Indiana Tribüne, Volume 30, Number 92, Indianapolis, Marion County, 8 December 1906 — Page 1

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rsdjctnt fden Nartnnittag. , Jahrgang 30. ' Indianapolis, Ind., Samstag, 8. Dezember 1906 No. 92.

Ambulanz in Kolllsion.

Geistesgegenwart des Kutschers verhütet Unglück. Die DiZpensariumZ-Ambulanz iolll bitte gestern an der Ecke der California Str. und Jndiana Ave. mit einem Ge führt der Peopleö Outfitting Co. Die Deichsel der Ambulanz und eine Seite deZ AblleferungZaagmS gingen in die Brüche. Nur der Geistesgegenwart des Fuhrmanns ist eS zu verdanken, daß größeres Unheil verhütet rourde. Frank Griffin ein Schmied, der am Abend vorher eingeliefert wurde, war in BefinnungSloiZgkeit verfallen, und der Fall hatte den Anschein einer ern ften Erkrankung, und so entschloß man sich, denselben nach dem Hospitale zu senden. Dr. KeeveS, der mit dem Kran ken in der Ambulanz saß, bemerkte alarmirende Symptome, und er er suchte den Kutscher Bert Mirschall die Pferde zur äußersten Schnelle anzu treiben. Wild raste die Ambulanz mit dem Kranken dem Hospitale zu, als plötzlich ein Grocerypserd vor dem Lärm deö Glockenstgnal der Ambulanz scheute und mit seinem Wagen schräg über die Straße bog. den Fahrweg völlig blocki rend. Mit seltener Geistesgegenwart gelang eö Marshall nördlich in die California Str. einzubiegen, als von hier aus der AblieferungSwagen der Peopleö Outfitting Co. plötzlich vor der Ambulanz auftauchte. Eine Kollision war unvermeidlich, doch hatte Marshall seine Pferde be. reitS mit solcher Wucht zurückgerlssen, daß eine der Thiere gestürzt war. Die Kollision der beiden Wagen war aus diesem Grunde nur eine verhältnißmä ßig leichte. Der Anprall hatte dem Patienten nicht geschadet, und die zur Stelle gerufene Hospital Ambulanz brachte Grifsin in'S Hospital. Nur dle seltene Geistesgegenwart des Fuhrman neS hatte ein größeres Unglück der hütet. Socialer Turnverein. Tr. H. H. Fick's Vortrag ein guter Erfolg. Der gestern Abend tm Deutschen Hause von Dr. H. Fick aus Cincin nati unter den Auspicken deS Socialen Turnvereins gehaltene Vortrag Die Mutter in Geschichte und Dichtung-, erfreute sich eines guten Besuches, und Herr Frick verstand eS meiftethaft das dankbare Thema nach allen Richtungen in segelnd? Weife zu behandeln. Der Vortrcz erwies sich als einer der besten, welcher seit langer Zeit hier a halten wurden, und der dem Redner gezollte Beifall bewkeS. daß daS Publikum die hervorragenden Leistungen würdigte. Der Vortrag des Herrn Dr. H. H. Fick war der zweite einer Serie, welche unter den Auspizien des Socialen Turnverein gegeben werden. German Jnvepnent & Seenrities Company. In einer Versammlung der Aktienbesitze? obiger Gesellschaft am DonnerS. tag Abend wurde einstimmig befchlof. sen. daS Grundkapital von $100,000 auf $200,000 zu erhöhen. Die Ursache der ttapitalserhöhung ist dem großen Geschäftszuwachs zuzuschreiben, da die Erhöhung deS Kapitals den Beamtm eine noch vorteilhaftere GefchäftSfüh. rung ermöglicht, sowie den Kunden, welche Zeitdepositen machen, noch grö ßere Sicherheit bietet. Der beste Be. weis für den Erfolg der Gesellschaft ist eine abermalige Dlvldendenerklärung von 7 Procent per Jahr, die dritte ahn , liche in liKter sZeit. Die neuen Aktien werden zu je 8125 verkaust. Der neue 1907 Lahrer Hinsende Bote sowie Ma xien ttaUubtt, beide von Deutschland importirt, sind in unserer Ossice, 31 Oüd Oelavare Otr. zu haben. .

