Indiana Tribüne, Volume 30, Number 96, Indianapolis, Marion County, 13 December 1906 — Page 7
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U Roman von ee g A. G. von Suttncr (Fortsetzung.) Vorwärts- mahnte Scham, auf das verfallene Treppenhaus zuschreiienb und 2lnd:rl gehorchte dem Rufe. Sie klommen die einzelnen Stufen hinauf, und gelangten endlich in's erste Stockwerk. Nachdem sie jedoch d?n großen Saal durchschrittcn hatten, war ihnen Halt gebolen: im nächsten Gemach schienen die morschen Ballen nicht mehr fest genug.. um ih." Gewicht tragen zu können. 6en wollten sie von der anderen Seite einen Zugang suchen, als Ander! zusammenfuhr, und b:n Kameraden Onsticß: .Hast g'hört?" - Was?" frug der Andere erbleichend. Ter Drach." Ja, jetzt vernahm es auch Schani deutlich: Ter Drach" hatte wie am letzten Sonntag geniest! Nun war der Moment gekommen. Schani hatte sich schnell wieder gefaßt; er schlich behutsam zum Fenster, und lugte in den Hof binab: Richtig dort unter den Nesseln bewegte sich's wieder! Die Form des unheimlick:n Wesens war nicht genau zu unterscheiden, da der größte Theil den Blicken durch das Gestrüpp entzogen wurde aber die Farbe stimmte vollkommen: blaugrünlich, mit weißen Punkten, die ohne Zweifel die Schuppen waren; genau so erinnerten sich die Knaben, den Lindwurm in ihrem Buche abgebildet gesehen zu haben. Wieder gab der muthigere Schani das Zeichen. Mit einem pst" mahnte er den Genossen zur Borsicht und nun gings im Sturmschritt, mit hoch gehobenem Schwert, vom Schild gut gedeckt, gegen den Feind. Schani stürmte wie ein echter Roland dahin. Er holte zum Schlag aus, und klatsch, fiel das Schwert auf die Rundung, die sich seinen Blicken darbot; gleichzeitig munterte er den Genossen mit einem hau d'rein. Anderl!" " zur Theilnahme am Kampfe auf. Jessas. Maria und Josef!" heulte der Lindwurm, wie von der Tarantel gestochen emporschnellend und dann auf Anderl, der entsetzt in die Kniee sank, loZspringend: Vua, miftiger wart, daß i' D'r an Ohrwaschl ausreiß!" Der Moment war ein furchtbarer. Anderl hielt sich verzweifelt die Hände an beide Ohren, um die Drohung des Lindwurms so gut als möglich zu vereiteln und Schani ließ Schwert nebst Schild im Stich, um hinter dem Geröll ein sicheres Asyl zu suchen. Mir scheint gar. dös is der Geier Anderl! Na wart Du!" keifte das Ungeheuer. Ander! zitterte. Also der Lindwurm kannte ihn persönlich! Jessas, d'e Schiermaier Wawerl!" rief Schani überrascht, aus seinem Bersteck hervorspringend Mir ham g'laubt " Was habt's g'laubt'. Lausbub'n?" rief die entrüstete Alte. Mir ham g'laubt, daß D' a Drach bist!" Diese Aufrichtigkeit verbesserte durchaus nicht die Situation der beiden Lindwurmtödter denn die Schwerbeleidigte stürzte nun mit der Wuth eines echten Drachen auf den unglücklichen Schani los. packte ihn beim Schöpf, und machte sich daran, demselben ihrem Versprechen gemäß, die Seel aus n Lno zu beuteln. Endlich wandte sich Schani heulend und jammernd los, während die Alte mit ihrem Päckchen Wegerich, den sie hier gesammelt, wetternd davonhumpelte. um ihre Drohung zu erfüllen, und dem Lehrer zu klagen, daß sein Schani sie einen Drachen geheißen habe. Die beiden Ritter verließen beschämt den Schauplatz ihrer Heldenthat. Schani schlich zögernd, und Schlimmes ahnend in die Nähe der väterlichen Behausung und die Alte bate Wort gehalten es gab zum Abendessen eine tüchtige Tracht Prügel! 2. K a p i t e l. 