Indiana Tribüne, Volume 30, Number 73, Indianapolis, Marion County, 16 November 1906 — Page 1

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. J Erscheint jeden Nachmittag. Jahrgang 30. Jndianavolis, Ind., Freitag, 16. November 190 ' No. 73.

Ei werlhloser Check Eine wichtige Entscheidung.

Sheriff Bryant Verspricht, Coe einzuliefern.

NemS Verhör für Sherrick. Jndiana Supreme.Gericht giebt diese Cntscheidung ab.

Davld E. Sherrick, der frühere StaatZ.Auditor, wird nun einen neuen Prozeß erhalten. Sherrick verbüßt ei nen Termin im Gefängnisse, da man ihn der Unterschlagung schuldig be fand. DaZ Jndiana SupremeGericht gab am Freitag Morgen eine Entscheidung ad, weiche die Entscheidung deZ Marion County Kriminalgerichts umstößt und den Spruch der Geschworenen aufhebt, indem eö dem Verurtheilten einen neuen Termin bewilligt. Sherrick wurde zu von 2 bis 21 Jahren verur theilt. Er hat mehrere Monate gesessen. Sherrick wird sofort nach Jndiana poliZ zurückgebracht, und auf Ordre des Kriminalgerichtes gehalten werden, möglicherweise gegen Bürgschaft. DaS Gericht vertritt die Anficht, daß Eher, rick keine Staatsgelder unterschlug, da diese Gelder den VerficherungSgesell schalten gehörten. Richter Hadley gab die Entscheidung ad. Schwer verletzt. Streckenarbeit von Lokomotive über- , fahren. Michael Grabbae, 26, ein Strecken, erbelter der Union Railway Co., wurde am Freitag Morgen beim Union Bahn Hofe überfahren. Ein Bein wurde an der Hüfte, oaö andere beim Knie abge fahren. Der Mann war durch den Blutverluft so geschwächt, daß man nur venig Hoffnung auf seine Genesung hegt. Er wurde in'S St. Vincent'S Hospital gebracht. Grabbae war an einer Weiche mit Reparaturen beschäftigt. Er trat zur Seite, um einem Rangirzuze auszuweichen, und trat direkt vor eine Loko motive hin. Grace Lemon gestorben. Im Nathan MorriS - Feuer verletzt. Nach vier Jahre langem Leiden ist geftera Grace Ferrell. No. 2214 Park Avenue wohnhaft, gestorben. Grace Lemon zog sich vor vier Jahren, als die Wohnung von Dr. HaaS an der Nord AlabamaStraße, niederbrannte, sehr schwere Verletzungen zu. Nathan Morris und feine beiden Neffen kamen bekanntlich in diesem Feuer um. Dasselbe wurde damals erst entdeckt, nachdem bereits das ganze Gebäude in Flammen stand. Richter Men'S Ansicht. .Generalanwalt Miller'S Anficht ist so klar wie Morast-, soll Richter Al ford's Anficht in Bezug auf die Cnt. scheidung Miller'S sein. Richter Al ford hat sich daS Gesetz durchgelesen, und er ist zu dem Entschlüsse gekom men, daß sein Termin nicht vor dem 31. Dezember endet. Er und sein Nachfolger Pritchard werden jedoch KrelSrichter Allen die Soche zur Ent scheidung unterbreiten, und dessen Ent scheidung werden sich beide unterwerfen. III JahreS-Lall. Deutlcher Gegenseitiger Unterstützung?Verein. Morgen Abend veranstaltet der Deutsche Unt:rst1tzungSVerein in der Columbia Halle seinen JahreSball. Das Feft.Comite ist mit den Vorbe reitungen bis j.tzt beschäftigt, gewesen, und ein vergnügter Abend in deutscher Gesellschaft harrt' der vielen Mit. glieder und Freunde deS Vereins. Henry S t a a t S, ein früherer Insasse deS Armenhauses, der aber im mer von dort fortlief, wurde von der Polizei bei der Pennsylvania und South Straße festgenommen und als irrsinnig nach der Etatton befördert.

