Indiana Tribüne, Volume 30, Number 50, Indianapolis, Marion County, 20 October 1906 — Page 3

Jndiana Tibüne. 2 Oktober 1906

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Orkan Aus der Insel Cuba wüthete mit großer Gewalt und verursachte großen Schaden.

Kriegsschiffe mit Turbinen in Gunst. Raubmord. -Bou weiblichen Banditen beraubt Seine drei Frauen ängstigen ihn Frommer Mann derführt eine Frau. Scharfe Ordre des Präsidenten. Erdbeben verursacht Aufregung Kechs Kinder zu Waisen geworden. HalbmillioN'Dollars Feuer.

Wüthende : Orkan todte. , Western Union Cabel.) New York. 19. Oktober. Des Abends trafen endlich Nachrichten von Havana über den gestern und die letzte Nacht wüthenden Sturm bei der Insel Cuba ein. Mehr als hundert Per onen wurden bet dem schrecklichen Orkane in Havana und der nächsten Umgegend getödtet. Die ganze ameri' änliche Flotte war stark bedroht und der Kreuzer Brooklyn" wurde von einen Ankerketten losgerissen und an'S Land trieben. Von den btsher be kannt gewordenen Todesfallen waren 94 Eubaner, und 16 fremdländische Bürger. Im Militärlager Columbia" wur den über tausend Zelte von dem Sturm umgeweht und von vielen Gebäuden die Dächer abgerissen und ein Soldat tödtlich verletzt. Als oer Orkan seine arökte Stärke mit 80 Meilen Schnelligkeit per Stunde , entfaltete, wackelten sämmtliche Ge bäude in Havana sehr bedenklich und die meisten Schornsteine stürzten ein und die Schilder. Hausverzierungen und alle Gegenstände, welche nicht niet. und naoelfe waren, ttoaen in den Straften umber. Aus dem Innern br Insel find bisher noch keine Nachrichten hier ein. getroffen, aber man befürchtet, daß auch dort der Orkan mit unheimlicher emalt aemütbet und aroken Sckaden f...n rtttrt.rMi hn n hn iSsln MVVkUM Hf).ity.. f v) 'V'! " I har m4tt. critiwa Hiitrhun .Ult V AVtVIU SW1 W I alle Eeael. und Dampfschiffe sehr stark beschädigt und große Geldverluste der ursacht. Quartiermeifter be richtet. W a s h i n g t o n, D. C., 19. Okt. Quartiermeifter Geo. Humphrey erhielt vom Quartiermeifter Baker aus Ha vana folgende Depesche: Eubane" langte heute früh 7 Uhr hier an und ftieß auf schweres Wetter, Der Vordermaft ift verloren, der Top deS Hauptmastes fortgerissen. Nie mand verletzt. Viel Bieh verletzt und getödtet. Volle Einzelnheiten später. Sine ganze Insel der. f l u t h e t. Miami, Fla., 19. Oktober. Eapitün Bravo berichtete heute Nach. mittag den Untergang des Dampfers Si. Lucie". Er meldete zugleich, daß er gestern 25 Meilen südlich von Miami, auf der Lee-Seite von Elliottö Key, ankerte, und gleich darauf eine Fluthwelle die Insel überfluthete. Er sagt, daß sämmtliche 250 Bewohner der Insel umkamen. Die ..St. Lucie wurde von derselben Welle zerschellt und . w i nn er r an w oon oen iuu klonen an wmm kamen 25 um's Leben. Capitän Bravo ift schwer verletzt. Eine Barke, auf welcher ftch hundert Personen befunden haben sollen, wurde in ElliottS Key vom Ankerplätze gerissen und 50 Paffagiere wurden über Bord Spult. Mit militärischen Ehren begraben. R i ch m o n d, Ba.. 19. Oktober, Frau Jefferfon DaviS wurde heute unter militärischen Ehren begraben. Rev. Forsyth und ev. Dr. Segel hielten die Leichenreden. Haubitzen feuerten Trauer-Salut und zwei Com pagnien Infanterie gaben am Grabe Salven ab. Unter den Blumenstöcken befand sich auch ein solches vom Präsidenten Noofe velt. Hornist Sowardin blies das Todten. Signal, welches er bei der Beerdigung oeö Präsidenten DaviS und des Fräu letnö Winnie DaviS geblasen hatte. Siaubmord. NorriStown, Pa., 19. Okt. Der 38 Jahre alte Frank Smith, ein Mitglied der WellS'schen Zigeuner w . k. . a . c w . . c oanoe, wuroe gestern von Nauoern er schössen, doch fand man die Leiche erst bei Tagesanbruch. Kurz vor 2 Uhr ging .Big Toe"

