Indiana Tribüne, Volume 30, Number 98, Indianapolis, Marion County, 15 December 1906 — Page 7
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Dezember
giJiiiiiiiininiiiitiiMiüiiiiiiniüinniiüiiiiiiiiiüiiiiig Hiidcrl D Roman von U A. G. von Suttner (Fortsetzung.) 4. K a P i t e l.
e weiter Andreas in den Klassen vorrückte, umso mehr Lust fühlte er zur Sache. Bisher hatte ihm das Schicksal seine Wege mit Rosen bestreut. F. F. Fummere? & Geschwister fühlten eine wirkliche Zuneigung zu dem Knaben d?r Rektor bekümmerte sich auf das eifrigste um den Doktor" wie er den jetzt in die Quinta vorgerückten Schützling scherzweise nannte und die Eltern verhätschelten Ihren Studenten," so oft dieser über die Ferien nach Hause kam. Bisher hatte sich Andreas nicht viel über die Mittelmäßigkeit emporzuschwingen gewußt aber nun, in der 'Philosophie" begann ihm plötzlich ein Licht aufzugehen. Das inechanische Memoriren gina. jetzt nach und nach in das Verständniß der Sache über Tank dem Rektor, der den Jungen liebgewonnen und demselben gestatte! hatte, an Sonn- und Feiertagen mehrere Stunden bei ihm zuzubringen. Tas war eine Freude und ein Gefühl stolzer Befriedigung für Andreas, als der alte Herr ein eifriger und bedeutender Naturforscher eines Tazs seinem Schüler eine Arbeit anvertraute, die er mit dem Eigenschaftswort wichtig" bezeichnete: Es galt, das reichhaltige Herbarium, das der Rektor eigenhändig angelegt hatte, in Ordnung zu bringen. In vielen Fällen mußte freilich wohl der Lehrmeister selbst mithelfen und berichtigen aber die Hauptarbeit und das Hüuptverdienst blieb doch immerhin dem Jüngeren. Das waren Zeiten, wie sie Andreas gerne für immer festgehalten hätte diese Frühlingsnachmittage, wenn zum offenen Fenster der frische Flieder- und Lindenblüthenduft hereinströmte wenn Sperlinge, Schwalben und Amsein durcheinander zwitscherten und pfiffen und er, Andreas, seine Pflanzen rnjt Papierstreifchen festklebte, während der Rektor bald herantrat, ihm über die Achsel guckte bald zu dem großen Bücherschrank schritt, UM in irgend einem Werk ZU blättern oder an den Pfeifentisch eilte, um den großen Meerschaumkopf auszuklopfen und frisch zu füllen. Da gab es allerlei Fragen und AntWorten nur selten wurde Müssiges gesprochen meist Belehrung erbeten und ertheilt. Oft dehnte sich der Nachmittag beim alten Junggesellen bis über die Dämmerungsstunde aus. Dann setzte sick der Rektor an's Splnett und spielte dem Jüngeren Fugen eigener Komvosition vor Weisen, wie sie sein seliger Vater von den großen Meistern gehört und für welche auf den Sohn das Verständniß, sowie die Liebe übergegangen war. Später brachte die alte Haushälterin Licht und kredenzte den Beiden Kaffee oder wenn die Abende schwül waren, gab's saure Milch mit Schwarzbrot. Lehrer und Schüler setzten sich dann vergnügt vor ihre Schalen die man der Größe nach hätte Suppenschüsseln nennen können das Brot wurde in di: dicke, rahmige Masse gebrockt und wie schmeckte der Imbiß nach redlich gethaner Arbeit! Andreas hatte die beim Lehrer in Kampegg begonnenen Klavierstunden hier, in der Stadt, fortgesetzt. Er ging dreimal wöchentlich zum pensionirten Stadtkapellmeister, um die Musikstudien so gewissenhaft als möglich zu betreiben. Auch der alte Hengmüller (so hieß der Kavellmeifter) gehörte zu seinen Freunden auch bei diesem gab's noch nach der Lektion Plauderstündchen. in welchen der Alte gerne Geschichten aus seinen Kriegsjahren zu erzählen pflegte. Anekdoten vom Erzherzog Karl und vom Fürsten Schwarzenberg selbst vom Kaiser von Rußland, den Hengmüller einmal bei einer Parade zu sehen das Glück" gehabt hatte. Der Kapellmeister, der im gewöhnlichen Leben das gute Altösterreichisch" zu sprechen gewohnt war,' liebte es, seinen Helden, wenn er sie aktiv vorführte, einen felbsterfundenen, bruchstückweise