Indiana Tribüne, Volume 30, Number 74, Indianapolis, Marion County, 17 November 1906 — Page 7

Jndiana SCrtbüne, 17 NovemSer 1006.

Wem zsZ ih llaijc.

Noman Cent nordischen Volksleben. Von Ka? ßaine. (Utonfirte UedeNctzlirg auS dem Englilcht. von (uft sTrs: Jurist.) Ich habe schon envähnt, daß die arme Frau, an deren Grabe ich stand, die Tochter des hiesigen GcueralgouvcrneurS gewesen sei. Sein Name ist Jörgen Jorgenson. Er hatte sie in folge ihrer Heirath, die seinem Willen entgegen gewesen war, verstoßen, und sie der Armuth und dein Elende überlassen, oder vielleicht liatte sie ihm in ihrem stolze ihre Lage verborgen. Aber er hörte von ihrem Tode, und von diesem Augenblicke an mochte wohl der unbeugsame Mann gesuhlt haben, daß er einsam sei und daß sein Vebeii ohne die Zärtlichkeit und Liebe eine ÄindeS, welches ihm dasselbe versüßen konnte. dahinfloß. So suchte er denn, theils aus Neue, mehr aber noch ans Selbstsucht, den Sohn aufzufinden, den seine Tochter hinterlassen hatte, mn ihm an seiner citc die Rechte eines Enkels ein znrälimcn. Bei diesen ischforschun gen war eS, wo unsere Wege zusammentrafen und ich mit Jörgen Jorgenson bekannt wnrde. Er schenkte dem Gerüchte, daß der an die Insel Engy getricbcnc Leichnam der Sohn seiner Tochter gewesen sei. vollen Glauben, aber zugleich hatte er etwas an mir gcfun den, was sein Interesse erweckte, und frug mich, wer ich sei und was mich hierher geführt habe. Ich beantwortete seine Fragen der vollen Wahrheit gcmaß. und bei dieser Gelegenheit erfuhr er. daß ich der Sohn Stcphcn On-y'S sei. Viur zu gut wußte er. was mein Batcr ihm und seiner Tochter gewesen war (Du wirst cS später ein Mal erfahren, liebe Grecba). trotzdem bot er mir in seinem Haus: den Platz an, den er vorhTdcm Sohne seiner Tochter zugedacht halte. Es würde hier zu weit führen, woÄte ich auseinandersetzen, wie ich dazu kam. das Anerbieten eines Mannes, vor dem ich Ätißtrauen und Scheu empfand, an zunehmen. Aber bedenke, dajj ich, obwohl in der Hcimath meines BaterS, doch in einem mir gänzlich fremden Lande weilte und keine Berufsthätigkeit betrieb, durch welche ich mir meine Exiflcn; fristen konnte. Ich willigte also ein und wohnte von nun an im Hause Jörgen Jorgenson'S, dessen täglicher Gesellschafter ich wurde. . Sein Benehmen gegen mich richtete sich nach seinen Launeu. die sehr oft wechselten ; bald war er herrisch und finster, bald aufgc räumt, nie aber verleugnete sich in ihm der Egoist. Ich arbeitete für ihn mit der Hingebung eines treuen, pflichlbcwußten Dieners, verließ mich nie auf feine Versprechungen undgab mich wc. der über meine wirkliche Stellung, noch über die muthmaßlichcn Beweggründe, denen ich meine Aufnahme in scin HauS verdankte. Selbsttäuschungen bin. Jen nannte iqn vorhin einen Egoisten. und in der That hat er während der Jahre, die ich bei ihm verbrachte, meine Kräfte nach jeder Richtung hin in seinem Interesse ausgebeutet, aber seine selbstsüchtigen Zwecke sollten zum Theil meinem eigenen Vorwärtskommen fördcrlich werden. Er gedachte mich zu seinem Nachfolger in der Statthalter schast oder wenigstens zum Präsidenten des Althing zu machen, der gesetzgebcnden Körperschaft dieses Landes, und auf seinen Antrieb wurde ich zum Abgeordneten gewählt. Das war der erste Mißgriff, den er