Indiana Tribüne, Volume 30, Number 52, Indianapolis, Marion County, 23 October 1906 — Page 7

Jndiana Tribüne, 23

Oktober 1906.

4 5 4"fr 4 1 Das uicisc Jarnm t i J Humoristische ErzäKlung von l Rudolpk Stratz J (Fortsetzung.) " Allerdings hatte das Wilde Dirndl," wie jedes Ding und jeder Verg auf Erden, zwei Seiten. Aber die andre Flanke galt für noch schwieriger, der Lawinengefahr wegen. Die steilen, glattzefrorenen Eishänge waren nur von einer dünnen Schneeschicht überkleidet, die unter dem Fuß des Wanderers wich, so daß er, auf dem blanken, darunter befindlichen Firn ausglitschend, sammt der trügerischen weißen Decke zu Thal fuhr. Sonst aber verlangte der Abstieg stundenlanges Stufenhauen. Bis dahin war Ulrich Schneevogt längst zur Stelle. Schon jetzt war er nur noch wenige hundert Schritte entfernt und gab durch eine eigenthümlich drohende Handhabung seines umgedrehten EisPickels und Gesten mit der geballten Faust seinem Mißvergnügen beredten Ausdruck, als wolle er sagen: Alles Nähere thätlich! Kauere Tu nur oben zähneklappernd in dem naßkalten Schnee. Ueber ein kurzes bin ich bei Dir und dann ,bit:e recht freundlich.' wie der Photograph sagt!" Martin Siebenpfeiffer war wie gelähmt durch den seinem sich entnebelnden Gehirn immer klarer werdenden bitteren Ernst der Lage. Also das ist die Romantik! schoß es ihm durch den Kopf. Das ist die sanfte blue Blume, die .den Sonntagskindern blüht! Jawohl dies sieben Fuß lange, stiernackige Gletscherungethüm, das mordgierig immer höher stieg das ist die blaue Blume im Gedörn. Nun gib nur acht, daß ihre Stacheln Dich nicht stechen! Eva!" grollte es in dumpfem Bärenbaß herauf. Eva! Rühr Dich nicht weiter! Bleib stehen, wo Tu bist! Und Sie, Herr, auch! Mit Ihnen habe ich zu sprechen, wenn ich oben bin. Nur ganz kurz. Zwei Worte. Sie gottverwünschter Don Juan und Champagnerhcld!" Wie Musik hätten zu andern Zeiten diese schmähenden Beiworte in Martin Siebenpfeiffers Ohr geklungen. Aber jetzt wäre er froh gewesen, wenn er wieder auö seiner Löwenhaut hätte schlüpfen dürfen. Was machen? Näher und näher rückte der Fremdling. Sollte man sich in der Verzweiflung zur Wehr setzen, ihm mit Herabgeschleuderten Fels- und Eisbrocken drohen? Ach hier oben gab es nichts dergleichen! Der Firn war niet- und nagelfest und die paar Schneebälle, die allenfalls sich zusammenkratzen ließen, waren ja nur ein neckisches Spiel gegenüber dem erzürnten Recken. Jetzt trennten ihn nur noch zwanzrz Eisstufen von dem bangen Häuflein oben. Daß er. dort angelangt, nicht darauf bedacht sein würde. Martin Siebenpfeiffer oder dem alten Kröpf f r zu rauben, wie jener es mit Eva gethan diese Vermutbung hatte viel für sich, wenn man sein bärtiges Gesicht und seine geballten Fäuste aus der Nabe sah. Er schien es weniger auf die Lippen. als auf das Nasenbein und die Kinnladen des Vaters der ThörliHütte" abgesehen zu haben und machte daraus gar kein Hehl. Nun passen Sie mal auf. alter Freund!" sagte er. schon hart unter der Stiefelspitze seines Widersachers in ganz geschäftsmäßigem Tone und blieb stehen. Ich will mich nur vorher einen Augenblick verschnaufen!" Dieser Augenblick muß benutzt werden! Mit der Entschlossenheit der Verzweiflung rutschte Martin Siebenpfeiffer bis zum Firnbang auf der