Indiana Tribüne, Volume 30, Number 95, Indianapolis, Marion County, 12 December 1906 — Page 7

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1. Kapitel. as Wirthshaus lag einsam am Kamp-Fluß. Einsam, insofern d:r Gasthof das einzige Gebäude im Umkreis einer halben Meile war; was jedoch sein: Lage betraf. die Natursch'kZnheiten nämlich, in welchen dieses Zalkczetünchtc Häuschen steckte so konnten sich seine Inwohner nicht über Einsamkeit beklagen. Touristen nahmen gerne auf der Bank unter der groß-n Buche Platz, um ein Stündchen zu rasten; ja, wandernde Maler fühlten sch sogar veranlaßt, eine Station von einer oder zwei Tagen zu machen, um die Ruine der alten Burg, die sich am jenseitigen Ufer schroff erhebt, ihrer Süzzensammlung j einzureihen. und der Gesangverein des nahen Städtchens halte sich diesen Ort als beständiges Exiursionsziel ausgesucht, denn beim Kamj?-Wirth gab's ungewässerten Wein. und hi:r sang es sich weit besser als anderswo: Wer hat Dich Du schöner Wald" u. s. w. Franz Geier, der Inhaber des Wirthshauses, hatte das Anwesen mit seinem Sparpfenniz erstanden, den er sich während seiner fünfzehnjährigen Karriere als Hausknecht" keim goldenen Adler" in Mold zusammengcscharrt hatte. Damals gab's nämlich noch für die Gasthöfe, welche an der großen Landstraße lagen, goldene Zeiten. Alles, was in Böhmen erzeugt wurde, expedirte man per Aze" die Zlaiserstraße" entlang nach Wien, denn von einer Eisenbahn war zu jener Zeit keine Rede noch. Die Fuhrleute, denen oft bedeutende Kapitalien in Fo:m von Waaren und AckerbauerZeugnissen anvertraut würden, waren ganz bedeutendzPersönllchkeiten, welch? nicht selten in ihren Ställen an die zwanzig Paar Pferde stehen hatten, und die Sache im Großen betrieben Keine armen Schlucke? etwa, die um des alltäglichen Brodes willen die mühsame Reise auf staubiger Chaussee machten, sondern gesetzte, wohlhabende Leute, welche sich in unserer Heutigen titel- und ämtersüchtizsn Periode vielleicht Exporteure" nennen lassen würden, wenn ihre Rasse nicht, seitdem die Schienenstränge das Land bedecken, ausgeftorben wäre. Diese Herren von der Straße ließen sich bei ihren Fahrten nichts abgehen. Sie hatten ihre bestimmten Einkehrwirthshäuser, in welchen sie die Nacht über blieben, um ihren kräftigen, kugelrunden Gäulen auf mehrere Stunden Ruhe zu gönnen, um sich ihr eigenes ausgiebiges Abendmahl schmecken' zu lassen, und dann die weichen Federbetten im Extrazimmer" aufzusuchen. Um die Zeche wurde nie gefeilscht. Die Leute hatten gut gegessen, getrunken. geschlafen. sie zahlten mithin auch gut. und der Hauskneckt konnte sicher sein, jedesmal ein paar Gulden in die Hand gedrückt zu dekommen für die Sorgfalt, welche er den Roß'" hatte angedeihen lassen.So war es gekommen, daß der Geier Franz! nach fünfzehnjähriger Thätigkeit sich ein Kapital von 5400 Gulden zusammengespart, und daß er beschlossen hatte, das Kamp-Wirthshaus zu kaufen, um dort mit seiner Marie Einzug zu halten. Der Gasthof als solch?? konnte, da er vom alltäglichen Verkehr abgelegen war, keinen besonderen Gewinn abwerfen. aber darauf hatte sein neuer Inhaber auch nicht gerechnet. Ihm war mehr darum zu thun gewesen, das Mühlengeschäst, das damit in Verbindung war, zu betreiben, denn dieses hatte seinen letzten Besitzer zum reichen Manne gemacht. Die lachenden Erben schacherten nicht lange um den Prei5, und als ihnen Geier seine 5400 baar bot, schlugen, sie ohne lange Ueberlegung ein. Mit den tausend Gulden, welche Marie als Aussteuer