Wells aus seinem Zelte, um Waffer für seine Frau zu holen, als er von zwei Maskirten angefallen und unter Bedrohung mit Revolvern zur AuSlie ferung feines Geldes aufgefordert wurde. Sie durchsuchten seine Taschen und nachher auch das Zelt, fanden aber wenig Geld. Smith, der mit Frau und zwei Kindern im Wagen schlief, erwachte von dem Lärm und erhob sich. um nachzusehen, was los fei, war aber noch nicht aus dem Wagen gesprungen, als die Rüuber schon auf ihn schössen, ohne ihn zu treffen, worauf Smith

i'iom Lager wegrannte. Di? Räuber entfernten ncy edensaus, und die ande n Zigeuner glaubten. Smith habe fie verjagt, bis fie um 5 Uhr Morgens feine Leiche 75 Yards vom Wagen fan den. Er war durch den Hals geschos sen und die Schlagader verletzt worden. Smith'S Frau sagt, daß ihr Mann $200 bis $300 bei sich hatte, und die - seS Geld ist verschwunden. Von weiblichen Bandi ten beraubt. O m a h a. Neb., 19. Okt. John Layson, ein reicher Holzhändler von Mina. Ark., wurde gestern Nacht in seinem Zimmer im Parton Hotel von einem weiblichen Banditen auSgeplün i 4. ctm am c ( r - 0en- m oeno ane ay,on oas Theater besucht und dann später im fc se det Bezahlung setner Recy nung eine große Rolle Papiergeld blicken lassen. Vermutblich hatte die Räuberin das Geld gesehen und war ay,on nach oem yotel gefolgt. UiiuD nd er stch in seinem Zimmer entkle! dete. vernahm er plötzlich det. drohen den Ruf: ..Die Hände hoch!" und als er ftch überrascht umwandte, sah er in die Mündung eines Revolvers in der Hand einer kleinen Frau mit schwar zem Haar und dunklen Augen. Sie zwang ihn, in einer Ecke des Zimmers, mit dem Gesicht gegen die Wand ge kehrt, sich ruhig zu verhalten, während fie feine leider und seinen Handkoffer durchsuchte und Geld sowie sonstige Werthsachen an fich nahm. Mit dem Raube bewerkstelligte fie unbeläftigt ihr Entkommen. Seine drei Frauen üng st i g e n i h n. u n i o n t o w n, Pa., 19. Okt. a8 z Butter, welcher im hiesigen Gefängniß seinem Prozeß wegen Biga. mte entgegensteht, ließ den Distrikts, Anwalt T. H. Hudson ersuchen, seinen m folalö al8 möglich aufzurufen, da stch schuldig bekennen werde, um m rcincn Flauen gegenüberstehen zu müssen. Butler ift beschuldigt, seine Frau mit zwei Kindern vor drei Jen verlassen und am 16. April 1994 ein 18jährigeS Mädchen in Pen. facoIa, Fw., geheirathet zu haben, mit btai tt naS) Pjttghurg zog. Nachdem m m erfuhr, daß Butler tlm Fau No. 1 mit Kindern habe, verschwand dieser. Beide Frauen kamen m 20. Januar 1906 zusammen und beschlossen, den Ungetreuen gerichtlich zu verfolgen. Dieser aber kam nach verschiedenen Kreuz und Querfahrten nach BrownSville und heirathete vor Kurzem zum dritten Male. Nach weni. Tagen ließ er die dritte grau auch un nsl PittSburg. wo ounttz-Detekttv Alex. McVeth den Vielgesuchten endlich faßte und nach BrownSville zurückbrachte. Negerg reisenweiße Frauen an. Montgomery, Ala., 19. Okt. Sroße Aufregung herrscht hier über den kriminellen Angriff, welchenZder Neger Herman Thompson auf die kleine 10 Jahre alte Weiße Eallie Belle Cain ausführte. Der Sheriff iß mit seinem Gefangenen abgereift, ehe ftch ein Mob ansammeln konnte. Mobile, la., 19. Okt. Die eiße Frau HumphreyS. 23 Jahre alt, I . . ' wurde tn Pterce, Ala., durch einen Neger kriminell angegriffen. Ein Mov fttzf dem Flüchtling auf den ' Fersm.

