Indiana Tribüne, Volume 30, Number 75, Indianapolis, Marion County, 19 November 1906 — Page 6
Jndiana Tribüne, 19 November 190G
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Europaische Nachrichten. rsrinz Wrcrnbenburg. Berlin. Beim Zusammenkoppeln on Güterwagen yerieth der 20jährige Kangirarbeiter August Piepenburg auf einem Geleise des Stettiner Güterbahnhofes zwischen die Puffer zweier Wagen, wobei ihm der Brustkästen vollständig eingedrückt wurde. Als man ihn vermißte und nach ihm suchte, fand man ihn tobt auf den Schienen liegend auf. Selbstmord verübt hat der 26jährige Postbote Brandt aus der Glcditschstraße 8. Brandt litt seit längerer Zeit an einer schmerzhaften Krankheit, und da er kürzlich erfahren hatte, daß eine Heilung nicht mehr eintreten werde, zog er es vor, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Der Bedauernswerthe jagte sich eine Revolverkugel in die Brust und war auf der Stelle todt. Vom Dach abgestürzt ist der 16jährige Dackdeckerlehrling Kaufmann aus der Weberstraße 11. Er war auf dem Dach des Hauses Wartburgstraße 8 beschäftigt, dessen Dachstuhl vor Kurzem durch einen Brand eingeäschert wurde, hatte sich jedoch nicht angeseilt. Auf dem vom Regen etwas schlüpfrigen Dachbalken glitt Kaufmann aus und stürzte kopfüber fast fünf Stock tief hinab. Schwererletzt wurde Kaufmann nach dem Krankenhause am Urban gebracht. Vor, einiger Zeit feierte die verwittwete Frau Geh. Rechnungsrath August: Berkofsky, geb. Brode, Lückenwalder Straße 1, ihren hundertsten Geburtstag. Der Kaiser übersandte aus diesem Anlaß eine Tasse. Der Bezirksvorsteher überreichte eine Glückwunschadresse. Die alte Dame, die sich noch Erinnerungen an die Befreiungskriege, an die Stürme von 1848, an die Kämpfe von 1864, 1863 usw. bewahrt hat, erfreut sich heute noch einer für ihr Alter seltenen Rüstigkeit. Ein schrecklicher Unfall hat sich in der Eiscnbahnwerkstätte an der AnHalter Bahn ereigne!. In der Eisenrichterei war der 25jährige Schlosser Gustav Bood, Möckernstraße 133 wohnhaft, am Fallhammer beschäftigt. In dem Auqei.blick, als er die rechte Hand auf den Bock legte, wurde der Hammer plötzlich abwärts gelassen und er traf mit solcher Ge walt die Hand, daß sie vollständig zerschmettert wurde. Vor dem Grundstück AltMoabit No. 99103 wurde der siebenjährige Sohn Mir. des Kutschers Hein von dem 17 Iahre alten Arveitsburschen Ernst Beutlich ohne jede Veranlassung auf den Fahrdamm geschleudert. Der Knabe gerieth unter die Räder eines daherkommenden Botwagens und wurde überfahren. Mit erheblichen Verletzungen des Kopfes schaffte man ihn nach dem Krankenhause Moabit. Rixdorf. Der 15 Jahre alte Sohn Erwin der Arbeiterwittwe Jbsch aus der Pflügerstraße 75 von hier war seit einem Jahr bei einem Barbier in der Boxhagenerstraße in der Lehre. Er schien keine Freude an seinem Berufe zu haben, zeigte ein sehr zerstreutes Wesen und lief auch einmal drei Tage weq. Die Vorwürfe, die ihm der Meister machte, fruchteten nicht. Dafür er.-.ählte er in der Nachbarschaft wahrheitswidrig, daß ihn der Meister schlecht behandle. Als letztens der Barbier nach dem Laden kam, fand er seinen Lehrling als Leiche an der Portierenstange hängen. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Der Bursche hatte vor zwei Jahren aus Lebensüberdruß schon einmal einen Selbstmordversuch gemacht, indem er Carbolsäure trank. Schwedt. Der bekannte und beliebte Wachtmeister von der 2. Eskadron des Schwedter Dragoner-Re-giments, Kettlitz, feierte kürzlich sein 40jähriges Dienstjubiläum. Im Jahre 1866 war der Jubilar beim gleichen Regiment eingetreten. Vor 33 Jahren, am 1. November 1873, wurde der damalige Sergeant zum Wachtmeister der 2. Eskadron befördert, der er heute noch angebört. Spremberg. Infolge eines epileptischen Anfalls stürzte hier die Ehefrau des Tagearbeiters Tischer in den Straßengraben und mußte, da keine Hülfe zur Stelle war, darin ersticken. Frovinz Hstpreuße. Königsberg. Ein schwerer Unfall ereignete sich durch die Unvorsichtigkeit des an dem Neubau der Grünen Brücke beschäftigten Arbeiters Karl Meitz aus Ponarth. Der genannte Arbeiter hatte außer acht gelassen, sich zu überzeugen, ob der aufund abgehende eiserne Eimer, der die ausgehobene Erde heraufbefördert, schon herabgelassen wurde, und stieg, ohne sich zu überzeugen, in das Schleusenrohr hinauf. Da das Heraufsteigen des Arbeiters von oben aus nicht gemerkt worden war, fiel ihm der schwere eiserne Kübel auf den Kopf herab, so daß er blutüberströmt hervorgeholt wurde und mit dem Unfallwagen nach dem städtischen Krankenhause gebracht werden mußte. Mehl sack. Vor Kurzem brach in dem Stallgebäude des Rentiers Schmidt, in der Kirchenstraße, Feuer auZ, das mit rasender Schnelligkeit um sich griff. Es gelang jedoch, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken, so daß nur der Stall von Schmidt, der Küchenanbau nebst Stall des Gastwirths Perkuhn und
der Stall nebst Arbeitsstube des
Fleischermeisters Oltersdorf niedergebrannt sind. ' Mühlhausen. Kantor Theo, dor Cwert ist im Alter von 50 Iahren gestorben. Sensburg. Der älteste Lehrn im Kreise, Herr Adam Neumann, ist m arwen tm Alter von 91 Jahren gestorben. Salleschen. Letztens sollte beim Gemeindevorsteher, Gutsbesitzer Schimanski, im Backofen Brot gebacken werden: Kaum war das Feuer angezündet worden, als brennende Rußstücke ' aus dem Schornsteinauf das trockene Strohdach des WohnHauses flogen und dieses in Brand setzten. Das Feuer breitete sich mit rasender Geschwindigkeit aus. so daß das Wohnhaus niederbrannte. Das Feuer legte ferner ein drittes Gebäude, sowie weiter noch zwei InstHäuser des Besitzers Zywietz in Asche. Ebenso wurde die gefüllte Scheune nebst einem Stall des Hö'tos Schimanski ein Raub der Flammen. Tilsit. Erhängt hat sich hier die Kaufmannswittwe Elfert, deren Ehemann vor drei Wochen in der Irrenanstalt Allenberg starb. W a r t e n b u r a. Letztens fanden die Käthner Brosch'schen Eheleute aus dem nahen Lapka, als sie vom Kirchgange nach Hause kamen, ihr vierjähriges Töchterchen in der Wohnstube erschossen vor. Die amtliche Untersuchung hat ergeben, daß der zehnjährige Sohn das Gewehr des Vaters von der Wand heruntergeholt und damit herumhantirt hat, wobei sich ein Lauf entladen und der Schuß das