Indiana Tribüne, Volume 30, Number 94, Indianapolis, Marion County, 11 December 1906 — Page 4

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Indiana Tribüne. vnaulaiaebe ob Itt OtttMrtttt T. Indianapolis, Ind. Harrh O. Thudiu Präsident. VeschäftSloealt sZo. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 20S.

icTtd t the Pott Office! IndUnapoli cond ei matter. Aus der Bundeshauptstadt Seit Montag ist nun der Kongreß wieder in Sitzung und das Jntereffe des ganzen Landes wieder auf die Bundeshauptstadt konzentrirt. Der Präsident hat übrigens wieder einmal eine hübsche Fiktion zerstört. Danach erführt der Präsident erst durch das gerneinsame ttomite der beiden Häuser, daß der Kongreß sich versammelt hat. Wenn dieses ttomlte ihm mitgetheilt hat, daß der Kongreß in Sitzung ist, so sagt der Präsident: .Ist eS dU( Möglichkeit? Davon habe ich ja gar keine Ahrnmg gehabt. Da muß ich ja schnell meine Botschaft schreiben." Dann setzt er sich hin und bringt in einer Stunde eine Botschaft von 25.. 000 Worten zustande. Diese Fiktion j lgnorirte der Präsident, indem er dem Senat eine ganze Anzahl der wichtig ften Ernennungen zuschickte, noch ehe er offiziell davon benachrichtigt war, daß der Kongreß überhaupt zusammen getreten. Der Senat, der bekanntlich ungeheuren Respekt vor allen Tradl tionen hat. war darüber so konfternirt, daß er seinerzeit gegen einen alten Brauch verstieß, indem er die Beftüti gung der ihm unterbreiteten KabinetZ ernennungen, die sonst sofort zu er folgen pflegt,' hinausschob, voraus übrigens keineswegs zu schließen ist, daß sich gegen eine dieser Ernennungen Opposition erheben wird. Auch die Ernennungen des bisherigen General anwaltS ; Moody zum Beisitzer deS OberbundeSgerichtS wirdZaahrscheinlich glatt durchgehen, obschon viele Sena toren eö nicht billigen, daß ein Mann, der in seiner amtlichen Eigenschaft so viel mit der Vorbereitung der Klagen gegen die Standard Oll Company und andere große Korporationen zu thun hatte. Mitglied deS Tribunals wird. welches in diesen Füllen vielleicht das letzte entscheidende Wort zu sprechen haben wird. In der Botschaft deS Präsidenten war eS speziell der auf unsere Verhält nisie zu Japan bezügliche Paffus, der Aufsehen erregte und noch immer be sprochm wird. DaS offenkundige Be streben des Präsidenten, die Japaner zu besänftigen und diesen sogar die noch vorhandenen Ueberrefte der Staa tenrechtSdoktrin zum Opfer zu bringen, mag in Tokio gefallen haben, hier hat er entschieden verschnupft, und die Ver stimmung macht sich keineswegs nur im demokratischen Lager bemerkbar. Die Zumuthung, sie sollten ihr Selbftver. valtungörecht bei Seite setzen und ihre Schulen Kindern mongolischer oder malayischer Abstammung öffnen, wird von den Californiern entrüstet zurück gewiesen. Noch mehr sind sie über die Zumuthung, die gelbhüutlgen Ein dringlinge zum Bürgerrecht zuzulassen, empört. Insgesammt stellen die Californier in Abrede, daß von Seiten der lokalen Behörden vertragswidrige Handlungen begangen worden feien.