gegen, sein eigenes Intercssc beging, indem er meine Bezichuugcn zu fich falsch beurtheilte, denn während ich mich in seinem Hause als fein Diener betrachtete und mein Thun und Wollen dem fcinigen unterordnete, trat ich als Abgeordneter felbstständig auf, und das Interesse des Volkes, welches mich gewählt hatte, war allein maßgebend für mich. Wollte ich Dir Alles, was mir in den nächsten drei Jahren begegnete, erzählen, so würde das eine sehr lange Geschichte werden. Gar viele schlimme Dinge sah ich unter meinen Augen vorgehen, ohne daß ich das Recht oder die Macht hatte, sie zu verhindern, so lauge ich unter dem Dache des Gouverneurs weilte. Laß mich darüber hinweggehen. wie ich fein Haus verließ und midi von ihm trennte, um mit Hilfe wackerer Männer, die sich um mich sammelten, meinen eigenen Weg zu verfolgen ; wie mich der Gouverneur von nun an be, feindete, mir zu schaden und mich' durch meinen Vater, den hier Alle gekannt. und durch meine Mutter, von welcher ich lhm gelbst erzahlt hatte, ln der allgemeinen Achtung herabzusetzen suchte; wie er die dänische kcgierung vcran laßte, dem Althing eine neue Verfassung für Island vorzuschlagen, welche alle bisherigen Freiheiten nnd althcrgcbrochten Rechte aufhob, und wie ich an der Evltze der Opponturn diesen nichtswürdigen Plan vereitelte. Schnell und überraschend haben sich während der letzten zwei Monate die Dinge entwickelt : Island hat sich gegen die dämjche Obcrherrichast erhoben nnd der MllZwlrthjcyast Jörgen Jörgenson'S durch dessen Verjagung ein Ende gemacht und ich, der sich wenig träumen ließ, einst seinen Platz einzunehmen. selbst nicht in jenen Tagen, wo er selbst mich dafür auScrsehen hatte, ich bin! in diesem Augenblicke Präsident der' .f..v:ri i neuen isiancijajcn iuf uuiu ; MAdw 4llt." StAri m JliU)i urnyi, itytuib' viiuuu. vuv j klingt fast unglaublich, wenn man be- j hift daß ich erst vor vier stahren i iun und fremd, mit wenig Geld, ohne einen erus erlernt zu tzaben uno m einer fehlgefchlagenen Mission in dieses Land, kam. damals kaum, der

mächtig, 'die ich von meiner 5klnvyen

her nur sehr unvollkommen trn Vedacht niß behalten hatte. Ich liebe dieses mein neues Heim'athSland mit seiner . . ? , . ... rt .r.f.u.i- ; c."tf. lauzenoialirlgen cscuiaiie, iaj juaic mich als Isländer und darf mich als solcher fühlen, denn Hier stand ja die Ä.'iege meines VaterS ich bin glücklich, aber wenn mein Freudenbecher einen Tropfen Bitterkeit enthalt, so ist es der Gedanke an die Richtigkeit alles Erdcnglückc. die Furcht, dan meiner raschen Erhebung ein ebenso rascher Sturz folgen könne. ?!achdem die ersten türme der Lrevolution sich gelegt haben, nimmt die Vorsorge sür das ttommcnde meine qan;c Uran nnd Tliäliqlcit in Anspruch. Jörgen Jorgenson befindet sich in iiopcichaa.cn, wo er'pchcr die dänische Regierung zu &c gcmuaßrcgcln veranlassen wird. Ich bin daher mit der Organlsation unserer nationalen Vertheidigung zn and und zu cc bclmästigt. Elue Anzahl dankcljcr Jlolonisicu, lvclchc .zn Gunsten Dänemarks lieüte nnd wühlte, lzabc ich aufgehoben, und die politischen Vcrbw 6)cr, die selbst hier im Gefängniß noch gefährlich zu werden drohten, habe ich nach den Tchwefelbergwerken am Hella geschickt, deren industrielle AuöbentunA eine neu: Einnahmequelle für den Staat zu