'ier Jahre waren dahingegangen. Scham und Anderl waren die ganze Zeit hindurch unzertrennliche Freunde geblieben. Ihre Passion für die alte Burg und deren Geheimnisse hatte nicht im mindesten abgenommen, obwohl sie das Nest so genau wie ihre Taschen kannten. Kein Schlupfwinkel war ihren forschenden Augen entgangen; die alten Keller, Verließe, ja selbst den theilweise verschütteten geheimen Gang hatten sie regelmäßig besucht und zu ihren Ritterspielen benutzt. Jetzt sollte das Alles anders werden: Schanis zwölfter Geburtstag war gefeiert worden mithin höchste Zeit, in die Klosterschule von Ct. Pötten einzutreten und damit den ersten Schritt zur künftigen Karriere, zum Priesterstand, zu machen. Die beiden Knaben sianden im Hof der Ruine. Es war der letzte Nachmittag gewesen, den der Aellere mit seinem Kameraden hier zugebracht; jetzt hieß es vom lieben alten Ort Abschied nehmen. Vor ihnen, an der von Arkaden durchbrochenen Mauer, fanden sich noch Spuren ein-t-.'t i. . i .'' K--'
stiger Herrlichkeit: Der geräumige Hof hatte in vergangenen Zeiten als Tummelplatz für ritterliche Spiele gedient und einzelne Ueberbleibsel ehemaliger Fresken waren noch an der meist abgemörtelten Wand sichtbar unter anderen auch das einzige halbwegs erhaltene oder vielmehr erkennbare Lildniß einer Person, welche an den Turnieren theilgenommen. Das Gesicht war wohltota! verwischt aber vom Helm blieb noch ein bläulicher schatten zurück ebenso vom Rest der Gestalt: Zedenfalls war tl nickt schwer zu kenn?, daß das Gemälde einst einen geharnischten Mann vorgestellt hatte. Tarunter stand die wohlerhaltene Inschrift: Peter Holtzapfel. Ritter." Und die Jahreszahl 1430." Schani bückte sich seufzend nach einem Topf, der auf dem Boden stand, ließ vom Pinsel die blaugraue Farbe abtröpfelnund entwarf rasch, und so aut es die Kunstfertizleit eines 5!wölfjährizen erlaubte, ein Gemälde. Die Arbeit dauerte nicht lange; im Nu war Etwas an die Wand, in unmittelbarer Nähe des Recken aus dem fünf-
zehnten Jahrhundert, gttlext eine sonderbare Gestalt, etwa einem ZuckerHut gleichend, der, mit sehr kurzen Beinen,.ab:r um so längeren Armen ausgestattet, einen verzweifelten Kriegstanz aufführte. Tarunter kam nun die Inschrift: Johann Hinteregger. Ritter. 1847." Jetzt kam an Anderl die Reihe, den Pinsel zu führen. Ein zweiter Zuckerhut schloß sich bald dem ersten an, und dann: Andreas Geier. Ritter. 1847." So, ein Theil der Arbeit war hiermit abgemacht. Blieb nun noch der Rest. Schani zog feierlich aus der Tascbe eine leere Stiefelwichsbüchse. In dieser lag wohlverwahrt das Tokument. welches besagte, daß Anno 1847 zwei Ritter (folgten die Namen) beinahe einen Drachen getödtet und hier, am Turnierplatz, gegen 1300 Zweikämpfe mit einander ausgefochtcn hätten! Diese interessante Urkunde wurde unter dem umgestürzten steinernen Löwen vergraben, welchem zu der Blüthezeit der alten Burg das Ami zugekommen, aus seinem Rachen Wasser in das jetzt völlig ausgetrocknete Bassin zu speien. Schließlich wurden die Schwerte? nebst den Schildern zerbrochen, und im unterirdischen Gang zur Ruh: bestattet. Nachdem die beiden Knaben diese Ceremonie mit dem gewissenhaftesten Ernst vollzogen hatten verließen sie langsamen, feierlichen Schritts den Hof. Der Kampwirth hatte darauf bestanden, daß das Abschiedessen bei ihm gefeiert wurde. Ter Herr Pfarrer, sowie ein Halbdutzend der vertrautesten Nachbarn, waren natürlich zu diesem Feste eingeladen worden. Die Hausfrau hatte sich's diesmal Etwas kosten lassen, ttn Gasten tut ordentliches Fest mahl vorzusetzen. Man sollte sehen, daß man beim Kampwirth wisse was sich g'hört!" Dem gekochten Rindfle:sch folgte gebratenes, dann Back hendl'n dem Backhendl'n polnischer Fisch dem polnischen Fisch junge Gansl'n" den zungen Gansl'n saurer Has' dem sauren Hasen ein Kalbsschlägl" und hierauf noch Zr.