Indiana Tribüne, Volume 30, Number 54, Indianapolis, Marion County, 25 October 1906 — Page 7
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l . ' D.;s umsc La i ! J Humoristische ErzäKlnng 5 von .Z. Rudolpk Ktratz J 7 - s Fortsetzung.) Martin Siebenpfeiffer seufzte tief auf. Nun war er mitten drin in heißen Liebesabenteuern, bei Frau Venus im Hörfelöerg, und fand den Zauber garten eisiz satt, von Gletscherwassern durchnäßt, voll brennender Sonne über dem verkaterten, schmerzenden Haupt, und sehnte sich nach der grauen Alltaglichkeit eines Gasthofbettes, einer Flasche Selterwasser und einer Dosis Natron. Und ahnte: nicht der ferne im Märchenwald leuchtende Blüthenstern. nein, der empfmdlich blaue Fleck arn eigenen Leib, das ist die wahre blaue Blume der RomantU.
11. Kapitel. Per Kuhgletscher gehörte, wie das schon in seinem Namen lag, zu den harmloseren Firngebilden, bei denen die Hochwelt gewissermaßen mit offenen Karten spielt. Seine Karten waren nicht tückisch mit trügerischem Schnee überkleidet, sie lagen frei und freundlich zu Tage und harrten des Mannes der sie überspringen sollte. Tas war auf diesem beinahe ebenen 'Eisparkett gewiß kein Kunststück. Aber hüpfe einmal einer, in dessen HinterHaupt alle Höllengeister des Katzen jammers sich ein zwangloses Stelldichein gegeben und dem die Beine nc&, von der Fahrt mit der Lawine zittern, hüpfe ein solcher Märtyrer der Berge einmal über ein, zwei Dutzend, über ein halbes oder ganzes Hundert eigenartiger breiter Gräben bintereinander. Die reine Freude an den keuschen Wundern der Alpenwelt will bei diesen verzweifelten Luftsprüngen nicht recht ge deihen und statt eines Taniqebets an die Schöpfung ringt ein Fluch nach denr andern sich über die durstigen Lippen. Und immer wieder fluchle Martin Siebenpfciffer, wenn er sich mit schlottrigen Knieen und einem unsäglich blöden Gkfübl in Kopf und Magen in der stechenden Sonnengluth gleich einem Parterreakrobaten im Cirkus zu einen? neuen Salto mortale rüstete. Es bn ihm auf einmal äußerst thöricht vor, in den Hundstagen zur Mittagszeit schweigend wie ein Floh sich durch diese weiße Einsamkeit dahinzuschnellen, indessen andre, verständigere Menschen jetzt mit dem Ränzel lachend durch Thüringens grüne schattige Wälder zogen oder behaglich faulenzend im Dünensand ausgestreckt auf die blaue Ostsee hinausschauten. Er haßte plötzlich seine geliebten Berge! Sie erschienen ihm dumm, fühllos und ungeschlacht. Des Schweißes der Edlen nicht werth. Q ich Esel?" dachte er, mit einem unterdrückten Wuthschrei über eine besonders geräumige Spalte hinüberhüpfend. Habe ich nicht noch diese Mitternacht die Hochtouristik leben lassen, diesen stählenden Mannessport? Da war ich noch ein Kind. Jetzt habe ich meine alpine Unschuld verloren. Mein schöner Idealismus ist dahin! So wäre es dem Ritter Toggenburg nach der ersten Gardinenpredigt seiner endlich errungenen Geliebten zu Muthe gewesen, wie mir nach meiner ersten Heldenthat im Firnreich. Wo bleibt die Würde, wo bleibt die sittliche Größe, wo das Geistesleben des Mannes, wenn er gezwungen ist. bekatert und bekümmert in wilden Clownsätzen über die thörichten, völlig zwecklosen Risse eines Gletschers zu hupfen oder jetzt an dessen Seitenmoräne keuchend und sich die Stirn trocknend von einem wack"ligen Felsblock zu dem andern auf b:n Fußspitzen hinüberzubalanciren?" Gott sei Dank! Da war