Indiana Tribüne, Volume 30, Number 100, Indianapolis, Marion County, 18 December 1906 — Page 5

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zwiespältiges Jubiläum.

Am 10. November 1906 fmd eS hundert Jahre gewesen, daß die Technisch Hochschule in Prag gegründet worden ist. Prag wurde so die Geburtsstätte dieser Vildungsanstalten in Deutschland, wie es schon die der Universitäten gewesen war, denn damals war Böhmen noch ein Theil Deutschlands, Prag eine deutsche Stadt; niemand hatte eine Ahnung davon, daß sich die Vorgänge wiederholen könnten, die zur Zeit des Hussitismus dke Auswanderung von 2000 deutschen Studenten und die Gründung der Universität Leipzig 1409 zur Folge gehabt hatten. Aber sie wiederholten sich nur mit viel elementarerer Gewalt. Und jetzt gab es keine Möglichkeit der Auswanderung mehr. Das Deutschthum in Böhmen war seit 1866' von der Masse des deutschen Volkes abgeschnitten. Es war , auf seine eigene Kraft angewiesen und mußte aushalten auf seinem Platze unter härtestem Kampfe, wenn es sich nicht selbst aufgeben wollte. So bestehen noch heute in Prag die alten Bildungsstätten, die Universität, die nach Ueberwindung des Hussitismus den deutschen Charakter wieder zurückgewonnen hatte, und die Technische Hochschule, aber sie haben ihren Wirkungskreis theilen müssen mit den neuen Instituten, die das zum nationalen Bewußtsein erwachte Tschechenthum für sich gefordert Hai: die Prager Universität und die Prager Technische Hochschule sind heute jede espalten in eine deutsche und eine tschechische. Diese Veränderung hat auch die Feier des hundertjährigen Bestehens der Technischen Hochschule beeintrachUgt. Wer ist die Nachfolgerin der alten Technik", die deutsche oder die tschechische Hochschule? Die Antwort ist für jeden Unvoreingenommenen nicht Zweifelhaft: beide; denn die ungespaltene Hochschule hat Deutschen wie Tschechen als Lehranstalt gedient, nur war die Unterrichtssprache die deutsche, da dazumal Tschechisch nur die Sprache des niedern Volkes war. und außerdem hat es ja eine Zeit gegeben, von 18641869. wo in beiden Landessprachen Unterricht ertheilt wurde, bis dann 1869 die Spaltung in zwei besondere Institute durchgeführt wurde. Eine dem Entwicklungsgange entsprechende Feier hatte eine gemeinsame der deutschen und der tchechischen Technik sein müssen. Wer das hätte durchsetzen können! Nicht einmal der Gedanke daran scheint aufgetaucht zu sein. So wurden also getrennte Feiern abgalten, eine für die deutsche, eine für die tschechische Technik, woraus sich der Stachel für die Tschechen ergab, daß sie bei dem kürzettu.Bestande ihrer Anstalt . nicht von einer Hundertjahrfeier sprechen konnten, daß überhaupt die ganze Feier zu einem Feste der deutschen technischen Hochschule wurde, die ja in der That von der alten ungespaltenen r.idht nur die Unterrichtssprache, sondern auch die Räumlichkeiten geerbt hat. und daß die Deputationen der ausländischen Universitäten und technischen Hochschulen, darunter eine der Helsingforser technischen Hochschule, sich bei den Deutschen einfanden. Diese Deputationen waren ja allerdings fast ausschließlich Deutsche, und sie kamen nicht mit der Absicht, ihr Deutschthum und ihren Stolz