Frommer Mann verführt eine Frau. Detroit, Mich.. 19. Okt. Paftor Pal Bard. lutherischer Geistlicher, Linguist. Musiker, Graduirter der Heidelberger Universität nnd eine der

Säulen der deutsch'amerikanischen Kolonie in Detroit, hat eine Bombensen sation erregt, indem er mit Frau Carl Lehner, einem angesehenen Mitglied des exklusiven Arion Gesangvereins. nach New York durchgebrannt ift. Der fromme GotteSmann hat hier feine Gattin zurückgelaffen, die über die Neigung ihres Gatten zu der anderen" höchst erbauliche Geschichten zu erzählen weiß. Um das Verschwinden der Frau Lehner trauert deren tiefgebeugter Gatte. Bard und Frau Lehner gehörten zu den Leuchten im Gesangverein ..Arion" und kamen als solche mit einander in immer intimere Benebunaen. Bard stattete der Frau in ihrem Hause tüg liche Besuche ad, um ihr Unterricht in der Instrumentalmusik zu geben, und Lehner, der seine Frau anbetete, glühte ordentlich vor Stolz, wenn Ehrwür den" ihm gegenüber lobte, waö für eine gelehrige Schülerin er an seiner Gattin habe. Wollen Nachforschungen halten. Birmingham, Ala., 19. Okt. Sheriff Burgin hat sich an den Gou verneur gewandt, damit dieser eine Commission ernenne, welche der Ursache deS gestrigen Feuers nachforschen soll, bei welchem 10 Personen um'S Leben kamen, da die Umstände sehr mysteriös sein sollen. Sheriff und Coroner arbeiten zusammen. Scharfe Ordre des Prä. s i d e n t e n. El R e n o. Ind. Terr., 19. Okt. Generalinspektor Garlington von der Bundesarmee hat von dem Präsidenten Roosevelt eine an daS hier ftationirte Bataillon des 25. BundeS-Jnfanterie. Regiments (Negertruppen) gerichtete Ordre erhalten, welche besagt, daß die Mannschaften die Namen derSoldaten. die bei den kürzlichen Ruhestörungen in BrownSville, Tex., dem früheren Gar nisonSplatz des Bataillons, betheiligt waren, den Behörden nennen sollen. Im Weigerungsfalle wird dem ganzen Bataillon mit schimpflicher Entlassung gedroht. Der Generalinspektor Gar lington traf vor kurzem von San An tonio hier ein. nachdem er die Vor günge in Brownöpille untersucht hatte. Erdbeben verursachtAuf. r e g u n g. Soda Spring s. Jdaho. 19. Okt. Gestern Abend gegen 7 Uhr wurde im südöstlichen Jdahoe ein Erd beben wahrgenommen welches 30 Se künden dauerte. Ernstlicher Schaden ift bisher nicht gemeldet worden, doch befindet sich die Bevölkerung, besonders in der Umgebung von Montpellier in größter Aufregung. Haldmillion Dollars Feuer. A l t o o n a, Pa., 19. Okt. In dem neuen fünfstöckigen Gebäude von Oliver Rothert brach heute Feuer aus und dasselbe wurde vollständig er stört. DaS Theatergebäude von I. C. Mischler wurde ebenfalls zerstört und das im Bau begriffene Gebäude deS ElkS'OrdenS wurde durch das Feuer sehr beschädigt. Der Feuerschaden an diesen drei Gebäuden beläuft ftch auf über S500.000. Kriegsschiffe mit Tur. binen in Gunst. W a s h i n g t o n, D. C., 19. Okt. Marinesekretär Bonaparte hat eine Menge Angaben über die neuen britischen Kreuzer von der Klaffe der Jn nomitable", worin der TurbinenMa schinerie besondere Aufmerksamkeit ge schenkt wird, empfangen und der Ma rine KonftruktionSbehörde übergeb?n. Wahrscheinlich wird er seine persönlichen Befürwortungen, welche er in der Frage dem Kongreß in seiner bevorstehenden Sitzung bezüglich des Baue neuer Kriegschiffe zu unterbreiten gedenkt, auf die Berichte der Konstrukteure gründen. Die KonftruktionSbehörde hat, als ihr Turbinenmaschinerie zuletzt offerirt wurde, diese auS zwei gründen verwor fen. Erstens, weil in vertraulichen Berichten nachgewiesen worden war, die Turbine stehe als FortbewegungSma schine der Kolbenmaschine an Manö verirfühigkeit. einem der Hauptersorderniffe bei Schlachtschiffen, weit nach. Zweiten, weil die Schiffbauer für Schlachtschiffe mit Turbinenmaschinen 700.000 mehr per Stück verlangten als für solche mit Kolbenmaschinen, und weil da Marinedepartement be fürchtete, der Kongreß würde eine solche Mehrausgabe nicht genehmig.