andern Flanke des Wilden Dirndls." streckte die Beine aus. stemmte den Bergstock hinter sich und begann, mi der Kehrseite hurtig über den blanken Schnee glitschend, hinabzusausen. Die beiden Genossen, durch das Seil verbunden, mußten ihm nothgedrungen ebenso auf die Reise folgen, die sie Gott weiß wohin, aber jedenfalls von Ulrich Schneevogt wegführte. Schnell wie die Vögel fuhren die drei Abenteurer deu Hang hernieder, der. anfangs mäßig geneigt, bald steiler wurde und den Gipsel des Berges ihren Blicken entzoa. Der Führer hinten bremste aus Leibeskräften mit Pickelspitze und Stiefelhacken, sein Herr steuerte vorne sitzend mit Feuereifer, und weiter und weiter ging die wilde Fahrt, die wenige Stunden später, wenn die Schneebrücken der Gletscherspalten schmolzen, jedem verderblich jetzt noch ohne Gefahr war. An ein Aufhalten war gar nicht mehr zu denken. Der Wind vfiff um die Obren, in weißem Flimmer glitt rechts und links die Firnhalde vorbei und Martin Siebenpfeiffer empfand ein eigenes, bchagliches Grausen bei dieser fliegenden Eile, mit der er sich der Rache seines Gegners entzog. Es schien, als wolle die Schneewand gar kein Ende nehmen. Ihre Steilheit wechselte, aber niemals wurde sie so flach, daß sie das Gesetz der Schwere gehemmt hätte, mit der die Expedition frei nach dem Wandererwort: Ich komme vom Gebirge her!" eilends zu Thale glitt. Wohl eine Viertelstunde schienen sie jetzt schon unterwegs. Der Athem drohte ihnen auszugehen die Lodengewandung zerschliß heiß ner dend 'an den am meisten gefährdeten

Stellen, die Fäuste wurden lahm vom Druck auf den Bergstock da endlich verlangsamte sich ihre Schnellzugsgeschwindigkeit in einer flachen Mulde und die drei Alpinisten saßen aufkeuchend und einander verstört anblickend still im Schnee. Wie auf Verabreduno wendeten sie die Köpfe nach rückwärts und ihre Mienen verdüsterten sich noch mehr. Da kam er schon! Da oben die baumlange schwarze Gestalt, die. aufrecht stehend, den EisPickel wie ein Seiltänzer die ,Balancirsiange quer vor die Brust gehalten, die Kniee leicht aebog?n, auf räthselhafte, aber graziöse Weise sausend wie ein Geist der Rache den Berg herabflog. Bleib stehen, Eva!" donnerte es von oben. Bleib, stehen! Da geht's nicht weiter! Ich bin gleich da!" Aber seltsamerweise bewirkte di? Ankündigung dieses Stelldicheins bei Martin Siebenpfeiffer gerade das Gegentbeil. Vorwärts!" stöhnte er, stell aus seinem Schneelager erhebend wie ein aufgescheuchter Hase am Wintermorgen, und lief eilfertig über d:n harten, sanft geneigten Firn davon, oi: beiden Genossen theils durch das Seil, theils durch die Wucht des Beispiels nach sich reißend. Bald erreichte das Plateau ein Ende. In zerrissenen Felsen, Schneerinnen und Eiskanten stürzte die Wand bei' nahe senkrecht zu einem kleinen steilen Firndach nieder, unter dem blauweiß, friedlich und schneefrei der sanfte Kuhgletscher lag, ein harmloser, von Spaziergängern viel besuchter Eisstrom. War man dort, so w?" c zettlet. Ohne Besinnen tauchte der flüchtende Alpinist in einem abwärts führenden Kamin unter, dessen Schneebekleidunci jetzt noch fest genug war, um den eingcstoßenen Stiefelspitzen Halt zu gewähren. Der Kröpf hinten sicherte durch das um einen Gesteinsvorsprung geschlungene Seil seine