- Ich wünsche alles zu vermelden,- sagte Repräsen tant HayeS von Kalifornien, was wie eine Kritik des fPrästdenten aussehen könnte, aber ich lglaubte, der Präsident habe einen Plan in Erwägung, um die Schwierigkeiten zu lösen. WaS die Drohung deS Präsidenten anbetrifft, er wolle eventuell die Militärmacht ver wenden, um die Rechte der Japaner zu schützen, so verstehe ich das einfach nicht. Wir haben keinen Vertrag verletzt, und deshalb ist eine solche Drohung nicht gerechtfertigt. Sollte die Bundeöregie rung einen Vertrag mit Japan ab schließen, in welchem festgesetzt wäre. wie wir unsere Schulen leiten sollen. fo würde derselbe, glaube ich, verfas sungSwldrig sein. Sonst würde ja das ganze System von .Bundes, und Steatenreglerung, welches feit mehr als einem Jahrhundert bestanden hat. auf den Kopf gestellt werden. Repräsentant Äolan kritistrt die .verschleierte Drohung- des Präsiden ten und fügte hinzu: Die Botschaft wird für die Bewohner Californien'S höchst unerquicklich sein. Für unS per fönlich ist es sehr günstig, daß die Bot fchaft nicht vor der jüngsten Wahl pub lizirt worden ist, sonst wäre wohl kein

republikanisches Kongreßmitglied im Staate erwählt worden.In diesem Sinne äußerten sich auch die übrigen Kongreßmitglieder Cali fornien'S. So viel auch in der Presse über die Möglichkeit eines Krieges mit Japan gekannegießert wird, und aller aus Hawaii, Tokio und anderen Orten ein treffenden Alarmnachrichten ungeachtet, scheint man in AdmlniprationSkretsen eine derartige Gefahr für ausgeschlossen zu halten, fönst würde wohl bei der Vertheilung der verfügbaren Schiffe auf der Atlantischen und den Paclsic Ocean anders zu Werke gegangen wor. den sein. Gegenwärtig ist'S mit un serer Flotte in asiatischen Gewässern äußerst klüglich bestellt. ES ist dort thatsächlich kein anständiges Schiff zu sinden. Und das Flottenverthellungs Programm macht dies nicht sehr viel

besser;. jedenfalls völlig unzureichend, wenn man Trubel mit Japan erwar ten sollte. Für die asiatische Station find nur vier moderne Schisse defignirt worden, nämlich die neuen Panzerkreu mv v v mm nm . . zer JüJen BtrgtNla, Alaryiano , Pennsylvania- und Colorado''. Als zweite Division folgt ein Quartett von älteren Kästen . nämlich Baltimore-, Chaitansoga", Galvefton" und Ein cinnatiV Die dritte Diviston besteht aus - kleinen Kanonenbooten, Ra leigh-, Concord-, Helena-, Qil mington-, und die vierte aus den in der Manila Bäyvon Dewey zusammen geschossenen und später reftaurirten spanischen -Reliquien Callao-, El Cano7, Quiroö- und VillalolaS-. Die letzgenannten acht Schiffe sind nur du verwendbar. Küstenkontrolle bei den Philippinen zu üben, und die bei den auf hoher. See nicht brauchbaren Monitors Monterey- und Monao nock- sind stationär bei Manila. An Torpedobooten sind der asiatischen Flotte nur fünf zugetheilt. Freilich ist eZ übkrbaupt mtt Torpedobooten nur schwach bei unS bestellt. Das Pacific'Geschvader-, welches eventuell bestimmt sein würde Hawaii und die Westküste von San Francisco bis hinauf nach Seattle zu schützen, be steht aus zwei größeren Kreuzern, Charlefton und Milwaukee, und sechs kleineren Schiffen und sechs Torpedo booten. ' Die beiden Panzerschiffe, welche bis lang dem asiatischen. Geschwader ange hört . hatten, . werden demselben entzo gen. Der Panzer Wisconsin- liegt behufs Reparaturen im Puget Sound, und der Panzer Ohlo- ist nach dem Atlantischen Ocean beordert. Mit den Schiffen, welche im Pacisic Ocean verbleiben, resp, dorthin ge sandt werden sollen, sollte man eben tuell den Japanern