In Zahlung von 7 Uhren.

Ein glattzüngiger Mann, mittleren Alters, der den EngroSJuwelenbünd ler LouiS Heese um 7 goldene Uhren beschwindelte, wird von der Polizei ge sucht. Am letzten Mittwoch erschien der Mann zum ersten Male und kaufte eine goldene Uhr im Werthe von $34, welche er mit Einern Check bezahlte. der mit dem Namen Clark unterzeichnet war. Nachdem Haas telephonische Anfrage gehalten und ausgefunden, daß der Check gut war, nahm er denselben an. Einige Tage später erschien der Mann abermals. Herr HoeS war nicht an wesend, und der Fremde wühlte sieden Uhren, für welche er dem ihm bedienen den Mädchen einen Check zum Betrage von 8163 einhändigte. Dieser Check wurde von der Bank nicht anerkannt, da keine weiterenBaarbeftünde zuClarks Credit in der Bank standen. HaaS meldete seinen Verlust der Po lizei, die nun nach dem Unbekannten Umschau hält. Neue Telephos-Aogestellte Werden beim Kabellegen Verwendung finden. Zehn kleine Frettchen (ferret ) find von der Central Union Telephon Com pagnie angeschafft, um beim Legen der unterirdischen Leitungen behülfltch zu sein. Den kleinen Thierchen wurden niedliche Sattelgeschirre gemacht, an welchen starke Bänder befestigt werden. Die kleinen Telephon-Angeftellten-werden dann in die Röhren gesetzt, und dann nach dem anderen Ende gejagt. Die auf diese Weise durch die Röhren gezogenen Bänder werden dazu benutzt, stärkere Seile, und mit diesen später Drähte durch die Röhren zu zieheu. Der Nachlässigkeit beschuldigt. In einem Briefe, welchen StadttZe sunddeitöbeamter Dr. Eugene Buehler an Fred Matson, den Stadtanwalt richtete, beschwert er sich darüber, daß so viele der Anklagen gegen Milchhünd ter und andere, bis jetzt nicht zur Ver Handlung gelangten. Er glaubt, daß der Gehülfsanklüger Pettijohn für die Verzögerung verantwortlich ist. Einzelne der Fälle sollen 2 Monate alt sein, und mehrere Anklagen sollen gegen einzelne der Leute schweben. Deutsch - amerikanisüser Demotraten Club. Der deutsch amerikanische Demokraten Club hielt gestern Abend seine regelmäßige Monatsversammlung ad. ReminLcenzen aus der' Etadtwahl wa ren an der Tagesordnung. Der Club gedenkt am 12. Dezember eine Rattfi. katlons'Versammlung im großen Zimmer der Germania Halle abzuhalten. Die Kandidaten wurden eingeladen. und die Freunde deS Vereins werden gleichfalls erwartet. Einladungskar ten sollen ausgesandt werden. Vom Reformator! zurückgegebracht. Wm. Aubery uud Shirley Irwin. welche im August d. I. einen Eisen bahnzug zum Entgleisen brachten und dadurch den Tod von drei Personen veranlagten, find von dem Reforma torium nach Petersburg, Ind., zurück gebracht worden. Die dort in Sitz ung befindlichen Großgeschworenen un tersuchen zur Zeit die Anklage gegen die beiden Burschen; dieselbe lautet aus Mord im ersten Grade. Sie wurden s. Zt. nach der Reformanstalt gebracht. weil lefahr im Anzüge war, daß sie in Petersburg gelyncht werden würden. I a m e s M. Turner aus ttirkland, Ind., der fein Pferd und Wagen an der Washington Straße nahe Virginia Ave. angebunden hatte. machte bet seiner Wiederkehr die unlieb same Entdeckung, daß das Geführt ge ßohlen wurde.

Richtertermine sollen am Samstag aus-laufen.

