Indiana Tribüne, Volume 30, Number 47, Indianapolis, Marion County, 17 October 1906 — Page 1

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tT"slrt0. nnh Taae und j- ii j SonntagsMatt ICks psr Woche. :romttaa-blatt 10" per 0(ÖC. C5rTttetnt so den Meutnntttag. Indianapolis, Ind.', Mittwoch, 17. Oktober 190ö Jahrgang 30. No. 47.

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Automobil in Kollision

Große Aufregung, geringer Schaden. Ueberfahrene dem sicheren Tode ent gangen. Ein Automobil, in welchem sich außer Herrn John Giesen, 1702 Union Str., Viceprüfisent der Capital City Brew ing Co., noch Frau Pearl Coulon, 3224 Nord Capital Ave. und Frau William Grady, 620 Süd Alabama Str. befanden, wurde am Dienstag Abend an der MaffachusettS Ave. und Nord Str. von einem Straßenbahn Waggon getroffen und theilweise zer trümmert. Frau Coulon wurde durch die Wucht des Anpralle im weiten Boaus dem Automobil geschleudert und verschwand im nächsten Momente unter dem über fie hinwegfahrenden Stra ßenbahnmaggon. Ein Silruf wurde sofort in'S iS pensarium gesandt, da Jedermann glaubte die unter dem Straßenbahnwaggon eingeklemmte Frau werde kaum noch mit dem Leben davonkommen; zugleich wurde auch die Straßenbahn RettungS'Mannschaft zur Stelle beor dert, da man den Waggon heben mußte, ehe es gelang die Frau auö ihrer gefährlichen Lage zu befreien. Dr. Rißler vom DiSpenfarium war inzwi. fchen zu der Verunglückten unter den Waggon geklettert und leistete der hyste risch gewordenen, ärzliche Hilfe. So bald es gelang die Verunglückte unter dem Waggon hervorzuziehen, und die selbe in die Ambulanz zu laden, gingö im rasenden Galoppe dem HoZpitale zu. An der Pennsylvania und Nord Straße versuchte ein vom Norden kom mender Straßenbahnwaggon mit der westlich fahrenden Ambulanz zugleich die Kreuzung zu befahren. Um eine Kollision zu vermeiden, mußte der Fuhr mann der im vollen Galoppe fahrenden Ambulanz direkt über die hohe Curbe hinweg auf sen Seitenweg fahren. Glücklicherweise verlief die Sache ohne weiteren Unfall. Die Untersuchung im Hospital ergab, daß Frau Coulon, welche man ernstlich verletzt glaubte, mit einigen leichten Schrammen davon gekommen war. Herr Giesen, sowie auch die andere Insassin des Auw'S. Frau Grady ent kamen unver!ttzt. Der Motorführer deS StraßenbahnWaggons, C. F. Pfiefter, 1436 Pro. spect Str.. war durch den Schreck so entnervt, dß andere Straßenbahn Angestellte seinen Waggon zurückführen mußten. Wie sich das Unglück ereig nete, ließ sich nicht mit Bestimmtheit ermitteln. Unfälle. John Anderson, ein An gestellter im Lokomotivschuppen der Big Four Eisenbahn, zog sich gestern beim Abladen von Kohlen schwere Ver letzungen zu und wurde im Kranken wagen nach dem St. VincentHospitale gebracht. E. I. Smith, 1523 Woodlawn Ave., ein Maschinist der Chicago Divifton der Big 4 Bahn, glitt gestern beim Oelen seiner Maschine aus und verrenkte sich die Hüfte. Smith steht 35 Jahre im Dienste der Gesellschaft. Gelegentlich eines Unfalles verlor er ein Bein und trug er seitdem ein solches aus Cork gemacht. Er wurde in'S St. Vincents Hospital befördert. Um die Untersuchungen im Illinois GaSfeld schneller zum Abschluß zu bringen, hat das von den Sommer ciellenVereinigungen ernannte Comite ein Subcomite von vieren ernannt, welches nach Illinois abreisen wird. Willis S. Blatchley, der StaatSGeo. loge und D. C. Griffith, welcher zuerst das Illinois Feld in Vorschlag brachte, wurden zur Theilnahme an der Reife eingeladen. ChaS Baaöke'S Südseite Kneipe, 1291 Süd Eaft Str.

