Indiana Tribüne, Volume 30, Number 48, Indianapolis, Marion County, 18 October 1906 — Page 7

Znviana Tribüne, 19 Oktober

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V Das weise Lamm ; L Humoristische Erziiblung J von ? 5 R d l p h S t r a tz i ::::.:.:.:-:-: Fortsetzung.) Erwähnen Sie das jedenfalls auch in Ihrem Festbericht, den Sie an die Redaktion der Mittheilungen' schicken!" nahm wieder der andere das Wort. So etwa: Als Abschluß der Feier bestieg der Vorstand der Sektion, Herr Siebenpfeiffer, zusammen mit Fräulein ... wie heitzt die Tame doch, bitte?" Ja wenn der Oberlehrer eine Ah nung gehabt hätte, wes Nam' und Art der böse Lockgeist war, den er sich beschworen! . . . also gleichviel . . fuhr jener fort, die vermeintliche Diskretion des Gefragten achtend, ...also ,zusammen mit einer jungen Tamen den Gipfel des ,Wilden Dirndls' und leerte mit ihr oben ein Glas Champagner auf das Gedeihen unseres herrlichen Bergsports und des schönen Lands Tirol!' Das macht sich gut. Veronika, stecken Sie ja dem Kröpf eine halbe Flasche französischen Schaumwein in den Rucksack." Die Veronika nickte und verkündete, daß einer der Leipziger Touristen etwas auf dem Herzen habe. Der junge Mann folgte ihr auf dem Fuße. Verzeihen Sie, Herr Siebenpfeiffer," sagte er. etwas verlegen lächelnd. Wann brechen Sie morgen auf? Ich bin nämlich leidenschaftlicher Amateurphotograph und möchte um die große Gunst bitten, Sie und Ihre verehrte Begleiterin vor dem Abmarsch auf meiner Trockenplatte firiicn zu diir fen!" Firiren Sie mich!" sprach der Oberlehrer matt. Macken Sie, was Sie wollen! Und was suchen denn Sie?" fuhr er den Matzanderl an, der sich, den Hut in der Hand, hinter seinen Stuhl geschlichen hatte. Wissen Sie nicht, daß der Eintritt hier den Fiih rern verboten ist?" Der Matzanderl bat um Entschuldigung. Aber ob der alte steift Kröpf nicht zu gering sei auf der Tour auf's Wilde Dirndl," die seit einer Stunde den Gesprächsstoff aller Führer und Dörfler draußen bilde? Ob nicht er, der Matzanderl. auch mitdürfe? An sich seien ja drei am Seil besser als vier und wenn einer oben auf der Schneide ausrutschte, risse er ja doch alle übrigen mit sich. Aber es sei doch möglich, daß dem Fräulein bang oder schwindlig würde, und dann sei ein. Führer vom Schlage des Matzanderl der rechte Mann. Der dulde keine Umkehr! Hinauf mußt Tu und wenn der Tourist zehnmal . . ." Lassen Sie mich in Ruhe!" schrie der Oberlehrer wüthend, mit der Faust auf den Tisch hauend, und der Matzander! schlich bekümmert von dannen. Hunger und Durst waren Martin Siebenpfeiffer immer mehr vergangen. Aber an seinem Ohr hörte er die drängende Stimme der bedienenden Vetonika: Nehmen S' noch a Sttickl vom Gamsbraten, gnä' Herr! Si: brau chen morgen a Kraft!" und aus der Ecke trank ihm ein sächsischer Tourist zu: Profit, Herr Kollege, auf das Wohl des .Wilden Dirndls'!" Seit wann sind Sie eigentlich Hochtourist ersten Ranges?" erkundigte sich, als er verstört wegsah, vom Nebentisch ein anderer Ritter vom Edelweiß, und seine hübsche Nachbarin wendete sich halblaut zu ihrem Gatten: Männt daß Du um Gottes willen nicht auch solche Geschichten machst!" worauf der Berliner aber nur miilcileidig lächelte: Ich werd' mich hüten! Das ,Wilde Dirndl' ist oberfaul. Ich hab' keine Lust, mir das Jenick zu brechen!" Ja ich etwa?" schrie alles in Martin Siebenpfeiffers Brust. Aber er blieb stumm. Es war ja nichts mehr zu machen. Er war abgestempelt durch eigene Schuld. Man erwartete nun einmal von ihm morgen dise alpine Leistung. Es galt als selbstverständlich und natürlich, daß er, der kleine dicke Sektionsvorstand, nach Erledigung der Hüttenfeier sich wie ein Vogel in die Lüfte hob. um sein Bergrevier von oben herab zu überschauen. Und meldete er sich sogar morgen krank seinem kundgewordenen Vorfatz. den Sektionsberg zu erklimmen, entging er nicht mehr. Für derlei haden die Führer wie die Fremden ein unheimliches Gedächtniß. War der Herr Siebenpfeiffer noch nicht oben?" würde sich jeden Tag die Frage erneuern und die Antwort: Noch net aber 'leicht morgen oder übermorgen!" immer wiederkehren, bis er es endlich selbst im Thale nicht mehr aushielt, gepeinigt von Gewissensbissen, und wo er ging und stand, gefolgt von den vorwurfsvollen Blicken seiner Mitmen fchen, die sich nun einmal auf das sensationelle Schauspiel seines Absturzes kaprizirt hatten, wie der heißblütige Spanier auf das Stiergefecht. Dann blieb ihm nur noch die Wahl, entweder abzureisen und sein eigenstes Werk, die Thörlihütte, in der er so behaglich den Sommer Hausen wollte, trauernd im Stich zu lassen oder doch den entsetzlichen Kampf mit der Eisjungfrau zu wagen. Der Gedanke verließ ihn nicht mehr während des ganMn Mahles und stimmte ihn düster und fchnxigsam wie einen Duellanten vor

