Indiana Tribüne, Volume 30, Number 73, Indianapolis, Marion County, 16 November 1906 — Page 6
Jndiana Tribüne, 16 November 1906
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Europäische Nachrichten. VUrtlernverg. Stuttgart. Verliehen wurde: Dem Oberlehrer Ayrer und dem Schullehrer Hildenbrand in Kirchheim u. T. je die Verdienstmedaille deZ Kronenordens, der Vorsteherin des Paulinenstifts in Friedrichshafen, Julie Späth, und der Lehrerin der englischen Sprache an dieser Anstalt, Luise Stromeyer, je die Karl - OlgaMedaille in Silber. Ä a ck n a n g. Hier versuchte die 6jährige Tochter Helene des Schuh" fabrikanten Steuer auf dem Trep pengeländer abwärts zu rutschen, verlor dabei das Gleichgewicht und stürzte durch das Treppenhaus in die Tiefe. Sie wurde schwer verletzt aus gehoben und starb nach einiger Zeit. G m ü n d. ' Beim Arbeiten am neuen Remwehr ertrank der Wagner Enesle von hier. G e r h a u s e n. Dem Ortssieuerbeamten Eckle Hierselbst wurde anlaßlich des Rücktritts von seinem Amte die silberne Verdienstmedaille verliehen. L a u p h e i m. Dekan StadtPfarrer Dr. Sauter hier feierte kürzlich sein 50jähriges Prieslerjubiläum. Nach dem Gottesdienst wurden dem Jubilar im Stadtpfarrhaus von verschiedenen Abordnungen Glückwünfche und Geschenke dargebracht. Dr. Sauter wurde zum Oberkirchenrath auf der 4. Rangstufe der Hofordnung ernannt. Mühlhausen a. N. Der 19jährige Hilfsmonteur Singer war mit dem Reinigen seines Revolvers beschäftigt; der 20jährige Spinnereiarbeiter Hermann, der dazu kam., machte sich ebenfalls mit dem Revolver zu schaffen. Plötzlich entlud sich die Waffe, und das Gefchoß drang dem jungen Singer in die Brust. Nach Anlegung eines Nothverbandes wurde der schwer Verletzte in das Krankenhaus übergeführt. N i e d e r n h a l l. Der König Lbenahm beim siebenten Knaben von Christ. Friedr. Rapp hier die Pathenstelle und ließ das übliche 'Geschenk überreichen. Nellingen. Auf der Rückfahrt vom Feld wurde kürzlich der 13 Jahre alte Wilhelm Knödler infolge Scheuens der vorgespannten Stiere von dem mit Klee beladenen Wagen überfahren, wobei er so schwere Verletzungen erlitt, daß er alsbald gestorben ist. T u t t l i n g e n. Seit längerer Zeit wurde der 24jährige ledige Gapsergeselle Wäschle von Königsheim, der hier in Arbeit stand, vermißt. Letztens wurde er in der Nähe der Brücke als Leiche aus der Donau gezogen. W i b l i n g e n. Dem KantinePächter Chr. Schmid von hier wurde für die bei einem Brandfall mit eigener Lebensgefahr ausgeführte Rettung eines Menschen die Rettungsmedaille in Silber verliehen. Wnden. Karlsruhe. Hier beging Karl Rheinbold, Direktor der Karlsruher Lebensversicherung A.