Standard Oil Company schuldig befunden. F i n d l a v, O.. 19 Okt. Nach, dem die Geschworenen 32 Stunden tn dem Prozeß deö Staates Ohio gegen die Standard Oil Company ununter, brochen in Berathung gewesen waren, erschienen fie heute Morgen um fünf Uhr im Gerichtssaale und als der Ob mann derselben nach dem Verdikt ge fragt wurde, antwortete er: Schuldig der Verschwörung gegen den Handel durch Verletzung des Valentine Antt Truft.GesetzeS." Die Geschworenen wurden dann von Richter Banker entlassen, worauf der Anwalt der Standard Oil Company.

Herr Troup, dem Richter mittheilte. daß er im Namen seiner Klientin um einen neuen Prozeß in derselben An klage nachsuchen würde. Versteinerte Leichen. Philadelphia, Pa., 19. Okt. Eine eigenthümliche Entdeckung wurde vor etntaen Tagen gemacht, als die Leichen von Kapitän Richard I. Banks und dessen Tochter auS einem Grabe des Odd Fellow Friedhofes gehoben wurden, um nach dem Laurel Hill Friedhose beföcdert zu werden. Der Leichenbeftatter bemerkte nämlich als er die Särge aus der Gruft heben wollte, daß diese unnatürlich schwer waren. Eine Untersuchung ergab, daß beide Leichen in Stein verwandelt waren. ES ift dies um so eigenthümlicher, als Kapitän Banks erst zehn Jahre todt ift und feine Tochter nur ein Jahr früher starb. Eine Schwester des Berftorbe nen, Frau Henry Moffett, hatte die Ausgrabung der Leichen angeordnet, um tt tn der ffamlttengrun auf dem Weft Laurel Hill Friedhofe beisetzen zu lassen. Onkel Joe'öKongreßsitz wackelig. S t r e a t o r , Jll., 19. Oktober. Während einer Sitzung der Illinois Federation of Labor" wurde von meh reren etten preaer :ot tzannon als ein Gegner der Arbeiterschaft dezeichnet und eine Resolution entworfen, die zur Annahme gelangte. Dieselbe befürwortet John H. Walker, einen Gegenkandidaten Cannon'S, für den Kongreß. Gute Gngel. Das versöhnende Element zwischen X.- r nUotiohon n sTiorfnrPit tintt ; zu sein, zu uUJ. au v.rnmmn, 1Tr,fu;i0Ti nitanrn ishn i i,M,V wiitwtiuv uH..ja.w.T, ru eine schwere Ausgabe; und doch gibt es Menschen, die das Schicksal gerade wie absichtlich aus öiejen schwierigen Posten gestellt hat. Leider kommen ja nicht nur zwischen Freunden, Verwandten, sondern auch im Schoße der Familie bisweilen Verstimmungen. Meinungsverschiedenheiten. Trübungen vor, welche auszugleichen, wieder in die gewohnte Harmonie des Friedens zu wandeln, es einer weichen, linden Hand, großer Herzensgüte. Klugheit, feinen Takts und Zartgefühls bedarf. Nur guter Wille, die beste Absicht genügen oft nicht; ein geringes Zuviel kann mehr schaden als helfen, den kleinen, etwa nur durch ein MihverstäiVdnitz. zwischen zwei uns gleich lieben Menschen entsprungenen Funken entfachen, statt ihn zu löschen. Sich in die Angelegenheiten zweier anderer, auch unserer Nächsten und Liebsten, zu mischen, ist immer gewagt; und so wäre es ja wohl das beste, klügste und sicherste, sich jeder versöhnenden Vermittlerrolle zu enthalten, wenn das nur immer durchführbar urid nicht auch in den meisten Fällen doch harter Egoismus wäre. Und heiht es nicht im achten Gebot, wir sollen unsern Nächsten entschuldigen. Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren? Wie so mancher Ritz, der bis ins innnerste Leben geht, wäre vielleicht, durch gutlichen, liebevollen Zuspruch, da er noch eine kleine Wunde, noch nicht unheilbar war. zu heilen gewesen, doch es war kein guter Engel nahe, zu lindern, zu versöhnen, alles zum Besten kehren. Aber es wandeln nicht vieler solcher guter Engel unter uns Sterblichen, mild und geräuschlos, oft in unscheinbarer Gestatt, in rührender Selbstlosigkeit. Frieden wahrend, Unebenes glättend. Rauhes aus dem Wege räumend, Getrenntes einend; weit mehr gibt es Hände, bereit, Zwietrakcht zu säen, glimmende Funken zu schüren, Wunden bluten zu machen, zu trennen, statt zu biniden. Wer wäre nicht schon unter der Berührung solch grausamer Theilnähme zusammengezuckt? Und du. der du vom Schicksal dazu berufen warst. gefährdeten Frieden zu wahren, dräuende Schotten zwischen geliebten Menseyen zu zerstreuen, alles zum Besten zu kehren, laß dir genügen am Mitempfinden des Glückes anderer, denn auch das ist Glück, wie sonst auch dein Leben vielleicht sonnen- und freudenlos sein mag. Deine Fußspuren werden nicht verwehen, wie die selbstsüchtiger Manschen, und dein Andenken wird gesegnet fortleben im Herzn derer, deren guter Engel du gewesen

Dcks chinesische rpiumverbot.

