Indiana Tribüne, Volume 30, Number 75, Indianapolis, Marion County, 19 November 1906 — Page 1

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1 v Erscheint seden Nackzrnittag. . 1 Jahrgang 30. Jndianavolis, Ind., Montag, 19. November 1906 No. 75. MM,MMPMMBMMaMBaWPMPBaMPrJJJBBWPBBBa

Die Älwwalrichter-Zlugklrgr hkit Wird vor Richter Allen verfochten. James A. Pritchard, der als Krimi, nalrichter Fremont Alferd'S Nachfolger erwählt ift, erhob am Montag Morgen formellen Anspruch auf die Osfice, doch weigerte sich Richter Alford, dieselbe auszugeben. Nach kurzer Konferenz gaben beide ihren Anwälten Nachricht, die Sache am Nachmittage vor Kreiörichter Henry Clay Allen zu verfechten. Beide werden sich der Entscheidung deö Richters fügen. Da Richter Alford kürzlich daZ Sei halten einer Anzahl städtischer Beam. ten den Großgeschmorenen zur Untersuchung empfahl, sieht man der Cnt scheidung mit einigem Interesse ent. gegen. Polizei und Räuber im Kampfe. H a m m o n d , 19. Nov. Geld schranksprenger, die hter kurz nach Mit ternacht ihre Arbeit verrichteten, wur. v rr li. . bHCf i )t Km oen naq yiago uciiuii uuu uu ue 63. Straße folgte ein Revolserkampf, in welchem zei der Rüuber fo schwer verletzt wurden, daß dieselben wobl nicht mit dem Leben davonkommen werden. Luke Jitzpatrick. ein Polizist, erhielt eine Kugel durch den Kopf. Drei der Räuber entkamen. Welke Frau angefallen. Gelber Nigger leider entkommen. Ein langer gelbfarbiger Neger sprang gestern Abend an der West New York Str.. aus eint Alle auf die passte, rende Frau Luceta Blue, 1206 West New York Str.. loZ. ergriff dieselbe beim Halse und versuchte ihr die Kehle zuzudrücken. Die Frau schrie um ilfe und Bäcker, welche in dem Gebäude der GrocerS Backing Co. beschäftigt waren, eilten zur Stelle. Der gelbe Schurke riß aus, sobald er Hilfe im Anzüge sah, uid eZ gelang ihm zu ent kommen. Frau Blue war aus Broad Ripple heimgekehrt und hatte sich aus diesem Grunde etwas verspätet. Der Angriff wurde kurz vor 11 Uhr ausgeführt. Damen des Unabhängigen Turnvereins. Große Euchre Partie abgehalten. Die gestern von den Damen des Un abhängigen Turnvereins für dU-Mii glieder der.Damenfektlon und die Mit glieder des Turnvereins arrangirte Euchre Partie, erfreute sich eines ausgezeichneten Besuches, und alle Theil nehmer haben sich köstlich amüstrt. Nach langem Kampfe gingen folgende Herren und Damen att Sieger aus dem Turnier hervor: Damen. 1. Preis Frau A. M. Cash. 2. Frau Henry Walters. 3. Frau Wm. Stoefler. 4. H - Frl. Cake. 5. Frau R. Maurath. 6. Frau A. I. Santo. 7. Frau Henry Ballmann. Herren. 1. Preis Hr. Robert Elder. 2. m Hr. E. Merkley. 3. . Hr. Joseph Haßlinger. 4. m Hr. A. I. Santo. 5. . Frl. Helene Jsenflamm. 6. Hr. Emanuel Schlegel. 7. Frau Lina Krieger. L a f a y e t t e. Eine freudigeNach richt erhielt der in hiesiger Nachbar, schaft als Farmarbeiter beschäftigte John Grueb, als er bei seiner Heim kehr vom Felde einen Brief vorfand, der ihm mittheilte, daß in Wittenberg in Deutschland eine S45,(Z00.Erbschaft für ihn hinterlegt sei. Seine beidenBrü. der erhielten die gleiqe Summe. Michael Grueb, ein Onkel den er nie ge. sehen, var der örblager.

Bedauerlicher Unfall.

