Indiana Tribüne, Volume 30, Number 78, Indianapolis, Marion County, 22 November 1906 — Page 1
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: - VrMxeint feden Nartzmtttag. Jahrgang 30. Indianapolis, Ind., Donnerstag, 22. November 1906 No. 78. '
Spezialpolizift verhastet.
Wegen Thierquälerei gebucht. SpeziilpoliziK S.A. Wilson, wurde urch HumanitätSbecunten Al. Smith unter Anklage der Thierquülerei der haftet- Wttson soll angeblich einen kleinen Hund, der sich regelmäßig bei der CourthiuZ Grocery elnfand, um aus dem Abfallfaffe sich zu sättigen, erst mit einem Knüppel mehrere male geschlagen haben, und als der Hund dann noch immer lebte, soll er densel den ins Wafferfaß geworfen haben, um ihn zu ersäufen. Die weiblichen An gestellten deö Geschäftes hatten Mitleid mit dem Hund:, und die Verhaftung folgte. Die Stimmen-Nachzahlung. Die Nachzählung der Stimmen für County'Auvitor ' nd County'Schatz meiste? ist vollendet, und nur kleinere Abänderungen von dem Origlnal.Re jultaten sind zu verzeichnen. Albert Sahm, der neuerwählte Au. ditor erhielt 25.651 Stimmen, wäh. rend Bryson 25,532 Stimmen erhielt. Sahm'Z Pluralltät ist folglich anstatt 103 wie zunft gemeldet, jetzt 119. . Robinson für Schatzmeister erhielt 25,733 Stimmen, während ffishback 25,23 Stimmen erhielt. Robinson'S Pluralität belauft sich folglich auf 365. Die drei Beamten der Nachzählung?' Behörde reichten ihren Bericht wie an gegeben dem Kreisgerichte ein. Zndiana'S Jagdrecht. Viele Anwälte, die sich für das edle Waidmerk interefsiren, sind, nachdem sie dicke Folianten gewälzt haben, zu der Anficht gekommen, daß sich fast alle Jagdzefeße von Indiens durch ein vor dem Supreme Gericht einzuleitendes Verfahren leicht würden über den Hau fen werfen lassen, da ihrer Meinung nach VerfaffungSverftöße vorliegen. So ist es zum Beispiel zwar verboten, in der Zeit vom ersten bj? zehnten No vember Kaninchen zu jagen, zu schießen, zu vernichten oder im B:sitz zu hiben. aber eS ist ande:erseltS den Ekgenthü mern von Baumschulen gestattet, An deren die Erlaubniß zu ertheilen. Ka ninchen sogar mit Wieseln zu jagen, und zwar zu jeder Jahreszeit, aller ding? nur auf Grund und Boden der Baumschule. Hierdurch aber werde, so meinen die Anwälte, den Baum schulenbefitz?rn ein Privilegium einge räumt, ein Vorzug den Anderen gegen über. Derartige Privilegien zu ver. leihen verstoße aber gegen Bundes und StaatSconftttution. Liederkranz. Gesellige Abendunte? Haltung Sonntag. 25. November, in der Germania Halle. . , Die Odd Fellow Großloge hat beschlossen, ein $400,000 Gebäude auf dem gegenwärtigen Platze, Ecke Washington und Pennsylvania Str. zu errichten. Die von dem Architekten unterbreiteten Pläne sind für ein 14. stückiges Gebäude, wie bereits berichtet. Charles Van aught, 306 McGill Str., der angeblich in betrun kenem Zustande Frau und Kinder auf die Straße jagte, fodaß dieselben Zu flucht bei Verwandten an der Tacoma k?'tr, suchen mußten, und der auch laut Aussagen der Radler Wilson und Gol. nisch seine HauöhaltS'Geräthe zerklei nerte. wurde gestern von den Nadlern ernstlich gesucht, doch scheint eS, als ob derselbe zur Zeit nicht zu finden sei. Die Radler werden ihre Suche fort etzen. Joseph F o st e r , ein 17 Jahre alter Bursche, der seine Adresse als Russell.Avenue angiebt, wurde gestern unter Anklage des ttleindiedftahls ge stellt. Er ist beschuldigt, der Juwelier. Firma P. Rauh fc Son, in deren Diensten er stand, Sachen entwendet zu haben. . Jacob Kierdorf's Wirthschaft, . 885 Massachusetts Ave.