Laut der vom Generalanwalt C. W. Miller abgegebenen Entscheidung, be ginnen die Termine der neuerwählten Richter deS Chcuit., Superior und Kriminalgerichts sofort. Dieser Entscheidung nach würde Richter Alford, der die Großgeschworenen Untersuchungen gegen eine Anzahl der städtischen Beamten einleitete, schon am Samstag sein Amt niederzulegen haben. doch gedenkt der Richter erst daS Gesetz einmal selber nachzusehen und sich be züglich desselben zu informiren. ehe er seine Stelle niederlegt. Nach Millers Entscheidung wäre daö in 1903 pasftrte Gesetz, welches die Amtstermine der Richter bis zum 1. Januar laufen läßt, ungültig. Franenleiche aufgefunden. Anscheinend von Studenten hinterlassen. Die völlig zerstückelte und verweste Leiche einer Frau wurde gestern im Stalle eines leerstehenden HaufeS an der Capital Ave., nördlich von der 16. Straße, aufgefunden. Poltzeibesmten Golnifch und Wiifon eilten sofort zur Stelle, um den Thatbestand aufzu nehmen und dem Ursprünge der Leiche nachzuforschen. Ein Theil deS Körpers mit daran haftendem Kopfe war in eine alte Kiste gepackt, während die fleischlosen Arme und Beine in einem mit Sägespähnen gefüllten Socke vorgefunden wurden. Das Gesicht der Leiche war völlig ein getrocknet und unkenntlich. Dicht neben der Leiche fand man eine Matratze und ein Kopfkissen. Beide waren beschmutzt, doch ließ sich nicht er kennen, ob die vorgefundenen Flecken von Menschenblut herrühren oder nicht. Wie die Leiche, welche anscheinend schon längere Zeit dort gelegen, aus den leeren, fast immer verschlossenen Heuboden gekommen, ließ sich noch nicht ermitteln, da man die Namen der frü heren Miether deö Hauses noch nicht alle ausfindig gemacht hat. Anschel nend bandelt eS hier um einen von Studenten zu anatomischen Forschun gen benutzten Körper. Schwere Anklage Gegen Mareus Carpenter erhoben. Unter Anklage der Erpressung wurde gestern Marcuö Carpenter, ein Grob schmied aus Beech Grove.. der hier 706 varrison Straße wohnt, verhaftet. Zu gleich reichte Eltjah Trussell gegen ihn eine Klage ein. welche den Fall btö zum gewissen Grade erklärt. ' Trussell sagt in seiner Klage, daß Carpenter ihn beschuldigte, mit Lilly Carpenter, der Frau deö Verhafteten in intimem Umgänge gestanden, und daß derselbe unter Drohung, ihn vor der Welt bloßzuftellen. von ihm drei Noten zu je $500 erpreßte. Später will Trussell auSgefunden haben, daß CarpenteiS Frau nicht in dieser Sache eingeweiht war, sondern daß sie nur durch Ueberredung dazu veranlaßt wurde, sich in die Affaire zu mischen. Trussell sucht 5600 zu erlan gen, welche Carpenter bereits durch Verkauf zweier Noten an hiesige Ge schüstSleute erhielt, und die Trugel wird bezahlen müssen, falls das Ge richt nicht zu feinen Gunsten eintritt. Carpenter'S Geschichte lautet ander?. Er behauptet, etsia 40 Briefe aufgefunden zu haben, welche alle darauf hindeuten, daß Trussell mit seiner Frau einen interessanten Briefwechsel führte, und er behaupttt, daß trji die Noten ohne weitere Erpressung von seiner Seite aus gegeben wurden. Carpenter wird gegen $1500 Bürg fchaft gehalten. Die Lockerbie Straße wird mit Holzblöcken gepflastert, vor ausgesetzt, die Eigenthumsdesitzer wer den nicht inzwischen nach einem anderen Pflaster sich umsehen.

Der Roman zu Ende. Emma Bachmann will in ein Hospital und dann in ein Kloster gehen.

