Indiana Tribüne, Volume 30, Number 59, Indianapolis, Marion County, 31 October 1906 — Page 7
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Mm lstdZe Rüche.
Pmum c.v.a Dc:n nordischen Volksleben. ?on aiT Caine. (Rutcnhvtr ItHlHfOTj nl tern Englischen. Von -Ilnv frötXct.) 'iktzuttg.) ES blieb alles beim Alten, und Stcphen begann beschämt sein An nicbcr zuschlagen, wenn dieses dem Blicke Ra helS begegnete, die nie ein Wort deS Vorwurss laut werden ließ. Er gestaut ihr. daß seine alte Mutter die Eitt;i.' sei. die ckwaö GutcS mit ihm ansangen könne ; sie kenne ihn genau und schone ihn nicht. War sie bei ihm, so arbeite er zuwcilcu und trinke auä) nicht zu viel. Er werde sie kommen lassen. Rahel erhob keinen Einwand hiergegen und eine TageS hielt die alte Mutter, aus ciucm spindeldürren rauhhaarigen Pony sitzend und in einem Packe hinter sich ihre gan ttn )abseligleiten mit sich führend, ihren Einzug. 8ie war eine kleine, eckige Gestalt uud beim ersten Anblick ih c schmutzigcn, mit starben bedeckten Gesichtet, welckeö den Ausdruck der Härte trug, sank NahclS Muth. Die alte Frau bekundete eine rastlose Thätigicit. Schon zwei Tage nach im'er Au'lunst hatte sie ihr altes Geschäft, das spalten uud Trocknen des Stockfisches, wieder anfgenommcn. Rahel's .'agc verbesserte sich jedoch dnrch ihre Gegenwart nicht. Bei ihrer Anlunst hatte die Alte ihre ncnc Schwiegertochter von Stopf bis zu terte, war kein Weib zu gut. Der Sohn Kalte die Mutter geliebt, und nun stand Rahel zwischen Beiden. Die Alte faßte einen Haß gegen die junge ftrw, weil deren seine (esittnnf und liebliches Antiitz hr täglich ihre eigenen rauhe Manieren und ihr grobes Aenßere vorznwcrsen und Stcpl,cn ;n einem vergleich herauszufordern schien. Der letztere verharrte in seiner früheren Trägheit und schämte sich derselben jetzt nicht einmal mehr, denn es war ja Jemand da, der den Mangel von seiner Thür fernhielt. Für iliren Sohn Brot zil schaffen, war der Mutier eine füße Pflicht, aber Rahcl'S Hilflosigkeit erbitterte sie. ättlj all ihr schönen weißen Fingern vermochte die jnnai Frau nicht anznsangcn, um den opf zu füllen. Ein nelteö Püppchcu hall Du mir in's Hans gebraeht, nm es n füttern l warf sie ihrem Sohne Za und '.acht vor. Nahel's Erniedrigung hatte nocfi nicht die tiefste Stnfe erreicht. dachte sie. könnte ich meinen Gatten nnr wieder für mich allein haben, so würde er meine Demüthigung erkennen und mich davon erlösen." Sie wandle weibliche ,unstknifsc an. um die riiroic germutter wieder loszuwerden, aber die List, die Weibcrwitz ersinnen kann, vermag anch Weibcrwitz zu durchscbaucu, und die alte Mutter behauptete ihre Stellung. Vergebens snchtc Rahel ihrem Äcannc begreiflich zu machen, wie erniedrigend es für sie "sei, in der Nähe ihres väterlichen Hanfes in eine: elenden Höhle leben zn müssen, vergebens beschwor sie ihn, mit ihr sartzU' ziehen, wolzin es auch sei. sie wolle itnn bis ans Ende der Welt folgen - Stcphen antwortete, in Island fei ein Ort wie der andere, die Bevölkerung fei nicht zahlreich und ihre beiderseitige 9c schichte Jedermann bekannt. Und außer VandcS zu gehen, habe er keine iknft. cahcl's Her; blutete, zu spät sah sie ein. daß in dem Rieseukorper ihres Gatten die Seele