Kind getödtet hat. Frovirrz ZVestpreußen. D a n z i g. Verliehen wurden: Dem Eisenbahnbetriebssekretär a. D. Tietz zu Zoppot und dem Eisenbahnbetriebssekretär a. D. Fryntkowski zu Konitz der Kronenorden vierter Klasse. Ferner erhielt der Handlungsgehilfe Gustav Epding zu Bildschön im Kreise Thorn die Rettungsmedaille am Bande. Epding hat am 19. December 1905 mit eigener Lebensgefahr einen Schüler, der auf dem Eise des Bildschöner Sees eingebrochen war, gerettet. E l b i n g. Auf eine 50jährige Amtsthätigkeit im Postdienst konnte dieser Tage Postsekretär Kieselbach zurückblicken. Großendorf. Der 55jährige Altsttzer Bisewski von hier ging mit dem Käthnersohn Bolda nach Kl.Starsin, um Torf umzusetzen. Auf dem Heimwege schlugen die Männer verschiedene Wege ein. Da Bisewski hier nicht eintraf, nahm man an, er habe in Löbsch wohnende Verwandte besucht. Als er sich jedoch auch später noch nicht einfand, stellte man Nachforschungen an und fand seine Leiche in einer Torfgrube. Bisewski litt an Krämpfen und ist jedenfalls in einem Anfalle verunglückt. Kanitzken. Vor einiger Zeit ist an der Frau desKuhhirten Schlack, der bei dem Gutsbesitzer Bahlau im Dienst steht, ein Mord verübt worden. Bei der Sektion der Leiche, die dieser Tage stattfand, wurde festgestellt, daß der Leiche mehrere Rippen, die Beine und ein Arm gebrochen waren, auch wies sie Striemen auf, die von einem Riemen herrührten, der eine Schnalle trug. Bei der Vernehmung des Ehenannes der Ermordeten verwickelte derselbe sich in Widersprüche, er leugnete hartnäckig die Thäterschaft; da aber das Beweismaterial erdrückend war, gestand er die That ein. Er gab an, seine Frau mit dem Riemen geschlagen, zu Boden geworfen und sie mit den Füßen getreten zu haben; dadurch sind die Rippen-. Bein- und Armbrüche zu erklären. Schlack wurde sofort verhaftet. Mahl in. Letztens fiel die achtjährige Arbeitertochter Barbara Kusch von einem Erntewagen und wurde so unglücklich verfahren, daß der Tod auf der Stelle eintrat. K r a n g e n. Beim Ackern stieß man auf dem hiesigen Ansiedlungsgut auf ein noch gut erhaltenes Kistengrab; dieses wurde von dem Gymnasialdirektor Eins aufgedeckt, der acht Urnen zutaae förderte. Frovinz Sommern. Stettin: Verliehen wurden: Der Rotbe Adlerorden 4. Klasse dem Stadtrath Rudolf Mechsner zu Anklam und dem Oberrevisor Giesel hier, der Kronenorden 4. Klasse dem ersten Lehrer und Subrektor an der evangel. Mädchenschule in Jastrow, A. Dobberstein. Das Fest der goldenen Hochzeit beging der Rentier Wilherm Veit, Turnerstraße 24, im Kreise seiner Familie. Das Jubel paar erfreut sich noch guter Rüstig keit. Ahlbeck. Hier erschoß sich der Postassistent Lachmann aus Liebesgram. Belgrad. Kürzlich brannte das Haus des Bäckerm'isters Drewes vollständig nieder, und man nimmt Brandstiftung an. . Vublitz. In der 12 Km. von Bublitz entfernten Rentengutscolonie Straßenhof brach in dem von den Rentengutsbesitzern Friedrich Hethke. und Karl Lange gemeinschaftlich be-' wohnten größeren Wohnhause Feuer aus, welches das ganze Wohnhaus in Asche legte. Greifswald. An einem Stück, eben Birne ist in Gützkvw das drei.
