Indiana Tribüne, Volume 30, Number 55, Indianapolis, Marion County, 26 October 1906 — Page 6

Jndiana Tribüne, 2v Oftober 1906

2Nöbel, Teppiche, Ofen und ausausftattungen.

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Enrapaische Nchrichte. ycflrn gx-mflciöt. D a r m st a d t. Verliehen wurde: Dem Professor an der hiesigen Technischen Hochschule Geheimen Baurath Berndt der Kronenorden 2. Klasse, sowie dem Major v. Goerne, Bataillonskommandeur im 1. Nassauischen Infanterie - Regiment Nr. 87, seither im 1. Großh. Infanterie- (Leib-garde-) Regiment No. 115, das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen. D i e b u r g. Beim Spielen mit Kameraden fiel der 12 Jahre alte Schulknab Weber, ein Sohn des Maurers Jos. Weber, in die Gersprenz und ertrank. F l o m b o r n. Uebertragen wurden den Lehrern Karl Listmann zu Flomborn und Johannes ras zu PfaffenBeerfurtb, Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Kelsterbach. Gießen. Der Theologe und Musikschriftsteller Dr. theol. et phil. Heinrich Adolf Köstlin, ord. Professor im Ruhestand der Universität Gießen, vollendete das 60. Lebens-iahr.

M a i n f l i n g e n. Der 63jährige ! Schreiner Bergmann beging an einem 13jährigen Mädchen ein schweres Sittlichkeitsverbrechen. Er wurde verhaftet. Raun heim. Der Schleusenwär ter Schwarz ging mit seinem öjährigen Söhnchen über den schmalen Steg der Schleuse nach Flörsheim hinüber, als das Kind plötzlich ausglitt, in den Main fiel und ertrank. Worms. Es ertrank oberhalb unserer Stadt beim Baden im offenen Rhein der auf der Wanderschaft bekindliche 17jährige Schlosser Albert Giesemann aus Bildstock. Acryern. München. Der Großherzog von Baden hat als Rektor Magnifizentissimus der Universität in Heidelberg dem hiesigen deutschen Museum für Meisterwerke der Technik das Bildniß des berühmten Heidelberger Chemikers Robert Bunsen gestiftet und mit der Ausführung den Professor Trübner in Karlsruhe betraut. A s ch a f f e n b u r g. Kürzlich wurde der 10jährige Sohn des Fabrik??beiters Egid Otto hier, der von einem wuthverdächtigen Hunde gebissen wurde. ?nr Behandlung in das Pasteur'sche Institut nach Berlin gebracht. a in v c r g. Die Restaurateursfrau Kühn hier wurde von ihrer eineuen Dogge, die sie mit in das Schlafzimmer genommen hatte, angefallen und schwer verletzt. Donaueschingen. Der fürstlich fürstenbergische Hofkaplan Monsignore Theodor Martin, Geistlicher Rath, päpstlicher Geheimkämmerer, ist in Heiligenberg plötzlich an einem Herzschlag gestorben. Kaufbeuern. Aus der Straße von Friesenried fand man die schrecklich durch Stiche in den Kopf, den Unterleib und die Füße verstümmelte Leiche einer älteren Frau, in der man nur mit Mühe die Mutter des Pfarrers Kogel von Blvcktach erkennen konnte. Wie es den Anschein hat, liegt ein Raub- und Lustmord vor. K i tz i n g e n. Die Frau des Büttnermeisters Wenkheimer, die nach dem Genusse von Pilzen schwer erkrankt war, ist nunmehr nach dreitägigem Leiden ihrem Manne in den Tod gefolgt. Neustadt. Hoflieferant