Indiana Tribüne, Volume 30, Number 98, Indianapolis, Marion County, 15 December 1906 — Page 5

Jndkana Tribüye, 15 Dezember 1906

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Polderbewohner in Holland.

Mehr als anderswo gilt in Holland noch die Erd als ein kostbares, .sorgfältig zu verwerthendes Gut. Ist sie "doch in jenem Lande von Alters her mühsam dem Meer Stück für Stück abgerungen. Generationen haben an den Tausenden von Kanälen Jahrhunderte lang gearbeitet. .Der Privatier wie der P:nsionär aus Indien reihen sich in ihren späten Tagen an den Bauer an, um neben ihm oder mit ihm das Erbe der Väter zu erhalten und auf dem fruchtbaren Polderland" ein wenig Gemüse, ein wenig Viehzucht und ein wenig Gartnerei zu treiben. Diese Leute lebten gewissermaßen zurück zu dem ursprünglichen Daseinszweck der Menschen, nämlich ein kleines Reich zu bescherk, in dem sie nach Belieben schalten und walten können, der Erde schöne Blu-

, men und Pflanzen zu entlocken und

sich nützliche Thiere auszuzieyen. Die ihnen die Nahrung zum Leben in abwechslungsreichster Form liefern. Der Begriff Heim" bildet für sie kein nothwendiges Uebel, das man in Ordnung hält, weil es so Sitte ist, sondern dieses Heim ist ein Kunsti .. i vi fstt ? r fl (7 n Vr Will, Uil VWUl llll VlV u I fRttnVtcklih'. des braktiscken Sinnes und des Komforts berumaetiftelt und

i gewirtyschastet wiro. lis wiro ge1 scheuert und gefegt, gemalt und ge-

schnitzt vom First bis zum Fußboden, auf dem die Bewohner ehrfurchtsvoll meist mit den Strümpfen einherschleichen, während die Holzschuhe vor der Hausthür abgestreift werden und dort einträchtig beieinanderstehend ein Stilleben bilden. Gedämpftes Licht, das nur durch den unteren Theil der großen Schiebfenster hereindringt, herrscht in allen Räumen und läßt die Farben im Garten und auf der Straße doppelt hell und glanzvoll erscheinen, wenn man von seinem Nuheseffel aus hinaussieht ins Freie. Dr Holländer, selbst der gebildete, ist nicht stolz und wendet sich z. B. nicht mit Abscheu (trotz seiner Rein lichkeitsverehrung) von. dem Gedanken: Schweine zu ziehen. Nur sperrt er sie nicht in übelriechende Ställe, sondern läßt sie. sobald es die Iahreszeit . erlaubt, auf .seinen Wiesen frei umherlaufen in vergnüglicher Gemeinschaft mit Kühen, Schafen und Pferden. Allerdings hat er es kaum nöthig, auf diese seine Zöglinge ächtzugeben. Die Weideplätze und Be sitzungen sind dort statt mit Hecken mit- meterbreiten Kanälen eingefaßt und nur über eine Brücke zugänglich. Aber gerade die schlammigen, mit