-G., vormals Allgemeine Besorgungs - Anstalt sein 40jähriges Dienstjubiläum, Baden - Baden. Nach kurzem Krankenlager starb Stadtrath Josef Koch im 52. Lebensjahre. Breiten. Hier wurde unter zahlreicher Betheiligung die neu erstellte Bronzegedenktafel am Kriegerdenkmal eingeweiht. Emmendingen. Der Gemeinderath hat beschlossen, versuchsweise einen Fischmarkt einzuführen im Hin? blick auf die hohen Fleischpreise, durch welche die ärmere Volksklasse gezwunist, Fleischspeisen fast ganz zu entbehren. Da die Stadt den Handel direkt betreiben wird, sollen die Fische ohne Verdienst abgegeben werden. Frey bürg. Aus Anlaß ihres 50jährigen Bestehens hat die Sektkellerei Kloß & Foerster für ihre Beamten und Arbeiter 60.000 Mark und für die Stadt 5000 Mark gestiftet. H a s l a ch. Beim Nachhausefahren fiel Wilhelm Rothmann aus Unterentersbach hinten über aus dem Marktwagen und brach das Genick. Heidelberg. Geh. Hofrath Vierordt hat der hiesigen Louisenheilanstalt ein Vermächtniß zur Errichtung von Freistellen und den größten Theil seiner fachwissenschaftlichen Bibliothek hinterlassen. Konstanz. Sein , 25jähriges Lehr- und Künstlerjubiläum feierte der Direktor der Konstanzer Musikschule. Viktor Emanuel v. Mussa, Ritter v. Kaczkowski. Mannheim. Der 20 Jahre alte ledige Kaufmann Georg Röth von hier hat sich auf dem hiesigen Friedhofe durch einen Revolverschuß getödtet. Pfolzheim. Der Gipsermeister Wilhelm . Harrer hier, der sich wegen gefährlicher Mißhandlung seiner Frau vor dem Schöffengerichte hätte verantworten sollen, hat sich in der Wirthschaft zum Storchen den Hals abgeschnitten. Plittersdorf. Das 2y2 Jahre alte Kind Bertha Uhrig wurde von einem Fuhrwerke überfahren und war sofort todt. T r i b e r g. Kürzlich ist der srüyere Gmermakler' Aloer: Notztnger trn Alter von 76 Jahren gestorben. Waldöhut. .In Unteralpfen brannte das Anwesen M LandwirthS
Jakob Thoma nieder. Das Vkey konnte gerettet werden, während alle Fahrnisse zu Grunde gingen. Der Schaden beträgt 30,000 M. Man vermuthet Brandstiftung. Ftt)eiirpkakz. Speier. Hier ist Herr Großkaufmann Aron Haber im. Alter von 68 Jahren nach vierwöchentlicher, schwerer Krankheit gestorben. Annweiler. Letztens brach in der Gerbergasse bei Nachtwächter Friedrich Baumann und Fabrikarbeiter Peter Weiß, die in gemeinschaftlichem Hause wohnen, Feuer aus. Die bereits unter Dach gebrachten Fruchtund Futtervorräthe boten dem Brande reiche Nahrung. Das Feuer sprang alsbald auf das Anwesen des SteinHauers Christ. Schmidt und auf das des Schuhmachers Karl Schneider über und äscherte hier die Dachstühle vollständig ein. Vecherbach. In ihrer Scheune wurde kürzlich die Ehefrau des Ackerers Peter Lauer von hier erhängt aufgefunden. Beweggrund war geistige Umnachtung. Frankenholz. In einem Schacht der hiesigen Grube verunglückte der verheirathete, etwa 47 Jahre alte Hauer Nikolaus Metzinger von Jägersburg durch niedergehendes Gestein. Er erlitt einen Bruch der Wirbelsäule, an dessen Folgen er gestorben ist. Hagen dach. Bor kurzem brannte hier das Anwesen des Ackerers Schapf. Wohnhaus und Scheune, nieder. K 0 n k e n. In tiefe Trauer wurde hier beim Erwachen eine hiesige Familie verfetzt. Der Ackerer Lud wig Gerlach fand seine junge Gattin erst 23 Jahre alt, ein- Enkelin des Bürgermeisters., neben sich todt