Indiana Tribüne, Volume 30, Number 97, Indianapolis, Marion County, 14 December 1906 — Page 7

Jndiana Tribüne. 12

Dezember 1&CG

gniU;iiIII!l!llll!imi!l!ll!l!i;i!i!:!!!l!:i!!lll!!!ll!l!iIl!! 1 HnckH y Novran von 1 A. G. von Suttner j (Fortsetzung.) 3. K a p i t e l. mitfcrl war in die erste Klasse des Gymnasiums eingetreten. Ter Bader" wollte ihm nicht aus dem Kopf. Wohl hatte er sich gehütet, diese Idee nochmals öffentlich zu Hause kund zu geben, denn der Vater hatte seit seiner ersten und letzten mißglückten Zugpflaster-Kur allen Vadern" Fehde geschworen. Er hielt nur mehr etwas auf die Scheerenschleifer! Da aber Ander! so inständig gebeten hatte, man möge ihn nicht , Pfarrer werden lassen, so sahen sich die Eltern doch endlich veranlaßt, den Sohn, statt in's Seminar, aus's Gymnasium zu senden. Für die Unterkunft des Knaben war aus's beste gesorgt worden: Ein Eescbäftsfreund des Vaters hatle sich bereit erklärt, dem Ander! Kost und Wohnung (natürlich gegen Vergütung) zu geben. Herr Friedrich Fridolin Fummere? oder F. F. Fumm:r:r & Geschwister wie er sich nach seiner Firma zu nennen vorzog besaß einen wohleingerichteten Äaterialwaarenladen im eigenen Hause. Dort, im obersten Stockwerk gab's Naum genug für den kleinen Kerl, den Sohn des Geschäftsfreundes. Die Dachkammer war prächtig luftig geräumig, und Niemand konnte den angehenden Studeuten in seiner Arbeit stören. Die Firma-Kompagnons die Geschwister, waren auf eine einzige RePräsentation, Fräulein Eonstantia, zusammengeschmolzen. Den Rest hatte der rücksichtslose Sensenmann hinwegmäht zur Entschädigung blieb

aber die Schwiegermutter des letztgestorbenen Bruders mit neun unmündigen Rangen glücklich der Rachwelt erhalten. Ter verwittweten Kataster-Tirekto?s?ehlfen-Gattin war mit den neun Waisen ein Theil des Hofflügels eingeräumt worden, wo sie über die 'wilde Schaar nach Gutdünken ihr Szepter, in Form einer umfangreichen, gesalzenen Birkenruthe schwingen konnte, während F. F. Fummerer & Geschwister das erste und einzige Stockwerk des Frontgebäudes innehatte. Der gegenwärtige Chef des Hauses war in seinem, Städtchen eine bedeutende Persönlichkeit bedeutend nicht allein seines ausgedehnten Geschäftes wegen, sondern weil er verschiedene Ehrenstellen bekleidete nach denen so manche seiner Mitbürger vergeblich gestrebt hatten: Er war Kommandant und Hauptmann der Bürgerwehr, erster Tenor des Männergesangbundes Hilaria" und Präsident des LeseVereins. Je nach den einzelnen Stellen, die er augenblicklich zu vertreten hatte, richtete er auch seine Kleidung. Sprache und Bewegungen ein. & Geschwister" oder zum besseren Verständniß: Fräulein Eonstantia Fummerer. lebte in starker Anbetung ihres BruderZ und Chefs. Sie war eine Dame in mittleren Jahren; genaue Auskunft über ihr Alter wußte nur Herr F. F. zu geben, aber dieser blieb über den Punkt schweigsam wie das Grab. die geübtesten Veurtheiler mußten sich unfähig erklären, in dieser Frage eine Entscheidung zu fällen und auf die Behauptungen der verschiedenen Klatschschwestern, welche das St'ädtchen in reicher Auswahl beherbergte, war so gut wie nickts zu geben. Diese Klatschschwestern gingen in ihrem Neid und ihrer Mißgunst so weit, zu versichern, daß & Geschw: ster" ebenso alt wie die Firma selbst sei aber das war sicherlich pure Ver leumdung: Die Firma stammte aus ' dem Jahre 1795 (wie man sogar auf dem Schilde über dem Einganq zum Waarenlager lesen konnte) da jedoch Fräulein Eonstantia noch immer an allen Tanzkränzchen, Liedertafeln und Landpartien thätigen Antheil nahm, so war jene Versicherung ganz ohne Zweifel einfach unwahr. Eine Schwäche, die man ihr allenfalls vorwerfen konnte, war die. , daß sie vielleicht zu sehr auf das Aeußere ihrer Person hielt: Sie liebte es. in Seidenkleidern umherzugehen doch beileibe nicht schreiend in der Farbe: hechtgrau, violett oder kastanienbraun. das waren die drei Nuancen, die sie be vorzugte auch hatte sie die Gewöhnheit, sich schon vom frühen Morgen an mit allem Schmuck, den sie besaß, zu behängen. Da gab es nun eine Masse von Witzeleien, die sich die bösen Zungen erlaubten: Ter Eine versicherte, daß der Goldarbeiter Wimmerl sie für seine Geschäftsauslage gemiethet habe der Andere erzählte, daß eine Deputation der Nyam-Nyam unterwegs sei, um ihr einen massiven Ehrenring für die Nase zu überreichen ja, ein Dritter wollte sogar aus sicherer Quelle wissen. daß sie auf der großen Zehe einen Sie gelring trage! Boshaft, weiter mchts: boshaft und geistlos! Fräulein Eonstantia scherte sich übrigens nicht viel um das, waS man im ' Städtchen sprach; sie ging ruhig und gewissenhaft ihrer Wege, that Gu teZ. nur konnte, und half dem