verschiedenartigen Kräutern und Pilzen bewachsenen Ufer der Kanäle sind ein Eldorado für Schweine. Aber damit ist auch das Unästhetische der hollandischen Landschaft erledigt. M scheckige Kuh, das kopfnickende Pferd und die wolligen Schafe tragen nur dazu bei, das Bild echt menschlicher Wohnstädten zu heben und zu verschönern. Die silberglänzenden Wasserstreifen sind stellenweise mit Wasserrosen und Blattpflanzen vollständig bedeckt. Getrennt von diesem der Thierwel! ausgelieferten Bereich erhebt sich in einiger Entfernung inmitten eines schönen Gartens das Wohnhaus. Für eine Familie gebaut, gleicht eS mehr einem Schmuckkästchen, an dem jemand sorgfältig herumpolirt hat, als der Behausung arbeitsamer Menschen. Ein eigenartig stimmungsvolles Aussehen ruht über dem Ganzen. Rankenrosen hängen in prächtiger Menge vom Dach herunter. Weiße Treppenstufen fuhren zu einem Bestiböl hinauf, auf dem der Hausherr mit Vorliebe seine Siesta halt. Die großen Fensterscheiben, hinter denen stets die dunkeln Vorhange herabge lassen sind, glänzen wie schwarze Spiegel in der Sonne und verleihen , dem Hause etwas GeheimnißvllL. Ein schöner Vorgarten erstreckt sich bis an den breiten Kanal, der den Besitz von der Landstraße trennt, und hier, auf sorgfältig gehaltenen Bee ten, pflegt der Holländer feine Blumen. an denen er seine Freude hat. Im Frühjahr sind es die weltberuhm ten Tulpen, Hyazinthen und Gladio len, die die ganze Gegend mit ihrem Duft erfüllen. Im Sommer sind es andere Blumen vorn schöner Farbe un Art. Der grüne, saftige Rasen ziehl sich bis an den großen Kairal, an dessen Rand buntblättrige Gewachse. Schilf und Stauden m man nigfaltiger Menge wachsen. An dem einen Ende des Gartens zieht sich ein breiter Weg hin, der auf eine Brücke mundet, die meist breit genug ist. daß ein Wagen bequem darüber hinfahren kann. Sie ist so eingerichtet. daß sie je nach Bedarf durch eine sinnreiche Hebelvorrichtuttg über das Wasser bis zum anderen-Ufer herabgelassen werden kann, oder sie steht senkreckt in die Höbe und läßt d?n LÜeg für die Schiffahrt frei. Dies ist meistens der Fall, denn Metzger, Bä cker und Händler jeglicher Art sowie Postboten und Zeitungöverkäufer treiben mit einer Motorschraube am Heck ihrer Barke oder durch sanften Ruderschlag tagaus tagein ihr Fahrzeug an diesen Behausungen vorüber und versorgen sie mit . allem, was der Markt an Waare und die Welt an Neuigkeiten bietet. Heruntergelassen wird die Brücke nur bei besonderen Gelegenheiten. Sonst bleibt der Kanal fies und ist 'für den Polderbewohner