eincö Zwerges wohnte. Gefesselt blieb sie für dic ganze Tancr ihres verfehlten Gebens an diese Scholle, die Zeuge ihrer Entbehrung war ; ver urtheilt war sie. mit der alten Frau zn sammcnzulebcn. von welcher sie sich gc haßt wuszte. und deren bitteres Brod zn essen. Sie trng ein Pfand der Vieb c unter tnrciii petzen, aver otcics .nerz war gebrochen. Das .vaiipt auf die Bruu gcienkt. die ,u;e am .V)erdfeucr wärmelid uud die Augen roth geweint fo iah die alte Mutter, vom Strande nach Oau?e kommend, ic oft dasieu. uud manches gehässige Wort entfcalüpftc ihrem Munde. Eiucs Tages aber saß Stepheu neben ihr. der Ausdruck der Scham lag aus seinem Antlitz, er sluchic seinem Veschm und mgte. wenn cr nui ein eigenes Boot besäße, wie wollte cr dann sür beide sorgen ! Sie frug, wie viel ein Boot wohl kosten tonne, und er antwortete : dreißig Thaler ; für diesen Preis habe cm icbotllichcr Kapitän, dessen Schiff im Hafen liege, eben ein Boot zn verkaufen, und daelbe )ei viel besser als die Boote der hiesigen bischer denn es sei englischer Bauart. 311 faina. ijattc uiaqei gcyork, ia; ein Jude, vicimciis ,vrank, der einen vaoen am Hascnoamin bielt. jungen Mädchen ihr langes Haar ablause und dafür einen sehr guten Preis zahle. Als Stcpucn von dem Boote sprach und Rahcl ihr Her; von einem Stralü der Hoffnung erwärmt sühltc. erinnerte sie sich, wie oft fie in den Tagen des Glücks die tfarbe, tfiillc uud übcichhc ihres paa res hatte rühmen hören, Wusch war ihr Entschluß gesagt, ic jiaud auf, ichütztc tcp'.jcn gegenüber ciueu noth wendigen Gang vor. kleidete sich au uud machte nch auf den 2lcg nach dem Ha fen. Dort hatte sie den Juden bald gesunden, welcher, von einer Gruppe junger Mädchen umgeben, vor seinem Vabeu stand. Einige der Mädchen wol ten ihr Haar sogleich hergeben, um das erlöste Mld geradenwego zum Juwelier oder zum chltittwaareuhäudlcr zu tra gen uud sich Ringe. Halsketten ode: buntfarbige hawls zu kaufen ; andere zögerten, es verlangte sie ebenfalls nach
gemc,,cn und weder ein lächeln noch ein frenndlichcS Wort für sie gc habt. Für ihren Sohn, den sie vcrgvt.
solchem künstlichen Schmuck und doch scheuten sie sich, ihre natürliche Zierde
dafür zum Opfer zu bringen nnd sich zu verunstalten sie schwankten, bis sie sich von dem blinkenden ilber des Inden anlocken ließen, wie die Motten vom Vichtc. Mahel war. als sie diesen Weg antrat, ihrem ersten kräftigen Impulse gefolgt, aber als sie sich dem Cnc nähere, wurde sie wankend, nnd überlegend blieb sie stehe. Vu sie mit diesen Madien zum Juden hineinging, nm ihr Haar zn verkaufe, so stellte sie sich mit der niedrigsten Bevölkernngsklasst der Sladl auf gleiche Stnfe ; aber diese Grwagnng tallein war es nicht, was ! sie zurückhielt, sondern ein anderer danke, der ihr plötzlich gekommen war : ! lvas sie jetzt thun wollte, sollte ihr den ; Gatten zurückgewinnen ; aber was war ; es, wodurch sie ihn zuerst gewonnen ! halte? Und als sie sah, wie unvor- ' theilhaft die Mädchen sich unter der Schccre des Jude verändert hatten, mutzte sie sich fragen, was es ihr nützen würde, wenn sie das Boot für ihren Mau erlangte und dafür ihn selbst verlor? Schon wollte sie. von diesem Gedanke erschreckt, eiligen Schrittes umkehren, als der