Indiana Tribüne, Volume 30, Number 71, Indianapolis, Marion County, 14 November 1906 — Page 1

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Vvscheint feden Hajirmtttag Jahrgang 3. Jndianavolis, Ind., Mittwoch, 14. November 1906 No. 71. ; i ' ' i !

In Handen der Zoll-Beamten.

N e w Y o r f. 14. Nov. Otto Graf, ein ttajktenpaffagier auf dem Nord, deutschen Lloyo Dampfer Kaiser Wtl Helm 1U der hier anlangte, wurde durch Zollinspektor O'Donnell verhaf. tet. sobald er sich außerhalb der Zoll linie befand. O'Donnell folgte dem Mann, dessen volle Taschen ihm der düchtig vorkamen. Er wurde nach dem Dampfer zurückgebracht, und un tersucht. In den Taschen deS Manne fanden sich 18 Packe te nicht gefaßter Diamanten, Silber und Pergamot schaleN'Meffer. zwei RudinenBro'chen. und andere Juwelen. Die Sachen wur den auf $1500 eingeschätzt. Graf, der sich als ein Juwelenhkndler aus In dianapolis zu erkennen gab, wurde ent lassen, die Sachen wurden konfisziert. ES heißt, daß Geheimdeamten Grf bei seinen verschiedenen Einkäu m beob achteten, und seine Beschreibung vor. auskabelten. ES ift nicht unmöglich, daß derselbe gegen Entrichtung deS Zolles und der Strafe, welche zusam men etwa de Werthes der Sachen betragen, dte confiszierten Schmucks chen zurückerhült. Presbyterianer i Sitzung. Zur Convention der Presbyterianer Brüderschaft find etwa 1000 Delegaten eingetroffen. Der Plan der Eonven tion. alle Münnerorganisationen der Kirche zu verschmelzen, läßt die Ge schäftöfitzung zu einer der wichtigsten der Kirche werden. Einzelnen der Brüder wird das Recht ertheilt den Predigern tn Theilen ihrer Arbeit zur Seite zu stehen. Der Eindruck, daß all Delegaten Prediger find, ift falsch; fast 800 Laien find anwesend, und die selben find aus allen Theilen des Lan. des angelangt. Henry S. Osborne präfidirte über dte Versammlung, als dieselbe mit Gestlichen Liedern eröffnet wurde. Neger greift zum Messer. In einer Schläaerei mit einem Ne ger wurde Fred. Hartsook, 411 Spring Straße durch mehrere Mefferftiche er heblich verletzt. Hartsook erzählte, daß er beim Heu markte mit einem Farmer unterhandelte. und daß fich ein Neger in die Sache mischte. Er verwies demselben dieses, fand aber, als er fich umdrehte, daß derielde mit einem Biester auf ihn einkam. Haitsook ergriff eiaen Stein. erhielt jedoch ehe er fich zur Wehre setzen konnte, eine Schnittwunde, welche ihm faß das Obr vom Kopfe trennte. Der Reger enlfloh. Wichtig für Spurtslente. Der Jagdruf Horridoh- erklingt, trotzdem viel Flügelwild vorhanden ift, in Jndia a nur gedämpft. Der ftaatlicht Fisch und Wildkommiffär I. T. Sweeney hat eine Anzahl Zblldhüter entsandt, die mit Arguöaugen auf Wildfrevler aufpaffen. Die Bürger JndianaS dürfen schon für einen Dollar Löcher tn die Luft schießen. Wer beim Jagen eine Farm betritt, wird arretirt, vor eine i Ccuntry Equi geschleppt und zu mindestens $10 Strafe, sowie die Kosten deS Verfahrens verurtheilt. Diesen Verwarnungen gegenüber ift eS immerhin charakteristisch, daß Cweeney nicht weniger als 82,000 Jagderlaub nißscheine ausgestellt hat. Viel Wach teln find vorhanden. Wenn die Jagd gesetze auch in Zukunft so streng ge handhabt meroei sollten. Nie jetzt, so dürfte für Jndiana in absehbarer Zeit eine Wachtelplage eintreten. Wachteln find jetzt schon zahlreicher, als HauS Hühner. , Die Indianapolis Hu manitütS - Behörde hült heute Abend eine Versammlung im Commercial, Elub'Gebäude ab. Herman Moeller'S Halle, Südwest cke Noble und Market Str.

