie sich der Bruder vergeblich abmühte, den großen Wascheichrank nmi finer bedrohten Stelle zu bewegen. (Fortsetzung folgt.) Reflexion. Treiber: I möcht nur wissen. was der Baron gegen mich hat, oer ya! mich heuet noch nicht ein einziges Ma 'naufgeschossen?"

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