beiden, trotzdem häufig ausgleitenden Touristen und stieg dann selbst bedächtig hinterher. So arbeiteten sie sich mühsam, mit an den kalten Felsen halb erstarrten Fingern, mit zitternden Knieen und fliegendcr Brust durch das Chaos abwärts und hatten dabei wenigstens eine Genugthuung: dem Riesen oben war aus dem harten Firn, der keine Fußspur annahm, die Stelle ihres Abstiegs ent' gangen! Sehen konnte er sie auch nichi mehr und lief nun wohl wie ein Hühnerhund. der die Witterung verloren, rathlos längs des Hanges auf und nieder. Wenigstens klang sein zorniges Eva! Eva!" immer aus gleicher Höbe und immer undeutlicher, je tiefer sie selbst herabkamen. Wie. das wußten sie selbst nichi reckt! Aber da war es geschehen! Sie standen am unteren Rand? der Klippen vor dem kleinen scharfqcneiaten Schneeoach und. in Martin Siebcnpseisfer zuckte es schon wieder in erwachendem Sektübermuth: Hojoioho! Hojotoho! Ab er besann sich, daß der Walküren, ruf sie ihrem Verfolger verratheri mußte, und schwieg frivol lächelnd. Der Kröpf seinerseits machte ein düsteres Gesicht. Bald wir jetzt ab rutschen." sprach er warnend und eindringlich zu dem Mädchen aus der Fremde, haltst fein die Hären hoch! Und Du auch!" Wer soll hier die Haxen hochhalten?" fragte der Oberlehrer empört. Wer soll h-ier abrutschen? Wer verfällt hier plötzlich vor Nervosität in fein altfränkisches Tiroler ,Du?' Sie. mein lieber Kröpf! Sie allein! Das hätte ich nicht von Ihnen erwartet! Und besonders jetzt nicht, wo wir allk Schwieriglciten hinter uns haben!" Aber da verzog der Kröpf bösartig greinend den zahnlosen Mund, und was er verkündete, war wenig erfreu lich: Jetzt heiße es über dies steile Dach hin Stufen hauen! Ein paa: hundert und mehr. Denn die Schneedecke sitze nur lose, kaum zolldick aus und darunter liege das spröde, glasharte Eis. Trum sei ja der Aufstiea von dieser Seite so schwer. Denn bis man sich über diesen Hang hinaufgeschlagen, sei weiter oben der Schnee auch schon weich. Man könne nichi mebr. wie sie ?s gethan, die Fußspitze?! eklstohen, weil sie nicht haften blieben. und käme mit Extrapost, nämlich in Form einer Lawine, wieder zu Thal. Ja aber wenn wir uns hier rnil Stufenhauen stundenlang aufhalten, folgt er nach!" stöhnte Martin SiebenPfeiffer. Er muß ja schließlich di? Schläge hören und uns finden!" ..Dasselbiqe wohl!" bestätigte der Kröpf. Und damit war der Entschluß seines Herrn gefaßt. Vorwärts!" befahl er und trat in den Firn hinein. Ohne Stufen! Ist's bisher gut gegangen, wird es auch jetzt gut gehen!" Und wirklich es ginZ Schräg an der 'teilen Wand abwärts steigend, kawen s? tiefer und tiefer in dem knarrenden Schnee. Schon war die Hälfte des Daches überwunden, schon zwei Drittel, schon sahen sie dicht unter sich die Randkluft, den meist ziemlich tiefen und breiten Eisgraben, der regelmäßig im Hochgebirge als Grenzlinie zwischen Gletscher "nd Berghang entsteht, und den sie weiier "ton auf einer kühn gewölbten Schaeebrücke überschreiten wollten. Noch ein paar Minuten ' dann war das tolle Abenteuer überstanden. Martin Siebenpfeiffer nickte übermüthig. Ich glaube, diesen Weg ist noch nie jemand gegangen!" sprach er zum Kröpf. ..Gewöhnlich macht man doch den weiten Umweg längs des kleinen Plateaus bis zum Ende des Kuhgletschers?" Der alte Führer bejahte stumm, und sein Herr lächelte verklärt. Er hatte