brachte, richtete sich das Paar häuslich ein. Die Ehe blieb mehrere Jahre hindurch kinderlos. Dann schenkte Marie ihrem Gatten eine Tochter, welche jedoch nach wenigcn Wochen starb. Zwei Jahre später kam ein Sohn zur Welt, der Josef getauft wurde, und endlich, nach fünfzehnjähriger Pause erschien ganz unerwartet wieder ein Knabe. Das war ein gutes Vorzeichen: fünfzehn Jahre hatte er gebraucht, um sich ein Kapital zu ersparen, mit welchem sich Geier seine Selbstständigkeit erkaufen konnte, und derselben Periode katte es nun bedurft, um einen Zweitgebornen zu erlangen. der mußte ohne Zweifel etwas Ordentliches wer den! Andreas soll er heißen!" ent schied der Vate?. de? erst vor wenigen Tagen von einem durchziehenden Hausirer die Geselchte vom Andreas Hofer i erstanden hatte, und welcher noch ganz unterm Eindruck patriotischer Bezeistetung war. Andreas, denn der Hofer war em braver Mann! An dreas, oder Anderl. wie er allge mein genannt wurde. genoß natür lich alle Privileqien des Jüngsten. welche da sind, daß er den trennen Be suchen, welche hie und da des Sonnuags vorsprachen, als siebentes Welt J . t . . . v - . cm rounoer gezeigi rource: uenn er oas Gesicht au einem allen seinen Alters

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m von JPo X G. von Suttner genoen eigenen unerqutZüchen üt plärre verzog, so war es, nach der Ter sicherung der Mutter, ein Anlauf, um seine Bewunderer mit einer Ansprache zu erfreuen, (worüber natürlich der Besuchen in bewunderndes Staunen ausbrach); wenn er ungeduldig mit den unförmlichen Beinen strampelte, so bewies das seine frühzeitigen Anlagen für die Tanzkunst; irenn er die Äu-en weit aufriß, und geislesabwesend vollkommen ausdruckslos in die Leere starrte, so unterlag es keinem Zweifel, daß er lebhaf.en Sinn für die Natu?schönh:ilen bewbs; kurz, Anderl war ein Tausendsassa, wie alle seine elfmonatlichen Kollegen, wenn sich die Eltern für verpflichtet halten, dem Gaste eine besondere Ehre zu erweisen, indem sie ihm gestatten, die unglaublichen Anlagen, den frühzeitigen Verstand die augenfälligen Talent: des Jüngsten zu besingen! Der Junge war tu Freude des Al ten" wie Marie den Gatten zu neunen die Gewohnheit hatte. Es kam hie und da vor. daß der Alte" seine unwirschen Tage hatte dann wurde ihm Anderl gebracht: wirklicy wie aus Zauberschlag verschwanden die Falten aus dem G:ncht: der Kleine wurde auf's Knie genommen, dort ließ ihn der Vater Hopjen und hei dldl didl bei didldidl" aller Aerger war verschwunden. Das aina so fort, bis Anderl in's fünft: Jahr trat. Tann war er freilich zu groß, um fort aus den Knieen des Vaters zu hopsen, und sich hei didldidl vorsingen zu lassen auch hieß es jetzt daran zu denken, den Schulpflichten nachzukommen. Zu diesem Zwecke wurde der Herr Lehrer von Kampcgg für den nächsten Sonntag auf an Löffl Supp'n, und a Glasl Wein" gebeten denn Franz Geier hatte sich vorgenommen, seinen Anderl etwas Ordentliches lernen zu lassen. Er sollte ein Student werden und dann nun bei den Talenten des Kleinen konnte es ja mchl fehlen dann vielleicht ein Lehrer oder ein Pfarrer oder gar ein V:zirksrichter! Die Welt stand ihm ja offen . . . Der Herr Lehrer erschien pünktlich zur Stund: wie alle Torfschulleh rer, mit immerwährendem Appetit, und immerwährendem Durst ausgestattet. Der Löffl Supp'n" war nur eine Form der Bescheidenheit gewesen, mit welche? man den Gast gebeten hatte. denn es gab noch außerdem Rindfleisch mit Sauerkraut, und Knödl'n Backhendl mit Gurkensalat, und pflaumengefüllte