Erhöhte Einnahmen

lZedenkt bi? Stadt aus dem Markte zu erzielen. Daß die Marktftände im Oftmarkte ihren Werth haben, bewies die von einem Fleischer vor Mayor Bookwalter gestern gemachte Aussage. Der Mayor wurde durch einen Mann, der seinen Namen als Feßler angab, benachrichtigt, daß derselbe sich das Pachtrecht für einen der VerkaufSftände zu sichern beabsichtigte daß ihm aber der Fleischhündler. mit welchem er deSwegen in Unterhandlung stand, außer der Pachtsumme von 890 noch ein Draufgeld von 5600 abforderte. Feßler verlangte zu wissen, ob der Bau deS ColliseumS etwaige Aenderun gen bedinge, da er sein Geld nicht aus zugeben gedenke, ohne bezüglich dieser Angelegeheit völlig informirt zu sein. Der Mayor deutete an, daß später viel leicht die Stadt höhere Miethe verlan gen werde. De Croszgeschworeneu iberwiese. Der Fall deö Buchhändlers ArchiaS Winters, der Hehlerei angeklagt, wurde im Polizeizericht zum Verhör gebracht und an die Großgeschworenen überwie sen. John Lackey. deS DiebftahlS an geklagt, wird im Jugendgericht verhört werden. Winters legte eine Anzahl Checks vor, zwei derselben zu Gunsten der BobbS'Merrill Co. ausgestellt, in deren Diensten Lackey stand. Die an deren Checks lauteten auf Lackey'S Na men, doch ergab eS sich, daß dieselben von Lackey der BobbS-Merrill Co. zur Beglaubigung übergeben waren. Win terS behauptet, daß dieses ihn in der Annahme bestärkte, Lackey verkaufe ihm die Bücher mit Einwilligung seiner Ar beitgeber. Frecher Diebfiahl. In den Laden von Fred.TrakowSli, No. 445 Nord Highland'Avenue, kam gestern ein Fremder, anscheinend, um etwas zu kaufen. Als er sich im Lokale orientirt hatte, sprang er plötzlich an die Kasse, entnahm derselben 812 und ergriff die Flucht. Als sich der Laden besitze? vom ersten Schrecken erholt hatte, war der Gauner spurlos ver schwunden. Trakowski' meldete den Vorfall der Polizei. Nicht verletzt. Eliza Warren von Carmell, Ind., hatte sich gestern einen Affen gekauft und kam an der Ecke der Illinois und Washington Straße mit einer Straßen bahncar in Kollision. Er fiel auf den Kuhfänger und wurde ungefähr 10 Fuß mitgeschleift und Jeder, der eö sah, glaubte, daß er schwer verletzt worden sei. Man rief den Krankenwagen in welchem der Be sagte jedoch anstatt nach dem Hospital nach der Polizeiftation gebracht wurde. Civildienft-Erameu. Die Regierung hält augenblicklich Umschau nach einem erfahrenen Mann, der im Stande ist, die Telegraphen Linie zwischen Port CreScent und Ta toosh Island in gutem Zustande zu er halten und entwaige Schäden an der selben zu repariren. Das Salür be trügt 1720 pro Jahr. Sine Examina tion bezüglich der Echulkenntniffe wird nicht verlangt, doch werden Erfahrung. Alter und körperliche Beschaffenheit viel zum Erfolge der etwaigen Kandidaten beitragen. Gestohlen. Aus der Sommerküche von H. W. Warren, 1320 Süd Sheffield Straße, wurde ein Küchenofen fortgetragen und mehrere Theile, zu einem anderen Ofen gehörig, gestohlen. Niemand hatte die schwer beladen en Diebe gesehen.

Ein weiblicher Straßen-Ränder.

