Indiana Tribüne, Volume 30, Number 52, Indianapolis, Marion County, 23 October 1906 — Page 6

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.rr mi ' Jndiana Uribn,z, Oktober 1906

NürKenKchmersen und Hüktweh.

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Der verschollene Satte. Kriminal-Skizze von Joses Lutz. .Ah Tu bist's. Fritz?" sagte der

Assessor, von seiner Zeitung aufsehend, als Doktor Weidenhammer ihm im Caf6 die and auf die Schulter legte, ..guten Tag. Du hast Dich schon lange nickt mehr sehen lassen." i Dev Arzt, ein schlanker ernster 1 Manrr in der Mitte der dreißig, nahm neben dem Assessor Hohenfließ Platz und bestellte bei dem des Auf- , träges harrenden Kellner einen Mocca. Lieber Freund, ich habe Dich aufgesucht, um Deinen Rath in einer sehr wichtigen Sache zu erbitten. Zunächst theile ich Dir im Vertrauen mit, daß ich mich gestern verlobt habe." Der Assessor sah mit seinen schar??n, durchdringenden Augen den reund verblufft an. Du hast Dich verlobt? Habe ich wirklich recht gehört? Du, der Weibereind?" Ja doch,- sagte dieser mit einem glücklichen Glanz in den ernsten dunklen Augen, Du darfst es schon glauben. Aber ich weiß doch so gut wie Einer, daß Du eine gewisse junge Dame nicht vergessen konntest, die Du vor mehr als zehn Jahren, als Dir noch erst der Flaum auf den Wangen protzte, so übermenschlich geliebt hast und dann nichts mehr von dem falschen Geschlechte wissen wolltest, als Ne Dir die Treue brach und einen Anderen heirathete." Nun, dann nimm einmal an," entgegnetc der Arzt mit einem Lächeln, das ihn sehr jugendlich erscheinen l:eß, ich habe mich mit eben dieser Dame verlobt." ..Fritz, bist Du bei binnen?" Höre, lieber Freund. In der T at habe ich Sust nie vergessen können und hätte meinen Schwur, niemals ein Weib mehr anzusehen, treulich gehalten, obwohl ich eigentlich im Laufe der Jahre milder über sie dachte. Ich hatte so manches ersahren, das mich zu der Ueberzeugung brachte, daß sie damals nicht anders handeln konnte, den Verhältnissen nach, die zu Hause geherrscht, als zuch ihrer weichen, selbstlosen Natur nach, die sie eben zu dem entzückend sanften hingebenden Wesen machte, das ich so überaus liebte, dem eben naturgemäß die Kampfkraft fehlte. rf) konnte ihr Bild nicht aus dem Herzen reißen, das trotz der zehn ahre seit der Trennung nicht verblaßt war. Da traf ich vor drei ochen ganz unvermuthet mit ihr zusammen, ich hatte für einen Collezen die Vertretung übernommen und zejuchte m dessen Namen eme Frau Wildenroth, ohne zu wissen, daß diese keine andere als Susi sei, sie war erst oox kurzem nach hier übergesiedelt und hatet keine Ahnung, daß ich ebenalls hier lebte. Das Wiedersehen war recht peinlich im ersten Moment, !ch gewann jedoch bald meine Fassung wieder und dachte nur an meine Pflicht als Arzt, indem ich die Veri.angenheit Nicht berührte, sondern nur meine Frage über ihre Unpäßüchkeit stellte. Meine Ruhe übte ihre Wirkung auf sie aus, wenn sie auch gänzlich verwirrt war. ging sie doch zuf meine Intention ein und so verlief das erste Beisammensein ohne Zrörterung über das Vergangene. Uls ich aber zum zweiten Maie kam. sprach sie von selbst darüber. Sie erzählte mir schlicht und ergeben, wie sie von ihren Eltern gezwungen Vnrde. mich aufzugeben, der damals aoch ohne gesicherte Existenz war und Den reichen Mann zu heirathen, der ihren verschuldeten Vater vor dem Bankerott rettete. Die Ehe war nicht glücklich, Wildenroth war eine zxcentrische Natur, brutal und unbeständig, er vernachlässigte sie bald und drei Jahre nach der Heirath verth er sie, indem er eine abenteuerliche Reise in das Innere von Afrika unternahm. Seit sieben Jahren ist er verschollen, nicht ein einziges Lebenszeichen hat er seiner Frau zuehen lassen und nach dem, was mir Susi erzählte, glaube ich mit ihr annehmen zu müssen, daß er nicht mehr im Leben ist. Das ist nun die Sache, über die ich Deinen juristischen Rath :rbitte. ich bin entschlossen, die alleinstehende Frau des Verschollenen, die eines männlichen Schutzes nicht entbehren kann, an mich selbst zu fesseln, auch sie hat mich nicht vergessen und ich glaube ihr gerne, daß sie keine Stunde des Glückes genossen, seit sie mich verlassen. Ich möchte mich also mit ihr verbinden, zuvor aber muß eine Todeserklärung ihres Gatten erfolgen, ist das nun möglich?" ..Vor sieben Jahren ist er fortgezangen? Weiß Deine Braut, wo er in Afrika zuletzt gesehen wurde? Man müßte dort erst Nachsorschungen anstellen. Nein, das weiß sie nicht, er hatte ihr nichts über Ziel und Zweck der Reise gesagt, es war eine abenteuerlustige, excentrische Tiuluz, seine Familie scheint reich an solchen Käuzen zu sein. Susi erzählte mir. ein Vetter ihres Mannes, den sie selbst nicht gekannt, von dem sie aber viel gehört, sei ein ebensolcher Abenteurer gewesen. der wegen ebensolcher Streiche Europa habe verlassen müssen und irgendwo in fremden Welt- ! theilen sein schlimmes Leben fort-