Kleine- Knabe erliegt den Folgen einer Kar-bolsäure-Vergiftung. An den Folgen einer Karbolsäure Vergiftung ift gestern Vormittag der 2z Jahre alle Johannes Eiser. Sohn des Kontraktors Johann Eiser, 1824 Singelton Straße gestorben. Die 14 Jahre alter Tochter der Fa. milie, Marie Eiser. hatte während des Morgens an Zahnschmerzen gelitten, und die Mutter hatte zuletzt, um den Qualen deS Kindes ein Ende zu ma chen, eine Karbolflasche vom Schranke geholt, ein wenig Watte mit der Säure getränkt und sich dem Fenster zu gedreht, um der Tochter die Watte in den hohlen Zahn zu schieben, als plötz lich ein gurgelnder Ton vom Tische her sie zusammenschrecken ließ. Ihre Ahnung hatte sich bewahrheiiet. Der kleine Johannes hatte sich die Flasche vom Tische geholt und einen Theil deS Inhaltes derselben auSge trunken. Aerztliche Hilfe war sofort zur Stelle, doch ift der Kleine trotz aller angewandten Gegenmittel den Folgen der Vergiftung erlegen. Der Schmerz der Eltern, besonders aber der Mutter, welch; den Kleinen über Alles liebte, ift unbeschreiblich. Der Kleine wird am Dienstag zu Grabe getragen. Odd FeLowS in Sitzung. Der Bau eines Wolkenkratzers wird in Betracht gezogen werden. Hunderte von Odd Fellowö aus allen Theilen des Staates werden nächste Wo. che Indianapolis besuchen, um der jährlichen Sitzung deö Abtheilung?Raths militärischer Patriarchen, deö großen Feldlagers und der jähr lichen Zusammenkunft der Groß Loge beizuwohnen. Der AbthellungS Rath wird am Montag, das Großfeld, lager am Dienstag und die Großloge am Mittwochund Donnergag in Sitz ung fein. Mehr als 1100 Reprüsen tanten werden an dieser Zusammen kunft theilnehmen. Von größtem Interesse für diese Ver sammlunz wird der Bericht des Bau Comites sein, welcher im vergangenen Mai unterbreitet wurde, jedoch wurde die weitere Berathung darüber verscho. schoben. Der Bericht schlügt den An. kauf von Grundeigentum anschließend an das jetzige Odd Felloa Gebäude an Ecke Washington und Pennsylvania Straße vor und auf diesem, die Errich tung eines vierzehnftöckigen Gebäudes zum Kostenpreise von ca. $400,000, welches für Logen und commercielle Zwecke Verwendung finden soll. Moderner Wolkenkratzer vorgeschlagen. ' Die Pläne für ein derartiges Ge. büude sind bereits vorgesehen und zwar soll ein vollständig moderner Bau mit Basement unter dem ganzen Gebäude sowohl als unter den Seitenwegen errichtet werden. Zu ebener Erde werden Lüden eingerichtet, während vom 2. bis 12. Steck nur Bureaux, im 13. Stock werden Großlogen und Comites ihre Zimmer haben, und Balcon am 14. Stock. Der Sitzungssaal der Groß, loge wird 1300 Personen fassen. Tri State Behicle Coudention. Uneinigkeit im Direktorium der .Tri State Vehicle & Jmpleinent Dealers' Convention" find die Veranlassung, daß in Zukunft wohl keine Ausstellung mehr stattfinden wird. Die Entwicklung der Verhandlungen war eine unangenehme Ueberraschung für das Direktorium. Der Sekretär der Gesellschaft und Präsident Young stehen sich feindlich gegenüber. Die Zwiftigkeiten entstanden über die Wahl gewisser Beamten. Präsident Vonng giebt an, daß Brown die Direktoren kgnorirt habe und ihm in Folge dessen die Erledigung der Geschäfte entzogen werden mußte. ghaft Vaaske's Südseite Kneipe, 1291 Süd Eaft Str.

Ein großer Erfolg.