werden verspricht. Dtt t c l) 1 1 also. daß es mir nicht an Arbeit fehlt und meine Gegenwart hier unentbehrlick ist. Wenn aber Alles zu einem guten Ende gediehen ist. Dänemark uns unbehelligt läßt oder die europäischen Mächte sich gegen dasselbe erheben und Island fein? ,vrelhelt und Unablzängigkelt behauptet, so will ich eingedenk sein, daß jene kleine Insel in der irischen See meine wirkliche geliebte Hcimath ist. daß es dort treue ecclcii gibt, die iä) meiner erinnern nnd mich "herzlich willkommen heißen würden, nnd daß eine von ihnen vor langer Zeit meine liebe kleine plclgcnoln war. Und nun. theure Grccba. weißt Du Alles, was. ich erlebt habe, seit wir an jenem süßen, mir unvergeßlichen Abend am Thore von Lagne von einander Abschied nahmen ; wie cS aber seitdem Dir ergangen ist. darüber weiß ich nichts. Viqt ungewllzhclt und mancherlei Äefürchtungen sind eine nur zu wohl vcr diente Strafe für meine Iiachlässigkcit. 2i3tc geht eö Deinem Vater ? . J)t der mir so theure Mann gesund und glück lich? Wenn er cS nicht wäre, so gäbe cS keine Gerechtigkeit in der Welt. Und wie steht es mit Dir? Mich hat die Zeit etwas fchmalbackigcr gemacht, da für aber durch einen Äart entschädigt stoc nur nur. dan Dtt bisher immer gefund warst und es noch bist, und dann weiß ich schon von selbst, das Dich diese vier Jahre zur herrlichsten Mädchenbluthe ausgereist haben, aus welche i? die sonne herab schien. Wenn ich hieran denke und mir im Geiste ein Bild von Dir mache. o steigen in mir Befürchtungen auf. die ich kaum auö;usprechen wage. Hast Dn während dieser ganzen Zeit keine neuen Freundichasten Geschlossen i Ich habe manchen neuen Freund gewonnen, keiner aber steht meinem Herzen )o nahe wie meine alten, und unter diesen letzteren ist mir der älteste der liebste, ich nenne ihn den ältcstcit. nnd doch tt er jung und schön. Weißt Dn. wen ich meine ? Greeba, erinnerst Du Dich Deines VerSprechens? Mir ist die Erinnerung daran heilig, und wenn Du auch so denkst, so ist uns Beiden geholfen" Hier war in dem Briete em Absatz gemacht und das nun Folgende war in flüchtigen, ja hastigen Schriftzügen hingeworfen. Soeben-habe .ich Deinen Brief er halten. Ich bin wie betäubt von den schlimmen Rachrlchten. Dein Vater ist noch nicht angekommen. Segelte das Schiff uach eykjavik? oder war es naa) asnasioro veslimmi r sioiu hat eö die Orkneyinseln oder die Farö ern angelaufen. Jedenfalls müßte es aber schon hier sein. Ich werde Rächsorschungen anstellen. Ich brach hier ab. um ein Boot auszusenden. ES befindet sich bereits unterweaS. Wenn es Deinen Vater mitbringt, so werde ich ihn tausend und aber tausend Mal willkommen keine ), dieser liebe, gute Mann! DentUch erinnere ich mich noch der stunde, wo ich Abschied nahm. Er suchte mein be trübtes Herz aufzurichteu und versprach mir seinen Besuch in Island ! lieber Himmel ! wer hätte gedacht, daß er uu ter solchen Umständen dieses Vn sprechen einlösen würde. Und das Schlimmste von all dem Unglück, das ihn heimgesucht hat, ist nur die Folge seines EdelmutheS ! Man möchte an Welt und Menschen verzweifeln. Möge Gott ihn ald in meine Arme fuhren. Wegen Deiner, geliebte Greeba. ängstige ich mich ebenfalls sehr, denn in Vague bist Dn mchtS weniger als gut autge hoben. Rimm. was ich diesem Briese beifüge, freundlich