Emma Bachman Howe auS Ch?fter ton. Ind., die neulich mit dem Kutscher Gustav Chriftiansen durchdrannte nnd am Sonntag tn'Hovart, Ind., aufge funden wurde, kam in der vergangenen Nacht mit Frau A. I. Bowser von Chesterton in Chicago an. Die Damen mietheten Zimmer, im Wellington Hotel, und Fräulein Bach mann, wie sie sich in'S Hotelregifler schrieb, sagte dem Clerk, daß sie sür Niemanden zu sprechen sei. Die bet. den Damen begaben sich nach dem Mercy.Hospttal. wo Frl. Bachmann sich von ihrer Nervenaufregung zu er holen gedenkt. Später will sie angeb ltch auf ein Jahr in'S Kloster gehen. Ihre Begleiterin ist die Gattin deS StaatSfenatorS Bowser von Jndiana, der mit Dr. Charles O. Wiltfang. dem Familienarzt, und Leuten von Chesterton den Kutscher Chriftiansen bei seiner Ankunst dort erwartet und aufgefordert haben soll, schleunigst wieder abzureisen. Chriftiansen soll sich noch Chicago und von hier nach New Vork gewandt haben, angeblich um nach seiner Heimath in Dänemark zu reisen. Falsches Papiergeld Soll sich im Umlaufe befinden. Die hiesigen Banken erhielten War nung, daß falsche $2 Sildercertisicate im Umlaufe sind. Diese Scheine find aus der' Serie 1879, mit dem Checkbuchftaden A.., und tragen Washington'S Portrait. Die Nachahmung ist mit einiger Aufmerk samkett verdaltnißmüßig leicht zu ent decken. Zwei dünne Papiere sind zu sammengeklebt und zwischen diesen be siaden sich die Seidenfüsen. x'" WilliamJenntngöBryan hielt , vor der Preöbyierianer Conven tton in der Tomlinfon Halle eine lün gere Rede. Er war ein Delegat des MünnerclubS von seiner HelmathSftadt Lincoln, NedraSka. Von Kohldieben get ö d t e t. Der Fluraufsehe? Gärte von Großmargehus, Provinz Sachsen, wurde auf einem Kohlfelde todt aufgefunden. Er war an einer tiefen Wunde im Oberschenkel verblutet, die ihm von Dieben beigebracht worden war, die er beim Kohlstehlen überrascht hatte. Pistole in der Tafche. Ein erst kürzlich vom Militär zurückgekehrter junger Mann in Velbert. Rheinprovinz, ging mit einer Pistole in den Wald, um nach Vögeln zu schießen. Er steckte die geladene Waffe in die Tasche; der Schuß entlud sich und traf den Unvorsichtigen so schwer in den Unterleib, daß er nach einer Stunde verschied. Vermögen in einem alten Kasten. Just 50.000 Mark in Hundertmarkscheinen hatte ein auf einem entlegenen Gehöft im Amt Waldkirch.Baden, hausender Bauer seit Iahren in einem alten Kasten der Schlafstube aufbewahrt. Kürzlich starb feine Frau und die dadurch nöthig werdende Vermögensauseinandersetzung förderte das todte und feuerunsichere Kapital zu Tage. , .Bund für persönliche Religion." In Kassel ist im Anschluß von Vorträgen von Dr. Hornef-fer-Leipzig ein Bund für persönliche Religion," dem sofort über 300 Mitglieder beitraten, begründet worden. Der Bund will im Kampfe gegen Unfreiheit und Unduldsamkeit auf kirch-lich-religiösem Gebiet für alle hierüber Andersdenkende einen Mittelpunkt zur Pflege religiös-sittlicher Interessen bilden. Warf seinen Sohn in's Wasser. Der Werkführer Kuttner in Preßburg, Ungarn, verließ nach einem Streite mit feiner Frau in Begleitung seines 7jährigen Sohnes die Wohnung. Auf der Donaubrücke ergriff er den Knaben, welcher heftig fchrie, und warf ihn über die Brüstung in den Strom; er felbst fprang nach und wurde am Brückenpfeiler zerschmettert. Die Leichen konnten nicht gefunden werden ' . Frank Weilacher'ö Sample Roo, Ecke Coluabia.Ave. und 16te Straße.