Bruder wacker, das Geschäft und den Haushalt besorgen. Am Tage, an welchem Ander! in's befreundete Haus zog, befand sich Herr F. F. Fummerer & Geschwister in einer der Situation angemessenen mar-. tialischen Stimmung, denn man hatte einen feierlichen Gottesdienst mit Salven begangen, wozu natürlich d'.e MitWirkung der Bürgerwehr unerläßlich gewesen. Jetzt war die Parade" wohl vorüber, aber der Kommandant und Hauptmann hatte noch nicht Zei! gefunden, die kriegerische Hülle vollkommen abzustreifen denn bei seiner Heimkehr fand er mehrere bedeutende Kunden, die seiner harrten, und welche nun rasch bedient werden mußten. Somit war ihm nur Zeit geblieben, sich eiligst des schweren Schlcppsäbcls zu entledizen, und über die Uniform das groöleinene Vortuch zu binden. Jetzt hantirte er hinter der Pudl" mit allerlei Gewürzen und Waaren, die er den Ungeduldigen abzuwägen hatte. Anderl, als er an der Hand des Vaters eintrat, erkannte anfangs den künftigen Pflegevater gar nicht: Wer konnte das nur sein, der mit finster zusammengezogenen Brauen mit fast blutdürstigem Ausdruck, die Zunge der Waage beobachtete, und der in kurzem Kommandoton rief: Dreieinriertel Pfund Jamaika cinsss z wei drrr ei Loth Pfefferrrr fünf f f Pfund Kerrrr zen stimmt! Eisen!" War das nicht förmliche Trommelgerassel. und Trompetengeschmetter? Dazu zeigte der in steife Spitzen gedichste Schnurrbart je nach der zufälligen Bewegung des Kopfes, gleich einer Magnetnaoel nach den verschiedenen Himmelsrichtungen. Eine nachlässige Handbewegung gegen den Scbeite! hinauf, den das gestickte Hausläppchen schmückte, und ein schnarrendes tsckau, Herr Kamerad" war die militärische Begrüßung, die dem Kampwirth bei seinem Eintritt zu theil wurde. Erst nachdem die Klienten sammtlich der Reihe nach bedient waren.

