Indiana Tribüne, Volume 30, Number 60, Indianapolis, Marion County, 1 November 1906 — Page 7

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Jndiaua Zribün, 1 November '.

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Roman lS dem nordischen Volks: leben. Von ,alT tzaine. (Autor, sirte UebkNepung anS dkm Englischen. Von ttslav Hösker.) (Fortsetzung.) 3'0i kreideweißes Gesicht lag ant ihrem Arme, ihn großen dunklen Augen waren glanzlos, sie athmete schwer und jeder Athemzug war ein ttrampf. 3 son eilte fort und holte einen Geistlichen denselben, welcher ihn einst gelaust hatte. er jnte alte Mann kam mit wankendem schritt, daö heilige Bnch in der Hand. Als er sah. daß das vcdcnslicht am Erloschen war. wollte er nach dem Gonverneur schicken, aber Rahel verbot e ich. Er laö ihr aus dem Buche vor. er sang mit schwacher, zitternder Stimme, hörte ihre Beichte, und als er Alles gethan hatte, was menschliche Macht angesichts des TodeS noch z thun vermag, setzte er sich aus eine Truhe nieder, breitete sein kattunencS Taschentuch übcr'S Knie, zog seine Scknupftabaködosc bervor und wartete. Iason stand mit dem Rücken gegen das vom Torf genährte fteuer. das Antlitz iin Tlillkeln. Er gab kein Zelchcu von sich, er hatte kein Wort uud keine Thräne. Aus seinen Augen aber leuchtete jenes seltsame wilde Aufblitzen, während er zuhörte. Nahet bewegte sich. Bist jn da. Iason frug sie mit schwachertimme, woraus er zu ihr trat. ,')cädcr. komm näher." flüsterte sie. MS er stire kalte ,Yand in seine besten Hände nahm, wußte sie. wo ihr uinslor ttS Augc sein Antlitz ;u suchen hatte. l'clie wohl, mein wackerer cnabe." sagte sie. Ich fürchte mich nicht. ich zn verlassen. Du bist stark. Du bist brav und die Welt ist nicht hart gegen diejenigen, die sie zu bekämpfen verstehen. )iux gegen die schwachen ist sie gran sam nur gegen die Schwachen und Wehrlosen nur gegen hilflose Frauen, die sich in die Sklaverei herzloser Man ner verkaufen." Dann erzählte sie ihm Alles ihre Viebe, ihr ganzes even und Leiden. In wenig Worten faßte sie die ganze traurige Geschichte zusammen. Ich gab ihm Alles Alles. We gen ihm nahm ich den väterlichen Fluch auf mich er verließ mich er vergaß mich an de- Seite eines andern Weibes. Höre, höre komm näher nccli naher." flüsterte sie ungestüm. Dann suhr sie fort : D wirst ein Seemann werden und nach vielen Ländern segeln. Wenn 11 je Deinem Baker begegnest, so erinnere Dich, was Deine Mutter von ihm dulden mußte. Wenn 11 ihm nicht begegnest, aber seinen Sohn triffst, so erinnere Dich, was Deine Mutter vou der Hand seines Vaters litt. Hörst Du. was ich sage? Ist meine Rede zu dunkel ? Oder verstehst Du mich?" Iason suhlte ein Würgen in seiner Kehle. Er vermochte nicht zu antworten. Mein wackerer ilnabe, leb' wohl." murmelte sie schwächer, dann schwieg sie. ein tiefer Athemzug eutraug si.'j ihrer Brust, mit einem Seufzer ließ sie ihr Geficht auf seine groften braunen Hände hcrabsinken uud dann war Alles vorüber. Einige Minuten stand Iason noch in demselben unempfindlichen Schweigen. jceiue Thräne stahl sich aus seinen Augen, die wilder blickten als je ; kein Vaut drang aus seiner trockenen iehlc. in der er ein heißes Wogen fühlte ; fein Ohr glaubte noch ein dumpfes Gemur mel von Worten zu vernehmen, wie das Rotten einer Brandung in weiter, wcilcr Ferne. Sie war von ihm gegangen. die ihm Alles gewesen war. Wie eine Welk war sie versunken, und hinter ihr drängten die Wellen des Ozeans weiter. 