entgegen treten wollen? Schwerlich. Die Japaner würden mehr als vierfach überlegen fein. ES ist also klar, daß man in Adminiftralionökreisen durchaus nicht an eine ernstere Entwickelung der schein bar kritischen Lage glaubt. . Was Kriegisekretär Taft über lt Brownöviller Negersoldaten sagt, ist nicht neu, und das Unrecht, das der Präsident hier begangen, wird durch Tast's Schilderung des Sachverhaltes nicht zum Rechte. Im Gegentheil, die Sache wird dadurch nur noch schlimmer. ES zeigt sich, daß seitens der Vorgesetz ten jener Soldaten eö an Bemühungen gefehlt hat, die Schuldigen zur Strafe zu ziehen. Für die Schuldigen ist sicherlich die Strafe der Entlassung, die man über sie verhängt hat, viel zu leicht; denn Jeder von ihnen gehörte und gehört jetzt noch an den Galgen. Aber eil die Vorgesetzten zu uage chickt, wenn nicht zu bequem waren. um die Schuldigen zu ermitteln, wird eS noch lange kein Recht, auch alle die Anderen, die unschuldig waren und auch durch Beihilfe oder Mitwiffen fchaft sich nicht verfehlt hatten, über die Klinge springen zu lassen. ES mag wirksam sein, diese? Verfahren, wonach man lieber hundert Unschuldige schel den läßt, um einen Schuldigen packen zu können, aber unter keinen Umflän den sollte man' eine solche Gewaltmaß regel mit Gründen des Rechts zu ver theidigen suchen. Dieser plumpe Ver such der Rechtfertigung macht die ganze Geschichte noch unleldiger, als sie von Anbeginn war. Jacob Klerdorf'S Wirthschaft, , 835 Massachusetts Ave. FrauMaryE.Afhbury. 1902 Brookstde Ave., meldet daß ihr Gatte, der erst kürzlich von einer Fiebererkran kung genas, feit dem 18. November, als er das ßauS verließ, nicht mehr ge sehen wurde.

Ein Gentleman.

Von Vkaurice Ledlane. Niemals , bin ich in meimm Leben einem vornehmeren und korrekteren Manne begegnet. Er flößte sofort Sympathie em und bewahrte trotzdem eine gewisse Zurückhaltung. , Ich machte ferne Bekanntschaft rm ,oup6, auf erner Reise von Paris nach Le Havre. Es entspann sich sofort txxx Unterhaltung, dre mrr xtvt aus dem Gedächtniß schwinden wird, denn ich habe die besten Grunde, mich ihrer auf ewig zu erinnern. Ein fremder Accent gab seine? Stimme einen unbeschreiblichen Reiz. Man hatte das Gefühl, eine sanfte, ein schmeichelnde Musik zu hören. Er war im weitesten Sinne des Wortes ein vornehmer Mann und liebte den Sport. Selten habe ich die Gelegenheit gehabt, mit Männern seines Schlages - zu verkehren. - Für alle Sachen, die mich am meisten interessirten, hatte er ein scharfes, richtiges, enthusiastisches und dabei doch gefundes Urtheil. . Als ich im Lause deö Gesprächs erwähnte, daß ich mein Automobil von vierundzwanzig Pferdekräften verkaüfen wollte, um es durch ein schnelleres zu ersetzen, war daher mein Erstaumn über seine Antwort, -daß er diesen Sport niemals, .betrieben habe, umso größer. Das liegt nicht etwa daran, daß ich es nicht gern thun würde,- fuhr er fort. Ich gestehe Ihnen sogar ein, daß ich in Paris fast eins gekauft hätte, aber es ist so schwer damit umzugehen, es erscheint mir so komplizirt ..." ... Aber durchaus nicht, durchaus nicht," fiel ich ihm. m's Wort. Besuchen Sie mich, doch einen -dieser Tage und sehen Sie-sich mein Automobil an. In ein paar Worten werde ich Ihnen den' Mechanismus erklären und Sie werden dann sehen. wie