Indiana Tribüne, Volume 30, Number 83, Indianapolis, Marion County, 28 November 1906 — Page 1
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ij Erscheint seden Nachmittag. Jahrgang 3. ' Indianapolis, Jnd., Mittwoch, 28. November 1906 No. 83.
Hotel der Heils-Armee in Flammen. Vier Todte und viele Verletzte.
St. Lo u i S , Mo., 23. Nov. Bei einem Feuer, welches heute früh das Lighthouse.Hotel der HettSArmee zerstörte, verbrannten vier Leute bei lebendigem Leibe, während eine große Anzahl andern verletzt wurde. Zur Zelt, als das Feuer auLbrach, waren etwa 500 Personen in dem Gebäude; die Mehrzahl derselben schlief im zweiten und dritten Stockwerke. Eine Pa.cik brach aus, und ehe es der F.'verwehr gelang, Sprungtücher auszubreiten, wann viele der Leute bereits aus den Fenstern gesprungen. O'Connell.. der Wächter, entdeckte des Feuer, und. als er zum Kleiderschränke ging, um die Insassen mit Kleidem zu versehen, schlugen ihm die Flamvten bereits entgegen, so daß er nicht einmal die Thär des SchrankeS zu schließen vermochte. DaS Zimmer füllte sich sofort mit Rauch und Flammen, und O'Connell beeilte sich. Alle zu wecken. Da der Kleiderschrank der Schacht eines früheren FahiftuhleS war, verbreitete sich das Feuer sofort durch alle Stock werke. Im Kellergeschosse befanden sich etwa "5 Mann und waren diese anscheinend eingeschlossen; die Polizei erbrach die ttellerthür und die Leute kürzten in'S Freie. El Todter Lein Sall-Vark Bei Anbruch deS TageS aufgefunden. Ein alter Mann, der bereits Dienstag Abend beim Ball.Park gesessen und der am Mittwoch Morgen noch immer auf derselben Stelle saß, die alten CircuZ. Gründe betrachtend, erregte dur.ch seine Ruhe die Aufmerksamkeit der Passan ten. Leute, welch: sich dem unverwandt nach derselben Richtung starrenden Manne näherten, fanden zuletzt, daß sie hier eine Leiche vor sich hatten. Die Nachricht von der Auffindung der Leiche verbreitete sich mit Windeseile, und bald sammelten sich . Männer, Frauen und Kinder an. Niemand schien den Verstorbenen zu kennen, bis zuletzt eine alte Frau, welche sich der Gruppe genähert, beim Anblick des Todten den Umstehenden plSIlich in die Arme sank. Der Todte war Charles Durand, ein alter Soldat, der im Westende der Stadt als der alte Charlie- allgemein bekannt war. Seine Frau sagte, daß er zuvor ein alter Unionssoldat gewe sen, aber niemals seine AuLmufterungS Papiere erwirkt habe. Die Leiche wurde im städtischen Todtenhause aufgebahrt. Die Radler Gollnisch und Wllson ließen dieselbe dorthin überführen. Die am Nachmittage stattgehabte Leichenschau ergab, daß der Mann den Folgen einer DofiS Carbolsäure erlag. Die SheriffS-Sporteln Vom AxpellationS-Serichte herabgesetzt. Richter MyerS vom AppellationS Gericht entschied heute, daß die Sheriffs 25 Cents für jeden Empfang und jede Entlassung eines Gefangenen nicht mehr einkafftren können, da die Legislatur gesetzlich vorgesehen hat, daß die Countybeamten möglichst auf ihre Sa lalre angewiesen sein sollen, und daß man alle Sporteln möglichst beseitigen will. DaS Inkrafttreten dieses Gesetzes be deutet für Delaware County einen Ver luft von $400, während derselbe in Marion County ungefähr den sünffa chen Betrag erreicht. Jahresball des deutschen ärtner Nnterstützungs Ver einS in der Germania Halle, am Donnerstag, den 29. November, (Danksagungö tag). Eintritt für Herr und Dame 50c; Extra Dame 25c.