5k war verloren gegangen und der 5trorn des Gebens fluthetc nach wie vor dahin. Der alte Priester schleppte sich ;n ihm, die feuchten Augen mit seinem ro then Taschentuchevischcnd. Komm, mein co)i, komm fort von hier." sagte er. indem er dem Jüngling leise auf die Schulter klopfkc. Roch nicht F antwortete dieser rauh. Taun wandte er sich mit einem ftaminenden Blicke um und sagte wie Je mand. der im Traume spricht : Mai, Bater hat meine Mutter gctodtct." itciu, nein, sage das nicht." widersprach der Priester. Ja, ja!" wiederholte Iason noch lauter, er hat sie gctodtct. nicht in einem Tage, oder einer Stunde, oder in einem Augenblicke, sondern in zwanzig Jahren." Still! still!" Aber Iason achtete nicht darauf Jetzt hört," rief er. und vernehmt mem Mlübdc." och hielt er die kalte Hand der Mut ter und noch ruhte ihr bleiches Antlitz auf seinen .yändcn. .Ich will die Welt durchforschen, bis ich jenen Mann gefnndcn lzabc. und wenn ick, ihn gefunden habe, so will ich ihn erichlagen." Was sind das für Worte?" rief der Priester. Aber Jafon suhr mit furchtbarer Feierlichkeit fort: Wenn er stürbe, ehe ich lhn fände, )0 null ich die Welt nach seinem Sohne durchforschen, und wenn ich ihn gefunden habe, so will ich ihn an seines Vaters Stelle tödten. So wahr Schweige, jchweige!" fiel ihm der Priester ln'S Wort. So wahr mir Gott helfe a vollen dete der Jüngling.

Mein Sohn, mein Sohn, die Rache

ist Sein. Der Mensch soll Gott nicht vorgreisen." Iason hörte nichts, der erste Winterfrost des Lebens, der sein Herz erstarren wollte, ihn taub und blind machend, schien Alles in ihm zu vernichten. ir legte das kalte Haupt dcr Todten sanft aus das Kopfkissen zurück uud dann warf er nch stöhnend und schluchzend darüber, daß das Bett erzitterte. . . . Auf dem Kirchhofe der Kathedrale von Reykjavik wurde die Tochter des Gouverneurs in der für die Armen besummten Abtheilung begraben. Feierliches Glockengeläntc ertönte zwischen der Frühmesse und dem Morgcngollcsdlenile. iZröhltchc kleine Mädchen in hellfarbigen neuen Kleidern, die Brust mit Primeln geschmückt, hüpften zn der breiten Pforte herein nnd ihr mnntcres leplandcr klang wie das Zwitschern des Hänflings im Frühlinge. Cr war Oste.fonntag. neunzehn Jahre nach 5tcph'.n Orry'o Flucht von ISland. Am anderen Morgen trat Iason seincn dienst als Matrose vor dem Mast auf einem irischen chooner an. der heimwärts segelte. iiS stand ihm frei, das Schiff in Whitchaven in Cumbcrland oder in Ramsey aus der Insel Mau zu verlassen. 4. Kapitel. Die kleine, inmitten des irischen Mecres gelegene Insel Man hatte durch viele Jahrhunderte hindurch ihre eigene Spracht, und Gesetzgebung, ihre eigenen Richter und Gouverneure. Lange, sehr lange vorher hatte sie sogar ihre eigenen ouige und einer der größten derselben war ein Isländer, welcher die Insel 1077 mit Blut erkaufte. In neuerer Zeit waren verschiedene englische ordS mit der Insel belehnt und einer dersel ben verkaufte sie 1765 für Gold. Ran, diesem chachcr behielt sich die englische ieroye das Recht vor, den Gcucralgouvcrneur zn ernennen. Die Wahl fiel ans den Sohn des bisherigen Besitzers. Das war John Herzog von Athol. da sein Amt sünsundfülifzig