einfach das alles ist ... vielleicht wird Sie das zu einem Entschluß bringen." Wer kann's wissen? Ich schlage nicht ab . . Als wir in Le Havre ankamen, wartete schon sein Diener, der im selben Zuge mitgekommen war, vor unserem Coupö. Dieser Diener sah ganz wie ein feiner Herr aus, war gut angezogen, hatte neue Handschuhe und Lackstiefel an. Er redete seinen Herrn mit Excellenz" an und war ihm beim Aussteigen behilflich. ;- Mein Reisekamerad nahm aus seinem Portefeuille eine Visitenkarte und reichte sie mir mit folgenden Worten: ' Es ist also abgemacht In zwei Tagen werde ich Sie in Montevillrers. Villa des Jfs besuchen. . nicht wahr? - Und bann: können Sie, - versuchen, mich zu bekehren." . i Nachdem ich mich verabschiedet hatte, las ich die Karte:. Prinz Metcherski. Das Geschäft ist gemacht," dachte ich bei mir. Ich rieb mir vergnügt die Hände. denn wenn ich daS Geschäft nicht g?. macht hatte, so hatte rcy thatsächlich nicht aus noch ein gewußt. Ich hatte übertriebene Ausgaben gemacht, hatte beim Rennen und beim Vaccarat verloren, schließlich allerlei Jugendtollheiten verübt, mit einem Wort: ich saß, wie man so sagt, in der Tinte. Der Prinz Metcherski erschien mir also als rettender Engel. Ich dachte natürlich gar nicht daran, den Preis den ich herausschlagen würde, zum Ankauf ernes Automobils von vier zig Pferdekräften zu verwenden, wie ich es hatte durchhoren lassen. Und so wartete ich. Es vergingen ein, zwei, schließlich drei Tage. Ich fing schon, an, unruhig zu werden. Da. am fünften Tage hielt em Magen vor der Villa des JsS. Der Prinz stieg aus, gefolgt von leinern wiener. Er schien guter Laune zu sein. Wir machten erst einen kleinen Spaziergang im Garten, dessen vernachlässigten Zustand er nicht zu bemerken schien. Er bewunderte mein Haus. was mich einigermaßen in Verlegenheit setzte, denn es hatte viel im meinen Augen verloren, seitdem ich gezwungen gewesen war,, eine Hypothek darauf zu nehmen.. Schließlich rief der Prinz: Wie wäre es, wenn wir daS Automobil besichtigten?!" Wir gingen hin. Der Prinz nickte befriedigt mit dem Kopf und fchnalzte mit der Zunge. DaS bewies mir, daß er wenigstens daS Aenßere des Wagens, seine Feinheit und seine elegante, harmonische Bauart, zu würdigen wußte, wenn er auch von dem Mechanismus nichts verstand. Jetzt erklären Sie mir den Mechanismus." sagte er nach einem kurzen Augenblick. Ich begann - meine Auseinander setzungen und bediente mich der geläufiastm Ausdrück:. Doch ich hatte sofort den Eindruck, daß er Nichts verstand und niemals etwas versteben würde. Ich vereinfachte, daher meine Erklärungen und sprach nur noch von den allerwicbtigsten Theilen. Alles war vergebliche Mühe! Sein fragender Blick zeigte mir, daß sein Geist auch den elementarsten Fragen der Mechanik absolut verständnißloS gegenüberstand. In seiner Verzweiflung rief er sei. rrs . Inen wiener yeran. . stonun her, Jean, dielleicht bist

Du etwas weniger dumm als Ich.-