Die Steuerbehörde von Marion County

Hat eine Zunahme von H Millionen von 1906 gegen 1905 zu verzeichnen. Die Dezember Zusammenstellung der Steuereinnahme sür das Jahr 1905 wir sie vom County'Schatzmeisier ange geben war, wurde soeben im Bnreau des County Auditors CyruS I. Clark vollendet. Die Aufstellung zeigt eine Zunahme deS steuerbaren Eigenthums von 1906 gegen 1905. Marion County in 1905, für dle Einkasstrung in 1906 war $3,582. 687.11. Die Gesammtsteuerung in 1906 für 1907 Inkasso dagegen 83, 849.423.14 einen Gewinn von 8266, 741.03 darstellend. Die noch in den Büchern deS Steuereinnehmers stehen den Beträge für rückständige Steuern für 1905 und frühere Jahre betragen S483.827.73. In Betreff der Steuerbefreiung (Tax exemptlon) scheint eS, als ob diese nicht mehr so viel benutzt würde wie in früheren Jahren. Jndiana MannsactnrerS und ShipperS Association. Wird über die Hebung der Verkehrsmittel im Staate berathen. Die Jndiana ManufacturerS und ShipperS Association wird am nächsten Mittwoch im Claypool Hotel eine Ver fainmlung abhalten um über die Mit tel und Wege zu berathen, wie den FractverkehrS Calamitüten abzuhelfen fei und wie eS möglich sein wird die Verkehrsmittel deS Staates auf einen besseren und alle Bethelligten befriedi genderen Stand zu bringen. Die leidige Kohlennoth hat verfchke dene der größten Fabrikanten deö Staa teS veranlaßt den Fall in Betracht zu ziehen ob eS nicht besser für sie wäre den Staat zu verlassen und ihre Eta bliffements irgendwo anders aufzufchla gen, da sie diese ewigen Nörgeleien müde sind und sich nicht noch großen Verlusten aussetzen wollen, welche ihnen erwachsen würden, wenn sie wegen Kohlenmangels ihre Etablissements für mehrere Wochen schließen müßten. Herr Johnson, der Eigenthümer der Johnson Window Glaß Company zu Hartford City, Ind., deS größten der artigen Etablissements dieses Staates, welches circa 800 Arbeiter beschäftigt, sagt, er könne, wenn die Verkehröver haltnlsse sich nicht besserten, feine Werke in diesem Staate nicht weiter führen und ähnliche Aussagen machen die Ei genthümer der American Window Glaß Company, ebenfalls zu Hartford Ciiy, und der PennAmerican Plate Glaß Company zu Alexandria, Ind.' Durch Magnefinm-Erplosiou Erleidet ein Photograph Schaden an seiner Stimme. Fort Wayne, Ind., 7. Dez. Der hiesige Photograph, John Al brecht, wurde aus eigenthümliche Weise in der Munbhvhle und im Halse der letzt und wird wahrscheinlich den vollen Gebrauch seiner Stimme, nie wieder er halten. Herr Albrecht wollte 'eine Blitzlicht. Ausnahme im Hause eines Freundes machen und hatte zu diesem Zweck die Gummiröhre an den Mund gesetzt, um die Lichtflamme gegen das Pulver, zu blasen; als er jedoch den Athem zurück zog, explodirte das Magnesium, die Flamme schlug ihm in den Mund, brannte ein Loch durch seine Zunge und verletzte die Schleimhäute deö Mundes und Halses gesührlich. Er ist unter ürztlicher Behandlung. Frau Joseph Daviö, 1406 gleicher Avenue, dle am Sonntag vom Gase betäubt in ihrer Wohnung auf. gefunden wurde, hat sich soweit erholt, daß sie ihre Umgebung erkennt,. ob gleich sie noch -zu schwach ist, irgend welche Aussagen zu machen. Man hegt jetzt keine Befürchtungen mehr, daß sie sich nicht völlig von den Folgen deö Unfalles erholen werde.

Clemens Vonncgut, Sr., anfgcsundcn. Der alte err wanderte die ganze Nacht umher.