Golatschen; aus dem Glas Wein" wurde natürlich ein Dutzend Gla-chen vielleicht sogar mehr, denn des Herrn Lehrers Gesicht war leuchtend roth und glänzend, als nun die Marie wieder von der Küche hereinkam, und die dampfenden, kaffeeg:füllten Gläser auf den Tisch stellte. Der Herr Geier (das ausgiebige Mittagessen hatte dem Spender den Titel Herr" eingetragen) also, der Herr Geier hatte ganz recht, seinen Anderl zu einem tüchtigen Kerl heran ziehen zu wollen betheuerte der Leh rer, denn in der jetzigen Zeit heißt's lernen lernen und noch einmal lernen, um sich durchzufressen! Ja, ja alle Welt lernte heutzu tage; stimmte der Vater kopfnickend bei (er schob dem Tiichgenossen die ge füllte Tabakblase hin, damit sich dieser die Pfeife anstopfe) warum soll also nicht auch der Bub Etwas lernen. Der Weg war ihm ja sozusagen vor geschrieben: Josef, als Aeltelter, hatte das Anrecht auf's Wirthsh's und Anderl nun der Anderl mußte eben sehen, wie er sich weiterbringen konnte. Gäb's noch die Kaisersiraßenfuhren. dann freilich hatte der Vater keinen Augenblick gezögert, den Buben für sein eigenes ehemaliges Handwerk zu bestimmen aber jetzt sprach man allenthalben in den Zeitungen vom Eisenbahnbau ja, unlängst war sogar ein Jnchenerer" auf der Durchfahrt hier gewesen, der eigens in die Gebend geschickt worden, um sich die Sache ein wenig von der Nähe anzusehen, mithin war's aus" mit den schönen Zeiten; Pfirt Gott Fuhrleut' pfirt Gott Einkehrwirthshaus und vfirt Gott Hausknecht" der sich nach einem Dußend Jahr'n" sein kleines Kapital zurücklegen konnte! Wahr is!" bestätigte der Lehrer, de? nichts Besseres zu erwidern wußte wahr is, Herr Geier! Die Unkerhandlung betreffs des An derl wurde bald zu beiderseitiger Zu friedenheit beendet: Der Kleine sollte täglich nach Kampegg in die Schule gehen, und außerdem noch zwei Stuttden hindurch beim Herrn Lehrer Privatunterricht genießen: von diesen zwei Stunden sollte ein Theil dem Klavierspiele gewidmet werden, denn Geier batte unlängst im Allerweliblatt" gelesen, daß ein gewisser Mozart mit zwölf Jahren am kaiserlichen Hofe ein Koncert gegeben habe -warum sollte also Anderl Der Herr Lehrer hätte um sein Le ben gerne wieder wahr is" gerufen, aber diesmal wollte er doch dem Vater nicht allzuleichthin in seinen Hoffnun gen und Erwartungen beistimmen. -

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V er begnügte sich oayer vamn, eme dichte Rauchwolke hinauszublasen, und sein Gegenüber mit einem listigen Augenblinzeln zu ermuthigen. Nachdem man noch den Preis der Ertrastunden" vereinbart hatte, verließ der Herr Lehrer etwas wankenden Schrittes das gastliche Haus. Vom nächsten Morgen an ging Anderl in die Schule. Die Mutter hatte ihm aus einer alten, grobzeugeuen Sch'ärze einen Sack zusammengenäht, in welchem Bücher und Schreibzeug Platz fanden. Eine tüchtige Schnitte Schwarzbrot und flau wurden dem Iunaen allmorqendlich in Die Jaüen:ache gedeckt; o rerprori.'.ntirt konnte er es leicht bis drei Uhr Nachmittags aushalten." Mit dem Lernen wollte es aber nur so so" gehen. Der Lehrer hatte seine liebe llolh damit beim A anzufangen, und bis zum Z zu gelangen. Und dann erst das Einmaleins! Der kleine Kerl war nicht von seiner Beha:?ptung abzubringen, daß 3 mal 3 gleich 7, und 4 mal 6 gleich 19 sei! Mit Stäbchen oder Steinchen ging's ganz gut: .And:rl legte drei Stück in eine Reihe nochmals drei darunter und ebenso zum dritten Male dann zählte er: Eins zwei drei vier u. f. w. bis neun. Gut. Anderl; also wieviel