Am Marterpfahle
Haucht ein Cramfordsviller Bürger sein Leben aus. CrawforöSville,23.Nov. Seinen hiesigen Verwandten wurde Nachricht zugesandt, daß Thomas H. Taylor, ein früherer Bürger dieses County, beim Ausstände der Ute.Jn. dianer in Montana getödtet wurde. Einzelheiten konnten bisher nicht , er. langt werden, doch scheint es, als ob Taylor, während er mit einer Abthei lung des 6. BundeS-CavallerieregimentS auf einer Streiftour war, von den Indianern gefangen und am Pfahl ge röstet wurde. In einer Privatnachricht wurde gemeldet, daß zwei Brüder, die nach dem Vermißten suchten, die der brannten Ueberrefte desselben fanden. Die neue I O. St. P. Salle. Große EinmeihungS-Festlichkeit in Ver bindung. Obschon in unseren Spalten bereits bekannt gegeben wurde, daß die neue Halle des Verbesserten Ordens der PyihiaS Ritter, Ecke Capitol Avenue und Maryland Straße (früher Board of Trade Gebäude) am Sonntag, 9 Dezember offiziell eingeweiht wird, möchten wir doch noch darauf aufmerk, fam machen, daß die verschiedenen tto miteö eifrig an der Arbeit, find um Halle so wie den Orden dem Publikum im besten Licht zu zeigen. Die Logen beabsichtigen nicht finanziellen Erfolg aus dieser Feier zu erzielen. Der Zu tritt von 3 b!S 6 Uhr Nachmittags ist für das Publikum frei, mit einer Zu gäbe von einem hübschen Souvenier als Andenken. Am Abend findet für die Logen brüder und deren Familien ein Kom merö in der Banquet'Halle des Ge bäudeS statt. An diesem Tage 'sollte jede deutsche Frau und jeder deutscher Bürger, auf kurze Zeit den Logen räumlichkeiten einen Besuch abstatten, als ein Beweis, daß die Arbeit und Kämpfe des jungen Ordens gewürdigt werden. Technisches Institut Finanziell gut unterstützt. Dem Präsidenten deS hiesigen Tech. Nischen Instituts Dr. Sol. C. Dickey wurde ein StlpendienFond im Be trage von 51500 übergeben, um den selben an junge Leute, welche beab sichtigen das Eisengießer Geschäft zu erlernen, denen jedoch die nöthigen Mittel dazu fehlen, in Betrügen, oelche 8100 nicht übelstekgen, unverzinslich zu verleihen. Die Borgenden haben eine Quittung Über den erhaltenen Be trag auszustellen und wird die Rück' zahlung erst, erwartet, nachdem sie das Geschüft vollständig erlernt und eine geeignete Stellung eingenommen haben. Wie Dr. Dickey sagt, find gute Eisen gießer sehr gesucht, und werden gut geschulten jungen Leuten die beftbezabl ten Stellungen dieser.Art gern über geben. Ein Gleßereibesitzer äußerte sich vor einigen Tagen, ein ihm be freundete? junger Mann, welcher ü j kurz oder lang eine Gießerei zu über nehmen hat und soeben von der Uni verfität zurückgekehrt ist, hat Arbeit?, kleider angezogen, um die Eisengießerei praktisch zu erlernen, damit er befähigt ist. später seinem Geschäft voll und ganz vorzustehen. Die vorzüglich eingerichtete Gießerei des Instituts hat ihre Thätigkeit be. gönnen und ist eine große Anzahl junger Leute daselbst thätig, um das Ge schüft zu erlernen. Z ur letzten Ruhe ein gegangen.T e r r e H u t e. Ind., 27. Nov. Jean Daniel DebS, Vater von Eugene V. DebS, früherer PrüfidentschaftS Kandidat der Sozialiften, starb heute hier im hohen Alter von 35 Jahren. Herr DebS war in Elsaß, welches da malS noch zu Frankreich gehörte, gebo ren und war ein Freund deS Bildhauers August Bartholdi. deS Schö pherö der FreiheitS-Statue im Hasen von New Vork.
