Indiana Tribüne, Volume 30, Number 82, Indianapolis, Marion County, 27 November 1906 — Page 5

Indiana Tribüne, 27: November 1oQ

5

Ne erschlichene ZZadercise. humoristische Skizze von Paul A. Kirstein. Ach " Sie war gerade von . einem Ausgang zurückgetehrt, ließ sich matt urti müde in einen Sessel fallen und strectte Arme und Beine weit von sick. Nein, diese

Hltze!-. stöhnte sie dabei, diese ifcel Man fühlt kaum, seine Glieder noch." Ihr Gatte' stand vor ihr uno run zelte die Stirn. Er war königlicher Beamter und neigte sehr heftig zur Pedanterie. Darum schüttelte er jetzt den. Kopf und sah sie mißbilligend an. Wie oft habe ich Dich gebeten: Grete, geh' nicht in der heißen Mittagssonne aus! Der Tag ist lang. Und was Du am Morgen nicht erledigen kannst, sieh, dafür ist ein erträglicher Nachmittag, ein kühler Abend da ' .Aber Du hörst ja nicht Adolf, Adolf nur keine langen -Reden bei der Hitze!" Natürlich, natürlich! Doch, wenn Dich dann wieder die Migräne packt, dann wirst Du einsehen, wie recht ich habe." Sie stutzte einen Moment, sah ihn forschend in die Brillengläser, und 'dann plötzlich, wie traumverloren, fügte sie hinzu: Ich glaube, ich habe sie jetzt schon." Na, dä siehst Du " Er wollie wieder einige - Weisheiten zum besten geben, aber er bezwäng sich. Migräne erforderte' Ruhe und Schonung. So leg' Dich ein Weilchen nieder," sagte er nur noch, dann wandte er sich zum Gehen. Aber.-er. hatte d Rechnung ohne feine Frau gemacht. Noch im letzten Moment hielt sie ihn fest. . ' Reisen müßte ich," sazte sie mit einem Seufzer, -ich glaube, das würde mich für lange, lange Zeit befrei en.". Da drehte er sich wieder zurück. Wenn Du nur ein wenig vernünftiger leben wolltest!" Ach, Adolf " Sie schlug ermattet mit der Hand durch die Luft. Migräne ' ist eine Krankheit der Großstadt. Da kann man so dernünstig leben, wie Du ... . e5 hilft auch nichts." Er überhörte die kleine Bosheit. Versuch's nur erst einmal," gab er zurück. Und wenn ich's schon thäte jeder Arzt, . jeder vernünftige Mensch fagt doch, daß die Großstädter zurückzur Natur" müssen. Was hilft da das Reden? Luftveränderung das' ist das einzige, was uns wieder uf die Beine helfen kann. Ich begreife auch wirklich nicht, warum Du Dich fo sehr dagegen sträuöst? Warum Du mit aller Gewalt nicht reifen willst?" Da war es heraus, was er so lange gefijrchtet. Da war daö Wort, das zwischen ihnen seit Wochen schon den Zankapfel bildete. Sein Antlitz vzog. sich zu einer Leichenbittermiene, under beherrschte sich mühsam. $ur die Hände rang er. Grete! fängst Du schon wieder an?!" Doch sie hatte nichts von seiner Geduld. Natürlich," antwortete , sie mit- einem Klang in der Stimme, als wäre es die natürlichste Sache von der Welt. Einmal müssen wir uns doch klar werden! In vierzehn Äagen beginnt Dein Urlaub. Man muß . doch Vorbereitungen treffen!" 