Indiana Tribüne, Volume 30, Number 61, Indianapolis, Marion County, 2 November 1906 — Page 6
Jndiana Tribüne, . November KV.
ff
Möbel, Ceppiche, Ofen und ausausftattungen. Das neueste und vollftandigfte Lager d Stadt. Die mäßigsten Preise, welche t für Waaren erster lasse verlang wurden. Gin Besuch in unserem Ber tauslorale wird sich für Sie bezahlen. Sie werden zuvorkommende Behandlung erhalten.
WIIXIG'S 141 efi Washixgton Str. Beachten Sie unser Schaufenster für Montags oder Freitags Bargains. LEO LAND0, 142 N. Prnusylvania Str. Hanptauartter für rille Operngläser T Brillen werden nach den beftn, etboden den Augen angepaßt. Mtche Rügen werden schmerzlos ein ICH. H. G. Sponsel ...Bäckerei... Zwetsche- d Mtfü - Kche. 1030 Süd a Str. utter i,ge 10c Echter Pumpernickel feinste Roggenbrot Malzbrod arktftttd und Eolumbt. Vrocery Eo. Neuer Televhon 9361. F. j. Hack & Co. Sa tz Schilder-Maler. De:orattoö. und AreSeo alerer, eenerie i AnSftaffinmg. ...26 Kentucky Avense... Neue Teleobon 172. Hr. L H, lacta Teutscher Ihierr,t Offlcei Schellhouse'.Leih-Sit.v 0 d.sh ft lelevbone : Reu. Alt, Mam litt. Wohnung: Ist üd eriei träfe. Reuer 'Phone Aerzte. Dr. Paul F. Mattm, Oratttscher Arzt nd Ehinirg. orechftuvden: 11.00 lM .SO 4.00 tägliS Sonntag : Auf Verabredung. Willoughbh Gebäude, tterft eeidta trage Tel., Main 4414.; ohnnng : ISO R.rd Rrw Jersey Stt. Telephon: Mai 9; e SW Dr. Carl Q. Winter Deutscher Arzt. ehautzeU alle akut nd chronische Krankheit Sveziel Rheumatismus, Rectum und FraueN'Arankheite. Office : 14 weft Ohio Straße. Office Stunden : 1011 Vm. 84 R Sonntag : 8.3010.30 ?rn, Tel. neu 48. VhS : 1250 WaMfon dennTelephone i lt. 2026. Skeu. 9282. Dr. J. A. Suteliffe. Wund -Arzt, Geschlechts-, Urin und Recwm Krankheiten, Office : 1 5 5 Ost Market St. Tel 94? Of flct-etiirtt: 9 M 10 Uhr m,. , fti 4ZUHr K
m g f 's uymSSät ööM VWWD ' ÄJfc,. OBf MW, tääL M. t ff B j, jmU iBfcfcj
Europäische Nachricht
Württemberg. Stuttgart. Eine seltene Feier, die im württembergrschen und vielleicht im deut'fchen Zeitungswesen überhaupt einzig in ihrer Axt ist, konnte unlängst der Senior der württembergischen Tagesschrffrsteller, Prof. Heinrich Wieland, begehen: das 40jährige Jubiläum als Chefredakteur des Staatsanzeigers für Württemberg. Professor Wieland erfreut sich jetzt mit 69 Jahren jugeltdfrischen Geistes und ungeschwächter Arbeitst kraft. D e g g i n g e n. Der Pfarrer der hiesigen Gemeinde, Dekan Buck, beging kürzlich die Feier seines 25jähgen Priesterjubiläums. Nach demFestgottesdienst fand im Gasthaus zum Rad eine Feier statt, bei der in verschiedenen Ansprachen des Jubilars gedacht wurde. Friedrichshafen. Bei Löwenthal ist der 28jährige Zimmermann Burgmaier von hier beim Baden in der Aach in eine Stelle mit Strudel gerathen und ertrunken. G m ü n d. Der vor kurzem verftorbene Fabrikant Heinrich Schmidt, der viele Jahre Stadtrath und Mitglied der evangelischen Ortsschulbehörde war und sich um die Stadt sehr verdient gemacht hatte, hat dem hiesigen Gewerbemuseum testainentarisch ein Legat von 2000 Mark vermacht. H ü t t