feinem ersten Zweikampf, bis endlich auch der Kaffee getrunken, die Cigarren geraucht waren und die Ehrengäste sich empfahlen, um in's Thal zurückzukehren. Eigentlich hätte es sich ja gebührt, daß dort Unten noch im Lamm eine solenne Feier stattfand' wie das bei Hütteneinweihungen Brauch. Aber wer hätte zahlen, wer ihr beiwohnen wollen in einer Sektion von dreizehn Mitgliedern, von denen ein Dutzend durch AbWesenheit glänzte? Er allein war und blieb ja die Sektion, zu deren dürftigem Körperchen das schöne große Haus wie ein Riesenbaupt zu einem Zwergleibe paßte, und er konnte doch nicht fortgesetzt sich selber Feste veranstalten. So verabschiedete er sich denn von dem geistlichen Herrn, vom Adjunkten und Bürgermeister und den alpinen Genossen und blieb trübsinnig zurück. Trübsinnig an seinem Ehrentag trotz blauen Himmels und lachender Sonne, die er heute ja doch wohl zum letztenmal sah. Jawohl er war wirklich in tieferem Sinne die Sektion selbst! Stark im Kopfe und schwach im Fleisch, wie der Verein, der die Unglückszah! dreizehn trug. Und das dreizehnte Mitglied war noch dazu ein weibliches Wesen, und von den Weibern kam ihm alles Unheil, von dem Wilden Dirndl" da oben und der Fremden unten in der Thörlihütte, die immer wieder in seinen Gedanken in eins zusammenflössen. Er konnte nicht mehr an sich halten und beichtete seinem düsteren Kollegen, mit dem er auf einer Bank vor dem Hause saß, den ganzen bösen Handel. ..Was nun thun?" schloß er verzweiseit. Ich weiß keinen Rath mehr. Ich bin wie ein Mensch der sich an einer Bergwand verstiegen hat! Ich kann nicht vorwärts und kann nicht rückwärts!" Der Kollege nickte. Natürlich!" sprach er. Denn Tu. Siebenpfeiffcr. bist eben eine problematische Natur. Das macht Dich mir ja gerade so In teressant, daß Du nie das fertig kriegst, was andern so leicht glückt!... Können kann jeder! Das Nichtkönnen ist Deine Stärke. Deine Größe! Du bist ein Held der Schwäche. Ein Heros des Umrehrens. In Dir vermenschlicht sich das allgemeine Erdenloos! Tu willst empor und bleibst am Boden kleben!" So sieht es auch in einem meiner Gedichte!" sagte der kleine Oberlehrer. Erschrick nicht! Ich will es Dir nicht vorlesen. Tarin spreche ich von einem bunden Ziervogel mit bleiernen Flügeln. Er möchte so gerne hoch in den Wolken glitzernd und gaukelnd kreisen aber die schweren Schwingen tragen ihn nicht in die Höhe. Solch ein bleierner Vogel bin auch ich! Einer jener Alke im Nordmeer, die bei Gefahr mit hoc5.erhobenem Steiß in's Meer plumpsen, während die leichtgefiederten Möwen pfeilschnell die Luft durchschneiden! Wie solch ein Alk fahre auch ich morgen bei der ersten gefährlichen Stelle in die Tiefe und werde nicht mehr gesehen. Und es geschieht mir recht!" Der Kollege lächelte düster. Tu bist nun einmal ein psychologisches Räth sel, Siebenpfciffer. Andre würden sagen, ein bischen verrückt! Schließlich ist es ein und dasselbe! Darum ist mir der Verkehr mit Dir von einer üöer die Grenzen kollegialer Anregung hinausgehenden allgemeinen Bedeutung. Diese zarten Grenzlinien Deines Au-ßen-und Innenlebens, Wellenlinien zwischen Wahrheit und Dichtung, die ineinander überlaufen und sich schließlich wie in dieser Nacht zu einer ganz handfesten, sinnenfälligen Lüge kristallisiren dies Phantasieleben eines Kindes im Kopfe eines preußischen Oberlehrers zu beobachten, das, lieber Freund, ist für einen ästhetischen Feinschmecker wie mich ein wahres Labsal!"