jährige Söhnchen des Arbeiters M
ler erstickt. Die Kinder haten von der Mutter eine Birne bekommen, dem Kleinen gerieth beim heftigen Essen ein Stück in die Luftröhre und es erstickte, bevor ärztliche Hülfe zur Stel le war. K a m m i n. Der Privatier Hubert Crohn machte in seiner Wohnung durch Erhängen seinem Leben ein Ende; Nahrungssorgen scheinen die Veranlassung zu dieser That, gegeben zu haben. ' Lauen bürg. Feuer entstand in dem mit einer Scheune verbundenen Stallgebäude des Eigenthümers Rückwart in Garziqar. es brannte nieder. Mitverbrannt sind: 1 Pferd, 2 KUhe. 7 Schweine, 2 Kälber und Hühner. . Me wegen. Der Gastwirth Fröhlig machte seinem Leben durch Erhängen ein vorschnelles Ende. Stralsund. Hier feierte der frühere ZeuMmiedemeisier, jetzige Rentier A. F. Prenzlow, sein 50jähriges Bürgerjubiläum. S ch i v e l b e i n. Einer unserer ältesten Bürger, der Rentier August Hacker:, feierte in voller Rüstigkeit seinen 90. Geburtstag. Provinz Schreswig-Kokstein. Alt o na. Der 7 Jahre alte Knabe Jakob Strube wurde beim Spielen von einem Blockwagen überfahren. Das Kind erlitt so schwere Verletzungen, daß es bald nach dem Unglücksfall im Kinderhospital gestorben ist. F l e n s b u r g. Als Nachfolger des in den Dienst der Stadt Potsdam getretenen Magistrats-Assessors Dr. Pieper hat der Magistrat der Stadt Flensburg den Gerichts-Asses-sors Dr. Karding, bisher Vertrete des Rechtsanwalts Abraham in Kiel, berufen. Jtzehoe. Der Expedient I. Söth beging unlängst den Tag, wo er vor 25 Jahren in das Geschäft der Jtzehoer Nachr." eintrat. Aus diesem An laß wurde der Jubilar .durch Geschenke und Aufmerksamkeiten seitens der Geschäftsleitung und seiner College erfreut. Kellinghusen. In der Breitenburger Fabrik stürzte der jugendliche 16jährige Arbeiter Rohwedder, welcher oben am Pressentrichter beschäftigt war, als er Wasser in den Trichter thun wollte, in diesen hinein. Sein College versuchte ihn vergeblich zu halten. Er wurde von dem Schneckengang erfaßt und schrecklich zugerichtet. Es bedürfte langer und anqestrenater Arbeiter, die einzelnen Körpertheile des Verunglückten aus der Maschine zu entfernen. Kiel. 'Beim Spielen mit Streichhölzern verbrannt ist hier das vierjährige Töchterchen des Arbeiters Schäffer. Es erlag bald seinen schweren Brandwunden. Neumünster. Von einem Radfahr überfahren wurde die 7jährige Tochter des Photographen Duve und dabei lebensgefährlich verletzt. Der Radfahrer, ein hiesiger Arbeiter, fuhr, ohne sich um das Kind zu kümmern, unbehelligt davon; er wurde aber später ermittelt und zur Verantwortung gezogen. Oldesloe. Dieser Tage trat unser Bürgermeister Mewes nach einer ersprießlichen 31jährigen Dienstzeit als Bürgermeister unserer Stadtgemeinde in den wohlverdienten Ruhestand. Die dem Scheidenden gebrachten Ehrungen waren ganz besonders großartig. Sammet stellt man wieder wie neu her. wenn man ihn mit einer vier Finger breiten Speckschwarte, von welcher man das Fett ziemlich entfernt hat, nach dem Strich genau überstreicht, ähnlich wie man Kleidungsstücke mit der Bürste reinigt. Der Sammet wird so lange mit der Speckschwarte leicht überstrichen, bis die. Flecke und gedrückten Stellen darauf verschwunden sind. Dann legt man ein stark angefeuchtetes Tuch auf die ziemlich heiße Ofenplatte und hält, sobald der Dunst heftig emporsteint, den Sammet so lange darüber, bis sich derselbe vollständig aufgerichtet hat. Farbige Marmorplatten zu reinigen. Blind und unansehnlich gewordene Marmorplatten reinigt man wie folgt: Zu gepulvertem, ungelöschtem Kalk mischt man so viel einer concentrirten Seifenlösung, daß das Gemisch die Consisienz eines dicken Rahmes besit. Mit dieser Mischung bestreicht man messerrückendick mit einem Borstenpinsel den Marmor. Die Mischung muß 24 Stunden lang auf ihn einwirken. Nach dieser Zeit wird die Laugenkruste mit Seifenwasser entfernt, dann spült man mit reinem Wasser nach und trocknet uit weichen Tüchern Nach dieser Behandlung wird er meist so rein und blank wie neuer Marmor. Sollte er die ursprüngliche Politur nicht wiedererlangt haben, so polirt man ihn mit einem in alte, weiche Leinwand gewickelten Baumwollballen unter Zuhilfenahme folgenden Breies nach: Einen gehäuften Theelöffel voll kohlensauren Kalk rührt man mit V2 bis 1 Eßlöffel voll Stearinöl zu Brei an. Von diesem Brei nimmt man nur wenig auf den Ballen, reibt und polirt erst mit diesem, dann mit reiner Leinwand nach und wäscht den Marmor schließlich mit reinem Wasser ab.