l i n g e n. Unweit von hier stürzte der Bremser Ernst Fischer von dem in voller Fahrt begriffenen GUterzuge. wurde einige hundert Meter nachgeschleift und erlitt so schwer re, namentlich Kopfverletzungen, daß er bald nach seiner Ueberführung ins Spital Frauenfeld verstarb. Kaltenthal. Auf der Straße nach hier kam die ledige Margarete Wrdmann von hier, die von ihrem Milchfuhrwerk während der Fahrt absteigen wollte, unter die Räder des Wagens und erlitt so schwere Verletzungen, daß der Tod sofort eintrat. M ü h r i n g e n. In der Nähe von hier wurde das ljährige Kind des Schuhmachers Kramer von hier von einem Zug der Nebenbahn EyachStetten überfahren: es war sofort todt. Reutlingen. Letztens bemerkte die Frau des Monteurs Friedrich ung, daß eines ihrer Kinder in Gefahr schwebte, von einem Breat überfahren zu werden; sie sprang hinzu, zog das 'Kind hinweg, gerieth aber dabei selbst unter das Fuhrwerk und erlitt schwere innere Verletzungen. Das Kind wurde nur leicht verletz!. Ulm. Dem Zugmeister Daur hierselbst wurde anläßlich der Erreichung des 50. Dienstjahrs die Verdienstmedaille des Friedrichsordens verliehen. Winzeln. Letztens ist hier der Wundarzt I. G. Rottach im Alter von 78 Jahren gestorben. Ueber 50 Jahre lang hatte der Verstorbene in der hiesigen Gemeinde und deren Umgebung eine ausgedehnte ärztliche Praxis ausgeübt. Waden. Karlsruhe. Der hier ansässige Kammerherr Friedrich Frhr. v. Schönau - Wehr, kgl. preuß. Major a. D, ist nach längerem Leiden in Freiburg gestorben. Bettmaringen. Taglöhner Matytas yjtaxt hier, der am selven Tage wie der Großherzog das Licht der Welt erblickte, hat vom Landesfürsten 100 Mark als Geschenk erhalten. Bühlerthal. Der erst vor 15 Wochen nach Amerika ausgeivanderte verheirathete Michael Fritz, Maurer von Bühlerthal, ist dort über ein Gerüst heruntergestürzt und war sofort todt. Gemmingen. Die 53 Jahre alte Ehefrau des Landwirths Heinr. Zimmermann ließ sich von dem Zug überfahren. Sie war sofort todt. Heidelberg. Architekt Friedrich Hartmeyer verkaufte das erst kürzlich erworbene Anwesen zum Adler" hier um den Preis von 210.000 Mark an Herrn Architekt Arthur Schweizer in Mannheim H i e r h o l z. 5dürzlich schlug der Blitz in das mit Stroh bedeckte AnWesen des Landwirths Kaiser dahier. wodurch es bis aus den Grund zerstört wurde. Mannheim. Vermißt werden die 20 Jahre alte Arbeiterin Karoline Körbe von hier und der 21 Jahre alte Arbeiter Ernst May von LudwigsHafen. Man nimmt am daß sie gemeinschaftlich in den Tod gegangen sind. Meersburg. Es durchschwamm der Postgehilfe A. Twsmer von fcer den See nach Scaad; er brauchte zu dieser Kraftleistung 34 Stunden. Rappenau. Hier erscheint eine neue Zeitung. Rappenauer Zeitungbetitelt. Die Gründer hiervon sind Adam Hauck, Buchdrucker hier, und Hermann Sein aus Neckarbischofs heim. Schopfheim. Auf der Station Hausen - Raitbach wurde der Schlosser G. Fritz von dem Zug übersahren und getödtet. Schwetzingen. Das 2y2 Jahre alte Söhnchen des Herrn Finanzbuchlters BrUsch stürzte aus dem Jener in den Hof und erlitt tödtliche
rledunaen.
