Indiana Tribüne, Volume 30, Number 49, Indianapolis, Marion County, 19 October 1906 — Page 6

Jndiana Tribüne, 10. Oktober 1906.

6

Möbel, Teppiche, Ofen und ausausftattungen. Da neueste und vollständigste Lager sn Stadt. Die mäßigsten Preise, welch t ftk Waaren erster lasse verlangt wurden. Ein Besuch in unserem Bkausslokale wird sich für Sie bezahlen. Sie werden zuvorkommende Behandlung erhalten.

WILLIG'S 141 West Washiuglo Str. Beachten Sie unser Schaufenster für BtontagS oder Freitags BargamS. LEO LAND0, 142 R. Pennsylvania Skr Hmutqntter fr Brillen Operngläser Brillen werden nach den besten etboden den Augen angepaßt. künstliche Augen werden schmerzlos ew WWM, jjjtfjjj jjHHjj Cfl. Düsseldorfer... Da Bier, welche auf der eltauftellun zu St. Loui den Preis erhielt als Der Welt Standard Kör ollkommeuheit I Prnts und OuartK, Vaschen Tep't. Tel. b78 und 69. Indianapolis Brewing Co K. G. Sponsel ...Bäckerei... Zwetsche- d Apfel - Kuchen. 1030 Süd aft Etr. Buttn ingk m chier Pumpernicke fernste Roggenbrod Malzbrod Marttftand b und Columbia Vrocery o. Neun Telephon 9361. Nerzte. Dr. Paul F. Martin. Grkttscher Arzt nd hirnrg. SvrechSunden: 11.00 1. so 2 80 4.00 laglick Ssnnraa: uf Verabredung. Willoughby Gebäude, 84 crd Gertdtn cr.tz, Tel., Main 4414 tohnuna i ,rd Nero Jersey Etr. Televhon: Main ?: ftr Dr. Carl Q. Winter Deutscher Arzt. CaWtt alle akut und chrontschelrankbetli. Eveiiell RheumatiSmuS, Rettn, und Framu'Arankheiten. Office : 14 weft Ohio Straß. OfficeSwnden : 10-11 Bm. 34 m Vonntag : 9.3010.30 m. Tel. neu 4& ,HO : .S0 Madiso venn Telephone , lt. 2026. Keu, 9282. Dr. J. A. Sutcliffe, Wund -Arzt, Geschlechts-, Urin und Rectum Krankheiten, Office : 155 Oft Market St. Tel 941 Ctfkct .6tun lrt : t Ml Uhr Bai.; i feil 4 Uhr

WDWWWWWV IISBHB wiukiJiE' B 1 UDWM , t BkW yfEr F9kJta

Europäische Nachrichten.