auf deutsche Wissen, schaft und Technik in ein cosmopoliti sches Großweltlerthum verflüchtigen zu lassen. Die Prager Technische Hoch" schule ist eine Gründung des verdienstvollen Wasserbaudirektors Böhmens. Franz Joseph Gerstner. Ihr Zweck war die Emporhebung der vaterländischen Gewerbe durch wissenschaftlichen Unterricht. Seit 1815, bis zu welchem Zeitpunkt sie als technisches Institut der Universität untergeordnet war. ist sie selbständig. Sie hat an der Entwicklung der böhmischen Industrie hervorragenden Antheil und hat Oesterreich die trefflichsten Gelehrten auf allen Gebieten der Technik geliefert. Gelegentlich der Jubelfeier wurde auch der Grundstein zu dem Neubau der deutschen Technischen Hochschule gelegt. Zu den interessantesten Versuchen auf dem Gebiete der Sprengtechnik ist wohl die Fortsprengung des Untergrundes im neuen Torpedohafen auf der Südspitze der Insel Helgoland zu rechnen. Dieser Hafen, den die deutsche Marineverwaltung für das Anlkgen der Schiffe an Helgoland vor einem Jahre in Angriff nahm, mußte etwa 900 Me-. ter in die See hineingebaut werden. Hier aber bot der flache Wasserstand nicht die zum Landen erforderliche Tiefe, weshalb es nothwendig wurde, den Meeresuntergrund in bedeutendem Maßstabe zu entfernen. Dabei ergab sich als Hauptschwierigkeit, daß dieser Untergrund durchweg aus hartem Felsgestein bestand, von Letten und Sandadern durchzogen und mit äußerst zähem Seetang bewachsen war. Nach verschiedenen Versuchen gelana. es schließlich, der Schwierigkeiten Herr zu werden und diese bedeutsame . Arbeit, bei der häufig Sprengungen 3 bis 4 Meter unter dem Wasserspiegel vorzunehmen waren, ohne jeglichen Unfall auszufüh ren. Die Arbeit hat eine Kölnn Firma ausaefübrt.

Ein Barometer-stein.

Es existirt ein Stein, der angeblich ganz unfehlbar Aenderungen im Wetter vorausverkündet. Dieser Stein 'wurde vor. Jahren von einem For- ! schungsreisenden in Finland gefunden !und ist seitdem als eine große MerkI Würdigkeit von Meteorologen sorgfaltigst reooachtet worden. Er zeigt im Sonnenschein eine hellweiße, etwas zerrissene oder gefurchte Oberfläche, wird aber grau und selbst schwarz, wenn Regen kommt oder reichlich fällt. Der Stein enthält, mechanisch in Thonerde qebunden. Salpeter und Steinsalz. Bei trocke-1 nem Wetter treten die Salze hervor, wird es aber feucht, so absorbiren diese Wasser, und der Stein ändert seine Farbe bis zur tiefen Dunkelheit. Durch den Feuer drillwurden bei der Explosion der DampfHeizung einer New Yorker Schule schlimme Folgen verhütet. Kurz nach Beginn des Nachmittagsunlerrichtes platzte in einem' Klassenzimmer im dritten Stockwerke der öffentlichen Schule an der neunten Straße ein Ventil an der Dampfheizung. Die fünfzig, im Alter von beiläufig elf Jahren stehenden Schülerinnen der betreffenden Klasse eilten bei dem Ausströmen des Dampfes in wilder Flucht nach dem Treppenhaus. Ihr Schreien und der durch das Platzen der Leitung verursachte Knall versetzten bald 'sämmtliche Schüler und Schülerinnen der ganzen Schule in den höchsten Schrecken. Eine Katastraphe schien unvermeidlich, als die Principalin. Frl. O'Brien, das Feuersignal geben ließ. Sofort kehrte die Ordnung wieder; zu oft war das Entleeren der Schule bei'm Feuerdrill geübt worden, als daß nicht die Disciplin jede Unordnung beseitigt hätte. Ehe die Polizei herbeikam, befanden -sich die sämmtlichen Kinder in Sicherheit. Dagegen machten die Angehörigen der Zöglinge, die in einer Anzahl von ungefähr 3000 Personen sich vor dem Schulhaus angesammelt hatten, der Polizei viel zu schaffen. Eine heirathslustige Arbeiterin in einer Papierfabrik zu Appleton. 