Vor dem Bundesgericht Wegen Nichtzahlung verhängter Strafen. Die Farbige Annie Williams von hier erklärte dem Richter Anderson im Bundesgericht weshalb sie die Über sie im Mai vorigen JahreS verhängte Strafe nebst Kosten für ein von ihr per Post versandtes odscöneS Bild noch nicht bezahlt habe. Deputy Ver. Staaten Marschall Da vld Rankin brachten den Farbigen JameS McCcnley von Terre Haute, welcher im- November vorigen JahreS zu $30 Strafe und Kosten verurtheilt wurde, aber bis heute nicht bezahlt hat, voc das Bundesgericht und da seine Erklärungen, weshalb er nicht gezahlt habe, nicht zufriedenstellend waren, wurde er für 30 Tage der Marion County Jail überwiesen. Herr Rankin brachte hierauf noch eine andere Persönlichkeit vor daS Bun deSgericht: nämlich LeSlie R. Morlan, welcher auf einen Haftbefehl arretirt wurde, weil er sich in Sulphur gegen die Paßgesetze vergangen hatte und die Grobgeschworenen Anklage gegen ihn erhoben hatten. Er war Postmeister in Sulphur und soll bei der Ueberliefe rung seiner Stelle eine Unterbilanz gehabt haben. Er wurde unter $300 Bürgschaft gestellt und wird sein Fall heute vorgenommen werden.
Jkggmen" ans der Flucht. Hiesige Polizei hält Umschau. Eine starke Polizekpatrouille wurde heute früh nach d'n Rangirhöfen der L. E. & W. Bahn, im Norden der Stadt, abgesandt, um dort eine Bande Veggmen" abzufassen, die in Noble?' ville den Geldschrank deS Fleiicherge schüsteS .der Gebrüder Worthington sprengten. . Die Meldung langte kurz vor zwei Uhr hier an. und gleich darauf traf die telephonische Nachricht ein daß man glaube, die Bande habe den auöfahren den Frachtzug der L. E & 23. Bahn zur Flucht benutzt. Alle Polizisten der Stadt haben Auftrag erhalten, aus die Burschen ein wachsames Auge zu haben, und man hofft zuversichtlich, daß ek ge. ltngen wirö, dieselben abzufangen, sollten sie unserer Stadt einen Besuch abgestattet haben. Der Zug langte an, und wurde durchsucht, doch waren die Barschen schon vorher abgesprungen, falls sie denselben benutzt hatten. Einbrecher im Keller Durch Polizei und Hausbewohner einge, fangen. Eine luftige Einbrechergeschlchte er eignete sich gestern Abend im Hause deS 613 OftMiami Str. wohnenden Dave Turner. Kurz nach Mitternacht nämlich hörte man im Keller verdüch tige Fußtritte, und beim genaueren Zuhören entdeckte man, daß verdächtige Personen anscheinend aus den Zehen umherschlichen und ab und zu in ver dächtiger Weise sich der Kellertreppe nähern. Einmal sogar stieg der ver Süchtige Bursche mehrere Stufen der Kellertreppe empor. Die Familie bewaffnete sich sofort, und während David Turner und lein erwachsener Sohn der Polizeistatilon zueilten, um Hilfe herbeizuholen, htel ten die weiblichen Glieder der Familie alle KellerauSgänge besetzt. Sobald die Polizei benachrichtigt war, eilten Vater und Sohn, zum Hause, zurück, um in der Bewachung der Eindringe hilfreiche Hand zu leisten. Bald darauf rückten auch die Polizi ften an und mit vereinten Kräften ging man gegen den Keller oor. Alle Ecken und Winkel wurden mit gezogenem Re volver durchsucht und zuletzt wurde der Ruhestörer hinter einem Fasse versteckt vorgefunden. Derselbe entpuppte sich als der am Nachmittage eingekaufte DanksagungSTruthahn. Sottlieb Leukhardt, Die gemüthliche Ecke-, Scke Roble und Market Str.
Aus dc Gerichten.
