Indiana Tribüne, Volume 30, Number 99, Indianapolis, Marion County, 17 December 1906 — Page 7
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Jnviana Tribüne, 17 Dezember 1006
:!III!lllllllll!!t!1ili;i!I!i:iii:!!li;il:!!!l!it!!l!!ll!!!!i!iiI Hnderl Na man von I A. G. von S n t l n c r Di:l!:'!!':lII'I?:!!!I!!l'l'I!!I!!Z!!IIiI!i:ii!!l!!::ZM!Z (Fortsetzung.) SMtmta. Äruoers Eeyncn uno Trachten ging nach dein Theaier. Ein berühmter Säuger oder Tragöde zu werden das war der Traum seines Lebens. Gegenwärtig ist er SchottenPriestsr in Wien. Du siehst also, wie unser Schicksal eher von allem Anderen, als von uns abhängig ist. Merk' Tir's. Knabe! Wir Menschen brüsten uns gerne mit unserem ,Willen, wir gehen in unserem aufgeblasenen Hochmuthe so weit, uns .Herren der Schöpfung' zu nennen es schmeichelt unserer angeborenen Eitelkeit, vor uns selbst den Hut ziehm zu können und einen manierlichen Kratzfuß zu machen. Ja. schöne H:rren de? Schöpfung! Ist's nicht die nächstbeste Llmeile eher, die weiß, daß sie dazu auf der Welt ist. um ihr Haus zu bauen, ihre Vorräthe anzulegen, ihre Ernte zu bestellen und welche, wenn sie einmal von einem Windhauch, sammt ihrem Grashalm, fortgeweht wird, ruhig 'ihren Pflichten auf dem neuen ZZlec! obliegt, an welch:m sie gelandet ist? Und wir? Tei uns bedarf's nur des geringsten Windhauchs, um aus dem Soldaten einen Priester aus dem Stalljungen einen König und aus dem Welteroberer ein Atom zu machen und trotzdem wollen wir die Sklaven, uns zu Herren dieser schönen Welt aufwerfen! Es ist Selbstüberschätzung, Knabe Hochmuth, weiter nichts; Klassen-, Nassen-, Weltdünkel: Unser Schicksal hänat von einer Kette von Zufälligkeiten ab ich sag? .Zufälligkeiten' nicht etwa .Vorherbestimmung und mit all diesen Zufälligkeiten wechseln auch unsere Interessen unsere Ideen nicht selten sogar unsere Ansichten, auf deren Unerschütterlichkeit wir uns gemeiniglich auch so viel zu gute thun. Nein, mein Doktor. meiner Ueberzeugung, nach liegt das Eeh:imniß ded Lebens nicht darin, sich als ein .freiwollenderHerr' zu fühlen sondern sich in die neuen Lebenslagen fügen zu können, in die wir trotz und gegen unseren Willen geschleudert werden. Dann erst beginnt die Nolle.des Wollens; dann erst ist's die Willenskraft, die uns hilft, die Stufen der Pyramide zu erklimmen, vor welche uns der Windstoß geschleudert hat. Du willst heute Arzt werden. Gut, es ist möglich, daß Dein Wunsch in Erfülluna geh?, aber dann ist's nicht dieser Dein Wille allein, der Dich an's Ziel gebracht, sondern ein Hinzutreten von günstigen, und ein Absterben von ungünstigen Umständen. gleichwie es des Sieges der Gährunzspilze über die anderen bedarf, um -den Most zu Wein und nicht zu Essig werden zu lassen. Ich fürchte, ich bin Dir heute etwas zu .hoch' gewesen. Darum lassen wir lieber die Sache ruhen. Wenn Du willst, spiele ich Dir die Idee zu einer neuen Frage vor. eine Idee, deren Entstehen ich nicht dem Umstände verdanke, weil ich vor einigen Tagen komPoniren wollte. sondern weil ich un-