vor. Die Todesursache ist noch unbekannt. L a n d st u h l. Der Ackerer Christian Rudolphi aus Spesbach wollte auf den hiesigen Wochenmarkt mit Kartoffeln fahren. Vor der Stadt wollte er von seinem mit Kühen bespannten Fuhrwerk steigen, er kam aber mit seinem linken Fuße so unglücklich in das Rad, daß der Fuß mehrmals gebrochen wurde. L u d w i g s h a f e n. In der Vaumwollspinnerei zu Lampertsmllhle bei Kaiserslautern verunglück!? der Arbeiter Heinrich Pfister der hiesigen Firma Hartmann & Grünzweig. Er war mit Jsolirungsarbciten an der Dampfleitung beschäftigt, als plötzlich ein Wasserrohr bei der Feuerung platzte. Durch einen Sprung wollte er sich retten, stürzte aber und erlitt einen Schädelbruch. Außerdem wurde er durch die ausströmenden Dämpse derartig verbrüh!, daß er als Leiche vom Platze ge:ragen wurde. Ransweiler. Hier brannte das Wohnhaus des Schreiners Braun nieder. Der Schaden ist bedeutend. Erlcrß'Lotyringen. S t r a ß b u r g. Ein rabiater Ehemann stand in der Person des Gastwirths Hartmann aus Grüneberz vor dem Schöffengericht; er war angeklagt, fene Frau in den letzten Monaten fortgesetzt in lebensgefährlicher Weise mißhandelt zu haben. Das Gericht verurtheilte ihn zu 2 Mona ten Gefängniß; der Werteter der Staatsanwalt ichaft hatte 5 Monate beantragt. Ars. Bei der Verhaftung des Arbeiters Boratzki wurde derGendarm Hilkenmeyer von dem Genannten, seiner Mutter und seinen Freunden überfallen. Er gab zwei Schüsse ab. von denen der letzte Boratzki in den Unte::eib traf. Nach einer Vierte!stunde erlag der Verwundete den erlittenen Verletzungen. Fentsch. Der Mechaniker Kohler überschritt mit seinem dreijährigen Kinde auf dem Arm das Geleise als gerade ein Personenzug in den BahnHof einfuhr; er und das Kind kamen unter die Räder des Zuges; beide wurden schwer verletzt. Das Kfod ist gestorben. Richlingen. Das 9jährize Kind des Schreiners Arnold wollte sich in Abwesenheit seiner Elter auf dem Petroleum - Ofen Kartoffeln wärmen; hierbei stieß es aus Unvorstchtigkeit den Petroleumkocher um; es erfolgte eine Explosion, bei welcher das Kind so schwere Brandwunden erlit, daß es nach qualvollen Schmerzen im Lause des folgenden Tages starb. Sigolsheim. Man fand auf der Straße, die von hier nach Bennweier führt, ein Fuhrwerk, das herrenlos war. Nicht weit davon lag im Straßengraben der, Besitzer desselben, der Weinsticher und Wirth Michael Eschbach aus Zellenberg, aber todt. Thann. Der vom Jagdhüter Bodensohn gelegentlich eines Streites durch einen Schuß verletzte Landwlrth Schnebelen aus Roden, Mitglied des Gemeinderaths, ist im Mülhauser Spital gestorben
Späh ne. In China befinden sich gegenwärtig 9000 Meilen Eisenbahnen im Bau. In Lapland tragen Männer sowohl wie Frauen die gleiche Kleidung. Der längste D r a h t z a u n, der 1236 Meilen mißt, befindet sich m. .Australien.
Aus der Schweiz. Fremdenindustrie im Jahre 1906. Freimaurerei in der Schweiz. Bodcnsocgürtclbahn. Schweizerisch-Deutsche Handesbeziehungen.