22t., schrieb kürzlich nach bewährtem Muster ihren Namen und ihre Adresse auf eine nach Des Moines, .Ja., bestimmte Papiersendung, und vor einiger Zeit erhielt sie denn auch einen auf ihre zarte Andeutung reagirenden Brief von dort. Sie beantwortete ihn. und es entwickelte sich ein lebhafter Briefwechsel zwischen Lillian Dunkirk 'n Appleton und ihrem Correspondenten in DesMoi nes. Sie ersuchte ihn schließlich um Zusendung seiner Photographie, doch theilte er mit. er ziche es vor. sich ihr persönlich vorzustellen und nach Appleton zu kommen. Dagegen hatte sie selbstverständlich nichts einzuwenden, und die beiden verständigten sich dahin. daß sie als Erkennungszeichen ein gelbes Chrysanthemum tragen wollten. Mit einem solchen geschmückt und voll froher Erwartung begab sich Frl. Lillian zur vereinbarten Stunde nach dem Bahnhöfe. Aber o Schrecken! als der Zug hielt, entstieg demfelden ein riesiger, sehr ruppig und struppig aussehender Neger mit einem Niescnchrysanthemum im Knopfloch. Frl. Lillian hatte nichts eiliger zu thun, als das ihren 4 jungfräulichen Busen schmückende Chrvsanthemum zu entfernen und den Bahnhof zu verlassen. Aus Deutsch land ist in Trenton, N. I., die Nachricht eingetroffen, daß der dort angeblich wohnnde William Beßmaker I., ein Bäcker, der Erbe feines in Deutschland verstorbenen Vaters geworden sei. Aber die Nachricht kam zu spät; das, was ihm jetzt zufallen sollte, hat ihm seinerzeit gemangelt, darum hat sich vor zehn Jahren der Sohn in Trenton. wo er als Bäckergeselle arbeitete, im Hofe seines Arbeitgebers erhängt. Wie es scheint, hat er in jener Zeit schwer getrunken, und pumpte seinen Vater brieflich wiederholt an. Er erhielt auch von ihm Beträge von $200 und $300 zugeschickt, die aber alsbald den bekannten Weg gingen. Der alte Herr wurde dann wieder einmal angepumpt, er schien aber von dem Treiben seines Sprößlings Wind bekommen zu haben, und schrieb ihm daher, ' daß er ihm nicht nur nicht die verlangten $500, sondern überHaupt keinen Cent mehr schicken wolle, bis er sich bessere. Beßmaker junior suchte sich dann eine Stelle in seinem erlernten Gewerbe als Bäcker. Aber es scheint ihm der tüchtige Kern gefehlt zu haben er konnte )as Leben der ehrlichen Arbeit nicht ertragen, und erhängte sich eines Morgens im .'ofe seines Arbeitgebers. Das war vor zehn Jahren. Der Coroncr vergaß, die Eltern des Selbstmörders von dem Vorfall zu verständigen, und so kam es, daß jetzt Beßmaker Jr. in Trenton gesucht wurde, um das Erbe seines Vaters anzutreten. Zum Abgewöhnen. A. (der auf ärztlichen Rath begonnen hat, alkoholfreies Bier' zu trinken): Pfui Deibel, schmeckt das Zeug ekelhaft!" V.: Und trotzdem schon die vierzehnte Flasche?- A.: Ja. ich will gleich, soviel trinken, daß ich' morgen, nicht mehr sehen raaa."