Südseite Turnverein feiert sein 13. Stiftungsfest. Das Stiftungsfest des Südseite Turnvereins gestern Abend gestaltete sich zu einem großartigen Erfolg. Schon lange vor Beginn der Festlich leiten waren Gallerte und Halle voll besetzt. Ein Marsch vom Orchester vor getragen, eröffnete da Programm. Diesem folgte die ZöglingSldtheilung in Barrenturnen und Pyramiden. Die Vorführungen waren exakt und der Applaus, welchen diese Nummer er rang, war ein großer. Erster Sprecher Fred. Mack folgte mit seiner Ansprache. Nach obligato rischer Begrüßung benachrichtigte er die Versammlung, daß der Verein in erfreulicher Weise fortschreite, daß sich die Mitglkederzahl jetzt auf 305 belaufe, während die Turnschule jetzt 350 Mit. glieder zähle. Er zollte der fähigen Leitung deö Turnlehrers Herrn Curt Toll die höchste Anerkennung. Auch gute finanzielle Fortschritte waren zu verzeichnen. Dem Damenverein zollte der Sprecher gleichfalls hohes Lob. Im nächsten Mai wird der Jndiana.Turn bezirk hier seine Sitzung abhatten, und zwar in der Halle deS SüdselteTurn verein?. Den vielen Freunden des Vereins, zugleich auch dem Lieder kränz", drückte der Spreh:r seinen Dank auS Der deutschen Presse dankte er gleichfalls für das stets bereit. willige Entgegenkommen; ebenfalls auch dem Publikum, welches dem Turnver ein stets feine Gunst bewiesen. Die Rede deS Sprechers wurde mit Beifall entgegengenommen. Vom Tur ner Herman Beckmann langte aus Mil waukee ein deutsches Schreiben an, in welchem derselbe sein Bedauern au? drückt, daß er dem Feste leider nicht beiwohnen kann. Er übersandte Tur nergruß und Wunsch, daß sich das Stiftungsfest zu großartigen Erfolge gestalten möge. Vom National Secretär der Brauer Union, Julius Zorn aus Cincinnati, Ohio.' lief gleichfalls ein Schreiben eln.Auch er grüßt feine hiestgenFreunde, und wünscht dem Turnvereine zum Stiftungsfest den besten Erfolg. Mö gen alle deutschen Bürger der Südseite, ob Geschäftsleute oder Arbeiter, ob reich oder arm, sich dem Vereine an schließen, und ihre Kinder in die Tl'rn schule schicken, denn Turnen ist gesund, und erspart Docktorrechnungen" sagt er. Möge ihre Halle stets eine Pfle. gestütte sein der deutschen Sprache, deö deutschen Wesens, der deutschen. Sitte und deS Fortschrittes." Mit einem dreifachen Gut Heil" auf den Turn verein und dessen braven Turnlehrer, Curt Toll, schließt er das Schreiben. Die übrigen Turnnummern, welche der Verlesung deö Schreibens folgten, wurden alle gut zur Vorführung ge bracht, und alle wurden gut applau dirt. Einen hervorragenden Antheil an dem Programme nahm der Jndiana. polis Llederkranz. Das Lied Brü derlein" gelangte zuerst zum Vortrage. Dasselbe wurde voll applaudirt und mit dem Liede Mütterletn" betraten Dirigent und die Sänger abermals die Bühne. Die zweite Nummer des Liederkranz war das Lied: RSS. lein wein blühst du auf?". Auch diese Nummer wurde derartig applau dirt. daß der Liederkranz sich zu einer Dreingabe veranlaßt sah. DaS Trink, lled" wurde gleichfalls mit großem Applaus entgegengenommen. Den Schluß deö Programmes bildete der Tanzreigen der Damenklasse. Auch diese Nummer fand die gebührende Anerkennung, wie ja auch alle Turn nummern, die alle in erakter Weise und ohne Fehler zur Aufführung gelangte. Turnlehrer und Schüler haben sich mit denselben Ehre eingelegt. Nach Abwicklung deö Programms folgte ein Tanzkrünzchen, welches die Besucher noch lange beisammen hielt. Gottlieb Leukhardt, Die gemüthliche Scke", Ecke Noble und Mattet Str.

