Indiana Tribüne, Volume 30, Number 46, Indianapolis, Marion County, 16 October 1906 — Page 7
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as wklic Kamm : Humoristische Erzählung von 5 R u d ? 1 p tr S t r a tz 5 :: (Fortsetzung.) Ja Sie!" sagte sie drohend. Machen Sie nur ein so harmloses Ge ficht! Als ob ich Ihren Namen nicht schon ein Tutzend mal und öfter in den Mittheilungen des Alpenvereins' gelesen hätte!" Ja als Vorstand der Sektion..." Und wen wählt wohl eine Sektion zu ihrem Vorstand? Etwa einen ver. Künftigen, besonnenen Mann, der sich die Sache vom Thal aus ansieht und allenfalls die Zahnradbahn benutzt? Oder einen vorsichtigen, ängstlichen Menschen, der an Schwindel und Athemnoth leidet und auf halbem Wege umkehrt...?" Martin Siebenpfeiffer zuckte verstört zusammen und schwieg. Wem," suyr sie fort, Dte ganz tollkühnen Wagehälse, die stellt man natürlich an die Spitze, damit sie ihre Haut zuerst zu Markte tragen! Warum haben Sie sich denn gerade hier anbauen müssen, neben dem .Wilden Tirndl,' diesem gefährlichen, Verrüfenen, schwindligen Berg? Natürlich doch nur, damit Sie wie ein Gemsbock nach Herzenslust daran auf und ab spazieren können, bis Sie sich fcoch einmal das Genick brechen!" Er und ein Gemsbock! Der kleine Oberlehrer lächelte wie ein Märtyrer. Sehen Sie mich doch an!" sprach er matt. Ich sehe Sie doch die ganze Zeit! Sie baben aerade die ??iaur. W& stämmig?, untersetzte Gestatt ist ja gerade den meisten verwegenen Männern eigen! Dent?n Sie doch nur an Stanley oder Napoleon . . ." Stanley! Napoleon! Martin Siebenpfeiffers Herz wurde weit vor Sehnsucht. ...daß dazwischen sich einmal eine Bärenfigur wie mein Bräutigam verirrt. das ist nur eine Ausnahme, die die Regel bestätigt. S i e sind geradezu der Tvpus des Bergfexen, der blindlings die Gefahr um ihrer selbst willen aufsucht, und sich nur wohl fühlt, wenn er im leeren Raum steht, unter sich nichts, über sich nichts, um sich nichts, und allenfalls noch durch eine Stiefelspitze und zwei Finger in Verbindung mit der übrigen Welt. S? ungefähr soll's ja am .Wilden Dirndl' ausschauen! Ich will Sie lieber gar nicht danach fragen. Sie flunkern mich ja doch nur an!" Ich schwör? Ihnen . . sagte der Oberlehrer flehend. Aber sie ließ ihn nicht ausreden. Schwören Sie nicht! Sie schwö ren falsch! Wenn man in jeder Nummer der .Mittheilungen' genannt wird. Ulrichs Freund ist und an diesem Berg sein Haus baut, dann macht man mir kein 3E mehr für ein U. Dann weiß ich von selbst schon alles übrige und weiß, daß Sie einer der verwegensten und vermessensten Gipfelstürmer sind und sich nur durch einen glücklichen Zufall noch am Leben befinden!" Ein vermessener Gipfelstürmer! Eine Stanleyfigur! Ein flunkernder Kraftmensch! Wie Honigseim schlürfte Martin Siebenpfeiffer die dräuenden Mädchenworte. Er fühlte, wie er ihr trotz ihres Zorns imponirte. Die Gestalt ohne Furcht und Tadel, als die er sich träumte und die er nicht aus sich machen konnte, diese stämmige Heldengestalt hatte jetzt eine greifbare Form gewonnen. Sie lebte in der Einbildungskraft seiner Hüttenkamera din! Es gab ein Wesen auf der Welt, dem er so erschien, wie er zu sein dürstete, als ein grimmer Uebermensch! Welch eine Wonne, endlich einmal keine problematische Natur zu sein, stark und frei, ein Ganzer, vor fcn un willig bewundernden Augen dieses schönen Menschenbildes. Er fand nicht mehr die Kraft, ihre Illusionen zu zer stören, sondern schwieg und lächelte. Also morgen wird dies Haus eingeweiht?" fragte sie nach einer Pause. Er nickte. Darauf freue ich mich! So was habe ich noch nie mitgemacht. Oder muß eine