Indiana Tribüne, Volume 30, Number 82, Indianapolis, Marion County, 27 November 1906 — Page 7
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flornmi nS dem nordischen Volkslkben. Von all ßaine. . " i (Xxtmjmt U:dcne?ung au 8 tra EuGli'.ch. Cop ust, Höikcr.) "-sUNg.) SSa8 verbrennst Du da?" rief Greeba. Und ehe er noch wußte, was sie thun wollte, war sie zu dem Oscn gestürzt, hatte mit den bloßen Händen die heiße Thüre, die er mit der Feuer zange geschlossen, wieder aufgerissen, in die Gluth hineingegriffen und das Pa picr hervorgezogen. (iä brannte lichterloh, aver sie zerdrückte das Feuer zw!scheu ihren Haudslächcn. Nur kleine Ucberrcste behielt sie iu den verbrannten Fingern, doch cS war genug für sie. um zu erkennen, daß das Papier ihr Absagebries an )ao gewesen war. Erbleichend blickte sie zu ihrem Gatten aus. während ein Sclmncr ihren Körper überschlich. Michael hatte sich anschien Stull geworfen und das Antlitz auf die Arme gelegt, welche gekreuzt auf dem daneben stehenden Tische ruhten. Welch' ein Gegensatz zwischen vorhin und jetzt! Vor einer halben Stunde noch fühlte er sich so glücklich und hoff' nungsfroh in seiner Webe, und jetzt glich diese einem zertrümmerten Götzen bilde. Mit einem schrei der Verzweiflung wars Grceba sich neben ihn aus die Kniee und umschlang ihn mit ihren Armen. .Michael.- flehte sie. .mein gütiger, theurer Gatte, vergib mir und höre mein Gesländniß an. Es ist wahr, daß ich im Begriff ftand, Jason zu hcirathcn. aber es ist nicht wahr, daß ich ihn geliebt haben solle. Ich achtete ihn, denn er hat ein männliches edles Herz, und nachdem mein Vater abgereist und meine Mutter gestorben war. nachdem ich mich ganz in die Gewalt meiner grausamen Brüder gegeben sah und vergebens aus eine cachricht von Dir gewartet hatte, wollte ich ihn für seine Treue und Er gedenheit belohnen,, womit er mir in meiner trostlosen Vereinsamung zuSeite gestanden. Aber geliebt habe ich nur Dich, mein Michael, nur Dich allein, und als ich endlich Deinen Brief erhielt, bat ich Iafou. mich freizugeben. Er that es und ich eilte zu Dir. TaS ist die ganze Wahrheit, so gewiß, als ein Gott über uns ist! .Warum hast Du mir das uicht schou laugst vorher erzählt. Grceba ?" frug Michael, fein Antlitz erhebend, warum gestehst Du cS erst zctzt. wo es Dir ab gerungen wurde ?" Sie antwortete nicht, denn diese Frage that ihr weh. nachdem sie ein so offenes Bekenntniß abgelegt hatte. Zweifelst Du. daß ich Dir die Wahrheit gesagt habe?- unterbrach sie endlich das Schweigen. .Ich weiß selbst nicht, was ich glau. den soll und was nicht,- antwortete er. .Glaubst Du etwa meinen Brüdern, die Dich einst schmählich verrathen und hintergangen haben, lieber als mir?" .Hat mein Welb. das ich über Alles liebte, mich nicht auch hintcrgangen?Grceba richtete sich auf. .Michael. was haben Dir diese Menschen gesagt ?- frug sie. .Welcher Schuld mit Jason klagst Du mich an?- . Schuld mit Jason?- wiederholte er, .nein, darum handelt cö sich nicht. - .Um was denn sonst?- rief Grceba. .Was soll ich gethan haben ?- .Mein Weib bist Du geworden, wäh, rend Du jenen Andern liebtest,- gab er zur Antwort. .DaS ist genug !