und ohne Unwillen an. Als ich die Insel verließ, gab Dein Vater mir fünfzig Pfund, und letzt erstatte ich eS seiner Tockter zurück. ES ist also nicht einmal ein Geschenk. Wie glücklich würde ich mich an Deiner Seite suhlen ! Willst Du m dieses Glück gewahren, so werde ich seinen Tag verlieren, sondern Dich durch eine zuverlässige, vertrauenswürdige Person abholen lassen, damit Du wie der mit mir und hoffentlich auch mit Deinem Vater vereint bist. Schreibe mir mit der nächsten SchlssSgelegenheit. Ich werde keine Ruhe finden, bis ich von Dir gehört habe. RichtS wird mich mehr erfreuen können, bis Du bei mir bist, um Dich in diesem ve ben nie mehr von mir zu trennen. Schreibe bald, liebes Mädchen schreibe bald! Wieder unterbrach hier ein Absatz den Brief, den folgende Rachrich schloß: Es gebört zu den Schattenseiten des Lebens in diesem nordischen Lande, daß

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j wir hier nahezu' die Halste des Jalircs von allem Verkehr mit der übrigen Welt abgeschnitten sind nnd während der auderen Hälfte von den Launen des Tviudes und des Meeres abhängen. So mußte denn auch mein Brief sieben Tage liegen bleiben, weil das Schist. welches ihn mitnehmen sollte, durch stürmisches Wetter so lange am ?luslausen verhindert ward. Inzwischen ist das Boot zurückgekehrt, welches ich bis nach der Bucht von Smoky Point aussandte, aber leider hat es keine Nachricht von dem Schiffe gebracht, mit welchem Dem Bater gereist ist. Dagegen berichtet ein Walfischfahrcr. welcher iu Reykjavik angekommen ist, daß kürzlich cm irischer Schooner m der vicqe der Basalthohlcn bei Shappcn Schiffbruch erlitten habe, alle an Bord bcundllchcn Personen fich aber gerettet hätten nnd sich mm ans dem Landwege nach der Hauptstadt befänden. Ich schwebe zwi schen ,5urcht und Hossnnng. daß eö dasselbe Schiff gewesen sein könne, aus welchem sich Dein Vater befand, nnd rüste soeben eine Expedition ans, um an der ttüftc entlang die armen Schiffbrüchigen suchen zn lassen, denn wer sie auch sein mögen, so kennen sie do3' schwerllch die Gefahren und Mühsale, mit welchen in diesem öden Lande eine so weite Fußreise verbunden ist. sollte ich neue und hoffentlich günstigere Nachrichten erhalten, so theile ich sie Dir sogleich mit. Inzwischen gehe ernstlich mit Dir zn Nathe, ob Dn nickt am besten thust, hierher zu kommen. Mn ich Dir erst sagen, was ich mit diesem Kommen meiirc? Ich meine: komm, geliebte Greeba, und werde mein Weib ! Seit unserer Trennung haben meine Lippen dieses Wort unzählige Male geflüstert, während ich im Geiste mich in Deinen wunderbaren Augen bespiegelte. Also, meine geliebte Grccba, meinem Herzen theurer als Nang und Macht, theurer als die ganze Welt, laß mich Dich noch einmal bitten: komme zn mir, komme bald !" 1L. Kapitel. Wohl selten hat ein Brief so widerstreitende Empfindungen hervorgerufen, als Michael Sonnenlocke'S Zeilen sie in Greeba erregten. Sie erfüllten ihr Herz mit einem neuen Liebcszauber nnd machten eS zugleich vor Furcht erzittern ; Entzücken wechselte mit Verzweiflung, bald lachte, bald weinte sie, jetzt preßte sie den Brief innig an ihre Lippen und dann wieder entglitt er ihren zitternden Fmgern. Der Inhalt des BnefcS nahm ihre ganze Seele gefangen, und bei dem Gedanken, daß sie zu Sonnenlocke