Ein leichter Fall

Führt den Tod herbei. Durch einen leichten Fall zog sich Bessie Sweeney. 30 Jahre alt, gestern Mittag eine derartige Verletzung zu, daß sie derselben erlag. Die Verstorbene befand sich im Hause der in No. 1503 Madison Avenue wohnhaften Frau Hanna Oliver, und sie hatte sich nach dem Hofe begeben, wo fi5 fiel und mit dem Kopfe so unglücklich auf einen Haufen Steine und Bretter auf schlug, daß sie besinnungslos liegen blieb. Aerztliche Hilfe erwies sich ohne Erfolg. Das Mädchen erlag einer Gehirnblutung. Wie verlautet, soll die Verunglückte verschiedentlich ihre Sehnsucht nach dem Tode auSgesprochen haben, auch soll sie beabsichtigt haben, sich in der kommenden Woche zu verheirathen. Die Mutter der Verunglückten, Frau Martha Kender, ift eine Insassin deS Lafayette SoldatenheimS. Deutsche Diakonissen - Konferenz Der Bischöflichen Methodisten'Kirche. Die (Zentralbehörde deS deutschen Diakonissenhauses der bischöflichen Methodiften.Kirche hat ihre Sitzungen in Nincinnati, O., am Samstag be schlössen. In der Vormittagssitzung führte Dr. Golder den Vorsitz und Herr D. B. Meyer, der Sekretär der Konferenz, führte die Protokolle. ES wurden Veränderungen der Konstitution borge nommen und daran schloß sich eine Be sprechung der Beziehungen deS Mutter Hauses zu den Zweiganstalten. Die Meinung wurde von allen Rednern vertreten, daß alles gethan werden sollte die innigste Verbindung zwischen dem 'Muiterhaufe und den Zweigan stalten herzustellen. Die NachmlttagSsitzung wurde von Dr. A I Naft als Vorsitzer geleitet. Rev. O. Rogatzky hielt einen Vortrag über das Thema: Erholung? und Versorgungsheim", woran sich eine Besprechung schloß, die von Rev ChaS. HarmS eröffnet wurde. DaS Thema fand großen Anklang und die von Rev. Rogatzky vertretene Ansicht, daß ein Heim geschaffen werden sollte, welches den Diakonissenschweftern zur Erhöh lung und auch zur Versorgung im Alter dienen sollte, wurde lebhaft un terftützt. ES wurde ein Comite ein gesetzt, welches diesen Plan ausarbeiten und der Centralbehörde Bericht erftat ten soll Dieses Comite besteht aus den Herren Rogatzky, HarmS, Gamer, Mueller und Kalmbach. Hierauf referirte Rev. John Lange über das Thema:. Was kann gefche hen, um mehr Diakonissen für unsere Anstalten zu gewinnen V Nachdem der äußerst interessante Vortrag be sprachen worden war, trat Vertagung ein und die Herren begaben sich nach dem BetheSda Hospital, wo das Abend essen eingenommen wurde. Später unternahmen die Herren und die Schwestern mit einer Parlorcar eine Rundfahrt durch' die Stadt, um daS-Grab von Dr. Naft auf dem Spring Grove Friedhof zu besichtigen und darauf das deutsche Altenheim auf Mt. Audurn in Augenschein zu neh men. Die Parlorcar wurde durch Ver Mittelung deS Herrn Sonnenschein" Klick zur Verfügung gestellt, der sich zur Zeit im Hospital befindet. Der Nationalkongreß zur Beküm pfung der Lungenschwindsucht in New Bork hat die Anlage von Lungenheil statten durch Staaten und Städte ge fordert und die Schwerreichen zur Nach ahmung von Carnegie'S Beispiel als Bibliothekengründer auf dem Gebiete der Lungenheilanstalten angespornt. Verdient Oeld. Indianapolis Compostte Brick Co. Aktien jetzt 847 50 per Antheil. Der Preis steigt am 24. November aus 860. Land gekauft. Fabrik gebaut. Maschi nerien hier dieS ift eine sichere und profitable Jnvefttrung.

Damenverein deS Socialen Turn Vereins.