setze. Jh? Mann ging 1898 im Frühjahr nach Afrika, seine letzte Nachricht kam aus Hamburg, im Sommer berichteten die Zeitungen von einem Ueberfall einer Expedition im Innern des schwarzen Erdtheils, Susi fürchtete damals und glaubt es noch heute, bei dieser Expedition sei Wildenroth gewesen, sie erkundigte sich gleich nachher, ob er dabei gewesen, konnte aber nichts Bestimmtes ersahren. da es eine französische Expedition war, es soll ein Franzose Namens Villerove dabei gewesen sein, der Name würde vielleicht auf Wildenroth deuten können, doch war nichts sicheres zu erfahren. Die Expedition war aus Abenteurern zusammengesetzt gewesen, die auf eigene Faust gehandelt, ohne mit den BeHorden in Verbindung zu stehen." Weißt Du was. Fritz? Die Sache inressirt mich, führe mich doch zu Deiner Braut, damit ich selbst alles von ihr erfahre. Ich glaube, Du hast Aussicht, in nicht zu langer Zeit an Dein Ziel zu kommen. Wann könnte ich mit Dir zu ihr gehen?" Heute Abend um sieben Uhr, da wollte ich zu ihr." Wenn Du also erlaubst, suche ich

Dich vor sieben Uhr auf und wir i gehen hin. Gut, ich erwarte Dich." Am selben Abend saßen die beiden Freunde im Salon der Dame, einer anziehenden Erscheinung im Alter von kaum dreißig Jahren, deren große braune Augen viel Kindliches, sanft hingebendes an sich hatten und die in einem reinen vollen Glücke strahlten, wenn sie auf dem neben ihr sitzenden Geliebten hafteten. Der Assessor ließ sich von ihr alles genau erzählen, was damals vorgegangen, ließ sich auch den letzten Brief aus Hamburg zeigen, und war eben damit beschäftigt, die zu unternehmenden Schritte darzulegen, als es draußen an der Entreethüre klingelte. Gleich darauf kam ein Mädchen herein und flüsterte der Frau des Hauses zu: Es ist ein Mann draußen, der Sie unbedingt sprechen will, er sagt, es sei sehr wichtig." Frau Wilderroth erhob sich und verließ das Zimmer. Einen Augenblick später vernahmen die Zurückbleibenden einen lauten Aufschrei, den nur die Dame ausgestoßen haben konnte. Der Arzt sprang auf und eilte hinaus, ihm auf dem Fuße folgte der Assessor. In dem hellerleuchteten breiten Korridor fanden sie Frau Wildenroth ohnmächtig auf dem Boden liegen, vor ihr stand ein Mann in zerlumten Kleidern, das sonnenverbrannte Gesicht von einem ungepflegten verwilderten Barte eingerahmt. Doktor Weidenhammer trug die Ohnmächtige mit Hilfe des ebenfalls herbeigeeilten Mädchens in den Salon, während der Assessor sich zu dem fragwürdigen Menschen wandte. ..Wer sind Sie? Was haben Sie mit dieser Dame zu thun?" Wer ich bin," war die brüske Antwort, das wird Ihnen diese Dame schon sagen, wenn sie zu sich kommt. Und was ich mit ihr zu thun habe? Ei sehr viel, dächte ich, diese Dame ist meine Frau!" Sie sind " Arthur Wildenroth!" Der Assessor sah scharf in die von einer heißen Sonne gebräunten, von Entbehrungen oder von Lastern stark mitgenommenen Züge, aus denen ein paar tief in den Höhlen liegende Augen wie die eines Raubthieres tückisch hervorsahen, die dem scharfen Blicke des Justizbeamten aber nicht Stand hielten. ..Treten Sie ein," sagte Hohenfließ und wandte