konnte der Hauptmann Zeit finden, dem Geschäftsfreunde seine Ausmerkamkeit zu widmen. Die Bemerkun gen des Bcsuch:rs über: heißes Wetter viel Arbeit gute Fechsung u. s. w. wurden leiner besonderen Beachtung gewürdigt, denn sie paßten nicht in die militärische Stimmung des Tages. Na da war also endlich der Nekrrrr ut!" sagte Hauptmann Fummerer. den Schnurrbart noch spitzer und steifer drehend, und Anderl mit dem Blick eines Werbeoffiziers bis in die Seele '.nusternd. Achtung Kerl! Gerade steh'n Brust her aus Bauch hinein!" Geier bemühte sich vergeblich, den Anderen aus seiner Soldatcnlaune- herauszubringen. Er dachte schon daran, den Sohn stehen zu lassen und den Heimwez einzuschlagen, als noch rechtzeitig Fräulein Eonstantia herbeigeeilt kam. Klapp klapp klirr klirr" lärmten die Uhrketten. Broschen und Armbänder, mit welchen & Geschwister wie gewöhnlich reich versehen war. Sie trug in der Hand ein geschlossenes Buch, in dem der Zeigefinger steckte, um schnell wieder die Stelle finden zu können, be: welcher sie abqebrochen hatte. Ah täuschen mich nicht meine Augen sah ich recht Herr Geier! rief Fraulem Eonstantia in überreinem Hochdeutsch. wahrend der auvtmann den Laden verließ, um d.e kriegerische Hülle abu streifen, und uch in den Präsidenten des Lesevereins (es war nämlich für fünf Uhr Nachmittags Generalver sammlung angesagt) zu verwandeln. Wie schön von Ihnen, Herr Geier, daß Sie Wort gehalten, und uns den kleinen Brausekopf auf den Flügeln des Herbsiwwdes zubringen!" versicherte die schongeistige Jungfrau lispelnd. Herr Geier machte einen ziemlich un beholfenen Kratzfuß und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Er hatte sich nie auf der Höhe gefühlt, mit Fräulein Eonstantia ein längeres Gesprach zu bestehen. I bewahr" versicherte er endlich mit Bestimmtheit Wmdi' is heut nit." Es war auch nur ,methamorphosisch' gemeint, Herr Geier." Sie zog den Knaben zu sich, und legte ihm wie schützend die buchbetrehrte Hand auf den Kopf. Wirst Tu Dich auch bei uns glücklich filmen wird Dein jugendliches Herz mcht nach dem Vater lichcn Herd bluten, mein kleiner Amor?" Anderl machte ein recht dummes Ge sicht indeß Herr Geier sich nicht recht erklären konnte, warum das Fräulein seinen Sohn an Mohr" nannte. Endlich glaubte er den Grund errathen zu haben: Ja, ja d' Sonn' hat'n Bub's hübsch schwarz 'brennt." stimmte er erleichtert be: ex wahrer Mohr " O sagen Sie das nicht" bat Fräulein Eonstantia. Setzen Sie mcht Ihr eigen Fleisch und Blut m den Auaen der Welt herunter! Man sieht, daß Sie den Nepoptimismus nicht kennen, Herr Geler. Na; wohnt'r in der Stadt?" Nicht nur n btx Stadt auch au dem Lande" erwiderte die Dame seufzend. Doch lassen wir diese trüben Dinge diesen Schandsleck un seres Jahrhunderts Zu -Geiers großer Erleichterung e? schien die Magd mit Weinflasche und Glasern. Knapp hinter ihr kam der Präsident des Lefevereins für diesen Nachmittag kurzweg: Friedrich

Fummerer.

