Indiana Tribüne, Volume 30, Number 97, Indianapolis, Marion County, 14 December 1906 — Page 1

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, VrZÄxeint foden Nartxmtttag. Jahrgang 3. JndianapolS, Ind., Freitag, 14. .Dezember 1906 No. K7.

Reue Fabrik in Sicht? National Cash Register 0. will sich verändern.

Der Commercial Club setzt sich mit Derselben in Verbindung.' Der Commercial Club erhielt von der National Cash Register Co. in Dayion, D., die Verständigung, daß sie gesonnen sei, ihre Anlaze von dort zu verlegen. Sie sei aus der Suche nach einer pzssenden Lokalität. Diese Gesellschaft ist eine der bedeutendsten Im Lande und konirolllrt 95 Procent deZ gesammten Cash Regifter.GeschäftZ der Welt. Sie beschäftigt 7443 Per sonen, wovon 4783 Arbeiter gegenwürtig in der Daytoner Fabrik angestellt sind. Die Gesellschaft besitzt auch Fa. briken in Berlin und Toronto. Für ihre Anlagen bedarf eö eines Raumes von 144 Acker. Der, Sekretär des Clubs sandte dem Präsidenten jener Gesellschaft eine ausführliche Beschrei bung der Bortheile unserer Stadt. Für Indianapolis würde die Gewinnung eines solchen EtabliffementS ein unschätzbarer Gewinn sein. Natürlich sind auch andere Städte hinter diese Fabrik her mit ihren Angeboten. Es handelt sich einfach darum, welche Stadt mehr Vortheile zubieten im Stande ist. Kleinere Städtee natürlich offerirten der Fabrik BonuZzelder, Indianapolis wird jedoch sich kaum hierzu verstehen, da die großen Vortheile in Eisenbahn Verbindungen usw. zu unseren Gunsten sprechen. Herr McClure, Sekretär des Commercial Club erklärt auf Be frage?, oaß der Club sich angelegen: lich mit der Sache befaßt habe, und daß seit der ersten am 19. November hier eingelaufenen Anfrage, schon meh rere Briefwechsel stattgefunden. Das leAte Schreiben der Fabrikleiter besagt, daß die Angelegenheit später von ihnen recht vorsichtig überlegt wird, und daß die. Stadt Indianapolis berücksichtigt werden soll. DaS Commercial Comite des Commercial Club hat die Angele genheit jetzt in die Hand genommen. General Rogi verletzt. Tokio, 14. Dez. General Nogi, der japanische Kommandeur, welcher Port Arthur einnahm, wurde heut?, als er aus seinem Palaste heimkehrte, vom Pferd: g?worfen. Er siel auf den Kopf, und wurde besinnungslos auf gehoben. Sein Zustand ist kritisch. General Noai war einer der gewissen hastesten Kommandeure deS japanisch russischen Krieges; er kommandirte die belagernden Truppen vor Port Arthur und er nahm bei der Uebergabe der Festung General Stoessel'ö Pferd und Degen entgeam. Er wurde vom Mikado als Held proklamirt. und die gefammte Bevölkerung , von Tokio be willkcmmnete den General bei seiner Heimkehr aus dem Kriege. Deutscher Frauen Hilfö-Verein. Morgen, Samstag, Nachmittag um 3 Uhr Extra Versammlung deS Deut schen Frauen HilfS'VereinS im Deut sehen HauS. Alle Mitglieder find er sucht, zu erscheinen. Edw. Baker und Hanna Tagne, zwei Kostgänger der Frau I. B. Linton. 613 West North Strabe. werden seit gestern vermißt. Mit ihnen zugleich verschwanden ein werthvolle Wlnterüberzkeher, ein Paar Hosen und ein Hut. I. I. S tupp, Brookfield, Ind., ein Kriegsveteran, erschien gestern Abend mit verrenkter Schuller in einer Wirthschaft an der Shelby und San der? Str. Da der alte Mann nicht anzugeben vermochte wo er wohnte, und er auch nicht wußte, wie er sich verletzte, mußte er ins Hospital gebracht werden. Später, nachdem er sich erholte, fand man aus, daß er an der Shelby Str. von einem Straßenbahnwagen fiel. ChaS Vaaöke'S Südseite Kneipe,. 1291 SüdEaftStr.'