an das Hochdeutsche streifenden Jargon in den Mund zu legen: Wia d'r Coarl (der Erzherzog nämlich) dös stacht, nimmt 'r san Deck'l vom Kopf und blatzt (schreit): .Halten zu Gnaden, Majestät (der Buchstabe a immer sehr rein ausgesprachen) nichts für ungut, aber da kann m'r 's ganze G'lumpert auf 'n Vuck'l steig'!'" Seine Lieblingsgeschichte war die, wie der Oberst seines eigenen Regiments (während der Schlacht bei Aspern) den feindlichen Kürassierobe:sten zum Zweikampf herausforderte. Andreas überkam bei dieser Erzählung jedesmal ein leichtes Gruseln: Die österreichischen Dragoner und die französischen Kürassiere standen in zwei langen Angriffslinien bereit da gab der Oesterreicher seinem Pferd du Sporm, galoppirte allein ungefähr auf hundert Schritte dem Feinde entgegen und rief, mit der Hand wehend: .Allong, Herr Kamerad!" Sille vous plaitl" erwiderte der Franzose galant heansprengend dann zogen Beide dieSäbet, und wie
ein Blitz fuhr die Klinge des Oesterreichers dem Anderen um den Hals, daß der Kopf sammt dem Helm zur Erde kollerte! Pardon, Herr Kamerad, ö' is nit gern g'scheh'n!" rief der Dragoner und ritt dann wieder zur Front zurück. Um ihr Leben gerne würden sie so Alle der Reihe nach sich im Zweikampf gemessen haben aber das hätte dann doch vielleicht die Schlacht zu lange aufgebalten auch waren die über den Tod ihres Kommandanten wüthenden Franzmänner nicht länger zu bändigen. Heidi das gab nun Funken und Feuer das war ein bell-mell" aber über's Wass'r hab'n m'r 's deant (doch) z' gut'r Letzt g'schmiss'n, daß All's 'kracht hat! Krutzi Eidaxl dös woar a Hetz! Hengmüller war ein Meister auf dem Violoncell. -Sobald Andreas genug Fortschritte gemacht hatte, um halbwegS vom B'att lesen zu können, gab es kleine DuoZ, zu welchen der Rektor hin und wi-'d:r als dankbares Public kum erschien und es dauerte nicht lange, daß Andreas den Wunsch äußerte, auch dieses Instrument spielen zu lernen weichern Wunsche der Kapellmeister mit großer Bereitwilligkeit nachkam. Die drei Nachmittage der Woche, an welchen Andreas keine Musikstunden hatt?, brachte er theilweise mit seinen Vorbereitungen für die Schule zu. Der Rest der Zeit wurde den Geschwistern stummerer gewidmet. Fräulein Eonsiantias Lesepassion hatte sich dem Knaben doch nur in beschränktem Maße mitgetheilt. l5r las mit Veranügen Walter Scott. und freute sich im Voraus auf die Ferien, wo er mit Muße seinen Träumereien nachhängen der alten Burg sammt seinem Freunde, Peter Holtzapfel, , Ritter häufige Besuche abstatten konnte. Aus Fräulein Constantias schwunghasten, poetischen 'l)rasen wutzte öer Junge mit der Zeit b:n Kern herauszufinden und es war meist ein werthvoller Kern, der da hervorgeschält und an's Tageslicht gebracht wurde. Diese Unterredungen mit der Pflegemutter bewirkten es, daß er den Werth der Wahrheit des Manneswortes schätzen lernte, und daß er sich bescheidene, höfliche Manieren aneignete. Die Tage des Studenten" waren so sebr mit Beschäftigungen ausgefüllt, daß ihm nur wenig Zeit zu anderen Dingen blieb. Mit den Bewohnern des Hofflügels hatte er vorübergehend Bekanntschaft gemacht noch damals, als er ein Knirps war. und als Herr F. F. ihn vor der Strenge der verwittweten Frau Katasterdirektorsgehilfin warnte. Nur mit Mühe war er der Gesalzenen" entgangen, denn die alte Dame hatte wirklich die Gewohnheit, das Züchtigungsinstrumcnt als Lebensbedingung mit sich zu führen. Ihre neun Rangen ließen sich auch wahrlich schwer auf andere Weise bändigen und da die Frau Katasterdirektorsgehilfin nie recht in's Klare kam, wer als Hauptthäter der täglich in ihrer Wohnung begangenen Verbrechen zu bezeichnen war, so hatte fie das einfache System eingeführt, täglich Morgens und Abends die Schaar der Neun über die Klinge oder vielmehr über die Ruthe springen