Musikalische Unterhaltung ein Erfolg. Die gestern Nachmittag von den Da men des Socialen Turnvereins unter Vorsitz von Fräulein Charlotte Dinkel' acker im Deutschen Hause abgehaltenen musikalische Unterhaltung war ein in jeder Beziehung erfreulicher Erfolg. Mit einem Piano'Solo, einem Aus zug aus Tannhäuser", welches Früu lein L orle Krull zum Vortrage brachte, wurde das reichhaltige Programm er öffnet. Fräulein Krull entledigte sich ihrer schwierigen Aufgabe in zufrieden stellender Weise, und der Applaus, welchen die Zuhörer ihr widmeten, war reichlich verdient. Das Piano.Duett von den Fräuleins Tillie und Lillie tterz war gleichfalls eine guie Nummer und reichlicher Bei fall belohnte dieselben. Fräulein Auguste Rentsch, welche eine Solo GesangSnummer auf dem Programm übernommen hatte, war ausgezeichnet bei Stimme, und ihre Darbietung wurde so beifällig ausge nommen, daß sie sich zu einer Drein gäbe entschll'ßen mußte. DaS Flöten'Sölo von Herrn Georg ttrsuß, sowie auch das CornetSolo von Herrn Carl B. Sputh waren beide gute Nummern und die ihnen gezollte Anerkennung war wohlverdient. Der Besuch war ein, äußerst guter, so daß die Damen mit dem Erfolge ihres gestrigen UnterhaltungS Pro grammS in jeder Beziehung zufrieden find. Eine kleine Spielergesellschaft, die sich an der Bellefontaine und 10. Straße in der Alley niedergelassen hatte, wurde durch die Radler Wilson und Golnisch gaftirt. Theilnehmer und Zuschauer stöben nach allen Dichtungen auseinander. Nur Wm. F. Regan, 1557 Eastern Ave., wurde von den Radiern eingefangen. Madison. Jacob N. Lauer, von der Firma Lauer Brothers Zeug, laden, ift einem Herzschlage erlegen. Er war ein Mitglied der ElkS. PythiaS Ritter, HaymakerS und anderen Orga nisationen. Er gehörte der katholischen St. Marien Gemeinde an. Die goldene Medaille. Von einem der kleineren deutschen Fürsteirhöfe war-d?r berühmte Kam mersanger Franz Krolop vom Berli ner Opernhause zur Mitwirkung in einem der Hofkonzerte Ende der achtziger Jahre gebeten worden. Krolop hatte eine Entschädigung inVaar abgelehnt und erklärt: Es würde ihm eine Ehre sein, mit seiner Kunst dem Fürsteithause zur Verfügung zu stehen. 'Das forderte natürlich eine Revanche seitens des Landesherrn heraus, die. über Stiftung eine: Vrillantbusennadel hinausging, und so beschloß man, dem Künstler nach dem Konzert die große goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft überreichen zu lassen. Der Hofkapellmeister war beauftragt, Krolop von Weise zu verständigen. Die mustkalische Feier nahm einen glänzenden Verlauf, der Künstler war prächtig disponiert. Nach seinem letzten Solo nahte sich ihm der Fürst, in seinem Gefolge der Hofmarschall mit dem ominösen Etui, die Uebergabe fand statt, und der Ausgezeichnete bedankte sich. Nach der Rückkehr in's Gasthaus zog Krolpo das Geschenk aus der Tasche, um es sich anzusehen. Wie sehr aber erstaunte er. als er auf der Umschrift der Medaille die Wor. te: Für Gewerbefleiß- las. Der Künstler begab sich am nächsten Morgen nach dem Hofmarschallamt und machte einen der höheren Beamten in schonender Weise vom Stande der Dinge Mittheilung. Mein liewer Herr Gammersänger", meinte der Angegangene gemüthlich, das weeß ich längst! Mer ha'm nämlich von den goldnen Medalljon fir Gunst un Wissenschaft geene. mehr uff Lager, sondern blos noch einige von denen da. Un weil's Ihnen schließlich egal sein gann, dachten mer uns, Se nähmen einstweilen de goldene Medallje ftr Gewerbefleiß, bis mer de andern wieder nachbestellt ha'm!- Ob der Umtausch spater vollzogen ist, meldet Fama nicht.' '

Indianapolis Schtveizerlmnd.