Kessi?n-Sa?7mstadt. Darmstadt. Seinen 60. Geburtstag feierte der in allen hiesigen Kreisen bekannte und hochverehrte Musikdirektor Herr Hilge. Unlängst wurde in dem hiesigen Provinzial-Ar-resthause der Gefängniß - Oberaufscher Philipp Platz von zwei jugendlichen Gefangenen überfallen und mit einem Beil töotlich verletzt. Die Gefangenen nahmen ihm die Schlüssel ab und befreiten einige ihter Mitgefangenen, wurden aber noch, bevor sie in's Freie gelangen konnten, ergriffen und festgenommen. Alle Attentäter sirtd noch nicht 18 Jahre alt. Butzbach. In den Ruhestand versetzt wurde am 23. August d. I. der Gefangenaufseher an der Zellenstrafanstatt Butzbach Christian Schatonit. Mainz. Gelegentlich der Truppenschau in Mainz wurde vvn dem Kaiser dem Feldwebel Äoning der 8. Kompagnie Leibgarde" - Regiments No. 115 die Medaille zum Rothen Adlerorden verliehen. Nieder - Jngelheim. Der Gießmeister Henkel, welcher sich beim Heben eines schweren Gußstückes überanstrengte, bekam einen Blutsturz und starb sofort. Schotten. Dem israelitischen Religionslehrer Abraham Kaufmann in Schotten wurden die Rechte ' eines definitiv angestellteil Volksschullehrers ertheilt. W o l f s g a r t e n. Der Großherzog hat dem Schloßverwalter Heinrich Günther zu Wolfsgarten das Hofdienst - Ehrenzeichen für 25 Dkenstjähre verliehen. Wayern. München. Letztens stürzte in der Karlstraße 89 vom vierten Stock der Heizer Karl Stöckinger auf daö Pflaster und blieb mit zerschmettertem Schädel todt liegen. Die Leiche wurde in den öffentlichen Friedhof gebracht. Stöckinger, der erblindet war, beugte sich, auf einem Schemel stehend, zu weit zum Fenster hinaus, bekam das Uebergc.iicht und stürzte hinab. Der Verunglückte war Wittwer und stand im 73. Lebensjahre. Der Astronom der Sternwarte in Kiel und Privatdozent an der dortigen Universität, Dr. Großmann, wurde zum Observator der Commission für internationale Erdmessung bei der hiesigen Akademie der Wissenschaften ernannt. Bamöerg. Die 30 Jahre alte Lehrersfrau Horn hat sich durch einen Schuh in den Mund getödtet. Ntederreisbach. Eine h?er aufgefundene Leiche wurde als die des Oekonomensohnes Joseph Bernhard von Svechtrain, B.-A. Dingolfing, erkannt. Bernhard, der bereits mehrfach vorbestraft war, litt an Verfolgungswahn und hat unzweifelhaft in einem solchen Zustande sich erschossen. Regensburg. Professor Ludwig Pfroepffer, eine hier beliebte Persönlichkeit, ist in Bad Aibling, wo er Erholung suchte, gestorben. Schweinfurt. Auf der Staatsstraße zwischen Ober- und Untertheres wurde die 21jährige Dienstmagd Maria Gaß aus Untertheres ermordet aufgefunden. Die Leiche wies mehrere Stichwunden auf, die auf einen schweren Kampf zwischen der Ermordeten und dem Lustmördcr schließen lassen. T r a u n st e i n. Während der Mann im Wirthshause saß, ermorbete in Peterskirch a. d. Alz die Bäuerin Schmidt ihren 10jährigen Knaben, indem sie ihn erdrosselte. Der Knabe war ein außereheliches Kind. Würz burg. Wegen eines in den Glacisanlagen begangenen Sittlichkeitsvergehens wurde der volitische Redakteur des Fränkischen Volksblattes", Aloys Wothe, in Untersuchungshaft genommen. Z?Urttenrlerg. Bopfingen. Kürzlich ist hier die Nietzer'sche Leimfabrik niedergebrannt. Wie das Feuer entstanden, ist nicht aufgeklärt. Burleswagen. Hier fiel der Arbeiter Krauß, als er lagernde Bretter vor dem Hochwasser bergen wollte, in die Jagst und ertrank. Die Leiche ist gelandet. G e i s l i n g e n. Die hiesige Turngemeinde feierte dieser Tag ihr 60jähriges Gründungsfest. Großheppach. Das MutterHaus für evang. Kleinkinderpflegerinnen beging kürzlich sein 50jähriges Jubiläum in Verbindung mit dem 24. Jahresfest. Stadtpfarrer Drehmann in Giengen a. B. hat eine illustrirte Festschrift verfaßt, in der namentlich der verdienten Gründerin des Hauses, Frl. W. Canz (gestorben 15. Januar 1901), ehrend gedacht wird. Mit dem 50jährigen Jubiläum dürfen wieder eine Anzahl Schwestern auf eine 25jährige Wirksamkeit zurückblicken. Hall. Verliehen wurde dem Pfarrer Weißer, dem Dr. Richard Dürr und der Oberin des Diakonissenhauses Emma Weizsäcker, sämmtlich von hier, die Karl-Olga-Medattle in Silber. Herrenberg. Vor einiger Zeit beging die hiesige Trikotfabrik R. Vollmöller A.-G. ihr 25jähriges Jubiläum. Eine große Zahl Arbeiter und Arbeiterinnen, die ununterbrochen 5 iahre in der hiesigen Filiale be-

schäftigt waren, erhielten aus diesem Anlaß je ein Geldgeschenk. Plattenhardt. Kürzlich feierten die Maurer Michael und Friedrich Raith von hier das 25jährige Jubiläum ihrer Wirksamkeit bei Werkmeister Gottlob Wildmann hier. R e i ch e n b a ch. Der Anfangs der 40er Jahre stehende Bauer Joh. Schur von hier wollte seine Kalbel am Stricke ausführen; dabei wurde er von dem wildgewordenen Thiere umgerissen und derart getreten, daß er den erlittenen Verletzungen bald darauf erlag. W a l d s e e. In der Sattler'schen Brauerei ist kürzlich ein Brand ausgekommen, der die Brauerei fast vollständig einäscherte. Das Wirthschaftsund die Wohngebäude sind gerettet. Ueber die Entstehungsursache ist nichts bekannt. 133atftt. Karlsruhe. Dem Vorsitzenden des Karlsruher Thierschutzvereins, Kanzleirath Franz Käflein, wurde für seine vielseitige Thätigkeit im allgemei