längst einenScheerenschleiser eine Weise summen horte.die in mir den Gedanken wachrief: .Aus einer ähnlichen Melodie Iiene um eine rtuot aufbauen Dann erji wollte tcö, uno rann erst gelang oit Sache. Der alte Mann setzte sich an's Spinett und spielte, während Andreas andächtig zuhörte. Die Musik vermengte sich mit den Worten, die der Lehrer vorhin gesprochen, sie bildete gleichsam die Begleitung zu dem Tezt, den der Knabe sich im Gedanken, so gut er ihn festzuhalten vermochte, wiederholte. Plötzlich verstummten die Klänge. Ich habe früher von meinem Bruder gesprochen," rief der Rektor herüber. Er ist ein braver Mann, und er wird Dir. wenn Tu nach Wien ziehst, nützlich sein. Lasse mich nicht vergessen. Andreas, Dir bei Zeiten ein (schreiben an ihn zu übergeben."' Hierauf wurde der musikalische Vortraa wieder fortgesetzt. Pünktlich wie die Dämmerung erschien die Haushälterin mit der sauren Milch. Der Mond schien hell und rein in's Gemach. es wäre schade gewesen, ihn durch Lampenlicht verdrängen zu wollen. Der Rektor und Andreas setzten sich an's offene Fenster zum Jmbch. Wie da die Luft in satten Blüthengerüchen zu ihnen hereinströmte! Und jetzt schlug leise, wie stimmversuchend, die Nachtigall, welche erst seit wenigen Tagen ihren Einzug im Gartchen des Rektorhauses gehalten hatte. Schön! Schön!" murmelte der alte Mann andächtig Göttlich schön!" Ja. auch Andreas fühlte all die Pracht. Wie ein Stück Frühling saß es ihm im Herzen; dustend, sehnend, verheißend! : Dann zogen' weiße Flaumwölkchen über die Mondscheibe, hierauf graue Schatten, endlich dichtere, fast schwarze Schleier. Wenn Ihr nur morgen schön Wetter habt," sagte der Rektor, zum Himmel emporblickend. Was sagen Deine Beobachtungen? Es ist auf trockene Witterung zu hoffen.' Um so besser. Ich möchte nicht, daß Dir das Vergnügen gestört wurde."
6. Kapitel.
ndreas'Wetterprophczeiung hatte sich erfüllt: Nicht em Wölkchen ließ sich am Himmel blicken. Schon mit Tagesanbruch war er aus dem Vett gewesen, um zum Jenster hmauszugucken. Als er wieder m s Zimmer zurücktrat, bemerkte er auf dem Stuhl vor seinem Arbeitstizch ein m em Tuch gebundenes Packet, das gestern Abend nicht an dieser. Stelle gelegen hatte; er wußte es gewiß, denn er war jo noch am Tisch gesessen, um seine metcorologischcn Aufzeichnungen, sowie sein Tagebuch niederzuschreiben, ehe er zu Veti ging. Offenbar war das Packchen wahrend seines Schlafens hierher gelegt worden. Er trat naher und bemerkte einen angehefteten Zettel: F. F. Fummerer & Geschwister ihrem juna.cn Manne und darunter die Worte:" Glückliche Ostern!" Also das war ihm bestimmt. Nachdem er die Knoten gelöst, fand c? unter der Hülle den vollständigen Anzug nebst Hut; auch ein Paar Handschuhe, und eine hellblaue seidene Halsbmde! H:ute brauchte Andreas zu sein:r Toilette eine volle Glockenstunde. Erst als kr Anzug straff und tadellos saß, verließ er seine Stube, um hinunterzueilen, und vor allem seinen Pflegeeltern zu danken. Fräulein Eonstantia war ganz entzückt wie ihr junger Mann" stattlich aussah. Sie glättete noch einige Falten am Rock, knüpfte die Halsbinde zu einer mehr künstlerischen Schleife, und beeilte sich, den Kaffee zu kredenzen, denn der Aufbruch sollte pünktlich stattfnden. Nun trat auch der Bruder in's Gemach. Wer ihn heute anders, als kurzweg Fridolin Fummerer angeredet hätte, würde ihn tief beleidigt haben. Schon während