Wellendingen. Hier brannte die Wagenremise des Schmiedemeisters Amann dahier bis auf den Grund nieder. WYeirrpfarz. L a n d st u h l. Der Metzgerbursche Emil Svinner svielte lektens mit einem geladenen Revolver. Plötzlich ging die Waffe los und die Kuel drang ihm in die Brust. Da sie hier nicht sofort entfernt werden konnte, wurde der Verletzte nach Kaiserslautern in die Klinik von Dr. Kinscherff gebracht. Ludwigshafen. Letztens stürzte sich die Ehefrau des Schlossers Adam Frey, Steinstraße 5 wohnhaft, in selbstmörderischer Absicht vom Gangfenster des dritten Stockwerkes in den Hof. Sie erlitt Arm- und Beinbrüche und sonstige Verletzungen, denen sie alsbald erlegen ist. Schiffer st ad t. Vor einiger Zeit wurde der in der Werkstätte der Pfälz. Bahn beschäftigte Schlosser Georg Gelder von hier kurz vor der Station Mutterstadt vom Zug erfaßt und zu Boden geworfen. Mit starken Verletzungen am Halse und der ganzen rechten Seite wurde er bald nachher im Geleise aufgefunden. W a t t e n h e i m. Die 67 Jahre alte Wittwe Barbara Rözert von hier, welche bei ihrem Schwiegersohn, dem Erdgräber Karl Schott, lebte, ging letztens in den Wald spazieren, kehrte jedoch nicht nach Hause zurück. Da die Angehörigen trotz eifrigster Nachforschungen die Vermißte nicht ermitteln konnte, wurde die hiesige Feuerwehr alarmirt, die die alte Frau im Hettenleidelheimer Wald todt auffand. Wie festgestellt wurde, hat ein Herzschlag dem Leben der Frau Rörert ein plötzliches Ende bereitet. Ersatz Lothringen. S t r a ß b u r g. Der früher in Saargemünd beschäftigt geweseneZollSupernumerar Josef Balga hat sich nach Mülhausen zu Verwandten begeben und mit Kameraden durchge zecht. Abends vor 11 Uhr hat er sich vor dem Gasthause Zum goldenen Lamm" mittelst eines Revolvers erschössen. B ollin gen. Der Maurer P. Vilana, zuletzt hier, ist vor etlichen Tagen in der Nähe der französischen Grenze an dem Wege von Bollingen nach Benvillers erstochen aufgefunden worden. Ha gen au. Das Anwesen des Möbeltransport - Geschäfts Greiner wurde in der Nacht durch ein großes Feuer vollständig eingeäschert. Logelnheim. Ein Großfeuer vernichtete hier dasAnwesen des Ackerers Stoffel; 11 Kühe, 10 Schweine und vielGeflügel kamen in den Flammen um. Mülhausen. Der 98jährige
Fabrrkarbelter Joh. Frltdmann aus elleringen hatte seinen Enkel fortgeetzt in roher, das Le'ben gefährender Werfe mißhandelt und. den Knaben wiederholt erheblich verletzt. Die Strafkammer verurteilte den rabiaten Großvater hierfür zu 2 Jahren Gefängniß. S e n n h e i m. Beim Feueranmachen half hier dieser Tage der 80jährige AndeaS Mayer mit Spiritus nach. Der Unvorsichtige stand im Nu in Flammen und erlitt schwere Brandwunden am ganzen Körper, denen er nach mehrtägigen Leiden jetzt im Spital erlegen ist. S t a h l h e i m. Kürzlich ist der praliiscye Arzr und Vurgermeriier des Ortes Dr. Jacob Peters gestor--den. Zlleckkenburg. Schwerin. In seinem 65. Lebensjahre starb Hierselbst der Pastor emer. Timmermann. Der Verstorbene wurde 1842 in Dreibergen als