nen Thierschutz die silberne Perner Medaille verliehen. D u r l a ch. Der Obermeister HkIrich von der Munitionsfabrik bei Wolfahrtsweier wurde verhaftet. Es soll sich um den unberechtigten Verkauf von Kupfer und Messing im Werthe von ca. 10,000 Mark handeln. H a s l a ch. Der Sohn des Ladwirths ff. Summ in Weiler wurde beim Nachhausefahren von einem Pferde derart an den Kopf geschlagen, daß er bewußtlos liegen blieb. Sein Zustand ist sehr bedenklich. Heidelberg. Professor Dr. Oswald Vierordt ist an einem Herzschlag im Alter von 51 Jahren gestorben. L ö r r a ch. In der Nacht brach in der Sägemühle des Gustav Schlaget Feuer aus, welches das Anwesen fast ganz in Asche legte. Der Schaden wirb aus etwa 38,000 Mark geschätzt. M e ß d o r f. In Sauldorf ist das Anwesen des Lairdwirths H. Lipp niedergebrannt. Der Schaden beträgt etwa 30,000 Mark. Offenburg. Kürzlich ist der Hiesige Stadtpfarrer Dekan Ritzenthaler an einer Lungenentzündung gestorben. St. Georgen. Der 9jähr4ge Sohn des Uhrmachers Staiger machte sich im Wasser zu schaffen, das sich in einem Steinbruch seit längerer Zeit gebildet hatte. Der Knabe gerieth in eme sehr tiefe Stelle und ertrank. Ueberlingen. Das hiesige Bahnhofhotel ging bei der kürzlich vorgenommenen Versteigerung aus dem Besitze von Herrn Sulzberger in Erlikon bei Zürich an Herrn Bindschädler rn Herden bei Rorschach um 122,600 Mark Kauffumme über. Die Zahl der unbeste llbaren Briefsendungen hat in Deutschland in den letzten Jahren etwas abgenommen. Dies dürste darauf zurückzuführen sein, daß die Absender sich mehr und mehr daran gewöhnen, auf den Briefumschlägen oder in den Briefen selbst unter dem Datum ihre nähere Adresse anzugeben. Hierdurch ist es möglich, die aus irgend einem Grunde unbestellbar gewordenen Briefsendungen den Absendern wieder zuzustellen. Besonders groß ist nach einem vom englischen General-Post-meister kürzlich herausgegebenen Berichte die Zahl der unbestellbaren Sendungen in England. Im Jahre 1905 sind in England alein 27,099,174 Briefsendungen unbestellbar geblieben. Unter dieser Menge befanden sich 320,441 Briefe, die in Checks. Anweisungen und Briefmarken zusammen nicht weniger als 3 Millionen Dollars enthielten; außerdem wurden in unanbringlichen Briefsendüngen noch etwa 90,000 Dollars in Banknoten gefunden. Schließlich trugen 1600 Briefe überhaupt keine Aufschrift, und es wurden in ihnen an Geld und Geldeswerth beinah 50.00) Dollars voraefunden. 0 o r t s ch r i t t. Fremoer: Sagen Sie mir doch, mein Lieber, warum ist denn jetzt der Wald hier durch Zäune versperrt? Als ich vor einigen Jahren hier war, konnte man doch allenthalben frei durchgehen!" Einheimischer: Je nun, das war damals . . . Jetzt ist er zum Volkspark umgewandelt, da darf man nur auf den Fußsteigen gehen." D ie großartige Famil i e. Jawohl, meine Tochter ist verheirathet und so glücklich, sag' ich Ihnen, 's ist gar nicht zu sagen. Ein Paar Turteltauben sind gar nichts dagegen. Ihr Mann ist zwar nicht reich, aber seine Familie ich sag' Ihnen, das ist ganz was Großartiges!" Das glaub' ich mir ist nämlich gesagt worden, daß er ein Wittwer mit sechs kleine Kindern iß," ..ur unter mtltlartscyer Bewachung kann die Aufforstung Siciliens vor sich gehen, da sonst 'die Bauern die Zäune niederreißen, um Grasplätze für ihre Ziegen zu erlangen. D e r P r o tz. Herr Meier (mehrfacher Hausbesitzer): Da müssen wir eben unsern Häuserarzt mal kommen lassen! I n O st e n d e. .Nun, gnädiges Fräulein, wie finden Sie das Meer, einfach großartig, was?" Wirklich - zu süß!"