'Gewiß wenn man reisen will! Aber vazu gehört Geld ... das weißt Du so gut wie ich! Und daß ich überflüssiges nicht besitze ... das solltest" er legte einen Ton darauf Du eigentlich auch . . . ebenso gut wissen wie ich!" daß seine kleine Frau ganz betroffen war und ihn erschrocken anblickte. Den Moment benutzte er. Noch mal, Kind, das Leben, das wir führen und nach unserer Stellung führen müssen, das kostet diel Geld. Wir müssen uns im Kreise meiner Kollegen zeigen und sie bei uns empfangen; wir müssen repräsentieren! Ist's denn da so schlimm, wenn wir in unseren jungen Jahren uns in anderer Beziehung einschränken?! Wenn wir mal einen Sommer zu Hause bleiben?!" Mal? Wir sind doch erst einmal verreist." "Aber doch auch erst im zweiten Jahre verheirathet! Sieh, wir haden . eine so freundliche Wohnung, einen'so schönen gedeckten Balkon könnten wir nicht während meines Urlaubes bei Tage Partien machen und. abends uns hier ein schönes Platzchen schaffen?" Er glaubte sie völlig überzeugt, aber sie schüttelte den hübschen Blondköpf und lachte ihn an. Und dann sprang sie auf. und begann, ihn zu umschmeicheln. Adolfchen, sieh mal . . . wir kriegen doch den Zuschuß von Papa!" Aber Kind, den brauche ich zur Miethe." Und so'n ganz klein bischen was extra ... Wenn icy's . Papa sa et " Da war's heraus. Und lieb und traulich blickte sie ihn an, als wäre das . . . die elnsacyjte &aqt von der ganzen Welt. Aber er beachtete es nickt.' .Nie mals!" rief er stolz und heftig. .Das habe ich mir gelobt!. Was Dein Vater uns frewnllig zugesprochen, gut. Das nebme ick. nehme ick aern und willig. Aber ihn außerdem .noch

anb.,.s,. orgen nein....:, das thue ich nicht. Dafür bin ich ein Mann und, ein Beamte:;" ? Das. hatte zwar mit der egentlichen' Frage nichts zu thun, aber es klang doch ganz famos. Verfehlte

jedoch die Wirkung, denn Frau Grete war auch dadurch nicht überzeugt. So gab ein Wort das andre, bis der Streit, fertig war und ihr Gatte ver stimmt das Zimmer verließ. Frau Grete aber bekam Migräne so heftig, daß sie zwei Tage lang nicht aus dtm Hause, ging und nur im ett oder aus. dem Sofa lag. Jedenfalls . . so lange ihr Gatte anwesend war. War er fort, ging sie vergnüglich an ihren kleinen Schreibtifch und studierte dort Kursbücher, Neisepläne und Väderprospekte, denn fort - wollte sii um jeden Preis! - Es kam nur noch auf das Wie" an ... . Denn freiwillig gab ihr Gatte nicht nach, das kannte sie längst an ihm. Dafür war er wirklich zu sehr in Amt und Würden". Sie nahm zuerst einmal ein Blatt Papier und rechnete nach, was so eine Reise wohl kosten könne. Dann drehte sie das Blatt herum und zählte zusammen, wieviel Geld sie, wenn sie ihr Erspartes zugäbe, nach dem Miethezahlen noch in Händen hätten. Es war nicht besonders viel, aber sie lächelte doch vor sich hin und sagte halblaut: Na, immerhin etwas und besser wie gar nichts!" Dann, legte sie sich wieder lang auf das Sofa. So konnte sie am besten nachdenken. .Und dann gleich mußte auch ihr Mann nach Hause kommen,. und vor dem wollte sie noch ein Weilchen die Migräne festhalten. Als er endlich ins Zimmer trat, rang er zuerst einmal wieder die Hände: Ist Dein Kopfschmerz denn noch nicht vorüber?" Ganz wehleidig schüttelte sie den Kopf. . . . . ich glaube, es es kommt ... ein Gewitter." Aber Kind! Es ist ja ganz klare Luft. Es . weht ein famoser Wind -" . Sie seufzte. Ja, ihr Gesunden! Ihr fühlt d.s nicht, aber wir. . . ." Sie hielt sich mit beiden Händen den Kopf und drehte sich zur Wand. . Und am nächsten Tage lag sie wieder so.