Jakob Engelmann, Weinguts - Besitzer und Weinhändler hier, ist in Frankfurt a. M. infolge eines Herzschlages gestorben. P a s s a u. In Lenzersdorf bei Hutthurm hat der Bauer Thoma in seiner Behausung den eigenen achtzehn Jahre alten Sohn erstochen. Thoma hatte, nach Hause gekommen, mit seiner Frau einen Streit, den der Sohn vermitteln wollte. Der Vater wurde darüber so erbost, daß er dem Sohne das lange Messer direkt in das Herz stieß, so daß dieser todt zu Boden stürzte. Als Thoma sah, was er gethan, stieß er sich selbst das Messer in die Herzgegend und fiel neben seinem Sohne zu Boden. Schweinfurt. Die städtischen Kollegien beschlossen, dem Justizrath Breitung, der über 25 Jahre dem Gemeindecolleium angehörte und 15 Jahre als Vorstand an seiner Spitze stand, das Ehrenbürgerrecht zu derleihen. Weiden. In der Nacht verschied plötzlich infolge eines Schlaganfalls Postmeister Nocker, der als Beamter, als Familienvater, wie überhaupt als Mensch von allen, die ihn kannten, hochgeachtet war. Württemberg. Stuttgart. Der Kaufmann Hermann Ziegler von hier stürzte von der Staveler-Scharte ab und war sofort todt. Kürzlich waren es 25 Jahre, daß die Klaviermechaniker Michael Schuhmacher und Wilhelm Ruffner in der Klaviermechanikfabrik Fritz & Mayer hier thätig sind. Aus diesem Anlaß wurde den Jubilaren von ihren Prinzipalen ein ansehnliches Geldgeschenk und von ihren Collegen je eine Uhr überreicht. A i ch h a l d e n. Infolge Blitzschlages brannte hier das Wohn- und Oekonomiegebäude des Xaver Günther vollständig nieder. Nur das Vieh konnt, oerettet werden.

B a ck n a n g. Letztens geriethen elnige jüngere Leute in einer hiesigen Wirthschaft in Streit, in dessen Verlauf der 23 Jahre alte Robert Herrmann dem Gerber Ludwig einen

Stich in den Unterleib versetzte. Der Schwerverletzte wurde m de? Kam! von Dr. Voat overirt. E ß l i n g e n. Dem Schlossermeister bei der Werkstätte - Inspektion hier, O. Fr. Schmißrauter, ist vor einiger Zeit der 7. Knabe geboren worden. Der König hat bei diesem Knaben Pathenstelle angenommen und das übliche Pathengeschenk überreichen lassen. Leider hat das Pathenkind bald nach der Geburt seine Mutter durch den Tod verloren. Gebersheim. Kürzlich wurde der 76 Jahre alte Bauer und Taglöhner Christian Jüngling beim Futterschneiden mittels Göpelbetriebs vom Schwungrad de? Maschine erfaßt und von den Messern schrecklich zerfleischt. L e o n b e r g. Letztens stürzte der 26jährige ledige Gipfer A. Häbe von dem Neubau Glemseck beim Seehaus ab und erlitt einen Schädelbruch, an dessen Folgen er bald darauf gestorb,.n ist. Schorndorf. Vor Kurzem ist der 15 Jahre alte Friedrich Ernst von hier beim Baden in der RemS ertrunken. Tübingen. Das Corps Suevia feierte dieser Tage sein 75jäh?iges Stiftungsfest. Aus diesem Anlaß fand im Museumssaal ein Festcommers statt, dem der Rektor der Uni versität, Prof. Dr. v. Rümelin, fowi, der Kanzler, Prof. Dr. v. Schönberg, anwohnten. Die Corps Franconia, Rhenania und Borussia hatten