Vor wenigen Wochen hat KaiserinRegentin Tze-hfi von China ihren nach Hunderten von Millionen zählenden Unterthanen das Opiumrauchen verboten. D. h. dies Verbot soll nach Ablauf eines Jahrzehnts in Kraft treten: bis dahin darf weitergeraucht werden. Das Allerhöchste Editt besitzt seine Tragweite besonders auf dem weltpolittschen Gebiete. Es zeizt einen vollständigen Erfolg der chinesischen Reformpartei und daneben wohl des janischen Einflusses; insoweit kann eS als Ausdruck des seit 1904 so mächrigen Gedankens: Ostasien für die Ostasiaten" betrachtet werden. Was weniger bekannt, der angefeindete Genutz ist ursprünglich keine chinesische Sitte, sondern dorthin erst im 17. Jahrhundert gekommen. Die Kultur des Opiums ist ursprünglich vorderasiatisch und verbreitete sich von dort weiter ostwärts, seit dem Beginn des 16. Jahrhunderts nach Indien und weiter der aufgehenden Sonne entgegen; die Ostindische Compagnie in London erklärte 1677 die Opmmeinfuhr in China für ihr Monopol. Der fragwürdige Ruhm, die Engländer auf die unbegrenzten ProfitMöglichkeiten des Opwmhandeks hingennesen zu haben, gebührt demObersten Warfon. Vor der britischen Eroberung Ostindiens betrug die Odi umausfuhr von dort nur etwa 200 Kisten im Jahre und befand stch überwiegend in porwgiestschen Händen. Kaum aber hatten Robert Clive und Warren Hastings das Reich deö Großmoguls den Segnungen der abendländischen Civilisation, d. h.: der rückhaltlosen englischen Ausbeutung, erschlossen, da hob der unftnbliche Kulturpionier Watson den Opiumexport nach China mit der Juaendkraft des geschäftlichen Naturburschen binnen wenigen Jahren auf das Fünffache. Um die Jahrhundertwende bettef sie stch schon auf 4000 Kisten jährlich. Lohnender war selten ein Kulturfortschritt. So eine Kiste wog anderthalb Centner. Ihre Produktionskosten betrugen knapp 28 Pfd. St.. der Verkaufspreis war sechsmal so hoch. Die Exporteure lachten stch in's Fäustchen. Der heidnischen Regierung in Peking aber wurde angst und bange. Um dem Volke die' cwilisatorischen Giftinjektionen vom Leibe zu halten, verbot ste im Jahre 1800 jeden Handel mit Opium bei schwerer Strafe. Die Engländer aber wußten stch natürlich zu helfen: Bei 500 Prozent Reingewinn fällt schon ein Bestechungsfonds für die Grenzwächter ab, und bald war der Opiumschmuggel in den südchinesischen Küstenstädten bestens oraanisirt. Ein ernstlicher Unterdrü4 'w im Jahr 1840 gl HHI " P w;fvr;. 