Heute Morgen sechs Meilen westlich von der Stadt gesunden. Herr Clemens Vennegut, Cr., der am Freitag Abend auf so mysteriöse Weise verschwand, ist am Samstag Morgen in einem Camp in der Nahe der Indianapolis & Western Traction Co. Geleise, 6 Meilen westlich von der Stadt, bei CaerS Station. 2 Meilen westlich von der Armenfarm gelegen, aufgefunden. Der alte Herr hatte einen Handgelenkbruch erlitten und er war durch die Strapazen der Nacht be trachtlich angegriffen, so daß man ihn, sobald er zur Stadt zurückbefördert werden konnte, in'S DiakonisseN'Hofpk tal überführte. Wie sich Herr Vonne gut so weit aus der Stadt verirrte, ließ sich nich't ermitteln, da der Patient zu schwach ist, um irgendwelche Aufklä rung zu geben. Seit gestern kurz vor 6 Uhr. als er das Haus seines Schwagers Caspar Blank. No. 1326 Nord Deliware Straße, verließ, um im Hause seines Sohnes Bernhard Vonnegut, an der 13. Straße und Broadway, ein Abend essen einzunehmen, war Herr Vonne gut so welt seine Verwandten, in Betracht kommen, verschwunden, und alle Anstrengungen, den bereits 82 Jahre zählenden alten Herrn aufzustn den, waren während der Nacht vergeb lich gewesen. Kurz nach 5 Uhr hatte der alte Herr, der seit dem Tode seiner Gattin bei sei nem Sohne George Vonnegut, 1616 Broadway wohnte, das Haus desselben verlassen, um wie Üblich im Hause sei neS Sohnes Bernhard das Abendessen einzunehmen' Er kehrte vorher im Haufe felneSSchVagerS ein, und machte sich dann mit dem Vorsätze nach der 13 Ctr. und Broadway zu gehen, von dort auf. Als nach Ablauf einer Zeit der alte Herr nicht in der Zohnung seines Sohnes eingetroffen war, begann man Nachforschungen anzustellen; Ver wandte und Bekannte durchsuchten alle benachöarten Straßen, ohne auch nur eine Spur zu finden, und zuletzt wandte man sich um Hilfe an dle Polizei. Capt. Asch entsandte sofort eine An zahl Polizisten und Detektivs, fowie auch mehrere Radler. welche den gan zen umherliegenden Distrikt absuchten, ohne auch nur eine Spur von dem Ver mißten aufzufinden. Als später Chef Metzger erschien, wurden von den außenliegenden Distrikten dle Polizisten herangezogen und daS ganze Territorium mehrere Meilen im Umkreise wurde erfolglos abgesucht. Allen Polizisten wurde Auftrag ge geben, bis Tagesanbruch die Suche fortzusetzen und unverzüglich dem Hauptquartiere Nachricht zu übermit teln, falls der alte Herr gefunden wer den sollte. John Barrett. 920 Chadwick Straße, der am Montag, nachdem er von einer Straßenbahncar gefallen, noch unter dle Rüder eines Wagens gerieth, scheint sich zu erholen. Der Mann, welcher bisher in befinnungslo sem Zustande lag. zeigte gestern Spu ren wiederkehrenden Bewußtseins. '