- .Und Du glaubst eS?.Du hast geleugnet, daß Du Jason kennst. Dieses Verheimlichen und Vcr hehlen ist der sicherste Bcwcis. . eS wird mich todten, denn es ist die Wahrheit ! Hätte ich Dir nicht geschrieben, so wärst Du jetzt Iason'S Weib. Nun sehe ich auch seine Gefangennahme iu ihrem wahren Richte: Du hast ihn eineS verbrecherischen Vorhabens gegen mein Leben angeklagt, weil Du feite Gelübde tanntct. cni nameMvur innere Dir zu Deinem eigenen Zwecke gegen ihn dienen, denn er konnte ihn nicht ableugnen. Und worin bestand Dein Zweck? Ihn ans dem Wege zu schaf. sen. Warum? Du sahst Dich von ihm verfolgt, weil Du ihn verlassen hattest. Und als ich ihn begnadigen wollte, suchtest Du es zu verhindern. Thatest Du eS wirklich meinetwegen ? Nein, nur Deinetwegen. Du wolltest mich glauben machen, als bangte Dir um mein eben. aber eS war Dir nur nm Dein Geheimniß zu thun, das Du gefährdet glaubtest. - Es waren harte Beschuldigungen, zu denen er sich durch die Leidenschaft seineS Herzens, welches sich betrogen wähnte, hinreißen ließ. Er wollte noch mehr sagen, abt: Greeba unterbraö) ihn. .ES ist falsch ! Alles ist falsch. waS Du sagst!- rief sie mit bebender Stimme, während ihre Angen Flammen sprühten, .aß Jason kommen und er selbst wird Deine bittern Ankla gen widerlegen. Ich darf ihm trauen, denn er hat ein edles Herz, stelle mich -ihm gegenüber. Er soll zwischen Dir X Ti "tttffif t.ttt ?,,ki Jsiit nn'trf llilU utli MIUIVC .ni. jnntv. Ich verlange es jetzt von Dir !- .Nun,- entgegnete Michael trotzig und fest. .Ich werde ihn nicht zurück rufen. Denn für das, was Du mir anaethan ya,l. iou er ictn ouen iAn der Thür ließ sich ein Klopfen vernehmen. Der Oberrichter trat ein. .Entschuldigt mich,- sagte er. einen un- . rv-i ' c v -.-! v l
IchCrn -cJiiu aus vrii :pruiucnicu ivci end, .wollt Ihr den Gnadenerlaß unerz:ichnen oder es auf morgen ver. schieben?.Jch werde ihn überhaupt nicht im terzeichnen.- gab der Präsident zur Antwnrt
Der Oberrichter riinsperte sich und
ucrliCB nach einer Verbeugung schwel gcnd oaS Zimmer. 23. Capitel. Als die Gebrüder Fairbrothcr ihr schmutziges Nachcwerk an ihrer chwcster vollbracht hatten und daS Gouvcrnementsgebäude wieder verließen, war nur Jakob befriedigt, während die Anderen murrten. .Der Präsident sah ganz darnach aus. als ob er die Geschichte gar nicht glaubte.- brummte Thurstan. .Sahst Du nicht, daß ich ihm den Brics gab?- frug Jakob. .Bäh!- lachte Thurstan. .sie wird sagen, sie hae den Brief gar nicht geschrieben. - .Jedenfalls hat er den Brief und wir haben nichts mehr In der Hand,- sagte Stelln bitter. .Wo ist denn nun. das grofe Glück, dem wir so nahe sein sollten?- stimmte Roß in die Anklagen ein. .Jakob'S großartige Pläne können mir gestohlen werden.- höhnte wieder Thurstan. .Ich hab'S immer gesagt. eS kommt nichts dabei heraus.- murrte Ascher. .Hätt' ich nur meine schönen fünfunddreißig Pfund wieder, aber die sind rein in'S Äiccr geworfen. - Jakob war vorausgegangen und hattc für die Bcmcrkuugcn feiner Brüder nur ein erhabenes fächeln gehabt. Jetzt blieb er plötzlich stehen und sagte, sich umwendend, mit einem Blicke tiefer Verachtung: .Wenn Ihr so sicher seid, daß bei meinen Planen nichts herauskommt, so will ich Euch einen Vorschlag machen. Mit Eintritt der Fluth geht ein Schiss nach Dublin ab. Wer von Euch die Gelegenheit zur Heimreise be nutzen will, erhält von mir jünfund dreißig Pfund.- Die ganze Gesellschaft blieb stehen. Einer glotzte den Andern an. der Eine machte .Hm!und der Andere .Hah.- . Entschließt Euch rasch.