sich nach der Thüre des Salons, um in denselben einzutreten. Doktor Weidenhammer war mit der ohnmächtigen Geliebten beschäftigt, der Assessor wandte sich, als er sah, daß die Dame noch in tiefer Ohnmacht lang, zu dem so unerwartet heimgekehrten Gatten und bemerkte, wie dieser die schöne Frau nicht eines Blickes würdigte, dagegen mit einem versteckten Interesse dre Einrichtung des Salons musterte. Sie kamen aus Afrika?" fragte ihn der Assessor. Ja, ich komme etwas spät nach kann aber nichts dafür. Meine Frau scheint sehr erschreckt darüber, ich habe sie vermuthlich in zarten Beziehungen gestört, sie wird sich die lange Zeit der Trennung wohl ein bischen verkürzt haben, hahaha. Mir ist es verdammt schlecht ergangen in diesen sieben Iahren. ich habe lange Zeit in Gefangenschaft geschmachtet, habe mich dann befreit, kam aber so ziemlich aus dem Regen in die Traufe, mußte mich durch Urwälder und glühende Wüsten durchschlagen, bis ich endlich zu civilisirten Menschen kam." Sie waren bei der französischen Expedition, die vor sieben fahren niedergemetzelt wurde, unter dem Namen Villerove?" Ja, aber der Teufel hat mich nicht gleich damals geholt, wie die anderen Jungen, ich wurde von einem schwarzen Hallunken in Gefangenschaft geschleppt, als der einzige Ueberlebende." Der Assessor sah wieder ans den Freund, der sich um die leblos daliegende Frau des Abenteurers bemühte und richtete dattn wieder seinen durchdringenden Blick auf diesen. .Herr Wildenroth. Sie sehen selbst

welchen Eindruck Ihre plötzliche Heimkehr auf Ihre Frau Gemahlin machte und ich möchte hnen zum besseren Verständniß einige Worte sagen. Dieser Herr ist mein Freund. Doktor Weidenhammer, vielleicht haben Sie in früheren Jahren seinen Namen nennen hören, damals, als Sie diese Dame hier heiratheten, beide kannten sich nämlich vorher sehr gut. sie hatten sich sogar heimlich verlobt, doch führten sie damals die Braut heim. Durch einen Zufall kamen die beiden aber vor kurzem wieder zusammen, ihre Liebe war nicht erloschen, sie entzündete sich wieder auf's Neue und da Ihre Frau an Ihren Tod glauben mußte, verlobten sich die beiden zum zweiten Male und wollten heirothen, nachdem das Gericht Sie, den Verschollenen, für todt erklärt haben würde. Sie verstehen nun gewiß, wie niederschmetternd Ihre plötzliche Heimkehr auf die eben noch 'n ihrem Glücke schwelgende Frau wirken mußte." Kann ihr nicht helfen," sagte Wildenroth cynisch lachend, meine Rechte sind aber verdammt stichfest." Ohne Zweifel! Aber denken Sie an die Zukunft! Ihre Frau hat diesen Herrn schon vor Jahren innig geliebt und heirathete Sie nur aus Zwang. Sie thaten nichts, um ihr ein anderes Glück zu bieten, sondern verließen sie. Nach langen Jahren, als sie glaubte, Sie seien todt, tommt der Geliebte ihrer Jugend, die alte Liebe blüht mächtig wieder auf, aber wieder kommen Sie dazwischen, um die neue Blüthe zu zerstören. Sie werden ein gebrochenes Herz vorfinden. die Dame wird zu Grunde daran gehen, der jähe Wechsel ist zu stark. Wollen Sie das wirklich mit ansehen?" Was soll ich denn aber thun? Soll ich sagen: Grüß Gott! und