Jude sie bemerkte und ihr zurief, welch' herrliches Haar sie hätte und ob fie es ihm nicht verkaufen wolle. ic Versuchung war zu groß, als daß sie ihr jetzt uoch zu widerstehen vermocht hätte, ans das Zureden des In den streifte fie ihren itopfputz ab, breitete dic Flechte ihres Haarcs auseinander, daß sie in goldenen Welle auf Brust und Schulter herabfielen, und frug, wie viel cr dafür geben wolle. Zwanzig Thaler antwortete er Jude. Sagt dreißig nnd cö gehört Euch,cutgeguetc stc. er tfuoc versicherte, da cr bei diecm Handel sein Geld zusetzen müsse. aber er zahlte die geforderte Summe in Rahci'S Haud. uud iu langen Btrah ncn fiel nun das herrliche goldcuc o ckeuhaar dicht bis zum Scheitel der im rmherzigen Schern des uden zum Opfer. Nabel setzte ihren !epsputz wiedei auf uud, die dreißig Silbcrslücke krampf haft in den Händen hallend, eilte sie ort. Mit hochrothen Wange, mit feuch te Augen, mit klopfendem herzen kehrte sie nach dem Hancchen ui dem armseligen Fischerviertel zurück. Ihre klimme bebte vor Freude und Furcht als sie ihrem Manue erzählte, was sie Acthan hatte, nnd die blinkenden ih ler in seine große Hand wandern ließ. Und nun kannst n ir das eng lische Boot taufen,- fchloß fie. nnd wir werden Niemand mehr verpflichtet sei n." Er stammelte verwirrte Tvortc nnd schien nicht sehr erbaut, doch schloß cr die Hand über dem Gelde zusammen und dann giug er aus. um. wie er sagte, den saiottischcn Kapitän aufzusuchen. jkanm war cr fort, als die alte l'jaittcr von ihrem Tagewerk am Strande ;n riief feinte. Iu ihrer hossnnngssrohen Stimmung erzählte Uiahel ihr Alles, so wenig beide auch sonst mit einander zn sprechen pflegten. ie vllte grunzte uur. während sie zuhörte, und setzte sich dann zum Essen nieder. Ungeduldig wartete Rahcl aas tcphcus Rückkehr, um vou ihm zn vernehmen, da der Bootstanf abgeschlos sen sei, aber Mmnte aus lUunuie ver rann, und cr kam nicht. T ie alte Frau saß ruhig am Herde und rauchte. Mit bang klopscndem Herzen wartete Rahel stuurcnlang. ohne daß Stcphcn erschiencn wäre. Tic alte Frau war am Feuer eingeschlafen und schnarchte. Endlich, als es fast schon Mitternacht war, nahete fich der Thüre ein UN' sicherer schritt und Stepheu taumelte herein. Er war betrunken. ie alte Frau erwachte von dem Värm uud lachte. Nahet lvurde bleich und fauk in den Stuhl. Stepheu warf fich vor ihr aus die 5tnie. Am schwerer Zunge gestand cr ihr. wie cr durch eine t&tte ans dcn dreißig Thalern hatte sechzig machen wollen, wie cr aber dabei zwanug verloren nnd dann in einem Anfall von Verzweiflung die übrigen zehn Thaler dnrchgebrachl habe. n2o ist das ganze Geld fort Alles fort?" rief Rahel. a kam die alte Frau herangewatfchelt und sagte höhnisch : ich kenne Ttch, Xn seine Dame glaube mir nur. ich durchschaue Deine Schliche. Tu dachtest mir um den Preis Deiner schönen Haare meinen Sah abwcndlg zn machen. Du häßlicher tahlkopf!" Bor Rahcl'S Augen flimmerte cs nnd mit einem wilden Ausschrci wandte sie sich gegen die Alte und überschüttete sie mit einer fthtth der hcstigstcn Vorwürfe. .Niedrige, gemeine, selbstsüchtige Seele !" schrie fie. ich ve. abschcuc Dich nichr als den Schmutz unter meinen Füßen ! )lod) Schlimmeres als dies sagte sie. .Hörst Du's?