schlimme Iah lang behielt. Während seiner Bcrwaltnng war die Insel durchaus kein Schauplatz der rcude und des Glücks. De Herzog wollte nicht viel mit den Geschäften zu thun haben uud um nach Belieben seinen Aufenthalt wählen zn können, setzte er einen vokal-touvcrncur ciu. Als er sich nach einem hierzu gc eigneten Manne umsah, fanden sich nicht weniger als scchsundzwanzig Bc Werber, die bereit waren, sich ihm zu Füßen zu legen. S waren darunter Richter uud Keys (VolkSrepräsentan ten). aber er konnte sich für keinen von ihnen entscheiden. Da hörte er von einem einfachen Randbauer im Norden der Insel sprechen, dessen Geradheit nnd Aufrichtigkeit, dessen schlichter Sinn und menschliches Mitgefühl allgemein gerühmt wurden. Das ist der rechte Äiauu für mich." dachte der Vorb uud machte sich sofort selbst auf den Weg zn ihm. (5r fand ihn. wie ein Patriarch unter seinen vcntcn lebend, umgeben von seineu Söhnen nnd stolz darauf, daß ihrer viele und alle kräftig waren. Sein ane war Adam Fairbrothcr. In seiner fugend war er zur See gewesen, in Algier gefangen genommen worden und hatte achtnndzwanzig Monate lang als Sklave in der Berbern schmachten müssen. Glücklich war er entkommen und als Kapitän eines Guineafahrcrs in feine Hcimath zurückgekehrt. Das war die Geschichte seines Gebens und seiner Erziehung Als wilder, trotzköpfigcr. heißblütiger Bursche hatte er seine Insel verlassen und als gesetzter. zcduldigcr. mildherziger Mann war er wiedergekommen. Adam's Haus war ein alter, weitläufiger, formloser Bau. mit den dazu gehörigen fünfhundert Morgen uu fruchtbaren AckcrS auf dem felsigen Bor gcbirgc von Maughold gelegen. Als der Hcr;og angeritten kam. läutete Adam eben die über der .hür befestigte Glocke, welche seine Veute zum Mittagsessen rief, k stand damals im mittleren Lebensalter, seine Gestalt war stämmig, aber von schlaffer, nachlässiger Haltung. Augen nnd Stirn trugen den Ausdruck des gütigsten Wohlwollens, ein Zug vou Sanftmulh uud Zärtlichkeit schwebte um icincn Mund, das .paar begann über chläzcn und Ohren bereits zu er grauen. Das Antlitz eines Engels im Haus leinenen kleide." dachte der Herzog bei sich. Adam empfing seinen Besucher wie einen cinesgleicheu uud streckte ihm die Hand entgegen, in welche btr Herzog einschlug. tir hielt die Steigbügel. wäüreud der Herzog abstieg, führte da Pferd in den Stall, lockerte ihm den onnt und schüttete Hafer aus, wobei er fortwährend sp 'ach, während der Her zog hinter ihm folgte und zuhörte Dann führte er seinen Gast in's Haus und trat mit ihm in Wohnzimmer - eine längliche Küche mit einer großen eichenen Tascl in der Mitte, zu deren selten zwei Reihen Bänke standen. Die Leute des Pächters versammelten sich eben, den Gcrilch von Dünger nnd frischen. Ton verbreitend. ein große: stuhl am (5nde der afcl war Adam' itz. dein Herzog wies er den nächsten Platz auf der Bank zu seiner Rechten an. Rad, einem kurzen diqcbet setz tcu sich Alle nieder Adam, seine Frau. eine boshaft nnd lchlan blickende Per son. seine sechs söhne, sämmtlich große Burschen mü schleppenden Bewegungen. die jincchte und Mägde mit emporge streiften Hemdärmeln und der Herzog. dieser amusirie lim lm snuen, als er die Gesell, chalt überblickte, die sclt famste. mit der er je zu Mittag gespeist hatte. Nachdem das auS Gerstenbrot. Klößen, schasslclsch und Kartoffeln be stehende Mahl beendet und wieder ein kurieS Dankacbet aesprochen warmer