Ans der Seimreise.

Jugendliche AuZreißerin zurücktranSportirt. Marie Tarnochi, die aus Glen Ellen, Cal., ihren Eltern fortlief, und die man in einer hiesigen Candyfabrik vor fand, und festnahm, trat heute früh in Gesellschaft deS Beamten Frank Grace, aus Sanoma County, Cal., die Heim reife an. Das Mädchen nahm von allen hier gesammelten Bekanntschaften Abschied. Wie bekannt, verschwand aus der Geld fchublede zur Zeit als Marie das Elternhaus verließ, eine größere Geld summe, annähernd $400, und kurz nachdem Marie verschwunden war, wurde auch der Koch deS Hotel, Paul Manucci, vermißt. Ob zwischen dem Verschwinden der Beiden irgendwelche Verbindung besteht, läßt sich zur Zeit noch nicht sagen. SnndeSgefangene Auf dem Transport nach Fort Leavenworth. BundeSmarschall H. C. Pettit, die BundeS-HilfSmarschälle David Rankin und Tom Martin, sowie sechs Wächter reiften gestern mit einem Gefangenen TranSprt von acht Mann nach Fort Leavenworth, KaS., ad. Die Gefangenen find: Wm. H. Lkn ninger, Falschmünzer?; Wm. B. Schwartz, Falschmünzerei; N. B. Liv. ington, der Perfonifizirung eines Pen fionsbeamten überführt; Judfon Stur tevant, PoftamtS'Einbruch; Theodore Englebert, Diebftahl von Postsachen; Clinton Robertson, Fälschung einer Bundes - Geldanweisung; Alexander Aunstlle.' Vertrieb . falschen GeldeS; John Bov, PensionSschwindel. , Zn Sunden der Polizei. Verdächtige Fuhrleute festgenommen. Henry JSkin, No. 303 Nord West. Straße wohnhaft, und Charles Bur dell wurden gestern früh von der Polizei in Hast genommen und unter je $400 Bürgschaft gestellt. 3m Besitze derselben, auf ihrem Wa gen, wurden mehrere Pferdedecken gefunden, über deren Erwerb sie sich M3 her nicht ausweisen konnten. Die Decken wiesen eine Anzahl Talglicht, flecke aus. Die Polizei untersucht den Fall. Man hat bisher schon ermittelt, daß die Beiden sich fast allabendlich Pferd und Wagen mietheten, doch konnte man bisher nicht in Erfahrung bringen, was sie mit dem Gefährt betrie den. .Die Kerzenflecke deuten auf Ar beit in der Nacht hin, , und glaubt die Polizei aus diesem Grunde, daß. sie zwei schwere Jungen" vor sich hat. Sergeant Barmführer und die Poll zisten Rademacher und GtlleSpie rtah men die Verhaftung vor. Snmanitats-Sehörde. Monatsbericht und andere Geschäfte erledig Die HumanitätS'Behörde war ge stern in Sitzung, um ihren Monats bericht entgegenzunehmen. Während des letzten Monats wurden 174 Fälle der Behörde meldet und von den Beamten derselvm untersucht. Sechs Fälle wurden gerichtlich untersucht. Richter McBrlde gedenkt auswärtige Zuschreiben zu sammeln, welche die Basis für weitere legislative Thätigkeit bilden sollen. ES wurde beschlossen, 25 Namen platten für die Beamten der Gesellschaft zu besorgen, damit dieselben an den Thüren derselben befestigt werden können. ' ' Der GaSkasten, in welchem Hunde erstickt werden sollen, wird remodelirt und etwas anders eingerichtet, ehe man einen neuen Versuch mit demselben unternimmt. WilliamE.MeyerS, ein all gemein bekannter Schriftsetzer, wurde gestern durch eine Kommission insinnig erklärt.