Jetzt wucde Martin Slebenpfeiffer aber ernstlich böse. Ich glaube wirklich, Du machst Dich die ganze Zeit über mich lustig!" sprach er erzürnt. Bin ich ein galvanisirter Frosch, dessen Zuckungen man kaltblütig durch das Mikroskop studirt? Bin ich ein Kaninchen, an dem jedermann nach Gutdünken erperimentirt, wie er mag?" Du bist das Karnickel, das angefangen hat!" sagte der mephistohelische Freund. Die Berce können nicht von der Stelle. Das ,Wilde Dirndl' steht da seit Jahrtausenden und wartet, daß wieder ein Esel kommt, der sich das Genick brechen möchte! Richtig! Da bist Du schn! Laßt die Thörlihütte bauen, weihst sie ein, knallst mit Böllern in die schöne Welt, läßt Festreden und Wiener Walzer erschallen, daß die Kühe nervös werden, und verkündest aller Welt, Tu würdest morgen so ,en Passant' eine tollkühne Kletterpartie ausführen, itfid nun kommst Du und klagst, das .Wilde Dirndl.' das zu dem ganzen Unfug mit der Geduld einer Märtyrerin stillgehalten das wolle Dir etwas thun! Nein, theurer Sohn umgekehrt wird ein Schuh draus! Kommt Mohammed zum Berge oder der Berg zu Mohammed? D u bist der Angreifer! Das Milde Dirndl' verhält sich, seiner weiblichen Eigenart .entsprechend, durchaus passiv. Es kratzt und wehrt sich erst, wenn man ihm zu nahe kommt. Uid Du willst ihm zu nahe treten! Wenn mir jemand mit Nägelschuhen auf meinen Kopf klimmen wollte, würde ich auck ungemüthlich!" Ich will ja nicht!" stöhnte der Oberlehrer. Ich muß! Man zerrt mich aus die Spitze, wie ein Kalb zur Schlachtbank. Zu meinem ersten und letzten Fehltritt im Leben! Und Du.