- Da faßte ihn das Mitleid. Grete, nun sei . doch vernünftig. Geh' ein bischen 'an die frische Luft! Dir muß ja hier schlecht werden." ich . . . kann nicht . . . gehen!" Nun, dann laß uns fahren! Du mußt doch mal heraus. Liegst nun schon vier Tage hier." Das paßte ihr schon besser in den Kram. Aber' auch dazu ließ sie sich noch ein Weilchen nöthigen. Unterweas dann führte sie erbauliche Gespräche. Sieh mal," sagte sie bei Müllers ist alles fest zu.- Die sind gewiß schon fort." Oder: Die Gottwalds, denk mal, die haben im vorigen Jahre nur 25 Mark für zwei große Zimmer bezahlt in Divenow. weißt Du? Und ganz dicht beim Strand!" Und dann wieder: Ach, wenn man jetzt am Strande wäre! Ein bischen kühler ist es da' doch ..." ' Wer weiß?" antwortete er. Oder im Wald, im Schatten " Was sie auch sagen mochte, er ging nicht näher darauf ein. Auch er hatte seineTaktik und wollte sie nicht verlassen. Da lehnte sie sich wieder zurück und bot aufs neue ein Bild des Jammers. Und sie trieb es schließlich so weit, daß er ihr" aus eigenem Antriebe den Hausarzt kommen ließ und seinen Rath erbat. Der Hausarzt prüfte denn auch ganz genau. Ja." sagte er schließlich, Sie sind abgespannt, gnädige Frau. Und auch wohl nervös so richtig wie alle Großstadtmenscken, die im Winter nicht ins Bett finden. Leiden Sie denn auch an Herzklopfen und leichter Benommenheit des Kopfes?" Sie nickte leise. " Na ja es stimmt alles ganz genau. Alo was machen wir da? Mit den Händen auf dem Rücken ging er im Zimmer auf und ab. Und da zeigte sich Frau Grete wahrhaft groß! Denn sie verbarg ihre geheimsten Wunsche und bat nur um eine Kur m der Stadt! Als ihr Mann das hörte, ward er wirklich gerührt. Und . nickte ihr so freundlich zu, wie schon seit langem nicht. Aber der Hausarzt der runzelte die Stirn. In der Stadt, hm das ist nicht leicht. Sie brauchen Luft, viel Luft . . . und viel Beweauna im Freien. Wie wär's denn- " Nein . nein, Herr Doktor," unterbrach sie ihn, reisen wollen wir nicht! Unter gar keinen 'Umständen!" Sie hatte Furcht, daß er jetzt auf einmal ihre Wünsche durchkreuzen könnte. . Nicht? Nun wie' war's denn mit' einer Sommerfrische? Mitten im Wald? Oder im Dorf,' wo Sie einen kleinen Garten haben und nichts von der Kultur der großen -Welt verspüren?" - - Grete sah ihren Gatten an. Der wurde - ganz kleinlaut. Ja,' wenn Sie meinen,' Herr Doktor." ' Aber gewiß,, wäre ganz '.ausgezeichnet!" Und setzte sich gleich nie

der und machte Vorschlage und verordnete, wie die beiden Herrschaften in

so einer Sommerfrische leden einen. Wobl oder übel mußte Adolf also darauf eingehen. Und er that es wie ein ganzer Mann. Er klagte nicht mehr über den Mangel an Geld, er bat nur sein Frau, sich etwas in der Umgegend umzusehen. - Einen vollen Tag wartete ne nocq ab. dann that sie, als führe sie wer weik wobin. In Wirklichkeit freilich blieb sie in der Stadt und machte nur ganz kleine geheimnisvolle Besorgungen. Abends erzählte sie dann, wie schwer es sei, den rechten Ort zu sinden 'Ihrem Gatten fiel das nicht auf. Er freute sich, daß sein Urlaub so nahe war, und ging noch mal so vergnügt' durch die Welt. Er tröstete sie sogar: "Laß nur Grete! Uebermorgen bin ich ja frei. Da gehe ich dann mit Dir, und wir werden schon etwas finden." .Aber das Uebermorgen" brachte ihm eine Enttäuschung, denn seine Frau , kam und. kam nicht nach Haus. Unruhig und in Angst wanderte er durch die Zimmer. Zwei Stunden war's schon über die Zeit. ' Da endlich ein Telegramm. Hastig riß er es auf. Nahm falschen Zug. Bin