- wandte sich die Alte au Stepheu. Da-? ist das Weib, Kao Du in Hans gebracht hast, damit sich Deine Mutler von ihr beschimpfen lasse." ie alte Hexe weinte ein paar Krokodilsthränen uud stepheu trat zwischen Äcidc uud schlug mit dem Rücken seiner and sein Weib in'ö Mslcht. Einen Augenblick blieb Rahel stumm und zitterte vor utsetzcu. Dann trat sic dicht auf ihren Gatten zu. Du hast cs gewagt, mich zu fchla gen mich mich ! schrie sie. Hast Du dcn -lod "patrlckscn's vergessen i Dieses Wort traf Stcphen härter als der schlag scincr Hand dic Gattin gc troffen hatte. Wie vom Blitze actroffen. taumelte er zurück, fein Gcficht ward gcisterbleich. seine Brust rang nach Athem. Dann nahm er seine Mütze und stürzte lyrn in die dunkle Rächt. 8. Kapitel. In jener Nacht mußte Rahel mitten
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im Aufruhr ihrer gekränkte Gefühle zu ctt gebracht werden, uoch clze ilire Zcit erschienen war. Stundenlang schwebte sie zwischen vevcit uud -tob, denu der Engel der Hoffnung reichte ihr keine Stärkung dar. Aber als die Sonne ilire ersten gelben Strahlen zu den kleincn Fenstern hereinsandte,, halte das verlassene Weib ein .ttmd einen itim bcn gcborcn. 5ic sand wenig Freudc au dem kleinen (Geschöpf, uud iiidcm sie sich der Unmenschlichkett seines Vaters erinnerte, kclirtc sie ihr Antlitz der Wand zu, wodurch fie zugleich die Unruhe zu beschwichtigen suchte, welche das Geschrei des Neugeborenen ihr verursachte. Zum ersten Male, seit sie im ette lag. trat jetzt die alte Mutter zu ihr. ic war fort gewesen, nm nach Ftepheu zu suchen, nnd hatte soeben -.Nachrichten Über ihn erhalten. (5i- ist nur ein englisches Schiff gc angen." wehklagte sie. uud diese stacht noch abgesegelt, nnd ich habe ihn sür immer vcrlorcn." Vabet beugte sie sich über das Bett und schüttelte ihre dürre Hand drohend über Nahel's Gesicht. söhn für ohn rief sie. Mogest u einen 5 ohn verlieren, wie Cii mich um dcn meiillgcu gcbrachl hast!" Als solltc dieser aotteSlästerllcvc Wunsch in Ersüllnttg geben, ward die stimme deS jiludes plötzlich schwächer Und in diesen ersten Stunden dies ti'0sütcit Verlassenheit erwachte tu Rahel der Gedanke, dasselbe zu thun was der niedersten Klasse ihres Volles zu thu erlaubt war, wenn sie lhre&m der nicht aufzuziehen wünschten nämlich die Neugeborenen, ehe sie noch ahntug zu siel) genommen, dem 400c pciS;uc;cbett. Aber die Viebe der Mui tcr siegte über den Hai; ocr (Äaltm nvd nter einem Strome von Thränen drückte sie dcn Säugling an ihre Brnst. linc initlcidigc Rachbanu hatte ihr in thrcr SckmcrzcnSslunde hilfreich beige: standen ; diese eilte zu einem Priester, damit das icind nicht ohiie die christliche Fegnnug der Tanfe ans dieser cll wieder scheiden möge. Der wackere Manu kam. uahm das schlummernde, kleine Wesen aus dcu Armen der Mutter und frug sie, welchen Namen es er halten solle. Als sie auf wiederholtes yragen keine Antwort gab. wandte er sich an die Nachbarin, nm vou ihr den Namen des BatcrS zu erfahren. Stcphcn Cm)," antwortctc dic gute ffrau. Tann Stcphen Stcvhcnfcn" bc aauu der Geistliche, indem er seine Fin ger in das Wasser tauch:- aber bci dem lange jenes Namens rief Rahel Nein, nein, nein lm .Er hat schlecht au ihr gebaudelt. flüsterte dtc Nachbann. nennt das icind nach ihrem eigenen Bater.Dann Jörgen Jorgensen begann der Priester wieder, und abermals rief Rahel: Rein. nein, nein!" und erhob sich auf ihrem Arme. fefl hat keinen Batcr nnd ich habe auch keinen.