Bergfeindin wie ich vorher weg?" Jeder Gast ist willkommen!" sagte Martin Siebenpfeiffer. Und Sie, gnädiges Fräulein, doppelt und dreifach!' Diesmal blieb bei dem Kompliment schon das nervöse Niesen aus! Er machte Fortschritte und kam sich recht verwegen vor, halb ein Ton Juan, halb ein Herkules der Höhen. Nun und nach der Feier, übermorgen . . forschte sie weiter. Was geschieht dann? Dann hält es Sie wohl nicht mehr in der Hütte, sondern zieht Sie wieder hinauf zu Ihrem geliebten .Wilden Dirndl' . . .?" Das war der kritische Augenblick! Martin Siebenpfeiffer stand auf der Grenze zwischen der Wahrheit und ihrem Gegentheil, und er unterlag! Zwar mit klopfendem Herzen und sich röthenden Wangen aber der Zauber sich endlich erfüllender Eitelkeit war zu stark. Ja . . . allerdings . . ." sprach er stockend, " . . . ich . . . möchte wohl ganz gern einmal hinauf!" Zum wievieltenmal?" Fragen Sie nicht!" sagte der Oberlehrer leise. Sie haben ja selbst vor-
hin gesagt, daß Sie mir nicht glauben!" Ja, das ist wahr! Also übermorgen früh stehen Sie wieder einmal auf der Spitze?" Ja!" sprach er jetzt laut und entschieden, um die heftigsten Gewissensbisse zurückzudrängen. Schließlich was lag an dem kleinen Schritt vom
Wege der Wahrheit? Sollte er dem harmlos vertrauend:n Mädchen ihre Illusionen rauben? Morgen vor Abend stieg sie doch wieder hinab in's Thal. Er sah sie nicht wieder und lebte, bis ihre Hare grau wurden und Enkelkinder ihren Sorgenstuhl umspielten, als Held im Herzen eines Weibes! Sie haben wohl etwas Besonderes vor. daß Sie hinauf müssen?" fragte sie wieder. Es war seltsam, daß sie von dem Gegenstand nicht ließ. Jetzt war keine Rückkehr mehr möqlich. Er nickte: Ich will mich wieder einmal über die Eisverhältnine auf der Spitze unterrichten und vor allem auch prüfen, ob an der Kletterstelle die Stift: und Seile in guter Ordnuna sind." Das ist mir lieb, zu hören! Sehr lieb. Herr Siebenpfeiffer!" sagte sie lebhaft und sah ihn frohlockend mit ihren glänzenden Augen an. Ein unbestimmtes Grauen erfaßte ihn, als sei er unversehens gleich mit seiner ersten Lüge in des Teuftls Glet-scherp-zlte gerathen. Warum denn, mein Fräulein?" fragte er unsicher. Sie schlug triumphirend die Arme über der Brust zusammen. Weil i ch übermorgen früh auf das .Wilde Dirndl' will!" Ach. Du großer Gott!" fuhr es ihm unversehens im ersten Schrecken her aus. Aber sie verstand seine Ueberrafchunq anders. Sie meinen, weil ick nickt da, ausgerüstet bin?" sagte ste. FreNich nicht. Aber ich habe schon mit der Veronika gesprochen. Die leiht mir ihre Nagelschuhe und ihr Sonntagslcdengewand. Dann geht es ganz gut!" Ja . . . aber . . . aber . . . Er suchte in seiner Bestürzung nach Worten. Ja . . . fürchten Sie sich denn gar nicht?" ie lacyte hell auf. Das fragen S i e mich, ein Alpmist, der die Angst doch kaum vom Hörensagen kennt! Ich sin von Natur aber auch kein Haen fuß, Herr Siebenpfeiffer, und was ich 'mal im Kopf hab . das setze ich durch. Mein Bräutigam uoer soll gehör' g Angst um mich kriegen, so wie ich sonst um ihn, damit er endlich einmal weiß. wie denen unten im Thal dabei zu Muthe ist, wenn sie etwas Liebes in LebenZfahr wissen. Darum steige ich übermorgen in aller Frühe auf das .Wilde T'.ndl' und schicke ihm. ehe ich weggehe, durch die Mirzl einen Brief, worin das alles drin steht! Das soll seine Strafe sein!" Ja . . . aber ... um Gottes willen . . ." Dem verstörten Oberlehrer kam ein rettender Gedanke. Ihr Führer . . . dieser ,Kropf' ist ja ein ganz alter, zitteriger, unbrauchbarer Mann. Auf das .Wilde Dirndl' braucht es einen Führer ersten Ranges!" Habe ich ja