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Turnerabend

Der Socialen- und Südseite-Turner. Ein gemeinschaftlicher Turnabend der Turner deö Socialen und Süd feite Turnverein? fand gestern in der Südseite Turnhalle statt und hatte sich hierzu eine stattliche Anzahl Turner eingefunden. ES waren - im Ganzen 62 Turner in Reih' und Glied angetreten; 30 vom Socialen und 32 vom Südseite Turnverein. Das UebungS Programm umfaßte Marsch und Stab Übungen, sowie ttlassenturnen an Klet terftangen. welches unter Leitung des Turnlehrers C. Tpll zur mufterglltigen Ausführung kam; hieranschloß fichdaS Riegenturnen unter der Leitung der verschiedenen Vorturner und der Turn lehrer Carl Sputh und Otto Wurl. Als Abschluß fand ein recht inter essanteö CapitainBallfplel statt. Hier auf trat das Kürturnen in seine Rechte, wobei manche tüchtige Leistung zur Gel tung kam. AlSdann wurde mit einer kleinen Sitzung beim CommerS unter Abfin gung einiger Turnerlieder, Anspra chen it., sowie einer feurigen Turner Rakete" auf die Turnerei, der im Gan zen erfolgreich und schön verlaufene Turnabend beschlossen. Die Reise uaö dem Klonöike. Ein interessantes Thema fähig behandelt. Mit einer kurzen Ansprache von Gou verneur I. Frank Hanly wurde gestern der erste Vortrag unter den Auspicken der People'S Lecture Association in der Tomlinson'Halle eröffnet. Der Gouverneur lobte den Zweck der Vereinigung und wünschte derselben das defte Gedeihen. Er stellte Herrn Frank Caldwell vor. Der Vortrag desselben, durch ftereopische Bilder er läutert, war im höchsten Grade inter essant und die vorgeführten Anfich ten waren wohl die besten bisher hier gesehenen. Herr Caldwell beschrieb in seinem Vortrage die Reife von Seattle, Wash., durch Canada nach Alaska und dem Klondike. Zum Schlüsse des lehrreichen Vor trageS wurden die nordischen Hunde und Wölfe vorgeführt. Heute Nachmittag und heute Abend find weitere Vortrüge. Der Vortrag heute Abend behandelt daS Thema: Ueber Klondike hinallS". Der Besuch war gut. Einweihung der I. O. K. P. Halle Tonntag, den 9. Dezember Nachmittags und Abendö. Die ConnerSville-Llnie der Tractlouiahu Wird am 13. Dezember eröffnet werden. Die Indianapolis und Cincinnati Traction Company ird vom 13. De zember an durchgehende Passagier und Expreß Züge auf ihrer neuen Linie nach ConnerSville laufen lassen. Die durchgehenden Züge werden Jndiana pollS und ConnerSville fünfzehn Mi. nuten nach jeder ungeraden Stunde während deö Tages verlassen: Local zöge werden beide Städte zu jeder ge raden Stunde verlassen. Eine Car wird Indianapolis um 11 Uhr 30 Mi nuten Abends verlassen und zwar nach dem Fahrplan der durchgehenden Züge, wird jedoch bei allen Haltepunkten an halten und kein AuffchlagSpreiö erhoben werden, während auf sonstigen durch genden Zügen 5 Cents für je 20 Mei len oder einen Bruchthell derselben Ausschlag berechnet werden. I o h n Kelly, der in einem hiesigen Zeug.Geschäfte als Verkäufer angestellt fein soll, wird von Freunden in Denver, Col., gesucht, da sein Bru der, JameS Kelly, in einem dortigen Hospitale an der Schwindsucht sterbend darniederliegt. Allerliebst Jersey Jacken verkauft John Rosenberg, 406 Oft Qash. Str.