-:!schenknödl." Torte. Kuchen, Backwerk k ::z, die Tafelfreuden nah men nicht weniger als drei volle Stun den in Anspruch. Der Lehrer hatte sich's nicht nehmen lasten wollen, auch sem cherflein sei zutragen war ja doch das Ganze seinem Buben zu Ehren veranstaltet worden und da der Herr Geier von einem Geldbeitrag nichts hatte wissen wollen, io sandte der Vater des Jubel knaben" schon am frühen Morgen ein Fäßchen Pilsner herüber; auch hatte der Herr Pfarrer )ie Aufmerksamkeit gehabt, mehrere Laternen" aoldalän zenden alten Mailberger in seinem Wagerl" mitzubringen. Somit lief Alles vorzüglich fast glänzend ab. Der Hochwürdige war vortrefflicher Laune. Er hatte das Fäßchen Pilsner beinahe allein für sich mit Beschlag belegt, während sich die '.lnderen am Mailberger gutlich tha ten. Plötzlich räusperte sich der Herr Pfarrer hustete wischte sich die Lippen, und nef. sein Glas erhebend: Auf das Wohl des zukünftigen Amtskollcgen!" Das war schmeichelhaft. Der Herr Lehrer warf dem Sohne einen auffordernden Blick zu. sich vom Sitz zu erheben, und ergriff hiernach im Namen de5 Buben das Wort, um in unendlich entwickelter Rede für die Ehre zu danken. die ihm der hochwürdige Herr Pfarrer erwiesen hatte. Der arme Schani fand von diesem Augenblick an wenig Gelegenheit mehr, sich an den guten Dingen zu erfreuen, die ihm vor gesetzt wurden, denn da der Vfarrer einmal das Zeichen zu den Toasten ge geben hatte, so war die Litanei nich mehr aufzuhalten Jeder der Anwesenden fühlte sich verpflichtet, sein Wort mitzureden und als die Reihe durchgelaufen war, Iren es der 5ochwürdige noch einmal 'rumgeh'n." so dan Scharn bis zum Schluß der Tafe fort auf den Beinen zu bleiben cezwungen war. Das war so traurig, daß der Junge endlich in ein lautes Heulen losplatzte. Alle, bis auf die Hausfrau, hielten diesen Thranenstrom für einen Aus bruch der Rührung über die vielen schonen Worte, die da zum besten aege ben wurden doch Frau Marie begriff besser, um was es ftch handelte.
Sie zerrte dem Knaben die Taschen
einer Jacke auseinander, und stopfte nun an Kucken, sowie Backwerk mn:m. ;cas nur Platz finden konnte. Das wirkte berührend: als iekt soar noch eine Torte für d' Reis" in ein Tüchelchen eingebunden wurde. ver?,og ich endlich Schanis weinerliches Geicht zu einem breiten, zufriedenen Lächeln. Anderl aab dem Kameraden einen Henkelgulden zum Andenken mit dann brachen die Gäste auf, um den Heimweg einzuschlagen. Der Pfarrer bot dem Lehrer uns dessen Sohn einen Platz in seinem lägerl" an, ein Antrag, der mit Dank acceptirt wurde, und welcher bein zum höchsten Vortheil gereichte. denn da der Hochwürdige nach rechterer Andere nach links wankte, so lonnen sie Mit vereinten Kräften den alten Gaul in der unaefäbren Ricktuna balen: zog der Etn: zu sehr nach seiier Seite, und begann sich das Gefährt bedenklich zu neigen, so stellte dcr Andere das Gleichgewicht wieder her. indem er seinerseits einen kräftigen Ruck in den Zügeln machte und so ging s prächtig in regelmäßigem Hicknrf sin?ch (trnf)f trtVnvi 141 VIW VIVW .V4pV V.V3 Nachdem der Kampwirlh seine Säst: bis vor die Hausthür bepsirtei" hatte. ehrte er wieder mit seiner Frau rn die Wohnstube zurück. Beide setzten sich an den mit Speisen und Trankresten vollbesetzten Tisch. Der Alte" topft: sich die Pfeife fnscb. goß den Rest der vor ihm stehenden Flasche in em Glas, und sagte zur Frau, die sich an's Ausräumen machen wollte: Wart, Marie, bleib no' a wengerl itz'n." Marie folgte der Aufforderung; sie ließ sich an der Seite ihres Alten" nieder, und nun begann Geier über Anderl zu sprechen: Ter Bua" hatte seine Normalklasen fast vollendet. Noch drei Wochen. dann kamen die Ferien, und nach die.en mußte man daran denken, über den Sohn zu entscheiden. Entweder soll r m s Gymnasium nach Horn, oder gleichwie der Lehrer-Schani, in's Seminar nach St. Polten. Die Mutter stimmte für das Letzere. Ihrer Ansicht nach war der Priesterstand der schönste auf der Welt und noch dazu die sichere Versoraung! Einmal ausgewciht, gab es bald eine Vikarsstclle nachher eine Pfarre und mit der Zeit wer weiß, es hat's schon mancher Bauerssohn zum Prälaten gebracht! Der Alte" hatte gegen diese Kombination nicht das Geringste einzuwenden; gewiß war s schon gewesen, das noch zu erleben, daß Anderl ausgeweiht wurde und Marie hatte ganz recht: die sichere Versorgung war viel werth. Andrerseits, wenn er das Gesetz studirte. konnte er s auch weit bringen freilich nicht, ohne daß er sich iahrelana mühsam ..durchg'frett'" hätte aber dann, wenn er einmal obenauf käme wie der berühmte amerikanische Präsident, der Wascher Ton: oder wie er sonst hieß über den der Alte" unlängst in der Zeitung einige Anekdoten gelesen hatte! Das war halt doch 'was anderes, so em Präsident, der über Mlllionen von Menschen zu kommandiren hatte dagegen konnte sich wohl em Prälat ja selbst ein Bischof verstecken! Ja, ja wenn's dem Anderl bestimmt Ware, em zweiter Wascher Toni zu werden das wär' s' Wahre! Vorläufig entschied man nichts definitives und es war auch besser so. Kommt Zelt, kommt Rath." Wahrend der Ferien werde sich vielleicht der Weg zeigen, den man cmzuscylagen hatte. Einige Tage nach dieser Unterredung wachte der Vater mit heftigem Kreuzstechen auf. Er versuchte, den Schmerz zu überwinden, und der gewohnten Arbeit nachzugehen aber unmöglich': er fiel klagend auf'S Bett zurück. Das war ärgerlich, denn es gab eben viel in der Mühle zu thun, so daß Joseph allein den Geschäften schwerlich nachzukommen vermochte. Anderl wurde deshalb beauftragt, zum Bade? zu rennen" denn der Vater mußte um jeden Preis bald auf den Beinen sctit. Der Bader kam, untersuchte den Kranken, und bestimmte, daß ohne Zeitverlust ein Zugpflaster aufgelegt werden müsse. Er wollt: das Pflaster frisch bereiten, damit es wirksamer se:.' Anderl konnte mit ihm hinüber kommen, und das Medikament dann nach Hause zurückbringen. Das war für Anderl etwas ganz Neues, als er mit dem Bader (den man gemeiniglich Doktor" titulirte) in dessen Behausung trat. Dort, im kleinen Laboratorium, wo in offenen Fachwerken allerlei Tiegel chen und Töpfchen gereiht standen wo eine vergoldete Schlange, sowie mehrere ausgestopfte Eidechsen von der Decke herabhingen, und wo eine ätzende Atmosphäre von allerlei Krautern und Tinkturen herrschte dort wurde es dem Knaben ganz wunderlich zu Muthe; es schien ihm schier, ls befände er sich im Thurmgemach des Zauberers aus seinem Märchen, der allerlei Heiltränklein und auch allerlei todtbringende Gifte für die mn r r ' r ' ' r i iKcncn:n zuiammenmiiaze. Dk Augen de$ Kleinen folgten jeder Bewegung des Baders. Aufmerksam unb voller Interesse, sah er dem Alten zu, wie dieser den verschiedenen Tkgeln Substanzen entnahm, mischte und rührte und trovfelt und" strich.
Na, Anderl, was schauss denn?"