ist 3 mal 3?" Sieben!" mit Ueberzeugung. Hertgott! Wenn es nicht die Rückficht für den Kampwirth gewesen wäre und für den Loffl Supp'n," der sich allsonntäglich wiederholte der Lehrer würde meiner Seel' d'reingehaut haben aber so hieb es. Geduld haben und wirklich nach langen, müherollen Wochen, gab der Schüler endlich das Faktum zu, daß 3 mal 3 gleich 9. und 4 mal 6 gleich 24 sei aber dafür wollte er auch, daß man ihm bezüglich des Produktes von 7 mal 8 eine Konzession einräume, und es brauchte wieder Wochen, bis er sich einverstanden ertlärte, die Zahl 56 statt 59 gelten zu lassen. Einmal riß dem Lehrer doch so weit die Geduld, daß er sich zwar nicht an seinem Schützling aber an seinem eigen Fleisch und Blut, an seinem Schani vergriff, denn dieser hatte offenbar dem Anderl falsch sousflirt und noch dazu in Gegenwart feiner Hochwürden! Unerhört! Der unglückliche Schani würde nach der Schule durchgebläut, daß er bei hellem Taglicht die Sterne am Himel zu sehen vermeinte! Schani war um drei Jahre älter, als sein Kamerad und gerade deshalb hatte ihm der Vater den Platz neben Anderl angewiesen. Er hoffte, dadurch eine Art magnetischen Stromes zwischen den Beiden herzustellen und er erwartete, daß sich Schanis Wissen auf diese Weise unvermerkt, und allm'alig dem Jüngeren mittheilen werde. Die Erwartungen gingen auch mit der Zeit theilweise in Erfüllung: Schani kam mit dem Vater alle Sonntage zum Kampwirth herüber. Während die Alten nach dem Mittagsessen bei ihrem Glas Wein oder Kaffee sitzen blieben, tummelten sich die beiden Jungen draußen auf der Wiese h:rum, ließen flache Steinchen llber's Wasser gleiten, stöberten Grillen, aus ihren Verstecken, oder bauten Buraen nach dem Modell der alten Ruine, die von d'rüben herübersah. Schani erzählte bei diesen Spielen dem jüngeren Genossen Geschichten. Er hatte von dritter Hand ein ausgedientes Märchenbuch eingehandelt (fünf Handvoll Nüsse war der Preis gewesen) und diese Geschichten waren es nun, die er dem Kleinen mittheilte: Da gab es Burgen, und Ritter, und Damen mit goldigem Haar; brave Knappen und fürchtbare Drachen, sowie neckische Kobolde, welche den Menschen allerlei Schabernack anthun. Anderl begann sich für die Erzählungen zu interessiren, und als eines Tages Schani .das illustrirte Buch mitbrachte, erregte dasselbe keim Anderen so viel Begeisterung, daß er beschloß,

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sich , von morgen an fleißig mit dem Buchstabiren zu befassen, um alle die schönen Geschichten selbst lesen zu können, die der Freund nur in kurzen Auszügen mitchnlte. So erfüllte sich der Zweck des Lehrers nach und nach von selbst: Der Umgang mit dem Sohne hatte es b:wirlt, daß Anderl endlich doch Fortschritte machte. Es war natürlich, daß die beiden Knaben plötzlich ihr Augenmerk auf die verfallene Burg zu werfen begannen. Torthin versetzten sie die Melden aus ihren Märchen, und es wurde beschlossen, eineL Nachmittags den Aufstieg zu wagen, um den aebeimnißvollen Ort 'von unmittelbarer Nähe in Augenschein zu nehmen. Anfangs geschah dies nur zaghaft etwa wie wenn ein paar Länderentdecker ihre Füfc? auf unbekanntes Gebiet setzen und erwarten, von einem hinter Felsblöcken oder Buschwerk lauernden Feinde überfallen zu werden. Anderl zitterte für den Freund, der endlich die Kühnheit so weit trieb, durch das große Bogengewölbe zu dringen, unz in den inneren Hof zu gelangen. Es waren furchtbare Minuten, die der Kleinere allein rerbrachte, während der muthiae Knappe, mit