Vertreter entsandt. Wild bad. Privatier A. Springer, 81 Jahre alt, und seine Ehefrau, geb. Schott, 79 Jahre alt, begingen kürzlich in seltener Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubelpaar von vielen Seiten Ehrungen zutheil. Anden. Karlsruhe. Nach langem Leiden istder Futtermeister vom Großh. Maistall, Georg Müller, gestorben. Emmendingen. Die neugegründete zweite evangelische StadtPfarrei würd: Herrn Pfarrer Braun in Büsingen übertragen. E p p i n g e n. Das vier Jahre alte Töchterchen des Herrn Andreas Pfründer dahier. wurve von einem dem Herrn Gustav Gebhard gehörenden Wagen derart unglücklich überfahren, daß der Tod alsbald eintrat. Gernsbach. Es starb hier unerwarteter Weise Herr Dr. Vöglkli an Blutvergiftung. Ter weilhin dekannte und sehr beliebte Arzt stand im besten Mannesalter. H e l d e l b e r g. In der Nacht schnitt sich der 63 Jahre alte Notariatssekretär Karl Petronella aus Eppingen die Pulsader auf. Nicht genug mit diesem, erhängte sich der Lebensmüde noch. H o r n b e r g. Das vierjährig: Kind der Familie Mosetter fiel in oen Kanal und ertrank. Mannheim. In Baden-Baden ist der frühere Mitinhaber der Firma Bassermann und Herrschet, Herr tfu gust Herrsche!, gestoben. R h e i n a u. Der verheirathete Fabrikarbeiter Börzel von Ryeinhauft'l gerieth mit den Füßen in einen Behälter mit siedend heißer Salpetersäure und ve?b?annte sich schwe?. R o t e n f e l s. 5türzlich lrannte das Anwesen des Schneide?s Wilhelin Hense im Oberdorf nieder, S t o ck a ch. In Mühlingen brannte das Sägewe?k de? Witrwe Steinmann nieder. Der Schaden beträgt etwa 15,000 Ma?k. U n t e r s ch e f f l e n z. Bei der Bü?ge?meiste?wahl wu?de de? seitherige Bürgermeister, HerrGeorg Friedich Keller, wiedergewählt. W i m p f e n. Bei der Bürgermeisterwahl wurde ohne Gcgenkandidat Heinrich Bornhäuser, seither Gemeinderathsmitglied, gewählt. Zlyeinpkarz. S p e y e r. Die bei den Kaiser gräbern gefundenen Kleinodien und Gewänder wurden nach den Ausgrabungen sorgfältig gesammelt und nach München zur Renovirung gesandt. Diese ist in bester Weise erfolgt und die werthvollen Alterthümer sind hier wieder eingetroffen. Sie werden in der Katharinenkavelle des Doms ausgestellt. F a l k e n st e i n. Der 9 Jahre alte Sohn des Maurers Joh. Fischer von hier stürzte von der hiesigen Burg 20 Meter hoch herab unb mußte schwer verletzt in seine elterliche Wohnung ve?b?acht we?den. Ludwigshafen. Das 5 jährige Bübchen Oskar Trensch, Sohn von Wilhelm Trensch, fiel von der Quaimauer am Bahnhof in den Rhein. Der Fischer Lorenz Kempf wollte das Kind retten, wäre aber dabei beinahe selbst ertrunken. Der Maurer Michel Eft sprang dann in's Wasser und rettete beide. Offenbach a. Queich. Das seltene Fest der goldenen Hochzeit feierten letztens die Ackererseheleut: Michael und Margaret Eichmann von hier. Der Jubilar zählt 78. die Jubilarin 75 Jahre. Beide sind noch noch sehr rüstig und gesund und ver-

richten täglich noch die schwersten Feld- ' cnbeiten.

Ein schmierkger Auftrag.