zu lassen. So erhielt ein Jedes seinen gesalzenen" Hieb, und sie war sicher, daß der eigentlich: Verbrecher auf diese Art der wohlverdienten Strafe nicht entging. Andreas, der einmal Zeuge dieser Korporativzüchtigung gewesen, ließ sich's zur Warnung dienen und hütete sich für alle Zukunft, die Zahl der 9 um seine Person zu vermehren. Der Aelteste stand mit ihm in gleichen Jahren doch hatte dieser Ümstand nicht die geringste Anziehung für Andreas zur Folge außerdem trennten sich die Lebenswege der Beiden schon zu jener Zeit, denn der Andere war vor kurzem einem Schneider anvertraut worden, zu dem er tagsüber in die Lehre ging. Mit seinen Studiengenossen pflegte Andreas keinen regelmäßigen, außerklassigen Umgang. Nur einmal im Monat kam er mit seinen Kollegen und mit den Schülern der nächsthohen Klasse zusammen, tonn der Rektor bestand darauf, daß die jungen Leute auch außerhalb der Schule hie und da in Fühlung bleiben sollten. Gestattete es das Wetter, so machte man Ausflüge; kamen Regen- und Schneezeiten, so versammelte man sich jeden 20. des Monats im Saale der 6. Klasse, um sich mehrere Stunden mit Spiel, Gymnastik oder Tanz zu vertreiben. Am bcsien und angenehmsten verging immer dem Junaen die Zeit bei seinem Freunde, dem Rektor. Tort fühlte er sich behaglich und zufrieden. Seine Idee, Arzt zu werden, hatte er niüi aufgegeben im Gegentheil, er gewann immer mehr Lust zu diesem Berufe, denn sein alter Protektor, billigte von ganzem Herzen die Wahl, indem er in seinen Gesprächen genauer auf die Frage einging und darauf hinwies, daß eben die Studien, welche der Jüngere gegenwärtig betrieb, die Vorbereitung zu jener Karriere abgaben. Fast eine jede von den Wissenschafen, die Andreas heute zu bemeistern hatte, bildete einen Theil der Grundläge zu jener, der er sein späteres Leben widmen wollte. Diese Gespräche ermuthigten den Knaben sie bewirkten, daß ihm das Arbeiten Lebens- und Berufszweck wurde daß sein ganzes Sinnen und Streben darnach ging, die Prüfung mit Erfolg zu bestehen, nach welcher
er das Recht erwarb, den Fuß auf die Schwelle der Klinik zu setzen. Mit diesen guten Vorsätzen trat Andreas in die sechste Klasse. Das Herbarium war in schönste Ordnung gebracht, nun sollte es noch wichtigere Arbeit geben: Die Verfassung der meteorologischen Tafeln, welche der Rektor allwöchentlich an ein wissenschaftliches Blatt einsandte. Der junge Beobachter hätte an dem Tage mit keinem Großen der Erde getauscht, als er. das Meteo.rckop unterm Arm, nach Hause ging. Mit Ostentation legte er sein Instrument auf das Kästchen, um sich hierauf an d:n Tisch zu setzen, wo Fräulein Constantia soeben beschäftigt war, den Kaffee einzugießen. Was bringst Du uns da. Andreas?" rief das Fräulein gespannt. Es ist doch nicht am Ende eines jener grauenerregender Instrumente, wie sie Scheusale von der Familie der Torquematadoren erfunden haben, um die geknechtete Menschheit damit zu folitxwl" Nein, es ist ein Äeteoros'kop" erwiderte Andreas wichtig. Waö Du sagst!" die Kaffeekann: blieb mit der 5?and in der Luft schweben. Willst Du gleich keinem modernen Nostradamus die Zukunft Deiner Mitmenschen aus den Sternen lesen?" Nein, Fräulein Constantia Sie verwechseln die Sacke mit dem Horoskop. Das Meteoroslop dient dazu " Um die Meteore abzuwägen!" entschied einfach frtre ft. der während des Gespräches in's Zimmer getreten war und bei dieser Behauptung blieb es vorderhand. Andreas machte auf das gewissenlafidit leim täalicken Auszeichnungen uig.cnöcn Woche hatte er die stolze Befriedigung, feine Tafeln abgedruckt zu finden ja, noch mehr nach dem kurzen Artikel, den der Rektor regelmäßig verfaßte, folgten die Tafeln, mit der Bemerkung: Metcorologische Aufzeichnungen von Andreas Geier." Diese regelmäßige täaliche Beschäftigung hatte zur Folge, daß Andreas