Neue Klagen. Frau Amalia Zolezzi klagt auf Scheidung gegen ihren Gatten Anthony F. Zolezzi und wegen Einhaltöbefehls gegen das SupremeCouncil de.s In dtanapoltS Orders der Förster wegen Auszahlung der Versicherungssumme. Frau Zolezzi sagt, daß sie die gesetzliche Verbindung mit ihlem Gatten am 13. Mürz 183 einging. auS welcher Ehe zwei Kinder, Norman, 17 Jahre alt, und Blanche, 15 Jahre alt, entsprossen. Im Jahre 1905 am 10. Mai der ließ er sie. worauf er mit einer ge wissen E. Paddock in Ct. Louis bis zum 1 April 1906 unter dem Namen Anthony FranciS zusammenlebte. Die Klägerin hält ein Kost, und Logir hüuS, worin sich der Beklagte nach Be lieben aufhält, zum Verdruß aller Ein wohner. Der Beklag'e ist bei dem Suöremegerlcht des Indianapolis Or denS der Förster mit circa $1500 ver sichert, von welcher Summe ihm nach Vollendung feines 70. Lebensjahres S300 ausgezahlt werden und in jedem folgenden Jahre dieselbe Summe bis 81000 erreicht find und für inzwischen eintretende Kranken oder Unfähig keltS.Unterstützungen ausgezahlte Be träge wird ein Abzug an der Gefammt summe stattfinden, je nach den einge tretenen Verhältnissen. Frau Zolezzi wünscht nun, daß ihr der Reftversiche rungSdetrag gesichert, die Scheidung ertheilt, das Töchterchen Blanche, wel cheS gern bei. seiner Mutter bleiben möchte, unter Obhut gegeben, und ihr Gatte ihrem Hause ferngehalten werde In der eingereichten Scheidung? klage der Martha Mankedick gegen ihren Gatten William H. Mankedick giebt die Klägerin an, daß sie im Jahre 1903. am 6' Mai, die gesetzliche Ehe eingln gen und bis zum 1. Junl 1906, außer zwei Unterbrechungen in der Zwischen zeit, zusammen lebten. Frau Manke dick beschuldigt ihren Gatten der grau samen. Behandlung und sagt, daß er ihr, obgleich '.er $15 die Woche ver. diente, nicht genügend Mittel zum Un terhalte und zur Anschaffung der nöthi gen Kleider gewährte. Sie war krank, aber ihr Gatte wollte weder für Pflege noch für die nöthige ärztliche Behand lung auskommen. Ihr Gatte war in der Jnduftrlal Insurance Company versichert und hatte sie die fälligen Zah lungen zu decken; als die Versicherung zur Auszahlung gediehen war. ließ er dieselbe einer seiner Verwandten über, schreiben. Sie glaubt, daß ihr Gatte, der im Jahre 1905 eine Scheidung? klage gegen sie einreichte, diese ,jedoch wieder fallen ließ, ihr außerdem einen Theil ihrer HauShaltungSgegenftände durch einen Verwandten abnehmen ließ, sich auch noch der Untreue schuldig machte. Sie wünscht deshalb Schel iung und das Recht, ihren Mädchen Namen Martha Weaver in Zukunft wieder führen zu dürfen. Farrls D. Selig möchte von seiner Gattin Minnie M. Selig, welche er der schlechten Behandlung anklagt und von der er behauptet, daß sie sich deS Oefte ren in Gesellschaft anderer ' Männer einen gehörigen Affen kaufte, geschieden sein. Die Ehe wurde am 18. Juni 1902 geschlossen, aber seit dem 24. August 1903 lebte daS Paar nicht mehr zusammen. AgneS Lindemann klagt gegen John S.Spann & 6o. auf Schadenersatz in Höhe von $2509 wegen Verletzun gen, welche sie in einem von deren Ge büuden erlitt, als sie eine5reppe,die nicht mit den nöthigen Schutzvorrichtungen versehen war, hinabstürzte, wodurch sie dauernd arbeitsunfähig geworden sei. Superior-Gerlcht. Zimmer No. 3, Richter Vinson Carter. Die Klage von Melvin GithenS ge gen die Central Trust Company wurde abgewiesen und der Klüger zu den Ko ften verurthellt. Die Exmissionsklage von Obediah C. Fuqua gegen W. L. Baker, wurde zu Gunsten deS Verklagten entschieden und der Klüger zu den Kosten verur ttheilt. - -