Coe i Aentcky.

In einsame, milder Gegend versteckt. Detektiv Manning, der in Kentucky auf der Suche nach Coe gewesen, ift gestern von Tomkinsville, wo er fich bisher aufgehalten, nach hier zurückge reift Er langte kurz nach Mitternacht an. Die Suche ift resultatlos ver , laufen. Daß Jeffe Coe fich in den Hügeln und Schluchten seine Heimathlandeö aufhalt, ift die Anficht der dort bekann ten Leute. Den glatten Neger zu er. wischen wird aber geraume Zeit neh men; daß er aber zuletzt einmal einoe liefert wird, ob nun todt oder lebendig, ift sicher. Wie sehr fich die Verwandten deS RegerS sür die hiesigen Vorfülle jetzt interesftren, geht daraus hervor, daß denselben von hier aus ZeitungSau schnitte unvenüalich zuaesandt werden, I v w - Alle der Negerhütten find so eirige richtet, da ein Einfängen )eS fflücht lingS faft unmögli ift; auch steht die ganze Soe Sippe in telephonischer Berbinduna. so daß einer den andern vom Eintreffen einer Poffe benachrichtigt. Das Gelände ift öde und völlig zer riffen: fast scheint eS. als habe die Natur eS im Zorne erschaffen. Dichtes Busch und Strauchwerk bis m Mannesböbe. welches sich übe? etwa 20 Meilen erstreckt, dazwischen Klüfte und Höhlen in so unzähliger Menge. daß man auf diesem Gelände monatelana suchen könnte, ehe man alle Ein zelnheiten desselben kennen lernte. Die Kentuckier Beamten find uner schrockene vierschrötige Gestalten, dte auf ihrenPferden zu Haufe find, und die mit ihren Büchsen und Revolvern umzugehen verstehen. Die Sheriffs Bryant und JoneS, welche die Expe ditionen leiteten, find beide beherzte Männer, welche fich vor einem Dutzend Neger nicht fürchten. - Daß tzoe'S Verwandten einen Besuch der Beamten erwarteten, geht daraus hervor, daß man nirgends etwas Ver düchtigeS vorfand, daß aber die In dianapoliser von ihnen scharf im Aue behalten wurden, und daß fie dieselben sofort erkannten und unter den Uedrt gen heraussnchten. Die Poffe von etwa 30 Berittenen, welche die Hügel durchsuchten, enthielt viele Männer, welche Negern den GarauS machten und diesem Umstände, sowie auch dem Umstände, daß alle bis an dte Jayne oewanner waren, tn es zuzuschreiben, daß die in ihren entlege nen Hütten überrumpelten Verwandten deS Flüchtlings keine Widersetzunz wagten. Eine solche würde unfehlbar mit dem Leben der Neger bezahlt den sein. wor Südseite Turnverein 13. Stiftungsfest Sonntag, 18 November. Vermißte. W a l t e r S. S m i t b . No. 19 Nord New Jersey Straße wohnhaft. benachrichtigte die Polizei, daß er seine 3;,, Mi TOnntslrt tiermiff und . 11 M I w M - v u v -m 11, . v " suchte. Recherchen nach derselben anzu stellen. S i l a S S u m rn o n S von No. 83 Highland Place vermißt seit dem 3. November seine Schwester, Myrtle SummonS, 13 Jahre alt, und ersuchte die Polizei, den Aufenthaltsort der Verschwundenen ausfindig zu machen. Dtt ss jah"' - Stomman. T v""E"d, " ff O'9"" n '"nm " """ "' "'""" I"1 besorgt um dm oltm Mann, da der. ,. . f.lbt sehr mxtti und vkntt, ttndilch Vmaaa V. Sie .rsuch.en die P,i. . - . Jl . ft t U A - V A SI) .H M 4- 4 IM 1 t je nuiv , .N.V.'N UiieN. W , l ! i m v f e r. der hier im &L!J!?l!Ä m,l,cher Ehe ade, seine Frau Des Ift w wcinna ..rdaft... r soll dort mit einem 1ö Jahre alte B . . t . Madchen zusammen gelebt haben. Ho'K, ein Pollerer, ift 21 Jahre alt.

