Indiana Tribüne, Volume 30, Number 53, Indianapolis, Marion County, 24 October 1906 — Page 1
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Sonntagsblatt f lOoja Woche. 3
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- Vrscheint jeden Nachmittag. Jahrgang 3. Indianapolis, Ind., Mittwoch, 24. Oktober i90i; No. 53. - ' , i . i
Die Elternliebe siegt. Margaret (eslie's Mörder ge. funden. Raub wird als Motiv der That genannt.
DaS Geheimniß, welches den Tod der in Chicago in einem Hotel aufgefunde nen hiesigen Schauspielerin umgab, ift gelüftet. Die junge grau wurde er mordet, und Howard NicholaS, ein Zheateragent. gleichfalls aus JndianapoliS, hat sich der That schuldig be tonnt. Das Motiv zur That soll Dieb, fiahl der Diamanten der jungen Schau spielerin gewesen sein. NicholaS. vor einigen Jahren hier ansüsfig. ift ein Krüppel, der gelegentlich eineS Bahnunfalles ein Bein ver. lor. Mehrere Jahre war er hier als Agent und Haufirer thätig. Schon einmal früher befand er sich in Schmulitäten, indem er auch hier in einen DiamanteN'Diebftahl verwickelt wurde. Da dieses aber sein erstes Vergehen war, und Freunde sich für ihn in 'S Mittel legte.?, wurde er im Kriminal gerichte mit leichter Strafe entlasten. Nur der Elternliebe ift es zuzufchrei ben. daß der Mord so schnell anS Licht gebracht wurde. Der Bater der jungen Frau war sogleich nach Meldung des angeblichen Selbstmordes seiner Tochter nach Chicago abgereift, und hatte dort, trotzdem die Behörden Selbstmord angaben, sich mit der Ber folgung des Falles beschäftigt. Marion Woody. der Vater der jungen Frau, wohnte in Tuöcola, Jllö., dem Leichen , begüngniffe bei, als ihn die Nachricht von dem Geständnisse NicholaS erreichte. Er eilte sofort nach Chicago zurück. Die Suche nach den vermißten Diamanten der jungen Frau verlief erfolgreich, dieselben wurden in einem Leihhause aufgefunden, und der Besitzer identifizirte NicholaS als den Mann, der die selben bei ihm verpfändete. NicholaS gestand, und nannte den Apotheker George Leopold als seinen Komplizen. Leopold war jedoch entflohen und die Polizei fahndet auf denselben. NicholaS beschrieb, wie er, zusammen mit Leopold, sich ins Gemach der Schauspielerin schlich, wie sie sich dort versteckten bis die Unglückliche ihr Ba. dezimmer verließ, wie sie ihr ein Tuch um den Hals schlangen und zugleich ihr die Flusche Chloroform unter die Nase hielten, die Frau, welche auch keinen Laut hatte auöftoßen können, dann aufs Bett legten und die Diamanten raubten, die Flasche mit Chloroform dann auf den Tisch stellten, das Gas andrehten, und entflohen. Die Eltern der so jung Ermordeten. Herr und Frau Marion Woody, wohnen hier No. 852 Massachusetts Ave. Be m Umziehe beftohle.
Frau Aldright, 547 Oft Market Straße, hatte die Jenkinö Transfer Company bestellt, um ihr beim Um ziehen behülflkch zu sein. Ihre Möbeln und HauShalmngSgegenftünde wurden von No. 327 Minerva Straße nach der obigen Nummer gebracht. Während des Umzugs vermißte sie ihre Börse mit 84.75 Inhalt. Sie vermuthet, daß der farbige Kutscher deS Möbelwagens die Börse mit Inhalt gestohlen hat und machte der Polizei eine dieöbezüg liche Meldung. Das Belleview ClubhauS, im Nordweften der Stadt, am Canal ge legen, ift abgebrannt. Der Verlust wird auf 82000 geschützt. Die Ent ftehungöursache ift unbekannt, doch wird gemunkelt daß Feinde desselben vielleicht daS Feuer anlegten.. Frau John McGregor. Gattin des County CommissärS John Mc Gregor ist am Mittwoch Morgen ge ftorben. Der tiefgebeugte Gatte, zwei erwachsene Kinder sowie auch ein gro ßer Freundeskreis betrauern den Ver luft der Dahingeschiedenen. Chas Vaaöke'S Südseite Kneipe, 1291 Süd Saft Str.