Zürich, 24. Oktober 1906. Die Schweiz kann mit dem Gang der Fremdenindustrie im Jahre 1906 wobl zufrieden sein; denn es läßt sich in fast allen Gegenden, wo solche Industrie sich eingebürgert hat, ein sehr lebhafter Verkehr konstatircn. Was die Winterstationm betrifft, deren Zahl und Umfang sowohl für Kur- als auch lediglich für Sportzwecke von Jahr zu Jahr größer wird, so waren sie fast ausnahmslos gut frequentirt und man anerkannte schließlich eine recht befriedigende Saison. Davos, Arosa, St. Moritz, Pontresina, Maloja in Graubllnden. Grindelwald, Lenk, Adelboden etc. im Kanton Bern, Engelberg in Unterwalden, Leysin im Waadtlande verzeichneten so viele Wintergäste aus allen Windrichtungen, wie noch nie zuvor. Die FrühjahrsStationen am Gcnsersce ,vor allem das unübertreffliche Montreux und das herrliche Clarens, ebenso Lugano und andere Kurorte im Tessin waren mit Gästen Wochen, lang vollbesetzt. Auch Luzern. Wcggis, Vitznau und Gersau am Vierwaldstäitersee hatten starken Besuch. Einige thurgauische Bodensccuferorte, namentlich das reizende Ermatingen, kommen als liebliche Frühlingsposten immer mehr in Aufschwung. Die Sommersaison, welche bekanntlich die Hauptsache bildet und es wohl immer bilden wird, war in einigen Gegenden eine geradezu glänzende. Im Juli, August und auch noch in der ersten Hälfte des September sluthete es rings um den Vierwaldstättersec von Fremden aller Nationen und Sprachen und im Berner Oberland bis in die höchsten Berge hinauf erfreute man sich ebenfalls sehr zahlreichen Zuspruches von Gästen, die auch etwas liegen lassen". Das herrliche Wallis hatte es, wie gewohnt, namentlich Franzosen, Engländern und Italicnern angethan. Besonders erfreulich ist, daß in diesem Hochgebirgslande, dessen großartige und seltene Naturschönhciten nach Tausenden zählen streng genommen ist es aber nur eine einzige, denn das ganze Wallis ist ein landschaftliches Juwel, wie ein zweites in seiner Art auf diesem Planeten nicht zu finden ist der Touristenverkehr sichtlich in mächtiger Entwicklung begriffen, während Zermatt, Zieral, Monthey und andere Mittelpunkte des Fremdenverkehrs ihren alten Ruf als unübertreffliche Luftkurorte beibehalten. Zweifellos ist die neue Simplonbahn ein ausgezeichnetes Mittel zur Erhaltung und fortwährenden Veletung des Fremdenverkehrs im Wallis und an den herrlichen Ufern des Genfersees. Das untere und mittlere Engadin, dessen Centrum bekanntlich Tarasp-Schuls-Vulpera bildet, hatte eine ausgezeichnete Saison, während die Höhenkurorte des Oberengadin genöthigt waren, ihre Ernte innerhalb zweier Monate zu machen, eine etwas zu kurze Frist. Dafür haben dann die Herrschoften. welche im Hochsommer das einzige Oberengadin zu ihrem Aufenthaltsorte wählen, meistens eine mit Goldvogcln" wohlgcspickte Kasse bei sich. Zum ersten Mal offenbarten die Glarner. daß auch sie mit der Fremdensaison des Jahres zufrieden seien; ihr eigenartig reizvolles Alpenländchen, wundervoll eingebettet zwischen die mächtigen Gebirgszüge der Urkantone und Graubündens, ist in der weiten Welt immer noch zu wenig bekannt und gewürdigt. Es gibt kaum ein charakteristischeres und lohnenderes Touristengebiet als das Ländchen zwischen dem Walcnsee und den Bergen und Gletschern der Urschwciz cs ist. Das weitläufige Säntisgebirge, zu dessen Füßen das idyllische Appenzcllerland ruht, sieht als Touristcnziel einer sehr schönen Zukunst entgegen; denn alljährlich wächst um ein Namhaftes die Zahl seiner dielen und dankbaren Freunde. Das tannengrüne Toggenburg, von WildHaus, wo dieThur entspringt, bis herab zur alten Aebtestadt Wyl im st. gallischen Fürstenlande, ist als weitläufige, hochsommerlich, alpine