er noch unter der Thüre stand, versuchte er sich ineinigen hohen Rouladen, die trefflich gelangn. Ter Schnurrbart war mittelst eines Brenneisens lang ausgezogen worden, das Haar in künstlerischer Nachlässigkeit aufgebaut, und die Gestalt steckte vom Kopf bis zu den llßen in einem wciß:n, schneeigen Anzug. Herr Fridolin hörte die Tankesred: seines Kostgängers freundlich an, dann erwiderte er dieselben in ein paar leisen Worten, um die Stimme nicht unnöthig herzunehmen." Punkt sieben Uhr setzte sich der imposante Zug in Bewegung. Es war bestimmt worden, daß man, mit dem Orchester an der Spitze, in Prozession durch die Stadt marschiren solle. Erst vor den Thoren angekommen, war es gestattü, die zu dieser Gelegenheit an allen Ecken und Enden des Städtchens requirirten Beförderungsmittel, in Form von Stellwagen. Kaleschen. Zeiserlwagen," Steirer- und Leiterwagen" zu besteigen. Nach zweistündiger Fahrt langte man fco dem Kampwirthshause an. Andreas war in's väterliche Hau3 aeeilt. um die Eltern zu begrüßen, während sich die Sckaar der Sänger und Sängerinnen den Anordnungen gemäß auf der Wiese aufstellte, um di: Notenvertheilung von Seiten des Kapellmeisters aozuwarten. Der Chor: Wenn die Nadeln auf den Fichten beben, wurde m vollendeter Weise exekutirt; Herr Fridolin Fummerer zeichnete sich nicht nur als Dichter, sondern auch als Tenor aus. Seiner Stimme oblag es. die letzten Töne in die Lüfte hinaustrcmoliren zu leiten: und sie e he he he he ben, und sie be he he he heben immer fort!" es war einfach rei zend. So reizend, daß allgemein da capo verlangt wurde. Hierauf begann der Aufjtieq. Der Kampwirth hatte alle Vorbereitungen 'getroffen, daß die hungrigen und durstigen Gaste ihr Frühstück bereit finden sollten. Das frisch an gezapfte Faß Pilsener lag neben mehreren noch festverschsosscnen kleineren Gefährten wohlaekuhlt im Vuraver ließ. und die zu dieser Geleaenbeit aus Kampegz gemietheten Aushilfs kellner." sowie deren Gehilfen hatten vollauf zu thun, um die durstigen Kehlen rasch zu befriedigen. Das Frühstück war eigentlich mehr ein Mittagmahl: Es bestand aus sechs Gängen. so daß das Lied ..Wer hat dich du schöner Wald" mit einer starken halben StundeVerspätung an dieReik'e kam, da man den Vortragenden Zeit lassen mußte, sich, wie der Dirigent sagte. auszuschnaufen. Fräulein Constaniia fühlte sich ziemlich erregt, denn die nächste Nummer war ihr Gedicht: Das sehende Mädchen auf der Waihu-Insel." und als nun Herr Notariats-Konzipist Theo bald Wumperl, der die Güte gehabt hatt:, die Deklamation zu übernehmen, vortrat, klopfte der Dichterin so arg das Herz, daß sie Andreas bitten mußte, ihr ein Glas Zuckerwasser mit Wem zu besorgen. Uebrigens war der Triumph ein vollkommener. Schon bei der dritten Strophe brach lauter Beifall los al nämlich dir sehnende Jungfrau den Gipfel des Kraters Moku a weo weo (was zu deutsch, nach der Versicheruna der Verfasserin: Fels des Wehs" bedeuten sollte, worauf ein witzig sein wollendes Mitglied das gut deutsche Au weh" von besagtem Krater ableitete) als also die sehnende Jungfrau den Gipfel besteigt, um noch einen letzten Blick über die ihr m Für. n. r. ... . r tzen liegenoe jnui zu rocijcn;