der Schnee. Martin Siebenpfeiffer begrüßte ihn froh wie einen alten Freund. Aber auch dieser Freund war ein Judas im weißen Unschuldskleid. Kaum hatte der Oberlehrer den Fuß auf die endlos sich zum Thale hinziehende SchneeHalde gesetzt, so stak er schon bis zu den Knieen darin fest und versank bei jedem neuen Schritt noch tiefer. Der Kröpf betrachtete diesen Vorgang rnjt lächelndem Interesse. Zetzi sei der Schnee halt butterweich und klitschnah von der Sonne, meinte er. und mit dem dreisten Hineinstampfen komme man nicht vorwärts, sondern rackere sich ganz unnütz ab. Der Vortheil bestehe darin, sich mit einem Ruck auf den flachgestellten Schuhsohlen nach vorn gleiten zu lassen, wie er. der Führer, es mache und wie es ihm das Fräulein schon ganz gut abgeguckt habe. Aber Martin Sieüenpfeiffer mochte noch so viele seltsam rutschende Beinbewegungen versuchen er stak doch gleich darauf wicder mit beiden Knieen in dem weißen Teig, und im selben Augenblick kam regelmäßig ein Ruck von dem Seil des stumpfsinnig vorausschreitenden Führers und warf ihn der Länge nach in den Schnee. Da lag er dann und um ihn war alles naß. still und grau. Denn die Gletscherbrille hüllte die ganze Pracht des Himmels und der Berge in eintöniges Dämmern. Nur an dem lebhafter werdenden Schmerz der vom Gletscher brand gerötheten und gebräunten Ge fichtshaut ließ sich errathen, daß du Bonne noch mit unverminderter Stärke ?om Himmel niederkochte.
Endlich war der Abhang etwas siei-
ler und der katcrbeladcne Mann faßte den verzweifelten Entschluß, wiederum wie am frühen Morgen über den Schnee abzufahren. Lieber eine neue Lawine als diescs greuliche Waten und Stampfen in dem zähen Brei. Tiefaufatymend setzte er sich hin, streckte die Beine aus, stemmte mit starkem Sws; den Bergstock rückllnas cm und nichts regte sich. Nur seine Rückseite fühlie er in aller Eile immer tiefer versinken. Es war, wie wenn er sich in einer Kufe mit Brotteig häuslich niedergelassen hätte. Der alte Kröpf lachte. Der Schnee sei doch viel m weich zum Abfahren. erklärte er und zupfte lockend am Seil, um seinen Herrn zum Aufstehen zu beWtJM.' Aber der saß starr und düster wie ein Klumpen Unglück m seiner feuchten Mulde. Weiter gehe ich nicht!" verkündete er. Bin ich ein Kulturmensch, ein .bomo sapiens.' ein unbestrafter preußischer Steuerzahler oder bin ich ein britischer Verbrecher, der iäglich sein Pensum im Tretrad zu absolviren hat? Tas streitet wider Vernunft und Logik! Ich wollte, man trüge alle Berge ab und machte aus Tirol ein einziges großes Rieselfeld! Dann wäre es doch zu etwas Vernünf tigem zu gebrauchen und diente mcht wie jetzt nur als eine riesige Gummizelle für toll g?wordene Bergfexe und ihre abenteuerlichen Sprunge uno Hüpfer in Nandklüften und in dieser weisen Mllchsuppc da. Ich aber bin noch im Besitze meiner Vernunft. Ich rühre kein Bein mehr!" Da faßten ihn von oben zwei Händc ganz energisch am Rocktragen und Evas helle Stimme tröstete ihn. Nur Muth! Stehen Sie auf! Ich helfe Ihnen. Stützen Sie sich nur auf mich! Dann wird's schon gehen!" E r sollte sich auf ein schwaches Mädchen stützen, er, der Gipfelstürmer. der Sektwnsvorstand dieser demuthigen!e Vorschlag gab Martin Siebenpfeiffer neu? Kraft. Wüthend schnellte er aus seinem Schneeloch heraus und humpelte weiter. Wie lange dauert diese Thierquälerei noch?" fragte er. Und als der Alte antwortete: 