wieder davongehen und die zimperliche Dame mit ihrem, daö heißt, meinem Gelde zurücklassen? Kann das sehr nöthig gebrauchen, wie Sie sehen." Nun, dann nehmen Sie das Geld und. lassen Sie die Frau hier." Der Mann sah den Assessor scheu von der Seite an. Wie verstehen Sie das?" fragte er lauernd. Ich rede als Freund dieses Herrn und mache Ihnen folgenden Vorschlag: Sie nehmen das Vermögen der Dame, also das Ihrige, an sich und verlassen Europa, um nicht mehr wiederzukommen. Sie rühren sich nicht, wenn in den Zeitungen ein Aufruf an Sie erscheint, daß Sie sich melden sollen, andernfalls Sie für todt erklärt werden. Sie werden dann thatsächlich für todt erklärt, dadurch wird Ihre Frau frei und kann diesen Herrn heirathen. Das wird aber Ihnen nichts schaden, denn Sie haben das bessere Theil, das Vermögen." Wildenroth zuckte mit keiner Muskel. er 'h unstet hin und her und überlegte. Dann sagte er plötzlich: Hol mich der Teufel, ich bin nie ein Freund von langem Hin und Her gewesen Topp, es gilt, ich nehme das Geld und verduf." Schön," sagte der Assessor, ohne eine Miene zu verziehen, wollen Sie vielleicht die Güte haben, mir dieses Abkommen schriftlich zu bestätigen es ist nur für den Fall, daß Sie später wiederkommen und das Glück der beiden noch einmal stören." Der gefühllose Gatte sah den Assessor einen Augenblick mißtrauisch überlegend an, dann aber erklärte er sich bereit, dessen Verlangen zu erfüllen. Der Assessor brachte Tinte. Feder und Papier und diktirte dem Gatten der immer noch bewußtlos auf dem Sopha liegenden Dame eine Erklärung in die Feder, wonach er sich verpflichtete, einen anderen Namen anzunehmen und sich für todt erklären zu lassen gegen Herausgabe des Vermögens der Dame. Der Assessor griff dann nach seiner Brieftasche, entnahm dieser einen Hundertmarkschein und überreichte ihn dem gierig danach greifenden Abenteurer. Dieses ist ein Vorschutz, damit Sie gleich etwas in der Hand haben, ich denke, Sie verlassen uns jetzt lieber, wir werden morgen noch das Weitere besprechen." Parbleu. Sie sind ein gerissener Junge, Sie verstehen Einen merkwürdig gut. Ich empfehle mich gehorsamst." Damit verließ er den Salon. Der Assessor lauschte, bis er daö Zuschlagen der Entreethüre vernommen, dann wandte er sich zu seinem freund. Ich muß ihm nach, ich werde Dich heute nicht mehr sehen, erwarte mich morgen früh hier, wo Du jedenfalls zeitig nach Deiner Braut sehen wirst." Aber wie konntest Du mit diesem Menschen ein solches Abkommen treffen ich habe alles gehört. WaS nutzt uns das? Susi witzd" niemals die meine werden, solange dieser lebt, auch wenn er vom Gericht für todt erklärt wird." Ich habe jetzt keine Zeit, morgen früh erfährst Du alles. Das ist ja nur eine Finte." Am anderen Morgen erschien Hohenfließ wieder im Salon, wo er den Freund an der Seite der wieder zum Leben erwachten unglücklichen &jau fand, die wie gebrochen auf der