eine Verbindung '..mit der großen

Welt. Denn auf diesen Wasserstraßen ist stets Leben und Verkehr: nur daß zum Unterschied mit großen Städten v t- r . m alles langsam i eines veges ziem. Diese Kanäle sind ein Verdidungswea mit den Städten, die in Holland nicht weit voneinander uegen, den andern bilden die großen, mit Backsteinen gepflasterten Reichsstraßen', über die die. Automobile hinwegsausen und die Radfahrer gemäcklich dahingleiten. Fußgänger sieht man wenige. Ueberhaupt ist Holland das Land der Radfahrer; dort wird das Rijwiel" von allen Klassen der Bevölkerung gleichmäßig viel benutzt, sc daß kaum jemand dort wohnt, der nicht bei irgend einer Gelegenheit strampelt. So sind die Verkehrswege beschas fen, die an den kleinen Lustfarmen vcrüberführen. Weit dehnt sich das Land nach allen Richtungen bis in die graue Ferne. Ein großes Stuck Himmel wölbt sich majestätisch über das Garze. Niederlande" trn wahren Sinne des Wortes und doch reich an nraler-scher Schönheit. Nur gegen das Meer hin erhebt sich der Boden zu einem unfruchtbaren.- mit hartem Gras und Gestrüpp bewachsenen Bollwerk aus Sand. Diese Dünen und Deiche schützen die Polderbewohne? vor den aufgewühlten Wellen, und es gibt kein Holland in Noth" rcek Am magnetischen Pol. Bor wenigen Wochen ist der Norwezer Raold Amundsen, der bekanntlich in seiner 70 Fuß langen Schaluppe Moa" zum ersten Male von Osten nach Westen durch die nordwestliche Durchfahrt gekommen ist. in Christiania eingetroffen. Capitän Amundsens vornehmstes Ziel war, Forschungen über den magnetischen Pol anzustellen. Zu diesem Zweck hat er sich zwei Jahre im hohen Norden aufgehalten und dieAufzeichnungen darüber und über 'seine sonstigen Beobachtungen wurden hier in zwei großen eisernen Oelbehältern, die mit 50.000 Dollars versichert waren, an Bord des Dampfers gebracht. Daß ich den magnetischen Pol erreicht habe, ist wohl außer Zweifel", berichtete Herr Amundfen. Die Nadein meiner Compasse blieben an einer Stelle ohne irgendwelche bemerkbare Schwankungen. Näheres kann ich . erst mittheilen, wenn ich meine Aufzeichnungen. Photographien und anderes Material durchgearbeitet habe. , Es wird dann auchklar sein, ob der magnetische Pol stationär ist oder ob seine Lage Veränderungen unterworfen ist. Die nordwestliche Durchfahrt ist 'sehr eng' und 'seicht, an manchen Stellen zwischen der Küste und den Eisbänken war sie nicht öreiter als eine Viertelmeile. Das Land war fast überall niedrig und ohne höhere Vegetation, nur isländisches Moos war zu sehen, sowie manchmal, soweit das Auge reichte, rothe, gelbe und weiße Blumen. Ich habe insgesammt wohl tausend Eskimos gesehen. Sie. waren gewöhnlich zuerst recht scheu und zurückhaltend, später aber wurden sie zutraulich. Sie sind in Rennthierfelle gekleidet, nicht in Robbenfelle wie in Grönland. Einige Stämme dieser Eskimos hatten noch nie einen weißen Menschen, gesehen. Wir konnten uns durch die Zeichenspräche recht gut verständigen. Einige Stämme kennen den Gebrauch des Feuers nicht, so z. B. die Eskimos auf King Wllliams-Lnd, die nur von rohem Fleisch und Fisch leben. Sie verlangen nicht, daß diese Nahrungsmittel sehr frisch sind, sie scheinen sogar solche mit einem entwickelten Hautgout andern vorzuziehen. Ich fand gefrorenen Robbenthran vorzüglich, er hat nicht den häßlichen Oelgeschmack, der dem flüssigen Thran anhaftet. Am besten schmückt aber gefrorener Salm. Das ist eine vorzügliche Speise und ihr Geschmack ist wie Erdbeeren." Capitän Amundsen meinte, weder er noch seineMannschaft hätten besonders viele Strapazen auszustehen gehabt. Sie konnten sich durch Jagdzüge und Fischfang stets genug frisches Fleisch. und Fische verschaffen, natürlich war an frisches Gemüse aber nicht zu denken. Ein Mann starb auf der Reise, die übrigen blieben bei voller Gesundheit. Ueber einen Eskimostamm, der noch nie Weiße gesehen hatte, berichtet soeben auch ein amerikanrscher Walfischfänger, der Kapitän Klinkinberg, der mit seinem Dampfer Olga" nach Prince Albert-Land gefahren ' war und dort in Begleitung einiger Eskimos eine Jagdtour ins Innere gemacht hatte. Er fand einen Stamm, aus sechshundert Köpfen bestehend, dem nie ein Weißer zu Gesicht gekommen war. ' Diese Eskimos waren mit Kupferwaffe versehen, die sie selbst aus zu Tage liegendem Erz verfertigten. In der Nähe von Fredericksburg, Va'.. brannte kürzlich ein dem Herrn P. M. Bradshaw gehöriges Gebäude nieder. In dem Gebäude stak ein beschoß, welches während deö Bürgerkrieges hineingeschossen wurde. Dieses Geschoß gelangte nun erst nach 40 Jahren in Folge der durch den Brand verursachten Hitze .zur Exploision. Die Stahlsplitter flogen ' nach allen Windrichtungen, doch wurde Niemand vnletzt.

. ' Cicera. ; .j. ; Humoreske von Eugen Jsofani Sie hieß natürlich eigentlich nicht