Viele Typhnsüzber - Erkra-kurzen.
Milde Art der Krankheit veranlaßt wenige Sterbefälle. Viele Fülle von Typhusfieber (Nerven fieber) find in diesem Monate gemeldet worden, und die Krankheit hat sich der art verbreitet, daß der Oktober dieses Jahre selbst den August von 1905 in den Schatten stellen wird. Die Krankheit scheint durchweg di' ftriktwetse aufzutreten und laut AuSsa gen der GesundheitSdeamten vorwiegend in dem zwischen Merrill.Straße, Vir. ginia-Avenue. Ecrft-Straße und unter halb der MorrtSStraße östlich bis zum Pleasant Nun ftch erstreckenden Territorium. Auf der Nordseite wird der Bezirk zwischen Meridian. Straße und dem White Rtver, südlich von der 10. Straße, bezeichnet. Einige der Kranken find im ftädti schen Hospitale. Sieben neue Fülle wurden am Montag gemeldet. Die GesundheitSbehörde macht große Anstrengungen, die Krankheitsursache zu erforschen, und in allen Häusern, mo TyphuSfieber auftritt, wird sofort das Trlnkwaffer einer genauen Untersuchung unterzogen. Nur ein Drittel der Erkrankten benutzte daS Stadt wasser, während zwei Drittel derselben ausschließl. Brunnenwasser gebrauchten. Das städtische Leitungswasser wird von der Gesundheitsbehörde als auSnahmö weise rein bezeichnet, während fast neun Zehntel der Brunn: sich als schlecht erwiesen haben sollen und versiegelt wurden. E find verhältnißmäßig wenige der Krankheitsfälle tödtlich verlaufen. Die Durchschnittszahl der am TyphuSfieber Gestorbenen übersteigt nicht die Durch schnittSzahlen der Vorjahre. Zunge Fran soll sich weigern, ihre Trauung zuzugeben. Recht viel .Trubel" hat der söge nannte .Trubelclerk" der Telephonfta tio.l in CharleStown, Ind., Everett SellerS. Er versichert, am 17. Juli v. I. in LouiSville mit Frl. Ethel M. Bruce aus CharleStown getraut worden zu fein, doch weigere sich dieselbe, ihn als Gatten anzuerkennen und beftreitet sogar, daß die Hochzeit stattgefunden habe. Man hätte die Trauung über ein Jahr geheim gehalten, und als er vorgeschlagen habe, die Sache zu veröf fentlichen, sei sie böse geworden. Da die junge Dame aber daS Heirath?Certifikat habe und nicht herausgebe, so sehe er kein Mittel, zu seinem Rechte zu kommen. Sogar den Namen des am tirenden Friedensrichters will SellerS vergessen haben. Die Trauung habe im Louisviller Courthause ftattgefun den, und um nicht verrathen zu werden, habe sich da Paar Morton SellerS und Mary Bruce genannt. Diese Namen sünden sich in den Akten zu LouiSville. Zusammengelebt habe daS Paar freilich fc. Die junge Frau soll die Absicht hadm, ftch ebenso heimlich scheiden zu lassen, wie sie angeblich getraut wurde. Heute will sich SellerS eine zertifizirte Copie seines HeirathSscheineS verschaf fen. Frl. Bruce weigerte sich gestern, überhaupt Angaben zu machen. Gut akgelanfe. Martin P. Emails von Acton, Ind., hatte fich gestern einen Affen ge kauft und kam an der Washington Straße mit ijnem Straßenbahnwagen in Kollision. Er wurde von dem Wa gen zu Boden geschleudert und zog fich einige Verletzungen an der Hand und am Bein zu. Nachdem er im Dtöpen sarium verbunden morden war, wurde ihm eine Zelle angewiesen, wo er nun seinen Rausch ausschlafen kann. Personal-Notiz. Im Kreise der Familie und vieler Freunde feierten Hr. JohnHof. mark und Frau ihre silberne Hochzeit. Viele werthvolle Geschenke erfreuten daS Jubelpaar und fröhliche Stunden verlebten die Besucher im gaft lichen Hause.