L)umore?kk von .ircilicrrn v. Schlicht. Hauptmann von Wcndtbcrn muß'k sich frans mcldcn. ohn? selbst krank 511 sein, lein.' Kinder hatten Scharlach, allerdings mn in geringem Maße, aber immerhin doch so stark, daß die Gestüt der Ansteckung vorlag, und au diesem Grunde hatte d,:r Oberstabsarzt eines Zagst auch d:m Hanpdnann Stubenarrest auferlegt, e? durfte nicht zum Dienst gehen und mußte überHaupt jed.m Vertchr mit dem Kamera den und den Offizieren und Mannschaften seiner 5lompagnie vcrmeid'n. Das war dein Herrn Hauptmann sehr unangenehm, denn er war ein äußerst pftichtgetreuer Offizier, und außerdem war gerade jetzt die Periode der Felddienstübungen. des wichtigsten aller Dicnstzweige. Und in Felddienstübungen war der Hauptmann groß, dafür war er im ganzen Regiment bekannt, die Art und Weise, wie er die Uebungen einfach, leicht und faßlich und dabei doch lehrreich anlegte, galt einfach als mustergiltiz. Er hatte seine Leute im Gelände glänzend ausgebildet, und sie auf dieser Höhe zu e? halten, war sein größer Ehrgeiz. Aus diesem Grunde verbat er es auch, daß mit sei ner Kompagnie Felddienstübungen abgehalten wü?d?n, so lange e? du?ch die Krankheit seiner Kinder verhinder! war. dieselben pe?sönlich zu leiten, denn, so sazte er sich, wenn ich selbst nicht da bin. wird doch nur Unsinn ge macht, und ich kann mich dann Wochenlang abquälen, den Leuten die Thorheiten. die ihnen mein Leutnant bei bringt, wieder abzugewöhnen. Aber der Hauptmann mußte dem Dienst lcinger fernbleiben, als er es gefürchtet hatte, und schließlich sah er selbst ein. es ging so nicht länger. Tagaus, tagein konnten seine Leute aucb nicht Ein?elmarsch und Einzelgrifft üben, und so befahl er eines Tages schriftlich: ..Morgen hat die Kompagnie eine Felddionstübung abzuhalten." m er diesen Befehl losgelassen, war ihm zu Muthe, als hätte e? das Todesurteil seiner Kompagnie unter sch?ieben. sein Herz krampfte sie, schmerzhaft zusammen, aber was ha!? das alles, es mußte sein. So setzte er sieh denn, da rine mündliche Aussprache nicht tnöglich war. telephonisch mit dem Leutnant, er während seiner Abwesenheit die Kompagnie führte, in Ver binduna., da:: war noch ein sehr junger Herr, kaum zu ei Jahre Offizier, a!eer trotzdem ode? vielleich. gerade deshalb von seinen: Können sehr durchdrungen. Er ersetzte die fehlenden geistigen Kenntnisse hurch eine iadells stramme militärische Haltu und durch rege Diensieifer, und ,'0 ian c2, daß er von vielen seiner Vormsetzten und sein:." Kameraden für klüger gehalten wurde, als er es war. Jch lezreife gar nich', was de: Häuptling eigentlich will," saaik d,e: sich, als die telephonische Unterhaltung beendet war, auf Kriegsschule hal'en wir während des praktischen Kursui mit Regimentern, Brieiden und Divisionen operirt, da werde ich doch wohl so 'ne lausige Felddionstübung leiten kennen. Die Sache ist doch furchtbar einfach, man nimmt eine Nord- und eine Südpartei, oder eine West- und eine Ostabtheilung, gibt jeder seinen Auftrag, na. und denn los damit. Etwas einfacheres gibt es doch auf de ganzen Welt nicht. Ich verstehe gar nicht, wie der Hauptmann mir noch besonders an's Herz legen kann, die Aufträge so abzufassen, daß sie gan klar und deutlich sind und jedes Min. Verständniß ausschließen. Es ist wirklich ttlar.chmal beleidigend, für wie thö: richt die Vorgesetzten uns halten. Na. ich werde meinem Hauptmann schcm beweisen, daß er ganz getrost noch ein paar lochen rom Dienst fortbleiben kann, und daß die Sache auch ohne ihn geht." So nahm er denn die Generalstabs ka?te zu? Hand, dachte sich eine Gene ral- und