- sagte Jakob katcgorilch. .Wer von Ench nimmt mein Anerbieten au? Aber sprecht nicht Alle auf einmal. - .Fünfunddrcißig Pfund?- sagte Ascher verächtlich. .WaS sind fünfnnddrcißig Pfnnd? Wir haben eine Menge Zeit verloren, unsere ändcrcicn liegen auf Monate hinaus brach, daö Winlerkreut ist verdorben und dabei müssen wir den icnccljtcu ihre Löhne weiter bezahlen." .Ihr wolll'S : icht nehmen?- frug Jatob. .Vumpige fünfnnddreißig ? Nein!:rklärte Ascher. .Gii;. dann laßt aber auch Euer Zchimpscn bleiben und haltet hübsch das Maul.- bat sich Jakob anS. .o sage uns doch wenigstens, Ja-kob.-ergriff Gentleman Johuny das Wort, .wie ans dieser. Spekulation mit dem Mädel und dem Gouverneur ein Profit hcrausspringcn foll." .trcuge selbst Deinen Scharfsinn an.- antwortete Jakob schlau uud schnalzte mit dem Finger, worauf er wieder vor feinen Brüdcrulzcrging. .Laßt ihn." brummte tean. .Er sinnt über seinen großen Plan nach.Am andern Morgen, als es kaum erst hell geworden war. saß Michael Souucnlockc bereits in seinem Gcfchäjtszimmcr an der Arbeit. Seine Wangen waren bleich, seine Augen lrübc. Sein Gesicht halte von seiner Rundung eingebüßt. Sein Diener sktu ging ab und zu, nm verschiedene Aufträge auszurichten. Sonnenlocke war auffallend zerstreut. Er hatte dem D icuer eben befohlen, zum Sprecher deö Parlaments zu gehen, und ganz vergessen, daß er denselben Auftrag schpn vor einer halben Stunde gegeben Halle. Er ertappte sich wiederholt, wie er einen bereits geschriebenen Brief noch einmal schreiben wollte, andere Bliest brach er zusammen uud vergaß sie zu adrcssircn und zu siegeln ; eingegangene Schriftstücke las er wiederholt durch, ohne zu wissen, was sie enthiel ten. Zuweilen legte cr die Feder nieder und stand aus, um an'S Fenster zu achcn. blieb aber in der Mitte des Ainu mers stehen und schien sich zu besinnen, was cr eigentlich vorgehabt habe. Ookar'o aufmerksamen Augen ent ging dieses seltsame Benehmen seines Herrn nicht und als cr dräußcn im Gange der kleinen englischen Dienerin begegnete uud diele ihn auöfrug. was sein Herr treibe, schüttelte er den Kopf und antwortete .mit einem wichtigen Lächeln : .Er sieht und hört nichts, cr scheint heute gar nicht bei sich zu sein.Im Vsiiifc des Nachmittags erschienen die Gebrüder Fairbrother und wünsch' teu den Präsidenten zu sprechen. Sie wurden in sein Zimmer gewiesen, wel' ches sie unter vielen Kratzfüßen u.'id Bücklingen und Glattstreichen ihrer spärlichen Haare betraten. Sonnenlocke empfing sie mit einer Neigung des Hauptes, ohne ein Wort zu sprechen. .Wir sind abermals so frei. Euch im scrn Besuch zu machen.- begann Jakob, denn wir haben meine Wenigkeit angenommen zu Hanse Ländercien, die wir nicht vernachlässigen dürfen, und können uns daher nicht mehr lange hier aufhalten. Es ist unö durch diese Lkcise ohnehin eine ganze scköuc Ernte verloren gegangen und wir haben schlecht ten Dank dasür gehabt. - Nun?- frug onncnlockc ungcdnl big. .Leider sind wir nicht die Einzigen, die von Grccda's Undanlbarkcit zn'lciden haben " .Kein Wort weiter hierüber." verbat sich Sonneulockc. .l?as wollt Ihr hicr?.Was wir wollen ? Hm. das ist nicht gerade sehr höflich gefragt.- beklagte sich Jakob im Tone verletzten Ehrgefühls. Man kann arm fein.- fetzte Ascher hinzu, .und doch Anspruch aus Achtung haben.- . .Noch einmal frage ich: waS wollt Ihr hier?- sagte Sonncnlocke. -