Verkehrter Weg,
Um schnell reich zu werden. Die Geheimpolizisten Dugan und Kurtz nahmen gestern den Apotheker William I. Waite von No. 628 West 30. Straße in Haft und führten ihn nach der Station, wo eine Anklage wegen Unterschlagung gegen ihn erhoben wurde. Waite führte im Hause No. 146 Nord Jllinoiö'Straße ein Stellenvermitte lungS'Bureau. in welchem Charles Ä Baker, No. 351 Nord Capitol-Avenue wohnhaft, als Geschäftsführer angestellt war. In diesem Bureau wurden den Applikanten nach Bezahlung von je 85 eine Stelle versprochen. Da es nun immer eine Menge Arbeitsloser giebt, so blühte das Geschäft, und eine 5 nach der anderen wanderten in die Kasse. Nach der Bezahlung wurde den Nichtsahnenden gesagt, nach einigen Tagen zurückzukehren. Manche Mal glückte eö dem Ge schüftSführer eine paffende Stelle zu finden, jedoch in den meisten Füllen wurden die Stellungssucher von Tag zu Tag hingehalten. Unter den Letzteren befand fich eine Frau Ella NaS burn. der für 35.00 eine Hauöhal tungftelle versprochen worden war. Der Frau wurde die Sache jedoch schließlich zu bunt, worauf fie die Polizei von ihrem Mißgeschick in Kenntniß setzte. Capt. Bray vom DetekttvDepartement ließ die Angelegenheit sofort von eini gen seiner Leute untersuchen, und die Verhaftung des Apothekers war das Ergebniß. Der Geschäftsführer, dem wahrscheinlich der Boden unter den Füßen zu heiß geworden war, ift der duftet. Schaarenweise kommen jetzt, nachdem das Bureau geschlossen fcor. den ift, auf gleiche Weise Behandelte nach der Polizeiftation, um ihr Mißge schick vorzutragen. Drei Taschendiebe verhaftet. Ben Leeman, ein ElektrikerZvon To ledo, O.. Charles Morris, ein Kellner von Chicago, Jll., und Arthur Cor nish, StubbinS Hotel, wurden gestern Nacht von den Geheimpolizisten Mann ing, Samuels, tttnney. Morgan und Kapitün Bray in Haft genommen und nach Nummer Sicher expedirt, wo fie vorläufig wegen VagadondirenS gebucht wurden. Die Polizei vermuthet, daß eS Taschendiebe find, und die Antwor ten, welche fie den Beamten gaben, be ftütigen, daß die Verhafteten Taschen diederei betreiben. Alle Drei behaupten, daß fie ihr Langfingerhandwerk hier noch nicht ausgeübt haben. Die Burschen sollen Bryan auf seinen Reisen folgen, wo fie jedesmal unter den Zuhörern ein rei cheS Feld haben. Emmett Nicoli, No. 922 Massachusetts Avenue wohnhaft, der sich feit einigen Monaten von unserer Stadt ferngehalten hatte, kehrte gestern hierher zurück und stellte fich der Poli zei. Nicoli wurde wegen Sittlichkeit Verbrechens gebucht und hinter eiserne Gitter gesteckt. Derselbe soll fich im Juli diese Verbrechens schuldig ge macht haben und war damals ent kommen. Der Colonialwaarenhündler Wm. Schulmeyer an der Ecke der Alabama und 10. Straße, mußte gestern den Weg nach der Baftille antreten weil er gefälschte Milch verkauft haben soll. Er wird fich dieserhalb vor dem Poli zeigericht verantworten müssen. Die Verhaftung wurde von den Beamten Freeman und Mackessy vorgenommen. Schulmeyer stellte Bürgschaft. Der Reger Joe Noble, angestellt ix dem Hause 106 Woodruff Platz, verließ gestern die Wohnung seinm Brotherrn um einen kurzen Spaziergang zu machen nd ift nicht zurückgekehrt. Da der Farbige eine große Summe Geldes und eine goldene Uhr bei ftch führte, so vermuthet man, daß de Neger etwas zugestoßen ift. Man ersuchte die Polizei Nachforschun gen nach dem Verschwundenen anzu stellen.