hob sich Alles und verließ das Zimmer, in welchem nur der Herzog und Adam zurückblieben. Der gute Mann hatte sich durch die Ehre, den Lord von Man" als Tischgast zu haben, nicht zu der geringsten Abweichung von seinen cbcnSgewohnheitcn verleiten lassen. Tie Haltung eines Fürsten." dachte ocr Herzog bei sich. Beide ließen sid) auf zwei Lehnstül len nieder. Ihr sühlt Such, scheint's, behaglich in Eurer Zurückgezogcnheit," begann der Herzog, swerlich aber habt Ihr Cinch seit lanern Tagen ans Guinea von einer Stellung träume lassen, die (iucii mit nod) größerer Machtvollkommenheit ailönisten und wohl auch mehr eiutra gen würde." Was Macht betrifft," antwortete Adam, so habe id) beobachtet, daß die Wirklichkeit gewöhnlich hinter dem n men weit zurückbleibt.Cie Erfahrung eines StaatSman nes," dachte der Herzog. Uud was das Einträgliche betrifft," fuhr der Andere son, so hat, so lange die Welt steht, das Geld nod, Riemand glücklich gemacht. Ich für meinen Theil bin so glücklid), wie nur ein Mensch sein kann." Die Weisheit eines Philosophen," sagte sich der Herzog und kam nun ans den Zweck seines Besuchs zu sprechen. Das Amt. welches ich Euch anbiete," sügte er am Schlüsse hinzu, erfordert nur eine Eigenschaft : nämlid, einen ehrlichen Mann. Wenn er dabei kein Rarr ist, umso besser. Wollt Ihr es

annehmen ?" Rein,- autwortetc Adam kurz und bündig. Ganz der rechte Mann !" dachte der Herzog. SeckS Monate später lzatie er seinen Zweck erreicht. Adam air, brolher war mit einem Gehalte von jährlich vierhundert Pfund Gonverneur von wlm. Am Johannistage des Sommers 1703 gab eS in der Stadt Rain sey groue ,vestllaikclken. 'as smirf Rohen George" hatte im Hasen Anker aeworscn uud der Bttnz vou Wales war in Begleitung des Herzogs von Athol w - . rr . i . v IC . - nno ocr aplianc luniiiaij uno cooi gelandet, daS erste Mal. dan tm eng lischer Prinz seinen f$u ans den Boden der Insel setzte. &or Dunkelwerden hatte das königlidie Schisf die Anker wieder gelichtet, nnn aber nahmen die Volksbclnstigungcn ihren Anfang. Schüsse wurden abgefeuert. Mnsikban den zogen durch die Stadt und aus der Fpitze dcS Berges, welcher Sky Hili oder Himmclshügcl heißt, wurden ,reu dcnfcncr angezündet. Alle Wirths Häuser waren überfüllt und in den strafen drängte sich das Landvolk. dicke Staubwolken gehüllt. Auf dem Marktplätze trieben junge Mädchen allerlei murhwillige Spiele, junge Burschen zechten. Kinder jaudizten. was die Kehlen hergeben wollten. Hausircr arbeiteten sid, mit ihren Hucken durch die Menge uud priesen schreiend ihre Waa rcn an. Und über all diesem Treiben, welches von den an den Berkaufsständen brennenden gmkkl beleuchtet wurde, über diesem wilden Gewirr von Summen, dem Jauchzen, dem Geläch. ter. dem rcndcngesd)rci und dem Httndegcbcll rauschte ununterbrochen das Glockengeläute von St. Paul durch die Luft. Mitten durd) das Gedränge der straßcn brad) sich ciu sremdcr Mann Bahn. Er war blondhaarig, von riesigem, kraftstrotzendem örperban nnd trug eine Mütze von Zicgenscll, ein grauwollenes, am Halse offenes Hemd, wclcheS von cinem cdcrqürtcl zusammen gehalten ward. Beinkleider von ungcgcrbtem cder. lauge, dicke Strümpfe. über diesen ein zweites Paar, welches bis an die Kersen reichte, aber