Vazar des Mannerchor Damen-
Vereins. Letzte Versammlung der Comites am Freitag. Am Freitag Nachmittag 2:30 Uhr findet die letzte Versammlung der ver schieden! Comites für den großen B,. zar statt. Große Vorbereitungen sind getroffen, und viele Geschenke, welche beim Bazar zur Vectheilung gelangen werden, sind eingelaufen. Der Haupt prel? ist das $200 Tafelgedecke. Dem zukünftigen Besitzer desselben ist die Wahl zwischen dem Gedeck und dessen Werth in klingender Münze gestellt. Ein Baseburner Ofen, ein feiner Mo saiktisch, Puppen, feine Handarbeiten. eine seidene Bettdecke und viele andere schäne Sachen, die alle zur Vertheilung gelangen werden. Frau Wm. Off hat die Aussicht über diese Abtheilung übernommen, und die Bücher für etwaige Reflektanten auf die Geschenke stehen unter ihrer Aufsicht. Die am Sonntag veröffentlichte Lifte der Co miteö wurde einiger Correcwren wie folgt unterworfen: Arrangements. Comite. Herren Fred Macs, George Alig, George Amt. Frauen Adolf Scherrer, WeLley Rhodehammel. Paul ttrauß. DekorationS'Comite. Herren John P. Frenzel. Richard Lieber, Ed. Bertermann. Frauen Otto N. .Frenzel, Adolf Scherrer, Julius Burkhart. Die Dekorationen werden in grün und weiß gehalten. . Vorsitzende der einzelnen ttomiteS, welche die Aufficht über die verschiedenen Buden haben werden : Puppen'Bude. Frauen George Borst, M. Mauer, Alvin Schwank. Fancy. Arbeit. Bude. Frl. Emma Minier, Frau ChaS. Wright, Frl. Bertha Keller. Schürzen Bude. Frauen, ChaZ. Off, Sig. Armstrong. Otto Buschlng. Wahrsagerin. Frau C. G. Weiß. , Glücksrad. Frauen Reinie Miller. Henry Runge. C a n d y. Fräuleins Lifette Krause, Carollne Frenzel. Limonade. Frau Frank Jttenbach, FrlS. Lillia JttendaS. Cella Jttenbach. I c e C r e a m. Frauen JameS Galloway, Rose Hin del, Julius Frick. Rosengarten. Frauen ChaS. Balke, Eugen Doll metsch, ChaS. L. Eafton. Kochbücher. Frauen verman F. Adam, Anthony BalS, George N. Mannfeld. Abendessen wird allabendlich unter Aufsicht der folgenden Damen fervirt: Donnerstag Frau Jul. Keller fr. Freitag Frauen Geo. Delufe, Ro bert Rentsch. Samstag Frau Franz HapperS berger. Am Freitag Nachmittag wird unter Aufficht der Beamten des Vereins ein Gaft'Euchre gegeben: Frauen Adolf Scherrer, John P. Frenzel, Julius Keller fr.. ChaZ. H. Adam, WeSley Rhodehammel, Emma Minier, Herman F. Adam. Verdient Geld. Indianapolis Compofite Brick Co. Aktien jetzt 47.50 per Antheil. Der Preis steigt am 24. November auf $60. Land gekauft, Fabrik gebaut, Maschi nerien hier dteS ist eine sichere und profitable Jnvestirung. Der westwärts fahrende Passa gierzug d5r Santa Fe Bahn kolltdirte heute mit einem aus der entgegengesetz. ten Richtung kommenden Zuge. Der Heizer Kerr wurde getödtet, zwei unbe kannte Passagiere tödtlich verletzt und neun andere erhielten schwere Verletzun gen. '
Ein fchdicrcr Sturm egt über die Stadt hinweg. Viel Schaden soll auf dem Lande angerichtet sein.
