Indiana Tribüne, Volume 30, Number 96, Indianapolis, Marion County, 13 December 1906 — Page 4

Jnvtana Tribüne, I Dezember 1000.

Jndiana Tribüne. Htranlztglbeu von dn Vtedg G. Indianapolis, Ind. öorry O. Thudium Zpräfideut. GeschäftSloeal: 031 Süd Delaware Straße. TEL6PH0NE SS.

E ird t the Pott Office oi Indianapolis aa iccood dtii matter. Frankreich'S schwere Tage. In der letzten Stunde erließ der Papft eine Enzyklika über da? Tren nungZgesetz und pke französische Negie rung wuide dadurch zum sofortigen Handeln gezwungen. Der AuZweg, durch Umwandlung der Gemeinden in ttultuZvereinen die endgültige Entfchei dung auf ein Jahr hinauszuschieben, so daß man inzwischen vielleicht einen Modus zur gütlichen Verständigung gefunden hätte, ift damit abgeschnitten und somit der 'Wunsch der Radikalen und Radikalsozialiften erfüllt, die ein sofortiges energisches Eingreisen der Regierung vom 11. Dezember an der langten. Das Ministerium hatte es Anders gewollt und auch dazu die Zu ftimmung des Parlaments erhalten. DaS ttirchenvermögen, um das eS sich handelt, wird auf etwa 400 bis 500 Millionen geschützt und eS unter liegt keinem Zweifel, daß vielen Gemeinden eine Zuweisung der Kirchen güter zu Fürsorgezwecken höchst willkommen gewesen wäre. Ebenso will kommen würde ihnen der Besitz der Seminarien und Pfarrhäuser sein, die sie in Schulhäufer verwandeln möch ten. Das fällt nun fort. Die radi kalen Vereine wollten Versammlung?' lokale für ethische, soziale und künft lerische Zwecke daraus machen. Pelletan und andere Mitglieder der Linken hat ten vom Kultus Minister Briand die ZvankSübernahme zu Gunsten gemein nützkger Anstalten gefordert. Der Mi nifter hatte seine Hoffnungen auf die VerlängerungSfrift gesetzt, dabei auch darauf hingewiesen, daß auf dem Kir chenvermögen auch Lasten und Ver dflichtungen ruhen, daß manche Ge meinden sehr enttäuscht sein würden, wenn sie mit dem Kirchenvermügen auch die Rechnung über dessen Verpflichtun gm ausgehändigt bekämen. Die Frage, was die Regierung mit den Kirchen und Kirchengütern ansängen wird, muß nun auch zur Beant wortung kommen, vorläufig aber wen det sich das Interesse dem aktuellen Zu lammenstoß zwischen den kirchlichen Vertretern und den Machtmitteln deö Gesetzes zu, für den schon die Inventur schlimme WarnungSbelsplele gegeben hat. Die kommenden Tag: bringen eine Zeit gewaltiger Aufregung, eine der schwersten Krisen, welche die Repu blik in den dreißig Jahren ihreS Äe stehen- noch durchgemacht hat. Die deutschen Polen Die Lage der in den östlichen Pro vinzen deS Königreichs Preußen ansäs sigen Polen ist in letzter Zeit vielfach erörtert worden. Eigentlich NeueS hat sich nicht ereignet, Aenderungen in der Lage der Polen find nicht eingetre ten. Aber die polnisch antideutsche Agitation hat eine neue Taktik, einen neuen Agriffspunkt entdeckt und in einer neuen Richtung eine zügellose Agi tation entfesselt. ES handelt sich um die Frage, ob der Religionsunterricht in den Schulen des deutschen Ostens in deutscher oder in polnischer Sprache ertheilt werden soll. ES besteht schon seit mehreren Jahr zehnten eine Verfügung, die anordnet, daß auch den polnischen Kindern der Religionsunterricht in deutscher Sprache gegeben werden soll. Die Verfügung wurde in dem größten Theil der ein schlägigen Gebietstheile befolgt und die polnischen Kinder lernten willig ihren deutschen Katechismus. In letz ter Zeit hat sich das allerdings geün dert: die polnische chauvinistische Agitation, verfügend über 'die niedere pol Nische Geistlichkeit, brachte den Kindern den Glauben bei, als fei der deutsche Katechismus eine Sünde wider den heiligen' Glauben. Jesus Christus ge. biete ihnen, sich dem deutschem Kate chiSmuZlernen ' zu . widersetzen. Auf diese Weise wurde ein Streik der Schul linder inszeniert. Wer von den Kleinen sich widersetzte, war sicher, sich da? Lob alle? Heiligen und hohen Verdien? für den Himmel zu erringen. , Natürlich wurde durch dies hetzerische Vorgehen die preußische Regierung zu energischem Wlkpaad gezwmzge.