mein Freund, dem ich mein bedrängtes

Herz ausschütte, Du hältst mich noch zum besten, statt mir einen Rath zu

geben!" Den Rath sollst Du haben!" sagt,' der finstere Kollege. Er ist gut!" Martin Siebcnvfeiffer athmete hör. bar auf und rückte in stummer Spannung näher. Soviel ich weiß." fuhr der reuno fort, hast Du Dir alle Excene .in alcoholicis' seit Jahren schon abgewöhnt, mit andern Worten: Du trinkst weder W:in. noch Bier, noch Schnaps, no&fonil ein geistiges Getränk!" Keinen Tropfen! Seit fünf Iahren. Nur Milch. Thee und Limonade!" DaZ ist recht!" Der düstere Mentor nickte. Oder vielmehr: es ist blödsinnig aber es ist das Hinterpförichen, durch das Du heute dem Verhängniß entwischst! Menschen wie Tu, die mit Grundsätzen rings behangen sind wie die Schlittenpferde mit Schellen, daß es bei jeder Bewegung rasselt und klingelt, solche Menschen haben eine verblüffende Uebcrraschung in der Rocktasche, indem sie einfach eines schönen Tages ihre Grundsätze verleugnen. Und das, Siebenpfeisfer, ist die Aufgabe, die der heutige Tag Dir stellt!" Und was würde davon besser, wenn ich auch in Gottes Nansen einen Kognak tränke?" Du sollst nicht einen trinken, sondern mehrere. Oder, wenn Dir das poetischer erscheint, ein entsprechendes Quantum Wein. Und zwar nicht jetzt. sondern am Abend, im Kreise der alpinen Genossen." Und dann?" Tann wirst Tu Dir nach menschlichem Ermessen einen leichten Schwips zuziehen!" sprach d?r mephistophelische Berather. Mißverstehe mich nicht! Nicht etwa einen rüd:n Kutscherrausch. auch keine lärmende Kasinobezechtheit nein, jenen Zustand stiller Begeisterung, in dem die Beine nicht mehr so ganz dem Hochflug der Gedanken zu folgen vermögen. Eigentlich ist's ja Dein Normalzustand. Inzwischen wird, da Ihr heute wohl Eure Polizeistunde noch nicht so sireng handhabt, die Mitternacht herangekomn?en sein, und toci Stunden später die Zeit, wo man sich zur Kletterei auf diesen thörichten Gipfel zu rüsten pflegt.' Tann, Siebenvfeiffer. brauchst Du nichts zu entschuldigen und zu erklären! Man läßt Dich einfach nicht gehen! Man hält Dich nöthigenfalls mit Gewalt zurück, damit Tu nur auf Erden strauchelst und nicht da oben zwischen Himmel und Wollen!" O pfui!" sagte Siebenpfeiffcr ausstehend mit dem Ausdruck tiefster sittlicher Entrüstung. Pfui! -Pfui! Welch ein unschöner Rath! Ich, ein Altoholgcgner, soll mir mildernde Umstände anirinken. Ich soll, wie es da. Verhängniß meines Lebens ist, wieder einmal das Gegentbeil von dem erstreben, wozu ich geschaffen bin, nämlich die Einfuhr von Alkohol, den meine Konstitution nicht verträgt? Und abgesehen von allem andern was sollte s i e denn von mir denken?" Wer? Lori Vogel?" Nein. Lori ist gütig. Sie versteht und verzeiht. ltx jene meine ich, die Unbekannte, mit der ich auf den Berg soll . . ." Der Versucher lächelte düster und zog die Augenbrauen hoch. Die deutsche Nation." sagte er feierlich und langsam, trinkt nunmehr seit zwei Jahrtausenden und ist heute kräftiger denn je! Nichts ist natürlicher, nichts selbstverständlicher, nichts wird so leicht von aller Welt verziehen, als daß ein deutscher Mann, Junggeselle und Alpenkönig wie Du in Feierabendstim -mung und Festesfreude einen Schoppen über den Durst leert. Die Folge ist ein tiefer, gesunder Schlaf, aus dem Du morgen neugestärkt erwachst. Inzwischen reden wir dem Fräulein, wenn sie Dich sucht, in's Gewissen, verhindern sie, mit dem Kröpf allein auszuziehen, und retten so auch sie aus der Gefahr, bis morgen ihr Bräutigam kommt und sie abholt. Damit löst sich alles in Wohlgefallen auf. Glaube mir: ich meine es redlich. Ich hätt? ja selbst einen Hauptspaß. Dich morgen am .Wilden Dirndl" herumkeuchen zu sehen, wie die Kuh auf dem Apfelbäum aber die Sache ist zu gefährlich. Trum folge meinem Rath!" Nie!" Der kleine Oberlehrer griff energisch nach seinem Hut. Nie! Dein Rath ist roh! Ich verachte ihn! Jawohl ick verachte ihn! Lieber alle? andre als dieser schmähliche Pakt mit dem Teufel Alkohol! Und nun genug! Ich will etwas spazieren gehen. Gegen Abend sehen wir uns wieder!" Er ging, ohne sich nach dem düsteren Kollegen umzuschauen. Den ganzen Nachmittag trieb er sich in der Umaeung der Thörlihütte zielund zwecklos umher. Er lauschte i)crn Plä tuckern der Wellen auf dem tiefblauen Bergsee, er drang bis zu dem unteren Rand der Gletscherzunge vor. wo die Sonnenstrahlen auf dem blanken Eii'e brüteten und die Steine in Mengen aus ihrem schmelzenden Lager in den Moränenschutt glitten, er unternahm nickt ohne Beschwerde die Erttimmung eines Felsblocks, um oben auf dessen durchwärmter Platte ein? Siesta zu halten aber das alles that er ohne d-e stillbehagliche Vergnügtbeit. mit der er sonst, rundlich und geschäf-, tfg wie ein Murmelthier, sich in der Alpenwelt zu tummeln pflegte. Denn auch die letzte leise Hoffnung auf einen Wetterumschlag erlosch im Abendgrauen. Der Wind wehte kalt von den Höhen hernieder die zeihen