also wirklich, recht wie ein Hochtoüriss strengster Observanz. einen neuen Abstieg gefunden, eine Variante" zur Bezwingung des Wilden Dirndls" an der Nordostwand, deren sachgemäßer Schilderung selbst die Mittheilungen" des Alpenvereins ' ihre Spalten nicht verschließen konnten! Immer gewaltiger wuchs er vor seinen eigenen Augen im Vollgefühl des siegreichen Vottbringens, und wäre nicht der Niesenschatten Ulrich Schneevogts hinter ihm gewesen, der ihn ja eigentlick in all feinen Todesmuth hineinhetzte, wie die That binter dem Gedanlen schreitet unwillkürlich schaute er wieder in die steile Höhe und sah, daß seine Begleiterin schräg über ihm das Gleiche that. Was ist denn das?" fragte sie beklommen und wies auf einen langen schwarzen Spalt, der etwa zehn Fuß über ihnen wagerccht längs des Firndachs hinlief und mit einem leisen, sondcrbar klagenden Ton sichtlich unter den Augen sich verbreiterte. Visher hatte man ihn nicht bemerkt. Er mußte eben erst entstanden sein. Aber schon wuchs er mit reißender Schnelle. Keine Sorge, gnädiges Fräulein!" scherzte Martin Siebenpfeiffer. ..Das sind so kleine Sckerze. wie wir Alpinisten sie im Hochgebirge..." Er kam nicht weiter. Denn er bemerkte voll Schrecken, wie der Kröpf mit nervöser Hast hintereinander ei aaze Anzahl Kreuze schlug und ein Stoßgebet murmelte. aus dem nur die Worte Jesses, Mariand Joseph!" klangen. Hären hoch!" sagte er dann gleichmüthig, als handle es sich um ein selbstoerständliches. programmgemäß eintretendes Ereigniß. Wir gehen ab!" Ach, Unsinn!" wollte der kleine Oberlehrer erwidern. Aber er fühlte mit Staunen, daß er sich bewegte, obwohl er doch fest stand! Alles umher bewegte sich! Seine beiden Begleiter, der Schnee zwischen ihnen, die ganze weiße Decke umher glitt so sanft und säuberlich in die Tiefe, wie man ein dünnes Tischtuch von der Platte zieht. Anfangs ganz langsam, mit einem geradezu behaglichen Gefühl, auf einem weichen Jaubermantel den Berg hinabgetragen zu werden. Bald aber wurde das Rutschen schneller und stürmischer. je mehr sich unter ihnen die aufgepflügten Schneemassen stäubend ballten, er verlor das Gleichgewicht und fand sich plötzlich lang auf dem Rücken. den Blick aus der Noth der Gegenwart nach den blauen Höhen gerichtet, die Genossen seiner Fahrt neben ihm und um sie her die pfeilgeschwind absahrende Firnhaut, vor der ein weißdampfender Staub wie eine Pulverwolke herwirbclte. Halt!" befahl Martin Siebenpfeiffer zornig aus dem stiebenden Gischt. Halt! Halt doch zum Donnerwetter!" Aber das Wilde Dirndl" kümmerte sich wenig um seinen Protest gegen den Fußtritt, den es seinem Freier auf den Heimweg mitgab. Die Reise ließ sich nicht mehr hemmen. Immer gewaltsamcr strudelten die kalten, weißen Massen um Mund und Nase der in ihnen zappelnden Abenteurer und führten sie im Fluge den kurzen Weg bis zur Randkluft hinab. Mit der Schnelligkeit des Denkens, die in kritischen Augenblicken sich einstellt, entsann sich Martin Siebenpfeiffer eines Rathes aus Szigmondys Gefahren der Alpenwelt," wonach man, einmal von der Lawine mitgcrissen, sich durch Schwimmbetoegungen auf der Oberfläche erhalten müsse. So kämpfte er denn, das Haupt gegen den Berghang