Gerüchte wegen Bestechung

Sollen von einem Comite der C. L. U. untersucht werden. In der regulären Sitzung der Cen tra! Labor Union wurde von Patrick Dugan, dem GeschäftZagenten der OrtSUnion der Brücken und Eisen ftructurarbeiter der Internationalen Vereinigung und Deleg,t der C. L. U. die Frage aufgeworfen, ob eS sich be ftätige, daß vor einigen Monaten eine Brauerei, durch Bestechung eines Eisen arbeiterö, eines ZimmermanneS, eines Anstreichers und eines Brauereiarbeiters von der Lifte der nicht zu paironiftren den Brauereken" gestrichen sei. wofür d?e betreffenden GrafterS" $35 erhal. ten haben sollen. ' Herr Dugan schlug nun vor, ein JnvestigatlonS Comite zu ernennen. um diese Angelegenheit richtig zu un tersuchen, worin er durch Thad. Gut ley. Joseph Obergsell und andere Dele gaten unterstützt wurde. Gleichzeitig wünscht man zu wissen, was an iem Gerücht ist, daß ein früherer Delegat der C. L. U. eine andere Brauerei für den JudaSpreiS von $25 von derselben Lifte streichen ließ. ES war augenscheinlich, daß die mei ften der Delegaten den Gerüchten sei nen Glauben beimaßen, jedoch hat man die Absicht der Sache vollständig auf den Grund zu gehen, und wurde deshalb das folgende UntersuchungS Comite ernannt: John W. Madden, Frank Kirkhoff und Edgar A. PerkinS. H Die Bürger ans der Hut. Allerlei Verdächtige sofort gemeldet. Die fieberhafte Thätigkeit der Ein. breche? während deS Anfangs der Woche, hat auch die Bürgerschaft zu größerer Aufmerksamkeit angespornt, und viele Anrufe liefen in der Polizei siationein. William Griffin, 1956 N. Pennsylvania Str., meldete, daß seine Tochter einen verdächtigen Burschen sah, der sein Bestes versuchte, durch die Sproffen der Fensterladen in'S Haus zu sehen. Man telephonirte sofort zur Polizei, doch war der Bursche, sobald er sich entdeckt sah, entflohen. Die zur Stelle gesandten Radler ÄmSden und Stewart konnten nur den Thatbestand feststellen. John Wright, 2173 N. Penn sylvania Str., sah zwei verdächtige Gestalten, welche in seiner Nachbarschaft die verschiedenen Häuser einer .ein gehenden Musterung unterwarfen. Auch er meldete seine .Entdeckung der Polizei, doch waren, als die Radler Müllen und Hall anlangten, die ver dächtigen Burschen längst über alle Berge. Auch die weibliche n Stra ßenrüuber sollen gestern Abend wieder einmal gesehen worden sein und zwar in nächster Nähe deS Platzes, wo sie vor Wochenfrift den aus Providence, Ind., stammenden Kaufmann JameL JoneS um $40 in Baar und einen $20 Check beraubten. Luther Muse, der diesel ben gesehen haben will, benachrichtigte die Polizei und sagte, daß eines der Weiber westlich, das andere östlich die Alley entlang schlich. Bei Ankunst der Radler Bernauer und Kitzmiller war nichts mehr zu sehen. Polizist Gibbney. 633 Blake Straße, sah gestern Abend einen Neger in seinem Hofraum in äußerst Verdächtiger Welse herumschleichen. Er holte sich sein Schießeisen und sandte dem Schwarzen, der die Flucht ergriff, mehrere Kugeln nach. Dann verfolgte der Beamte den Burschen eine Strecke weit, doch gelang eö ihm nicht. denselben einzuholen. Ein Hilferuf aus den Walnut JlatS. 316 Oft Walnut Str.. erwies sich als falsch. Mr. Cd. Conn, der dort seine Wohnung hat. hatte daS Gaslicht in seinem Zimmer brennen lassen, welches den Janltor, sobald er dasselbe bemerkte, auf die Idee brachte, daß Einbrecher in'S HauS gelangt seien. Errief die Polizei herbei und die Cache löste sich in Herrlichkit auf.

In Meinoriam.