Wir wollten nur die Bersicheruna
abgeben antwortete Jakob, daß wir Grceba unbehelligt und in Frieden las scn werden ; denn warum sollten wir unsere eigene Schwester beschimpfen? Es wäre unnatürlich, nnd dazu ist sie auch noch die Gattin des Präsidenten .Freilich, freilich, die Präsidenten galtin.- echotcn die Andern. .Er möchte gewiß nicht, daß über sie gesprochen würde," flüsterte Gentleman Johnuy Jakob in'S Ohr. .Ein Mädchen mag vor ihrer Verhcirathuug unbeständig gewesen sein und ihre Liebeleien gehabt haben,- setzte Jakob seinen Bcrtrag fort, .aber daS ist kein Grund, daß alle Welt das arme Ding darum anzusehen braucht. Wie sagt das Sprichwort? Der erste Fehltritt wird slctS vergessen." .Schweigt!- gebot onnenlocke heftig. .Wenn Ihr gekommen seid, um mir das zu sagen, so können wir die Unterhaltung kurz abbrcchen..Will er uns ctwa auch die Thüre zeigen?- fuhr Ascher auf. .Wcr sagt das?- beschwichtigte Jakob. Dann wandte cr sich wieder an Sonncnlocke und fuhr fort : .Es gäbe Aergerniß, wenn es bekannt würde, daß der Präsident von Island eine leichtsinnigc Frau gchcirathet hat. Nicht wahr?Ta Sonncnlockc hierauf nicht antwartete, so that dies Jakob an seiner stelle, indem er sagte: .Natürlich gäbe das Aergerniß. Deshalb werdet Ihr mir wohl den Brief zurückgeben, den ich Euch gestern lich..Jch habe ihn nicht mehr. Er ist vernichtet,- versetzte Sonnenlocke. .Vernichtet ?- wiederholte Jakob. .Ja. ich habe ihn verbrannt. Ihr könnt somit beruhigt sein, der Brief wird kein Unheil mehr anrichten.- 4 .Verbrannt ?-.ries Wob. .Ich lege aber großes Gewicht auf diesen Brief. Nicht um fünfhundert Pfund würde ich ihn hergegeben haben !- onncnlocke'S Geduld war erschöpft. Er richtete seine gebeugte Gestalt ans und rief mit einem Fanslschlagc auf den Tifch: .j!ommt mit Eurer Spiegelfcchtcrci zu Ende ! Ihr wollt von mir fünfhundert Pfnnd haben, nicht wahr?Für den Brief allerdings,- erklärte Jakob. .Und wenn ich Euch das Geld verweigere, so wollt Jhr'S an die große Glocke hängen, daß ich eine leichtsinnige Iran gchärathct habe, nicht wahr?.Das habe ich nicht gesagt.- wandte Jakob ein. .Ihr wollt aber fünfhundert Pfund von mir haben..Für den Brief.- . Nicht einen Pfennig sollt Ihr be-kommen,-rief Sonnenlockc. .Glaubt Ihr. ich würde für cinc folche achc auch noch Geld ausgeben? Alle Reichthümcr der Welt, falls sie mein gchörtcn, wollte ich Ench schenken, wenn ich Eure schlimme Kunde nie vernommen hättc..DaS ist leicht gesagt, nachdem der Brief nicht mehr vorhanden und keine Gefahr davon zu befürchten ist.- gab Jakob zur Antwort. .Ich bestehe aber aus den fünfhundert Pfnnd, oder ich werde Island nicht verlassen, bevor die ganze Insel nicht die saubere Geschichte erfahren hat..Thut. was Ihr wollt.- rief Son nenlockc. .aber wenn Ihr cS je wieder wagen solltet, dieses HauS zu betreten, so lasse ich Euch sammt und sonders, wie Ihr dasteht, vor Gericht ziehen und wgen Erpressung einsperren.Da standen nnn die würdigen Brü der wieder draußen auf der Straße, den hartgefrorenen Schnee unter den Füßen. Jakob schaute finster drein, und Thur stau blickte ihn aus feinen rothen Augen schadenfroh an. .Ich Hab'S immer gejagt,- jammerte Ascher. .Höre. Jakob,- flüsterte er diesem hieraus in'S Ohr, .gib mir die Hälfte von den fünfulkddrcißig Pfund, die Du mir angeboten hast, und dann will ich alles Weitere Dir überlassen. - Thurstan, dcr daS hörte, brach in böbniichcS Lachen a'tö und dann traktine cr ocn Vruder Jakob mit all den Ehrentiteln, wie. Dummkopf.