Sohn des dortigen Pastors Timmermann geboren. B ü tz o w. Bei dem Bau einer Leichenhalle, deren Errichtung schon lange auf dem hiesigen Friedhof nothwendig war. wird nunmehr begonnen werden. Klei n-S ch w a ß. Kürzlich entstand in dem Wohnhause auf dem GeHöft des Erbpächters Schippmann Feuer. Vom Winde angefacht, sprangen die Flammen auf die anderen Gebäude des Gehöfts über. Von dort theilte sich das Feuer auch den benachbarten Gehöften der Erbpächter Jürß, Hallier, Klingenberg und Krohn mit. In kurzer Zeit waren sämmtliche Gebäude auf diesen fünf Erbpachtstellen, die weiche Bedachung aufwiesen, eingeäschert. K i e ve. Beim Langholzfahren stürzte hier der Gehöftsbesitzer Stinbemann so unglücklich vom Wagen, daß nach kurzer Zeit der Tod eintrat. Ludorf. Das Viehhaus des Majors Schulze Hierselbst ist durch Blitzschlag eingeäschert worden. Zweihundert Kühe sind in den Flammen umgekommen. M e e tz e n. Das Tagelöhner Johann Reiher'sche Ehepaar feierte das Fst der goldenen Hochzeit. Von dem Großherzog ging dem Jubelpaar mit einem Glückwunschschreiben sein Bildniß im Rahmen zu. Rostock. Das Arbeiter Gustav Steinfeld'sche Ehepaar Hierselbst konnte vor Kurzem das Fest seiner goldenen Hochzeit feiern. Der Großherzog erfreute das Jubelpaar, von dem der Ehemann 86, die Ehefrau 74 Jahre zählt, durch ein Glückwunschschreiben und Uebersendung eines Gnadengeschenks.
Eie ')ttattkenflam.
Tas Rudolf Birchow-Hospital in Berlin und seine Cinrichtunge. Vavillonsystkm Zshl der und er Tampf-, Cw und ichtcrzeugung. ostk des gröhten raukcnhaufes der Welt. Mit dem neuen Rudolf BirchowKrankenhaus, dessen Eröffnung kürzlich erfolgte, hat sich Berlin nicht nur um eine Kulturschöpfung allerersten Ranges bereichert; es hat auch damit ein Vorbild gegeben, dessen Nachahmung auf dem Gebiete des KrankenHauswesens nicht ausbleiben wird. Die Eigenart der Anstalt liegt erstens darin, daß in ihr das Pavillon-Sy-stem. das Rudolf Virchow befürwortete. vollständig zum Durchbruch gekommen ist. und zweitens darin, daß sie mit einer Kenntniß und einer Rücksichtnahme auf die Psychologie der Kranken gebaut ist. von der frühere Zeiten gewiß keine Ahnung hatten. Das Institut ist nicht ein Haus; es scheint eine Stadt zu sein. Ueberall roihe Dächer, wohin wir blicken, dazwischen das Grün von Bäumen und Alleen wie in einem Part im NordWesten eine schwarze Linie, die Kiefern der nahen Jungfernheide. Nicht wemger als 62 Gebäude zählt diese Krankenstadt. Im ganzen bietet das Krankenhaus jederzeit Aufnahme für 2000 Kranke, im Nothfalle wohl noch für mehr; es übertrifft also mit dieser Ziffer jedes andere Krankenhaus der ivilisirten Welt. Der Pflege der Kranken widmen sich 80 Aerzte. 