Jean war ebenso dumm wie sein Herr.. Der Prinz brach in ein lautes Lachen aus. . Nein, das ist sicher, Du wirst mir nicht'heifen können," sagte er. Wozu braucht man eioentlich das alles zu verstehen? Ein guter Mechaniker ist ; noch das Beste." Für ihn war jedoch die Bequemlich seit des Wagens von höchster Bedeutung. , Er stieg also ein und setzte sich an den Platz des Führers. Dort schien er sich außerordentlich wohl zu sühlen. Vorzüglich, vorzüglich," sagte er. Man sitzt weich und bequem hier. Der Wagen hat doch auch ein Verdeck, nicht wahr?" Jean und ich setzten mit vieler Mühe das Verdeck auf. Dann verlangte der Prinz alle anderen zugehörigen Theile: Körbe, Laternen etc. Ist es für zwei auch nicht zu eng? Setz' Dich neben mich, Jean. Famos. man hat den Arm vollkommen frei.". Er prüfte die Bremse, die Handgriffe, und fragte schließlich: ' Um also loszufahren, muß man nach Ihren Erklärungen so ... und "... so machen, nicht wahr?" Zuerst so und dann so ..." antwortete ich. Er machte zuerst so . . und dann so . . . Der Wagen setzte sich in Bewegung, machte eine elegante Kurve, die von der Geschicklichkeit des Füh rers Zeugniß ablegte, und flog dann mit größter Schnelligkeit davon. Ich blieb da und sah ihm wie versteinert nach. Weder den Prinzen Metcherski noch mein Automobil habe ich je wie der gesehen. Frauen. Hinrichtung tu Rußland. Außerordentlich ergreifend klingt die Schilderung der letzten Stunden und der Hinrichtung der Frauen Mamajew und Wenediktow, die in Petersburg vom Kriegsgericht wegen Betheiligungen an einem Bombenattentat gegen den Grafen Adlerbera, den Commandanten der Festung, und die Mitglieder des Kriegsgerichts zum Tode verurtheilt worden waren. Es hieß seiner Zeit, daß der Henker sich geweigert habe, die Frauen hinzurichten. Es hat 'sich nun herausgestellt, daß Soldaten das Todesurtheil vollstreckten.' Mamajew. die eine ganz unbedeutende Rolle bei der Verschwörung gespielt hatte, verweigerte vor Gericht zede Aussage. Die Hinrichtung erfolgte zwölf Stunden nach Fällung .des Urtheils. Man hatte die beiden Frauen in eine Zelle gebracht.. Sie benahmen sich tapfer und " sangen .fast die ganze Nacht hindurch. Mamajew schrieb ein Telegramm, durch das sie ihre Mutter bat, von ihr Abschied zu nehmen. Dies Telegramm wurde nicht befördert. Die alte Mutter der Wenediktow war von selbst nach Kronstadt gereist, erhielt aber nicht die Erlaubniß, ihre Tochter zu sprechen. Die Priester, die die Frauen zu ihrem Todesgang vorbereiten wollten, wurden von diesen zurückgewiesen. Ein Brief, den die Wenediktow hinterließ, schließt mit den Worten: Ich höre Geräusch auf dem Corridor. Es ist das Stampfen der Soldaten. Jetzt werde ich wahrscheinlich sterben. Lebe wohl, liebe Mutter." Um i5 Uhr Morgens wurde den Frauen mitgetheilt, daß sie nach der Richtstätte zu gehen hätten. Sie baten, man möge ihnen erlauben, ihre eigenen Kleider zu tragen, und sie nicht zwingen, das weiße Gewand der Verurtheilten anzuziehen., Diese Bitte wurde abgeschlagen. Als die Frauen auf die Richtstätte kamen, fanden sie dort bereits drei Verurtheilte vor. Die fünf Verurtheilten wurden an Pfähle gebunden. Nachdem dies geschehen war, marschirten Dragoner vor ihnen auf. Die Schüsse knallten, und vier der Verurtheilten brachen todt zusammen. Mamajew war nur am Bein verwundet worden, und es gelang ihr, die Augenbinde zu lockern und einen Blick auf ihre todten Genossen zu werfen. In demselben Augenblick knallte die zweite Salve, und nun brach auch sie zusammen. Einige Minuten später warf man die Leicben in dieSee. Die Obstschiffahrt aus Böhmen hat in diesem Jahre in Bcrlin einen Umfang