Kurlandschaft noch in seiner ersten Periode. Es freut sich derselben, zumal alle Ursache vorliegt, mit ihr sehr wohl zufrieden zu sein. Von Saison zu Saison nimmt die Zahl der Kurgäste und Touristen in diesem Thvoll Sonnenschein und Waldesduft bedeutend zu. - Nirgends lebt man bei mäßigen Ansprüchen besser und billiger als hier und nirgends ist es kurzweiliger als bei den stets fröhlichen, lebenslustigen Toggenburgern. Britische und amerikanische Millionäre steigen freilich höchst selten in dieses stille Thal der Hirten und Sticker; um so wohler ist's dem einfachen Gast aus ländlich-bllrgerlichen Verhältnissen. Eine Thatsache darf hier nicht unerwähnt bleiben. Noch nie war nämlich die Zahl von Schweizer- und DeutschAmerikanern, welche für einige Monate oder Wochen aus dem fernen Westen nach dem kleinen Alpenlande im Herzen Europas gezogen kamen., um hier eine Zeit lang auszuruhen und sich zu erholen in unseren Bergen und an schweizerischen Gesundbrunnen, so stark wie im letztvergangenen Sommer. Das was em Wiedersehen, Begrüßen, Verweilen und Abschiednehmen an allen Ecken und Enden! Und daß unserem
Vorre diese Amerlkaner-Gaste stets hochwillkommen sind und sie künftig nicht vermissen möchte, braucht nicht gesagt zu werden. Doch auch der Umstand, daß es so ist und daß das große reiche Amerika von Jahr zu Jahr mehseiner Bürger und Bürgerinnen uns als Gäste sendet, ist eine sehr erfreuliche, nichr zu unterschätzende Perspektive in die Zukunft für die schweizer!sehe Fremdenindustrie. Auch in ande
rer Richtung ist die Erscheinung lebhaft zu begrüßen. ! Auch in der Schweiz zählt die inter nationaleFreimaurerei vieleMitglieder. Ursprünglich waren eS meistens Ange hörige der vornehmsten Familien, welche sich einer Freimaurerloge anschlossen, entsprechend der ähnlichen Erscheinung im Auslande, wo die Aristokratie und die Gelehrtenwelt sich mit Vorliebe der Freimaurerei angliederten. Die erste Loge wurde im Jahre 1736 in Genf gegründet und bald folgten Lausanne, Zürich, Neuenburg, Basel, Bern und Freiburg. Das Schicksal dieser Logen war ein wechselvolles. Die französische Revolution brachte fast alle Logen zum Stillstande ihrer Arbeiten. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden, zum Theil aus den Ueberresten früherer Logen, zum Theil ganz neu, successive die jungen Logen, tütlix auch heute noch existiren. In 1803 wurde in Bern die Loge zur Hoffnung" gegründet, welche an der Ausgestaltung der schweizerichen Freimaurerei und der Schaffung einer nationalen Großloge den meisten Antheil nahm. In 1844 wurde der Bundesvertrag in Zürich von 14 Logen unterzeichnet und Professor I. I. Hottinger 'in Zürich zum ersten Großmeister gewählt. Die schweizerische Großloge erj hielt den Namen Alpina". Von da , an beginnt die eigentliche schweizerische ' Freimaurerei. Die Zahl der Logen , hat sich seitdem von 14 auf 32 vermehrt, von denen der größere Theil auf die französische Schweiz fällt. Die Mitgliederzahl beträgt gegenwärtig an 3500. Um zu beweisen, daß die schweizerische Freimaurerei keinen Gehnmbund bildet und ihre Logen lediglich geschlossene Gesellschaften sind, hab:n sowohl die Großloge Alpina", als auch die einzelnen Logen in den Kantonen sich in das schweizerische Handelsregister eintragen lassen und ihre Statuten und Mitgliederverzeichnisse sind bei Behörden deponirt. Nicht nur in Deutschland, Oesterreich, Belqien etc., sondern auch in der Schweiz waren von jeher und sind heute noch gewisse Leute eifrig bemüht, der Freimaurerei alles Schlechte nachzusagen, sie für alles Unheil, das eS vorweg gibt, verantwortlich zu machen, und es gibt Fanatiker. Aengstliche und Einfältige in Menge, welche solchen