Ein künstlerisches Pro-gramm.

tzröfinungö - Konzert des Teutschen luv und MufikvereinS ein aro ßer Erfolg. Frl Margant Cook rechtfertigt gehegte Erwartung. Das reichhaltige und künstlerisch zum Vortrage gebrachte Programm beim EröffnungSkonzerte des Deutschen Klub und MufikvereinS gestern Abend derfehlte nicht, die Zudörer enthusiastisch zu stimmen. All? Nummern wurden mit Applaus bedacht und Dreingaben waren an der Tagesordnung. Die Ouvertüre Der Improvisator eröffnete das Konzert. Der Erfolg war großartig. Alle Instrumente waren gut vertreten und Dirigent und Muftker verstanden einander. Derge düdrende AvVlauS belohnte das Or - ' chefter für seine ausgezeichnete Leistung Am Strande", vorgetragen von Frl. Josephine Hauß und Frl.Augufta Rentsch und dem gemischten Chöre, mit Orchefter'Bealeituna. bildete dte zweite Nummer per Programms. Solo.Paffagen und Chorgesang wechselten mit dem Orchester und der Orchefterdegleitung ab. DaS Lied ver fehlte seinen Eindruck nicht; die Sünger waren bei guter Stimme und wurden zu einer Dreingabe veranlaßt. Die dritte Nummer deS Programms wurde von Fräulein Margaret Cook gegeben. Da die junge Dame erst türzlich nach mehrjährigem Musik ftudtum in Europa nach hier zurück kehrte, wurde ihr erstes Auftreten mit Spannung erwartet. Sie hat das in fie gesetzte Vertrauen gerechtfertigt. Frl. Cook brachte L v. Beethoven'S Klavierkonzert tn C moll in solch drile lanter Weise zum Vortrage, daß fie di Zuhörer völlig mit fich riß. Dte Tech nik ift unübertrefflich und fie trügt in einer so gefühlvollen Weise vor, daß man gezwungen ift. das Genie der Dame beständig zu bewundern. Diese so sanft angeschlagenen PianisfimoS, das so ganz aumühlige Anschwellen der Töne, ohne einen wirklich wahrnehm baren Unterschied in der Tonstärke der einzelnen Noten und dann wieder diese mächtigen Forte fortisftmoS and vollen Accorde zeigen an. daß man eS hier mit einer voll ausgebildeten Künstlerin zu thun hat. der Begabung und beste Ausbildung zur Seite geftanden. tfri. tzoor, welche mit nur einer Nummer auf dem Programm stand, erzielte einen derartigen Erfolg, daß fie mehrere Male hervorgerufen wurde. Der Beifallssturm legte ftch erst, nach dem fie ftch abermals an den Flüge sttzte. und drei Nummern vorgetragen hatte. Dte Auszüge auS Jocelyn" von Herrn N. D. DaviS. Violine, und Herrn Adolph Schellschmidt. Cello vorgetragen, waren gleichfalls ein gu ter Erfolg. Herr DaotS, der dem hie figen Publikum als tüchtiger Geigen Wlt ia besten bekannt tft. handhabte Instrument in meisterhafter Weise m semer on und gute Technik qa I MNrNkN M Dpi. Herr Schellschmtdt verstand eS gleich falls seinem Spiele Gefühl ein zu hau ch-n. Beide Instrumente verschmolzen mit dem begleitenden Orchester in har manischer Weise. Großer Beifall wurde dem Vortrage gezollt. Der Münnerchor des Vereins, der das Lied .Wie kam die Liede- von ftreH vortrua. scklok fi den hnranfne mmm . mmxn mm. D,r s,m,lN,7 ,k.,. mi dk nI,Hig.mftkli,ch.Schulung. und Hebt unter oe,K ffonlrnn, k. , ' VVUl TS,ifUl w ,.,... aitb .,... HA , nrni, z,.,.,... iai Sänger nochmals auftreten mußten. (Tsi U,ln,n (IninhiH n.A.Rnnm. vn jvtiuuill lUll!UIII' mern wurden .ilishfnna mit niAt n. .,, ..,, ,,h ... i'd.' derselben muß.en Dreing.ben geben ,, m Um 9m m r.a.. . - - - . . I - WUIUC11UUCIIKII Ztede .öntgtn Waldlteb- wurde das j Programm zum Abschluß gebracht. Die