- .Mond-kalb-u. f. w.. die cr ihm schon vorgestern gegeben hatte. Jakob ließ Alles demüthig über sich ergehen nnd schritt niedergeschlagen und mit gcscnktcmKopfe voraus. .Merkwürdig.- sagte Johuny. .cs schcint dcm Präsidenten gleickgiltig zu sein. waS über feine Frau gesprochen wird..WaS macht sich so ein toi. wie cr. aus der Schande?- bemerkte Roß. .Wie die Mutter, so der Sohn..Grceba hätte besser gethan, den Andern zu hcirathcn.- meinte Ascher. .Ich hab'S ja immer gesagt !- .Er kennt mir sich selbst, dieser Herr Präsident.- bemerkte Stcan, .alles An dcrc kümmert ihn nicht. -' .Ein gefühlloses Ungeheuer ist er.licß sich Woß vernehmen. .Jungcns.- sagte Thurstan geheim nißvoll. .daS Mcdcs mag ihm glcichgiltig sein., aber wartet nur, bis cS ihm selbst an den Kragen geht !- .WaS meinst Du damit?- frugen neugierig die Ucbrigen. .Ei nun,- antwortete Thurstan in gedämpftem Tone, .man hört hierhin und. dorthin. Seit wir auf dieser Insel sind, habe ich von einem gewissen Plane munkeln hören, der im Werke ti t und nur auf eine günstige Gelegenheit wartct hm, hm..Was ist daö für cin Plan? hc?flüsterten die Brüder, sich dicht au ihn herandrängend. .Geduldet Euch,- versetzte Thurstau mit ppffigem Augcnblinzeln. .Ihr sollt ein blaues Wunder erleben, bei dcm wir nicht zu kurz kommen werden. Aber .Nlnen Mund halten ! Versteht Ihr ?- Grceba saß iu ihrem Zimmer und di: einzige Abwechslung während de? lang' kam binschleichendeu Stunden, gewähr.
ten ihr die Nachrichten, welche ihre
Alice, die kleine englllche Dienerin, dann und wann über Sonnenlocke brachte. Er sei sehr zeitig aufgestanden, erzählte diese, und arbeite ununter, brochcn in seinem Zimmer. Oscar habe verschiedene Briefe forttragen müssen, an den Senat, an den Sprecher und an den Bischof. Auch den Thürstehcr. der zugleich Gefängnißwärter ist. habe cr holen müssen, nnd dieser gcschwätzige Ncnigkeitökrämcr habe er zählt, daß die Herrin Essen in'S Gesäng niß geschickt habe und sogar selbst dort gewesen sei, um den armen Gefangenen zu besuchen. Es sei rein unerklärlich, wie die cute das Alles erfahren konnten! In solcher Unterhaltung verbrachte Grceba die Zeit, denn ein Weib bedarf einer Vertrauten, und selbst die beste und edelste aller Frauen wird, wenn der Gatte, dcr ihr Stab und Stütze sein soll, sich ihr entfremdet hat. ihre Hand nach einem Strohhalm ausstrecken, um sich daran zu halten. Es liegt in dcr Natur dieuender Personen, den Kopf hoch zu tragen und sich eine große Wichtigkcit bcizumesscn, wenn' sie merken, daß die Dinge bei der Herrschaft schief stehen. Wie Oscar für den vcrzwcifel ten Gemüthszustand feines Herrn nur ein supcrllngeö Vächeln hatte, so fühlte sich Alice von einem gewissen Stolz gc hoben, ihre Herrin weinen zu sehen, obwoh! sie sonst cin harmloses Mädchen war, welches Niemandem etwas BöscS zufügte. Es war am Nachmittag, als sie eilig in'S Zimmer trat und Grceba geheimnißvoll zuflüsterte .Eben ist der Sprecher gckoulmcr. ES muß etwas Ungewöhnliches vorgehen ; Oscar meint es crcnfalls. Was mag es nur sein?Grccba horchte Qf, und so lange das Mädchen da war. hielt sie sich ausrecht, als sie sich aber wieder allein befand, begann sie bitterlich zu weinen. Nach einer Weile jedoch trocknete sie ihre Augen, und ihre ganze Selbstbehcrrschnng aufbietend, verließ sie ihr Zimmer, um ihren Gatten zu besuchen. Inzwischen wardcr Oberrichter. welcher zugleich als Sprecher im Parlamcnt fungirtc. bei Sonncnlockc eingetreten. Er schloß aus dcm verstörten Aussehen des letzteren sogleich, daß sich dessen Gcmüthözustand seit vorigem Abend verschlimmert hattc und daß cin kritischer Augenblick erschienen sei. .Oberrichter.