Zwischen zwei Elephanten ves Cirkus Busch hat sich in der Stille ihres Aufenthaltsraumes im Untergeschoß des Cirkus eineEifeisuchsfcene abgespielt. Ein achtmhriger indischer Elephant wurde hierbei von seinem Gegner am Schwänze erheblich verletzt. Der rabiate Bursche hatte so 'scharf zugebissen, daß der verwundete Korpertheil in Eiterung überging. Es war in Aussicht genommen worden, daß der städtische Thierarzt, der Hausarzt bei Busch" ist, den übel zugerichteten Schwanz coupiren sollte. Schließlich stkeß die schmerzhafte Operation nicht nur bei dem Hautbetheiligten. dem Elephanten, sondern auch bet dem Thierarzt selbst auf Bedenken. ' Er begnügte sich alfo mit der Anlegung eines schmerzlindernden Verbandes. Diese Prozedur ließ sich das in übelster Laune befindliche Riesenthier willig gefallen. Die Elephnten des Cirkus Busch treten neuerdings weniger als ausübende Künstler auf. Sie werden vielmehr als Arbeitsthiere verwendet und infolge ihrer großen Körperkraft besonders zikm Transport schwerer Lasten in der Manege herangezo6n. Eine romantische Geschichte wurde dieser Tage bei einer Schwurgerichtsverhandlung in Kapfladt aufgerollt.. Vor den Geschworenen hatte sich eine Frau Valetta Agnes Landcastle wegen Gattenmordes zu verantworten. Die Angeklagte war in erster Ehe mit einem Farmer Landcastle verheirathet. Das Ehepaar siedelte von Amerika nach Südafrika über, wo der Mann starb und die Frau mit einem noch nicht zwei Jahre alten Kinde zurückließ. In Kapstadt lernte Frau Landcastle einen angeblichen Kaufmann Gribbin kennen, der sie zu bethören und zu einer Heirath zu bewegen verstand. Bald mußte sie aber einsehen, daß sie nicht nur einem Schwindler, sondern sogar einem Verbrecher in die Hände gefallen war. Gribbin wurde wegen Diebstahls und Einbruchs zu einer mehrjährigen Gefängnißstrafe verurtheilt, und die betroaene Gattin erwirkte für den im Gefängniß Sitzenden noch verschiedene Vergünstigungen, ließ sich, aber schließlich auf den Rath von Bekannten von ihrem Manne scheiden. Da Gribbin ihr Vermögen durchgebracht hatte, nahm die Angeklagte in einer Kapstadter Bar eine Stellung als Verkäuferin an. Jnzwischen wurde Gribbin aus dem Gefängniß entlassen. Er erfuhr durch Zufall die Adresse seiner geschiedenen Frau und bedrohte sie wiederholt mit dem Tode. Eines Nachts begehrte er Einlaß in die Wohnung seiner ehemaiigen Gattin und zertrümmerte da ihm nicht geöffnet wurde, mit der Axt die Thür. Frau Landcastle, die für ihr und ihres Kindes Leben fürchtete, trat dem Wüthenden mit einem geladenen Revolver entgegen und gab auch Feuer, als Gribbin mit der Art auf sie eindrang. Von einer Kugel in's Herz getroffen, sank der Angreifer todt zu Boden. Nach kurzer Berathung sprachen die Geschworenen die unglückliche Frau frei. Eine Wechsel k la g e gegen Baronin Bertha von Suttner, die bekannte Vorkämpferin der Friedensbewegung. wegen eines seit 35 Jahren fälligen Wechsels beschäftigte kürzlich das Wiener Oberlandesgericht. Im Jahre 1870 hatte der Kaufmann WilHelm Grünsfeld der Mutter der Baronin Suttner, der Gräfin Kinsky, ein Darlehen von 9000 Gulden gegen Wechsel gegeben, der von der Baronin Suttner angenommen worden war. Als der Wechsel nicht rechtzeitig eingelöst wurde, erwirkte G. gegen Mutter und Tochter eine Zahlungsauflage, die erfolglos blieb. Jetzt nach 3ö Jahren klagten vier Erben des G. gegen Baronin Suttner auf Zahlung der Wechselschuld. Da Baronin Suttner indessen den Einwand der Verjährung erhob, wurden die Kläger abgewiesen. Von der Härte manchen bayerischen Vauernschädels zeugt nachstehendes Geschichtchen, das aus der Oberpfalz erzählt wird: Ein Bäuerlein aus der Umgegend von Oberviechtach fuhr in der Nacht vom Bahnhofe Oberviechtach heimwärts und legte sich auf seinen Wagen, das Gespann sich, wie üblich, selbst überlassend. Unterwegs schlief der Biedere, wie ebenfalls üblich, ein und fiel gegen das Hinterrad des Wagens, wobei er den Kopf zwischen Kipf. der Gegenstütze, und Rad derart in die Speichen brachte, daß er mit seinem Dauerschädel etwa 100 Meter das Hinterrad bremste. Erst als der Kipf, weniger haltbar als der Schädel, abbrach, erwachte der Jnhader des Kopfes und brachte das Ochsenfuhnverk zum Stehen. Dem Bauern brummte etwas der Kopf, sonst war er aber und blieb er bis heute gesund! ' Sein Bestreben, die unter ihm beschäftigten Arbeiter vor Schaden 'zu bewahren, bezahlte der Vormann in dem Penn-Vangor'schen Schiffersteinbruch in Wind Gap, Pa., O. Williams mit dem Leben. Er hatte bemerkt, daß das Drahtseil eines gro ßen Krahns bedenkliche Defekte zeigte, und rief den Arbeitern zu, sich zu retien. Kaum waren diese in Sicherheit, als daö Seil brach, der Krähn stürzte und eine Pinne des letzteren drang Williams gerade in's Herz, ihn augenblicklich todtend.