Ein Sturm, wie wir ihn schon lange nicht mehr gesehen, fegte gestern kurz nach Mittag über unsere Stadt hinweg, und obgleich derselbe hier, wo seine Kraft durch die hohen Gebäude schon thellweise gebrochen war, nur geringen Schaden anrichtete, so find doch die um liegenden kleineren Ortschaften, denen dieser Schutz fehlte, um so schwerer be troffen. Der angerichtete Schaden auf dem Lande läßt sich noch nicht bemessen. Der Sturm war die Folge einer der in der Golfregion üblichen heftigen a; mosphärischen Störungen, welche sich über weite Distrikte ausdehnen. Die Wetterwarte giebt die lokale Ge schwindigkelt deö Windes mit 66 Mei len die Stunde an. Allenthalben sah man Zeltungen, Papier, Hüte, Mützen und Schirme von ihren Eigenthümern verfolgt, die Straße entlang fliegen. Bückte man sich, um den vermeinten zur Ruhe.ge langten Gegenstand aufzuheben, sofort flog derselbe, als ob er Beine erhalten, in wilder Flucht davon. An der Süd Delaware Str. wurden mehrere der Segeltuch Schutzdächer vom Winde zerrissen, mit lautem Knalle platzten dieselben auseinander. Ein unterdachter Wanderer, der sich mit aufgespanntem Regenschirm auf die Straße gewagt, verlor zuerst den Hut, und als er nach diesem greifend, die Kontrolle über den Schirm verlor, ging auch dieser flöten. An der Jndiana Ave. Canalbrücke kam eine kleine Frau mit einem großen Regenschirm angewandert. Kaum hatte sie die Brücke betreten, als plötzlich der Wind sich im Schirme fing, und die Frau in die Höhe hob. Die Frau ließ den Schirm los, der dann in den Kanal fiel und unterging. Das Dach der Et. ''JohanneS.Ge meindeschule schwebte längere Zeit in Gefahr vom Winde abgedeckt zu werden. An der Virginia Avenue wurden mehrere starke Bäume vom Sturme ge knickt,? und Aefte fand man auf fast allen Straßen der Stadt vor. . An der Nord Delaware Str. regnete eS zeitweilig Steine, und der Seiten weg wurde abgesperrt, um Passanten zu schützen. In einem Klempnergeschäste an der Massachusetts Avenue, ajiig das große Vorderfenfter hops, in Marroti'S De partement'Gedäude an der Massachu fettS Ave., wurde ein große 'Schau fenster. 10' bei 15 Fuß zerschmettert, wahrend andere roße Schaufenster nur dadurch gerettet wurden, daß man dieselben durch Bretterverschläge 'schützte. Allenthalben in der Stadt gabö zer brochene Scheiben, umgestürzte Schorn steine und theilweise abgedeckte Dächer. Am schwersten haben wohl die Telegraphenund Telephonelinien zu leiben gehabt, deren Drähte der Wucht deö Sturme? aus dem Lande ausgesetzt waren. Während des Sturmes schon wurde eS erheblich kälter, und am Abende war'S hinterm warmen Ofen recht an genehm, so daß die Straßen schon früh verödet waren. ChaS BaaSke'S Südseite Kneipe, '1291 Süd East Strl Der Neger Garrett, der vor eini gen Tagen in Grovetown, TexaS, den Dr. Pauls erschoß, wurde heute vom Sheriff von T'inity County gehängt. Garrett hatte sich schuldig bekannt und verlangte, sofort gehängt zu werden. Während einer New Yorker Gerichtöverhandlung wurde -eine Zeugin gefragt, ob sie sich geschminkt und ihr Haar gefärbt habe. Derartige indis krete Fragen sollten vermieden werden, eö werden ohnehin schon viel zu diel Meineide auf dem Zeugenftande ge schworen.