180 Krankenschwestern, ferner eine Anzahl Wärter. Pflegerinnen (es besteht eine eigene Pflegerinnenschule) und sonstiges Personal. Im ganzen wird die Krankenstadt, die unter anderem 125 Fernsprechstellen besitzt, wenn sie bevölkert sein wird, von etwa 3000 Personen bewohnt. Sehenswerth ist vor allem neben den einzelnen Pavillons das große BadeHaus. Wir vermissen hier keine Art von modernen Bädern, die ja für die Krankenpflege eine so große Rolle spielen. Die Kabinen zum Auskleiden sind so licht und bequem, wie sie die Gesunden in den Berliner Badeanstalten vergebens suchen. Da ist auch wieder eine Halle zum Ausruhen mit breiten, mit rothem Leder überzogenen Ruheletten, auf denen die Patienten die Wirkung des Bades abwarten können; da sind russische. Sonnen-, elektrische und andere Bäder. In dem daran schließenden medico-mechanischen Institut ist alles vereint, was an heilbringenden äußern Mitteln heute an Gliedern und Körpers des Kranken probirt wird. Die raffinirtesten Streckapparate sorgen dafür, daß Arme und Finger wieder geschmeidig werden; mittelst Turn-, Ruder- und Radfahrapparaten ist jeder in der Lage, sich soviel Bewegung zu machen, wie er nur will und wie der Arzt ihm erlaubt. Daß ein eigenes Haus mit Röntgen-Labo-ratorium, ein Saal ferner für Finsenbehandlung eingerichtet ist. ist selbstverständlich. Das Interesse selbst des Laien wird der als eine Art Achteck geformte Operationssaal erwecken, der durch hohe, weiße Fensterscheiben, die drehbar sind, die Lichtfülle empfängt, die er braucht. Verhältnißmäßig das Großartigste unter den Wirthschaftsräumen ist das Maschinenhaus mit der Centrale, wo alles erzeugt wird, was das ganze Krankenhaus an Dampf, an Eis. an Licht, an warmem Wasser braucht. In den aus polirtem Stahl gefertigten Bottichen der Riesenküche wird täglich für 2000 bis 3000 Personen gekocht; die verschiedensten Roste-, Wärme- und Kühlapparate in der Küche tragen allen Anforderungen des Augenblicks R?chnung. Endlich ein nothwendiges Anhängsel dieser Krankenstadt ist noch die Desinfektionsanstalt sowie das Verbrennungshaus, wo alles Ueberflüssige und Schädliche ausgeschieden wird. Zu Ehren des verstorbenen großen Arztes und Physiologen Rudolf Virchow ist dieses größte Krankenhaus der Welt benannt worden; er hat die ur sprünglich gefaßten Pläne noch eingesehen und an den Berathungen theilgenommen. Denn der erste Entwurf des Hauses ist schon 17 Jahre alt: 1892 kaufte man den Grund und Boden in der damals noch ganz öden Gegend; 1896 wurde dem Stadtbaurath Hoffmann die Leitung des Baues übertragen, und dieser hat, nachdem im Mai 1899 der Bau begonnen wurde, ibn nack, sieben Jahren zu Ende geführ. Ter Bau hat 19,000,000 Mark gekost.'t. UeberdenSelbstmordversuch ocs Schauspielers Beer und seiner Freundin Emmn Walden in Bildapest liegen folgende Einzelheiten vor: Beide Schwerverwundetc liegen jetzt im Spital. Beer schoß sich eine Kugel in's rechte Auge, die Walden in die Brus:. Letztere bebauptet. daß sie sich selbst tödten wollte. Beer hingegen belastet sich mit der Angabe, er habe sein? Ge. liebte erschießen wollen. Die Eltern der Walden wohnen in Wien, ihr Vater ist ein geachteter Kaufmann. DerjungeGrafSoderini. der 50.000 Lire ihm anvertrauter ErsparnissederNonnen vonSanPaolo und Sisto an der Börse verspielt hatte, wurde in Rom vom Gericht zu elf M?naten Gefänanik verurtheilt.