Vor der versammelten Polizeimann fchaft hielt gestern Abend Sheriff Bryant von TompkinSville. Ky., eine längere Rede. Ec bedankte sich für die ihm hier zu Theil gewordene Aufmerk famkeit, bedauerte, daß die Zeit feines Hierseins so kurz bemessen, und schloß mit dem Versprechen, daß er nicht eher ruhen werde, bis Jesse Coe, falls er sich in den Hügeln KentuckyS aufhält ein gefangen fei. Seine Rede wurde mit großem Betfall aufgerommen. Während der Nacht begab sich der Sheriff mit den Detectivs auf einen Rundgang, um hiesige Methode zu ftu diren. JosephuS Coe, den er von hier abzu holen gedenkt, hat ein HabeaS Corpus Verfahren eingereicht, und dieses ift'S, was den Aufenthalt deS Sheriffs hier verlängerte. Gerettetes Tranmkissen.

Schlagende Beweise höherer Gewalten. Ein Traumklffen", welches schon seit längerer Zeit ein Objekt deö Strei teö zwischen Charles MoSby und Ma dame McNardee-Moore. 321 Jndi ana Ave., gewesen, lieferte gestern Nachmittag Stoff zu einer Verhand lung vor Friedensrichter W. C. Smock Da sich inzwischen daö Traumkissenaber wiedergefunden, so wurde die Klage fallen gelassen. Mit diesem Traumkissen, ein Bn schreibsel der Madame, hat eS eine eigne Bewandtniß. MoSby. der früher an Schlaflosigkeit! litt, schläft seit Be. Nutzung desselben wie ein Bär, und da ist eS ihm denn nicht zu verargen, daß er eben so großen Werth aus dasselbe legt. Um nun die über die Klage erzürnte Madame zu beruhigen, denn - dieselbe kann ja dem Kiffen zu jeder Zeit feine geheimnißvolle Macht entziehen, ging MoSby gestern Abend zur Wohnung derselben, um sich zu entschuldigen. Irgend einen gewöhnlichen Sterbli chen würde ein solcher Versuch zur Milde gestimmt haben; nicht aber so bei Madame, welche mit Vergangenhet ten und Zukunften handelt. So bald sie den ganz unterthänigjl zu ihrem Geheimkabinet h'rankriechen den MoSby erkannte, übermannten sie die kriegerischen LZeifter und mit einer Peitsche stürzte sie auf den armen Sün der loS. MoSby, im Glauben, daß er doch nur einige Hiebe verdient habe, hielt geduldig still; sobald er aber merkte, daß die Sache sich doch mehr in die Länge dehnen könne, wie ihm ange nehm, da nahm er Reißaus. Die Madame mit der Peitsche hinterdrein. Nicht eher ließ sie von ihm ab, bis der arme Schelm, der sich gegen hö here Gewalten" nicht zu erheben wagte, sich durch einen kühnen Satz mehrere Fuß Vorsprung verschaffte. Ob diese Sache auch noch ein Friedensrichterliches Nachspiel haben wird, ließ sich noch nicht ermitteln. Aohlen-Ssperinentier-Anlage Mag nach Indianapolis verlegt wnden. Ein Telegramm aus St. Louls besagt, daß die ttohlenexperimentierAn' läge, welche die Bundesregierung während der Ausstellung dort etadlirte, vielleicht nach Indianapolis verlegt wird. Die Anlage soll. bedeutend vergrößert werden, und Kohlen auS allen Welttheilen werden in denselben 'untersucht, die Meldung aus St. Louis schaltet ein, daß daS Departement deS Innern, dem Sachverständigen, welcher die Anlage beaufsichtigt, beauftragte, sich Indianapolis anzusehen. Der Commercial Club bemüht sich gleichfalls die Regierung zu veranlassen, die Anlage nach hier zu verlegen. ChaS vaaöke'k Südseite Kneipe, . 1291 Süd Eaft Str.