Swine münde, Bahnhof. Grete." Er ' starrte vor sich hin. Dann aber sprang er hoch: Um Gottes willen sie hat ja kein Geld!" Und sie war so ängstlich, so hilflos, wenn sie allein war .... Rasch hatte er das Kursbuch. Gott sei Dank, es ging noch ein Zug . Dann eine Depesche Bahnhof lagernd, dringend!" und hin fuhr er durch den milden, wunderschönen Abend, ihr nach, nach Swinemünde. In drei Stunden wär er bei ihr. Liebevoll schloß er sie in seine Arme. Kind, Kind wie war das nur möglich?! Na, komm nur ins Hotel, daß Du Dich erholst!" Sie lächelte. Die Hotels waren alle voll, Adolf. Ich wohne privat." Schad't nichts! Für eine Nacht" Die Leute wollten nur' für ein Woche!" Aber Kind!" Er rang schon wieder die Hände. Wie sollen wir das bezablen?!" ch habe doch von Papa das Geld!" Aber die Miethe! !" Da schmiegte sie sich eng an ihn. Jch schreibe ihm, er möchte sie auslegen " Nein, nein Adolf!" Bittend traf ihn ihr Blick. Ich Hab's schon gethan." Und da er vor Verwunderung schwieg: .Mich wird er schon nicht mahnen. Und hier ist's ,so schön, so- schöR " . , Da dä'mniLrte -es ihm.' Also, in eine Falle hast mich ..." Sie ließ ihn nicht ausreden. . Sie küßte und drückte ihn und verschloß khm den Mund. ' Und dann bkieb er. Erst ie eine Woche, die er nicht umsonst-bezahlen wollte, und dann nsg eine und noch eine, weil -hm sein Schwiegervater sehr dringend dazu rieth. - Nur, daß auch die ganzZ Garderobe gleich an Ort und Stelle war. das ging ihm noch sehr durch den Kopf. Aber er forschte nicht mehr. Er hatte das Gefühl, daß er mit seiner Klugheit dabei nicht gut abschneiden könne ... 'Die Englischen Militärbehörden beschäftigen sich gegenwärtiz mit einem . eigenartigen Fall. Ein junger Mann, der als Rekrut in ein irisches Regiment eintrat, suchte bald, darauf seinen Major im Diensträum auf und theilte mit, daß er eigentlich Leutnant in dem Regiment Connaught Ragers sei. Er habe in b;rn genannten Regiment während des sudafrikanischen Krieges als Sergeant gedient und sei zur Belohnung für seine Tapferkeit zum Leutnant befördert. worden. Die Stellung als Leut-nant-habe er auf. die. Dauer wegen Mangels an Mitteln nicht voll halten können. Seine Bitte . wieder Seigeant werden zu dürfen, sei abgeschlagen worden, und er habe sich deshalb genöthigt gesehen. Urlaub zu, nehmen und während dieses Urlaubs in ein anderes Regiment wieder als Rekrut einzutreten. . Unter dem Eindruck der Katastrophe von Courriöres hat sich die Direktion der staatlichen Gruben im holländischen Lrmburg entschlossen, ähnliche Rettungseinrichtungen :zu treffen, wie sie in -den westfälischen Grubenbezirken bestehen und sich so vorzüglich : bewährt haben. Gegenwärtig nimmt ein holländischer Ingenieur an dem Ausbildungskursus eimr Rettungsmannschaft, in Bochum Theil, um später eine äbnlicke Orcrnniiiallon sur vas limvurgische Grudengebiet in's Leben zu rufen. Die hol'ländische Direktion der Minen hat ' gleichzeitig die Anschaffung der j Westdeutschland zur Verwendung komI menden Schuhausrüstungen ' beschlosr i , r . ' . ' . ien. . - Unerklärlich.' Batet de: Braut (zum Bewerber): Alfa von Ihren Zinsen können Sie leben? Aber junger Mann, warum wollen Sie denn da eigentlich heirathen?" Zu Frankfurt "am" Main wurden im verflossen .Jahre 1463 Pferde zum.Verhauf geschlachtet.

Bom Auslanve.