.yarsewnge lag unv oyne Verrrauen auf die Trostworte des Geliebten hörte. Gnädige Frau," sagte der Assessor, fassen Sie Muth, die Wolken sind vorüber, der Himmel Ihres Glückes ist wieder heiter. Sie dürfen hoffen." Aber wie kann ich das? Er ist wieder da, der mein Gatte ist." Haben Sie ihn sofort erkannt, ist die Aehnlichkeit zwischen dem Heimgekehrt! und dem vor sieben Jahren Verschwundenen noch groß?" Nein, er hat sich sehr verändert, ich erkannte ihn erst, als er seinen Namen nannte, Ähnlichkeiten sind aber vorhanden." Sagen Sie mal. " haben Sie den Vetter Ihres Mannes nie persönlich gekannt, von dem Sie mir gestern erzäblten?" Nein." Aber Sie haben gehört, daß er Ihrem Manne nicht nur der abenteuerlichen Seite nach, sondern auch dem Antlitz und der sonstigen äußeren Erscheinung nach ähnlich sah?" Ja. das haben mir andere versichert." Sehen Sie einmal diese Handschrift an. Ist das die Schrift Ihres Mannes?" Der Assessor überreichte der Dame das Schriftstück, welches Wildenroth am Abend vorher geschrieben. Das ist nicht die Schrift meines Mannes." Das wußte ich schon gestern Abend," sagte Hohenfließ gelassen, ich habe ja vorher den Brief Ihres Mannes aus Hamburg gesehen. Dieses Schriftstück habe ich nur deshalb diesem infamen Menschen in die Feder drktirt, um eine Probe seiner Handschrift zu bekommen." Wie?" rief Doktor Weidenhammer, wenn das nicht die Schrift Wildenroths ist, dann ist es am Ende gar nicht " Der verschollene Gatte!" ergänzte der Freund herzlich lachend, sondern ein Betrüger, der Euch beiden einen sehr schlimmen Streich gespielt haben würde, wenn nicht mein kriminalistisch geübtes Auge über Euch gewacht hätte. Ich habe sofort auf den ersten Blick den Verbrecher in ihm erkannt und ihn mit Bedacht in die Falle gelockt, in die er in seiner Geldgier blind hineinging. Ich ging ihm nach, als er das Haus verlassen und nachdem er in eine Restauration eingekehrt, ließ ich unseren geriebensten Geheimpolizisten holen, der sich dann zu ihm gesellte und unter der Maske eines Spießgesellen bald alles aus ihm herausbrachte. Es ist ein Abenteurer, kein anderer als der Vetter des Verschollenen, der von dessen Verschwinden vor sieben Jahren Kenntniß hatte und diese Kenntniß nun für seinen Zweck ausnützen wollte. Der dem der bald völlig Berauschte dies alles erzählte, verhaftete ihn dann und führte ihn mir heute in aller Frühe vor. Der Elende war völlig niedergeschmettert, als er in mir. dem stellvertretenden Untersuchungsrichter, denselben Mann erblickte, der ihn so schön in die Falle gelockt. Es war mir ein Leichtes, ihm ein Geständniß abzuringen, die Sache ist also zum Besten ausgeschlagen und ich bringe Euch von Herzen meinen Glückwunsch dar. Eure Verlobung ist gesichert. Ihr dürft dieselbe getrost veröffttitlichen und könnt den Tag der Hochzeit festsetzen, auf wann Ihr wollt, es steht nun nichts mehr im Wege." Aber die Todeserklärung muß doch erst stattfinden wir sind doch nicht sicher, daß Wildenroth todt ist." warf Doktor Wildenhammer ein. Er ist todt, sein Vetter weiß Bestimmtes darüber, da er an jener Expedition theilgenommen und mit eigenen Augen sah. wie jener niedergeschlagen wurde. Sein Zeugniß macht die Todeserklärungsformalitäten unnöthig und daß er dieses Zeugniß rechtsgültig ablegt, dafür habe ich gesorgt. Ihr könnt noch 1 etwas dazu thun, indem Ihr ihm eine . . , r r. ri fY L größere feumme zur Verfügung neui, sobald er aus der Haft entlassen wird, viel können wir ihm nicht anhaben, da es nur bei dem Betrugsversuch geblieben ist, er ist aber der Schmied Eures Glückes, wenn er es auch nicht gewollt hat, er verdient also schon eine Belohnung." W nn er flammt der Name Spanferkel"? So bekannt der Ausdruck Spanferkel für das gebratene Saugschwein ist, so unklar ist den meisten Leuten die Ableitung dieses Wortes. Sie ergiebt sich leicht, wenn wir ein paar hundert Jahre zurückgehen. Da schreibt man einfach Panfercklein. der Anlaut ist erst in neuerer Zeit dazu gekommen. Panftrcklein ist ein Ferkel, das in der Pfanne gebraten ist. Spanferkel entspricht also ganz dem österreichischen Backhähndel". E i n unangenehmes Amt. Fremder (im Dorfkrug): Wer ist denn das da mit der rothen Nase?" Wirth: Einer von der Regierung, der die Wasserverhältnisse in dieser Gegend studiren soll." Fremder: Und der junge Mann, der bet ihm ist?" Wirth: Das ist sein Assistent, den hat er mitgebracht zum Probiren !-

Politische Ankündigungen. Dr. M. . eeth. Demokratischer Candidat für County Corover, empfiehlt sich den Stimmgebern von Marion County bei der Wahl am 6. November 1906. Stimmt für Robert H. Vryson, Republikanischer Kandidat für Auditor von Marion County. Wahl am 6. November 1806.