I Ht iM)t nili) Zll5. :
Zwieback - Weinsuppe. Man bringt 1 1Z Quart Wasser mit einem Stückchen Zitronenschale und Zimmt zum Kochen, streut dann ungefähr 10 altbackene geröstete, fein gestoßen? Zwiebacke hinein und läßt dies 15 Minuten unter öfterem Umrühren gut verkochen. Dann rührt man die Masse durch ein feines Sieb, mischt sie mit Z Flasche Weißwein und Zucker ncich Belieben, läßt die Suppe einmal aufkochen ur.d zieht sie mit 1 2 Eigelben ab. Gerollte Hammelbrust. Man entfernt die Knochen einer guten fleischigen Hammelbrust, bestreut das Fleisch mit wellig Salz, belegt es mit 2 feinschcibig geschnittenen Zwiebeln und ungefähr 6 halbirten, gewässerten und entgrateten Sardellen, rollt das Fleisch so zusammen, daß Zwiebel und Sardellen inwendig sind, und umschnürt es mit gebrühter Baumwolle. In der Pfanne oder dem Schmortopf läßt man 100 Gramm Butter zergehen und gelb werden, legt das Fleisch hinein und dünstet es, unter fortwährendem Schütteln, rund herum an, gießt so viel leichte Brühe (die man aus den ausgelösten Knochen gekocht hal) oder im Nothfälle Wasser dazu, daß das Fleisch bedeckt ist. fügt eine zerschnittene Mohrrübe, Petersilienwurzel, 1 Stückchen Sellerie und einige Pfeffer- und Gewürzkörner dazu und läßt das Fleisch langsam auf gelindem Feuer weichdünstcn. Die Sauce wird durch ein Sieb gerührt, entfettet, abgeschmeckt und wenn nöthig mit einer braunen Mehleinbrenne seimig gekocht. Buchweizengrütze-Flam-m e r i e. Man brüht 1 Psd. Buch weizengrütze mit kochendem Wasser, gießt sie durch ein S'eb ab und kocht davon, mit Pfd. Zucker, etwas fein abgeriebener Zitronen - Schale, einem Stückchen Vanille oder nach Belieben Zimmt. in 11 Quart Milch einen steifen Brei, den man. sobald dieGrü genügend gar ist. mit dem Schnee von 4 Eiweifcn vermischt und in eine fl it kaltem Wasser gespülte Form 'eßt. ans der der Flammerei nach vollständigem Erkalten gestürzt wird. Saure Mohrrüben. 2 bis 3 Pfund Mohrrüben werden geputzt, in Stifte oder in Scheiben geschnitten und nebst einer feinaehackten, in ein wenig Butter gar gedünsteten kleinen Zwiebel in kochendes Wasser gethan, gesalzen und langsam gar gekocht. Wahrend des Kochens gibt man noch ein Stückchen Butter dazu (die Brühe darf nicht zu lang sein) und verkocht das Gemüse zuletzt mit zwei Eßlöffeln Mehl, das man in einer ha!ben Obertasse gutem mildem Essig verquirlt hat. worauf es sehr sorgsam abaejchmeät werden muß. Gehackte Schweinesteaks. 2 Pfund möglichst mageres gehcicktes oder durch die Maschine vdrebtcs Schweinefleisch wird mir Pfef. ser, Salz, einer geweichten ausqedrückten Semmel und einigen Eßlöffeln geriebener Semmel, sowie nach Belieben mit einem Ei (das eventuell auch wegbleiben kann) vermischt. Aus dieser Masse formt man runde oder längliche Steaks, die man in feingeriebencr Semmel umwendet und in ungefäbr 4 Unzen siedender V'.itter cd:r Fett zu schöner Farbe brät. Schweinesteaks bedürfen einer längeren Bratzeit als Beefsteaks. E in fache Beschäme!Sauce. 