angenommen, wie er wohl noch in keinem Jahre festzustellen war. Eine Vcrsicherungs-Ge-sellschaft, bei ttelchcr das böhmische Obst fast ausschließlich gegen die Transportgefahr auf dem Wasserwege versichert wird, hat in diej:r Saison bis Anfang November für etwa drei Millionen Mark Werthe in böhmischem Obst in Versicherung genommen und diese Transporte gingen zum überwiegenden Theil nach Verlin, nur' einzelne Ladungen davon waren nach Hamburg bestimmt, und hiervon diente wieder ein Theil zum Export über See. Die Wasserstraßen Berlins waren in letzter Zeit derartig mit Obstkähnen besetzt, daß z. B. auf der Spree zwischen der- Kronprinzenbrücke und der Kaiser Wilhelm- bezw. Schloßbrücke kaum noch eine Uferstelle frei war. Auch an den öffentlichen Uferstrecken der Oberspree lagen viele Obükäbne. ' ,

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Seide Ttltphone. . Die Fliegen. kleine Ouälizkister mit Serbare Eigen schalte und Organen. -Wo kommen eigentlich die Fliegen, unsere unermüdlichen Quälgeister in heißen Commertagen, im Winter hin? Diese Frage hört man sehr häufig. Untersucht man die Ecken und Winkel, so findet man hier und da manche Ueberreste todter Fliegen, meist ausgetrocknete Körper, die von weißlichem Schimmel überzogen stnd. Eine Pilzkrankheit ist über diese Thiere gekommen, der ste zum Opfer gefallen sind. Nur ganz wenige überleben den Winter. Die Fliege ist . in mehrfacher Ve ziehung ein wunderbares Thierchen. Ist es nicht recht merkwürdig, daß sie nicht nur oben an der Decke zu kriechen vermag, ohne herabzufallen, sondern sogar sich an der glatten Fensterscheibe bewegen kann? Wie bringt sie das fertig? Die Naturforscher haben sich mit dieser Erscheinung sehr eifrig beschäftigt, und bis heute ist das Räthsel noch nicht völlig gelöst. Betrachtet man mit einer starken Lupe die Füße der Fliege, so findet man an jedem derselben zwei kleine Krallen und zwei weiche Ballen, die Haftballen genannt werden und sehr fein behaart sind. Diese Haftballen sind beständig feucht, da sie eine ölige. Flüssigkeit absondern. Man nimmt nun an, daß die Fliege sich mit diesem Oele gleichsam anleimt. Andere Forscher sind der Ansicht, . die Haftballen dienten der Fliege zum Ansauzen an Wand und Fensterscheibe. Nicht minder wunderbar ist der Bau deS Auges unserer Fliege. Die großen .röthlichen, kugelförmigen Gebild; an den beiden Kopfseiten sind die sonderbaren Augen. Ein jedes derselben besteht aus vielen hundert einzelnen, sechseckigen, kleinen Augen, die sich am Grunde vereinigen. Infolge dieser Einrichtung, die allen Insekten eigen ist, sieht die Fliege außerordentlich gui und bemerkt jede Gefahr, die ihr droht. Die Fliege hat keine Beißwerkzeuge, und doch vermehrt sie Zucker. Brot und andere feste Stoffe. Wie mag das geschehen? Zu diesem Zwecke besitzt sie einen Rüssel, an dessen Ende zwei polsterförmige Gebildesitzen. Durch kleine Kanäle dringt ihr Speichel auf die Nahrungsstoffe. und dieser löst den Zucker, das Brot u. s. w. auf. Durch Einsaugen der'' gelösten Stoffe ernährt sich nun die Fliege. Bedenkt man endlich, daß die Fliege imstande ist, in einer Sekunde 600 Mal die Flügel auf- und abzubewegen. so muß man auch übe? dieses Wunder staunen. Wie alle Insekten, macht auch die Fliege eine Verwandlung durch. Aus den