Cicera. Als sie aber den Dienst als Mädchen für Alles bei uns antrat, bepackt mit einer Hutschachtel, einem Regenschirm und einigen anderen Kleinigleiten, m's Zimmer kam, .und meme. w , rm c rau ste fragte: me war oocu giciaj hr Name?" hatte sie in folgender Weise geantwortet: Ich heiße Anna Amalie Karoline, Helene Fischer.. Mem Rufname ist Helene. In. der vorigen Stelle wurde ich zwar Anna gerufen, weil das Fräulein Helene hieß, und damit es keine Verwechslungen gäbe. Aber die gnädige Frau, werden wohl so gut sein, mich wieder Helene zu nennen. Die gnädige Frau,, wo meme Mutter zehn Jahre lang als Köchin gedient hat. hieß auch Helene. Und als meine Mutter geheirathet hat, da sagte die gnädige Frau zu ihr: Be: Ihrem ersten Madchen stehe ich Pathe! Und da kriegte ich schon von ihr den Namen Helene. Zehn Mark hatte sie mir damals auch noch geschenkt.. Und Anna und Amal:e heißen die Schwestern von meinem Vater und Karoline heißt meineTante von Mutter Seite; die haben alle bei mir Pathen gestanden. Wollen die gnädige Frau nur so gut sein und mir meine Schlafkammer zeigen!" Das that denn meine Frau; als sie dann nach einer Weile wieder in's Zimmer kam, sagte ich zu ihr: Liedes Kind, Du hast gewiß schon von den beiden berühmtesten Rednern des Alterthums gehört, von Demosthenes' und Cicero. Dem ersten rühmt man nach, daß sich seine Reden einer solch prägnanten Ausdrucksweise erfreuten, daß es unmöglich schien, auch nur ein Wort in ihnen fortzustreichen. Cicero aber soll bei seinen Reden durch eine so umfassende, alle möglichen Einwände vorher bedenkende Vollkommenheit geglänzt haben, daß es unmöglich gewesen sein soll, einer Rede des Cicero auch nur ein Wort hinzuzufügen. Ich glaube, liebes Kind, daß unser neues Mädchen, deren außerordentliche Redebegabung erstaunlich scheint, eher einem Cicero zu vergleichen ist, denn ich' finde, daß ihre Antwort auf Deine Frage nicht vollständiger hätte sein können. Nennen wirrste also Cicera! Ja, Du kannst noch scherzen!" antwortete meine Frau ganz ernst, ich muß Dir gestehen, daß diese Sprechwuth des Mädchens ein 'großer Fehler ist. Ich glaube nicht, daß ich das werde aushalten können! Ich habe von dem unaufhörlichen Reden schon Kopfschmerzen!" Als dann Cicera eine Stunde später den Tisch zum Abendessen deckte, und sie es bei dieser Gelegenheit nicht Unterlasten konnte, meiner Frau mitzutheilen, daß bei Frau Dr. Sauer, wo sie ein halbes Jahr lang in Ste!lung gewesen, genau solche Teller waren, wie bei uns, und daß Herr Müller in dem Hause, wo sie zuletzt gedient, für den Salat immer ?inen besonderen Teller haben mußte, ' während die gnädige Frau ihn auf dem Bratenteller aß, da suchte meine Frau den Redestrom des Mädchens zu hemmen. indem , sie schüchtern unterbrach: Aber, Helene. Sie müssen nicht so viel sprechen! Ich kann das gar nicht vertragen! Es ist. mir wirklich gleichgiltig, was für Teller Frau Dr. Sauer hatte." , Hierauf aber erwiderte Cicera mit großem Gleichmuth: Ja, das Sprecben bin ich nun 'mal so gewohnt, gnädige Frau! Davon werde ich wohl nicht lassen können. Meine Mutter, die auch so gern spricht, sagt immer: Wer lang spricht, lebt lang! Frau Müller hat es ja auch nicht vertragen können, die ist dann immer hinausgegangen. Na, mein Gott, das Sprechen ist doch das einzige Vergnügen, das solch ein armer Dienstbote hat!" Indessen hatte meine Frau doch einen Ausweg gefunden, die Redselige zum ' Schweigen zu bringen, einen Ausweg freilich, der nicht ganz unbedenklich war. Da Cicera absolut nicht kochen konnte, meine Frau also gezwungen tvar, sich in ihrer Gesellschaft in der Küche aufzuhalten, so suchte sie den Redestrom des Mäd chens dadurch aufzuhalten, daß, meine Frau unaufhörlich sprach, denn selbst zu sprechen ist immerhin eher zu ertragen, als 'Anderer Geschwätz mitanhören zu müssen. Wenn meine Frau eine ' Suppe kochte, hielt sie dem Mädchen einen langen Vortrag, wie diese Suppe zu kochen sei. und wenn Cicera Anstal. ten machte, den Mund aufzuthun)' fuhr meine Frau schnell fort, ihr zu erklären, wie die .Großmutter, die Mutter und die Tante dieselbe Suppe gekocht . hätten. So . gewöhnte sich meine Frau auch langsam dasSchwatzen an, und es fehlte nicht viel, daß ich auch sie bald Cicera genannt hätte, als wir durch eine Katastrophe von unserem Mädchen für Alles befreit wurden. Eines Tages empfing ich um halb neun Uhr mit der Morgenpost eine Karte meines Freundes Wilhelm Hamelke ausDresden mit folgendem Inhalt:' Lieber Freund! Wenn' Du diese Postkarte in Händen hast, so' bin ich -bereits in Berlin. Ich treffe des Nachts daselbst ein und steiae im Kaiserhof ab, wo ick. morgen früh Nachlicht erhalte, ob ich fofort weitttreisen