einem Knüttel bewaffnet, vorsichtig dahinschlich gewärtig, im nächsten Moment dem Drachen in den Rachen zu rennen. Scham blieb nicht allzulange weg; er kam schneller zurück als er geganaen war. Zwar liatte er nicht das schreckliche Ungethüm von unmittelbarer Nähe gesehen aber es unterlag keinem Zweifel, daß es dort Hause, denn seine Augen hatten ihn nicht getäuscht: dort "hinten, ganz, am Ende des Hofes, inmitten des dichten Eewirres von Brennnesseln und Disteln, hatte sich Etwas bewegt, das nichts anderes, als ein Lindwurm sein konnte und diese Entdeckung hatte auch Schani veranlaßt, seinen Rückzug zu beschleunigen. Gehmm'r" schlug Anderl vor. der sich recht unbehaglich fühlte. Am nächsten Sonntag konnte man ja die Expedition weiter ausdehnen, nur hi:ß eS sich da ordentlich bewaffnen, um allen Gefahren mit Erfolg trotzen zu können. Schani war jedoch neugierig geworden. Wer weiß, ob sich am nächsten Sonntag der Drache zeigen würde das war vielleicht heute nur zufällig; sollte man da die günstige Gelegenheit vorüberaehen lassen? Wenn And:rl mithalten wollte, so getraute sich Schani, dem Feinde auf den Leib zu rücken denn Einer könne vorne, der Andere hinten anpacken und der Triumph, wenn sie einen Drachen nach Hause brächten die Belohnung ungerechnet, die ihnen Zweifelsohne von Seiten der befreiten goldlockigen Prinzessin zu Theil werden mußte war zu groß! Anderl wollte aler nicht recht anbeißen, und auch sein Kamerad schien auf seinem Projekt nicht mit aller Festigkeit beharren zu wollen vielleicht war's wirklich besser, sich zum bevorstehenden Kampf recht gehörig zu rüsten; auch begann der Tag langsam zu schwinden und bei der Dämmerung ist's an solchen Orten doch nicht ganz geheuer. Ein Laut, der aus dem Inneren des Hofes heraustönte, bewog die beiden Knaben, nicht mehr länger übe? da3 Für und Dagegen zu berathen; der Lindwurm hatte geniest das war genug, um sie für heute zu einem schleunigen Rückzug zu bestimmen. Die ganze Woche hindurch wurde in den freien Stunden an den Vorbereihingen gearbeitet. Beim Tischler gab es Sägeabfälle in Form von Holzlatten, aus denen sich vortrefflich Schwer!er herstellen ließen; die Einbanddecken eines alten geographischen Atlas, welchen Schani zu Hause in der Bodenkämmet fand, waren zu Schildern wie geschaffen so konnte man's schon wagen, dem Feinde entgegen zu tre-

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verursacht mehr Unannehmlichkeiten als nur Schmerz und Krankheit für Euch selbst. Wenn Ihr derselben einen Halt gestattet, dann führt sie zu bekümmerten und unzufrie. denen Freunden und Verwandten, kranken, schlecht entwickelten Kindern, einem verkürzten Leben für Euch und Eure Familie. Aus Gerechtigkeit gegen Euch selbst und Eure Kinder solltet Ihr Eure Gesundheit aufbauen, den Schwächezustand, der sich durch Eure sich wiederholenden Schmerzen, Schwindelansälle, periodische ' Unannehmlichkeiten etc. äußert, vertreiben und

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gebrauchen, welcher diesen Schmerz und dieses Elend verhüten. Eure Lebenskraft erhöhen. Eure Unregelmäßigkeiten regulircn und Euch straft g eben wird, wo Ihr sie am meisten bedürft. Ehe ich Cardui gebrauchte," schreibt Eva Robinson v on Farris, I. T., wog ich genau 96 Pfund. Ich war schwach, nervös und litt an periodischen' Schmerzen und Schlaflosigkeit. Seit ich fünf Flaschen Cardui gebraucht habe, hat sich mein Zustand bedeutend gebessert. Ich fühle mich wie ein neues Wesen und wiege 109 Pfund." In erfol grelchcn Gebrauch, seit über einem halben Jahrhundert, als spezifisches Heilmittel gegen Frauenleiden, hat Cardui in dieser Zeit über einer Million Frauen Linderung verschafft oder sie kurirt. Probirt ihn.' 0ii allen il)o(l)cs;fii in $1.00 J sascfjcu zu Oaöeiu