'leicht zwa Stunden!" da kicherte er nur noch in bitterer Wuth in sich hinein, fiel lang hin, erhob sich wieder und strebte langsam, aber sicher den im Thale winkenden Armen entgegen. Allmälig kam er in einen vollkom T.enen Stumpfsinn, die Blüthe des grauen Elends, hinein. Mochte er das Wilde Dirndl" besiegt haben und dabei unsanft abgefallen sein was lag daran! Mochte er so gut wie verlobt ittn gut! Mit einem bilolchonen Mädchen! gleichviel! Es war ja alles eitel. Greifbare Wirklichkeit nur diese verwünschte zähe Masse unter den cbuhen und die drückenden Schneedrillen, durch deren grau umsponnenes rAfii-rf (AI Ni rrim Tti4i9tt (nrni. ui iu 1 4t.i;v i'ib iu.ii lau.iu-i, vvwi' merhochwelt wie ein seit Jahren nicht ausgestaubter Aschenkasten aussah. Aber schließlich nahm selbst dies entwürdigende Teigtreten in den schattenlosen Hundstagen ein Ende. Eine Weile noch folgten de drei Abenteurer Ulrich Schneevogts Fußspuren, die. von der Sonnengluth rasch zu säulentiefen Trichtern, als sei ein Mammuth hier lusigewandelt. ausaefressen, ihnen als Wegweiser dienten. Dann kam eine Strecke von wasserüberriescltem. suppenartig weichem Eisschlamm, ähnlich einer in Wohlgefallen sich auflöfenden Ricsenschüsscl von Vanillegefrorenem, das mit einer angenehmen sivirisehen Temperatur die Beine umschmeichelte. während die Sonne mit doppeltan Feuereifer auf Haupt und Rücken niederbrannte, und hinter dieser undcfinirbarcn Wüste tauchte ein röthlich lockende-, nur an einzelnen Stellen noch von weißen Schneetüchern bedecktes J.'rgfeld auf und ein langbärtiger Ziegenvock musterte, malerisch auf einem FelSbkoö hingelagert, mit blasirtem Blick die Ankömmlinge. Kaum fühlte Martin Siebenpfeiffer festen Baden unter den Schuhnägeln und sich von dem Gletscherseil befreit, so riß er die Schneebrille herunter, warf sie zur Erde und zertrampelte sie mit einem matten Acchzen der Bcfriedigung in kleine Splitter. O diese blödsinnigen, elenden, verwünschten Berge!" knirschte er während dieser symbolischen Handlung. Es ist ein Unfug! Ein Skandal! Man sollte es polizeilich verbieten! Menschen, bei denen eine Schraube los ist, gehören zum Arzt, nicht zum Wilden Dirndl! Ich melde morgen meinen Austritt aus dem Alpenverein an!" Die beiden andern tauschten stumme Blicke der Besorgniß. Offenbar mußte sich der große Hochtourist bei der Lawinenfahrt eine leichte Cehirnerschütterung zugezogen haben und der Kröpf wagte eine Fraqe danach. .Mein Gehirn?" sagte Martin Siekcnpfeiffer, herausfordernd auf seinen Bergstock gestützt. ..Hab' ich denn eines? Wo ist es denn? Doch nicht hier? Dies Möbel läßt man doch säuberlich zu Hause, in irgend einer Schachttel eingekampfert. ehe man auf die Berge geht! Tirol und Gehirn! Lächerlich! Zwei unvereinbare Begriffe! In meinem Kopf ist es wüst und leer. Da können Sie lange nach Ganglienzellen suchen, mein Lieber! Sie finden nur einen Kater darin, einen Ni'senkater vorsündfluthlich überlebensgroß die Seekrankheit ist der reine Zucker dagegen! Ich gebe bestimmt an diesem Haarweh heute Abend noch zu Grunde und werde auf dem Kirchhof in St. Lukas eiygegra-ben?-
Solch wirre Reden befestigten seine Begleiter nur noch mehr in ihrer Vermuthung, daß das Hinterhaupt des Oberlehrers irgendwie mit einem Felsoder Eisbrockcn in unsanfte Berührung gerathen sei, und sie drängten, ohne ihn durch Widerspruch zu reizen, zum Weitermarsch in's Thal.