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Dahin drängt mein Sehnen nur,
Dahin ziehen die Gedanken; Willst Liebe. Du N bic vergehende Mana-Loa umranken? Bravo! Bravo!" hörte man von allen Seiten rufen. Dann folgte die bemerkenswerihe Stelle, wo der ersebnte Unbekannte, Namens Nuka-Hiwa, von der Tongata-bu-Jnsel herübergeschifft kam, gleich einem Lohengrin, zwar nicht von Schwänen, aber von Pelikanen gezogen. Sie erblickt ihn, und weht mit ihrem Schleier. Auf das Zeichen besteigt er im Dauerlauf den Krater, und sinkt ihr zu Fußen. Mana-Loa spricqt: cr Zcphqr koset, der Krater ratscht, 6s zittert leis in den Lüsten mir zu, Tie Blätter säuseln, der fiel, er leinet)?, Wir. lieben uns Beide, ja ich und Tu!Und hierauf noch die Schlußszene von packend:? Wirkung, wie der wilde lie'cestrunkene Pagopago-Hu Hu heraufgestürmt kommt, und die Beiden einander in den Armen liegend findet. Mit prächtiger Geberde" streckt er die Hand gegen sein Gefolge aus, und ruft mit' Donnerstimme: Hinunter mit ihnen in den Krater!" Das zeitgemäße Einfallen des Brummchors war von uberwaltliender Wirkung. Es gruselte allen. Man sah förmlich das festumschlungene Liebespaar, wie es von brutalen, mordgierigen Fäusten an den Rand des Abgrunds gedrängt wurde, ein Stoß, und während das Paar viele tausend Meter" in die lohende Tiefe" wirbelt, findet es noch Zeit zur Schlußstrophe: schlage ferne, unter Sterne, Treues Herz, den schönen Traum; Tir zur Seite, trennt nicht Weite, Weder Zeit, noch weder 9tamn! Stürmische Beifallsrufe brachen von allen Seiten los. Alles drängte sich herbei, um der Dichterin die Hände zu schütteln, und der Vorstand der Liedertafel beantragte ein dreimaliges Hoch mit Tusch," welchem Antrag en'thusiastisch nachgekommen wurde. Nach diesem Trmmph war es nicht zu verwundern, daß die lyrische Dichtunz in Ghasel-Form: Auf den Flügeln der Lämmerwölkchen" sich keines besonders glänzenden Erfolges zu erfreuen hatte. Wohl vernahm man einige schüchterne Klatscher, (Herr Fridolin Fummerer behauptete soz,ir nachträglich, es sei der ungenannte Verfasser selbst gewesen) aber Niemand wollte auf diese Ermunterung besonders eingehen, und es blieb daher bei diesem einfachen Achtungserfolge. Der Rest des Programms , wurde freundlich aufgenommen, ja, Herr Pofterpeditor Hörndl hatte sogar di? Vefriedizung, mit seinem Vortrag: ..Die Luft in ihren quadratischen VerHältnissen zu den Lungen der Briefträger" reiches Lob zu ernten. Die Frage war klar, und allgemein verständlich gelöst, und der Verfasser hatte sogar den guten Einfall gehabt, die Sache durch Vorzeigung von Photographien eines Briefträgers (der Vriefträaer unmittelbar nach seiner Geburt. und der Briefträger nach zweijähriger Amtsfunktion) den Zuhörern voll kommen plausibel zu machen. Nachdem man sich in den Zwischenpausen reichlich erfrischt, und gegenstitig zum glänzenden Gelingen des Festes beglückwünscht hatte, stimmte das Orchester den Marsch an: Auf in's Thal!" Paarweise (männlich und weiblich. soweit nämlich die Zahl der theilnehmenoen Weiblein reichte) sehte sich öer Zug. mit dem Orchester und dem Vereinsbanner an der Spitze, m Be wegung. ' Es war natürlich, daß der Interpret cer.polynenschen Rhapsodie deren Dich