muß. Dies würde dann um zehn Uhr vom Stettiner Bahnhof aus geschehen. WM Du mich sprechen, so -sei um dreiviertel zehn Uhr dort. Vorher aber telephonire im Kaiserhof an, da es wohl möglich ist, daß meine Reise unnöthtg wird, und dann haben wir den ganzen Tag Zeit, zusammen zu sein. Dein alter Freund Wilhelm." Als ich diese Karte erhielt, saß ich gerade gemüthlich im Schlafrock beim Morgenkaffee. Daher rief ich denn unsere redselige Helene herein und sagte zu ihr: Können Sie telephoniren?" Natürlich kann ich telephoniren, bei Herrn Dr. Sauer habe ich sehr oft telephonirt. Einmal, als " . Dann laufen Sie schnell zum Cigarrenhändler hinüber und telephoniren Sie Nach dem Kaiserhof und fragen Sie, ob Herr Wilhelm Hamelke aus Dresden um zehn Uhr abreist! Aber schnell, beeilen Sie sich!" Da Cicera noch einige Mittheilungen auf dem Herzen hatte, sagte ich zu meiner Frau: Wir aber werden uns rasch fertig machen, damit wir, wenn Helene heraufkommt, gleich nach dem Stettiner Bahnhof fahren, fön nen!- Mit diesen Worten zog ich meine Frau aus dem Zimmer, was auch wirklich den Erfolg 'hatte, daß das Mädchen ohne weiteres Reden telephoniren ging. Ich rief ihr dann aber noch auf der Treppe nach: Kaiserhof, Wilhelm Hamelke aus Dresden!" Ja, ich hab' verstanden; KaiserHof, Wilhelm Hamelke aus Dresden. Die Nichte von der Frau Müller, die wohnte in Dresden; sie war dort an einen Nathsassessor verheirathet und kam " Ich warf die Thür i und ging mich anziehen. Auch meine Frau machte sich vollständig fertig, um mich gleich begleiten zu können, sobald die Redselige heraufkommen würde, denn nach dem Stettiner Bahnhof ist es von meiner Wohnung beinahe eine Stunde, und wenn ich meinen Freund Wilhelm Hamelke aus Dresden. noch die Hand drücken wollte, so mußte ich mich beeilen. Nt, wir waren denn auch vollkommen fertig, ehe Cicera vom Telephoniren zurückkam. Mit dem Hute auf demKopfe standen wir auf der Treppe