und zu ihrem Vater eilen müsse, hüpfte sie vor Freude. Sie wollte sogleich fort, ohne erst zu schreiben, ohne aus Sonnenlocke'S Boten zu warten.. Aber Iason? Sie hatte seine Werbunq angenommen, hatte ihm ihr Wort gegeben, und wenn sie dieses brach, so brach sie ihm das Herz. Aber Sonnenlocke Sonncnlocke! Sie glaubte aus dem Briefe seine wohllautende. Iti denschaftlich zuredende Stimme zu vcr nehmen. Sie liebte Iason, weil er sie liebte, aber Sonnenlocke liebte sie. well lhm ihr Herz von zehcr gehört hatte. Was sollte sie thun? .Oh," dachte sie. .wenn der Brief nur einen einzigen Tag. ja, nur eine einzige Stunde früher gekommen wäre!- In ihrer Seelenrsi r; c q?s;?; IjUUl IUUUl( ll UjUilV dll)ll)UU(lU für die ganze verzweifelte Lage verant wortlich machen, aber im nächsten An genblicke wieder schob sie die Schuld auf Sonnenlocke'S langes Schwelgen nnd zuletzt warf sie sich vor, dan sie zu un geduldig gewesen sei. Gab eS je ein Mädchen,- frug sie sich mit gerungenen Handen, .welches denjenigen, die sie Neben, so viel schmerz bereitet kattc i" Die ganze folgende Nacht hindurch schloß sie kein Äuge. Zweifel und Rathlosiakeit quälten sie und unruhia warf sie sich aus ihrem Lager hin und her. Der Morgen dämmerte kaum, als sie aus stand, sich ankleidete und das Fenster ausnßum sich an der von den Bergen herabwehcnden frischen Moracnluft zn kühlen. Feierliche, friedliche Ruhe herrschte ; noch brüllte keine Zcuh von den Wiesen lzer, noch blökte kein Schaf von den Bergen herab ; in Haus. Hos und Stall schwieg noch das Geräusch der TageSaroeit, das Moorland in der Niederung schlummerte noch unter der

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wogenden vicüclöccic da tönte plötz lich durch die Grabesstille des Morgens der fröhliche Gesang einer Äiän'nerstimme. Greeba lauschte nnd erkannte gleich, daß eS Iason war. der ein isländischeS Lied sang. Sie sah ihn auf das Haus zukommen, bald mit weitausgreisenden Schritten daherschreitend, bald über Hecken und Gräben springend. Der Anblick solcher ahnungslose Glückseligkeit und ungebändigten Freude war mehr, als sie nach dieser qualvoll hingebrachten Nacht zu ertragen vermochte, sie wandte das Gesicht ab und bedeckte die Ohren mit den Händen. Unbekümmert kam Iason näher, bald singend, bald peifend. bis fein dröhnender Schritt un Hole widerhallte und die dort herrschende Stille nnterbrach, die bisher nur von den in den Ulmen krächzenden Krähen gestört worden war. Sie mun styon wach sein, denn das Fenster ihres Schlafzimmers steht offen." dachte Iason. Greeba!" rief er lelie, seme Hände als Schallrohr benutzend. Ohne sich von der stelle zu bewegen, wo sie stand, den ökuaen dem Fenster zugekehrt, drehte Greeba nur ihren Kopf ein wenig zur eite und sah ihn dran nen stehen. Der helle Strahl der Freude lag auf seinem lachenden Antlitz, lieber seiner Schulter hing die Flinte und aus seinem Gürtet 'hingen die Köpfe einiger Vögel herab. Greeba ! Bst !