Molken zogen eilends von Nordost über

den blaulich dämmernden Himmel, das Vieh weidete bergaufwärts, alles Zeichen, die das Herz des Hochtouristen mit froher Zuversicht auf einen Herrlichen Tag erfüllten. Und auch seine andre dringende Sehnsucht, irgendwie der Unbekannten zu begegnen, blieb ungestillt. Die Sphinx hielt sich verborgen. Vielleicht zerging sie bei Tage überhaupt in Schall und Rauch, ein Gespenst, das dem Mittagssonnenschein ebenso hold war, wie Käuzlein und Uhu und nahm erst, wenn die Fledermäuse flogen. ihre gestrige, an sich ja keineswegs abschreckende Gestalt wieder an. Aber daß sie um gtod Uhr Nachts dräuend vor ihm stehen und die Erfüllung seines Schwüre fordern würde, daran Zweifelte er keinen Augenblick. Matt einen Fuß vor den anderen setzend, schlich er zur Hütte zurück. Wo steckt denn nur das Fräulein von gestern?" fragte er die Veronika. Sölles Fräulein?" Die hübsche Tirolerin lachte. Die sei schon Nachmittags mit einem wahren Wolfshunger von ihrem Ausflug zurückgekehrt, habe nach dem Grundsatz Viel, aber gut!" alles angeschafft, was die Thörlihüttc nur an leiblichen Genüssen bieten tonnte, und sei dann in das Damenzimmer schlafen gegangen, um sich für die nahende Tour ordentlich zu stärken. Den Herrn Siebenpfeiffer, nach dem sie vergeblich gefragt, lasse sie inzwischen herzlich grüßen. Wirklich es lag etwas brutal Herausforderndes. etwas Demüthigendes in dem Gleichmuth, mit dem dies gefräßige Bergräthsel dem großen Morgen entgegensah, während er, Martin Siebenpfeiffer genug! Ein unendliches Grauen durchfröstelte ihn. Ich werde mich auch etwas ausruhen!" sagte er gebrochenen Tones zu der Kellnerin und ging nach seinem Gemach. Vor dessen Thüre empfing ihn sein düsterer Freund mit einem Gesicht, das deutlich seine tiefe Genugthuung über eine schlimme Botschaft aufwies. Schade, daß immer drei Betten in einem Schlafraume stehen!" sprach er anscheinend gleichmüthig. Wir beide haben Einquartirung bekommen. Rathe einmal, welcher Art!" Der Oberlehrer zögerte. Er wußte, daß der misanthropische Kollege die ganze ' in Tirol senenwandernoe Menschheit in eine Anzahl zoologischer und botanischer Gattungen eingetheilt hatte, in Sammelbegriffe, wie die ordinäre Thalschleiche," auch in besonders schweren Fällen der Chausseefloh," pule; communissimus" geyeißen, dann der gemeine Wegknöterich," der schon weit feinere Gletscherfloh," die Jochfinken." die Platzhirsche." nämlich die unten zwischen den besten Gasthäusern in Zweispänern hin und he: wechselnden satten Männer der LLiener Börse, und viele andre. Also wer ist denn da?" fragt er. Das Hüttcnschwein ist da, sus alpinus horribilis, auch Gletscherferkel genannt. Eines jener fürchterlichen Wesen, die fünf Minuten nach dem Betreten eines Schutzhauses schon allen andern das Dasein verleidet haben, die des Nachts in Donnertönen schnarchen, die bei Tage krakeelen und räsonniren die den Landregen an einer Strippe hinter stch her führen , kurz, die nur in ausgestopftem Zustand genießbar sind. Sieh Dir das Hüttenschwein mal an. Es ist ein ausgewachsenes Männchen von reinster Rasse ein wahres Prachtexemplar!" Voll banger Ahnung trat SiebenPfeiffer ein und fand sich einem vierschrötigen. volll'ärtigen Manne gegenüber, der nur mit zweifelhafter Jägerscher Normalwolle wie in Tricots stekkend zwischen einem wahren Chaos stand. Das ganze Zimmer war auf den Kopf gestellt. Papierknäule, mit Seifenwasser abgescheuerte GummiWäsche, ein muffigfeuchter Plaid, Eierschalen und Hühnerknochen, die Scherben einer Weinflasche, einige zerknickte und durchfeuchtete Cigarren, Käserinden und Speärestc, mit Leinöl geschmierte Bergschuhe, ein zerbrochenes Stearinstümpchen. Brot- und Tabakkrumen, ein ellenlanger Alpenstock, ganze Büschel Edelweiß und allerhand schmutzige Wäsche bedeckten den Boden, die Stühle und Betten, auf deren einem die Stiefelspuren des neuen Gastes in röthlicher Erdgestalt strahlten. Guten Abend!" sprach Martin Siebenpfeiffer gemessen. I (Fortsetzung folgt.) Sprüche. Erhalte Dein Gesundheit! Verrichte Deine Arbeit! Lebe und lasse leben! Denke nicht zurück! Strebe vorwärts! Immer und immer gehe den geraden Weg! Verhungert?, betrogen oder gefallen nur vorwärts. Mit der Kraft, die Dir noch geblieben, vorwärts auf den geraden Weg. Mary Rober. Bio Knst. Arzt (zum Patienten beim Gehen): Also behalten Sie die Fußbader stets im Kopf." '