Gin Küllstlerfest in Darmstadt. m Darmstadt, 21. Oktober. Wie sich gewisse Seiten des Volkscharakters, oft nicht die schlechtesten, bei festlichen. Gelegenheiten offenbaren, bei denen das frohe Genießen Selbstzweck ist und urwüchsiges Volksthum in jedem Augenblick neue Quellen gemeinsamer Freude erschließt, so lernt man die geistige Kultur eines GemeinWesens, in dem sonst oic einzelnen gesellschaftlichcn Schichten fein säuberlich sich von einander abheben, am besten kennen, wenn alle die Leute .von denen jeder etwas ist", zu irgend einem wahren, schönen und guten Zweck zusammengehen und sich gehen lassen. Die Haupt- und Residenzstadt Darmstadt zeigt in ihrer geistigen Phy siognomie dem Beobachter die charakteristischen Züge einer mittleren Stadt, der ein Hof mit seinem Zeremoniell das Relief gibt, in der eine große Vcamtenschaft die rechte Würde wahrt und der ein nicht minder selbstbewußtes Offizierkorps den farbigen Glanz verleiht. Die Membra quaclibet einer rege besuchten Hochschule sorgen dafür, daß ein Philisterthum nicht allzu be-
schaulich sich festpflanze, und last not least, bringt eine vielseitige Kunstbethätigung Anmuth und gefällige Art in das gesummte Leben der Stadt und ihrer Bewohner. Die Kunst bedeutet etwas in dieser L?laor, wo jever pcy auf Varmslaorcr Möbel etwas zugute hätt, und namcntlich die Bühnenkunst, die so mancher für ein genre pass6 zu halten geneigt ist, erfreut sich hier einer ganz besonderen Popularität. Was Wunder, wenn das Künstlerfest, das für den 20. Oktober angekündigt war, Wochen vorher mit großer Spannung erwartet wurde! Es war ein Wohlthätigkeitsfest zum Besten der Pensionskassen der Deutschen Bühnenangehörigen und der Deutschen Journalisten und Schriftsteller, das die Künstler des Hoftheaters in Gemeinschaft mit dem Darmstädter Journalisten- und Schriftstellerverein arrangirt hatten. Der Ausschuß, an dessen Spitze Regisseur Hacker stand, hatte recht fleifei gearbeitet, aber er hatte auch eine dankbare Aufgabe, da sich das gesammte Theaterpersonal mit Eifer in den Dienst der Sache stellte. Die große Ueberraschung des Abends war die erste und einzige Ausführung der Opcrette Frau Luna", der Clou, an dem der Erfolg des ganzen Festes hing, und einen besonderen Reiz bot diese Nummer dadurch, daß der Komponist eigens von Berlin herübergekommen war, um sein Werk zu dirigiren. Paul Lincke versteht es, ein verehrliches Publikum in Stimmung und Laune zu versetzen, zumal auf einem Feste, wo es eine Tugend ist, daß die Linke nicht weiß, was die Rechte thut. Prickelnd fielen die wohlbekannten Melodien ins Ohr; und auch dem, der den Saisonschlag des Berliner Apollotheaters von frllhcr her kannte, bot es einen eigenen Reiz, hier den längst zum Gassenhauer gewordenen Sanq vom Theophil" und von den Schlössern, die im Monde liegen" von ersten Kräften vorgetragen zu hören. Das Orchester war aus Mitgliedern der Hofkapelle gebildet; Frl. Roediger stattete die Frau Luna mit verführerischen Reizen aus. und Herr Conradi spielte den HausHofmeister Theophil mit überlegener Komik. Die Uebertragung des Berliner Milieus nach Darmstadt verfehlte ihre Wirkung nicht, und an aktuellen Anspielungen war kein Mangel. Der Schutzmannmarsch" und die anderen Balleteinlagen klappten aufs Beste, und von dem riesigen Lorbcerkranz, ' den man am Schluß des Spiels dem Kom-' ponisten