Ein eigenartiges Huhn, das durch die' wechselnde Farbe seines Federkleides schon das Interesse vieler Naturfreunde erregt hat, ist im Besitze eines Landwirthes in' Kossebau bei Arendsee. - Das Thier, ein schwarzer Italiener, hatte anfänglich eine tiefschwarze Farbe, wurde dann weißbunt und verfärbte sich schließlich ganz weiß. Jetzt tritt wieder eine Rückbildung der s?arbe ein: nach der Mauser wurde das Huhn, weißbunt. und letzt ist die schwarze Farbe wieder vorherrschend. Dem französischen Cbemiker H. Moissan, dem Erfinder des Verfahrens zur Serstelluna künstlicher Diamanten, ist es nun auch gelungen, vas cetall Titan zu verflüchtigen. Das destillirte Titan zeiate dieselben Eigenschaften wie das geschmolzene. Aus den Ergebnissen seiner Untersuchungen, nach denen alle einfachen und zusammengesetzten Körper Ux Erd oberfläche mit Hllse des elektrischen Lichtbogens veraast werden können. dessen Höchsttemperatur nach Violle annayerno LsvOGrad beträgt, schließt Moissan. daß die Temperatur der Sonne 3500 Grad nicht übersteigen dürfte. E ine neue wissenschaftliche Expedition in's südliche Aöessinien wird Don Livio Gaetani Sermo neta, der italienischer Legationssekretär wayreno der Belagerung von Peking und -später der Gesandtschaft von Adis Abeba zugetheilt war, unternehmen. Die Forschungsreise wird in's Gebiet des Omo. des Marcrberitaund Rudolfsees und in die nördlich davon gelegenen, bisher noch unerforschten Gebiete gehen. Don Sermoneta wird von einem weißen Photographen begleitet werden. Die Karawane besteht aus 36 Askari und 79 Reit-und Packthieren. Wenige Tage nach ErÖffnung der neuen Bahnstrecke von Trieft nach Aßling war das Gerücht von einem Attentate gegen den Hofzug aufgetaucht. Als der Eröffnungszug in den Bahnhof in Wocheiner - Feistritz einfuhr, wurde auf einem nahen Hügel eine Dynamitpatrone zur Explosion gebracht und der heftige Knall hatte eine große Panik verursacht. Die Gendarmerie konnte den Thäter anfattgs nicht ermitteln. Kürzlich wurde er in Triest verhaftet, wo er als Gärtnei.bedlenstet war. Er erklärte, die Patrone nur als Zeichen der Freude für die Ankunft des Zuges angezündet zu' haben. Der Mann wurde dem Landesgerichtsgefängniss e übergeben. - Das Fischen von Seemoos, Korallenstöcken "von Hydroidpolypen, die namentlich in Büsum und Berlin bek der -Herstellung- künstlicher - Blumen gesucht '.wegen ihrer Zierlichkeit sind, schafft -Hunderten von Fischern an der schleswig - holsteinschen Westküste lohnenden Verdienst; bei günstiger Witterung kann , von , dem gewöhnlichen Seemoos (Sertularia argentea) ein tüchtiger Fischer bis. zu 300 und mehr Pfund gewinnen. Das Pfund davon wird mit 70 bis 75 Pfennigen bezahlt; das auf Föhr und Amrum häufigere Korallenmoos (Sertuliria abietina) 'wird sogar mit 2.20 Mark für das Pfund bewerthet. Allein für Amrum wird die diesjährige Ernte auf 30,000 Mark geschätzt. . In der letzten Zeit wurden. wie aus Rotterdam berichtet wird, ederholt Menschen, die frische holländische Austern genossen hatten, vonUnwohlfein befallen. Die holländische Regierung nahm daraus Anlaß, eine eingehende Untersuchung über den Zu-, stand der Austernbänke zu veranlassen, und dabei stellte sich heraus, daß die Austernbänke in Seeland vorzüglich sind. Aber in Vergenopzoom und in Brabant ergab sich bei der Untersuchung. daß schmutziges Spülwasser, das von Zuckerfabriken herrührte, den Austernbänken in deren Umgebung Schaden zugefügt hatte. Die AusternHändler zeigten sich sofort bereit, diese schädlichen Austernlager zu sperren, so daß der Vertrieb solcher nicht, einwandfreier Waare