Eiern, die sie in faulende Stoffe. besonders Pferdemist legt, kommen nach 12 Stunden Maden (Larven) hervor, die sich nach etwa 14 Tagen verpuppen. Die Puppen verwandeln sich dann endlich in Fliegen. Die Maden sind von großer Bedeutung für die Menschen, da sie allerhand faulige, verwesende Stoffe verzehren und dadurch die Luft von üblem Gerüche reinigen. Zahlte das Geld an den Unrechten. Durch ein Versehen gelangte in der National Ex 'change Bank in Milwaukee, Wis., die Summe von $1121-eine unberechtigte und unbekannte Person zur AusZahlung, die sich nicht bemüßigt fühlte, den Irrthum aufzuklären, sondern eiligst mit dem Gelde auf Nimmerwiedersehen verschwand. Ein Ge schäftsangestellter hatte bei der Bank einen Eheck über die genannte Summe zur Mszahlung vorgelegt, sich aber, während der Bankkassirer das 'Geld aufzählte, auf einen Augenblick von dem Schalter entfernt. Währenddes. fen batte eine fremde Person das Geld an sich genommen und war damit derschwunden. als der berechtigte Empän ger nach dem Gelde an den , Schalter zurückkam. ' Sn hsv glUnUt. Professor (den Studenten be monstrirend): Die Verschlimmerung des Leidens trat also dadurch ein, daß der Patient die Watte, die er auf's Zahnfleisch legen sollte, verschluckt hat. Wiederum hat sich meine Behauptung bestätigt, daß so ein Stückchen Watte oftmals ein zweischneidiges Sckwert ist.- - ; ,

Sonntags ofsen. Telephon, Neu 4143 ; Alt, Main 3463. 22 N. Pennsylvania Str. über Baldww'S Lnfik'Ladeu.

Neben Srand Oper Hau. Luche und die Welt lach! mit Vir. (Eine Uebersetzung au dem Englischen.) Lache und die Welt lacht mit Dir, Weine und Tu weinst allein. Singe und es wird von den Hügeln erschallen. Jauchze und es wird in der Luft ver , hallen! Sei fröhlich und man wird Dich suchm. Sei traurig und verlassen wirst Tu steh'n. Sei heiter und der Freunde sind viele. Sei unglücklich und sie werden geh'n. Gebe Feste und die Hallen werden sich füllen. Faste und Tu fastest allein. Es ist ' Raum in den Hallen der Freude, Toch die Wege der Leiden müssen allein wir gehen. Mary Rober, Ehicago. " y Sinder,nnd. I ü jj f ü p li; iU5UCC lMU JÜU denn den Apfel. Fritzchen?- Fritzchen: 'Bubi hat ihn vom Schrank genommen; Bubi hat aber auch .danke schön' gesagt.Zwecklos. t Gib doch dem armen, blinden Manne etwas. Jsidor!- .Wozu? Er Tiehi rn doü nicht, wer ihm 'was gibt! tj - 1- t. cm t n (T . . Europäisches Departement. WeM Credköriese, Postanweisungen, auf alle Städte Europas. Schiffsscheine von und nach Europa. to und Verkauf ausländi scheu Geldes. No. 35 Süd Meridian Str. s.lerchants National Bank. ur noch ein paar kurze Tage biß die Feiertage da sind und die Frage ryaS man seinen Freunden oder seinen Lieblingen für Geschenke achen soll, muß überlegt werden. Bei der Wahl der Geschenke vergesse man ja nicht, baß Nichts größere Würdigung findet bei Ihren Freunden oder Gliedern Ihrer Familie, als ein Spar-Conto mit dieser starken Gesellfchaft. Für dieses Jahr haben wir ein Paßbuch ' entworfen mit eiuem prachtigen. Einband, das sehr attraktiv ist. Contos eröffnet vor Weihnacht?Abend werden von uns, wenn dies gewünscht wird,' abgeliefert. Sprechen Sievor zur Besprechung. TIIE IIlOIMTnUST go:.ot, .. XUal tl,000C0JK) . uZersch-5 L25.0N.W

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