aufhängte", durfte ein jeder der Mitwirkenden sich ein Blatt pslücken. Eingeleitet wurde der Abend durch eine gutgespielte Improvisation. b?i der fast alle Solomitglicder der Bühne zu ' Worte kamen. Besondere Wirkung that es, als man sich aus dem Publikum den Freiherrn v. Wolzogen herausbat, der ein mit Sarkasmus yespicktes Gedicht Verlobungsspiegel für junge Damen der besseren Stände" zum Besten gab. So glänzend im einzelnen diese ganze unterhaltsame Aufführung war, so sehr mußte man es im allgemeinen bedauern, daß man mehr als zwei Stunden auf seinem Platz ausharren mußte, und daß sich insofern das Arrangement ganz und gar im Rahmen einer Vereinsfestlichkeit hielt, wo erst ganz zum Schluß der Tanz in seine Rechte tritt". Denn auch darin sollte sich ein Künstlerfest von einem gewöhnlichen Fest unterscheiden, daß man nicht alles auf einmal hintereinander ser viert, sondern auch die geistigen Darbietungen über den ganzen Abend vertheilt. Nicht als ob es nachher an Gelegenheiten gefehlt hätte, sich gut zu unterhalten. Aber wer nicht den Fonds des Amüsements" in sich trägt, von dessen Zinsen er zu leben weiß, der setzt sich nachher selbstzufrieden in eine Ecke und wartet auf das Wunderbare. Nicht jedem passirt es, daß es sich in Gestalt einer gluthäugigen Schönen naht, die ihm eine Reihe rcrzcnder Tombolanieten aufschmeichelt und mit der er dann tanzmüde am frühesten Morgen beim Sekt übereinkommt, daß man sich auch mitten im Getriebe eines Künstlerfestes recht einsam fühlen kann, wenn man zu zweien ist. DirigentPhilippRothle d e r in Pittsburg gestorben. Pitts-.
burger Sangerkreise, ja das ganze Pittsburger Deutschthum. sind von er. nem herben Verlust betroffen worden. Prof. Philipp Rothleder, einer der ältesten und bekanntesten Dirigenten und Musiker, ist im Alter von 64 Jahr:n vom Tode abberufen worden. Der Verstorbene erblickte am 23. Dezember 1841 zu Kirchheim - Bollanden in der bayrischen Pfalz, das Licht der Welt. Nach Absoloirung der Lateinschule seiner Vaterstadt und des evang. Lehrer - Seminars, in welchem er sich besonders in den musikalischen Fächern auszeichnete, kam er als junger Mann nach Amerika, und zwar gleich nach Pittsburg, wo er seitdem ansässig geWesen und über vier Jahrzehnte hindurch sein ganzes Wissen und Können in den Dienst der Kunst stellte. Seine Bedeutung als Dirigent wurde vollauf gewürdigt, als man ihn bei dem Bezirks - Sängerfest, das im Jahre 1885 in Alleghany abgehalten wurde, zum Festdirigenten ausersah. Der Verblichcne hinterläßt außer der trauernden Wittwe zwei Söhne. G. Rothleder und Carl Schurz Rothleder von Pittsbürg und ferner vier Töchter. Albert Huegin in Milwaukeegestorben. In Milwaukee ist Herr Albert Huegin, der frühere Geschäftsleiter des AnnoncenWesens der Germania-Abendpost", gestorben. Er war ein tüchtiger Geschäftsmann. von Allen geschätzt und allgemein geliebt und geachtet. Er nahm die Stellung an der GermaniaAbendpost" an. nachdem er von einer Erholungsreise durch die bayerischen Alpen zurückgekehrt war. Vorher hatte er die Stellung eines GeschäftsleiterS in der Free Preß" bekleidet. Er hatte seine Laufbahn als junger Bursche in einer Messengerstelle im Milwaukee Herold" begonnen. Dort arbeitete er sich in die Höhe, bis schließlich W. W. Coleman ihn zu seinem Privatsekreiär machte. Nach Coleman'S Tode trat Huegin zum Sentinel" über, wo er im