nunmehr ausgeschlössen erscheint. Jetzt wird bekannt, daß vier der größten Austernhändler in Vergenopzoom sich entschlossen haben, ihre Aufternbänke nach Seeland zu verlegen. Russischer Minister zu sein, hat schon wegen der Vorliebe, die Bombenwerfer und andere Attentäter für hohe Beamte an den Tag legen, wenig Angenehmes. Und wenn auch ein Minister so tapfer ist, daß er sich trotz aller Gefahr in Siadt und Land frei umherbewegt, so hat er doch darunter zu leiden, daß sich seine Mitbürger vor Attentaten fürchten und deshalb seine Gesellschaft n.eiden. Das mußte zu seinem Leidwesen auch der Justizminister Scheglowitow erfahren, als er kürzlich vom Baltischen Bahnhöfe nach dem Justizministerium fahren wollte. Der erste Kutscher, den er ansprach, weigerte sich von vornherein, ihn zu fahren, der zweite jedoch fügte sich dem Wunsche des Ministers. Als aber die Hälfte des Weges , zurückgelegt war, änderte der biedere Rosselenker seine Meinung und weigerte sich standhaft, weiter zu fahren. Dem Minister blieb nichts Anderes übrig, als auszusteigen und seinen Weg zu Fuß , fortzusetzen. Dieser Tage wurde jeder der beiden Droschkenkutscher vom Gericht zu einer Geldstrafe verurteilt. ' ' -

Feldzug gegen den K l e i d e r l u x u s. Cleveland Moffett, ein Verkämpfer für alte aiTlerikanische Tugend, hat jetzt einen Feldzug gegen den Kleidcrluxus der reichen Amerikanerinnen begonnen. Da, man versucht hat, seine Behauptungen zu widerlegen, hat er jetzt ein bedeutendes Material gesammelt,' um zu beweisen, daß seine früheren Angaben durchaus nicht übertrieben gewesen seien. 'So hatte er unter anderem berichtet, daß eine. New Yorker Dame M00 .für cinen Pelzmantel ausgegeben habe. Jetzt muß er konstatiren, daß der'Preis nicht sonderlich hoch sei ; denn eine der größten Pelzfirmen New Yorks theilte ihm mit. daß ein kurzer Damenmantel mit feinstem Pelzbesatz Z9000 koste, daß aber die längeren Mäntel mit Besatz aus dem Fell seltener' Thiere bis Z40.000 kosten können. Weiter hatte Mosfctt erklärt, daß eine Dame der oberen Vierhundert- Z800 bis 1000 für eine Valltoilette ausgebe. Jetzt erfuhr er, daß allein der Spitzenbesatz dazu bis $1500 kosten könne, und einer seiner Freunde sah in Cannes bei Madame Rouff ein Kleid aus Leinwand mit Handstickerei und Spitzen, worauf ein angesehener Künstler, der den Prix de Rome" erhalten hatte, einige Bilder

gemalt hatte ; schon das Material zu diesem Kleid kostete $7500, bevor die Damenschneiderin überhaupt ihre Arbcit angefangen hatte.. Moffett stellt deshalb die jährliche Schneiderrechnung einer New Yorker Dame auf, die auf Ausweisen aus den Büchern von Schneiderfirmen der. 5. Avenue be- - ruht : Pelzwerk $4500, Besuchstoiletten $45X), große Ball- und Operntoiletten $7000, Abendmäntel' $250, Spezialkleider $3000. Automobilkostüme $1500, dazu Hüte, , Handschuhe. Spitzen u. s. w. Die Gesammtsumme . beträgt $38.000. Moffett kommt also ' zu dem Ergebniß, daß 6000 New Yorker Damen viel mehr sur ihre Garderobe ausgeben als 40 Millionen Dollars jährlich, wie er früher angenommen hatte. .Moffett macht die - zwar Nicht ganz neue, doch sehr treffende Bemerkung, daß die Damen diese großen Ausgaben für ihre Garderobe machen, nicht so sehr, um den Männern zu gefallen, als um den . Neid ihrer lieben Freundinnen" zu erwecken und allgemein bewundert zu werden. Er schlägt vor, daß die Damen sich verpflichten sollten, zehn Prozent von dem, was sie jährlich für ihre Garderobe ausgeben, den Armen zufließen zu lassen. Das Bett als. Strafgefängniß. Wie bekannt, sind bei uns seit einiger Zeit eigene Gerichtshöfe eingeführt für Kinder, die sich strafbarer Thaten schuldig gemacht haben. Bis jetzt bewähren sich diese Kindertribunale ausgezeichnet. Es kommt an ihnen , mancher Richterspruch vor, der der Originalität nicht ermangelt. 