eine Spezial-Jdee aus und konstruirte aus diesen die. beiden Befehle für den Führer der Nord- und Südpartei , auf der einen Seite kommandirte der Vizefeldwebel, aus der anderen Seite der älteste Sergeant. Und nachdem er mit dieser geistisjen Arbeit fertig war, ging er in's Kassno und erzählte dort voller Sto'z. acei anscheinend doch ganz gleichgiltia, daß er morgen selbstständig eine Uebung leiten wolle! Na, das kann schön werden." dachten eini.ge ältere Kameraden, und der Bataillonsadjutan, dachte es auch, und er nahm sich vor. morgen, natürlich ganz zufällig, den gemeinsamen Spazierritt mit d'm Herrn Major so einzurichien, daß si: bei de? Sache zugegen wä?en. Je diensteifriger ein Offizier ist, umso frü her fängt er mit dem Dienst an. wenn der ..Schlappe Civilist" aufsteht, muß er bereits seine zehn Kilometer' im Magen haben, und so rückte denn du Nordabtheilung unter Führung des Sergeanten bereits um fünf Uhr vom Kasernenhof ab.. Selbstverständlich war der Leutnant bei diesem feierlichen Moment zugegen, und im letzten Au genblick ermähnte er diesen nochmals: Also, Sergeant Krause, Sie öffnen dieses verschlossene Kouvert. das Ihren Auftrag enthält, erst am Schnittpunkt der beiden Chausseen, die sich bei dem Kilometerstein 187 treffen, nicht ein? Minute ehe?. ve?standen?" Zu Befehl, Herr Leutnant." Via, dann marschi?en Sie ab." Die Abtheilung rückte zum Thore

hinaus, und nach einer Stunde marschirte der Vizefeldwebel ebenfalls mit seiner Abtheilung in's Gelände. Der sollte am Südausgang des Torfes A. das verschlossene Kouvert öffnen, und auch er hatte feierlich gelobt, dies nicht eine Minute eher zu thun, als bis er am 5.iele anaelanat sei. So." sagte sich der Leutnant, als der letzte Mann vom Kasernenhof verschwnnden war, sMcit ist alles in schönster Ordnung, jetzt werde ich f meine Person erst einmal in aller Ruhe Kaffee trinken." Das that er denn auch. Tann steckte er sich eine gute Cigarre an und schwang sich gleich darauf auf das Pferd seines Hauptmanns, um seiner Abtheilung nachzureiten. Ich bin begierig, wie die beiden ihre Aufgaben lösen werden." sagte er sich unterwegs. Ter Auftrag des Sergeanten ist ja leicht, das habe ich absichtlich so eingerichtet, einmal, weil er der Jüngere ist, dann aber auch, weil ich den Vizcfeldwebel einmal ad oculus demonstriren will, iß er gar nicht das große strategische Licht ist, für das er sich immer ausgibt. Ter spielt sich beständig auf, als genüge die Anzahl der Tienstjahre ganz allein, einen Soldaten klug und weise zu machen. Unsinn, mancher junge Leutnant hat mehr Verstand im Kopf, als ein alter Hauptmann, und dieser Vizefeldwebel thut wirklich manchmal so. als verstände er mehr vom Dienst als ich. Heute habe ich ihm aber eine gehörige Nuß zum Knacken aufgegeben, und wenn er nicht sehr gute Zähne hat, wird er morgen zum Zahnarzt müssen. Na, wir werden ja sehen." So ritt er denn zuerst zu? Aötbeilung des Sergeanten, und als er dor! ankam, fand er auch schon den Herrn Major vor. Für gewöhnlich pflegt die Anwesenheit der höheren Vorgesetzten gerade !eine , allzu frohe Stimmung hervorzurufen, abe? als de? Leutnant den Herrn Major sah. freute er sich wirklich, e? wa? stolz darauf, daß dieser Zeuge sein würde, wie glänzend er die Uebung leitete, er war sicher, nur die bd'chl!e Anerkennung zu finden, und darin tönschie er sich auch nicht, denn als der Sergeant seinen Auftrag vorlas, nickte der Her? Majo? seh? befrie digt mit dem Kopf: ,"Eine gute .dee. und dabei so klar und deutlich ausgedrückt, daß jedes Mißverständniß ausgeschlossen ist. Lesen Sie Ihren Auftrag noch