auf Änrathen seines alten Gönners seine Abendarbeitsstunde ein wenig ausdehnte, um ein Tagebuch zu führen. Von nun an wurden die Hauptereignisse eines jeden Tages in ein eigens dazu angeschafftes Buch eingetragen. Herr F. F. Fummerer & Geschwister hielt es für angezeigt, seinen jungen Mann" wie er nun Andreas zu nennen liebte ein wenig in die Welt einzuführen. Ein Sextaner soll nicht nur immer über den Büchern hocken, sondern auch ein wenig in der Außenwelt Zerstreuung suchen und sinden" war sein Ausspruch gewesen und Fräulein Constantia hatte der Ansicht des Bruders in vollstem Maße beigestimmt: Gewiß; Jünglinge können sich nie zu früh an gesellschaftlichen Werkehr und an die .Parketters' gewöhnen." Die Gelegenheit bot sich vortrefflich: Zu Ostern wurde die große Jahreslicdertafel" abgehalten, für welche Herr F.' F. als erster Tenor das Programm aufzustellen beauftragt war. Das Fest sollt: diesmal glänzend ausfallen vorausgesetzt, daß es das trügerische W?t!er gestattete. Der Antrag war gestellt worden, einen Gcsammtausflug zum KampWirthshaus zu machen und einen Theil des Tages dortselbst zu verbringen. Gegen Abend sollten die Ausflügler in die Stadt zurückkehren und das Fest mit einem solennen Ball im Kasino beschließen. Der Entwurf lag vollendet auf dem Tische: .stkrsonntag: Groß JaliresliedsttJfel dkö Gesangvereins .Hilaria.' Programm: Morgens 7 Uhr: Aufbruch der Sänger.
, 10 Uhr: Ankunft im Kampwirtyshaus und Chor: ,Wenn die Nadeln auf den Fichten beben!" (Text von Zskidslin ffummerer.) i 11 Uhr: Aufstieg zur. Auine und rUhstiick. 12 Uhr: .Wer hat dich, du schöner Walv,' und Vortrag anderer Lieder. Pause. Poetische .Vortrüge: 1. ,$5 sehnend? Mädchen auf der Waihu? Insel.' (Polynesische Rhapsodie mit Vrummchcr. Gedichtet von Constantia Fummerer. 2. ,Auf den Flügeln der Lämmerwölkchen.' sVon einem Ungenannten.) Pause und Erfrischungen. Szene aus Wilhelm Tell. (Im Kostüm dargestellt, und mit Benutzung der Ruine als Hintergrund.) Pause. Wissenschaftliche Vorträge: 1. ,Ueber den Einfluß des Sonnenlichtes auf das Fell der Ratten.' sVerfat und besprochen von Herrn Chemiker Weißahn.) 2. ,Tie Luft in ihren quadratischen VerHältnissen zu den Lungen der Briefträger.' lBeobachtet und niedergeschrieben' von Herrn Postcxpcditor Hörnde.) Pause mit Erfrischungen. Aufbruch in's Thal mit dem Orchester. Chor vor dein KampwirthLhause. Heimkehr Kasinoball. 5. K a p i t e l. er große Tag nahle. Die Vorbereitungen waren mit der peinlichsten Sorgfalt getroffen worden, damit nur Alles ja recht klappe. - Bezüglich Andreas war mehrere Tage hindurch Kriegsrath gehalten worden, denn Fräulein. Constantia hielt die Gelegenheit für günstig, den Jungen mit einem Gesellschaftsanzuge auszustatten. Der Frack jedoch, den sie für commiö faux" erklärt hatte, war ihr vom Bruder ausredet worden. Er hatte zu einem
einfachen schwarzen Anzug gerathen, da derselbe seinem jungen Manne" für alle Umstände dienen konnte während der Frack nur in außergewohnlichen Fällen angelegt wird; auch durfte man. den Vater nicht zu fehr mit derlei Luxusausgaben belasten, denn Hier hatte übrigens Fräulein Constantia den Bruder unterbrochen. Es war ihr niemals in den Sinn gekommen, den Herrn Geier diese Last tragen zu lassen: Sie hatte sich schon längst vorgenommen, diese Ausnahmsklcidung ihrem Schützling als Osterei" zu verehren Herr Geier brauchte mithin nicht einmal um die Sache zu wissen. Uebrigens im Prinzip hatte der Bruder, wie immer recht; sie gab zu. daß es praktischer sei, statt des Fracks einen Gehrock zu wählen und dabei blieb es auch. Andreas sah dem Tage mit bedeutender Spannung entgegen. Er sollte zum ersten Mal in der Gesellschas!" des Städtchens erscheinen und außerdem inmitten der Schaar der Sänger seinen Einzug im KampWirthshaus halten! Da sah er im (Äeiste. wie der Vater wohlgefällig schmunzelte, und die Mutter angenehm überrascht die fr'anbz zusammenschlug, kurz, cs freute ihn, sich den Seinen als Mann" ?eiaen zu können, den sein treffliches Betragen befähigt hatte, eine wenn auef) nur bescheidine Rolle in der Gesellschaft spielen zu dürfen. Das Einzig?." was ihm das Vergnugen ein wenig trübte, war. dafc sein Beschützer, der Rektor, am Feste nicht theilnahm. Der alte Herr war kein Freund von lärmendem Getriebe. Hatte er doch seine Gewohnheiten liebgewonnen, die er nur ungern im Stiche ließ und das nur in solchen Fällen, wo er durchaus nicht anders konnte. Niemand gewann durch seine Anwesenheit und Niemand verlor durch seine Abwesenheit, so. hatte er dem Schüler erklärt und was das Vergnügen selbst betraf, so war das individuelle Geschmackssache. Als er in den Jahren deL Doktors" stand, da hatte er freilich Freude daran gefunden; er war der Lebhaften und Lustigen Ersier gewesen, allein mit den Jahren schwinden die Interessen sie machen anderen, neuen Platz, und diese seine neuesten waren: ruhig seinen Kaffee zu trinken, sich dann mit der wohlgestopften Pfeife und einem guten Buche in den Fenstererker zu setzen; dort sangen ihm die Vögel Lieder, wie sie die Menschen zu ersinnen nie im Stande waren und dort fühlte er sich wohl und glücklich. Geh, mein Sohn, und freue Dich des jungen Lebens. Es wenden die Zeiten schneller kommen, als Du glaubst wo sich das Haar lichtet wo ein Sängerfest Dir ein gleichgiltiges Lächeln entlockt und wo es Dir sauer wird, den weichen Lehnstuh! mit einem harten Wagensitze auf holpriger Landstraße zu vertauschen: Du hast recht, an derlei Zerstreuungen Vergnügen zu finden, ja, es würde fogar von einem frühveralteten Herzen zeugen, wenn das Gegentheil der Fall wäre." Dann erzählte der Rektor dem Knaben von seinen eigenen Jugendzeiten, von all seinen Freuden und Leiden und Zukunftsträumen: Sonderbar, wie Alles sich anders gestaltet, als wir's erwarten, sogar oft mit Sickerhcit ?u wissen glauben! Du bist heute mit Leib und Seele Doktor; wirst Du's in zehn Jahren noch immer sein oder vielmehr, wirst Du's erreichen? Vor fünfzig Jahren war ich Seemann, das heißt ich träumte von nichts Anderem, als die Welt nach allen Richtungen zu durchsegeln. Länder zu entdecken und vielleicht eines Tages eine moderne Armada zu verNichten. Heute bin ich Rektor eines Gymnasiums, dem es schwindelt und der sich fast seekrank fühlt, wenn es gilt, ein Flüßchen auf der Fähre zu übersehen! (Fortsetzung folgt.)
Xock,wasser in Tirol. Aus Südtirol laufen Nachrickten über Schäden ein, die durch das Hochwasser hervorgerufen sind. Ein Bericht vom 14. November lautete: In der Umgegend von Matsch sind die Felder arg beschädigt. In Mezzolombardo hat der'Nocefluß den Damm in einer Länge von hundertMeter durchbrochen. Gebiete von drei Kilometer Länge und vier Kilometer Breite sind überstemmt; viele Ortschaften in d:r Val Sugana stehen unter Wasser. In Nave steht dzs Wasser zwei Mete? hoch. Der Betrieb des ElektrizitätsWerkes von Tonale ist eingestellt. Mehrere Häuser sind sammt Geräthen und Hausthieren fortgerissen, viele Brücken fortgeschwemmt. Felder und Weingärten verwüst. Zwei Personen wurden bei dem Unwetter todt aufgefunden. Nach anderen Meldungen vom gleichen Tage aus Innsbruck hat die Wintsch-anbahn den vollen Betrieb aufgenommen. In Sarnthein sind große Muhrbrüche erfolgt, der Thalweg ist verschüttet. In Salurn hat die Etsch den Damm an zwei Stellen durchbrochen. Viele Häuser sind ge. räumt worden. In Gries ist ein Neubau drch Unterwaschung des Funda ments infolge Regens eingestürzt. Aus einem Zeitungsbcrictzt. Der tödtlich Getroffene hatte noch die Kraft, sich bis zum nahen Postamt zu schleppen, wo er seinen Geist aufgab.
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