'So berichtet man aus ' Boston,' daß ' sich ! kürzlich ein halbwüchsiger Junge zu verantworten hatte, wen er em Zweirad in einem Augenblick, da es.unbewacht war, gestohlen hatte. Der Richter ein sehr weiser Richter hielt ihm das Verwerfliche seiner That ein dringlich vor und -verurtheute ihn schließlich dazu, auf eine längere Zeit hinaus alle Sonnabende über im Bett zu bleiben. Die übrigen Wochentage muß er wie sonst regelmäßig zur Schule gehen. Aber am Freitag Abend hat er sich ins Bett zu legen und darf am Sonntag nicht vor dem ersten Hahnenschrei" aufstehen. Der .Samstag ist bekanntlich schulfrei und der Hauptspieltag der Kinder. ' Die natürliche Vollstreckerin des Urtheils ist die Mutter des Knaben. Sie war in der Ver.Handlung gegen ihren Sohn selbst anwesend. pflichtete der Entscheidung des Richters aus vollem Herzen bei und versprach, gewissenhaft sur ihre Ausführung zu sorgen. Ein Haus ohne. Schor liste i n. Eine ideale Hauseinrichtung, die bereits ein gut Stück von den Utopien zukünftigen Lebens verwirklicht, wird in New Aork eingerichtet werden. Das Gebäude, das zunächst zu wissen schaftlichen Zwecken von. der Allgemeinen elektrischen Gesellschaft" errichtet wird, bedarf keines Schornsteins, da die Elektrizität Kohle und Gas ersetzt. In den Küchen werden elektrische .Oefen aufaestellt und alle Räume' werden elektrisch geheizt. . Die. Thüren öffnen und schließen sich auf den Druck eines elektrischen Knopfes hin, die Waschküche im Souterrain ist mit allen möglichen elektrischen Vorrichtungen ' versehen; selbst die Rasenwalzen für den Garten werden mit : Elektrizität betrieben. Durch Elektrizität werden auch bei Einbrüchen Alarmsignale abgegeben. V i e r u n d z wa n z i g M i l li o -nen Mart für die Armenpflege. Die Ausgaben der Stadt Berlin für die; Armcnpslege beliefen sich nach dem soeben erschienenen, Bericht im vergangenen Jahre auf 24 Millionen Mark gegen rund 19Z Millionen Mark im Jähre 1901. Von diesen entfielen 15 Millionen Mark auf die offene und 8z Millionen Mark auf die geschlossene" Armenpflege. Die Einnahmen stellten sich im letzten Etatsjahre auf 4z Millionen Mark, so daß über 19z Millionen Mark von der Verwaltung zugeschossen werden mußten. Die Zahl der am 31. März d. I. zu unterstützenden Personen in der offencn Armenpflege betrug 33,813. darunter eine Frau im 'Alter von 102 Jahren und 92 Personen im Alter von 90 bis 100 Zahren. .Das Zahlcnverhältniß zwischen männlichen, und weiblichen Almosenempfängern.' pellt sich Wie 1 ZU 3. , ,

eschäftö-Kalender. Putzmacherin.

ysugnpa Lange. Expnt.Pusmacheria. 15 MaNachufctt, de. Nerzte. 2)' m-io ewto kaypo Btnnnn riEfititfcM , cd i . mZJ - wwiww " uq a 3t ja. Blech und Metall.DSSer. lecb und Metall-DScher, sowie Tachrwnen ttt fertigt und Parkt. Iho. . Hableh, ltt. ruckt, ve. Reun Phone l. Tapeten. Vaptten. Ich hänge und liefere Tapeten. V TTtthnti rn leiexhon. Mal 48t. SpezZaliken. red tutitt o5ne Messer, ohne Schmerzen. Die beS bekannte Behandlung der Renzeit. Sprecht n und lernt meine Methode. Dr. . . Brigha, 19 est Market Sttaße, gegenüber Terminal Statto. WaareL'Adliefenmg. Maaren abgeholt und abgeliefert. WiSige Presse Schnelle Bedienung. iu Süd Pennsylvania Sie en bim; lt. ain 1439. C X uftk. Ig. Optiker. EMKRS0X DRULEY, 19 affachusttt . int erste Sauare, zweiter Stock. Auge nterjnä. Lwsen geliefert. n onsultatlone eingeladen. Leichendeftatter. Mhitsttt & nlvn. Lichenbftatt, 1, . 