und Tvarteten auf unfer Madchen; als wir Cicera kommen hörten, rief meine Frau hinunter: Na. Helene, haben if,Jben Herrn Hamelke gesprochen?" : Natürlich, gnädige Frau," antwortete sie. ach, ich bin ja noch ganz außer Athem! Beim Cigarrenhändler nst nämlich das Telephon kaput't. und. deshalb ging ich von dort gleich hinüber zum Materialwaarenhändler, und wie ich da ankomme, steht gerade Jemand am Telephon , und spricht. Na,' denke ich mir, ein paar Minuten kannst Du ja warten. Aber' denken Sie sich, gnädige Frau, wie der nun fertig ist und ich will an's Telephon gehen, da sagt 'ne Frau, die neben mir steht: Nein, erst komm' ich 'ran, ich war eher da!" Na, ich antworte: -Wenn ich das gewußt hätte, daß Sie auch telephoniren wollen, dann hätte ich doch nicht gewartet," weil ich doch schnell zurückkommen sollte " Aber, Helene, kommen Sie doch zur Sache! Haben Sie denn Herrn Hamelke gesprochen?" unterbrach ich sie ärgerlich. Natürlich habe ich ihn gesprochen! Lassen Sie mich doch ausreden. Ich gehe also vom Kaufmann zum Apotheker und erzähle dem, daß ich beim Cigarrenhändler und beim MaterialWaarenhändler keinen Anschluß gekriegt habe, und ob ich wohl dort einmal telephoniren dürfe. Na, und da durfte ich denn gleich an's Telephon, und der Apotheker war sogar so freundlich, mir beim Suchen der Telephonnummer zu helfen. Und beim Kaiserhof da meldete sich dann endlich Bureau des Hotel Kaiserhof!" Hier das Dienstmädchen von Niegers," antwortete ich, ich möchte gern Herrn Wilhelm Hamelke aus Dresden sprechen!" Zum Donnerwetter." unterbrach ich jetzt wüthend, den Redestrom unserer Cicera, schwätzen Sie nachher ihr unnützes Zeug, wenn Sie allein sind. Antworten Sie mir kurz und bündig! Reist Herr Hamelke ab?" Jawohl, ja, er reist ab, aber " Dann komm,", rief ich meinerFrau zu, es ist die höchste Zeit; wenn wir nicht gleich eine Droschke kriegen, kommen wir überhaupt nicht mehr zur rechten Zeit hin!" Glücklicherweise fanden wir sofort eine Droschke und kamen noch zehn Minuten vor Abgang des Zuges aus dem Stettiner Bahnhof an. Wer aber nicht dort zu finden war, das war mein Freund Wilhelm Hamelke aus Dresden. Ich stellte mich nun selbst an's Telephon und fragte im Kaiserhos an, wo ich aber erfuhr, daß Herr Hamelke bereits abgereist sei. . So fuhren wir denn nach Haus?, wo ich mir unsere Redselige nochmals vornahm.' - Nun sagen Sie mir endlich kurz ,und bündig." schrie ich sie ärgerlich an, was Ihnen Herr Hamelke gesagt hat!" , Na, wenn' mich der Herr niemals ausreden, lassen," antwortete sie weinend, kann ich. Ihnen das doch nicht sagen. Aus dem Bureau vom Kaiserhof wurde der Herr Hamelke 'an's Telephon gerufen. Hier Wilhelm Hamelke aus Dresden," rief er, wer da?-. stier das Dienstmadcknt

von Niegers," ankworre lcy, mq sollte fragen, ob der Herr Hamelke aus Dresden abreisen oder nicht. Ich war schon beim Cigarrenhandler und beim Kolonialwaarenh'ändler, aber ich konnte keinen Anschluß bekommen, und wie ich gerade das gesagt hatte, da wurden ' wir unterbrochen und ich mußte noch fünf Minuten warten, eh' ich wieder Anschluß bekam. , Na und dann " sagten Sie: Hier das, Dienstmädchen von Riegers!" " Und was antwortete darauf Herr Hamelke?" ' Hier Hamelke aus Dresden," sagte er, sagen Sie nur dem Herrn Nieger, ich reise nicht um zehn Uhr nach Stettin, sondern fahre um, halb elf Uhr vom Anhalter Bahnhof nach Dresden zurück. Das Nähere werde ich ihm mündlich auf dem Bahnhof erzählen!" Und Sie dumme Person lassen uns unnütz nach dem Stettiner BahnHof fahren! Zum Ersten verlassen Sie den Dienst!" Und so geschah es auch. Aber eine Abschiedsrede hat uns Cicera noch gehalten, die alles noch einmal zusammenfaßte, was sie in unserem Hause