- nq er zum zweiten und zum dritten Male. Obwohl ihr Herz heftig klopfte, wandte sie sich doch nach ihm um und trat naher an s enster. In ihrer Verwirrung erschien sie in diesem Augenblicke nur noch schöner. , :t n: ... . s :i f. i ... : f. ....i... vcnil iqre rangen Hiuijicu. uji iuudu Busen wogte stürmisch nnd ihre Augen blickten scheu und liebevoll zugleich, was ihnen einen wunderbar süßen Ausdruck gab. Ah !" entfuhr es seinen Lippen, wayrend ein tieser Athemzug seiner Brust entströmte. Dann machte er eine Bewegung. als wolle er sie küssen, trotzdem er sie nicht erreichen konnte, und lachte. Hieraus lehnte er die Flinte gegen das Vorhaus, zog die Vögel aus dem Gürtel und warf sie vor der verschlossenen Thüre auf die Erde. Ich habe sie für Dich mitgebracht,sagte er. Sie sind frisch geschossen." So ward Ihr die Nacht wohl gar nicht zu Hause?- frug sie schüchtern. Wie hätte ich auch schlafen können ?- lachte er. Ich würde mich selbst ver achtet haben, wenn ich die Nacht diese Nacht geschlqfen hätte! Greeba !- Nun?- , Du kannst Dir gar nicht vorstellen. was für eine herrliche Nacht das für mich war!War Dir das Jagdglück so günstig ?- frug sie Mit unsicherer Stimme. Daö Jagdglück!- rief er lachend. Nun ja. mit der Jagd war ich wohl auch zufrieden. Aber das war hieven fache. Es war die glücklichste Nacht meines Lebens. Jeder lern, oer am Himmel stand, schien mir zuzublinzeln ; jeder Windzug schien mir eine Botschaft zuzuflüstern und jeder oqcI, Der ich bei Tagesanbruch vernehmen ließ, schien mn Glück zu besingen. O, Greeba. welch' eine Nacht daö war!Sie wandte das Haupt von ihm ab, aber er fuhr fort : Und als ich vorhin vom Barrule herabstieg. schien mir Alles nur von der iz: '.'.(... v!. : v . a ft.r uiucii zu crzanicn, vie nur vuo jiui barste auf der Welt ist. Du lieber, kleiner Fluß, sagte ich, wie lustig du doch deinen Weg nach dem Meerc dahin ziehst ! Und dann fiel mir ein, wie er. ehe er das J.'.'eer erreicht, erneS TageS das Nad unserer Mühle in Port-Y-Vullin drehen werde, und wie fröhlich ich dann an der Seite derjenigen, die ich liebe, seinem Rauschen nnd Plat schern lauschen werde. Liebe, kleine Mühle ! saate ich dann, wie wirst du so lustig klappern, wenn die Geliebte, die Theure bei uns sein wird!- Greeba schwieg. Nach einer Weile hörte sie ihn lachen. DaS ist närrisches Zeug, nicht wahr r jiug er. O nein warum denn närrisch ? Nun, eö klingt wenigstens so ; aber ole lerne ln vergangener caeyr sernm inerten über den Beraspitzen wie em Heiligthum, und -die Vögel am Morgen

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Trotz aller Erfahrung wird es immer Frauen geben, welche der Ansicht smd, daß es das Loos der Frau ist, wenigstens einmal im Monat Schmerzen zu erdulden. Gewiß, wenn sie krank sind. Wenn sie gesund sind, nicht. Periodische Schmerzen find ein Zeichen organischer Krankheit ein Schrei Eurer Nerven um Hilfe. Um die erkrankten Organe zur Gesundheit wiederherzustellen, gebrauche man

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Ich war so leidend, datz ich sterben zu müssen glaubte," schreibt Frau John Short von Florence, Ala., und war infolge von Frauenleiden drei Monate im Krankenhaus. Ich gebrauchte Eardu! - Wein und er hat mir sehr geholfen. Ich gebrauche ihn noch immer, und meine Besserung schreitet rasch vorwärts. Ich bin im Stande, meine Hausarbeit zu verrichten und Besuche abzustatten. Ich kann kaum Worte finden, um Ihnen meinen Dank für Ihren Rath und Ihre Medizin auszudrücken. Von großer n Heilkraft für alle Störungen der weiblichen Funk- fy 9fiWtgu JÖ tionen. g dn allen Äpollieken in Sl.0y-Flaschen zu kjaöen.