James E. Bcrrn, Demokratischer Candidat für Couuty Recorder, bittet um Ihre Stimme, er verspricht, wenn erwählt, ein wahrer Diener des Volkes zu sein. Wahl am ten November 1906. Dr. G. . Petersdorf, Republikanischer Kandidat für County Coroner, ersucht das Deutschthum um Unterstützung bei der Wahl am 6. November 1906. Stimmt für John M. Mendenhall, Republikanischer Kandidat für County Commifiär, des dritten Distrikt. Wahl am 6. Novem ber 1906. Stimmt für tonath . Quill, (gegenwärtiger Chef Deputy) Republikanischer Kandidat für Clerk von Marion County. Wahl am 6. November 1906. James . McCrossan, Demokratischer Kandidat für Sheriff von Marion County, bittet um die Stimme aller Steuerzahler bei der Zahl am 6. November 1906. Er ver spricht das Amt gewissenhaft zu verwalten. William T. Patte, Demokratischer Candidat für County Clerk, emvstehlt sich den Stimmgebern von Mario County bei der Wahl am 6. November 190 ; er verspricht, im Falle seiner Erwählung, di Pflichten deö Amtes treu zu erfüllen. Henry W. lausman. Republikanischer Kandidat für Surveyor von Marion County, empfiehlt sich den Stimmaebern zur gefälligen Berücksichtigung bei der Wahl am 6. Novem ber 1906. ..rank E. Vavin, Demokratischer Kandidat für Kongretz-Abgcordneter des 7. Distrikts, ersucht freundlichst alle Stimmgeber um Unterstützung. Wahl am 6. November 1906. Joseph ff. Clah, Republikanischer Kandidat für Sheriff von Marion County, bittet um die Stimmen der Deutschen bei der Wahl am 6. November 1906. Frank G. Kishback. Demokratischer Candidat für County Schatzmeifter, hat sich verpflichtet, Zinsen an den öffentlichen Geldern zu erlangen und dem County zu fliehen zu lassen. Unter dieser Verpflichtung bittet er um Ihre Stimme bei der Wahl am 6. November 1906. H l'5B3 Ueber das E n de eineS Trunkenbolds wird aus der NheinProvinz berichtet: In Rheydt bedrohte der Grundarbeiter Otten in angetrunkmem Zustande seine Familie mit dem Brotmesser, zertrümmerte verschiedene Gegenstände und verbrühte sein fünfwöchiges Kind schwer mit einem Topf voll kochenden Rochkohls. Auf Ersuchen der aus der Wohnung geflüchteten Ehefrau drangen ein Gendarm und ein Schutzmann in die Wohnung ein. Da der Rasende den Schutzmann mit einem Brotmesser verletzte, gab dieser einen Reoolverschuh ab. der den Arbeiter in den Unterleib traf. Otten starb im Krankenhause. An Cokes wurden in den Ver. Staaten nach der Angabe des oloqrschen Bureaus in Washington km Jahre 1903 volle 32.321.129 Tonnen, gegen 23,661,106 Tonnen im Jahre 1904 produzirt, eine Zunahme von 36.22 Prozent. Dies ist die grötzte Zunahme, die jemals in einem ein zigen Jahre erzielt wurde. Die Werthzunahme des Produkts war noch größer; sie stieg von $46,144. 941 im Jahre 1904 auf $72,476,196 im Jahre 1905 oder um 57 Prozent. Der große Aufschwung der Coke-n-dustrie war auf die außerordentliche Nachfrage zurückzuführen, welche durch die ungewöhnlich große Eisenund Stahlproduktion hervorgerufen wurde. R af sl n t r t. Konnten Sl den Spitzbuben denn nicht mehr erwischen?" Bewahre; nur einen Hammer habe ich ihm aus dem Fenster nachgeschleudert 'md den hat er auch nocb mitaenommen!"