icmais gej prochen hatte. Das Wachstum der Erde und Meteore. Ununterbrochen fallen auf die verschiedenen Theile der Erde Sternschnuppen und Meteore nieder, Weltkörper, die in ihrer Natur im Wesentlichen. gleich sind und sich eiaentlich nur durch ihre Größe von einander unterscheiden. Gerathen diese Weltkörper, von denen man annimmt, daß sie die Reste untergegangener Welten sind, mit unserer Atmosphäre in Berührung, so erhitzen sie sich infolge der Reibung. Die kleineren, die Störnschnuppen, zerschmelzen und lösen sich in einen feinen Staub auf, die größeren dagegen, die Meteore, platzen und fallen in Bruchstücken nieder. Die Sternschnuppen überwiegen bei Weitem der Zahl nach. Zuweilen kommt es zu einem förmlichen Sternschnuppenregen. Einer der größten Sternschnuppenfälle ereignete sich in der Nacht des 27. Novembers 1872. Der italienische Astronom Secchi beob-ach-tete von 7 Uhr Abends bis 1 Uhr Nachts 13.892 Sternschnuppen, in anderen italienischen Städten, wie Matera und Mondovi, zählte nurn sogar 38,513 und 30,881 Sternschnuppen. Man hat nun auf Grund astronoMischer Untersuchungen berechnet, daß 'alljährlich nicht weniger als 146 Millmrden Sternschnuppen m den Bannkreis der Erde gerathen und ihren Staub,' in den sie zerfallen, auf die Erdoberfläche und das Meer niedersinken lassen.. Nimmtman, um einen Ausgleich zwischen den kleineren Sternschnuppen und den größeren Meteoren zu erhalten, den Umfang eines jeden dieser Körper nur auf 1 Kubikmillimeter an. so hat die jährlich niedergehende Menge einen Rauminhalt von 146 Kubikmeter. Da sowohl die Sternschnuppen als auch die Meteore vorzugsweise aus Metallen, wie Nickel, Kobalt und Eisen, bestehen, so kann man je 1 Kubikmeter uf ein Gewicht von 70.000 Kilogramm schätzen. Der jährliche Zuwachs der Erde würde daher 10.220.000 Kilogramm schwer sein, und in 100 Iahren würden 146.000 Kubikmeter mir einem Gewicht von 102.000 Millionen Kilogramm auf der Erde abgelagert werden. Wird diese Staubmasse Jahr . für Jahr gleichmäßig über die Erdoberfläche ausgebreitet, so nimmt der ganze Erdball in 34.900 Jahren gleichmäßig um eine Schicht . von 1 Centimeter zu. Das erscheint auf den ersten Blick sehr wenig. Wir müssen aber bedenken, daß unsere Erde seit vielen Millionen Jahren besteht und voraussichtlich auch noch unabsehbare Zeiträume 1 bestehen wird. In einer Million Jahre beträgt der Zuwachs der gesummten Erdrinde 30 Centimeter und in zehn, Millionen Jahren schon 3 Meter. Das Gesammtgewicht des Erdkörpers wird auf 5875 Sextillioen Kilogramme berechnet und das Gewicht der in einer Million Jahre niederfallenden Staubmassen auf 3000 Quintillionstel des Erdgewichts. Unsere Erde nimmt also stetig nicht unerheblich an Schwere zu, und die Folge davon ist, daß sich, die Umdrehungsgeschwindigkeit mehr und mehr verlangsamt. Es kann also der Fall dereinst eintreten, daß sich die Erde überhaupt nicht mehr um ihre Achse dreht, ein Zustand, der auf Klima und Jahreszeiten der einzelnen Erdtheile von wesentlichem Einfluß sein würde. Uevertrumpft. Der Oberniedertupfersepp kommt im Namen der Gemeinde wegen eines streitigen Falls zum Gutsherrn. Dieser, der vielen Weitläufigkeiten müde, fragt ungeduldig den Sepp. warum man denn gerade ihn zum Bevollmäch tigten gewählt, ob man denn keinen verständigeren Mann gefunden, habe. O ja," erwidert der Sepp, wir hab'n noch viel gescheitere Leut' :im Dorf als i' bin, aber sie hab'n gemeint, für Jhne wär' i g'scheit.gnua!" , Vorsichtig. Mutter (zu ih-. rer Tochter, als der Besuch des Bräutigam angemeldet wird): Käthe, nimm i!e Pantoffel ' da rasch weg l"

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