Kein nationaler Staat Rußland so

wie Preußen kann dulden, daß in den von ihm errichteten Schulgebäuden, von den von seinen Gehältern leben den Geistlichen eine derartige Agitation getrieben wird, die sich ganz offen ge gen den Bestand dieses Staates richtet. Es ist unrichtig, wenn behauptet wird, die Polen würden aus Nothwehr han deln, ihr Widerstand betreffe über Haupt nur die Sprachenfrage, sie feien aber loyale Unterthanen. Der ehe malkge französische Deputierte Adolphe Pleyre, der während des Krieges von 1870 in einer Festung des deutschen Ostens als Gesangene? saß und. mit seinen Sympathien durchweg auf pol nischer Seite ist, gibt das zu, indem er kürzlich im Figaro- schrieb: Die Polen erwarten nur eine Gelegenheit, das deutsche Joch abzuschütteln. Viel leicht den eines Tages drohenden Krieg zwischen England und Deutschland, in dem wir werden Stellung nehmen müssen, oder die Eröffnung der Nach folge der österreichischen Monarchie? Sie verstehen jetzt, roeShalb die kleinen Polen sich weigern, den deutschen Ka techiZmuS zu lernen.Die Verbindung, in welche hier der Schulftreik und die großpolnische Pn paganda von dem französischen Poli tiker gebracht wird, ist absolut richtig. Die Angelegenheit tritt vielleicht in eine neue Phase durch den unerwarteten plötzlichen Tod deS Posener ErzbischosS Dr. von StablewSki. Dieser Kirchen fürst verdankt seine Ernennung zum Crzbischof in Posen den Wünschen Kaiser Wilhelms, womöglich eine vu söhnliche Polenpolitlk zu treiben. Da. malS hoffte die preußische Regierung, durch weitgehendstes Entgegenkommen gegenüber den Polen etwas ausrichten zu können. StablewSki, der in jener Zeit eine loyale Haltung gegenüber seinem Könige, dem er den Treueid ge. schworen hatte, einnahm, schien dazu die geeignete Persönlichkeit. In den letzten Monaten aber zeigte sich, daß die polnische Nationalilüt stärker war, als der kirchliche versöhnliche Geist, stärker, als die gelobte Anhänglichkeit an den König: der Erzblschof erig offen ge gen , die deutschen Katholiken und für die Volen Partei und versuchte die be trübende Thalsache, daß der ReligionL unterricht Gegenstand politischer Hetze wurde, nicht zu verhindern, ermuthigte dielmehr durch einen ausreizenden Hlr tenbrief die polnische Agitation. Sein Tod ändert die Situation. Schwerlich aber wird die preußische Re gierung.noch einmal einen Polen aus den erzblschöflichen Stuhl von Posen setzen lassen, nachdem sie mit ihren versöhnlichen Versuchen bisher so schlech ten Erfolg gehabt hat. Mit Briesschreiben hat sich schon Mancher dieIinger verbrannt, jetzt auch Präsident Roofevelt. Die Mutter des überführten Mör derö Gillette ist in der Prozeßsache ihres Sohnes als Berichterstatterin für sen sationöhungrige Zeitungen thätig. So etwas kann selbst auf den Südsee. In sein nicht vorkommen, eö ist echt ameri' kanisch, ganz außergewöhnlich barba risch. US lohnt sich, bei dem sonnigen Herbftwetter einen Gang durch die Ge schäftZftraßen unserer betriebsamen Stadt zu machen. Man merkt, daß in knapp zwei Wochen Weihnachten ist. Ueberall laden die WeihnachtSauölagen die Käufer zum Kaufen ein. Die Weih nachtSwaaren sind prächtiger als je mals und dementsprechend wird sich auch das Geschäft gestalten. Die Zei ten find ja tm Allgemeinen ganz gut; Jedermann verdient Geld und ein glän zendeS Weihnachtsgeschäft steht bevor. Unser Generalkonsul in Berlin be richtet an daS Staatsdepartement in Washington über den wirthschaftlichen Aufschwung Deutschland'S, der im nahezu abgelaufenen Jahre den aller früheren übertraf. Wie er sagt, find alle Hüttenwerke und Fabriken auf Monate hinaus dermaßen mit Auftrü gen versehen, doß sie nur noch verhält nißmüßig wenige neue Bestellungen annehmen können. Die StaatSbahnen find nicht im Stande, die Masse der Fracht zu bewältigen. Das vorhandene Rohmaterial reicht nicht annähernd mehr aus, so daß große Bestellungen im Auslande, vorzugsweise in Eng. land, gemacht werben müssen. Die Schattenseiten dieser lebhaften indu ftriellen und kommerziellen Thätigkeit find ein empfindlicher Mangel an Ar beitSkrüften und einer drückenden Geld knappheit. Ganz wie bei unS. Der Bericht des Konsuls bildet ein interes santeö Seltenftück zu den Berichten von unsere? eigenen Prosperität. Wie eö scheint, überflügeln die Ver. Staaten und Deutschland . mit ihrer erftaunli chen industriellen Entwicklung zur Zeit die aller vtitzim ttulturUnder.