Mit dem Ausdrucke der tiefsten Trauer nimmt der Soziale Turnverein von Indianapolis Kenntniß von dem Hinscheiden seines hochgeachteten Ehren Mitgliedes Clemens Bonnegut, Sr. In ihm verliert der Turnverein und der Turnerbund einen seiner treueften und bewährtesten Freunde und Rath geber, eine seiner festesten Stützen. Vom Tage der Gründung deS Vereins im Jahre 1851 bis zu seinem Tode galt oaS Hauptinteresse des Verftorbe nen dem erzieherischen Streben und Wirken des nordamerikanlschen Tur nerbundeS, dessen Ehrenmitglied er seit einer Reihe von Jahren war. DaS Ehrendiplrm für ununterbrochene 50 jährige Mitgliedschaft im Turnerbunde ist wohl noch nie einem würdigeren Mitgliede verliehen worden. Clemens Vsnnegut war ein Turner in des Wortes edelster Bedeutung. Seine Charakterstärke, seine Ueber zeugungstreue, sein unbeugsamer Muth, wenn eö galt, seiner Gesinnung in allen Lebensfragen Ausdruck zu der leihen, fein Edelsinn, wie er in Wort und That sich kennzeichnete, seine ju gendliche Begeisterung für AlleS, was gut und schön und wahr ist, die er sich bis in'S hohe Greisenalter zu bewahren wußte, seine Opferwilligkeit in allen gemeinnützigen Unternehmen, sein war meS Mitgefühl für die Sorgen und Leiden der Hilfsbedürftigen. selne,Eln. fachhelt im Umgange, seine Bescheiden heit und absolute Selbstlosigkeit diese, seine so schönen Eigenschaften bilden ein leuchtendes Beispiel für Die. jenigen, welche in dem Hasten und Ja gen der Jetztzelt nach materiellem Ge wlnn der Sinn für eine ideale Lebens auffassung noch nicht ganz abhanden gk!l:mmtNift. - ' Unserem verstorbenen Freunde wurde der schönste Lohn zu Theil, der sich nicht mit allen Reichthümern der Erde kaufen läßt: er hat durch sein Leben und Wirken sich die Liebe und das Ver trauen, die Achtung und Verehrung seiner Miibürger erworben. Er war ein Mann, auf den daS Deutschtum' von Indianapolis mit Stolz hinweisen durfte. Als Präst. dent des jungen Jndianapoliser Man nerchorö. als Mitglied deS Frelmän nervereinS, als Präsident des deutsch englischen SchulvereinS und deS Frei denkervereinS, als Mitglied des Schul ratheö der öffentlichen Stadtschulen, als Mitglied des Direktoriums des Turnlehrerseminars, 'als Sprecher und langjähriger Vertrauensmann des So zialen Turnvereins welches Amt er auch inne haben mochte stets that er seine Pflicht, voll und ganz! Ehre seinem Andenken! Der Soziale Turnverein spricht hier durch der Familie deS Verstorbenen sein inniges, tiefgefühltes Beileid aus. Im Auftrage deS Soz. Turnvereins von Indianapolis, Louis Sielken, Erster Sprecher. ConftantinBecher e.r. Erster Schriftwart. v Nachdem die Polizei zwei Msnate nach ihm gesucht, gelang eS gestern, Albert Kretfcher, heimathlos, abzufangen. Die Beschuldigung lautet auf Bummeln, doch glaubt Leutenant Sandmann, daß dieselbe vielleicht heute schon in eine schwerere umgewandelt wird. Albert soll von der Sorte sein, die niemals Geld verdienen und niemals Geld ausgeben, soll aber stets gut ge nährt aussehen. C l a r e n c e Smith, No. 842 Lexlngton'Avenue wohnhast, der im der Delaware und WashwgtonStraße abgefaßt wurde, ist des Diebftahlö an geklagt. Zugleich wurde gegen ihn auch die Anklage- erhoben, gestohlene Sachen in'S County gebracht zu haben. Man fand eine Pferdedecke, eine Fuß decke und einen Pferdezaum in feinem Besitze. Laut Angaben der Polizei gestand er Leutnant Sandmann zu, daß er die Sachen in Palegwe, Ind., , gestohlen habe.