2 Unzen Butter in der Kasserolle zergehen, dämpft darin 2 Unzen feingebackten rohen Schinken und 1 gebactte Zwiebel nebst 2 kleineu Eßlöffeln Mehl langsam gelblich, füllt 1 große Obertasse Wasser oder Brühe auf. läßt alles zusammen kochen, gibt noch g Quart Sahne oder gute Milch dazu, würzt mit Salz, weißem Pfeffer und ein wenig geriebener Muskatnuß, läßt alles gehörig durchkochen, rührt die Sauce durch ein Sieb, schmeckt sie ab und servirt sie reckt heiß. B u t t e r m i l ch-K a l t s ch a l e. Man reibt ein großes, dickes Stück dunkles Roggenbrod (Schwarzbrod), gibt dies nebst 3 Eßlöffeln feinem Zucker auf eine flache eiserne Pfanne und röstet alles unter fortgesetztem Rühren bräunlich, schüttet die Masse in eine Schüssel und läßt sie auskühlen. 1 lh Quart kalt gestellte frische Buttermilch wird kurz vor demAnrichten mit etwas süßer Seihne vermischt, über zerbrochene geröstete dünne Zwieback geaossen und mit dem Schwarzbrodgereibsel überstreut. Man kann auch. je nach Geschmack, Zucker und Zimmt dazu reichen, womit sich jeder nach Belieben versorgt. Gebackener Aal. Man braucht dazu einen großen Aal. der gehäutet und dann in Stücke zerschnitten wird. Tiefe werden in siedendem Salzwasser einmal aufgekocht, worauf man sie auf einem S'cbe ablaufen läßt. Nun werden die Stücke wie gewohnlich in Mehl, Eund Reibbrod panirt und heißer Buner schön gelbbraun gebacken. Man reicht Zitronenscheiden und neueKartoffeln dazu, auch Gurkensalat sollte nicht fehlen. Rest; dieses Aalgerichts kann man auch in Essig und Oel mariniren. Sehr woblschmeckend und ausgiebig ist der Aal auch mit Sahne zubereitet. Dazu werden ein oder zwei Aal gereinigt. z?rschnitten, mit sledendenl Wasser Über-
g?nen, yerausgencmmen. adgelrockntt. in eine Kasserolle gelegt, mit Salz und feinem Pfeffer bestreut, mit süßer Sahne Übergossen und nebst einem Stückchen Zitronenschale langsam 20 Minuten gedünstet. Die Aalstücke werden herausgenommen; indessen verkocht man die Sauce mit einer hellgelben Mehlschwitze, schärft sie mit Zitronenfast und schmeckt ab. (Ueber die Aalstücke gießen.) Graupensuppemit magerein Speck und Kartoffeln. Man kocht 1 Pfund mageren Speck ein Weilchen in Wasser an. Z Pfund schwemmt man ab. läßt sie auf gelindem Feuer in Wasser Stunde quellen, gießt dann einen Theil der Speckbrühe dazu, sowie etwas zerschnittenes Suppengrün und das Stück Speck und läßt alls zusammen langsam kochen. Indessen hat man ungefähr 2 bis 2j Pfund Kartoffeln geschält, wenn sie zu groß sind, zerschnitten und fünfzehn Minuten in Wasser kochen lassen; man gießt st ab. schüttet sie ebenfalls in die Graupensuppe, läßt alles gut weichkochen und nimmt den Speck heraus. sobald er sich mit der Gabel leicht durchstechen läßt. Wenn man will, kann man dem Gericht auch noch drei geschälte, scheibig geschnittene, in kochendem Wasser abgewellt Kohlrabi hinzufügen. Das Gericht ergibt ein sättigendes, ausreichendes Mittagessen. Nach Salz muß sehr sorgsam abgeschmeckt werden, weil der Speck oft Salz genug gibt. Hagebutten.