An den Folge gestorben. Joseph P. Duoall vom Zuge getroffen.
Joseph P. Duvall, ein Angestellter der BrownKetcham Eisenwerke, wel cher am Montag an dem Bahn Übergang der Big Four Eisenbahn an der Michigan Straße von einem Zuge getroffen wurde, ift an den Fol gen in seiner Wohnung, 549 Lord Straße gestorben. Die Untersuchung des Ve. letzten ergab, daß er drei Rip pen gebrochen hatte, welche allem An scheine nach in die Lungen gedrungen find. Er hatte ebenfalls einen langen Schnitt am Rücken und Quetschungen am Kopfe und Rücken. Angeklagt seine Fran begohle zn habe. Die Radlerpoliziften Müllen und Woodward nahmen gestern Otto C. Montgomery. 642 Süd Weft Straße. in Haft und führten ihn nach der Pdli zeiftation ab, wo er wegen Kleindieb ftahl gebucht wurde. Frau Montgomery meldete gestern der Polizei, daß ihr 818 gestohlen war den seien. Die Polizisten Müllen und Woodward wurden mit der Untersu chung deS Falles beauftragt und such ten, nachdem fie den Sachverhalt von der Frau erfahren hatten, den Mann, welcher in den AtkinS Saw Works an gestellt ift, auf. Auf die Fragen der Polizisten sagte dieser, daß er von dem Falle absolut nichts wisse. Die Beam ten ließen fich jedoch mit dieser Antwort nicht abspeisen, sondern machten fich daran, den Werkzeugkasten deS Man neS näher in Augenschein zu nehmen. Nach einigem Suchen fanden fie $16 in dem Kasten und vermuthen nun, daß der Mann seine Schuld bekennen würde. Er sagte j:doch. daß er nicht wisse, wie daS Geld in den Kasten gekommen fei. Montgomery wurde nach Nummer Sicher abgeführt, um ihm Gelegenheit zu geben, feine Geschichte dem Richter vorzutragen. Jialicnischer Graf und früherer Millionär als Betrüger. Der Graf Emilio d'Jyala, der kömmlinz einer alten genuesischen Adelsmil, hatte im Jahre 1002 die Erbschaft seines Vaters angetreten. In kürzester Zeit hatte er die leicht erworbenen Millionen verjubelt und ging nachSüdamerika. Durch sein vor nehmes Auftreten gewann er in Buenos Aires die Liebe der Tochte: eines huntdertfachen Millionärs Namens Secia, und alsbald hatte er mit der Hand der schönen Amalie Secia eine frische Ladung Millionen ringe heimst. Die jungen Gatten zogen nach Peris und brachten m einem J-ahre die Millionen durch. Mit eintm kläglichen Rest des Vermögens versuchte esGrif d'Ayala nunmehr am Grünen Tisch in Monte Carlo. Hier ging der Rost des Geldes verloren, und der Graf mußte sich nun aufs Betrügen verlegen, um seinen und seimr Gattin kostspieligen Unterhalt zu decken. Er entlockte seinem Hausarzt Dr. Uphetto 20.000 Lire und der Fall entbehrt nicht der Ironie dem Direktor eines Hotels in Monte Carlo, der selbst Inhaber einer Spielbank ist, 18.000 Lire. Die Anzeige gegen den ungetreuen Grafen" tvuxbt von Dr. Uphetto erstattet. Der Prozeß gegen den Grafen d'Ayala hat bisher eine grohe Wanderung durchgemacht. Vor erst wurde er in SanRemo verhandelt, aber das Gericht erklärte sich für unzuständig. Das gleiche Schicksal wiverfuhr dem Prozesse vor denGerichtsHöfen in Genua und Rom. Graf d'Ayala ist bereits zwanzigmal vor diesen verschiedenen Gerichtshöfen als Angeklagter erschienen, jedoch ohne jemals verurtheilt zu werden. Nun hat sich 'der Gerichtshof von Turin der Sache angenommen. Graf d'Ayala steht im eleganten Salonanzug vor seinen Richtern und streicht den jugendlichen Schnurrvart. Er meint, es gäbe auch in Turin keine Richter wider irn. Kindernrttnd. Der zehnjährige Maz (zum gleichalterigen Fritz auf der Straße): Du, Fritze, warum rennste denn so?" F ritz: Mensch, ick habe Eile. Um zwölfe essen mer. Buletten jibt's und wenn ick 'nen Anschluß versäume, ißt mein Oller allens alleene uf."