Aus dcu Gerichteu.

Kreisgericht. Richter Henry Clay Allen. ' In der Schadenersatzklage des Nach laßadminiftratorS für Demtu Babu gegen Kingan und Company und S. Oppenheimer Company wurden die Verklagten zu $800 und Kosten verur theilt. Superior-Gericht. ' Zimmer No. 1, Richter John L. McMafter. Die Mechanicö Lien Klage von JameS H. Robertson gegen Daniel ParSley, wurde zurückgezogen und die Kosten bezahlt. Zimmer No. 2, Richter JameS M. LeatherS. In der Klagesache deS Ralph L. Anderson als Agent der A. L. Ander son Screw Mfg. Co. gegen Guftav A. Schweizer wegen Mechanicö Lien, wurde der Kläger zu? Tragung der Kosten verurthellt. Wm. Henderson wurde die Bestellung eines ReceiverS für Thomas McGruder gewährt und dazu William Cline er nannt. Zimmer 3. JameS A. Pritchard, Richter pro tem. Die GreerWilklnson Lumber Com pany u. a. wurden 8558.45 gegen die Central Trust Company u. a. für ein Mechanicö Lien zugesprochen und haben die Beklagten die Kosten zü bezahlen. Die Home Loan Company bekam S105.50 gegen Perry, De Ford , für bewegliches Eigenthum zuerkannt, und hat der Beklagte ebenfalls die Kosten zu tragen. Kriminal-Gericht. Richter Freemont Alford. Wegen KleindiebftahlS wurde Harry Fitzpatrick schuldig befunden und zu 1 und Kosten nebst 30 Tagen ArbeitS hauS verurtheilt. Edward Duncan wurde wegen Ein bruchs und KleindiebftahlS zu $1 und Kosten nebst 1 bis 3 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Carah Singer bekam und Kosten wegen Profanitüt ausgebrummt. Frank Knox und William Stewart bekamen wegen KleindiebftahlS und Annahme von gestohlenen Gegenftän den die Strafen von je 1 bis 3 Jahre Zuchthaus, nebst 81 und Kosten. Louis ConnorS wurde wegen Klein diedstahlS zu Sl nebst Kosten und 60 Tagen Arbeitshaus gebucht. William JoneS, welcher sich des thätlichen Angriffs schuldig machte, wurde schuldig befunden und bekam dafür 4 Monate Arbeitshaus. Er hat außerdem Sl und Kosten zu bezahlen. Neue Klagen. Eine Schadenersatzklage für 825,000 wurde von Richard E. Houren gegen John E. MorriS und Otto von TeL mar (Jndlana Medical College) anhängig gemacht. Der Kläger giebt an, daß er im August d. IS. auf Veran lassung der Beklagten arretirt und zum Gefängniß gesandt wurde, wegen, an geblichen Verkaufs der Leiche van Ro bert Munsoa. Er wurde 7 Tage im Gefängniß festgehalten, dann den Großgeschworenen überwiesen, welche entschieden, er wäre überhaupt nicht im Stande gewesen den Körper des Mun son zu verkaufen, da er nicht in dessen Besitz war. Houren verlangt nun für die ungerechte Jnhaftirung S2ö,000 Schadenersatz. JameS Bee strengte gegen MoseS Campbell und Rilla Baue eine Scha denersatzklage sür $2000 an. weil die Verklagten ihn am 9. Dezember wegen Diebftahlö. ohne jeglichen Grund und Beweis,-wie er sagt, hatten verhaften lassen und er dadurch mit Schande be deckt und sein ehrliche? Name besudelt sei. Anna Dunn klagt gegen ihren Gat ten Howard Dunn, welchen sie am 3. Juli dieses Jahres heirathete, der sie aber grausam behandelte, nicht sür sie sorgte 'und am 3. Dezember gänzlich verließ, auf Scheidung, 81000 Ali mente und 6250 jährliche Versorgung gelder für sich selbst sowohl als für das Kind,' welches- sie unter ihrem Herzm trägt. '