schienen alle im Chor zu singen : Greeba ! Greeba! Greeba !- Er hörte sie leise seufzen. Greeba!- rief er. Du'w'einst?Ach nein. Iason, nein!Ich muß gehen. Bin ich nicht ein Narr?- sagte er, seine Flinte wieder aufnehmend. Greeba, ich gehe jetzt, aber - NlUl?" Ich bin meiner nicht Herr heute. Ich schwatze lauter närrisches Zeug.Meint Ihr. ein Mädchen höre solch' närrisches Zeug nicht auch gern?frug sie. Er warf den Kopf zurück und lachte den blauen Himmel an. t Ader ijciuc Vlbend romme ich wieder zu Dir. Ich musi heute. die letzten Sparren aussetzen. Und wennemHauS gehoben wird, pflegt man sich lusng zu machen. - Abermals lachte er hell auf, dann wandte er sich zum Gehen, und während er durch'S Thor schritt, winkte sie ihm mit der Hand zu. Bald verlor sich eins, zwei. drei, vier der regelmässige Takt seiner festen Schritte unter den Ulmen und fort war er und als wäre mit ihm auch die Frühsonne gegangen, schien lhr Heller Glanz im Aether zu ersterben. lauge Iason dagewesen war. halte Grccba sich nicht versucht gefühlt, sein Glück zu zertrümmern ; als sie sich aber wieder allein befand, nahm Sonnenlocke aus'S Neue alleinigen Besitz von ihrem Fühlen und Denken. O. was habe ich gethan, daß mir zwei wackere Männer zugleich ihre Liebe schenken?- frug sie sich, aber immer stand ihr Herz auf Sonnenlocke'S Seite. Sonuenlocke war überall er begleitete ihre Kindheit, der Glanz seiner Augen jächelte in daö Leben des Mädchens wie Sonnenschein. Als dann wieder ihre Gedanken zu Iason zurückkehrten nnd sie sich fein schlichtes, männliches Wesen nnd seine Glückseligkeit, der er vorhin in naiven, rührenden Worten Ausdruck gegeben hatte, vergegenwärtigte. sagte sie sich, daß sie im Begriffe stehe, ihm das Herz zu brechen und daß ihr eigenes brechen werde, wenn sie Zeuge seines Leids fein müßte. Sie beschloß daher, ihm zn schreiben und dann zu verschwinden, ohne ihn wieder zu sehen. Sie setzte sich hin und füllte vier Seiten mit Erklärungen, Entschuldigungen nnd Bitten um Verzeihung. Als sie jedoch den Brief fertig hatte und ihn zusammenlegte, schlug ihr Plötzlich daö Gewissen, wie selbstsüchtig und feig eS von ihr fein würde, sich heimlich und ohne Abschied fortzustehlen und nichts als dieses .elende und di.ch so vernichtende stück Papier zurückzulassen. Ihr besseres Gefühl erwachte, sie warf den Brief beiseite nnd beschloß, Auge 'in Auge vor Iason hinzutreten und ihm freimüthig zu sagen, was sie ihm sagen mußte. Nachher aber dachte sie an jene l'acht zurück, wo Stephen Orry starb und sie Iason sich mit weißen Livpen über ihn beugen sah über seinen Vater, welchen zu tödten er über'ö Meer gekommen war. nnd dann siel ihr sein Lachen von heute Morgen au, und zuletzt sagte sie sich : Wenn ich es ihm gestehe, wird er mich tödten.Aber gestehen mußte sie es ihm. mochte geschehen, was wollte. Gegen Sonnenuntergang kam er. um sie zu einem Spaziergang nach der Mühle abzuholen, ivelcher heute der Dachstuhl aufgcsetzt worden war. Die Augen ans ihre Füße gerichtet, sagte sie ihm. sie habe voreilig eingewilligt, sein Weib zu werden. ohne vorher ibr Herz genau aeprüft zu haben ; sie fühle, daß sie an seiner cite weder glücklich werden, uoä) ihn selbst so glücklich machen könne, wie er es verdiene. Er möge ihr daher ihr Wort zurückgeben. Er lzörte mit einem dumpfen, unempfindlichcn Schweigen zu. während aller Frohsinn aus feiner Miene entschwand und Todtcnblässe sein Antlitz überzog. Als sie geendet hatte, erwartete sie den Auebruch seines Zornes, aber nichts dergleichen trat ein. So ist Alles aus, Alles vorbei zwischen uns? sagteer mit Anstrengung.