Märchen vollen Glauben schenken. Ich erinnere mich aber nicht, daß m der Schweiz je einmal eine gegen die hierseitige Freimaurerei geschleuderte ehrenrührige Behauptung auch nur halbwegs bewiesen worden wäre. In dem Waadtländer Louis Ruchonet. einem Protestanten, besaßen wir mehrere Jahre lang ein Mitglied des Bundesrathes. von dem auch die Führer unserer Katholiken und ihre Presse ane?kannten, daß er ihnen gegenüber wie selten ein anderer Freidenker, hohe Gercchtigkeit und Billigkeit walten lasse. Und dieser wackere Mann war lange Zeit Großmeister des schweizerischen Freimaurerbundes und Mitglied des letzteren bis zu seinem Tode. Vor sechs Jahren wurde das leh!e Theilstück der Bodensee - Gürtelbahn bautechnisch vollendet und h:utc ist diese ganze Bahn, welche das sckabische Meer" rings umgürtet, dem Bctriebe übergeben, eine Linie, die zu den verkehrsreichsten in Süddeutschlar.d und der Schweiz gehört und deshalb sich auch gut rentirt. DieBodensce-GIir-telbahn Lindau - Bregenz - St. Mcirzreihen - Romanshorn - Konstanz-Ra-dolfszell - Ueberlingen - Friedrichsh.l' fen - Lindau, mit Einbezuz der Strecke Konstanz - Singen - Radolsszcll. h.t eine Länge von 210 Kilometern. Die erste Theilstrecke Rorschach - St. Mar. grethen wurde in 1855 eröffnet; ir folgten Singen - Konstanz in 1803, Radolfszell - Stahringen in 1867. Rorschach - Romanshorn in 1869, Romanshorn - Konstanz in 1871. Lindau - St. Margrethen in 1872. Konstanz - Singen in 1875. StahringenUeberlingen in 1895. FriedrichshafenLindau in 1896 und FrledrichshOs?-:-Ueberlingen in 1901. Mit der Einsügung des letzten Gliedes der Gürtrlbahn wurde zugleich am öidlite ! Seeufer und weiterhin nach Westen bis Basel deutscherseits die Strecke rosf-' net. welche der alte Moltke im deutschen Reichstag einmal als strategisch besonders wichtig bezeichnete und dercn doppelspurige Anlage deswegen sur nothwendig erklärte. ' Keinem anderen Staate ist es bisher möglich geworden, die Konsumkraft der Schweiz dergestalt in seine handelspolitisln Dienste zu nehmen. w:e Deutschland. ' Die Ausfuhr Deutsch-; land nach der Schweiz wächst von , Iah" zu Jahr ganz bedeutend und si: ist n keineswegs an der Grenze ihr-r Aus' hnungsfähigkeit angekommen. Während der deutsche Export nach der Schweiz im Jahre 1892 erst 223 Mi!lionen Franken betrug, stieg er :n 1896 infolge- des Zollkrieges de? Schweiz mit Frankreich auf 305 Millionen, auf 350 Millionen im Jahre 1900 und für 1905 verzeichnet die Statlstlk sogar 441 Millionen. Z?ran'rrbö Erdort nacö der Schweiz ist j
während Ui Zollkrieges bedeutend zurückgegangen und hat bei 170 Millionen Franken, den größtm Tiefstand erreicht, der erst nach dem Zollkriege successive wieder nachließ und heute einer Aufwärtsbewegung Platz gemacht hat, welche Frankreich bestimmt der soeben abgeschlossene französischschweizerische Handelsvertrag beweist es mit der Schweiz aus einem besseren Fuße als bisher zu leben, wenw cs nicht Gefahr laufen will, den jetzigen Export von 274 Millionen größtentheils einzubüßen und Deutschland ?n die Stelle treten zu lassen. Daß die Handelsbeziehungen zwischen euiscyland und der Schweiz bei den ZollverHandlungen mit Frankreich ebenfalls eine wichtige Rolle gespielt haben, steht außer Zweifel. Und wenn eS auch nicht wahr ist. daß der schweizerische Bundesrath Frankreich mit einer schweize-risch-deutschen Zollunion gedroht habe, um Frankreich gefügiger zu machen, so konnte es den Franzosen doch nicht unbekannt sein, daß wenn zwischen ihnen und der Schweiz wieder ein Zollkri:z ausbrechen würde, Deutschland in erster Linie Ursache hätte, sich dessen zu freuen. Deutschland und Frankreich waren bis zum Jahre 1892 