einmal vor. damit er Ihren Leuten in Fleisch und Blut übergeht und er laö: Eine schwach? Nordabtheisung hat auf dem Vorn.arsch nach D. bei dem Torfe B. Halt gemacht und daselbst A'.iseuartier rcgogen. Da es an Ledensmtttekn fcb't, erhält der Seraeant Krause den Lefehl, mit einer Artheilnng in der Stärke von sechzig Mann nach dem Torfe A. zu mW ren. dort zu requirircn. das Gebende Bieh fortzutreiben und möglichst viel Proviant herbeizuschaffen. Das Tors A. soll unbesetzt sein, es Hasen sich dort nur ganz sehwache feindliche Patrouillcn gezeigt." Ta? hieß mit anderen Worten für den kundigen Thebaner: wenn Sergeant Krause bei dem Torfe A. ankommt, wird er das Torf doch besetzt finden, der Gegner wird den Versuch machen, die marschirende Abtheilung zurückzuschlagen und seine Absicht zu vereiteln, und es wird sich ein kleines Gefecht entspinnen, dessen Ausgana von dem Geschick der Führer abhängig ist. Pünktlich auf die befohlene Minute trat der Sergeant seinen Vormarsch an, und von recktsweaen bätte er unterwegs auf feindliche Patrouillen stoßen müssen. Aber so weit die Abtheilung auch vor?iickte, von dem Gcgne? war und blieb nichts zu sehen. Nanu?" fragte der Herr Maio?. Nanu?" fragte der Adjutant. Nanu?" fragte der Herr Leutnant. Un) Nanu?" fragte auch der Sergeant Krause, aber der fragte es nur so leise, daß es keiner hörte. Nach einer weiteren halben Stunde hatte man vom Gegner immer noch nichts bemerkt es war keine Helmspitze zu sehen und kein Schuß zu hören. ..Wer führt denn die andere Abtheilung?" erkundigte sich der Major, und der Leutnant gab gewissenhaft Auskunft. Das wollen wir uns doch merken." wandte sich der Major an den Adjutauten. Nur gut, daß ich noch rechtzeitig dahinterkomme, wie thöricht dieser Vizefeldwebel ist. sonst hätte ich ihn wahrhaftig in den nächsten Tagen zum Feldwebel vorgeschlagen. Der Mann scheint ja vom Felddienst nicht die leisest: Ahnung zu haben, nicht die allerleiseste." Der Leutnant machte ein Gesicht, das da deutlich sagte: Na ja, also endlich wird der Mann erkannt, und da muß ich erst kommen, um Euch die Augen über ihn zu öffnen. Ich bin gewiß der Letzte, der nicht jedem Menfchen das beste gönnt, aber das Interesse des königlichen Dienstes erfordert, daß nur derjenige befördert wird, dessen militärische Begabung über jeden Zweifel erhaben ist." Und immer näher und näher kam man dem Dorf, und immer noch war von dem Gegner nichts zu sehen und zu hören. Da riß dem Herrn Major die Geduld: ..Lassen Sie die Abtheilung halten. Herr Leutnant, und kommen Sie mit mir. Wir wollen doch einmal nachsehen, wo der Vizcfeldwebel denn eigentlich steckt." Und voller Wuth stürmte e? davon

u'd hinter ihm her stürmten der Aozutant und der Leutnant. Nach einer kleinen Viertelstunde fanden sie im Torf die feindliche MtheAung. die hatte die Gewehre kusammengesetzt und schlief den Schlaf aer eh'.ertn, m ein Posten g!kg aus und ab. ,Da sich denn doch aber alle auf." donnerte der Major. Wo ist der Vizefe.vc'el?" Gieiu) darauf w:r dieser zur Stell:, aber au die O?si;ie: .11 erbeten, bekamen sie unwAtürlich einen gewaltigen Schrecken. Der Mann war todtenblaß. und in hellen Strömen lies ihm der kalte Schweiß von d?? Stirn. M was haben Sie d'ilu nur Feldwebel?Der faßte sich, allen militärischen Gesetzen zum Hohn, an die Schläfen und fuhr sich mit der Hand üer die Stirn: Ich wei nicht, was mit mir ist." stotterte er endlich, ich kann meineu Auftrag nicht verstehen." Weil Sie ein Nachtioächter sind." fuhr ihn 'der Major an, der jetzt, da es sich nur uni eine geistige Leschränktheit handelte, kein Mitleid meh? kannte. Gellen Sie mir Ihren Auftrag her." Aber als der Herr Major den gelesen hatte, win.lte er den Leutnant zu sich heran, und darin ritt er mit diesem weit weg. gan; weit weg. in eine ganz stille. ve?schwicgene Ecke. Und als sie endlich zurückkamen, bekam die Leute einen gewaltigen Sch?ecken. als sie ihren Leutnant ansahen: der wa? todtenblaß. in hellen St?