Anfangs ging es über bröckligen Bergschutt, dann tauchten schon die ersten Grasflecke auf und bald wanderte man behaglich über den weichen grünen Teppich einer hochgelegenen Alpe abwärts. Rinasum weidettn in friedlichem Glockenklang die iiui. wichen 'lyneu thronte, stolz wie ein Pascha im Harem, ein wiederkäuender Stier. Zu jeder andern Zeit wäre Martin iebenpfeiffer, den erst vorgestern ein noch in den Flegeljahren befindliches Bullenkalb durch allerhand kriegerische Sprünge zu einem wenig rühmlichen Rlläzug Über den Gartenzaun des Weisen Lamms" veranlaßt hatte, scheu in meilenweitem Vogn um das Ungethüm herumgegangen. Heute war ihm alles gleich. Mit dem Lächeln eines Säulenheiligen schlich er an dem Bullen vorbei, der ihn tiefsinnig eine Weile musterte und dann die Denkerstirne wieder sinken ließ. Das fand den Beifall des Kröpf. Wie die meisten Alpenbewohner begriff er die Angst der Touristen vor den Stieren nicht. Da sehe man doch, was ein herzhafter Herr ausmache, lobte er das Fräulein. Kaum ging der voraus. so liefe auch sie ohne Angst und Geschrei, wie sonst die Damen, hinterdrein. TaS sei halt so! Tas Frauenzimmer hätt' keine Schneid und keine Furcht! Sondern die tyätcn halt, was die Mannsleute angäben. Sie schritten jetzt schon an den ersten Bauernhöfen vorbei, zu deren Seite erfrischendes Ouellwasser in die Brunnentröge sprudelte. Der bisher elende Fußpfad wurde breiter und ansehnlicher, Heiligenblider und Marteln säumten ibn ein und bald darauf standen sie tiefaufathmend in dem mehlartigen, von 'der Sonnengluth gedörrten Staub des langsam nach St. Lukas aufsteigenden Fahrwegs. Im Staub! Martin Siebenpfeiffer hob eine Handvoll vom Boden auf und betrachtete zweifelnd die pulverig weiße Schicht, die sofort die nassen Schuhe, die feuchten Kleider der Hochtouristen überzog. Er war wieder im Thal! Unter Menschen ein Mensch wie andre. kn ruhig breitbeinig über die Erde wandelt, ohne befürchten zu müssen, beim ersten Straucheln des Fußes, beim ersten Fehltritt der Zerstreutheit mit der Eile eines Schnellzuges der nächsten Randkluft zuzusausen. Jawohl das war wirklicher Staub, was da in freundlichen Wölkchen um seine Beine wirbelte. Erde, von der wir kommen, zu der wir gehen. nicht jener schnöde Firn, der bald als Lawine unter seinem Betreter scheu wurde und durchging, bald wieder ihm als unergründliches Moor von Schneeschmelze bei jedem Schritt ein freundliches ..Wart ein bischen!" zuzuraunen schien. Leibhaftiger Staub, wirkliche Baume und Häuser, krähende Hähne und kläffende Hunde und knallende Fuhrleute ringsum der freundliche Anblick gewohnten Daseins statt der abenteuerlichen Firnwände, des straffgespannten Eistaus, der stumpfsinnigen Gratthürme des Bergkamms, statt der mit leisem Klagen sich in einem schwurzen Striche spaltenden und niederrutsehenden Schneedecke, statt des tröpfelnden, glatten Bärenzwingers der Randkluft und was das Wilde Dirndl" fönst noch seinem Besucher an bösen Fratzen geschnitten hatte. Der empfand jetzt jene eigenthümliche Betroffenheit, mit der der heimkehrende Alpinist merkt, daß sich im Thale so gar nichts verändert hat! Gleichgiltig schauen Männer und Weiber die kleine tapfere Schar