Einsam steht am Feldrain und Waldesrand der wilde Rosenstrauch Länqst schon ist 'eine duftende IHiu ihenheiTlichfoit dahingegangen. Aber wenn der Altweibersommer seine spinnwebseinen äden über die Ge iilde fliegen laßt, dann prangt der Roienbufch wiederum in einer neues Schönheit, im Schmuck der flam mendrothen. glänzenden Hagebl,tt"'i Toch nicht zur Augenweide allein fchuf Mutter ?!atur jene prächtig anzufchauenden nichte der Rose, auch in Hallvhalt und Küche behaupten sie, dank einer vielseitigen Verwendbarkeit, von jeher ciuen Ehrenplatz. Schon in sehr alten Kochbüchern findet man Vorschriften zu ihrer vor theilhaften Verwerthung, Rezepte, die beute noch wie vor Jahrhunderten, der 5allöfrau reiches Lob eintragen werden. Auch die moderne Kochkunst und feinere Gliche icheukt neuerdings der Hagebulte wieder mehr Beachtung und verwendet sie mit Vorliebe zu seinen pikaaten Sauceu und Confitüren. Die Hagebutt' enthält außer Gerbstoff, Harz, einigen Salzen und Gummi noch Smleimzucker und be sonders Apfel- und Zitronensäure und zeichnet sich durch einen eigenen feinaromatifchen, äußerst angeuehmen Gefchnlack ans. Aus diesem Grund eignen sich die fleischigen ruchthülleu besonders zur Vm?llung seiner Marmeladen, Ko.mwlte. Pasteten. Flammeris und wcinähu.' lich schmeckenden Suppen. Wir gcben hier einige der bewährtesten Rezepte: a g e b n t t e n s a u c e, zu Wildfchweinskopf und dergleichen beliebt, wird wie folgt zubereitet: Ein halbes Quart frische Hagebulten nach dem Entkernen gemessen werden mit dreiviertel Quart Was ser und einem halben Quart Wein, etwas Zimmt und Zitronenschale weich gekocht und durch' Sieb gestrichen. Xunn wird die Sauce wieder zum jvener gebracht, nach Bedarf u-.it Zucker sowie mit ein bis zwei Rössel Iolmnni5beergelee gesüßt und untek beständigem Rühren schön glatt gekocht: man kann diefe Sauce noch zuletzt mit einem Eigelb abziehen. Eine andere Haebuttensauc? v.ird auf nachstehende Art bereitet: Titan kocht die Hagebutten Marmeladenartig ein und streicht sie durch ein seines Sieb. Tiefes Mus zieht man unter die von Wildschweinobratei: gewonnene Sauce, fügt etwas Zitro neniaft und wenig Zucker hinzu und reicht sie zum Braten. H a g e b n 1 1 e n f l a m m e r i ist eine angenehme erfrischende und be kömmliche kalte Sreiie. Tie nach vorigem Rezept hergerichteten Hage butten werden mit kaltem Wasser angesetzt und völlig weich gekocht. rurch ein Sieb gegeben und ordentlich gefüßt, hierauf wieder auf's Feuer gefetzt und dem kochenden Hagebuiienbrei unter fortwährendem Rühren bis zu der zum Stürzen nöthigen Konfisteuz. in Wein verquirlies Maismehl oder auch Maisgries zugefetzt. Ter Flammeri wird, wic jeder andere Grieoilammeri. in eine mit Wasser ausgespülte orm gegeben, nach dem Erkalten gestürzt liftl mit einer Vanillensance oder süßer Sahne servirt. Eingemachte Hageout ten. Recht große fleischige Hagebutten entkerne und wafche man. dann nehme may aus zwei P'und Früchte anderthalb Pwnd Mucker, koche diesen, bis er breit vom Löffel fällt, gebe dann die Hagebutten fün' Minuten hinein und lasse sie noch zwanzig Minuten langsam bis zum Weichwerden kochen. Nachdem das Eingemachte etwas abgekühlt, ob?r nicht erkaltet ist. füllt man es in die Gläser und schließt diese sofort. Nach einiger Zeit müssen die Hagebutten mit ihrem Zucker noch einmal 15 bis 20 Minuten durchgekocht werden, ehe man sie endgiltig wegstellt.