Alcik Daversack's Zchrcibkbrief.

N. 475. Se'öhrter Mister Edithor! Wenn Sie diesen hier Brief kriege, dann schwimme mir cho in die Mittel von den Ohschen. Am zweite Dag nach dem ich mein letzte Brief .gemehlt gehabt hen, wäre mir schon aus Aeppel Jäck. Holie Terrer Kaunty, fort. Es Hot viele Tiehrs von Seite der Selma gewwe un viel Fonn von Seite vom Christ un dann noch schreckliche Pehns an mei Pahrt. Ich sin nur mit die größte Müh nach den Diepoh komme, bikahs die verdollte Gauts Hot mich ganz ferchterlich getrubelt. Der Mehr, wo mit mich gange is, war arig gut zu mich. Er Hot gesagt, wann ich seht emol in e anneres Kleimet komme deht, dann deht ich auch gleich different fiehle. Wisse Se, so lang ich sitze kann, da geht's ja noch, awwer so wie ich uffstehn muß, o mei, o mie, dann is es ebbes fiers. In die Kandischen sin ich so marohde. als wann ich jedem Fuß e Tonn Brickstein hänge hätt un ganz den nämlicheWeg fühlts auch , in meine Tscheunts. Der Dackter Hot mich gesagt, ich derst in die erschte Lein kein Bier drinke. Das is ziemlich toff an mich gewese. Wenn ich auch in Aeppel Jack in Pobblizithee kein Bier gedrunke hen, so hen ich doch in die Preiwessie von mei Heim gedrunke un ich sin schuhr, daß grad da der Trubel gestart Hot. Wann ich in den Saluhn so eins bis zwei Glasses gehabt hen, dann war ich sättisfeit un sin heim gange. Wann ich awwer daheim gehockt hen un gestart hen zu läppere, dann hen ich mich immer gefreut, daß es Mensche Hot, wo mer so als Temperenzler suhle kann un hen viel mehr in mich kriegt, als wie unner ordinehre Zinkumstenzes. Es Hot awwer doch noch ein Trost for mich gehabt: Der Dackter Hot off Kohrs gefugt, ich sollt stappe, Bier zu drinke; er Hot awwer nit gesagt, ich derst auch kein Wein mehr drinke. Mehbie, er Hot dies auch nur vergesse, awwer ich sin doch nit riespannsibbel for den- Dackter seine Mißtehks. Do hen mer uns also, wje- mer in Neujork ankomme sin, emol e feines Battelche gewwe losse un eis tell juh. Bier is ja en arig guter Stoff, awwer Wein is auch nit zu verachte un wann mer grad den richtige Brand kriege dicht, dann kann mers ganz gut stende. Mer hen dann t Kerritsch genomme un sin nach den Dack gefahre, wo die' Stiemersch anlege duhn. Awwer Mister Edithor, Sie mache sich kein Begriff von die Diemenschens von so en Stiemer: Ich sin auch nit in en Luftballons eriwwer komme, awwer du meine Guttneß, was is das kompehrt mit die jetzige Schiffe gewese! . Mer sin an das Boot gange for uns unser Ruhm zeige zu losse un uns c wenig häuslich einzurichte. So arig groß is es ja nit gewese. awwer was braucht mcr dann auch for zu schlofe. Am Dag is mer ja doch nit in sei Ruhm. Do duht mer sich an Deck, wann das Wetter gut is, odder in den Parler, wann's nit gut is herum treiwe. Ich hen alles ganz gut gegliche, bloß das Errehnschments von die Betts hcn ich nit so eckstra gegliche. Die Dinger sin arig schmal gewese un dabei is eins an Tapp von den annere gewese. Es Hot so e kleine Steppleiter do gestanne for daß mer obbstehrs Hot kleime könne. Jetzt is die Kwestschen