Anderl sah wieder zu seinem Stau-

nen einen ganz anderen Mann vor sich: Der Schnurrbart hing nun zerzaust über die Lippen herab aus lc; Rase ritt ein Augenzwicker die Stimme war nicht mehr befehlshaberisch kurz zwar noch immer fest, aber dabei sonor nngend und die Sprache fast eben o gewäblt. wie die der Schwester. Ter Kampwirth verwünschte innerich seinen Einfall, gerade heute mit seinem Bub'n gekommen zu sein. Wußte er doch sehr gut, daß sein Gechaftsfreund nur zweimal wöchentlich und zwar an den Markttagen sich wie ein gewohnlicher Sterblicher gecerdete; der Rest der Woche war aus' schließlick den verschiedenen Aemter? geweiht, die der Mann zu vertreten du Ehre hatte. Doch letzt war es tn mal geschehen, da gab es nichts mehi zu ändern. Geier schlürfte erge bungsvoll seinen Wein hörte einig' Tiraden der Geschwister mit wahrei Lammsgeduld an. und empfahl sick endlich, unter dem Versprechen, am Donnerstag an welchem der groß Jahrmarkt abgehalten .wurde dem Sohn einen Besuch abzustatten. Fräulein Eonstantia nahm den Knaben, der ein jämmerliches Gesicht chmtt. sobald der Vater d:: Thur hmter sich geschlossen, bei der Hand: Komm, Andreas, ich will Dir Deinen Lnftigen Musentempel zeigen." Klapp klapp klirr klirr ging's die Treppe hinauf dann noch ein Stockwerk höher, und die Führerin stieß eine Thür auf. Sich, Kmd. hier sollst Du der Göttin Wissenschaft Dein Opfer bringen!" Es war eine geräumige, nett ausgestattete Dachstube, in welche sie traten. An der Wand hingen mehrere alte Kupferstiche in braungestrichenem Holzrahmen ein niedliches Bettchcn stand in nicht weiter Ferne vom großen grünen Kachelofen Arbeitstisch mit Schreibmaterial am anderen Ende des Gemaches und auf der Fensterbrusiung wiegtew einige Nelken ihre grellrothen Blüthen in der lauen Abendluft. die durch's offene Fenster hereinströmte. Du brauchst Dich nicht zu furchten das Zimmer der Magd stößt an das Deine glaubte Fraulem Eons!c?nt:a den Jungen beruhigen zu müssen. Anderl erklärte jedoch, daß er sich eh nit" fürchte. nachdem er seinen Muth durch Kämpfe mit Drachen und Turniere gestahlt hatte. Die Aeußerung gefiel der etwas ?omantisch angehauchten Jungfrau. Sie lächelte beifallig und tatschelte dem Kleinen die Wange.' Das war hübsch von ihm, daß er für derlei Dinge Sinn zeigte. Wenn er ein paar Jahre alte? fei. werde sie ihm schone Bücher geben, die über Ritter und Helden handelten und Jungfrauen, die vor Sehnsucht vergingen (mit schmerzlichem Seufzen) da werde er dann erst sehen, wie jene Zeiten schön gewesen sein mußten. Aber vor allem solle er sich letzt befleißigen, semen Schulpflichten nachzukommen und zunächst sich die häßliche Vauernsprache abzugewöhnen denn Leute, die studiren, dürfen mcht na und mt sagen das ist mcht deutsch. Nachdem sich Anderl oder Andreas, wie er von nun an genannt wurde -r- in seinem neuen Heim zur Genüge umgesehen die Kupferstiche an der Wand bewundert, und zu den Nelken gerochen hatte, nahm ihn seine Beschützerin wieder mit hinunter zum Abendkasfee. Da er vom heutigen Marsch müde war. wurde er bald nachher entlassen, um scm Bett aussuchen zu können. Als der Knabe am nächsten Morgen erwachte, wußte er mcht sogleich Bescheid. Er rieb sich die Augen, drehte sich dann wieder gegen die Wand und wartete ängstlich auf den Ruf der Mut ter: Na Anderl, aussa aus'n Nest!" aber der Ruf wollte noch immer mcht ertönen, obwohl bereits helles Tages licht das Zimmer erfüllte. Endlich hatte er vom Bett genug. Er. riß die Augen weit auf und richtete sich in seinem Lager empor: Das war ja gar nicht die väterliche Wohnstube! Sein Blick blieb an den Bildern an der Mauer haften am Ofen am Tisch Alles ftemd! Na aber so 'waö!" rief er, sich nochmals kräftig die Augen reibend doch er hatte gut reiben baZ Gemach blieb immer noch dasselbe. Ja richtig jetzt erst, alS er dort, neben dem Ofen fein Ran zerl" erblickie nun begriff er: Er war ja nicht mehr zu Hause, sondern m der Stadt! Anfangs überkam ihn ein 'banges fast weinerliches Gefühl aber als es nun im Hause und auf der Straße lebendig zu werden begann als die Glocken zum Morgenangelus ertönten und Wagen über das holprige Pflaster zu poltern anfingen, da nahmen diese Dinge seine Aufmerksamkeit in An sprach. Er sprang aus dem Bett und stieß daö Fenster auf. Guten Mor gen" nickten und dufteten ihm die Nelken entgegen wieder ein Tag" brummten die Glocken und Andrea Andreas!" rief die Magd, an die Thu pochend. Ja. ja. i' bin scho' auf!" t- erwi btxtt der Gerufene; dann schlüpfte er hastlg m seine Kleider. D' Fräul'n laßt D'r sag'n. Du sollst nit auf's Wasch'n vergess'n." Richtig seine Protektorin hatte ihm gestern Abends an'ö Herz gelegt, sehr auf Sauberkeit zu achten: Leute. die studiren, müssen vor allem reinlich sein waren ihre Worte gewesen, und dann hatte s ein Erklärung ge-