- sagte sie. Wenn cs stcr bcn muß, so laßt cs ohne das Stamm chen eines grausamen Mensch zu iott zurückkehren ; uud wenn es leben soll. so gebt ihm keines anderen Mannes via inen, sondern seinen eigenen, ason soll es hctszcn uur ason." so wurde also der Knabe auf den Namen Iafcn getauft, uud so kam cs. daß Nahet, nicht wissend, was sie in ihrer blinden ycidenschaft und iit ihrem Schmerze that, ihren Sohn von den Bändels der Berwandlschaft lostrennte. Avcr was sie in der Bitterkeit ihre Herzens that, machte der Denker der Menschcngcschickc feinen eigenen höhe ren Zwecken dienstbar. Bon Stnndc au kräftigte fich das iünd uud gedieh zuschcuds. Vvci steige später, als dci teilte an Rahelö Brust lag und sie die erste stiszc Mutterfreude empfand, er schien Stephen'S alte Mutter wieder. Das hier ist mein HauS." keifte sie. ..und unter meinem Dache dürst Iht nicht länger bleiben, packt urc Sachci und macht, daß Ihr sammt Eurem Balg fortkommt." An diesem Abend kam der Bischo von IStand einst ein Freund von Rahcl's Mutter, fetzt ihren Bater. den Gouverneur surchtend in aller Heim lichkeit zu tyc, um ihr zu sagcu. daß sie
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.l tiiiuii am tue itiu.cn eiue uco iu;ti jtcncls gclcgeucn Hause, welche? de, türUich verstorbene Besitzer der circhc Hermacht hatte. Obdach finden werde. Dorthin begab sic sich mit ihrem iinde. sobald sic daS Bclt vcrlassc sonnte. Das Hänscben, ein längliches öiereck. war von Basalt blocken crrich lct. statt des Mörtclbcwurf'S Diente Torf ; auf feiner Außenseite ähnelte es zwei altcu Secleuten, welche sich zum Schutze gegen das Wetter mit den Schüttern aneinander gelehnt haben UN Innern glich cs zwei nicdlicheit Bo gclkäsigcn. Ilm sich uud ihr öiind zn eruähreu. mußte Rahel sich nach Arbeit umsehe, die ihren frästen augcmesscn war. iS fand sich anch derartige Be schästignng nnd diese bestand im Rci uigcu von idcrdaiiucii mittelst eiu icbeS. Es war ein kümmerlicher Er wcrb ; ob Morgen Iorgcnscn von der Noth feiner Tochter Kenntniß hatte. muß dahingestellt bleiben, das aber ist sicher, daß cr nicht das Gcringftc sür sie tlzat. Der kleine Jasou lebte wie ein mnntereS Bogclchcn in seinem Zkäflg nnd das hartgcprüslc Her; der Mutter jubcltc bei dem lieblichen klänge sauer Stimme, ör versüßte ihr die Arbeit. war ihr Trost in ihrem Unglück, machte ihr das Vcbcn lieb und den Tod uuer wünscht, cr gab thrcn Armen Kraft und ihrer Scclc Muth, für ihn arbeitete sie, sür ihn ruhte sic. Sie war nicht mehr elend zu ueuucn, denn sie hatte ciu ttiub, welches zu lieben sic beglückte. Glücklichc kleiuc, braune Hütte im Fischer viertel, inmitten dcr Misser mit Haifischöl und der Haufen getrockneter Stockfische ! Sic ward von Himmelslicht erhellt, welches nicht von oben kam, sondern von dcr kleinen Wiege ausstrahlte, in dcr Rahcl'S Leben. Hoff nung, reude und .rost lag. Und als sie während der langen Sommcrtaqe am Strande arbeitete. während zu ihren Füßen das öiind mit leselstelnen