Konkurrenten im Kampfe um die Eroberung schweizerischer Absatzgebiete; dann kam der Zollkonflikt mit dem westlichen Nachbar. Deutschland überflügelte Frankreich und seither ist der deutsche Export Sieger geblieben; es sind auch alle Anzeichen dafür da. daß diese Situation sich so bald nicht ändern wird. Zur Zeit führt Deutschland täglich für 1$ Millionen Franken Waaren nach der Schweiz aus; in zwei bis drei Iahren dürften es 1 Millionen sein. Das ist ein Erfolg deutscher Intelligenz und deutschen Gewerbefleißes, aber auch ein Beweis für die eminente Kaufkraft dtt Sckweiz. die besonders im Auslande in Erstaunen setzt. 1 Eine Auszeichnung für treue Dienstmädchen hat der vorzügliche Deutsche Haussrauen-Ver-ein in Groß - New York eingeführt. Er verschenkt hübsche, eine goldene Biene zeigende Brustnadeln an Dienstm'ädchen für mehr als zweijähriges Verweilen bei einer und derselben Familie. Unter den Beschenkten war Rosa Hahn, welche zehn volle Jahre einer Familie so treu gedient 'hat, daß die Hausfrau nicht müde wurde, ihr Lob zu verkünden. Siebenunddreißig andere Mädchen erhielten die Biene für kürzere Zeit; und wenn sie nochmals zwei Jahre bleiben, fliegt ihnen die goldene Biene nockmals zu. Die feierlicheUeberreichung erfolgt im Amtszimmer des Vereins. Diese deutschen Hausfrauen sind stolz auf ihr Wirken. Wohl derschließen auch sie ihre Augen nicht der stetig wachsenden Abneigung gegen, Dienst", Geschirrwaschen und Reinemachen; allein durch das Bestehen auf beste Empfehlungen und durch gute BeHandlung hoffen sie. den Widerwillen zu bannen. Das Ende des Salton Sees. Aus San Francisco schreibt man: Der Anfang vom Ende des Salton Sees ist gekommen. Die Beamten der Süd-Pacific-Vahn zeigen an, daß demnächst der Colorado in sein altes Bett gebracht werden würde und somit der Zustrom in den See aufhöre. der bald austrocknen werde. (In Süd-Californien giebt es eine große Niederung, welche viel tiefer liegt als der Meeresspiegel. Sie war einmal mit Wasser angefüllt und dieses Wasser hat riesige Salzmassen hinterlassen, welche mit Dampfschaufeln abgebaut und nutzbar gemacht werden. Vor einigen Jahren wollte Jemand ein Stück Land auf dem rechten Ufer des Colorado künstlich bewässern und zog einen Graben von dem Fluß nach dem zu bewässernden Land. Aber bei einer plötzlich eintretenden Fluth riß der Fluß mit furchtbarer Gewalt durch, aus dem Graben wurde ein neues Flußbett und die Salton Niederung ein See von ungeheurer Aus dehnung. Die Süd-Pacisic-Bahn, welche eine Linie durch das Basin laufen hat, mußte mehrmals vor dem Wasser zurückweichen und die Linie höher legen. Die Schließung des neuen Kanals war sehr schwierig. Sie kostete der Vahn-Kompagnie ungesähr 'ine Million Dollars.) Eine Anordnung der Baltimore? Gesundheit s b e h ö r d e über Schulkinder
besagt nach dem dortia'N .Deutschen Korrespondent" Folgend: Besagte Behörde hat für die ärztlichen Jnspektorender öffentlichen Schulen KartenFormulare herstellen lassen, welche für die ärztlichen Untersuchungen der Schulkinder maßgebend sein sollen. Allgemeine Ernährung. Haltung, Auge. Ohr, Mund. Rachen. Nase, Drüsen und Haut werden untersucht. Die Gesundheitsbehörde erlangt dadurch das Material über den Gesundheitszustand der einzelnen Schüler und wird dadurch in den Stand gesetzt, beginnende Uebel zur Kenntniß der Eltern zu bringen und auf die gesundheitlichen Verhältnisse in den Schulen günstig einzuwirken. Schulärzte sind, besonders in den Großstädten, ein Bedürfniß, und die Gesundheits-Behörde Baltimores verdient für die neue Einrichtung alle Anerkennung. Wenn jemand seine Meinung Zmmn für sich behält, so wird ihm niemand befireiten, daß er Recht hat.