Stimmen über welche dieser Chor ver-

ügt. lassen nichts zu wünschen übrig. einige derselben gehen sogar weit über die Grenze der Dilettanten Sänger hinaus. Auch diese Nummer erfreute sich riefigen Beifalles. Der Dirigent, Herr Alexander Erne flinoff, sowie auch die Mitglieder deö MufikvereinS, können mit Recht auf den Erfolg deS gestrigen Concertes stolz fein. Der große Saal war voll besetzt. I Folgende Klage Von Bewohnern der West Michigan Str. Auf eine Klage von Grundeigenthü mern an der Weft Michigan Str. er uchte die Behörde der öffentlichen 3U betten die Indianapolis Traction & Terminal Company ihr Geleise an der Weft Michigan Straße westlich des White RiverS mit der Strafe auSzu. gleichen. Die Straße ift kürzlich neu gepflastert worden und die neue Pflafte rung ist tiefer gelegt worden, als die alte gewesen war. Da nun das Geleise der Straßenbahn Gesellschaft in der alten Lage geblieben ift, so haben die Bewohner der Straße, welche die Straßendahn benutzen, beim Besteigen der Waggons, sowie beim Absteigen von denselben große Schmierigkeiten zu Überstehen. I die Falle gegangen. Aus einen BerhaftSvesehl, der von Samuel Roy Jones. 406 Oft Wash ington Str.. erwirkt wurde, wurde ge ftern W. E. Leasb. 427 Good Ave.. von den Geheimpolizisten Samuels und Manning in Haft genommen und nach der Baftille abgeführt, wo er wegen GroßdiebftahlS gebucht wurde. Leafh führte mit einem gewiffen I. W. Vase eine Firma unter dem Namen Indianapolis Art Co., 202 Terminal Gebäude, und JoneS bekleidete den Po ften deS Sekretärs und Schatzmeisters. Da das Betriebskapital der Compagnons nicht hinreichend war. um ein er. giebigeö Geschüft zu betreiben, wie fie angaben, so machten fie JoneS den Vor schlag, daß fie ihn als dritten Compagnon aufnehmen würden, wenn er 8230 in daS Geschäft einschicken konnte. JoneS gtng auf den Vorschlag ein, und bezahlte den Beiden 5230. Kaum hatten Case nnd Leash das Geld erhalten, als fie mit zwei verschiedenen Entschuldigungen auf ein Wiedersehen verschwanden. JoneS, der nach einigen Tagen s'inen Irrthum ent deckte, setzte die Polizei von der Be schwindelung in Kenntniß, welche die Angelegenheit sofort ausnahm. Leafh, der mit seinem Kompagnon die Stadt verlosten hatte, war erst vor einigen Tagen nach Indianapolis zurückgekehrt. Die Polizei hatte von seiner Ankunft gehört, worauf die gestrige Verhaftung erfolgte. Case soll fich in Miffouri aufhalten. Für die Freilassung von Leash wurde eine Bürgschaft von $1000 gefordert. Schwer verletzt anfgesnnde. Von einem Eisenbahnbeamten wurde gestern in St. Paul, Ind., in der Nähe der Geleise der Big Four Eisenbahn ein schwer verletzter Knabe aufgefunden. Der Name oeS KnabenS soll FerriS fein und er soll in Clayburn, Ind., gearbeitet haben. Man vermuthet, daß seine Mutter Esther FerriS in Indianapolis, 1854 Sheldy Straße, wohnen soll und machte der hiesigen Polizei eine diesbezügliche Meldung. Dieselbe versuchte die Mut ter deS Knaben ausfindig zu machen, da derselbe sehr schwer vecl:tzt sein soll. Die Nummer konnte konnte jedoch von den Beamten in der Shelby Str. nicht gefunden werden. Der Knabe wurde gleich nach der Entdeckung in St. Paul, Ind., in ärztliche Behandlung gegeben. Von demselben konnte bisher Über seine Verletzung oder Her. kunft nicht in Erfahrung gebracht gebracht werden, da er fich in bewußt losem Zustande befindet.