spielte, da träumte sie von künftigen Tage, wo ihr Äuabc in einem der schiffe, dte an dieser Allste landeten. das Meer befahren und fie vielleicht mitnehmen und nach jener Insel gelei ten werde, welche die englische eunath ihrer Mutter gewesen war, wo die Männer ihre Frauen ehrten und die Sraucn dcn Männern die rcue oewahrten. Bis dahi.t mußte sie btcibcn, wo sie war. cincr Gcsangcncn gleich, an einen grausenhaften Felsen geschmiedet ; aber sie wurde deshalb nicht ungeduldig. sie konnte warten, denn die Stnndc ihrer Befreiung war nicht mehr fern. Ihr Befreier faß zu ihren Füßen; es war ihr Kind, ihr nabe, ihr Liebling, und wenn cr schlummerte, so sah sie ihn wachsen und zunehmen, und wenn er wachte, so sah sie Glied um Glied vou ihren Fesseln abfallen. Tic Jahre flogen dahin und Jafon wuchs zu einem kräftigen, schlanken Burschen von stählernem Glicderbau heran, er war rothhaartg, von ladenschaft lichcm Temperament, forglos, unbekümmert und nachlässig ; seine Tage verbrachte cr meistens auf der iec. Mit Eifer giug cy an jede Arbeit, die ihm zugleich ein picl war. Am liebsten hätte cr die Fctfcn dcr Inscl Engy an der Außenseite des Hafens erktommen. um die iicr der Eidergans von den Abhängen, aus denen sic ihr Rest baute, hcrabzuholcn. Die Vente flüsterten Nahet ZU, er gleiche seinem Bater in Gestalt wie im Iaratter, aber sie war taub gegen ihre düsteren Prophezeiungen. War er nicht wie der helle srnnige ag anzuschauen ? Und neigte er auch znweilen zur Träg heit. so besaß er doch eine Eigeuschasr. die alle seine Schattenseiten überstrahlte : er liebte seine Mutter. Xk veiitc flüsterten wieder, daß er tu dieser Hiuicht ebenfalls feinem Bater gleiche, daneben feinen vielen Lastern die gleiche Tugend geübt habe. Theils um ihn vor de klatfchfüchtigen Zangen zu sichern, welme ihm lcickt zur litt zeit die traurige V ebcnSgcschichte seiner Mutter erzählen kannte, theils weil sie das and haßte, wo sie so Bittcres erfahren mußte, hatte Rahel ihren Knaben in dcr Muttersprache ihrer Eltern, dem Englischen, erzogen. Ihre Absicht wnrde jedoch vereitelt, denn am Strande lernte Jasou ebenso gnt das
Drobirt Lardui gegen Schmerzen im Rücken, unregelmäßigen Monatsfluß, Ohnmachtsgcfühl. Kopfweh, kalte Hände und Füße, Schwindelanfällc, Krämpfe. Nervosität. Reizbarkeit und alle Störungen der weiblichen Organe oder Funktionen. Arbeits-Mädchen, in Store. Office und Fabrik. Schullehrerinncn. Hcmsarbeiter innen etc., welche ihre Kräfte durch Stehen, Heben, Nähen. Kehren cie. überanstrengen, leiden gewöhnlich an Krankheiten, die ihrem Geschlechte eigen sind, und sie sollten, ehe ihr Zustand gefährlich wird, sich mit der wohlbekannten und erfolgreichen Medizin für kranke Frauen behandeln
Ob ich lebe oder sterbe," schreibt Sarah G. Butts, die populäre Schullehrerin bow Wchitk Plaines, Va., ich bin sicher, daß der Tod nicht schlimmer ist als dic Schmerzen, welche ich bei den Perioden zu erdulden hatte. Ich hatte ein Frauenleiden der schlimmsten Art. Ich hatte fviele Medizinen ohne Erfolg gebraucht, daß ich der Verzweiflung nahe war. Vier Flasche Cardui verschafften mir Linderung, und ich bin jetzt kräftiger als seit fünfzehn Jahren. Car dui ist sicherlich ein Univcrsalmittcl für Frauenleiden.