Rütlifeier in der Germania Halle. Ein großes Publikum hatte sich gestern Abend zur Rütlifeier des In dianapoliS Schweizerbundes eingefun den. Die verschiedenen Scenen aus dem schweizer Vaterlande, alle gute photographische Aufnahmen, verfehl ten nicht, den nöthigen Enthusiasmus hervorzurufen. Ein jeder Schweizer fühlte sein Na ttonalgefühl beim Anblicke der großen und schönen Naturwunder gehoben, und wohl den meisten der Anwesenden wurde die Erinnerung an die alte Hei math so recht deutlich wieder in'S Ge düchtniß zurückgerufen. Herr Carl Gßwiller folgte in einer wohlgefetzten Rede, deren beste Theile leider durch die Unruhe der jüngeren Generation oftmals übertönt wurde. Herr Gutzwlller sprach über die Be deutung deS Festes im Allgemeinen und über Wilhelm Tell im Besonderen, und er ermähnte die Zuhörer gegen die Ansicht, daß Tell nur tn der Mythe exiftirte. energisch anzukämpfen, und der alten Heimath so eine ihrer glor reichsten Geschichten, ihrer schönsten Charaktere, als wahr zu erhalten. Zum Schlüsse wies er auf die heu tige Schweiz hin, erwähnte dieselbe als Bürgerftaat und hob die vulen Vor zöge derselben hervor. Mit einem drei fachen Hoch auf die Schweiz 'beschloß er seine beifällig aufgenommene Rede. DaS Schweizer Quartett, bestehend aus den Herren Theophil Hanggi, Christian Prader, Gottlieb und Jacob Flick brachte mehrere Jodlerlieder zum Vortrage, die mit großem Applaus entgegengenommen wurden. Der Schweizerbund Gefangverein beschloß das Programm mit mehreren schönen Schweizerliedern, welche gleichfalls gu ten Anklang fanden. Zum Schlüsse Tanz. Nachrichten aus Jndiana. Fort Wayne. DaS Unglück schritt schnell in Gestalt von zwei HülsS wildhütern und einem Konftabler für Dan. Clemens, vom Germania. Cafe. Während er gestern Morgen noch feinen Morgenkaffee verdaute, erschienen plötz lich im Thürrahmen die Wtldhüter Hill und Flemming, sowie die geliebten Ge sichtszüge deS ttonstablerS Lillie. und mit süßlächelnder Miene ging das Trio auf den EiSschrank loS. Sie öffneten denselben und erlärten 8 Rebhühner (Quails) die dort aufgepflanzt waren, für verhaftet. Dan. behauptet, daß er nicht wisse, wie die Redhühner in den ElSschrank kamen, er vermuthet, daß sie' hineinflogen, während die Thüre offen war, und hat seither all seinen Ange stellten den gemessenen Befehl gegeben, die Thüre vom ElSschrank nicht mehr offen stehen zu lassen. Der Spaß hat übrigens eine Vorgeschichte. Vor ein! gen Tagen kam einer der Wildhüter nach dem Germania und fand Rebhuhn auf der Speisekarte. Er bestellte sich welche?, jedoch war keines mehr da. Er scheint jedoch den Braten gerochen zu haben, denn er erwirkte den Haftöbe fehl für die Rebhühner und gelang eS ihm, das ganze Rebhuhnneft auszuhe den. Dan. wird in den Gerichten ein habeaS corpuö" Verfahren, um seine Hühner wiederzuerlangen, beantragen. T e r r e H a u t e. Gestern früh wurde in W. Dokkenwadel'S Bäckerei von der Frau deS HaufeS Feuer ent deckt. ' Sie weckte unverzüglich die Hausbewohner und kamen auch alle aus dem brennenden Hause bis auf George Steldel, der in der Bäckerei be scbästigt gewesen war und im hiatern Theile derselben hinter einem Brod kaften zu schlafen pflegte. Er war, jedenfalls von Rauch über mannt, vom Tode überrascht worden. Als die Feuerleute die Thüre eingebro chen hatten, wurde Eteidel'S Leiche hinter dem Counter gefunden, in einer Wasserlache liegend. Er hatte wohl noch die Thüre zu erreichen versucht, war aber dann hingestürzt und un zweifelhaft im Rauch erstickt. '