keine Schuhe an den tfüfcnt. Sein (Besicht war bleich und seine Backenknochen standen weit lzcrvor. Die jungen Mäddicn brachen ihre Gespräche ab. um ihn an zilstauttcu ; aber ohne daraus zu achten, setzte er mit langen Schrillen seinen Weg fort, ans welchem ihm die Leute n bei all Platz machten. An der Thür cincö Wirthshauses blieb er einen Augenblick stehen, als er jcdod) von innen Stimme vernahm, ging cr weiter. Bald kam cr an ein zweites Wirths haus, wieder stand cr hier still, und nach einer Weile trat er ein. Eine Stunde später kamen aus der Richtung des Basen eilig vier Männer, welche mit Hirschfängern bewaffnet waren und Schisfsfcsseln bei sich trugen. Es waren Blaujacken von dem in der Bucht llcgcndcu Wachtschiffe ; sie verfolgten einen ecmann, welcher von einer englischen Brizg, die im äußeren Hasen ankerte, entflohen war. Hatlc Jemand den Flüchtling vielleicht gcfchcn? Er war ein Riefe und fremd hier, sprach weder engtisch noch die Mundart der Insel. Ja. Viele hatten ihn gc sehen. Er war in das Wirthshans Zum'Pslng" gegangen. Dorthin lenkten die Blaujacken sogleich ihre Schrille. Die gntc Fran Wirthin. Mutter Beattl), wußte gewiß Auskunft über ihren willst zu geben. Ja, ja. der arme Teufel war hier." gab sie zu. aber sie hatte ihn nicht ver standen und cr sie nicht, und so hatte sie ihm ein Stück lerstenkuchen und einen Tropfen zu triukcu gegeben ; das war Alles. Befand cr sich nicht mehr im Haufe? ..sucht selbst nach," war die Antwort. ie Blaujackcu durchsuchten das .'aus. mußten es aber uuverrichtcter sadic wieder verlassen. Hieraus suchten sie in allen Strafen und allen Durchgängen und kehrten ohne den Ftüchtliug aus ihr Schisf urück. Mutter Bcatty war nad) der Entfernung der Blaujacken vor die Thür gelaufen. Hinter ihr kam gleich darauf der herkulisde Fremde. Jenen Weg," flüsterte sie ihm zn und wieö avf ein gegenüber liegendes dunkles Gäßchen. Der Man lüpfte

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seine Mütze und folgte der ihm angebeuteten Richtung. Das Gäßchen offnett sich nach mancherlei Windungen nadz einem Baumgange und dieser führte au den fta eines Berges, welcher Ballurc heißt. Hinter dem rcrnden lag die Stadt mit ihrem yäriu und ihrer Mnsik. Zu seiner sinken befand sich das Fort, von welchem Dampfwolkcn aufstiegen uud Kanonenschüsse don. nerten. Zur rcd)ten Hand brannten auf der Bcrgfpitzc die Freuoenseuer. vor oenen sid) kleine dunkle Gcstallcn bewegten, uud die Gluth darüber färbte den Himmel roth. Ueber das Laud vor dem Flüchtlinge breitete sid) Schweigen und Dunkelheit, aus welcher ihm ciuc frische, kühlende Luft cntgegenwchtc. Der Weg führte nad) Maughold. Zwei oder drei kleine Häufcr. an denen er vorübcrkani, waren dunkel. An einer Schenke, die er verschlossen fand, klopfte er, aber Niemand rührte fich. End lich, als cr eine Nebenstraße cinfchlug, sah er 'id)t durch die Bäume sd)immcrn, nnd, demselben nachgehend, errcid)tc cr ein langgestrecktes Haus, von einer Gruppe Ulmen umgeben. Es war Vaguc. der Hof ?airbrothcr's. Das fielst, welches den Fremden geleitet hatte, kam nur aus einem Fenster, und aus dieses giug er zu. Ein Mann faß allein am Herde, der Fcuerfdicin bclcuchlctc sein edles Gesicht, aus welchem sich Milc und Wohlwollen ausprägte. Es war Adam Fairbrother. ?r Fremde betrachtete ihn eine Weile.