- begann dcr Präsident, .ich wünsche, daß Ihr beide Kammern auf morgen Abend zu einer gemeinschaftlichen Sitzung einberuft. Es handelt um eine ache von großer Wichtigkeit..Darf ich nach dem Gegenstand der Berathung fragen.- sagte der Sprecher uud Oberrichter. .um die Mitglieder beider Häuser davon in Kenntniß zu setzen?.Sagt ihnen nur. das; der Präsident eine Botschaft für das Althing habe.entaeancte Sonncnlockc. .Um welche Stunde soll die Sitzung beginnen ?- .Um sieben Uhr Abends,- antwortete Sonncnlocke. woraus cr sich, wie cin müder Mann, mit nncm Seufzer ab wandte. Dcr Sprecher folgte ihm aus merksam mit den Augen, zog die Brauen empor, legte den Zeigefinger an die Stirn, schüttelte den großen Kopf und verließ das Zimmer. .Warum diese Eile?- dachte er bei sich. .Und was für cinc Botschaft mag cs sein? O, diese jungen Stürmer und Drüngcr; so schnell und so hoch sie steigen, so schnell und so tief stürzen sie gewöhnlich kopfüber in den Abgründ! " Der Sprecher war kaum gegangen, als Grceba eintrat. Ein so muthvollcö Ansehen sie sich auch vor ihrem Gatten zu geben snchtc. so merkte cr ihr doch an, daß sie inncrlich mit Furcht erfüllt war und daß ihr Auge, Verzeihung flehend, das j'cinige suchte. .Äkichacl.- begann sie, .was hust Du vor? Sage mir's, denn ich ver' maa diese Unacwißbcit nicht läuacr :u ertragen." zx antwortete rncni, oa dcrn scykc sich an seinen Schreibtisch und nahm die Fedcr zur Hand. Grceba stampfte mit dcm Fuße. .Sage mir'S.- rief sie. .ich kann und will es nicht länger ertragen. -Er wußte jcdocb. daß bei all ihrem hcrausfordcrndcn Trotz in irgend einem Winkel ihrer flammenden Augen bcrcltS cinc acheune Thräne slch barg Daher zeigte cr wcdcr Unwillen, noch brach cr lein chweigen. sondern bc qann ruhig zu schreiben. AIS Grceba jetzt zum ersten Male ii) naycr .in o ange zu sauen ivagii und um vmtörtcs. lnmmcrvollcS Ant litz sah. wich ihr trotziger Sinn ; die ganze Zärlichkcit des WcibcS erwachte in ihr und. sich zn seinen Füßen werfend, rief sie: .Michael, vergib mir. ich wein nicht, was ich rcdc. Da abcr Michael anch für ihren Seclenschmer; seine Antwort hattc, 10 gewann der Stolz rasch wieder die Oberhand in ihr und stc suchte d) zu vertheidigen und machte geltend, daß sie lhm die Wahrheit nur verschwiegen habe nm sein Glück nicht zu trüben. .Und warum hätte ich Dich hcirathcn sollen, wenn ich Jcncn licbtc?- frug sie. (Fortsetzung folgt.) Unheilvoller Unverst a n d. Ein vierjähriger Knabe in Wechmar, Thüringen, schrie auf der Straße, wodurch eine Frau in ihrer Ruhe gestört wurde. Sie befahl daher einem fünf- und einem scchsjährigen Knaben, ihn durch Prügel zum Schweigen zu bringen. Diese nahmen einen derben Stock und eine Gießkanne und schlugen derart auf das Kmd txn, daß es bewußtlos zu Boden stürzte und an Bluterguß in's Gehirn .starb. Die Staatsanwaltschaft nahm sich der Sache an.
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