Es fehlten zur vollständigen Ausrüstung nur noch die Sporen, denn ?hne derlei Attribute gab's nie und nimmer einen ordentlichen Ritter. Toch da war guter Rath theuer. Zwei volle Tage hindurch zerbrachen sich die beiden Freunde die Köpfe, wie sie diese beiden unentbehrlichen Requisiten herstellen konnten, ohne zu einem Resultat zu gelangen. Endlich half der Zufall: Es gab Sonntags gebratene Enten und merkwürdig nachdem Schani sein Stückchen abgekieselt" hatte, blieb ihm ein Knoten, der täuschend dem bewußten Ritterschmuck ähnlich sah. Er schob dem Genossen aug'enzwinlernd den Gegenstand zu; Anderl begriff sogleich. Sein Blick schweifte über die Teller der übrigen Tischgenossen und richtig dort, vor dem Lehrer lag das Stück, welches das Paar machen konnte und oh Freude, die Mutter nagte soeben an Nummer drei! Noch eins und sie hatten, was sie brauchten. Anderl entwickelte plötzlich einen nicht zu stillenden Hunger, was den Vater zu beifälligem Schmunzeln veranlaßte: Hecht so. Der Bub war die Woche über fleißig gewesen wie der Herr Lehrer versichert! wenn man gut arbeitet. muß man auch gut essen mithin konnte sich Anderl getrost noch ein Stück nehmen. Jetzt handelte sich's aber darum, das Richtige herauszufinden; er klaubelte und klaubelte in der Schüssel, bis endlich die Mutter ärgerlich sagte: No Anderl. willst über Nacht d'rinbleiben?- Nein, er wollte nicht über Nacht d'rinbleiben aber was nützt der Mantel, wenn' er nicht gerollt ist! Lass'n qeh'n" bemerkte d:r Alte" gutmüthig d:r Schlank'l versieht si' auf de marben BissV Endlich hatte der Schlank'l gefunden, was er gesucht. Er nagte seinen Knochen mit der Emsigkeit einer Ameise rein, und dann konnten sich die beiden Helden zu ihrem Unternehmen rüsten. Der Aufstieg fand unter der sengenden Hitze einer Julisonne statt. Darauf achteten die Jungen jedoch nicht. Es war ihnen darum zu thun, bei vollem Tageslicht ihr Abenteuer zu bestehen denn die Dämmerung ist doch gar zu unheimlich dazu gehörten stärkere Nerven, als die ihren, um btx Nacht und deren Schrecknissen zu trotzen. Scham bildete die Vorhut. Vorsichtig schlich er durch den Bogengang, mit dem Schild den Körper deckend, das Schwert zum Schlage bereit, hinter ihm, in der Entfernung mehrerer Schritte, mit klopfendem Herzen und fliegendem Athem, folgte Anderl. Nichts ließ sich heute im Nesseldickicht blicken; erstickend brannte die Sonne auf den leeren Hof herab: hab i' nit recht q'habt?- flüsterte der Aeltere S' is nit alle Tag Kirtag!" Uebrigens gab ihnen diese absolute Stille wieder ihren vollen Muth zurit. (Fortsetzung folgt.) Doppelsinnig. Ihr Konkurrent Meyer .führt ja jetzt auch .naturreine Aßmannshäuser Auslese'?- Weinwirth: Ja. heutzutag' machen einem die Leut' alles nach!" Vereinfachtes Verkanren. Gast: Das ist ja eine ganz miserable Bedienung. Haben Sie denn kein Beschwerdebuch?- W i t ! h : Nee . . . hauen Sie dem Kellner eines herunter! Bestialische Räuber. Im russischen Bezirke Samara tödtetenmit Gewehren bewaffnete Räuber den Bauern Gratschew, ferner seine Schwester, einen Hirten, zwei Arbeiter und verwundeten die Frau Gratschews, sowiezwei andere Personen. , Die Räuber befahlen, daß die Opfer.sich aufö Knie legten, um ihnen mit dem Bajonett die Köpfe zu durchbohren.