Eine verwickelte Schnaps-gefchichte.
Sender und Empfänger , Verkäufer und Käufer in einer Person. Die hiesige Polizei erhielt am 13. Oktober von dem Polizeichef Alexander NiSbit von Denver, Col., ein Tele. gramm. in welchem er ersuchte, nach einem Wirthe Max StolkinS von Den ver, Col., Ausschau zu halten, und ihn eventuell zu verhaften. Derselbe soll in Denver, Col., Whiskey im Werthe von etwa S400 auf Abzahlung gekauft haben, und dann mit dem Whiskey geflüchtet fein. Eine Beschreibung wurde der De pesche beigefügt. Die Geheimpolizisten Holtz und DeRosette wurden mit dem Fall beauftragt. Da man in Ersah, rung gebracht hatte, daß der Flüchtling den SchnapS nach Indianapolis ge fandt hatte, so poftirten fich die Beam ten am Bahnhof auf, um die einlau senden Güter zu beobachten. Am Montag kam eine Ladung Whisky an. jedoch war die Sendung für Max Freemann bestimmt. Bald erschien denn auch der Em pfünger, um seine Waare in Empfang zu nehmen. Kaum hatte er sein Ge schüft abgewickelt, als die Geheimpoli ziften an seiner Seite standen und ihn nach seinem Namen fragten. Er gab seinen Namen als Mike Fofter, 31 Weft McCarty Straße, an, und sagte, daß er eine Wirthschaft zu eröffnen beabsichtige, und zu diesem Zweck den Schnaps von Max Freeman gekauft habe. Trotzdem die Beschreibung des Ver hafteten nicht genau stimmte, wurde Fofter verhaftet und nach dem Gefüng nisse abgeführt, wo man Anklage wegen Annahme gestohlener Sachen gegen ihn erhob. Gestern suchten die Polizisten die Frau deS Verhafteten auf, um nähere Erkundigungen einzuziehen. Die Frau verwickelte fich schließlich bei der Beant Wartung der geschickt gestellten Fragen der Beamten und kam mit der Wahr heit heraus. Sie gab zu, daß ihr Mann Max StolkinS heiße und von Denver, Col., nach Indianapolis gekommen fei, um eine Wirthschaft zu eröffnen. StolkinS hatte den SchnapS auf verschiedene Bahnen unter verschiedenen Namen nach Indianapolis gesandt, um so seine Verfolgung unmöglich zu machen. Von Denver hatte er den SchnapS nach Chicago. Jll., an einen Max Weiß gesandt. Bon da nach Jndia napoliS an einen Max Freeman expe dirt. Als die Polizei nun gestern seinen richtigen Namen in Erfahrung gebracht hatten, wurde StolkinS alias Fofter, Mir Freeman als Flüchtling feftge. halten, um weitere Befehle von Denver abzuwarten. Jefferfonville. Hier bildet jetzt die Frage, wer jetzt Stadtkadt wer den wird, das Stadtgespräch. Die Beerdigung von Stadtrichter Al. Schwaniuger fand gestern Nachmittag statt. Die vorherrschende Meinung war, daß James E. Taggart, der jetzige Präsident deS PolinirathS. der .kom mende Mann" sei, und eS heißt, daß Gesuche um seine Ernennung bereits an Gouverneur Hanly abgegangen seien, den man, trotzdem daS neue Gesetz dem Mayor dieses Recht gibt, jetzt für den hält, der die Ernennung vorzunehmen habe. Da Taggart ein Mucker vom reinsten Wasser- ift, so besteht kaum ein Zweifel, daß Hanley ihn ernennen wird. Sehr kleinlich scheinen die auf geworfenen Bedenken, ob Taggart Po lizeirtchter sein und zugleich seine An waltSpraxiö fortsetzen könne. Im Uebri gen wird noch ein Dutzend Namen für den hübschen ttadifitz genannt. DaS Stadtgericht ift jetzt ohne Richter, und die grift zur Nominirung eine solchen läuft erst am 1. Januar 1910 ab, eS sei denn, das famose, neue Gesetz be züglich der Verwaltung von Städten und TownS wird widerrufen. Und darauf hoffen die Steuerzahler sehr!