gerichtet, mit den krampfhaften Ruderstößen eines Wasserfrosches gegen die niederstäubende weiß? Fluth und ermähnte in athemlosen Zurufen seine Gefährten zu gleichem Thun, bis er plötzlich den Boden unter sich 'chwinden fühlte. Im nächsten Augenölick schon klatschte er wuchtig mit seiner wohlgerundeten Vorderseite wie auf ein weiches Daunenbett in die voraus gekollerten, pulverig zerbröckelten Schnechügcl, andrer eisig nasser Staub schüttete sich von oben über ihn her. der Firn knirschte und kreischte, und er empfand mit inniger Genugthuung, daß sich .nichts mehr unter und neben ihm bewegte. Die Expedition war zum Stillstand gekommen. Mit energischen Rucken befreite er sich unter Zähneklappern und Gezappel wie ein gebadeter Pu'del aus dem Schnee, in dem er halb vergraben stak, und -ab, daß zu gleicher Zeit zwei andre Körper sich ebenso ihrer kühlen Umgebung entwanden. Dann blickte er um sich. Nun war ihm klar, was geschehen. Die kleine Lawine sammt ihrem touristischen Inhalt ruhte wohlbehalten in der von ihr weich ausgepolsterten Randkluft des Kubglstschers. An sich war das kein so übler Ausenthalt. Eine hell wie ein Spiegel glänzende, zehn bis zwölf Fuß hohe Gletscherwanö aus oer emen, etn evenio weit davon entfernter blitzblank gefrorencr Berghang auf der andern Seite, am Boden der weißfunkelnde Schnee, darüber der tiefblaue Himmel daö Ganze in heißen Sonnenstrahlen glühend und triefend so zog sich die Randkluft rechts und links als Saum am Hermelinaewand der Firnjungfrau hin. Weiter gehen konnte man in ihr mcf)t. Denn über die Stelle hinaus, wo die kleine Lawine geendet und die Schlucht zum großen Theil ausgefüllt hatte, war der Eisgraben weit tiefer, von schmelzendem Gletscherwasscr erfüllt und don überhängenden Firnwölbungen bedroht. Vor allem müssen wir hier hin--''" fte Martin SieHnpfeB

tiefsinnig nach einer langen Weile des Nachdenkens. Wir müssen aus diesem Bergschrund heraus. Kröpf hauen Sie einige Stufen! Dann sind wir gleich oben!" Womit denn?" fragte der Kröpf und zeigte den abgebrochenen Stiel seines Eispickels. Das einzige Werkzeug, mit dessen Hilfe sie entrinnen konnten, war verloren! Sie staken bis auf weiteres in ihrem Gletscherkäfig fest, bis Hilfe kam... Und die war ja sicher zu erwarten! Es sei ja noch ganz früh am Tag, meinte der Alte und rieb sich die von der Thalfahrt schmerzenden Beine. Herr Doktor Schnccvogt, der jedenfalls den üblichen Umweg beim Abstieg gemacht, werde sicher in einer Stunde unten sein und natürlich vom Gletscher aus sofort die breite Lawinenfurche über der Randkluft bemerken. Dann wisse ein so berühmter Alpinist schon Bescheid und fände ohne weiteres den Weg zu ihnen. Bei diesem Gedanken kam neues Leben in den' Erbauer der Thörlihütte. Er sprang jählings empor. Ich will fort!" schrie er. Kinder... ich will fort, ehe dieses Ungethüm. dieser Schneevogt, von neuem hinter mir her ist. Ich hab' diese Parforcejagd satt! Ich ich bin doch kein Fußball, den man sich willkürlich zuschleudert, mal auf die Spitze hinauf, mal in eine Randkluft hinein. Ich bin doch ein denkendes Wesen! Ein Sektionsvorstand! Ein preußischer Oberlehrer! Ich will fort! Ich werde auf Ihre Schultern sieigen. Kröpf! Vielleicht erreiche ich den Rand und ziehe Euch nach." Aber als nach