Damenklasse der N. T. V.
Verlauf der gestrigen Abendunterhaltung. Die Abendunterhaltung der Damen klaffe deö Unabhängigen TurxvereinS, welche gestern Abend in den Räumen der Halle stattfand, nahm einen giftnzenden Verlauf. Das Programm war wie folgt: Die Turnübungen: Hantelübungen und Schwebebewegungen. Neueingeführten Tänze als: Star light. Schottisch; Peter Piper, Polka; Alumnia, Mazurka; Varsovienne; Peggy Brady; zum Schluß Jlorettfech. ten, ausgeführt von 9 Damen und Herrn Turnlehrer Ruthert, wurden alle elegant ausgeführt und der nicht endenwollende Applaus des Publikums zeigte, daß man allgemein von den vor züglichen Leistungen der Damenklasse sehr befriedigt war und einen genuß reichen Abend verlebt hatte. Nach Verlauf der Uebungen gab man sich allgemein einem solennen Tanzkrünzchen hin. In welchem alle Alterklassen vertreten waren, und wel cheS bis spät in die Nacht hinein dauerte. Der Kamps um die Sose. Ben Sattinger bleibt Sieger. " Ganz beschämt über seine Niederlage langte gestern Nachmittag LouiS Gönners, aus ConnerSville in der Station an. ConnerS, ein baumlanger Kerl, war nämlich an der West Washington Str. durch Ben Sattinger, der fast einen ganzen Kopf kürzer ist, elngefangen, und bis zur Ankunft de? Polizei gehalten worden. In dem Kampfe, um die Oberherrschaft hatte ConnerS Kleidung arg gelitten. ConnerS und und ein Gefährte wa ren in SattingerS Zeugladen ringe jehrt, wo ConnerS sich Ueberröcke zeigen ließ. Er paßte einen nach dem andern an. doch wollte ihm keiner derselben ge fallen, und zuletzt entschloß er sich, später wieder zu kommen. Gerade als ConnerS und sein Ge fährte den Laden zu verlassen im Be risse standen, bemerkte Sattinger das Bein einer neuen Hose mehrere Zoll unter dem Rocke von ConnerS Geführ ten hervorlugen. Sattinger sprang zu, doch war der Bursche zu flink, und er verschwand mit dem Raube. Con nerS. der gleichfalls zur Thüre hinaus wollte, lief dem eben zurückkehrenden Sattinger in die Arme. Ein Kampf entspann sich, und Sattinger blieb Sieger. Die Radler Shine und Schlangen langten gleich darauf an, und ConnerS wurde '.festgenommen. Verschmörung ein Verbrechen auSzu führen, lautet die Anklage, die Bürg schaft beträgt $1000. Gegen Anzeigeschilder. Der Councilman'at'large CharleSG. DaviS beabsichtigt, sobald er sich davon überzeugt hat, daß er damit nicht gegen die bestehenden Gesetze verstößt, eine Ordinanz einzureichen betreffend die Anzeige.Schilder an Geschäftshäusern und über denselben, und meint er, eS sollte sür ungesetzlich erklärt werden. andere als die im Gebäude selbst be findlichen Geschäfte anzuzeigen. Außerdem will er die Anschlage Bretter auf leeren Bauplätzen ungefähr 50 Fuß von der Straßenfront zurück gesetzt haben. Sobald fich Herr DaviS von der Gesetzlichkeit einer derartigen Ordinanz vergewissert hat, wird er die selbe dem Stadtrath zur Annahme vor legen. 41tes Stiftungsfest des Bierbrauer UnterstühungsVerein, am Samstag, den 24. November, in der Oüd leite Turnhalle. Eintritt 91.00. . . ' Im Alter von 45. Jahren starb htute Morgen der Bischof John I. l gert der Methodlften'ttirche von Louis ville, Ky.. in Tulsa, I. T.. Er hatte fich eine Erkältung zugezogen und erlag der Lungenenzünduvg..
Läuft davon.