Möge Gott Ihre Bestrebungen segnen und Ihren Wirkunaskrciö erweitern, bis Sie jede leidende rau crrciän
haben." In allen ctpofOrfim in
.z -Ll.lt.N.l IWI rtl .11 l.IIIA 4 11 .lll '. Jl'lUilUllUll, IUII kl )U .MUUU sprcchcn lernte ; cr hörte die Geschichte von seiner Mutter Schande nnd von seines Baters Schlechtigkeit und erzählte sic ihr wieder in der Färbung, die eine Geschichte annehmen muß. wenn man sie von drei verschiedenen Seiten gehört hat. Vergebens war nun alle Vorsicht gewesen ! 'Jtahcl hatte während dieser ganzen Zeit ihrer Verlassen hat. die schlimmer als Wittwenschaft war, mit ten iil ihren düsteren Erinnernngen an das Vergangene uud iu ihren Gedanken an die Zukunft, niemals die Hoffnung aufgegeben, daß Stcphen zn ihr zurückkehren werde, konnte er sich fortdauernd mit der Furcht vor der Dro hung feines eigene Wcibcs tragen? Nein ! Es war ja uur ein Aufruhr der cideiifchaft, in dcr Hitze des Angew blicks ausgesprochenes Wart gewesen. Nur dic Furcht vor Patrickscus Bruder konnte cö scin. wclchc Stcphcn fernhielt. Wenn dieser Mann todt oder nicht mehr 11m den ixkig war. so würde cr sicher zurücktchrcu. Dana würdc cr seine Sohn scheu und sich scincr Pftichtcn gegen ihn erinnern, dann würdcsic den Knaben schelten, wenn cr sich je wieder iu bittereu Wort gegen ihn ergiuge. wcnn sic jc wieder in seinen wimdervolIch blaue Augen jenes Aufblitzen dcr :)cachsucht bemerken sollte dann würden Bater und Sohn ewig Hand in Hand gehe und der Knabe voll Ehrfurcht zu ihm emporblicken. So kämpften im Herzen dieser Frau Hoffnung mit Furcht, Liebt mit Haß. Wirklich verschwand endlich Patrickscus Bruder, es hieß, er wäre nach dem wefllichcn Theile des Landes zurückgekehrt, um dort sür dcn Nest seines Gebens zu bleiben. Nun wird Stcphcn kommen, wo immer er anch weilen mag," dachte Rahel, er wird es erfahren, daß er hier nichts mehr zu fürchten braucht und wird zurückkehren." Und sie wartete mit so zuversichtlicher Hoffnung, daß der Wind ihm das Wort zutragen würdc, wic Noah aus das Sinken des Wassers wartete, nachdem dic Taube trockenes and gesunden hatte. Aber dic Zcit schwand dahin, ohne daß Stcphen sich cinfand, und endlich begünu uutcr dcn Kämpfen, die Rahel's Herz erschütterten, ihre Gesundheit zu man kcn. Da kam plötzlich Patricksen wieder. Er halte eine Xmigkit für Rahel. er wußte, wo ihr Vatte war: Stepheu Orrh befand fich auf dcr kleincn Insel Man, weit von hier nach Süden zu im irischen Meere gelegen. Er hatte dort wieder gchcirathet und besaß aus dicscr Ehe ein jciud. Seine Frau war todt, aber scin ohn lebte. Tiese lachricht warf Rahel vollends aus's Krankenbett, vou dem sie nicht mehr erstand. Der Sonncnglanz, den sic ihrcm vcrfchltcn Leben schon so nahe geglaubt hatte, verschwand wieder hmtcr finstcrm Gewölk. Sie solltc England, die Hcimath ihrer Mutlcr, nicht seifen ; ihr Sohn mußte allein hingehen. ES war zur Winterszeit, wo in diesem hohen Breitegrade Tag und Nacht sich zu vermischen scheinen und die Dunkelheit kaum weicht. Im Schwcigen dieser langen Nacht lag Rahel in ihrer kleinen Hütte, während hrc tt röste rafch abnahmen. Sic war vicl allem, vou Zeit zu Zeit kam Iafon zu ihr. mit deu mächtigen Strumpfhosen und den Handschuhen der dortigen Fischer angethan, während sich aus seinem lan gen roth Haare der (Geruch des See Wasser? verbreitete. Stumm staub cr eine halbe Stunde vor ihrem Bett mit erstauntem Blick, denn ihm, der vou Lebenskraft ftroyte. war der Tod etwas Unbegreifliches, iu plötzlicher Blutslur; führte das Ende herbei, uud als eines Tages cs war heute dunkln als sonst Jasou wicdcr nach Hause kam, sand er seine Mutter im letzten Todcslampfc. (Fortsetzung folgt.) Im Theater gestorben. AlS der 53jährige Violinist Heideklang in Berlin nach einer Opernvorsiellung im Orchesterraume des Theaters seine Geige einpacken wollte, brach er, vom Herzschlag getroffen, zusammen und starb nach fünf Minuten unter dcn bänden des TbeaterarnS.