Aus dcu Gcrichlen. Kriminal-Gericht. Thomas Hood und' Jeffe Jmbler, die angeklagt find, Bäume auf einem öffentlichen Wege gefüllt zu haben, wurden dieses Vergehens schuldig be funden. Hood wurde mit 530 und Kosten und Jmbler mit $10 und Kosten bestraft. Walter Rowland, der fich wegen Großdiebttahl und Unterschlagung zu verantworten hatte, wurde freigesprochen. Die Anwälte des farbigen Mörders George Williams reichten gestern im Kriminal'Gericht ein Gesuch ein, den Fall Williams dem höheren Gericht zu

übertragen. Schadenersatzklagen. Albert Reiphlager verklagte die H. B. Walter Conftruction Company auf $20,000 Schadenersatz. Klüger wuroe am 3. Nov. 1906 angeblich durch Schuld und Nachlässigkeit der beklagten Firma schwer verletzt. Auf diese Ver letzung begründet er die Klage. Scheidungsklagen. Sarah I. Juftus strengte gegen ihren Gatten Philip JuftuS eine Klage auf Scheidung an. Die Ehe wurde am 29. August 1875 geschloffen und daS Paar lebte bis zum 13 November 1906 zusammen. Ehebruch und grausame Behandlung find die Gründe der Klage. Sie fordert 8600 Alimente und Einschreitungen gegen die Hand lungen deS Gatten. Petitionseinreichung. Die Concentrated Acetylene Co. reichte im Gericht eine Petition ein, den jetzigen Namen der Firma, nämlich Concentrated Acetylene Company in Preft O'Lite Company umzuändern, da das Publikum mit diesem Namen vertrauter ift. Kre sgericht. Die Prinzeß Amüsement Company ftrengte gegen den Polizeichef Robert VZetzger, die SicherheitSdehörde und den GebäudeJfpektor eine Klage an, w'lche die Verklagten daran hindern soll, dem Kläger die Berechtigung zu nehmen, in der Stadt eine Rollschuh dahn zu bauen. Den Verklagten wurde durch eine vom Stadtrathe angenom mene Ordinanz die Macht ertheilt, ge gen diesen Bau einzuschreiten. Die Klage soll bezwecken, die erwähnte Or dinanz zu schwächen und dadurch den Bau zu ermöglichen. Skobert H. Bryson. der geschlagene republikanische Kandidat für County. Auditor, hat im Kreisgericht etne Peti tion eingereicht, die Stimmen, welche in der letzten Wahl für beide Kandidaten abgegeben wurden, nachzuzählen, da ftch beim Zählen der einlaufenden Stimmen angeblich Fehler eingeschli chen haben. Im Namen deö Gesetzes wird Richter Allen drei Kommiffäre er nennen einen Republikaner, einen Demokraten und etne dritte Person, die nicht an dem Resultate interesftrt ift , um die Nachzählung der Stimmen tur zunehmen. Jefersonville. Hier han delt eS fich immer noch um die Frage, ob Leichenbeftatter Samuel I. Swartz, der durchgefallene republikanische Co ronerSkandidat, Ersatz Stadtrichter werden wird. Gouverneur Hanley hat bisher diese Frage noch nicht entschie den. Hinter Swartz steht als nicht zu verachtende politische Größe sein in In dianapolis wohnender Vetter Bert Gloöbrenner, der mit Gouverneur Hanley dieselbe Kirche besucht und die selben SonntagSschulambitationen hat. Der Gouverneur und Bert GloSbren ner stehen auf sehr kordialem Fuße. Außerdem ift A. A. Swartz, Prüfioent der Ersten National Bank in Jefferson ville, Republikaner und populär, ein Verwandter des Stadtrichterkandtdaten. ES geöricht dem Leichenbeftatter Swartz zwar an juristischer Erfahrung, doch dürfte er schließlich mit der Gerichts, praris fertig werden, zumal große Mffe nicht zu knacken find.