Entpuppt sich als verkleideter INann. Mehrere Einbrüche werden gemeldet. Ein als Frau verkleideter Straßenrüuber macht anscheinend den Nordweften der Stadt unsicher. Thomas Cur ran meldete gestern der Polizei, daß er an der Alley westlich von der Capital Ave., nördlich von der New York Str., von einer Farbigen angehalten worden sei. die ihn am Halse gewürgt habe und seine Taschen um $33 plünderte. Im Kampfe mit der Straßenrüuberin er beutete Curran den Hut derselben, sowie auch eine Perrücke. Von dem Verüber der That fehlt jede Spur.' WandteNachtschlüssel an. In der Wohnung von I. W. Bus. sey. 36 West Michigan Str., wurde gestern Nacht ein Einbruch ausgeführt, indem Einbrecher sich mittels Nacht schlöffe! zutritt durch die Borderthüre verschafften. Ein dunkelgrauer Winterüberzieher, ein Diamantring, ein Opalring, ein Granetring und ein schwer goldener einfacher Ring wurden gestohlen. Verdächtiger Mann ge sehen. Ein verdächtiger Mann, der auf der Veranda deö Hauses 414 Walcott Str. fich zu schaffen machte, wurde von Frau Marshall. 416 Walcott Str. gesehen. Die Frau machte der Polizei sofort Meldung, doch war der Verdächtige bei Eintreffen derselben bereits über alle Berge. StahlVerandaGegenftände. Von der Veranda der 925 Shelby Str. wohnenden Frau KerSling, wurde während der Montag Nacht eine werth volle Fächerpalme und ein Jardiniere gestohlen. Der Diebftahl wurde erst bei Tagesanbruch bemerkt. Verjagt den Die d selber. Ein Geräusch im Eßzimmer veran laßte den 630 Süd Illinois Str. wohnenden Brown, sieh zur Stelle zu bege. den, und der Ursache nachzuforschen. Kaum hatte er daS Zimmer betreten, als ein Kerl an ihm vorbei durchS Fenster sprang und verschwand. Nachforschungen im Hause ergaben, daß der Bursche mit $3 entkommen war. Räch einer wilden Jagd verhaftet. Archie Anderson, 1014 West Pearl Straße, wurde gestern von den Ge heimpoliziften Simon und Hauser nach wilder Jagd dingfest gemacht und nach der Polizeiftation abgeführt, wo er wegen BagabundirenS gebucht wurde. Anderson stand mit mehreren Kamera den vor einer Wirthschaft an der Blake Straße nn Gespräch. Als er die Beamten ankommen sah, ergriff er eiligst die Flucht. Durch da eigenthümliche Benehmen von Ander son aufmerksam gemacht, nahmen die Polizisten die Verfolgung auf. Detek tiv Hauser, der den Flüchtling auf eine kurze Strecke eingeholt hatte; feuerte 4 Schöffe in die Luft, um den Fliehenden zum Stehen zu bringen. Derselbe ließ sich jedoch nicht einschüchtern, son dern setzte seine Flucht durch Alley'S und Seitenwege fort. Detektiv Simon, der die Verfolgung von einer anderen Seite ausgenommen hatte, trieb schließlich den Flüchtling mit Hülfe seines Kameraden Hauser, den er mit einem Schuß von seiner Anficht in Kenntniß setzte. so in die Enge, daß er sich ergeben mußte. Auf der Polizei ftation angekommen, stellte eö fich her aus, daß Anderson von Fort Thomas in Kenwckh dersertirt ist. wo auf seine Verhaftung $50 Belohnung ausgesetzt ist. "MM In Eaft Kingston. N. Y., ift bei einem Streite zwischen Ziegelarbeitern der Italiener Antonio Trapaffe erschos sen worden. John Jich, der angeblich den Schuß abgefeuert, ift bis jetzt noch nicht dinzfeft gemacht worden.