bhisfe für ckmumleiilen
sl, QC StÄ v JZm&L,s. 4 9 SLOO-iTaschen zu yaöen. Zu Carmi, dem Gerichtsorte des Jllinoiser Countys Whike. machte kürzlich der Zigeuner Gus Mitchel die Anzeige, daß ihm von einem anderen Zigeuner $1000 gestohlen worden seien, und Sheriff Grissom begab sich nun mit einem Dutzend bewaffneter Gehülfen nach dem Lager der Zigeunerbande. um ihre Fuhrwerke zu durchsuchen. In dem ersten Wagen fand man über $1000, hauptsächlich in Goldmünzen, und in dem zweiten gar $15,000, gleichfalls in Goldmünzen. Dazu kam noch ein Depositenschein über $25.000, welche in einer Nationalbank untergebracht sind, und verschiedene Depositenscheine über kleinere Beträge. Im Ganzen führte die Bande, welcher 64 Männer angehören, über $50,000 in verschiedenen Geldsorten bei sich. Das dem Mitchel gestohlene Geld ließ sich aber nicht identifiziren. Durch das Brüllen eines altersschwachen Löwen, der die Zähne bereits verloren, in Schrecken gejagt, riß sich ein von Dr. E. F. Brufh. Mayor von Mt. Vernon, N. Y.. auf der County Fair im MadisonSquare Garden, New Aork, ausgestellter Stier von seinem Hüter los und rannte mit gesenktem Kopfe in die voll Angst ihm ausweichende Menge der Besucher. Das scheue Thier brach durch die Wucht seines Angriffs den linken Arm einer Frau Anna Post von Passate, N. I., und den rechten Arm von Charles Williams aus New York. Alsdann wandte der Bulle sich gegen den Käfig des Löwen. Der König der Thiere, dessen Brüllen zuerst den Stier in Schrecken versetzt hatte. verkroch sich vor den Hörnern des Bullen angstvoll in eine Ecke seines Zwingers. Der Stier wurde schließlich an einen Pfahl festgebunden. DerNewYorkerZolleinn e h m e r hatte importirte. nicht ausgenommene Hasen mit 2 Cents das Pfund zur Verzollung herangezogen, indem er von der Voraussetzung ausging, daß nicht ausgenommene Hasen unter den Paragraphen 74 des Zoll tarifs fallen und gleich frischem Rind-, Kalb-, Hammel- und Schrveinefleisch" zu verzollen seien. Dagegen reichten die New Jorker Importeure Dingelstedt & Co. Protest ein. indem sie ausführten, daß nicht ausgenommenc Hasen unter die in Paragraph 6 namentlich aufgeführten hergerichteten Gegenstände" fallen und nur mit 10 Procent des Werthes zu verzollen seien. Die Einschätzungsbehörde schloß sich den Ausführungen der Herren Dingelstedt & Co. an, da das Fleifch der Hasen nach landläufiger Anfchauung mehr dem des Geflügels und den in Paragraph 6 Abschnitt G angeführten Fleischforten ähnlich sei, als dem Rindfleisch. Die europäische Selbstmordstatistik zeigt ein erhebliches Anwachsen der Selbstmorde. Das vergangene Jahr brachte 70.000 regiftrirte Selbstmordfälle. Gaupp verzeichnet in der Umschau für Deutschland allein etwa 14.000. Die größte Zahl der Selbstmorde fällt auf Dänemark, die kleinste auf Spanien und Rußland. Die Selbstmorde der Männer übertreffen die der Frauen um das drei- bis sechsfache. In den letzten zehn Jahren haben insbesondere die Zrrnderselbstmorde in furchtbarer Weise zugenommen. Im Sommer sind die Selbstmorde häufiger als im Winter, in der Stadt zahlreicher als auf dem Lande. Die Armuth ist in den wenigsten Fällen SelbstmordUrsache. Die meisten Selbstmorde kommen in den verhältnißmäßig gut situirten Büraerklassen vor. n v t r e k t e Steuern. Nun. Herr Komerzienrath, Sie führen doch wirklich ein schönes, sorgenfreies Dasein!" Aber die hohen indirekten Steuern, mit denen man als Kapitalist belastet wird?" Weso denn?" ..Nun. fürs Mlitär! Drei Leutnants als SÄttviegersöhne. .