Nachrichten aus Jndiana. Fort Wayne. Bürgermeister Hosey beabftchtigt, einem System ein Ende zu machen, das eine Schande ift sür jede kultivirte Gemeinwesen, je nem System nämlich, wonach regelmä big sog. RaidS- auf dte Resorts aus geführt werden, und dann die Unglück lkchen Geschöpfe, die darin hausen, mit einer Geldstrafe belegt werden. Diese RaidS wurden regelmüßig in zwei oder dreimonatlichen Zwtschenräumen ausgeführt und in das auf diese edle Weise erlangte Blutgeld. daS jene Ge schöpfe ihrerseits durch die kommerzielle Verwerthung ihres Körpers erlangt hatten, theilten fich die edlen Beamten, wie StaatSanwali. Friedensrichter, Konftadler und wie fie alle heißen. Keinem von ihnen stieg je die Scham röthe in's Geficht über die von ihnen erhobene Blutfteuer pecunia not olet hieß eS auch hier, das Geld riecht nicht. Wenn der Dollar in der Hosentasche klappert, kann man eS am Klänge nicht hören, ob er ehrlich verdient oder durch niederträchtige Erpreffung jenen armen Geschöpfen abgezwackt wurde. Terre Haute. Der hicfige Baurath hat den Contract mit der

Reagan Otl & GaS Co unterschrieben. Diese Gesellschaft verpflichtet fich. GaS für HeizurigS und Beleuchtungszwecke für 30 Cents per 1000 uß mit 10 Prozent Rabatt zu liefern. Die Stadt verkauft der Company das Recht für 25 Jahre und die Gesellschaft hat hier für an die Stadt innerhalb 30 Tagen den Betrag von 810.000 zu bezahlm, tn 18 Monaten die Anlagen einzurich ten, ferner zwei Prozent von den jähr lichen Bruttv'Einnahmen. Auch soll fie einen Bond von I10.000 für ge treuliche Ausführung der Bestimmungen des Kontrakts geben. Die Leitungen sollen womöglich durch AlleyS ge legt werden. Unfall. Kurz vor 2 Uhr heute Morgen wurde an der Ecke von Weft'Straße und In Jndiana.Avenue ein Unfall gemeldet. Man erfuhr, daß der Neger Frank Dentic, Kutscher bei Henry H. Dohl mann, No. 1114 Park'Avenue, von einen Wagen geschleudert worden war, wodei er ftch einen Beinbruch zuzog. Ein Pärchen saß in dem Wagen, wel cheö kurz nach dem Unfall flüchtete. Man vermuthet, daß der Kutscher daS Fuhrwerk feines Herrn benutzte, um seine Freunde auszuführen. Auf dieser Spritztour scheute daS Pferd und ging durch, wobei das Unglück pasftrte. Ein Kinderwagen Blumencorso ist das Neueste, womit fich die oberen Tausend in Paris amüsiren. Es wird darüber berichtet: Als willkommene Neuheit im Pariser Straßenleben' begrüßte das Publikum die durchaus gelungene Veranstaltung des ersten Kinderwagen-Blu-mencorsos in den Champs Elys6es. Form und Schmuck der von Ziegen. Ponies und Hunden gezogenen Wagen boten allerliebste Uederraschungen. Aus der Preisvertheilung der ouf dem Corso folgenden Blumenschlacht betheiligten sich die putzigen Wageninsassen, unterstützt von ihren impofantesten Nounons, mit Eifer lind Bravour. E i n Denkmal für den ersten Weltumsegler. den Capitän James Cook. ist unlängst auf der Nordinsel von Neuseeland eingeweiht worden. Im Jahre 1769 landete Cook zum ersten Male an der Poverty - Bai an dn östlichen Küste dieser Insel, wo sich jetzt auch das Denkmal erhebt. Der Entdecker von Neuseeland ist er nicht gewesen, vielmehr wußte man schon seit Adel Tasman. nach dem die Insel TaSmamen benannt worden ist. von dem Dasein Neusttlands. betrachtete eS aber nicht als eine Insel, sondern alS Randgebiet eines unbekannten fftst landes. Cook klärte diesen Irrthum auf. indem er die Doppelinsel in i rem ganzen Umfang umschiffte und auch schon eine im nsentlichen ricb tige Karte davon entwarf. Sottlieb Seukhardr, Die aemürbliü, it". Ecke Aible und Market Str.