Aus Marokko.

Von einem in Marokko lebenden Deutschen. Marokko, das nach Abschluß der Lllgeciras-Konferenz für kurze Zeit don der Tagesordnung abgesetzt zu sein schien, beschäftigt neuerdings wieder die Aufmerksamkeit der Mächte in besonderem Grade. In der letzten Zeit haben die Unruhen, die in Mogador durch den Berberkaid Anflus hervorgerufen wurden und hier einige Tage einen recht ernsten Charakter anzunehmen scheinen wollten, em besonderes Interesse für , diesen südlichsten, von Europäern bewohnten Hafenplatz wachgerufen. Die von Tanger aus mit dem nöthigen Aufputz und Ueber treibung in dieWelt posaunten Alarmdepeschen ließen vermuthen, daß wir am Anfang eines Ausoruches allerernstesten Fremdenhasses in Marokko stunden. Dre Bewegung, die sich fast ausschließlich gegen die eingeborenen Juden richtete, entbehrt dann auch nicht der religiösen Unterlage. ' Für den Eingeweihten, mit den Verhältnissen Vertrauten ist es klar, daß die Judenkrawalle nur eine Etappe auf der Straße zu den Fremdenhetzen bilden können. Juden sowohl als Europäer gehören zu der Kategorie der Ungläubigen (Kaffir), deren Bekämpfung das größte Verdienst des strenggläubigen Moslrms ist und ihm den Himmel und ewige Seligkeit 'in den Gefilden des Jenseits sichert. Anflus, der Mogador bereits wiederholt mit seiner Anwesenheit beglückte ud mit einer außergewöhnlich starken Anzahl von Begleitmannschaften an Viertem und Fußvolk dieses Mal seinen Einzug hielt, um seine Pulverspiele abzuhalten, glaubte seinem wohlbekannten Fanatismus beredten Ausdruck geben und für den Islam eine Lanze brechen zu müssen. Es scheint sein strenggläubiges Hcrz schon lange bedrückt zu haben, daß se't einigen Jahren die Juden, welche durch 'tarken Zuzug aus dem Süden in dem Ghetto keine Unterkunft mehr finde.i 'onnten. sich nothgedrungen in de.u .'lrab erviertel ansiedeln mußten. Ihr: '.Überlassung daselbst geschah nichi ur mit Einwilligung des jeweilig?!', tadtgouverneurs. für welchen sie ei:.: -ute Eztra-Einnahmequelle bildete,:, Indern auch im EinVerständniß m'.l :ti arabischen Bevölkerung, die ih:c Uten Ruinen zu höchsten Preisen tc:. uden vermietete. Die Niederlassuri'. 