Nachrichten aus Jndiana. E v a n 8 v i l l e. DaS Schwurgericht hat sich mit dem Verhör von Zeugen in der Blatternhospital-Ange-legenheit befaßt, aber was diese zu sagen hatten, ist vorläufig noch ein Geheimniß. Unter den Leuten, welche vernommen wurden, waren mehrere frühere Patienten deö Hospitals, die man dem Vernehmen nach über ihre Behandlung ln der Anstalt befragte. Bekanntlich wa ren während der Epidemie vor zwei Jahren Gerüchte im Umlauf, daß manche von den Patienten nicht gehörig behandelt worden feien. Außerdem verlautet aber auch, daß noch andere Aussagen gemacht wurden, und daß man wichtiges Beweismaterial erlangte. Die Bücher oder Belege sollen zum Theil nicht in bester Ordnung oder insofern mangelhaft sein, als sie keine Details enthalten. So soll zum Beispiel aus den Belegen zwar zu ersehen sein, daß gewisse Betrüge für Waaren ausgegeben wurden, ohne daß sich feststellen läßt, was eigentlich in den betreffenden Füllen geliefert wurde. Natürlich Hütten solche Rechnungen nicht ohne Weiteres bewilligt werden sollen. Jedenfalls eine Geschäftsführung, an der viel zu tadeln ist. Brazil. Die 86 Jahre alte blinde Frau John Gilftrap von Cardonia, Clay County, erlitt in ihrer Wohnung einen schrecklichen Flammentod. Sie hatte geraucht und auS ihrer Pfeife waren Funken gefallen, die sofort in Brand geriethen. Bei ihrer Blindheit nahm sie daS erst vihr, als sie schon-ganz in Flammen gehüllt. Ihr schnell herbekgeeilter Mann, der auch 86 Jahre alt ist. vermochte ihr keinen Beistand zu leisten, da er zu nervöS war. Die Aermfte war hinge fallen und verbrannte dann buchstäblich. B a r b n. Andrew Svlitiroß von Carbon wurde am Dienstag . auf Beschuldigung, William Dalton von Diamond mit einer tödtllchen Waffe angegriffen zu haben, vorläufig nach dem. Gefängniß gebracht. Dilton und Marshall OwenS von Carbon hatten sich am Dteenftag Morgen nach dem Haufe von Sylitiroß. begeben auf der Suche nach John Klyne von Diamond, welcher am Sonntag Abend in Diamond den John Kurchi? erichoffen hatte. Man glaubte, daß sich Klyne in Sylitiroß' Haus versteckt habe und als die Beamten zur Hausthür kamen, schoß Sylitiroß mit einem Gewehr auf sie. Der Inhalt der Schießwaffe traf Dalton'S Arm und wäre Dalton der Arm beinahe abgerissen worden. Er mußte nachher abgenommen werden. Klyne konnte trotz genauester Durchsuchung deS HauseS in demselben nicht gefunden werden.

DaS Tomlinsou-Anditorinm. Kleine Abänderung der Pläne. Die Pläne sür daS TomlinsonAuditorium sind etwas geändert worden. Der Dom deS Gebäudes wird niedriger, um die Akustik zu verbessern, und anstatt an der Alabama. Stcaße auch einen Thurm zu erbauen, wie die TomlinsonHalle jetzt einen besitzt, hat man beschlossen, denselben ganz fortzulassen. DaS Gebäude wird dadurch eine viel bessere Außenansicht erhalten. Hiesige Eisenbahn-Be amte, welche von der ia Chicago'abgehaltenen Convention der Central Passagier Association 'zurückkehrten, melden, daß die Bahnen der Centralen sowie auch der Western Association beschlossen, am I.Januar positiv alle Freipüffe aufzuhebkn. In einem an den Mayor gerichteten Briefe, weift GesundheitSbcamter Dr. Buehler darauf hin, daß noch etwa 350,000 benöthigt sein werden, um die im HoSpttale nothwendigen Verbesserungen durchzuführen. Man glaubt, daß vielleicht schon in der nächsten Sitzung deö StadtrathS eine Ordinanz eingereicht, wird, welche, die. nöthigen Bewilligungen macht.

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