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S'ch I i m m e Folgen zemgre ein Wch", den sich eine Arbeiterin einer größeren Fabrik in Elberfeld gegen eine Mitarbeiterin erlaubte. Während der Kaffeepause steckte sie der Arbeiterin eine Stecknadel in's Butterbrot, die diese ahnungslos mit hinunterschluckte. Die Stecknadel setzte sich in der Speiseröhre fest und ver ursachte die heftigsten Schmerzen. Alle Versuche, die Nadel auf irgend eine Weise zu entfernen, mißlangen. Das bedauernswerthe Opfer des unsinnigen Streiches mußte sich daher operrren lassen. Eine achtungswerthe Schwimmleistung vollbrachte eine junge Dame aus München, die den Ammersee an seiner fünf Kilometer langen Strecke Schorndorf - Busch in nicht ganz drei Stunden durchschwamm. Ohne Zeichen besonderer Erschöpfung langte die kühneSchwimmerin am Badefteg in Buch an, wo sie eine ihr dargereichte, aus Ei und Eognak bestehende Erfrischung zu sich nahm. Ein zur Rückfahrt angebotenes Segelboot lehnte die junge Dame dankend ab. Obgleich ein drohendes Gewitter am Himmel stand, das sich auch bald mit großer Wucht über dem See entlud, stürzte sich die Dame bei mindestens einem Meter hohem Wellengang nochmals in die Fluthen und erreichte glücklich wieder, allerdings nach harter, ungefähr vierstündiger Arbeit, das Westufer bei Schorndorf. UebereinAufsehen erregendes Duell in der spanischen Anstokratie wird aus San Sebastian berichtet: Die Ursache eines Duells zwischen dem Oberstallmeister des Königs Alfons, Marquis Viana, und dessen Neffen Herzog von Andria war eine scherzhaft gemeinte Bemerkung des letzteren über seines Onkels Pferdekenntniß. Andria bemerkte: Ich dulde keine Kritik meiner dienstlichen Angelegenheiten, von Dir, Pepe. am allerwenigsten." Darauf versetzte Pepe dem Onkel in Gegenwart der Tante einen Faustschlag. Pepe, bist Du toll geworden?" rief der Marquis. Sogleich ersuchte er seine Freunde Civice und Villaviciosa, ihm Sekun

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