Jahre 189) die Geschäftsleitung übernahm. Diese Stellung behielt er bis zum Jahre 1902, um welche Zeit die Free Preß" gegründet wurde. Er half das neue Unternehmen organisiren und verblieb dessen Geschäftsleiter, bis seine Gesundheit versagte und er vor drei Iah ren eine Europareise unternehmen mußte. Nach seinem Austritte aus seiner Stellung bei der .Germania" in diesem Jahre grng er eine Zeitlang nacy St. Paul, um dort in einem Sana torium Heilung zu suchen, kehrte aber im Sommer hierher zurück und begaö sich in die Pflege des Riverside Sanatoriums. Er hinterläßt seine Gattin, zwei Töchter und einen Sohn. Das Modernste. Aus Pari? wird geschrieben : Die Hutfrage will trotz der beinahe einmüthigen Ablehnung des kleinen Kapotthutes und nur sehr eklektischer Aufnahme von Toques und Coiffuren noch immer nicht zur Ruhe kommen. Jetzt ist in Biarritz zum Schluß der Herbstsaison wieder ein Hutwettbewerb ausgeschrieben worden, der sein hochelegantes und für Modefragen interessantes Turnier im Palais Bellevue ausfocht. Gesammtresultat : Louis XVI.-Hüte und solche in Glockenform, alle mit schmaler Stirnüberschattung, das Ganze schwer mit Garnierung beladen, beherrschen die Saison. Den ersten Preis erhielt Gräfin Jurjewitsch, eine blonde, schlanke Rufsin mit einem weißen Tüll - TninonHut über und über mit buntschimmernden Edelsteinen, flitterartiq dcm Tüll aufgesetzt, bedeckt und von einem großen Morabutuff überragt, den ein Knauf von Brillanten befestigte. Die Zrh.ilung des zweiten Preises an Mme. Montousse beweist, wie lei:lt die Marquis" - Dreispitze ncch sind, denn sie trug einen Lamballe - Treispi'z aus schwarzem Seidenfilz, seziert mit ziemlich großer Silb:rlitzenk?'a:de i nd mit
ineinandergeflochtenen blauen Federn, rechtsseitig angebracht. Ich Urr.txlt hierbei, daß die hohen Hutgarnierungen zetzt alle auf der rechten, anstatt wie früher auf der linken Hutscite ruhen. Entzückend war der mit dem dritten Preise gekrönte rosa Mar!e-Antcin:tte-Tüllhut der Demoiselle Marignan von der Komischen Oper, mit rosa und mattgrünen Weintrauben, balb in rosa Tüll vergraben. Weitere Preise erhielten, ein dunkelgrüner -ammthut, Glockenform, vorn sehr schmalrandig mit dunkelgrüner, flitterbcs.tzter Feder ; ein flacher, dunkelblauer Samm Hut. in der bereits erwähnten Bas?li?fOrm. mit einem Tuff aus sechs in Blau ab'chattirten Federn und um die Hufcrm gelegten blauen Tüllbarlen gar.-.ie.'t, di: nach vorn genommen unter dem Kinn lose geschlungen werden. Noch ist ein Lamballe" mit reicher Seidentülldraperie in Rosa und Grün gemischt zu erwähnen, der eine wund'rvcll?. blattloseRosenguirlande aufweist. DiePreis bestanden auch wieder aus ü!m vom , bon faiseur". Das Interesse der Herren wurde besonders geweckt durch eine Ausstellung von sogenannten Marienbadhüten aus grünem, weichem Filz, mit Gemsbart und Federn an der Rückseite Jeziert und von König Eduard während seines Aufenthaltes in dem österreichischen Bad stets getragen. Ein Familicndrama spielte sich in Odessa ab. Graf Karl Szivor Marchotzki erschoß auf seinem in der Nähe von Odessa gelegenen Gut seine Frau, seine 22 Jahre alte Tochter Eugenie und die 16 Jahre alte Augusta. Die Ursache dieser schrecklichen Vorgän. ge wird auf hausliche Konflikte zurückgeführt. Der Graf, der gegenwärtig N8 Jahre alt ist, war früher Prokurator und ist Vater von elf Kindern.