term den Arm bot. Kann man glücklicher enden?" flüsterte Herr Notariats-Konzipicnt Wumperl noch unter dem frischen Eindruck der Dichtung. Als wer?" war die lispelnde Frage. -AB Nuka-üiwa." Und Mana-Loa!" war die be bende Ergänzung. Wären Sie Mana-Loa so wollt: ich er sprach s nicht weiter aus, denn ein mißgünstiger Zugwind schlug ihm das Ende der einen Bannerschleife zwischen die Lippen aber er glaubt: ein leises Zittern des Armes zu fühlen, der in dem seinen lag. Fast hätte man vermuthen können, daß der neckende Knirps mit Pfeil und Köcher sich auf der Svitze des Banners festhielt, mit den langen Seidenbändern spielend, und dieselben dem Paare über die Köpfe wehend aber wenn er dort kauerte, so begnügte er sich vorlaufig mit seinem Bogen zu zielen ... er hielt es noch nicht für zeitgemäß, das Geschoß von der Sehne schwirren zu lassen . . . Auf der Wiese, vor dem KampWirthshaus gab s noch einen Steig bügeltru.nk," der sich fast auf eine volle Stunde ausdehnte, denn der Wein im Kampwirthshaus war bekanntlich nicht gewassert. . Da fiel auch ein kleiner Zwischenfall vor, der für einen Augenblick die fest liche Stimmung zu trüben drohte dank der Energie des Kampwirthes jedoch rechtzeitig beiseite geschafft wurde: Mit den Aushilfsdienern von Kampegg war ein armer Teufel herüber humpelt, allgemein unter dem Namen der Kamptrottel" bekannt. Ein krummbeiniger, großkopfiger BlödsinNiger, welcher das Gemerndearmenhaus in Kampega bewohnte Einige be haupteten, der Kamptrottel sei einfach nur ein fauler Lump, der sich ganz gut
sein Brot mit Steineklopfen oder Botengängen verdienen könne, welcher es aber als weit bequemer vorzog, den
Blödsinnigen zu spielen, auf der faulen Haut zu liegen, und dem neben Herrgott die Tage abzustehlen. Heute war er gegen den Willen seiner Torfgenossen herübergekommen. Sie hatten sogar versucht, ihn zurück zu jagen, als er .ihnen nachgehinkt kam aber in solchen Fällen wurde er dann böse, und warf nach den Leuten mit Steinen. So ließ man ihn denn endlich unbehelligt folgen. Einige von den Auöflüglern hatten ein Vergnügen daran gefunden, für den Geistesschwachen die Vierreste zusammen zu gießen, die sich in den Gläsern fanden und der Kamptrottel ließ sich nicht lange bitten, das kühle Naß die Kehle hinunterrinnen zu lassen. Das ungewohnte Getränk hatte ihm schon oben, auf der 'Ruine, das Blut etwas erhitzt; das Bier war ihm zu Kopf gestiegen und als nun der Zug sich zum Abstieg in Bewegung setzte, war es b:r 5iamptroticl, der denselben unter allerlei Kapriolen eröffnete. Unten auf der Wiese angekommen, fetzten mehrere der Sänger ihre Späß? mit dem Halbirunkencn fort. Man gab ihm Wein schleuderte dann kleine Münzen in die Luft, die der Andere, unter allerlei Gliederverrenkungen mit dem Munde, gleich einer Dogge, aufsinq und schließlich wurde er zudringlich: Fräulein Eonstantia schien plötzlich für den Blödsinnigen eine besondere Anziehungskraft zu besitzen. Er schlich in ihrer Nahe umher betrachtete sie kam dann knapp heran, berührte unier unverständlichen Lauten ihr Kleid und endlich sogar ihre Hände, so daß das Fräulein nahe daran war, einer nervösen Krisis zum Opfer zu fallen. HerrNotariais-KonzipientWumperl. der den