geben, wozu Zahn- und Naaelburücn

und Seifen auf der Welt seien. Alle diese Dinge fand Andreas auf einem kleinen Tischchen bereit lieaen. War das ein sonderbares Gefühl, als er nch nun das steife Borsteninstrument den Mund zwänate! Und man in so llte nur mit studiren können, wenn man sich mit diesem Werkzeuc, das Zahnfleisch wund rieb? Merkwürdig er hatte sich das Studentwern" weniger schmerzhaft vorgestellt! -ooalö die Toilette beendet war, lies die Trevre berab. lln'cn. auf d:m er Flur rannte er fast dem Fräulein in die Arme: ..Guten Moraen. Andreas. Hcst Du nicht das Waschen vergesjcnr Nein: er hatte aewissenbaft die Anordnungen von gestern befolgt aoer es that sehr sehr weh; der gan.n Gaumen brannte ihm. Tu lieber Himmel was hast Du nur retriclen. Kind?" Das Zahneisch war blutn aerieben! Nun. Abend?, nach der Schule, wollte das frrar.lcn xu zeigen, w:c man s machen muhte. Jetzt bli:5 gerade nur genug eit, um em Glas lcassee zu trinken, und mit dem Bruder aufzubrechen. Es hieß vor allem zum Herrn Nektor gehen, und dann von dort aus sogleich in biz Klasse. Herr F. F. hatte glücklicherweise heute einen natürlichen Tag. Er ermahnte Andreas, wahrend der Kleme neben ihm die Straße entlang trabte, zu Fleiß. Eborsam und Manierlichkeit, und verstcherie, daß der Herr Nektor ein sehr guter Mann sei, der aufmcrlfamcn, braven Schülern sehr wohl wollte. Um zwei Uhr ist die Schule zu Ende, da hißt eZ dann, ohne UmWege nach Hause lommen essen, und hierauf noch ein paar Stunden arbeiten. Den Nest des Abends hindurch konnte sich Andreas nach Gutdünken die Zeit vertreiben. Nur warnte Herr F. F. seinen Schützling, zu oft den Hosflügel aufzusuchen, denn die verwittwete Frau Katastcrdircktorsgehllfin verstand keinen Spaß, und hatie die Gewohnheit, Alles, was ihr in den Weg kam, mit ihrer BukenrUhe auszufegen. Andrea? zitterte crn wenig, als Beide endlich vor der Thüre deS Nektars standen. Herein!" tonte eS roll und kräftig auf das Klopfen vom Zimmer heraus. Habe die Ehre, Herr Rektor sagte Herr F. F. Fummerer & Ge schwister, den Jungen .hinter sich nachziehend da bringe ich einen Kandidaten." Ter Sohn des Kampwirths, wie ich vermuthe." Ganz richtig derselbe, von dem ich Ihnen unlängst gesprochen." Nur naher, Kleiner: es geschieht Dir nichts" sagte der Rektor ermuthigend. Wie alt bist Du. wie heißest Du?" Nachdem Andreas seinen Namen und Alter genannt, ließ ihn der Rektor los. um mit dem Pflegevater einige Details zu verhandeln. Andreas hatte unterdessen Muße, das Aeußere des alten Herrn einer genauen Beobachtung zu unterziehen: Groß von Gestalt, mit etwas hinausgezogenen Schultern, in welchen ein bartloser Kopf saß und dieser Kopf nahm des Knaben volle Aufmerksamkeit in Anspruch. Sein Blick blieb wie magnetisch angezogen am Gesicht des Anderen haften; wenn er hinwegsehen wollte, mußte er immer wieder nach dem Rektor hinllberschielen; noch nie hatte er so leuchtende und so gute Augen gesehen: hellblau und sanft glänzten sie zu Herrn F. F. herüber, der soeben das Wort führte. Dann öffneten sich die Lippen, und es tönte so angenehm, so weich zwischen denselben hervor, daß Andreas mit wahrer Lust jeder Silbe folgte, die da ausgesprochen wurde. Andreas" sagte plötzlich die anziehende Stimme und die sanften Augen richteten sich auf den Kleinen ich hoffe, Du wirst ein braver Schü ler ein fleißiger Student werden. Du bist noch zu jung, um alle Pflichten zu verstehen, die ich Dir gern an's Herz legen möchte aber das Eine wirst Tu. schon heute begreifen und darum höre mich aufmerksam an: Dein Vater läßt sich's ein hübsches Stück Geld kosten Geld, das er sauer mit eigenen Händen verdient hat um aus Dir etwas Ordentliches zu machen. Mit dem Studentwerden allein ist's nicht gedient man bleibt nicht ewig Student sondern es ist das di: Schule, die Einer durchmachen muß, um dann einmal der Welt nützlich zu werden. Verstehst Du mich, was ich meine, kleiner? Ich will Dir's noch genauer erklären: Man muß vorerst studiren das Gymnasium absolviren, ehe man daran denken darf, irgend eine amtliche Stellung einzunehmen. Dann erst kann man sich entscheiden, ob man Rich'kr oder Advokat oder Professor oder Rektor oder Doktor " ' .Ja. ja," unterbrach Andreas lebhaft i' möcht gern a Dokt'r werd'n!" Der alte Herr lächelte: Recht so, mein Sohn. Die Medizin ist eine schöne Wissenschaft, in der man's toeii sehr weit bringen kann." Schallendes Geläute gellte durch'S Haus: Die Schule beginnt" wandte sich der Rektor an Herrn Fummerer. Lassen Sie. bitte, den Kleinen hier, ich werde ihn selbst in die Klasse einführen." (Fortsetzung folgt.) -

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