EtaatS-Eisenbahnkomnissare

Lassen die Kohlenfrage in Süd-Jndiana an Ort und Stelle untersuchen. Die Staats . Eisenbahnkommissäre haben behufs Untersuchung der Beschul digungen, welche von der Jndiana Fairmount Coal Company gegen die Southern Jndiana Eisenbahngesell schast wegen Zurückhaltung leerer ttoh lenwagen für ihre Minen, als Reprä fentanten dle Herren L. E. Morton, Clert der Commission, und Harry B. McNeely, Angestellter deö Jndianapo liser Frachtbureaus, an Ort und Stelle gesandt, und werden dieselben sich zu überzeugen haben, ob die Anklagen be gründet sind oder nicht. Herr H. W. Llftinger, VicePräsi dent der Jndiana Fairmount Coal Co., hatte sich nämlich beschwert, daß seine Gesellschaft gegenüber den anderen Grubenbesitzern im Kohlendiftrlkte der Southern Jndiana Eisenbahn sehr stiefmütterlich behandelt werde, und soll nun die örtliche Untersuchung festste!len, ob die Eisenbahngesellschaft ihre eigenen Minen durch bessere Bedienung bevorzugt hat. Nachrichten aus Jndiana. P r i n c e t o n. Nach vierjährigem Kampf gegen Gesichtskrebs mußte Lou Wheeler dieser schrecklichen Krankheit erliegen. Wheeler war ein wohl habender Geschäftsmann in dem neun Meilen von hier entfernten Hazleton und hinterläßt eine hochbetagte Mutter, seine Wittwe und ein Kind von zehn Jahren. Die Ursache seines Leidens und nunmehr erfolgten Todes war ein sogenannter Spaß-. Vor ca. 4 Iah ren hielt ein Freund Wheelerö ihm eine brennende Cigarre vor das Gesicht und forderte ihn gleichzeitig auf, den Kopf zu wenden; Wheeler kam dieser Auf forderung nach, stieß mit der einen Backe gegen die brennende Cigarre und erhielt dadurch eine kleine Brandwunde, welcher er jedoch ansang? keine Beach tung schenkte, sondernlachten beide Bethelligten herzlich über diesen Spaß. Nach einigen Monaten jedoch, roäh rend welcher Zeit dke Heilung der I leinen Wunde schlecht vorangefchritten war, fing das Brandmal an zu wach fen. Verschiedene Aerzte wurden kon sultlrt, verschrieben Dieses und Jenes, gaben allerhand Anordnungen, aber ohne den geringsten Erfolg, im Gegen theil arbeitete sich die Wunde zu einem bösen krebsartigen Geschwür heraus. Hierauf rief man mehrere Siezialisten herbei, aber auch diese konnten keineBes serung herbeiführen. Vor einem Jahre nun gab er das ganze Geschäft auf, ver kaufte aus und bekümmerte sich um sonst nichts, als um die Hellung seines Geschwürs. Alles half nichts und der Tod nur erlöste ihn von seinem Leiden. Zu seiner Ehre sei eS gesagt, er hat seinen Freund nie als den Urheber sei' neS Unglücks angeklagt. Sozialistischer (Sängerbund. Abendunterhaltung Sonntag, den 9. Dezember-, im Haupt quartier Harugari Halle, 29 Süd Delawäre Straße. Eintritt frei. Neue Inkorporationen. Folgende Gesellschaften erwirkten beim Staatssekretär ihre Jncorpora tionöpaplere: Die .West Slde Insurance ck Real Eftate Co.-, Evansvtlle; Capital $25,. 000; Dlrcctoren: H. H. Ogden. W. E. Stinson, E. L. Craig, I. M. Hammond, Leon Currey, Jacob Foltz Jr., John C. Stark, G. W. Barner, G. W. Koch, H. F. Reichman, George C. Fischer. Ben I. Nurrenbern, John Koch, Thomas Macer. Henry Dreier, August Rosenberger. S. F. Rupper, Benjamin Bosse, Christian Ziß, I. L. Thuman und Theo. Gerke. ' Sottlieb Lenkhärdt, Die gemüthliche Scke', . . Q6e Noble, und Narket Gfe.

Rassentrennung auf Eisenbahnen. In Little Rock. Art., hcklte eine Negerfrau gegen eine Eisenbahngescllschaft einen Schadenersatzprozeß angestrengt, weil ihr der Zutritt zu dem Speisewagen versagt worden war. In seiner Instruktion an die Jury erklärte der Richter, die Eisenbahn sei nicht allein verpflichtet, allen Passagieren gleiche Bequemlichleiten zu verschaffen, sondern auch ihre Einrichtungen so zu treffen, daß keine Rassen-Konflikte entstehen könnten. Wenn eine Bahn daher die Einrichtung treffe, daß .die weißen Passagiere in einem Privat-Speisewagen ihre Mahlzeiten einnahmen und die Neger in einem anderen, so sei dies nur in der Ordnung, und ein Schadenersatzanspruch tonne nicht daraus abgeleitet werden. Der Klägerin wurde nur ein geringer Betrag zugesprochen und ihre Kosten, welche sie selbst zu bezahlen hatte, wurden dadurch nicht gedeckt. , Phosphor seine Nahrung. In einem New Jorker Sanatorium sucht der Sohn des mexikanischen Millionärs Marcus Heilung von einer merkwürdigen Manie. Der junge Mann war in der Streichholzfabrik seines Vaters in Chihuahua, Mexiko, angestellt, damit er den Betrieb derselben lerne. Dabei lernte aber der Junge auch das . PhosphorEssen, das sich bei ihm zu einer Leidenschast entwickelt hat. Die Augen des' jungen Menschen wurden ganz starr, in der Nacht leuchteten sie wie die Augen eines Wolfes, das Haar wurde bleich, die Zähne fielen aus, und der Patient zeigte alle Symptome eines langsamen' Absterbens. Der Vater will gern sein ganzes Vermögen opfern, wenn er damit die Heilung des Sohnes erlangen kann. W i l l M i l l i o n e n v e rtheilen. Der Minenbescher Pedro Alvaredo in Parral, Mexiko, hat die