Moment, als Kämpe einzutreten. für gekommen hielt, sprang herbei, und gab dem schmutzigen Vagabunden einen Fußtritt, daß dieser, ein paar Schritt weit, mit dem unförmlichen Kopfe voraus, in's Gras kollerte. Im Nu hatte er sich jedoch erhoben, und die Hand mit einem Stein bewaffnet. Das Geschoß schwirrte durch die Luft und traf Herrn Wumperl in höchst empfindlich:? Weise am Schienbein. Diese? Schlag war so schmerzhaft, daß der Verwundete schwarz zu sehen begann und in d!c Knie brach, was zur Folge batte, daß Fräulein Eonstantia wirklich und wahrhaftig in 'Ohnmach! fiel. Andreas, der in der Nähe gestanden, svrang seiner Gönnerin hilfreich bei. während der Kampwirth aus den Steirchleuderer losstürzte, denselben beim Kragen packte und ihn mit einem Paar Watschen" rechts und links traktirte daß dem Blödsinnigen in diesein Momente ganz gewiß der Geist zum Scheitel hinausstieg. Dann wurde der Missethäter einem der Kellner übergeben, mit dem ölufirag. denselben inden Stall zu sperren. Unter verwünschenden Geberden und UN' verständlichen Drohungen ließ sich der Gezüchtigte seinem provisorischen Kerker zuschleifen. Fräulein Eonstantia wurde, dank reichlichem Besprengen mit Wasser, bald wieder zu sich gebracht. Ihr erster Blick galt ihrem Ritter. Wumperl, der sehr bleich im Grase saß und das zerschundene Schienbein mit kalten Umschlägen behandelte. . Nachdem sich die Hauptbetheiligten von dieser unliebsamen Szene erholt hatten, wurde zum Aufbruch geblasen. Als der letzte Wagen sich m Bewegung gesetzt hatte, wollte der KampWirth seinen Gefangenen befreien, doch der Vogel war bereits ausgeflogen. Niemand hatte sich zum Glück ron dem unangenehmen Zwischenfall zu sehr veeinflussen lassen nicht einmal du beiden leidenden Parteien. Man wollte dem Mahlspruch Freut euch d:s Lebens" bis zum Schluß des Festes gerech! werden und somit ließ sich sowohl Fräulein Eonstantia. wie auch Herr Wumperl nach kurzem Zureden bcweacn, den Ball mit ihrer Gegen wart zu verherrlichen. Der Konzi pient binkte zwar in sehr auffälliger Weise, aber das gab seinem Auftreten etwas Jnteresjantes und wenn er auch als Verwundeter sich den Rundtänzen gegenüber unthätig verhalten mußte lo konnte cr's immerhin wa gen, bei den Quadrillen seinen Mann zu stellen und zum Kotillon hatte sicb Fräulein Eonstantia persönlich seine Partnern eyaft erbeten, sie konnten ihn ja ganz gut sitzend tanzen: jeden falls war sie ihrem Kavalier diese Aus zeichnung schuldig. Andreas hatte sich einen Ball unterhaltender vorgestellt. Er tanzte wohl nicht schlecht, aber zaghaft und über dies fühlte er sich verpflichtet, sich mehr zur Verfügung der Sitzengebliebenen, als der Vielumworbenen zu stellen -eine Delikatere, die ihm übrigens rei ches Lob und freundliche Worte von selten seiner Etikettenlehrerm, Fraulein Eonsiantias, eintrug. (Forlsetzung folgt) ' ' crijcorfc und tyvaxia. ..Junggeselle: Ach was, ich hätt' halt heirathen sollen, das ist mein Fehler!" Freund: Tu ich hab' geheirathet, das ist meiner!" 3luf denr Fried hos. A.: Zweihundert Mark hat mich dieser Grabstein für meine Schwieaermutter gekostet! B. (in Gedanken): So viel würde ich auck gerne anlegen!"
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