ömcn lief der kalte Schweiß von der Stirn, und allen militärischen Gesetzen zum Hohn fuhr er sich mit der Hand beständig über die Stirn. Er 'hatte einen maßlosen Anpfiff bekommen, denn so klar, wie der Auftrag für den Sergeanten Krause gewesen war. ebenso völlig Unverstandlich war der Auftrag für den Feldwebel, der enthielt keine General- und keine Spezialidee, keine Nachrichten übe? den Feind, lein Wort über dessen Absicht, auf A. zu marschiren und dort zu reuiriren. iibe?baupt nichts, was die Situation erklärte. Auf de? Meldekarte, die den Auftrag des Feldwebels enthielt, stand nur gesch?ie!len: Und Sie haben dasselbe zu verhindern. " Die 3 0 h t d c r st ä d t i - scheu cl n. a c st e l l t e n in New V?rk beläuft sich auf 48,033 und die Gehälter derselben betragen $57,068 0K9 sJ. 00.I-.. AuporlßM H q. n 8 h c r r : ..So feucht kann doch die ', Zohnung unmogli h ''.n'." Fra: .Richt? Na. ich T-.; bnen. wenn d'e Kinder' mal paar Tae' niche tzenoaschen sind. d.r sind sie cn?--versüimelt:-CHri 'i'.cmrttfhci. F f e tn b c t : ..Sie. Her? 3i?th, Ihre Mr geht aer immer eine halbe Stunde zn st." Wirth': .O mei uns preMrtU teil net so!iTimbcrmmtfc. Mama (zum Besuche): ..O. ich bin heute ganz außer Var . . . denken Sie sich, da hat mir gestern der Arzt einen falschen 3ah gerissen!" F ? i tz l (de? anwesend ist): Aber. Mama. Du bast doch so noch genug falsche Zähn-!" 10 ine tmfecre adic Wie. noch immer öeschasisreifender? Bei unserer letzten Zusammenkunft sagten Sie doch, daß Sie des Reifens gründlich müde seien?" Auerdings, aber jetzt g'fällt's mir wieder . . . ick Halle mich nämlich inzwischen ve?hei?athet!" 0")c::TÜt!ilirii Kommandant einer Dorffeuerweh? (lei einem Brande): WartetS nur noeh a paar Minuten mit dem Löschen, de? He?? da will uns mal photoaraphiren!" Krirorr ctkswrislroit. Dem Glücklichen schlägt keine Ctundc X a m i t die llhr ihm ttinc schlägt. Geschieht' s vielleicht aus diesem Gründe. Tak mancher sie auf's Leihhaus trägt? ,.Der Apscl fällt nicht weit vom Stamm Tem orl ist mancher hold; Doch ist es oftmals wundersam, Wohin er manchmal rollt. Alter schützt vor Thorheit nicht Schön gesagt. Toch mancher spricht: Also, um hübsch jung zu bleiben, Will ich recht riel Thorheit treiben! Schwer ist aller Anfang Gut, Tatz oic Sache stimmen thut. Wenn der Anfang leichter wäre. Gäb 3 val) nichts als Millionäre. Ein jeder ist seines Glückes SchmiedDaher es öfters d'nn geschieht, Tast einer schmiedet plump drauf loS Und trifft die eignen Finger blos. l?s geht, solange bis er bricht. Der Krug zum Wacr" darum spricht So mancher: Ich will klüger sein, Und geht mit seinem fang noch Wein. Der 5)ungcr ist der beste Koch" So munkeln weise Geister; Doch ein.t sich oft deffer noch Der Turst zum Kellermeister. Gebranntes Kind scheut Fcu'r und Licht Doch, Ire? erwachsen ist, d'r spricht: Ich brauch? keine Kinderlehr'! Und brennt weit öfter sich und mehr. Wie die Alten sungen, So zwitschern die Jungen Umgekehrt gibt 's alte Herrn, Die wie Jungen zwitschern gern. So manöxr Neunmalkluge spricht: 0n .:nd. der bellt, der ifot mied nicht. Ganz recht: nur fragt sich'S. wie verhält Der Hund sich, wenn er ausgebelltl

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