Flüchtling lenkt die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich. Ein schlechtes Gewissen brachte Earl Wilson von No. 600 West Washing. on'Straße, einen alten Bekannten der Polizei, hinter eiserne Gitter, wo er ofort unter $1000 Bürgschaft gestellt wurde. . Als die Radler Shine und Schlan. gen' nämlich von dem C., H. d D. Frachthause zurückkehrten, wo sie den Fall deö verwundeten KasfirerS Arm ftrong untersucht hatten, sahen sie an der Ecke v?n Georgia und WeftStraße den Wilson, der bei ihrem Erscheinen ofort Fersengeld gab. Schlangen sandte dem Flüchtlinge sofort mehrere Kugeln nach, und Shine, der auf seinem Rade um den Block gefahren war, gelang eS den Mann abzufassen. Wilson zitterte an Händen und Füßen, und diese Thatsache war eS, welche die Radler vermuthen ließ, daß derselbe etwas Schweres auf dem Ge wissen habe. Man brachte den armen Kauz nach der Station, wo feine Verhaftung, da dieselbe sofort nach der Affaire in der C. H. & D. Office erfolgte, brächt. licheS Aufsehen erregte. Da die Ver hastung auch in der Nähe deS BahnhofeS geschah, verbreitete sich daS Ge rücht, daß Wilson mit der C. H. & D. Affaire vielleicht in Verbindung stehe. Diese Vermuthung jedoch erwies sich als falsch, da der arme Tropf für eine solche That garnicht genügend Courage haben würde. Zum Glück für Wilson war der Fall in der C. H. & D. Ossice ein derar tiger, daß derselbe nicht als ein my steriöfer zu betrachten war. Eine halbe Stunde Freiheit. Lange schon hatte Mary Stewart die Tage gezählt, wo eS ihr endlich der gönnt sein werde, fich einmal wieder der Freiheit zu erfreuen, und im hellen Sonnenschein, unter freiem blauen Himmel spazieren zu gehen. Gestern endlich war der ereignißvolle Tag ge kommen, und, freundlich lächelnd er schien Mary in der Office deö Superin tendenten deö Arbeitshauses, um der abschiedet zu werden. Mary erhielt ihre Sachen und 25 Cents Reisegeld-, und mit einem Knix verschwand sie aus der Office, um gleich darauf durch die große Thür des Arbeitshauses nach draußen zu treten. Erschrocken hielt fie einen Augenblick inne war dieS dieselbe Thüre, durch welche fie damals eingetreten? Statt der schönen grünen Felder nichts wie Stoppeln, und statt besuchenden Wetters plätschernder Re gen? Betrübt schritt Mary von dan nen. Wie'fich die Welt doch ändert". dachte fie undschritt weiter. Da plötz lich stutzte fie in paar schnelle Schritte vorwärts, und dann schaute fie wieder scharf voraus, wahrhaftig, fie hatte fich nicht geirrt trotz aller anderen Berän derungen, eins war noch immer am alten Platze ihre Stammkneipe. Noch ein paar Sätze, und Mary war in oer Thür verschwunden. Sie warf ihren Quarter- .'ausj den, Tisch und bestellte, trank aus und bestellte noch malS und bezahlte, trank noch mehrere Male und bezahlte nicht. Eine halbe Stunde später langte die Polizei mit Mary, welche noch genau einen Cent in Besitz hatte und schlapp wie ein Waschlappen war, in der Sta tion an. Heute geht Mary wieder dahin, wo fie gestern hergekommen. Herman Moeller'ö Halle, Südweft Ecke Noble und Market Str. Bauerlaubnißschein e. 23. L. Rlce, Wohnhaus, Warman Ave., tUOO. C. B. DaviS, Wohn haus, Downey Str., S2600. Sarah Pattison, Ladenzimmer, 10. Str. nahe Capitol Ave., 55050. H. C. Chap. man, Cottage, Warman Avenue nahe Washington Str., 01400. '
Die Ellerh-Kapelle.