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Misse für Frauenleiden i. Als sie jetzt zum ersten Male zu ihm aufblickte, sah sie, dan dieser Augenblick ihn für immer unglücklich gemacht hatte. Sie stürzte vor ihm auf die Knie nieder und bestürmte ihn mit flehentlichen Bitten um Verzeihung. Er aber hob sie auf und sagte mild: Fräulein Grccba, habe ich Euch vielleicht nicht genug geliebt ?- Nein, nein, das ist es nicht !- rief sie. Ich bin nur ein rauher, unwiffender Bursch, eine Art wildes Thier sozusagen, nicht würdig, die Hand einer Dame zu berühren, nicht würdig, daß eine Dame sich zu mir herabläßt.Ncin, Iason, nein, es gibt in der ganzen Welt keine Dame, von welcher eS cme Herablassung wäre, Euer Weib zu werden.- - Dann hat eS Euch vielleicht gekränkt, daß ich in der Stunde Eurcr Noth meinen Vortheil wahrnahm.Nein, im Gegentheil. Ihr habt Euch mir in meiner Noth nur als treuer Freund bewahrt." So sagt mir, Grccba, waö sich seit gestern zugetragen hat." Nichts und Alles, Iason, ich habe unrecht an Euch gehandelt. Euch trifft keine Schuld aber ich weiß jetzt, daß ich Euch nicht liebe." Er wandte sein Antlitz von ihr ab und als er wieder zn sprechen begann, schien ihm die Stimme in der Kehle ersticken zu wollen. So laßt nns warten," brachte er hervor. Es wäre nutzlos," erwiderte sie. Liebt Ihr einen Andern?" Ehe sie jedoch zu antworten vcrmochte, sagte er hastig: Halt! Ich habe kein Recht, Euch so zu fragen, und will keine Autwort hören." Ihr seid ein edler Mensch, Iason." Ich dachte nur an mich selbst," lehnte er ab. (Fortsetzung folgt.) Petroleum und Naturgaö. Nach einer Eingabe des geologischen Bureaus in Washington, D.E., sind im Jahre 1905 in den Ver. Staaten 134.717.580 Faß Petroleum produzirt worden, gegen 117.080.960 im Jahre 1904. Es war dies eine größere Produktion als diejenige Zn irgend einem der vorhergegangenen Jahre, wiewohl der Werth des Oels um Z17.018.056 weniger betrug als im Jahre 1904. Der Werth des im Kalenderjahr 1903 in den Ver. Staaten produzirten und verkauften Naturgases überstieg den des Vorjahres um 3.066,099. Der Gesammtwerth war 541.562.855. Die größte Zunahme ergab sich in Westvirginien, nämlich um Z1.961.655 mehr als im Vorjahre. In Pennsylvanien betrug die Werthzunahme Z1.957.442. Louisiana trat zum ersten Male als Naturgas pro duzirender Staat auf, und in Kansas, Oklahoma und dem Jndianer-Territorium ergab sich eine bedeutende Zunahme der Produktion. In Kansas betrug die Zunahme der Produktion gegen früher 49 Prozent. Die vereinigte Produktion von Oklahoma und dem Jndianer-Territorium war um 161 Prozent größer, als im Jahre 1904. Die großen Naturgasquellen von Jndiana sind seit 1902 stetig zurückgegangen, und der Werth der dortigen Produktion war im letzten Jahr beträchtlich niedriger, als die Hälfte der früheres Mazimalproduktion. Auch in Kentucky und Tennessee ist die Produktion zurückgegangen. Die Zahl der Hausbewohner, die 1905 mit Naturgas versehen, war 779.638, die Zahl der Hüttenwerke. Glasfabriken. Backsteinfabriken, die von Naturgas Gebrauch machten, 8563. Ein Frauen-Klub ist in Berlin in's Dasein getreten, dem nur solche Frauen und Mädchen als Mitglieder angehören können, die taub smd. Der Klub zählt bereits über 100 Mitglieder, die sich einmal wöchentlich versammeln, um bei eer Tasse Thee unter Zuhilfenahme der V,Zci's77'e zu konversiren.