frug der Zauberer, üker seine Brillen hinuberschielend. Möchst 'leicht atzn a Dokt'r werd'n?" Freilich hätte er um sein Leben aern so einen kleinen Apothekerladen besessen. um darin herum zu Hantiren und Arzneien zu mengen aber dem Ba der getraute er sich's nicht so ohne weiteres zu sagen: er behielt sich diese Nachricht fürzu Hause vor, und als er nun. keuchend vom langen Dauerauf, in die väterliche Stube trat, übergab er der Mutter sein Päckchen: Mutter i' möcht gern a Dokt'r v:bTn." No wär nit aus!" erwiderte diese lachend.- wäbrend sie das frische Pflaster dem Alten" auf die Rippen applizirte. Hörst Alter, was der Anderl sagt?" aber der Alte" hatte nichts gehört, denn vor Schmerzen war hm Hör n und Seh n vergang'n!" Das zog nur und brannte: U Jaiaerl. u Jaigerl!" klagte er, der nie krank gevejcn. uno oem oie schmerzen öeshalb um so fühlbarer waren: Q Du mel auZ is aus. is!" Geh. sei gut. Alter; s' wird scho' bess'r werd'n." Dock die Mutter batt gut zur Geduld mahnen es wurde mmer schlechter, und nachdem die Stelle, an welcher, das Pflaster saß, roth wie der Panzer eines gesottenen Krebses geworden war, hielt's der Paient nicht mehr länger aus: er riß den Leinenfleck herunter und schleuderte denselben weit von sich. Der Teufel soll alle Bader holen! Das gab dem Anderl freilich emen leinen Stich in's Herz. Kam da plötzlich ein , durchziehender Scheerenschleifer in die Stube gepolert, und verlangte em Glasl Wem. .Was fehlt'n Vater?" frug der Mann, nachdem er sich behaglich am Tisch breit gemacht hatte. ..S' Kreuzstechen hat er," erklärte die Mutter, dem Gaste den Stutzen" hinstellend. Ja. das thut freilich weh. Der Scheerenschleifer kannte den Schmerz aus Erfahrung; aber es gab ein probateö Mittel dagegen. El was. das hatte man schon versucht, doch 'es wollte nichts helfen, das erflirte Zugpflaster. Was Zugpflaster Unsinn! Er garantirte. den Kranken ohne alle Salben und Medizin zu kuriren, wenn man ihn gewahren lassen wollte. Der Patientwurde aufmerksam. E? begann sogar, sich mit einzelnen abgebrochenen Lauten rn's Gesprach zu mengen. Wenn das Einer imstande wäre, das wäre freilich nicht übel aber Was gilt d' Wett?" frug der Schleifer, in den Tisch schlagend. Was D' willst" war die Antwort a Maß Wein und a Guldenzettel ließ i' m'r's scho' kost'n." Topp! Morgen früh bist g'sund wie a Lercherl." Der Gast entledigte sich seiner Jacke und der schweren Bundschuhe. Dann sprang er mit emem gewaltigen Satz m s Bett dem Andern gerade auf's Kreuz. Du lieber Himmel, war das ein Jammergeheul! Aber der neue Doktor ließ sich nicht einschüchtern; er tanzte dem Wimmernden auf dem Rücken umher. bis Beiden der Athem ausgeganoen war. So" der Schleifer stieg wieder herunter jetzt gut zudeck'n a Glasl Glühwein auf'n Schreck'n und dann einschlaf'n; morgen früh is Alles vorüber!" Srrrrr? rrr rr schnurrte der Wetzstein an den Küchenmessern, als Geier am nächsten Morgen erwachte. Na wie steht's. G'vatt'r?" frug der Schleifer grinsend, während die Mutter neue Messer zum Schärfen herbeibrachte. Der Befragte wagte es nicht recht. sich zu rühren. Er fürchtete noch immer die heftigen Stiche, die ihm gestern jede Bewegung verleidet hat ten. Jetzt versuchte er's, einen Arm unter der Decke hervorzuziehen dann den anderen es ging ganz gut. Aber die Beine damit werde er wohl noch nicht mucksen können. Doch. doch keine Spur von einem Stechen selbst umdrehen konnte'er sich ohne alle Beschwerden! Nur aussa. G'vatt'r. 's geht scho'! versicherte der Andere. Wirklich, es ging und noch dazu ganz vortrefflich. Ein haupischer" Kerl, der Schleifer; Wer hätte nur das je glauben können! Der Wirth nahm sich einen Rand" und sprang aus dem Bett gesund und wohlgemuth; die Schmerzen waren wie davongeflogen. Der haupische Kerl'" der den Kampwirth wie aus Zauverschlag iu ritt hatte, wurde nicht so leicht fortge lassen. Er mußte zum Mittagessen bleiben, und nachdem er allerlei Schnurren aus semer Wanderprazis erzählt daß der Wirth und die Wir thln yor Lachen gar nicht zu sich kamen, zog der Mann triumphirend mit zwei funkelnagelneuen Guldenzetteln seiner Wege. Und wann i? denk, daß der Anderl gern a, Bader werden möcht" sagte die Mutter kopfschüttelnd. , Daß i' nit lach!" rief der Vater. Warum nit lieber glev a Todten graber!" (Fortsetzung folgt.) has vaaSke'S Südseite Kneipe. 1291 Sud Eaft Str.
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