Die Schadenersatzklage von Frederlck Sept.Adminiftratc gegen John Pierce, ! abgelehnt undZttoften bezahlt. Die Rechnungsklage von S. Mc Clure gegen Michael Welsch u. A., Urtheil gegen die verklagte Firma Mm. P. JungclauS & Co. für $83.13 und Kosten. E i n Menge Arbeit erledigt. DaS hiesige Bundesgericht war ge ftern äußerst beschäftigt und kamen da selbst eineAnmasse Klagen zur Erledi gung. Der wohlbekannte PensionS Anwalt Philander H. Fitzgerald be kannte sich nichtschuldig und wurde sein Prozeß auf den 23. Januar festgesetzt. Der Rumäne Joseph N. Jllea, wel cher eine Geldanweisung, welche für seinen Vetter Joseph P. Jllea auSge stellt war, in Empfang genommen und die Unterschrist darauf gefälscht hatte, jedoch den Betrag von 815 an den Postbeamten zurückerstattete, bekannte sich schuldig, und weil er ein fleißiger und sparsamer Mensch ist, der seinen Eltern in Bulgarien regelmäßig seine Ersparnisse zuschickt, wurde er nur mit einer Strafe von 525 bedacht und ent lassen, um ihm Zeit zu geben, folche innerhalb neunzig Tagen zu entrichten. Zwei junge Leute, John Welch, 17 und John Smith, 21 Jahre alt, wur den zu je 6 Monaten Gefängniß verur theilt, da sie im letzten Februar in das Postamt von Millersburg, Ind., ein gebrochen waren, woselbst sie jedoch nur zwei Schlüssel erbeutet hatten. Die Beiden hatten bereits sechs Monate im hiesigen Gefängniß zugebracht und stammen von Detroit refpective Wil mington, O. Der Rechtsanwalt Wm. B. Schwartz, welcher falsches Sllbergeld fabrizirte und in Umlauf gesetzt hatte, bekannte sich schuldig und wurde zu $19 und 5 Jahre Gesüngniß bei harter Arbeit in Fort Leavenworth verurtheilt. Er sagte, er Hütte zu. der Fälschung seine
Zuflucht genommen, da seine Einnah men als Rechtsanwalt so gering gewe sen seien, daß eö ihm unmöglich gewe sen wäre, seine Familie damit zu er nähren. Zunächst kam der'Brieftrüger Theo der Engelbert von Richmond, Ind., an die Reihe, welcher sich schuldig be kannte,. einen Geldbrief unterschlagen zu haben, und wurde er mit einem Jahre Fort Leavenworth bedacht. Er sagte, er habe eine Frau und vier Kln der. welche augenblicklich die Masern hätten und wäre er momentan so tief in Schulden, daß er sich nicht anders zu helfen gewußt habe.- Sein Anwalt reichte eine Petition für milde Beur theilung der That, unterschrieben von 63 Bürgern von Richmond ein, bei welchen Engelbert Briefe abgeliefert hatte." Judson Sturtevant, angeklagt, am 30. Mürz 1906 in daS Postamt zu Denham. Ind., eingebrochen zu sein, war allem Anscheine nach im Zweifel, ob er sich schuldig bekennen sollte oder nicht, da er, wie er sagte, selbst nicht im Poftgebäude gewesen sei, sondern nur die Pferde vor dems.lben hielt, wäh rend Charles Downey und ein Dritter den Einbruch verübten. Er entschloß sich schließlich, sich schuldig zu bekennen, jedoch wurde vorläufig nicht gegen ihn erkannt, da man ihn als Zeugen gegen Downey benutzen will, dessen Prozeß am 5. Dezember stattfindet und der sich nichtschuldig bekannte. WegenVerbreitung von falschemGelde wurde Wm.H. Linninger zu zwei Iah ren Fort Leavenworth und $1 Geld ftrafe verurtheilt. Seine Freunde ver suchten oaö Gericht zu überzeugen, daß Linninger wahnfinnig sei, jedoch beant wartete er alle an ihn gerichteten Fra gen derartig, daß das Gericht keine Veranlassung sah, diese Frage über Haupt in Betracht zu ziehen. Er sagte auS, daß er wegen Einbruchs bereits vorbestraft fei, auch schon früher falsches Geld in Cirkulation brachte, abgr keine Bestrafung dafür erhielt. John Rom wurde mit einem Jahr Fort Leavenworth bedacht, weil er durch falsches Zeugniß sich eine Pen fion als Veteran des spanischamerika Nischen Kriege? zu verschaffen suchte.