Absicht kundgethan. Z10.000.000 unter die Armen Mexikos zu vertheilen. Er tiTrrnt mHht ht 5TT7tTTtnnT in ffiTS f V .V 4. Wt VJTV.V Q 4. vergeben, sondern den Armen Häuser zu bauen und and zu schenken, so daß sie. sich dann selber erhalten tonnen.. Er will 10.000 Mexikaner auf eigene Füße stellen und so viele arme Kinder wie möglich erziehen. Derjunge Mann, der noch vor sechs Iahren ein armer Bergmann war, hatte neulich der mexikanischen Regierung angeboten. 'die Schulden der Republik aus der eigenen Tasche zu bezahlen, aber der Antrag wurde abgelehnt. Bekämpft Stier mit Faust. Ein alter Soldat Namens William West in Beloit, Wis., wurde von einem Stiere angegriffen und sah. daß er' nicht entrinnen könne. Erließ nun den Stier herankommen und führte dann mit aller ihm zu Gebote stehenden Kraft mit der Faust einen Schlag nach dem Auge des Thieres. Dieses blieb auch, von Schmerz gepeinigt, stehen und diese Gelegenheit benutzte West, um zu entkommen. Er hatte mehrere Verletzungen an der Faust und am Arme davon getragen. Aus Gram getödtet hat sich ein 24 Jahre altes Mädchen Namens Petronella Romelster in Belleville, Jll. Vor Kurzem' wurde ein Bruder des Mädchens plötzlich vom Tode hrnwegZdrafft. und Petronella, welche mit besonderer Liebe an dem Verstorbenen hing, war jedwedem Troste , unzugänglich. Sie gerieth , immer mehr in den Bann einer tiefen Schwermuth und in dieser GemüthsVerfassung stürzte sie sich dieser Tage aus dem Fenster und wurde auf der Stelle getödtet. Verhängnißvoller Irrt h u m. Bei Neukirchen - Balbini, Oberpfalz, sollte die Gendarmerie der Gegend ein Haus umstellen, in demin lüngst gesuchter Schwerverbrecher übernachtete. Der. Gendarm Urlaub, der in Civilkleidern nach Hause kam und den Befehl las, eilte seinen Kameraden, ohne sich umzukleiden, schleunigst zu Hilfe. 'Als ihn diese erblickten, vermutheten.sin in ihm den Verbrecher und gaben sieben Revolverschüsse auf ihn ab, von denen einer Urlaub in die Herzgegend traf. Tödtlich verletzt wurde der Gendarm in's Krankenhaus verbracht. Explosion von Knallsquecksilber. In Kolmar. Elsa.' fanden Kinder etwa 50 Kapseln, die mit Knallqueclsilber gefüllt, und an einer . Schnur aufgereiht waren, in einem Bache auf. Sie brachten sie zur Entzündung, was zu schrecklichen Folgen führte. Schwere Verletzungen an Händen, an Unterleib und im Gesicht erlitten sechs Kinder, bei denen verschiedene Amputationen vorgenommen werden mußten. In einer Wohnung, wohin gleichfalls Kapseln verschleppt wurden, fand eine weitere Explosion mit schweren Folgen statt. Wie die gefährlichen Kapseln in den Bach gera fen waren, ist nicht fckpnrt nsrdnr.