'er Juden in dem Araberviertel gais in die allerletzte Zeit der Bauth'ä igkeit daselbst einen neuen Impuls. ?nd auf diesem Gebiete machte vor a! , em der Stadtgouverneur den oxtitiv gesessenen Arabern die stärkste ctcn'r urrcnz, indem er möglichst viele I i. -.obilien an sich zu bringen suchte, iri i zu Wohnhäusern auszubauen. Sr; s bei Erwerbung dieser Liegenschaft? : licht immer streng rechtlich zug'.n , luß nebenbei erwähnt werden, denn ieser Umstand erklärt zum Theil bi. endliche Verhalten der Stadtbevö.k: ung dem Gouverneur gegenüber itf t auch mit die Triebfeder gewese.?' .'aß es zu den Ausschreitungen oelche Mogador zu verzeichnen ha!. Die ersten Tage während der Anwc'enheit des Kaid Anflus verliefen ohni irgendwelchen Awischenfall. Eines Tages jedoch beschick Kaid Anflus übe: den Kopf des Stadtgouverneurs hinweg die Rcrbbimr und den Vorstehe.des Ghetto zu sich, um ihnen Vorhat tungen über ws Wohnen der Juden in dem Araberviertel zu machen. Von da ab datiren die Ausschreitungen, die mit kleinen Vexationen der Juden anfingen. zu einer großen Demonstration vor dem Judenviertel mit Einwerfen von Fenstern und Thüren, sowie Wfc Handlung der die Straße passirenden Juden führten, mit der Austreibung der Juden aus dem Araberviertel ihren Höhepunkt erreichten, um mit der gewaltsamen Erbrechung eines einem französischen Protegirten gehörigen Magazins, dessen Waarenb:st'ände auf die Straße geworfen wurden, zu endigen. Leben kamen nicht zu Schaden und Eigenthum wurde in den meisten Fällen respektirt. Einen ernsten Gr rakter nahm die Lage erst an, als d:r Stadtgouverneur und Anflus. die bis dahin die besten Freunde waren, sich gegenseitig in die Haare geriethin. letzterer die sofortige Evacuirung der von den Juden bewohnten arabischen Häuser verlangte, und Hierzu eine Frist von 8 Uhr 'rüh bis 1 Uhr Mittags stellte, während ersterer sein Heil bei dem Konsularkorps suchte. Es war nicht vorauszusehen, ob der. Berber - Kaid bei den Juden Halt machen od:r auch sein Müthchen an den Europäern kühlen werde. Erwarten konnte man v:n ihm alles, zumal er stch in unbcstritle-. nem Besitze der Stadt befand und. was das Schlimmsie war, die Sympathie der Stadtbedölkerung vollständig für sich hatte, die zusammen mit den Anslusleutrn nur auf ein Zeichen ihres Herrn warteten, um Unordnung un) Ausschreitungen in der Stadt hervorzurufen, deren Folgen nicht abzusein waren. Es scheint indeß, daß Anflus befreundete Distriktsgouverneure sein Lorgehen mißbilligten, und ihm durch Extraboten Vorstellungen über seine Handlungsweise machten; jedenfalls mußte eö überraschen, daß der große Fanatiker plötzlich seinen Eifer be zähmte und am 8. September früh die Stadt verließ, wahrend am Abend desselben Tages der französische Kreuzer , '. l -