Rllla Lobe will wegen grausamer Behandlung von ihrem Gatten, welchen sie im Apil 1903 heirathete, der sie aber im September 1893 verließ und der nicht für ihren Unterhalt in genügen der Weife sorgte, geschieden sein. - William K. Schwarz als Adminiftra tor des Nachlasses von dem verstorbenen Demitu Babu klagt gegen Kingan und Company und S. Oppenheimer und Company auf 81999.00 Schadenersatz. Wie Schwarz sagt, hatte der Verftor bene die Reinigung in dem Castng Departement der oiigen Gesellschaften vorzunehmen, in welchen sich ein elec irischer Dynama ungefähr 4 Fuß ober halb deS FloorS befestigt befand, und der mit einem starken Strom von über 1000 Volten gespeist war. Demitu Babu kam nun am 20. September dieses Jahres beim Kehren des besagte Zimmers der Weiche deS Dynamo mit dem Rücken zu nahe und bekam einen elektrischen Schlag der seinen Tod zur Folge hatte. Auf Scheidung klagt Mary Burr gegen ihren Henry, welchen sie am 4. März 1897 heirathete und mit dem sie bis zum Juni 1900 äfmmttihbtt' der sie aber zu dieser Zelt verließ. Wie Mary sagt, habe ihr Henry niemals richtig für sie gesorgt und verlangt sie deshalb Scheidung und $100 Alimente. Anna Corson klagt gegen ihren Gat ten JameS W. Corson, welchen sie am 17. November 1900 heirathete, der sie aber niemals als feine rechtmäßige Frau betrachtete, da sie weitläufige Verwandte sind, gegen deren Vereheli chung kein Gesetz etwas einzuwenden hat, er sich aber einbildete, daß ihr Zu sammenleden als Mann und Frau ein Unrecht sei, auf Scheidung. Sie sagt, sie hätte meistens bei seinen Verwand, ten zubringen müssen, da er nicht rich tig für sie sorgte, und daß sie feit 18 Monaten nicht mehr zusammen lebten. Außerdem verlangt sie 82400 Alimente! Mary Nagle, welch von ihrem zwei ten Manne Nagle vor zehn Jahren ge schieden wurde und mit dem sie keine Kinder hatte, wünscht, den Namen ihres ersten Gatten, Hugo, mit dem sie Nachkommenschaft hatte, wieder anneh men zu dürfen. Bessie Anacker klagt gegen ihrenJohn T. Anacker auf Scheidung. Sie wur den am 15. November 1905 getraut und am 15. September 1906 verlieb er sie. Während ihres Zusammen sienS soll er sich der grausamen BeHand lung schuldig gemacht haben. Jessie Daniels will von ihrem John B. Daniels geschieden sein, den sie am 15 September 1899 heirathete, der sie aber im Oktober 1902 wieder verließ und seitdem nicht für sie sorgte.

Ofen gefunden Der Eigenthümerin wieder zugestellt. Der vorgestern gestohlene Ofen wurde wieder erlangt und von der Eigen thümerln identifizirt. Als gestern Nachmittag die Radler Golnlfch und Wilson, auf-der Suche nach dem gestohlenen Ofen an einer Althandlung an der Oft Washington Straße vorbeikamen, fiel ihr Auge auf einen Wärmespender der mit einem Strik an einen Trollypfofien feftgebun den war. Die Radler lasen sich die gelieferte Beschreibung noch einmal durch, und fanden dann, daß dieselbe genau auf den Ofen passe. Ueber die Herkunft des Ofens befragt, erklärte der Althändler, daß er denselben für 50 Cents ankaufte und zwar schon am Abende vor dem Diebftahle. Später aber sagte er, daß möglicherweise er den Ofen auch erst vorgestern kaufte. Frau Mendenhall wurde zur Stelle ge-usen, und dieselbe erkannte den Ofen als ihr Eigenthum wieder. Das wiedererlangte gestohlene Gut wurde vorläufig nach der Station ge bracht, später aber an die Eigenthüme rin zurückgegeben. Man glaubt auch den Entführer- des Ofens bald zu finden.

In dem großen Hasenjägen bei Henryvllle in der Fsrftreservstien wur ' den 107 Hasen geschossen.

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