dann klopfte cr leise au Die Fcustersmeioe ... Der Gouverneur Fairbrother hatte einen sehr erregten Tag hinter sid). Er war nach Ramky gcrüscn worden, um den Prinzen von Wales und den Herzog von Athol ;u empfangen. Die hohen Herrschaften waren, als er ankam, bereus gcianocr, oyne oan es unn cm ge fallen wäre, sein verspätetes Erscheinen zn eut schuldige. Er führte den Prili' zeu auf die Spitze des Sky Hin, nannte ihm im Geheu die Namen der umliegenden Berge, berührte die Geschichte nnd die alten Gebräuche der Insel, erklärte die Bedeutung der drei beulen in ihrem Wappenschildc und gab Proben ihrer Mundart. Keinen Augenblick Halle er snn natürliches, schlichtes und offenes Wesen verleugnet, und ehe der Prinz auf's chifs zurückkehrte, stellte er ihm mit der Würde eines Patriarchen seine sechs Söhne vor. Am Quai reichte cr dcm Prinzen die Hand uud sprach dic Hoffnung aus, ihn redst bald wiederzusehen, denn er hatte feine Frcndc an glücklidicn Gcfichtcrn, nnd dcr Prinz war. wic man ihm sofort ansehen konnte, ein Mann nad) Fairbrothcrö Herzen. Als aber der lioyal George" mit Eintritt der Fluth absegelte, zog sich Adam Fairbrothcr in allcr Stille zurück. Er wohnte im Gouvcrncmetttsgcbättdc. hatte aber seine drei ältesten Söhne in öagne zurückgelassen und benutzte dic Velkgeuheit. wieder ciumal eine )iad)t ilnler feinem eigenen Dache zu schlafen. Es war Niemand da. als die Haushäl teriil seiner Söhne, eine alte Iungscr ans seiner Verwandtschaft, nnd nad) dem sie ihm ein frugales Abendessen vorgescyk hatte, schickte er sie den Andcrcn nach, die sich in Ramsey belustigtcu. Endlich allein, Hatte er sich einen Stn Hl an's Hcrdfcucr gerückt, seine lange Pfeife angezündet und zu träumen begonnen. Ilnwillkürlid) lenkten id) seine Gedanken aus jene schlimmen age zurück, die er in der asrikanischen Skuwensactorei verbracht hatte, sein Schiffbruch und seine Gefangennahme, seine grausamen Qualen, als man ihm das Halseisen um den Nacken schmiedete, die Peilsdienhiebc, die cr sich zuzog, bis cr die Svrachc seiner Peiniacr verstehen lernte, die Fesseln an seinen Händen, die schweren Gewichte an seincn Füßen, die schmerzenden Wnnden an seinem backen, wo ihm das eiserne Joch die Haut durd)ricb. uud dann zcnc finstere stürmische Nacht seiner Flucht, iu welcher cr mit drei ebenso unglücklidicn Leidensgefährten auf einem zerbrechlichen Flösse sich dem Meere an vertraut, atlc vier ihre Hemden ausgezogen, daraus ciu Segel gemacht uud sid) mit ihren nackten Körper dicht aneinander geschmiegt hatten, um sich gegenseitig warm zu erhalten alle diese Erinnerungen zogen jetzt in lebhaften Farben an seinem Geiste vorbei, und Prinz und Herzog, Kanonenschüsse und tlockcngcläiitc. Musik uud Freuden scucr waren darüber vollständig vergessen. Stück um Stück sctztc cr das cbcnsbild seiner Jugendzeit zusammen. uud glücklich darüber, daß es hinter ihm lag. bracluc er Gott icincn Vank dar. In diesem Augenblicke vernahm er ein leises jilopfeu am Fenster und sah. als er sid) darnach umwandte, daS Gcsicht cincs Mannes aus dcr Dunkelhcit auftauchen und sich gegen die Schein den drücken. Er stand aus. öffnete die Thür der Borflur und rief hinaus : icomuu herein !- Der Mann trat in das Haus, blieb aber gleich wieder stehen, er schien einen Augenblick verwirrt und geblendet - drtini aber trat er. wie einer plötzlichen Eingebung folgend, näher, streifte den Hemdärmel empor und streckte seinen Arm aus. hm sein Handgelenk zog sich rmafömia eme Wunde, die Haut war losgerissen und das rothe Fleisch lag offen. Es war das Hinterbliebene Mal eine, eisernen Fessel. Mit einigen Worten deS Willkom. mens wies der Gouverneur dem Manne einen Sitz an. Dieser sprach ein paar unverständliche Worte uud machte ein Zeichen mit der Hand. Er war ein Fremder. Was war sein Beruf? Auf dem Küchenschranke in der Ecke stand das kleine Modell eines ausge. takelten Schisses. Mit fragendem Blicke deutete Adam auf dasselbe, worauf der Mann bejahend nickte. lFortsetzung folgt.)

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