,Galil6e" in den Hafen von Mogador dampfte. Der Gouverneur von Mogador zeigte sich -der Situation von Anfang an nicht gewachsen; er verlor, als die Unruhen ernsteren Charakter annahmen. vollständig den Kopf. An Widerstand war bei der völlig ungenügenden ölnzahl von Truppen und nachdem Kaid Anflus sich mit seinen Leuten in der Stadt eingenistet hatte, gar nicht zu denken. Der Stadtgouverneur suchte )ann auch durch Nachgeben und Zugeständnisse den Ausbruch von Unordr.ung usw. hintanzuhalten, was zum Schluß auch gelang Verantwortlich ist in erster Linie der 3ornnieui von Mogador, der. ohne !ede Vorsichtsmaßregel zu treffen, den!aid Anflus und 400, mit modernen Gewehren bewaffnete Leute in die -tadr einließ. Daß er im Augenblick .er Noth keine Truppen zur Verfüjung hatte, ist ebenfalls feine Schuld, d:nn anstatt 200 Mann regulärer Infanterie zu unterhalten, waren decn nur 50 in Dienst, und den Sold 'In 150 Mann steckte er. in die Tasche. Die Miliz und Bürgerwehr, welch: u Waffendienst verpflichtet ist. veragte gänzlich, und stellte stch vollstän jig auf Seiten Anflus'. da ihnen seit Monaten der Sold vorenthalten wurder ebenfalls in die Taschen des Ztadtgouverneurs gewandert war. iUt diese Umstände hatten zusammengewirkt, um Unzufriedenheit hervorzurufen. Die Stadtleute, die stch durch den Kaid Anflus vollständig geschützt fühlten, nahmen jede Gelegenheit wahr, um durch Zwischenträgereicn ihrem Goufernem eins einzubrennen. Unter andercm beschwerten sie stch darüber, daß cr Stadtgouverneur die Juden zum Nachtheil der Araber bevorzuge, die Lebensweise der letzteren erschwere, inb:rn er die Miethen durch die Niederlcissung der Juden im Araberviertcl lünstlich sieigere, und sie, sowie ihre Angehörigen der Nothwendigkeit aussetze, mit den Ungläubigen (Unreinen) zusammen zu wohnen, kurz daß er nicht als guter Moslim an seinen Brüdern handle ! Nachdem auf diese Weise die ganze Angelegenheit auf das religiöse Gebiet hinübergcspiclt war, und man die empfindlichste Saite des Volkes hatte anklingen lassen, machte der Mob in der Folge mit den AnflusLeuten gemeinsame Sache. und wäre auch weiter gegangen, wenn der Kaid Anflus, sie durch Wort oder Geberde hierzu crmuthigt hätte. Die Vorkommnisse in Mogador besiätigcn zwei Thatsachen : erstens, daß die Korruption seit der Algeciras-Kon-fcrenz in Marokko nicht nur keine Einschränkung erfahren, sondern gewaltige Fortschritte nach dem gänzlichen Verfall hin gemacht hat. Die so oft geäußerte Thatsache, daß Marokko in seiner vollständig korrumpierten Beamtenschast schließlich zu Grunde gehen muß, wird hiermit in eklatantester Weise bestätigt. Jeder noch so kleine Beamte sieht seine Stellung als Pfründe an, und kennt als höchstes Ziel nur die Wahrnehmung seiner persönlichen Interessen, die darauf hinauskaufen, seine Taschen zu füllen. Zweitens beweisen die Unruhen, daß die panislamitische Bewegung auch in Marokko Boden gefaßt hat und Fortschritte macht. Seit längerer Zeit bercits reisen fremde Emissäre in Marokko umher, um unter der Hand ihre Glaubensbrüder an ihre Pflicht, die Vertheidigung des Islams gegen die Ungläubigen" zu mahnen ! Die dielen in Marokko bestehenden religiösen Sekten arbeiten nach derselben Richtung. Jeder, der sehen will, wird feststellen können, daß das Benehmen der Eingeborenen den Europäern gegenüber ein verändertes .ist. Die auf der Konferenz beschlossenen Reformen siehen als Gespenst am marokkanischen Himmel und mögen in erster Linie den Umschwung hervorgerufen haben, aber abgesehen hiervon, entwickelt sich aus dem Volke heraus, seit einiger Zeit eine Stimmung, die nicht fremdenfreundlich genannt werden kann. Es ist zweifellos ein gesteigertes Selbstbewußtsein der Bevölkerung zu konstatiren, die auf eine Erstarkung des Islams im Allgemeinen zurückgeführt werden muß. ein Zug, der, wie von vielen .Seiten bestätiat wird, durch alle islamitischen Völkerschaften geht. Es ist deshalb auch ein großes Unrecht, das die führendcn französischen Zeitungen an ihren eigenen Landsleuten"und an der gesammten zivilisirten Welt begehen, indem sie bis in die allerneueste Zeit hinein diese Bewegung ableugnen. Daß die Engländer anders denken, beweisen die Truppcnverstärkungen in Egypten. Nur durch große Wachsamkeit und Be--eitschaft kann hier ein vorbereiteter Eoup pariert werden ; mögen die verantwortlichen Organe den Brunnen nicht erst zudecken, wenn das Kind hineingefallen ist. Ein ver urtheilt er Arzt. Aus Wien wird gemeldet: Vor einem Erkcnntnißsenat wurde der SekundärArzt des allgeLieinen Krankenhauses Dr. Hugo Alt wegen Vergehens gegen die Sicherheit des Lebens zu einem Monat Arrest vcrurtheilt. Alt war im Januar dieses Jahres beauftragt worden, an einer Bäuerin eine Magen auspumpung vorzunehmen. Er überließ die Operation einem hospitirenden Mediziner, der bei der Operation die Magenpumpe so ungeschickt handhabte, daß r der Patientin, statt ihr den Ma. en zu entleeren, durch Hinzuführung don Luft denselben sprengte.