auch!" lachte sie übermüthig. Wen denn?" Sie!" Martin Sieben ofeiffer stand vor Schrecken das Herz still. Nun war er in seiner eigenen Lügenfalle gefangen. Sie gehen doch übermorgen auch hinauf!" fuhr sie fort. Sie haben es ja selbst verrathen, noch ehe ich meine eigene Absicht äußerte. Und da bitte ich nun recht schön, mich mitzunehmen! Dann ist alles gut! In Ihrer Begleitung kann mir nichts Passiren und Ulrich, der nicht weiß, daß Sie als mein Schutzengel auf Schritt und Tritt über mich wachen, genießt die volle erzieherische Angst, die ich ihm zugedacht habe! Also Ihre Hand! Schlagen Sie ein!" Gnädig-s Fräulein!" Der Oberlehrer trocknete sich die Stirne. Es oeht wirklich nicht. Sie dürfen nicht hinauf!" Zu was haben Sie denn dann die Hütte am ,Wilden Dirndl' gebaut, wenn Sie den Leutm verbieten wollen. hinaufzusteigen!" Nur solchen, b.i denen es ein Unglück geben kann!" Es kann kein lnglück geben, wenn Sie bei mir find! Höchstens wenn ich mit dem Kröpf allein gehe. Und das thue ick! - Mein Wort darauf! Und Sie haben dann als Sektionsvorstand, wie Sie selbst vorhin sagten, die Verantwortung! Sie sind es schon Jhrm Freunde Schneevogt schuldig, seine Braut nicht schutzlos in einer Gefahr stecken zu lassen!" Ich lasse Sie aber nicht hinauf!" Sie werden mich nichr hindern!" sie schüttelte trotzig den Kopf. Der Weg ist frei für alle und ich gehe hinauf. wohin ich gehöre, auf die Spitze des .Wilden Dirndls' und Sie mit mir! Das weiß ich!" Der Oberlehrer schwieg verstört. Wieder hatte er die räthselhafte Empfindung. als ob ein Traum ihn äffte. Als ob das Wilde Dirndl." erbittert über die ihr zu Füßen errichtete Zwingbürg der Thörlihütte, und rachedürstend nur auf die erste Gelegenheit, die erste Verstrickung in einem Netz der Phantasie abgewartet hätte, um ihn emporzuziehen in ihr schwindeliges Todenreich und dort mit eisigen Armen zu umfangen! Er fühlte einen starken, heißen Händedruck. Sie hatte seine Rechte erfaßt und sah ihm halb muthwillig, halb bittend in die Augen. Sagen Sie ,Ja'!" bat sie. Eher lasse ich Sie nicht los!"
Was thun? Widersprechen konnte er nicht mehr! Sie hatte ja alle seine Gründe mit seinen eigenen Worten siegreich widerlegt. Und Gründe mußte er doch angeben, wenn et ein schroffes Nein!" erwiderte. Da lachte es neben ihm. Wer schweigt, sagt Ja!" Und er fand nicht mehr die Kraft zum Widerspruch, sondern nickte nur wehrlos und wie betäubt im Schuldbewußtsein seiner alpinen Lüge mit dem Kopf. Sie ließ ohne weiteres seine Hand los und seufzte befriedigt, als ob sie es gar nicht anders erwartet hätte. Danke schön! Und nun bin ich müde! Ich hole mir aus dem großen Schlafraum nebenan ein aar Decken und lege mich hier auf die Bank neben dem 'sen hin. Nein lassen Sie nur. Das mache ich schon alleine! Also gute Nacht! Sie werden sich ja wohl auch jetzt gerne auf Ihr Zimmer zurückziehen!" Jawohl, dieser Wunch lebte in Martin Siebenpfeiffers Brust. In seinem Kämmerchen angekommen, stieß er das Fenster auf und starrte hinaus in das stille Sternengezlitzer, zwischen dem bleich und weiß wie im Todenhemd das gespenstige Wilde Dirndl" zum Himmel ragte. Nun war er ja mitten drin in der Welt der Abenteuer, das Weib, das heiße, hungrige Räthsel war in sein Leben getreten und riß ihn mit stch fort. Aber er wurde des nicht froh. Er hatte Bangen vor den Gefahren, die im Sckooß der Zukunft ruhten, und ein erstes leises Ahnen zog durch seine Brust, daß die Poesie im Leben Stacheln trägt und die blaue Blume der Romantik nicht am Wegrain des Wanderers harrt, sondern im Dornengestrüpp voll Nattern und Brennnessein sich gegen ihre Ritter verschanzt.