vieler Mühe daL Cirkuskunststück gelungen war und die kleine korpulente Gestakl des Oberlehrers auf dem hageren Achselpaar des alen Führers balancirte. erwies sie sich als zu kurz. In ihrem vergeblichen Emporstreben verlor sie das Gleichgewicht. Die beiden Akrobaten kamen in's Straucheln, und ehe sie sich versahen, saßen sie wieder brüderlich nebeneinander im Schnee der Randkluft. Da helfe schon nichts, meinte der Kröpf topfschüttelnd. Da heiße es warten, bis der Herr Schneevogt käme. Und dann? Martin Siebenpfeiffer schloß die Augen. Ihm war unendlich wehe im Kops und Magen. Die letzten Sektgeister empfahlen sich kichernd auf Nimmerwiedersehen, und an ihrer Stelle wuchs es drohend empor, grau und grimmig. Die Vorboten eines Katzenjammers von alpiner Größe pochten an seine schmerzende Hirnschale. Schlimm ist schon der Kater eines trinkfesten Mannes, schlimmer der eines Abstinenzlers, der sein Gelübde brach am schlimmsten aber das graue Elend in einer sonnendurchglühten. triefenden Randkluft, mit der bestimmten Aussicht, entweder in einer Stunde oben auf dem Ferner in Heller Gottessonne von dem erzürnten Bergathleten wie ein Huhn abgewürgt zu werden oder, wenn sein Opfer sich für diese Wendung seiner Tiroler Abenteuer nicht zu erwärmen vermochte, bis auf weiteres häuslich in dem Bergschrund sich einzurichten. Er blickte empor zu dem blauen Himmel, von dem oben über den Kluftrand her die weiße Spitze des Wilden Dirndls" neugierig hereinlugte, als wolle die Schöne sich überzeugen, daß ihr Freier auch wirklich hinter Schloß und Riegel sei. Tann ballte er den Schnee neben sich in der Hand und kühlte damit, die Augen schließend und tief aufstöhnend, sein hämmerndes Haupt, um das der Aschermittwoch des Katzenjammers immer greulicher seine Trauerflore spann. Und der Magen erst! Der schmollte ihm wie ein zu Unrecht gekränkter treuer Freund. Sein Körper war ein einziger grüner und brauner Fleck, seine Seele müde und matt. Die Sonne brannte boshaft auf ihn hernieder, die Glescherwasser ließen ihm eisige Thaurropfen in das Genick fallen, der Schnee, auf dem er saß, verwandelte sich immer mehr in einen sibirisch kalten Brei und aus der Ferne nahte wohl schon, unerbittlich wie das Schicksal, mit blinkender Waffe sein Würger. ,.O weh!" sprach er gedämpft, als fürchtete er sich, das eigenthümliche Bohren zu vermehren,' mit dem jede einzelne Haarwurzel seines DenkerHauptes aus ihrem natürlichen Nährboden herauszustreben schien. O weh! O weh!" Und in halbem Traumzustand setzte er hinzu: Jetzt wird mir allmälig klar, was ich bin! Ich bin keine problematisch? Natur ich bin kein Uebermensch. bin kein Stanley und kein Hamlet, ich bin kein psychologisches Räthsel sondern ganz einfach ein Esel... (Fortsetzung folgt.)

Nitroglycerin im Schlüss e l l o ch. Bei dem Versuche, die Thür ciner Kasse zu öffnen, welche Einbrecher zu sprengen versucht hatten, trugen zwei Angestellte einer Bank in Earlos, Minn.. und ein Sachverständiger schwere Verletzungen davon. Im Schlüsselloche war etwas Nitroglycerin zurückgeblieben und kam bei den Oeffnungsversuchen zur Explosion. In einem Londoner Kürschnergeschäft wurdeein Rock fertiggestellt, der aus 1200Hasen ohren zusammengenäht ist.

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