Unter Brüdern. on Karl unsmann. Autorisirte Ueber seung von V. SUnn. Der Jägermeister war zum Besuch in die Stadt gekommen und in dem ersten Gasthof abgestiegen. Und mit dem Jägermeister war Friedrich in die Stadt eingezogen. Denn Friedrich und der Jägermeister waren unzertrennlich, ffür den Jägermeister war Friedrich nämlich Vater, Mutter, Frau und Diener. Nichts von Wichtigkeit wurde entschieden, ohne daß Friedrich um Rath gefragt wurde, und alles von geringerer Wichtigkeit wurde von Friedrich allein abgemacht. Er bestimmte, wann der Schneider einen neuen Anzug zu liefern hatte, was auf dieReise an Gepäck mitzunehmen war, die Speisen, die sein Herr am Mittag zu essen bekam, und die Vergnügungen, die er am Abend aufsuchen sollte. Man möchte manchmal glauben, daß Friedrich und nicht Du der Herr im Hause bist," äußerte gelegentlich einer der Gäste in gerechtem Aerger über den anspruchsvollen Diener. Der Jägermeister antwortete dann aber nur: Wenn Du Dich auf Bratholm wohl fühlen willst, mußt Du Dich mit Friedrich auf guten Fuß stellen. Der einzige Vortheil, den ein alter Hagestolz wie ich hat, ist ja, daß er sich nicht um die häuslichen Scherereien zu kümmern braucht." Dieser Bescheid war nicht mißzuverstehen, und der betreffende Gast war denn auch so vernünftig, sich danach zu richten. That er es nicht, so war er unweigerlich das letzte Mal auf Vratholm gewesen, denn Friebrich strich ihn ohne weiteres von der Liste derjenigen, die eine Einladung zum Sommeraufenthalt auf dem Herrensitz erhielten. Heute hatte Friedrich sehr viel Aerger mit seiner Herrschaft. Das Ankleiden hatte eine Ewigkeit gedauert. Dann hatte der Jägermeister, als er den letzten Blick in den Spiegel warf, darüber gescholten, daß sein schwarzer Rock schon zu abgetragen sei. Du gönnst mir. weiß der Himmel, nicht mehr einen anständigen Rock auf dem Körper. Ich werde ja schließlich noch zum Gespött meiner Familie. Ich schäme mich schon jetzt, wenn ich an den kritischen Blick meiner Neben Schwägerin, der Wirklichen Geheimen Regierungsräthin, denke, mit dem sie mich beim Eintritt in ihren Salon oon oben bis unten messen wird." Zum Schluß hatte der Jägermeister sich in die eben angekommene Abendzeitung vertieft, und er war nicht davon fortzubringen, obgleich der Wagen schon zehnMinuten gewartet hatte und die Wirkliche Geheime Regierungsräthin jede UnPünktlichkeit bis auf den Tod haßte. Je ärgerlicher und verdrießlicher Friedrich wurde, während er die über das ganze Zimmer vertheilten Toilettengegenstände sammelte, desto strahlender und gemüthlicher schaute der Jägermeister drein. Schließlich erhob er sich und legte vergnügt flötend das Blatt fort. Und wenn der Jägermeister pfiff, so war er, wie Friedrich sehr wohl wußte, in rosiger Laune und hatte irgend einen besonders listigen Plan ausgesonnen, der dann immer einen ernstenHintergrund hatte. Sobald das Pfeifen begann, war Friedrich denn auch so still und zahm, daß er für einen Fremden nicht wiederzuerkcnnen gewesen wäre. Ganz still betrachtete er den Jägermeister, bis dieser selbst das Zeichen zum Aufbruch gab. Darauf half er ihm dienstbereit den Velz an. schloß die Wagcnthür und setzte sich selbst neben den Kutscher auf den Bock. Als Friedrich wieder im Gasthof anlangte, begab er sich in das Zimmer seines Herrn. Dort griff er nach der Zeitung, bis sein Blick nach längerem Suchen auf die Ziehungsliste fiel. Plötzlich erhellte sich sein Antlitz, und ein selbstzufriedenes Lächeln belebte sein breites, bartloses Gesicht. . Es war ein eigenthümliches Verhältniß, das sich im Laufe der Jahre zwischen den Brüdern Albert und Wilhelm entwickelt hatte. Albert war von frühester Jugend an ernst und gesetzt gewesen. Er galt in der Familie für einen Musterknaben, war immer der beste in derKlasse. immer fleißig und korrekt bis zu den Fingerspitzen. Für den jüngeren Bruder Wilhelm stand er in einem fast überirdischer! Glanz da, denn Wilhelm war immer der letzte der Klasse, aber stets lustig und voller Schelmenstreiche. Das Verhättniß ans der Schulzeit setzte sich durch das ganze Leben fort. Albert bestand alleExamina mit Aus zeichnung und betrat die Beamtenkar' riere, in der er es in verhältnißmäßig jungen Jahren zum Wirklichen Gehei men Regierungsrath brachte. Er wa, Bureaukrat vom reinsten Wasser, stets gleich steif, gleich abgemessen, gleich gewissenhaft. Wilhelm dagegen bestand nur mit Mühe die erforderlichen Examina unfc übernahm in ziemlich jungen Jahren das stark verschuldete väterliche Gut. Er hatte aber gleich im Anfange ei niqe gute Ernten gehabt und hatte . praktisch wie er war, im Laufe d Zeit zu einem gewissen Wohlstand ge, bracht.