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Als der kleine Sohn der in der Nähe von Neillsville, Wis., wohnenden Frau Carl S. Spiegel aus der Schule heimkehrte, fand er seine Mutter mit dem Daumen zwisehen den Zähnen der FutterschneideMaschine eingeklemmt. Sie hatte sich schon seit zwei Stunden in dieser Lage befunden und vergeblich um Hilfe gerufen. Der Knabe rief sofort Nachbarn zur Hilfe, welche die Hand seiner Muiter aus der Ma- . schine befreiten. Einen neuen Markt hat sich der Maryländer Tabak erobert, und zwar in Pennsylvanien. Pennfylvanier Tabakshändler kaufen Maryländer Tabak direkt von den Tabakbauern, und Letztere glauben, daß diese Kunden beständige werden. Die vorjährige Mißernte in Pennsylvanien, New Fork, Connecticut und Wisconsin, aus welchen Staaten die Pennsylvanier Cigarrenfabrikanten bisher ihren Bedarf bezogen, ist die Ursache davon. Sie haben nun gefunden, daß der Maryländer Tabak sich zum Theil ganz vorzüglich für die Cigarrenfabrikation eignet. Wegen einer sonderbaren Manie wurde ein junger Mann Namens Samuel Meyers von Allegheny, Pa., von dem dortigen Allgemeinen Hospital nach der Jrrenabtheilung des St. Francis - Hospitals übersührt. Sobald derMann Wasser in die Hände bekommt, nimmt er seine Socken ab und wäscht sie. Gelingt eS ihm, ein Stück Eis zu erlangen, so legt er die Socken aus das Eis. bis sie steif gefroren sind, und dann tanzt er unter einem entsetzlichen Geheul darauf umher. Die anderen Patienten in der Ward und die Beamten des AllJemeinen Hospitals konnten es nicht länger mit ihm aushalten. JmBureaudesHafencollektors von Superior. Wis.. ist eine Aufstellung gemacht worden, welche , zeigt, daß in diesem Jahre' durch die Docks von Superior mehr Kohlen wie je durchkommen. Es sind bereits in diesem Jahre 3,325,056 Tonnen Kohlen in den dortigen Docks übernommen worden, während im Jahre. 1903, welches Jahre bisher den Record hielt, im ganzen nur 2,951,460 Tonnen zu verzeichnen waren. Im vergangenen Jahre wurden 2.886.650 Tonnen eingeliefert. Diese große Zunähme ist in erster Linie der großartigen Entwicklung des Nordwesten5 zuzuschreiben. Die Universität von Wisconsin in Madison läßt nun ihre Kuhheerde mit Maschinen melken. Es ind zwei derartige Maschinen angechafft und im Kuhstalle aufgestellt oorden: durch diese soll die Hälfte der Arbeit erspart werden. Während des kurzen Ackerbaukursus werden die Studenten Gelegenheit haben, . diese Maschinen praktisch zu erproben. Es ist dies das erstemal, daß Studenten in die Lage kommen, die BeHandlung solcher Maschinen zu studiren, welche, wenn sie sich bewähren, eine wichtige Molkereiarbeit bedeutend vereinfachen und erleichtern werden. Es werden gegenwärtig Versuche gemacht, das Melken mit der Hand zu vergleichen. Die Kosten für die Anschaffung und Aufstellung dieser Maschinen sind bekannt; ihre DauerhaftiAkeit aber und die zum Betriebe . und ihrer Reinhaltung fowie richtigen Instandhaltung erforderlichen Arbeit und Zeit, dann die Leistungsfähigkeit der Maschinen unter normalen VerHältnissen sind Punkte, die erst durch Versuche festgelegt werden müssen. Eine ' wichtige - Frage, die auch noch untersucht werden muß, ist der Einfluß der Maschine auf die Milchproduktion der Kühe, sowohl waö Güte als auch Menge anbelangt. Südafrika deckt heute fast dollständig den Diamantenbedarf der Erde.