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AliJtmAi4' ttiiftL WttvttttTtt tWvtttttt? Ueber das Schicksal eines Opfers Ut russischen Schreckenszeit wird aus Berlin folgendes berichtet: Aus einem von Eydtkuhnen kommenden Zuge wurde kürzlich auf BahnHof Friedrichstraße ein junges Mädchen von außergewöhnlicher Schönheit durch andere Fahrgäste hinausgeführt. Es war augenscheinlich ' vollkommen entkräftet und nicht imstande, über seine Person verständliche Auskunft zu o.cben. Die Stationsbeamtcn waren rathlos, was mit der Fremden anzufac;en sei' auch der hinzukommende Sutzmann wußte keinen Ausweg Unter dem Publikum, welches sich um die Hilflose ansammelte, befanden sich auch zwei Lehrerinnen aus Spandau. die im Begriffe waren., nach Hause zu fahren. Kurz entschlossen erklärten sie sich dem Stationsvorsteher und dem Schuhmann gegenüber bereit, sich des Mädchens annehmen zu wollen, und man ließ sie, nachdem sie sich lcgitimirt hatten, auch gewähren. Sie fuhren mir der Verlassenen nach Spandau und brachten sie zu einer jüdischen Familie, welche die Fremde aufnahm. Nachdem diese sich erholt hatte, berichtete sie, daß ihre Eltern und sonstigen Familienangehörigen während einesJudcnmassacres sämmtlich ermordet wovden seien.' Sie selbst habe infolge eines glücklichen Zufalls, fast aller Mittel entblößt, entkommen können. Ihr Vater hätte ein SeidenWaarengeschäft besessen und sei sehr wohlhabend gewesen. Die vom jüdischen Hilfsverein angestellten Nachfvrschungen bestätigten diese Angaben der Russin, die 15 Jahre alt ist. Nachdem die Waise sich bei der Spandauer Familie erholt hatte, hat es jetzt der Hilssverein übernommen für ihr wei teres Fotkommeu Sorge zu tragen. xj t c W a 11 e r k r a s t der vt x a gara - Fälle ist nicht die einzige, die vom , Standpunkt dis Volkswirthschaftes ungennützt bleibt, auch die des Mosstssippi, die an einer Stelle auf 211.500 Pferdekräfte berechnet wird, geht verloren. Das soll nun anders werden. Eine Ausnützung dieser Kraft ist geplant,, und zwar soll zu diesem Zweck in der Nähe von Keokuk. III. ein Damm gebaut werden. Der Fluß hat dort ein Gefälle von 24 Fuß auf einer Strecke von etwa 12 Meilen. und diese Stromschnelle, zu deren Umgehung die Bundesregierung einen Kanal bauen ließ, soll nun ausgenutzt werden. -. .

Joh Perrin, Präsident. Iheo.TtempfI.A!st. Kassierer. H. A. Tchlotzhuer, Kassierer. E,ns Wo,llen, Anwalt.

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