Aus deu Gerichten. Superior -Gericht. Die Scheidungsklage von Elizebeth Barker gegen ihren Gatten DeMoß Barker wurde zu Gunftm der Klägerin entschieden. Der Scheidungsprozeß von Wm. $. Binkley gegen seine Gattin Jesfie P. Binkley wurde zu Gunsten deö Klüger entschieden. Die Scheidungsklage von Cora B. Melville gegen ihren Gatten Louis E. Melville wurde zu Gunsten der Klüge rin entschieden. Derselben wurde die Erlaubniß ertheilt, ihren Mädchen namen Cora B. Dickson wieder anneh men zu dürfen. In der Scheidungsklage von Willie Van Ecknor gegen ihren George W. Ecknor wurden die Zeugen vernommen. Kriminal-Gericht. Wm. H. Baxter, der fich wegen einer Schlügerei zu verantworten hatte, wurde schuldig befunden und mit $1 und Kv' sten bestraft. In dem Falle von Frank Mitchell, der wegen Trunkenheit und Schlügerei vorgeladen war, reichte der StaatSan walt ein Gesuch auf Niederschlagung ein. Das Gesuch wurde nach Bezah. lung der Kosten bewilligt. Wm. McCanley mußte seine Cchlü gerei mit $5 und Kosten büßen. In dem Falle von Wm. LewiS, der wegen einer Schlägerei angeklagt war. reichte der StaatSarwalt ein Gesuch ein, die Anklage wegen Mangel an Zeugen abzuweisen. Klage auf Unterhalt. Missouri I. Smith strengte gegen ihren Gatten Daniel R. Smith eine
Klage aus Unterstützung an. Diesel ben verheirat heten fich am 29. Mai 1906 und lebten bis zum 12. Juni 1906 zusammen. Nach dieser Zeit der. ließ der Mann die Frau und ließ fie mittellos zurück. Sie fordert eine Summe für ihren Unterhalt, dessen Höhe das Gericht bestimmen soll. Schadenersatzklage. Benjamin F. Noble strengte als Ver mögensverwalter von dem verstorbenen Charles Cattell eine Klage auf $10,000 Schadenersatz gegen die Indianapolis Traction Comp. an. Cattell wurde am 19. Sept. 1906 angeblich durch die Schuld und Nachlässigkeit von Ange stellten der Gesellschaft schwer verletzt, und starb an den Folgen der Verletz ungen nach 24 Stunden, worauf die Klage begründet ift. Fordernngöklage. Andrew J.Cochran strengte gegen die Perfection Broom Co. eine Klage auf Bezahlung von 8800 an. Der Klüger wurde am 6. Juli 1905 von der Firma als Geschäftsführer mit einem Salär von 100 per Monat engagirt. Er be kleidete diese Stelle bis zum 8. Juni 1906 und hattt für seine Dienste $1100 zu fordern. Von dieser Summe wur den ihm 8381 bezahlt, wodurch eine Reftforderung von 719 blieb. Dieser Betrag ift jetzt überfällig und unbe zahlt. Er verlangt die oben genannte Summe einschließlich Zinsen vom 8. Juli 1906. Trchgebrannt. Fred. SwakhauS, 16 Jahre alt, von No. 24 Nord Senate-Avenue, hat gestern seine elterliche Wohnung flüchtig verlassen Der Bater hatte dem Sohne eine kleine Summe Geldes gege ben, um Steuern zu bezahlen, und man vermuthet, daß der Junge mit dem Gelde durchgebrannt ift. Beraubt. Audy Oaks, 104 Weft Ohio Str., saß am Montag Abend im zweiten Stock des Stalles von John Wood am Circle auf einem Kasten. Plötzlich gingen die Lichter aus, rin Sack wurde ihm über den Kopf geworfen, und Je mand durchsuchte seine Taschen. Der selbe bereicherte fich mit 35 Cent. Oaks vermuthet, daß der Dieb der Neger Walter Ray gewesen ift, der des Ta ges fit in dem Stalle arbeitet.
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