Schluß-Concert in der Caleb MillS Halle. Das Schluß . Concert der Cllery. Kapelle gestern Abend war für die Zu Hörer ein Hochgenuß, und allgemein wird anerkannt," daß Veranstaltungen, von Frau Tron gegeben, durchweg die besten find. Mit dem Marsch aus Tannhäuserwurde das Concert eröffnet. Die schwierigen Stellen, welche die höchsten technischen Anforderungen stellten, wur den mit Leichtigkeit gespielt und in' einer Welse zum Vortrage gebracht, die mit dem Ausdrucke unvergleichlich" nicht übertrieben kritifirt ist. Die sanfte melodische Frühlings Serenade von Mascherone wurde mei fterhast vorgetragen. Auch Wagner'S und Verdi's Compo fitionen, unter diesen ein Theil deS Lohengrin: der Schwanengesang, der HochzeitSmarsch und das Finale, wur den in solch künstlerischer Weise vorgetragen, daß der Enthusiasmus der Zu Hörer kein Ende nehmen wollte. Allen Compofitionen mußten Dreingaben fol geu. Taddeo Di Girolamo, der Dirigent der Kapelle, übt denselben Einfluß über die einzelnen Mitglieder selner Kapelle aus, welchen Creatore'S Leistungen so berühmt gemacht, nur ist. er nicht so lebhaft, er dirigirt fehlerlos. in ruhiger Weife', und hält doch alle feine Musiker fortwährend unter per fekter Kontrolle. Vom Gerichte zurückgehaltene Arbeiten. Die Oft 10. Straße zwischen West. Straße und Jndlana.Avenue, zu verbessern, wird vorläufig nicht gestattet. Superior.Richter McMaster gab Befehl, die Ausführung der genann ten Verbefferungöarben bis auf Weite reS zu suspendiun, da von den Herren David E. Bombarger, Ferdinand B. Böhling. LewiS Koll und Peter I. Leager bei den städtischen .Behörden . eine Beschwerde eingereicht wurde. welche um genaue AuSkunst darüber ersucht, waS unter der Bezeichnung Bitu.Mineral. Pflasterung", zu,, ver., stehen sei, ehe fie ihre Zustimmung zur Vergebung deS ContracteS für dieses, Material, das selbst Fachleuten nicht genau bekannt sei, geben. Die Klage wird am 24. November zur Verhandlung kommen. Hufeisen bringen kein Gluck. Mit einem riefigen Affen und . elf großen Hufeisen schwer beladen, brach gestern Abend Walter Dugan, No. 330 Nord East Straße wohnhaft, an der Washington und PennsylvaniaStraße zusammen. Paffanten versuchten vergeblich, dem Manne auf die Beine zu helfen, und zuletzt wurde Walter der Obhut der Polizei übergeben. Die glückbringen den Eigenschaften der Hufeisen haben fich in Dugan'S Fall nicht bewährt. Frank Weilacher'S Sample Noo, Ecke Columbia Ave. und löte Straße. Verzweifelter Selbst. 'Mordversuch. I e f f e r s o n v i l l e. Ind., 21. Nov. Thomas Searö, der fich meh. rere Kugeln in den Schädel schoß und den die Aerzte völlig aufgegeben hatten, befindet fich immer noch am Leben, trotzdem die Schädeldecke wie Glas in Splketer gegangen ist und mindestens eins der Revolvergefchoffe durch die Hirnmasse gedrungen fein muß. In der Nacht erlangte Searö uner warteter Weife das Bewußtsein wieder und erkannte seine Frau, seinen Sohn, die Schwiegertochter und andere Ver wandte, die fich an seinem Echmerzenö lager eingefunden hatten. SearS weigerte fich standhaft, den Grund, warum er in der Abficht, fich das Lebenslicht auSz'lblafen, zur Schußwaffe gegriffen hat, anzugeben. Daß übrigens der Patient schließlich doch den schrecklichen lVerletzungen erlie gen muß, steht außer allem, Zweifel.
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