Zu seinem Bedauern mußte er, der als Junggeselle auf seinem schönen Gute ein sorgenloses Lebn führte,

nur zu häufig wahrnehmen, daß den Bruder schwere Sorgen drückten. Sein Gehalt war allerdings ein auskömmliches, seine bessere Ehehälfte verstand aber mcht zu wutoschasten, ftmyaushalt kostete ihn ungeheuer viel Geld, und die Erziehung seiner Kinder war sehr theuer gewesen. Wilhelm hätte ihm gern geholfen. Der Bruder war aber zu stolz, ihm sein Leid zu klagen, und er hätte von ihm auch keine Unterstützung angenommen. Der Jägermeister betrat in der rosigsten Laune den Salon des Bruders, der heute seinen Geburtstag feierte. Auch bei Tische war er voller Witze und launiger Einfälle, während das Geburtstagskind besonders ernst dreinschaute. Der älteste Sohn, der als Leutnant bei der Garde stand, hatte schon wieder Schulden gemacht, und der Vater wußte nicht, wie er das Geld aufbringen sollte. Nach dem Kaffee setzte man sich zu einem L'hombre nieder. Die beiden Brüder kamen durch das Loos an einen und denselben Tisch. Albert erhielt das eine gute Spiel nach dem andern, während der Jägermeister ebenso leichtsinnig wie- unglücklich spielte. Als abgerechnet wurde, stellte sich heraus, daß er einige vierzig Kronen an den Bruder verloren hatte. Potz Wetter!" rief der Jägermeister mit gut geheucheltem Aerger aus, während er das Portemonnaie öffnete. Aber schon im nächsten Augenblick nahm sein Gesicht einen etwas verlegenen Ausdruck an. Verzeih, Albert, daß ich nicht zahlen kann. Ich habe vergessen, mir das Nöthige einzustecken. Wir können aber ein Geschäft miteinander machen, ch habe in meiner Tasche ein Lotteneloos. Die Ziehung hat heute begonnen und nimmt morgen ihren Anfang. Gut, Du nimmst das Loos als Garantie und gleichzeitig als Geburtstagsgeschenk von meiner brüderlichen Liebe. Kommt es nicht heraus, so zahle ich Dir meinen Heutigen Verlust am Ersten nächsten Monats. Du weißt, daß dann mein Geburtstag ist, zu dem ich Dich, Deine liebenswürdige Gattin und Familie hiermit nach Bratholm einlade. Ist es Dir recht?" Gewiß," antwortete der Wirkliche Geheime Regierungsrath, auf das Loos rechne ich allerdings nicht. Zu Deinem Geburtstag komme ich natürlich." Dabei steckte er das Loos in seine Brieftasche, und nachdem man noch zum Abschied ein Gla? Bier getrunken hatte, trennte sich : Gesellschaft. Am nächsten Morgen war der Jägermeister in der allerrosigsten Stimmung, während Friedrich ihm beim Ankleiden half. Als der Jägermeister halb fertig war, setzte er sich in Hemdsärmeln an den Kaffeetisch und frühstückte mit gewohntem Appetit. Der Schlachtplan des Tages sollte entworfen werden. Nachdem Friedrich alle nothwendigen Aufträge erhalten hatte, sagte er mit einem verschmitzten Lächeln: Soll ich jetzt nicht unsern Gewinn holen?" Unsern Gewinn? Was meinst Du damit?" Ich meine den Lotteriegewinn, wegen dessen der Herr Jägermeister sich gestern so gefreut haben." Ich verstehe Dich nicht." Der Herr Jägermeister haben doch in der gestrigen Abendzeitung gelesen, daß wir gewonnen haben?" Ich habe gestern in der Abendzertung gelesen." Nun, dann werde ich es dem Herrn Jägermeister schwarz auf weiß zeigen, daß unsere Nummer herausgekommen ist." Unsere Nummer herausgekommen? Unsinn! Wie kann unsere Nummer herauskommen, wenn wir kein Loos haben? Ich spiele überhaupt nicht mehr in der Lotterie, und wenn er es wagen sollte, Jemandem zu erzählen, daß ich gewonnen habe, so sind wir miteinander fertig." Diesen Bescheid verstand Friedrich, aber noch heutigen Tages ist es ihm ein Räthsel, was der Jägermeister mit dem Loose angefangen hat, das Friedrich selbst kaufen und erneuern mußte, und das auf der Ziehungsliste mit einemGewinn stand, dessen Größe den treuen Diener förmlich aus der Fassung brachte. In West - Vi'rginien ist ein Temperenz - Prediger wegen Bestechung von Wählern bei den Primärwählen von der Grand-Jury in Anklagezustand versetit worden. Er bewarb sich um einen Sitz in der Staatsgesetzgebung auf eine? Prohibitionisten - Platform. Da sei' Wahlaussichten nicht günstig schienen, versuchte er Stimmung zu machen, und zwar durch Schnaps, gegen den er sonst seine Bannflüche, wenn auch nicht ganz so heftig wie gegen Bier, geschleudert hatte. Diese Bestechung wurde durch eidliche Aussagen erhärtet. Humoristisches. Rache. Was, Du gehst zu der VerlobungSfeier Deiner Feindin?" Ja, ich gehe hin als Dreizehnte."