nur die gewese. wer' soll obstehrs un wer soll daunstehrs schlofe. Ich mit mei krumme Knoche hen doch unner keine Zirkumstenzes in den Schickenkuhp kleime könne, un der Mister Mehr mit sein Ahnbohnpeunt Hot auch nit dran denke könne, sich in den schmale Ding uffzubackse. Der Mister Mehr Hot gesagt: Meik, ich will Dich emol ebbes söge. Es werd off Kohrs ziemlich toff for mich sein, awwer ich sin willings. obstehrs zu schlofe, awwer. du mußt mich prammisse, daß wenn mer Widder reduhr komme un Du bist 'widta in en gute Schehp, daß ich daunstehrs schlofe duhn. Mister Mehr, hen ich gesagt, du bist en Schentelr-ann un wann mer nach die alte Kor.tri komme, dann mach ich Widder uff for alles. Mer hea dann Widder gehn wolle, bikahs das Boot sollt erscht am nächste Morge starte.' Do Hot awwer der Mister Mehr gesagt: Jetzt will ich dich emol ebbes sage, Meik. wir wer'sch denn, wenn mcr die Nacht gleich an den Aoot stebn dehte. Mer hen unser ganzes Gelumps an B?hrd un biseids das duhn se nicks für Ladsching tschartsche. Den Weg wäre mer soviel ehett-un wann morae die annere Piebels sich noch mit lhrenRuh:n un alles battere un plage müsse, dann sin mir- schon eingericht.un fühle uns schon hohmleik. Mister Mehr. 'hen lch' gesagk, du host'do en Eidie ge-

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habt, die konnt von Schiller odder Schehksbier sein un ich seckende die Mohschen. So is es also gesettelt gewese. Mir. hen uns bei den Stuart angemeld un hen schon unser Sopper an den Boot gehabt un was mich am mehrschte getickelt Hot, mer hen auch e Battelche Wein kriegt, -wo grad so gut un mehbie noch besser war, als wie in einigem Hotell. eckzept, daß ir dreimol so viel gfoi Hot. Awwer was is die Differenz, mir sin ja nit aus Sparsamkeit un for zu sehfe an den Tripp gange, sondern for unsere Gesundheit un for meine Gesundheit is mich kein Opfer zu groß un wann der Wein noch emol so viel gekost hätt. Wie mer noch bei unser Battelche hocke,' do Hot's usf emol en Schehk gewwe. daß ich gedenkt hen, das ganze Boot deht iwwertombele. Ich denke ich sin so weiß wie Tschahk in mei Fehs geworde un mei Pehns hen for Eckseitement mit einem mol gestappt. Mer hen ausgefunne, daß se das Boot blos e wenig näher zu den Schohr gepuscht hatte. Bei Galle, hen ich gedenkt, was werd das erscht gewwe, wann der Stiemer ?n den Ohschen enaus pulle duht! Awwer mer wolle emol abwarte. Es werd nicks so heiß gesse wies gekocht werd un wann ich die Zeit kriege, dann schreib ich Jhne noch emol befor mir starte. Juhrs trulie Meik Haber sack, Eskweicr un Scheriff von Appel Jack, Holie Terrer Kauntie. Erfolge der TelefunkenTtatiott Nauen. In deutschländischen Fachkreisen war man sich bereits seit Langem darüber klar, daß die neue TelefunkenRiesenstation in Nauen eine ganz enorme Reichweite haben würde. Man nahm an, daß es trotz des dazwischen liegenden Landweges im Laufe der Zeit möglich werden würde, den mit Telefunken - Apparaten ausgerüsteten Nachrichten weit über den englischen Canal hinaus bis in den Atlantischen Ocean und das Mittelmeer