Eine Technikalität

Rettet Schwindler vom Zuchthause. DaS Fehlen eine? Kommas in Sektion 677 in dem neuen Gesetze von In diana verschaffte dem gebildeten und bejahrten Robert E. RodgerS die Frei heit. Derselbe wurde vor etlichen Wochen wegen Erschwindlung von Geld in Jeffersonville verhaftet und befand sich biS gestern in Haft. Alsdann ent schied KreiSrichter Montgomery, daß fich ein Verbrechen, wie das in der An klage genannte, nicht im Gesetzbuch? be finde. Der Mann hatte Subskriptio. nen für Zeitschriften gesammelt, und schließlich wurde er für Schwindel der haftet. Da der Mann auf eine elende Technikalität hin freikam, so können Leute in Jndiana so lange beschwindelt werden, bis der Irrthum im Gesetze verbessert wird. Und daS kann noch recht lange dauern! Die of-Zeor-Kotroverse. Jos. Riley von Indianapolis, der Sekretär des demokratischen Staats CentralcomiteS, hatte eine lange Con ferenz mit Vorsitzer Levi H. Scott vom Cer.tralcomite von Floyd County be treffs der Cox Zrnor Kontroverse. Scott erklärte, er sei überzeugt, daß Zenor zurücktreten werde, falls Cox dasselbe thue. Cox hat oft genug er klärt, er fei der regulär und legal no minirte Congreßcandtdat und werde von selbst nicht zurücktreten, sondern die Sache der Abstimmung in der Pri mürwah! überlassen. Betreffs der Letz teren meinte Scott, mit dieser werde Zenor kaum einverstanden sein, wenn fich dieselbe nicht auf den ganzen Di strikt erstrecke. Diese Geschichte muß jedenfalls diese Woche erledigt werden. denn der nächste Montag ift der letzte Tag, an dem Candidaten ihre Zertifi kate einreichen können, damit die Stimmzettel gedruckt werden. Herr Scott erklärte offen, falls keine Ei nigung erfolge, werde ein Republikaner Congreßmann werden. Die County Kandidaten auf dem demokratischen Ticket von Floyd County haben verfloffene Woche auf dem Lande eine energische Campagne begonnen, die bis zur in drei Wochen stattfinden den Wahl anhalten wird. Heute soll der Stimmenfang" wieder loögehen. Diese Kandidaten detheiligen fich abfo lut nicht an der Kontroverse der Kon greß-Kandidaten Cox und Zenor und sehen nur nach den eigenen Zäunen". Die Städte sollen abgeredet" werden. sobald die Herren mit den County Precinkten fertig find. Polizeiliches. Gestern wurde die Negerin Mary Weekly. 318 Suöquehana Str., von den Geheimpolizisten Kurtz und Dugan nach der Polizeiftation gebracht, wie fie wegen Kleindiebftahlö gebucht wurde. Die Farbige soll bei einer Auktion in dem Hause 31 Weft Ver mont Straße mehrere Gegenstände ent wendet haben. Auf einen Haftbefehl hin, der von Wm. Sedenberg, No. 220 Nord Liberty Straße erwirkt worden war. wurde gestern Jra Quackenbush, No. 603 Oft WashingtonStraße, von den Beamten Himann,. Melary und Strauß hinter Schloß und Riegel gebracht und eine Anklage auf Dieb stahl gegen ihn erhoben. Derselbe soll einen Rock gestohlen haben. John Owens. 1316 Lee Straße, und Samuel Butler, 1524 Belmont Avenue, wurden gestern von den Beamten Smith und Hillmann in Haft ge nommen und nach der Polizeiftation abgeführt, wo fie wegen Thierquülerei gebucht wurden. Dieselben wurden gestern mit einem Pferde abgefaßt, welches fich in einem jämmerlichen Zu stand befand und mit einer Seuche .be haftet war. Das Thier wurde von dem Beamten Smith erschossen. Gottlieb Leukhardt, Die gemüthliche Ecke-, Ecke Noöle und Market Str.

Nachrichten aus Jndiana.