C. W. Burgman von Milwaukee
wurde zu S50 und Kosten verurtheilt, weil er sich durch die Post unredliche GeschäftLvorthetle zu verschaffen suchte. Ein 16jähriger Junge von Washing ton, Ind., Namens Ehester Bufick, welcher von der Post Briefe gestohlen und zerstört hatte, wurde mit verhäng tem Urtheil entlassen. Jda B. Morgan, welche sich schuldig bekannte, einen obscönen Brief durch die Post befördert zu haben, wurde zu S10 und Kosten verurtheilt. W. A. Price, P. I. Becknell und W. F. Ham, Mitglieder der Behörde der ,xaminirenden Wundärzte für daS PenstonSdepartement zu Goshen, Ind., bekannten sich schuldig, falsche Daten aus den Certificaten angegeben zu ha ben, welche zeigen sollten, daß die Un tersuchungen 'ui anderen Tagen, als den wirklichen, vorgenommen worden seien, wodurch ffe eine Mehreinnahme zu erzielen gedachten, da sie für die fünf ersten Examinlrten an einem Tage $2 pro Person erhielten, für die sol' genden jedoch nur 31, und wenn mehr als 5 Leute zur Examlnirung kamen, stellten sie die übrigen Certificate unter dem Datum deS folgenden TageS aus. Deren Fülle wurden auf später ver tagt. Krenzzng gegen Kohlenhändler. Die Polizei unterstützt ihn. Der Kreuzzug gegen die Kohlenhänd ler wird fortgesetzt. Charles H. Thompson, Geschäftsführer der Harris bürg Coal Co., Washington' und DecaturStraße, sowie auch seine An gestellte Bertha Bennett von No. 1215 Newman'Straße, wurden ' durch die Radler Sbkne und Schlangen gestern verhaftet, gegen Bürgschaft jedoch ent lassen. - Während Thompson unter Anklage steht, falsches Gewicht verad folgt zu haben, wurde die Gehilfin des Ausschreibens eines . falschen Ge wichtszettelS angeklagt. Saul Trotky von No. 1729 HowardStraße hatte sich drei Tonnen Kohlen bestellt, und als der Fuhrmann mit denselben an langte, verlangte Trotky, daß dieselben gewogen würden. Der Fuhrmann verweigerte diese? und machte sich ml den Kohlen auf die Heimfahrt nach dem ttohlenhofe. Die Radler langten glkich darauf an und fuhren sofort nach der Geschäftsstelle der Gesellschaft wo der Wagen gerade eingetroffen war. Sie nahmm das Geführt nach eine? nahe gelegenen öffentlichen Waage und fan den dann, daß am richtigen Gewichte 355 Pfund fehlten, worauf die Verhaf tung erfolgte. Folgende Verhaftungen wurden während des Vormittags heute vorgenom men. Alle sind Angestellte von Kohlen Handlungen und die Anklagen lauten auf kurzes Gewicht: Wm. Roberts, 1326 ZZandeS Str. Roland Gurnell, 1975 Ludlow Ave. Barney Taylor. 910 Concord Str. Geo. West, 1314 West Senate Ave. JameS Jamefon. 503 West 17. Str. Roöcoe Parker, 321 W. Capital Ave. Sam ttillian. 1217 Oft 16. Str. Clarence Richards, 2712 Oft Washington U. Henry SimS, 1475 Roosevelt Ade. Albert G. Rabe, der Präsident der Puritan Coal Eomp., wurde gestern im Polizeigericht mit zweimal $25 nebst Kosten bestraft. Die gegen ihn erhobenen Anklagen' lauteten auf kurzes Gewicht und Unterlassen, einen Gewichtszettel zu unterschreiben. Der Fall wurde appelltrt. Einer der Fuhr leute hatte an Frau Venie Wright eine Tonne Kohlen abgeliefert und die Frau und ihr Gatte hatten später dieselbe nachgewogen und auf ihrer Wagschale 500 Pfund zu wenig gefunden. Crab-Npple ider und süken Nichigan Apfel Nosi bei Oottlicb 2eutl)axt, 102 Nord Noble Otu