081! Str. keiexhon : eu 4z U. ain ZI. ' eohnso, Hahln A George. 867 Vaffachusetts de O elephont : R MS j Ktt, Ittais 1450. 12 tr sprechen deutsch. T Patent'Zluvalt nud Ingenieur. ehvmvso 9t. Bell, 401 6atl evSude. ZZweig. Office: ashingtsn. 2). ew Phone i03. Fenerverficherung-Grundeigenttzu. 3aeob Buennagel, Zimmer S und S, No.LSX Süd Xe'.awarr Straße. Finanzielles. Nir leihen Seid aus Wedeln und Pianz ohne die selben wegzunehmen. Ebenso ans Uh en ad riam anten. Eentral Lcan Co tC3 fctatc LNe log. 5555,?555555???5?5555B SSS$BSSS?S$S$$$5S$ SS 5V SS s$ $5 S5 ss, S5 $$. 5Z 5S 55 Ihr 55 Freund in der 5f oth Tag ist' ma wir schon Tausende von Leu te in Jndianavoli waren. " Da ist wa w,r Ihnen zu sei avscheu wen ie gestalten. .. - - Okn immer Sie Geld nöthig haben kom rat- Sie zu uns. ü Wir leihen Ihnen irgend einen Betrag an Haulgeraidt asten, Pano. seroe. EBogen, $' oder Einrichi nn. Wir lasst die Sache in Ihrem ,ft . und Sie zahlen und zurück , r llcincn tofidxntlidica otei monatlictien 6 S schlagizahinngkn. u $$ - V ein Company in Her Stadt. 3 Nehmen Sie nicht unser Wort dafür. Hole ZU VtwAM Ct tniAo aY ilrtth n $$ $$ SS $$ $$ Cic iQ4 viK jvu'cn ein vau unvc&cn hu gc. IC aaI i ihfllM f VI ATftt l S wa wir Ihnen spare. 55 Saft Market Street Loan So Law ebande. 154 Oft Market Lte. Phone. en 43Z. Central, 5Ratn'2M. $$ S5S?5S5SS Guter Credit. uter Credit wird öfter erhalten durch Benutz faan einem toraia aebaralrn (Selbe, welche Sie Ificbt. in ei paar Monaten zurücldezahlen können, obne' dessen Sie noch tiefer belastet werden. Wir leihen. Ihnen da Seid zur nsrechterhaltuna Ihre Credit -und Niemand braucht zu wissen, dak ie e geborgthaben, denn unsere SeschäftShandlunaen find streng. BertrauenSsachen. on $10 bi $200 leihe wir an Möbeln. Piano, Fuhrwerke, Einrichtungen, Lager-hauS-Outtrungen und andere persönliche Sigenldum -ohne dasselbe wegzunehmen. Ihre ahlungen werden so klein sein, das, Sie dieselben nickt spüren, tiso ist die wöchentliche Zahlung an einer Anleihe on -für bo Wochen. Andere Betrage in einem gleichen Lerhältnifz. Anleihen werde in allen Theilen - v 7 ci.wl f.tal. I Cfi.lhtitalfl. Vtk llUVi UtUlUUfl, WU Wf-' , - fBr.ft!h OntnhtStntntt. stmnflln. (loIuntfattS. MaD tinkville, Lebanon. obleöoille, Greencaftle nnd allen . anderen Orten onJnterurban Bahnen berührt. Po . oder Telephone pplikatione erhalten prompte Beachtuna. Wenn Sie eld benöthig?n so füllen Se dat unten folgende Formular au, schneiden Eie e au und schicken Sie e per Poft, einer unserer Agenten wird bei Jhne vorsprechen. Namen. Sattin Name. 7 Straße und Nummer. Stadt. Betrag gewünscht. Man spreche bor oder schreibe a Jndiaaa Mortgage Loan.Co.. lEtablirt 1837.) Zimmer 4 Lombard Gebinde, U Oft Washington Strafte, Beide Telephone 828. Aine unserer taglichen Zeitungen Q nahm neulich die Gelegenheit wahr, ihre Leser gegen die vielenschnell reich werden" Pläöe zu warnen die jetzt dem Publikum so promineni vor Augen geführt werden. DieZeitung sagt weiter daß die Verspre--chungen welche gemacht werden nicht derart sind das vertrauen von GeldInvestoren zu sichern. lin Spar Conto mit dieser starken Gesellschaft wird zuverlässig in kürzerer Zeit größere Einkünfte bringen als all die Pläne auf V . ct - r . u weicye oer neoaireur ylvmies, uno es besteht kein Zweifel über die Sichnheit deS Kapitals noch der Zinsen, welche beide stetsnach Wunsch zu haben sind. Ihr SparConto ist willkommen, TUE IllDlAIW TRUST COMPAllY, . . mtal........ ... $1,000,000.00 ; UeberschuS 825,000.00