N e w A l b a n y. Die sammt ih rem Mayor, Wm. V. Grose, abgesetz ten Mitglieder des New Albanier Ar beitSrathö, John Tegart und C. W. Poutch, haben fich in die Oeffentllch keit geflüchtet" und ein dickes Pamphlet erscheinen lassen, in dem fie mit denen. die fie absetzten, sehr unsanft versah ren. Auch die Zeitungen kommen in dem Machwerk, daS übrigens nur in beschränkter Anzahl gedruckt worden ift, schlecht davon. V i n c e n n e S. JameS Hall, Sachverständiger für Gas und äugen blicklich Superintendent der Blackford Glas Compagnie, ift von Robinson, Jll.. zurückgekehrt, wo er die Gaöfelder besucht hat, um Untersuchungen für dic Stadt vorzuehmen. Herr Hall war mehrere Jahre lang in den Gaöfeldern von Jndiana thätig und ift anerkannt der beste Sachver ständige im Staate. Er ist mit den Gasfeldern in Illinois sehr zufrieden und ift, der festen Meinung, daß die selben bedeutend reichhaltiger find als diejenigen in Jndiana. Er untersuchte sieben Quellen und die stärkste von diesen zeigte eine Kraft von 335 Pfund, die schwächste eine solche von 200 Pfund. S e y m o u r. Die Bluthunde, welche Montag Nachmittag spät von CrotherSville gebracht und auf die Führte deSNegerS gesetzt wurden, der in dem Gehölz der Farm von Joseph N. White gesehen wurde, hatten bald die Führte verloren. Bewaffnete Farmer durchsuchten den ganzen Tag den Wald. Man vermuthet, daß der Neger, den man für Jeffe Coe gehalten hatte, am frühen Morgen den Wald verlassen hat. T e r r e Haute. Richter For tune bestrafte im Stadtgericht einen Vagabunden, Namens Geo. Craig, mit I500 Geldstrafe und 6 Monaten Ge füngniß wegen Mißhandlung einer Frau. Da der Bestrafte dieZGeldftrafe nicht bezahlen kann, so wird er fie ad fitzen müffen, welche ihn ungefähr zwei Jahre im Gefängniß halten wird. Die Stadt hat kein Arbeitshaus. Marion. William Chance, ein Farmer, welcher nördlich von Upland in Monroe Townfhip wohnt, wurde gestern Morgen um 2 Uhr durch einen Einbrecher in seinem Hause aufgeweckt. Derselbe war in einem Zimmer neben dem Schlafzimmer des Herrn Chance beschäftigt und hörte nicht, wie Herr Chance aufstand und sein Gewehr vom Schranke nahm. Mit der schußfertigen Waffe in der Hand, befahl Herr Chance dem nächtlichen Besucher seine Hände hoch zu halten. In dieser Stellung nahm er ihm den Revolver ab und bewachte ihn die ganze Nacht. Am Morgen ließ Herr Chance anspannen und brachte seinen Gefangenen nach Upland, wo er thn dem Marshall überlieferte. Der Einbrecher gab seinen Namen als Frank Allen von Marion, Ind., an. Herr Chance erhielt gestern von seinen Freunden - die besten Glückwünsche für seine muthige That. Das gemeinschaftliche Komite der commerciellen Vereinigungen, welches ernannt wurde, um die Gasfelder in Illinois zu untersuchen, hielt gestern im Commercial Club eine Versammlung ab. Mayor Bookwalter wurde zum Vorsitzenden ernannt. D. C. Griffith, der zuerst das Jlli nois Feld in Vorschlag brachte, hielt eine Anrede, in welcher er den AuS spruch machte, daß daS Territorium in der Gegend von Robinson, JllS., mit Gas und Oelquellen völlig übersäet sei. Personal-Notiz. Frau C a r l T a f e l von Cincin nati, Ohio und Frau Albert T a f e l von LouiSville, Ky.. befinden fich bei Frau Anna Siebold auf Besuch. Die Michigan Sugar Comp. von Lanfing. Mich., die mit 862,500 Kapital vor wenigen Jahren organiftrt wurde, hat jetzt neun Zuckerfabriken im Staate aufgekauft und ihr Kapital auf $14,500,000 erhöht.