.

Süffels Klage. ii'. ' ii i ii" : : i Jetzt soll gar eine Biervertheuernng kommen! Schrecklich! Das Bier wird noch so theuer werden, daß schließlich .ein Mensch mehr studiren kann!" Aknung. O n Z 1 1 (einen Brief seines Neffen öffnend): O weh. der sangt schon rüder mit .Leider' an!" Ausrede. Ach Mutta. seh mal die Biesters mit die langen Hälser!" Det sind Schwäne! Werf' se mal wat von Deine Stulle hin!" Wozu denn. Mutta! Eh' det bei die runt:r kommt, sind se ja schon verhungert!" Gin Hüctzerwurnr. Kommissär: Ihr Sohn ist bei dem Einbruch in einer Buchhandlung ertappt worden." F r a u : Ja, für Bücher hat er immer geschwärmt. Herr Kommissär!" lttgelrört. ...Warum seid Ihr denn eigentlich auf Eurer Hochzeitsreise durch so schöne Gegenden gefahren ... viel hinausgeschaut habt Ihr doch sicher nicht?" Aber die anderen!" Zzlevrannt. Also Sie meinen. Herr Doktor, daß ich jetzt meinen Gästen ein Paar von meinen Liedern vorsingen kann?" Aber gewiß, gnädige Frau, ohne Bedenken nach einem solchen ausgezeichneten Diner kann man alles vertragen!" M i s, v er st a n b ctx . Backfisch: Ich möchte einen Liebes briefsteller haben!" K o m -m i s : Für wieviel?" B a ck f i s ch (entrüstet): Für einen!" Kollision mit Hirschen. In einer Nacht stieß im Forstenrieder Parke. Oberbayern, ein Automobil mit einem Rudel Hirsche zusammen. Der Zusammenstoß war so heftig, daß die vier Insassen des Automobils, darunter eine Dame, herausstürzten und schwer verletzt wurden. Die Zahl der Geistes kranken, welche im letzten Jahre in den städtischen und staatlichen Jrrenanstalten bei Berlin uutergebracht waren, betrug 6588.

r

I II'.'! III II" .k 7

jjj'jjl: W c 'a ' ä 4

.