an. Höchstens einmal eine Frage an den Kröpf: Kummst 'leicht vom .Wilden Dirndl'?" und ein kurzes Nicken beiderseits, als sei gar nichts Besonderes geschehen! Und was hat inzwischen der Tourist alles durchgelebt, was alles geschaut und gelitten! Mehr als in Martin Siebenpfeiffers ganzem bisherigen Dasein zusammen! Er glaubte immer wieder zu träumen, während er in dumpfer Ergebung durch den Staub und die GluthHitze langsam den Weg nach St. Lukas aufwärts wankte, Die schweigsam gewordene, jetzt auch ziemlich erschöpfte Begleiterin neben stch, hinter ihnen bummeligen Ganges, die Hände m den Hosentaschen und die Pfeife im Mund, der alte Kröpf. So zog also ein Sieger heim! Die blauen Augen des Oberlehrers feuchte ten sich, theils vor Haarweh und grauem Elend, theils vor allgemeiner Wehmuth. Ihm hatte m seinen Phan tasien stets schon seit Jahren bei dem Gedanken : Ja wenn Du einmal das Wilde Dirndl" bezwungen hättest , so etwas wie jene festliche Szene vorgeschwebt, mit der man in Chamounir 5k Montblanebesteiger, soweit sie freiwillig nicht dem Unfug aus dem Wege gehen, zu begrüßen pflegt Freuden fchüsse aus den Hotelfenstern. Hüteschwenken, ein dreifaches Hep-hep-hep-Hörrä!" von Old Englands Lippen. Und nun? Da winkte schon um die nächste Wcgbiegung herum vom Flaggenstock der seltsamerweise hochgezogene Wimpel des ..Weisen Lamms." In der nächsten Minute waren sie dort, und er schlich matt und scheu, von keinem Menschen beachtet, hinauf in sein Kämmerlein, wo ein sebmales. kleines.
yartes nsm uano m en 0 Gott, wie er sich danach sehnte. Aber was war das? Da knallten Flintenschüsse. Der Rauch dampfte
aus der Mündung der Stutzen, die der Matzander! und der äußere Lakner mit Feuereifer von neuem luden, und hinter ihnen schwenkten die andern Bergführer der Gilde von St. Lukas die Wetterhüte zum Empfang. Tas halbe Dorf iland neuaieriq um sie herum. An der mit einer Guirlande geschmückten Treppe schaarten sich die Touristen aus dem Thal und aus der ThörliHütte- Fal staff und sein Paae. die beiden schottischen Gleischerzwitter, die jetzt im Tageslicht noch täuschender vcr neideten Männern ähnelten, der cuo.eriscl'e Postrath, der junge Mann mit dem verdorbenen Magen keiner fehlte und wohlwollend lächelte im Blumenschmuck das Wappcnthier des Hauses, das Meise Lamm," auf die Reitoersarnmlun Diesmal gab fett st das fehlende z" dem kleinen Oberlehrer nicht dcn qewohnte'.! Stich in's Herz. Er war wie betäubt und blieb fassungslos, staubbedeckt und ermattet, den Hut in beiden Händen, stehen, während das dreimallge Hoch ihn und die Genossen semer Abenteuer umlrausie. Dann begannen die Llüclwünsche im einzelnen. Der junge Kurat eröffnete sie. Sie müssen ja wie ein Wiesel gelaufen sem!" sagte der hochwürdige Herr scherzend. Wie ich t,at früh von der heiligen Messe gekomn-.cn bin, habe ich Sie gerade oben auf der Spitzen geschaut und gleich nach meinem Pcrspcktiv gelangt. Was ich dann freilich mit dem Persperktiv oben habe sehen müssen " Er brach ab und lächelte fein und ein gedämpftes Murmeln der Heiterkeit folgte seinen Worten. Offenbar war der Höbenluß bei Sonnenaufgang bereits überall zum Thalgespräch geworden. Martin Siebcnpfeiffer