hinein zu übersenden. Fraglich erschien es dagegen, wie weit ein Verkehr in der anderen Richtung möglich werden würde. Die Schiffe selbst können ja niemals auch nur annähernd solch ein gewaltiges Luftleitergebilde erhalten und tragen, als man es beispielsweise in Nauen findet. Infolge dessen ist ihre Strahlungsfähigkeit erheblich geringer. Sie vermögen nur verhältnißmäßig schwache Energiemengen ft den Weltraum zu strahlen. So erhalten ja auch die englischen Dampfe: eigentlich über die Breite des ganzen Atlantischen Ozeans Nachrichten von den beiden Marconi - Riesenstationen in Poldhu (England) und Kap Cod (Ver. Staaten), aber sie sind keineswegs imstande, selbst während der ganzen Reise Nachrichten dorthin zu geben. Um so größer ist jetzt in Deutschland die Freude darüber, . daß das Riesengestänge in Nauen nicht nur eine laute Zunge, sondern auch ein feines Ohr besitzt. Ist es doch nun gelungen, vom Dampfer Cap Ortegal" von der Biskayabucht ein Telegramm auf 2140 Kilometer (circa 1300 Meilen) vermittels Telephon-, Hörers aufzunehmen. Nach diesem

Erfolge scheinen die Marconi'schen Pratentionen ein Wasser gefallen zu ur auemal m s ein. Es kann den deutschen Schiffen ziemlich gleichgiltig sein, ob ihre Telegramme von englischer Seite aufgenommen werden oder nicht, da sie ihre Nachrichten direkt nach Nauen geben und von dort empfangen können. Angesichts dieser Sachlage wäre ein bedingungsloser Nachrichtenaustausch auch für die Marconi - Gesellschaft ' das klügste, denn dadurch ' rettete sie sich wenigstens die Einnahmen aus dem enlischen Lokalverkehr mit deutschen Schiffen, die ihr andernfalls entgehen würden. Es ist übrigens nicht uninteressant, einmal mit dem Radius von 9140 Kilometer auf dem Globus einen Kreis um Nauen zu schlagen. Dlejcr Kreis umfaßt ganz Norwegen, schneidet Island, geht durch den Atlantischen Ozean und tritt ungefähr bei Lissabon in die Pyrenäen - Halbinsel ein. Er schneidet Sevilla, kreuzt das Miitelmeer, schneidet den afrikanischen Continent in Oran, in Algier, an und verläßt ihn an der Großen Syrte. Dann geht er weiter übe: das Mittelmcer nach Klein - Asie umfaßt den größten Theil des Schwarzen Meeres und schneidet aus Rußland das Stück bis Kasan heraus, umfaßt weiter das Weiße Meer und erreicht wieder Norwegen. Man darf wohl annehmen, daß auf dem Gebiete, welches dieser Kreis umfaßr. die Telefunkenschiffe im Laufe der Zeit sicher in Verkehr mit Nauen treten werden.' Ferner dürfte b-i diesen vorzüglichen Erfolgen wohl bereits die Telegraph mit ungedämpften Wellen mitgesprochen haben, welche von der Telefunken - Gesellschaft mit anderen physikalischen Mitteln als von dem dänischen Igenieur, Poulsen erstrebt wurde und, wie es scheint, erreicht worden ist. Für den weiteren Ausbau der drahtlosen' Telegräphie eröfnet der neueste Erfolg jedenfalls ganz vorzügliche Aussichten. , Scheint doch danach die endliche Ueberbrückuna des Atlantischen Ozeans durch drahtlose Wellen uöld manches andere nicht mehr in endloser Ferne zu schweben.'

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