StaatS-Cotzetis

Der Versicherungs Agenten. Die Versammlung der Staats FeuerderficherungS Agenten Vereinigung wurde gestern hier abgehalten. Angelegenheiten, welche StaatSqe schüfte ausschließlich betreffen, wurden in Berathung genommen; nach diesen folgte die Beamtenwahl. John W. Kern hielt die W illkom meN'Rede und Ansprachen von C. H. Forrey und W. L. Taylor folgten. Am Nachmittage wurden Ansprachen von Charles E. Cosfin, FranciS . RootS und H. H. Putnam gehalten. Gleichzeitig wurden die Delegaten zur National'Convention erwählt. Die nationale Vereinigung wird am Mittwoch für drei Tage in Sitz' ung treten, an diesem Tage wird der Commercial Club einen Smoker" zu Ehren der Gäste geben. .. Die vcrpflndete Guillotine. Wie einmal ein Henke? 'von Paris in die Lage kam. die Guillotine zu versetzen, erzählt der Pariser Figaro": Im Jahre 1847 befand sich der Henker Sanfon. dessen Großvater den König Ludwig XVI. hinrichtete, in dringender Geldnoth und er vermochte seine Zah!reick?en Gläubiger, die ihn in den Schuldihurm führen lassen wollten, selbst durch den Hwweis auf sein Amt, dessen der Staat zu Zeiten dringend bedürfe, nicht zu beruhigen. In dieser Lege kam er auf den Gedanken, um seinen quälendsten Ve"vflichtungen nachzukommen, die Guillotine zu versetzen. Ein böser Zufall aber wollte, daß kurz darauf ein Verbrecher zum Tode vernrtheilt wurde und der Henker den Auftrag erhielt, sein Instrument zur Vollziehung der Todesstrafe bereit zu halten. In lödtlichster Verlegenheit lief Sanfon zu dem Pfandleiher, der dies seltsame Objekt in Händen hielt, und bat ihn flehentlich, ihm die Guillotine wenigstens für einen halben Vormittag überlassen zu wollen. Aber alle seine Worte und Bitten waren vergeblich und da der Verurtheilte nicht ohne Guillotine geköpft werden konnte, so scch Sanson stch gezwungen, dem Generalprokurator die peinliche Lage, in der er sich befand, mitzutheilen. Sofort wurde nunmehr die Guillotine für den geforderten Preis von 4000 Francs (etwa $800) ausgelöst, Sanfon aber seines Amtes entlassen. Ausgewachsenes Get r e i d e gehört bei anhaltend ungünstiger Witterung wcchrend der Erntezeit keineswegs zu den Seltenheiten und so manchem Landmann wird schon vor der Saatzeit bange gewesen sein, weil er stch in die unangenehme Lage versetzt geglaubt, zur Saat unausgewachsenes Getreide kaufen zu müssen, weil ausgewachsenes nach seiner Anficht nicht mehr keimfähig ist. Dem ist aber nicht so, vielmehr können Erbsen, Wicken und alle Getreidearten, welche durch Nässe bei der Ernte gekeimt haben, zur Aussaat ohne Bedenken verwendet werden, da sie noch vollständig keimfähig sind. Um stch von dieser Thatsache zu überzeugen, nehme man ein Glas mit lauwarmem Wasser, werfe einige von den geleimten Körnern hinein und man wird staunen, mit welcher Schnelligkeit selbst Zoll lange, verdorrt aussehende Keime zu neuem Leben erwachen, ein Zeichen der außerordentlichen Lebenszähe, die schon von Natur aus dem Keime einverleibt ist. Allerdings wird es bei Verwendung solchen Getreides zur Saat no thig, etwas dichter wie gewöhnlich z säen, weil in trockenem Zustande mancher Keim abbricht, wodurch dann allerdings die Keimfähigkeit des betreffenden Kornes verloren geht. Zur Aufzucht der Fohl e n. Eine lohnende Aufzucht der Fohlen ist ohne Tummelplätze, auf welchen sich die Thiere die nöthige Bewegung verschaffen können, kaum denkbar. Der Aufenthalt in der frisehen Luft, sowie die Bewegung kräftigt die Thiere und macht sie gegen die Einwirkung einer ungünstigen Witterung widerstandsfähig. Jedenfalls ift es am besten, wenn gute Fohlenweiden vorhanden sind, auf welchen sich die i Thiere bei günstiger Witterung nach Belieben herumtummeln können. Fehlt es an diesen, so müssen wenigstens Tummelplätze hergerichtet werden. Ohne ausreichende Bewegung verkümmern die Thiere nicht selten und bleiden in der Entwicklung zurück. Manche' Züchter lassen auch die Fohlen, um die nothwendige Bewegung zu verschaffen, mit der Mutter in's Freie laufen. Wo die nöthige Aufsicht vorhanden ist. mag dies empfehlenswerth sein, andernfalls können die Thiere aber auch leicht Schaden nehmen.