55 des zweijährigen Feldzuges war. daß Hongkong englisch wurde und der Opiumhandel einen phänomenalen Aufschwung nahm. Im Jahre 1853 stieg er auf 35,000. im nächstfolgenden sogar auf 67.000 Kisten. Sich seiner zu erwehren, führte China in den sechzig Jahren noch zwei weitere unglückliche Kriege. Sie resultirten allerdings in der Beseitigung des Schmuggels, das heißt: der schändliche Handel wurde legalisirt. Im Jahre 1880 floß ein volles Sechstel der anglow'dischen Staatsemkünfte. über 25 Millionen Dollars, aus dem Opiummonopol. Das ohnmächtige China nahm schließlich seine Zuflucht zu einem Gegenmittel von verzweifelter Zweischneidigkeit. Zur allmählichen Lahmlegung der Einfuhr griff es zum Eigenbau. Es rechnete darauf, daß England, wenn oerHandel nicht medr recht rentire, auch nicht mehr so hartnäckig darauf bestehen werde, und daß man die provisorisch gemeinte EigenProduktion dann jederzeit wieder würde unterdrücken können. Diese Berechnung ist denn seither auch insoftrn eingetroffen, als die indischen Opiummonopolerträge infolge der chinestschen Jnlandscomurrenz auf die Hälfte gefallen sind. Der gänzliche Verzicht darauf bedeutet also für den angloindlschen Staatshaushalt heute eine viel weniger tiefgreifende Umwälzung, als vor zwanzig Jahren der Fall gewesen wäre, was seine politische rchführbarkeit beträchtlich erleichtert. John Morley. der Staatssckretär für Indien, konnte deshalb unlängst den Chinesen für den Fall, daß sie zur Ausrottung der Opiumpest d Initiative ergreifen wollten. Englands Unterstützung, selbst mit Opfern, in Aussicht stellen. Diesen einleitenden Schritt hat China nunmehr gethan. Das eingangs erwähnte katserl.iche Edikt weist die Centralbehörden rn, die erforoerlichen Maßnahmen zu treffen, um binnen zehn Jahren das Opiumrauchen im Reiche der Mitte zu unterdrücken. England kann also zeigen, daß es ihm Enrst ist mit seiner opferwilligen Unterftüungsbereitschaft. Die Stadt Straßburg ist seit Kurzem um eine soziale Wohlfahrtseinrichtung reicher. Es ist dorß ein Kellnerinnenhetm eröffnet worden, das weiblichen Geschäftsangesteliten gute und billige Unterkunft ge währt, besonders aber stellenlose Kellnerinnen einen angenehmen Auf enthalt und billige Verpflegung dar bietet.