fühlte, wie er errötbete, und w.irf einen scheuen Seitenblick nach seiner Gefährtin. Aber die war schon unbemerkt durch das Ge dränge in das Haus geschlüpft. Sonst hätte der lustige geistliche Herr sich die kleine Anspielung ja auch wohl nicht erlaubt. Der Herr vom Eentralvorstand befreite ihn aus der Verlegenheit, indem er ihm kräftig die Hand schüttelte. Meinen Glückwunsch!" sprach er. Jetzt weiß ich erst, wer Sie sind. Herr Siebenpfeiffer! Das war ein alpines Heldenstück ersten Ranges, dieser so gut wie führerlose, noch nie zuvor gemachte Nordostabstieg mit einer unerfahrenen Dame am Seil. Das macht Ihnen so leicht keiner nach!" Die Führer ringsum nickten andächtig und Antonio Tavernaro, der berühmte Dolomitcngänger, drückte ihm schweigend mit abgezogenem Hut die Rechte, während ein Aufblitzen seiner Adleraugen die kühnen, strenggeschnittenen Züge erhellte. Dann kamen die Sommerfrifchler und Touristen an die Reihe, mit einem Gewirr von Glückwünschen, Fragen und Vorwürfen. Einzelne, wie die kleine Dame in Pumphöschen, FalsiaffZ Page, erklärten sich förmlich vor ihm und feiner Tollkühnheit zu fürchten, andre wieder maßen ihre im Thal gebliebenen männlichen Beschützer mit einem räthselhaften. etwas mitleidigen Blick, wie die Berlinerin ihren Gatten, obwohl sie ihm selbst jede Hochtour am Abend zuvor strengstens verboten hatte, die Schottinnen wünschten von dem Climber" zu wissen, wieviel steps" er habe schlagen müssen, der Postrath bot ihm seine eben gekommene politische Zeitung mit einem interessanten Leitartikel über das Margarinegesetz zur Lektüre an, der dicke Herr aus Kulmbach murmelte beinahe neidisch: Ja so was schafft nur a Junggesell!" wobei es zweifelhaft blieb, ob er mit fo was" die todesverachtende Bezwingung des Berges oder den lebendejabenden Kußraub oben meinte. Zuguterletzt kam der düstere Kollege. Das böse Gewissen stand ihm auf dem Gesicht geschrieben. Er hatte schlimme Zeiten der Reue und der Selbstvorwürfe durchgemacht, seit ihm sein angeheiterter Freund zwei Stunden zu früh entwischt und humlich in die Berge entlaufen war, und halb und halb war er entschlossen, ihm das schnöde Geheimniß der Kaffeewürze zu enthüllen. Aber Martin Siebcnpfeiffer kam ihm zuvor. Siehst Du wohl?" trinmphm? er. Wcr hat nun recht? Du. der Du mich vor meiner Bergfahrt mit Fufel vergiften wolltest, oder W, der Dir bewiesen hat. daß es auch ohne Alkohol geht?" Du hast recht. Sicbenpfeiffer!" sprach der finstere Freund. Zum erstenmal guckte wieder das mephistophelische Zwinkern um seine Mundwinkel und das Geheimniß des Kognaks im Mokka sank stumm v::b feierlich für ewig in die Tiefen seines Herzens hinab, um dort unentsielt zu ruhen. (Fortsetzung folgt.) Ulan als ?l n a ? Ä i st e n freund. 5och lebe die Anarchu und Socialdemokratie!" schrieb da Ulan Fink in Düsseldorf an die Wan! Sa mttin. mÄtß 5fm hn6 ffrici?.'ti ,u:i' 1 ua, '- r - gericht mit drei Monaten Gefängnis vejlrarre. Xtttciae. Ein eben aus Indien zurückgekehrter catursoricher wünscht euicn mnaen Tiger zu verkaufen. Das Thier ist schon gefleckt und sehr gehorsam; frißt alles und hat namentlich Kinder sehr aern.
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