6. Kapitel. Du mein Oesterreich . . Einschmeichelnd glitten auf goldenen Strahlen des Mor.H gensonnenschems die Walzerklänge in Martin Siebenpfeiffers Gemach, daß er verdutzt aus dem Schlummer auffuhr. Mit einem Satz war er vom Lager und trat an's Fenster. In wolkenlosem tiefem Blau spannte sich der Himmel über dem weißen Firn, den grünen Wäldern und Matten. Sonnige Heiterkeit, ein Wehen des Feiertags ringst umher. Und auf dem Schneefleckchen hart an der Hütte, wo in ihrer phantastisch schwarten Gewandung die aus dem zwei Stunden entfernten Bergwerk gckommenen Knappen fiedelnd und blasend standen, klang es immer wieder: O du mein Oesterreich!" und hüpften die Monika und die Veronika, einander umschlungen haltend selig im Walzcrtakt, daß die Röcke flogen und der spiegelharte Schnee unter den SchuhNägeln knirschte. Die Mirzl stand mit offenem Mund daneben. Also heute war der große Tag! Martin Sievenpfeiffer sammelte, noch schlaftrunken, seine Gedanken. Der Ehrentag der Thörlihütte und ihres Hausherrn, den er sich so lange schon in Träumen ausgemalt hatte! Die Musik verstummte jetzt und von unten her, aus der Tiefe, gellte ein Juchzer. den die Monika, noch hochroth vom Tanz, me beioen Hände an den Mund legend, mit einem kunstvollen Jodeln beantwortete. Die ersten Festgäs!e waren also schon nahe! Jetzt schon in aller Frühe? Er sah auf die Uhr Sie wies die zehnte Morgenstunde! Da faßte ihn ein Schrecken! Er war nahe daran gewesen, die Feier, deren Mittelpunkt er doch sein sollte, diese Krönung seines alpinen Erdenwallens. schnöde zu verschlafen! In fliegender Hast vollendete er seine, ohnedies in den Bergen bis zu spartanischer Einfachheü zurückgeführte Morgentoilette, stürmte hinaus, scheuchte in der Kücke die Monika und die Veronika rücksichtslos "oon ihrer bei dampfendem Kaffee gefeierten Verbrüderung mit den schwarzen Bergmusikanten auf und legte mit ihrer Hilfe die letzte Hand an die Thörlihütte. Die Hammerschläge dröhnten, mit denen er, hochroth vor Aufreaung auf einer von den beiden kichernden Mädeln gehaltenen Leit? stehend, die Tannenguirlande an der Eingangsthllr befestigte, und in seiner Kurzsichtigkeit dabei häufiger die eigenen Fingernägel als die eisernen Näqelköpfe in wohlgezieltem Schwünge traf aus den Fenstern des Oberstocks schob er zwei Fahnenstangen hin aus, an denen alsbald Schwarz-Gelb und Schwarz-Weiß-Roth brüderlich im Morgenwind flatterten; auch die Kreide trat wieder in ihr Recht und malte noch eimge Verbote und War nungen an die feuchte Oelfarbe der Thüren dann war der letzte Schliff gegeben, und befriedigt betrachtete Siebenpfeifftr, sich die Stirne trocknend. sein Werk. So macht man's. Ihr Mädels!" sagte er streng und belehrend. Nit wie Ihr, die in Eurer Gedankenlosiqkeit mich nicht weckt, sondern in den Tag hinein walzt, mag daraus werden, was da will..." Ah gehn S', gnä' Herr!" begütigte ihn die hübsche Veronika. Seien S' net grantig! 's is ja alles recht!" Und die Jungfer Köchin setzte hinzu: Da wär' ja eh' noch Zeit gewesen! Der gnä' Herr is ja flink wie a Gamsbock!" Wer hatte ihn, den fetten kleinen Thalbewohner, auch schon kürzlich mit einer Gemse verglichen? Der Oberlehrer sann nach und ein halblauter Schreckensruf entrang sich seinen Lippen. Die romantischen Abenteuer der Nacht, in der Verwirrung des Erwache.ns, der Geschäftigkeit hinterher,, sei-
nem Gedächtniß entschwunden, lebten Plötzlich wieder in ihm auf. Unwillkürlich blickte er nach dem Wilden Dirndl." Da stand es, das spröde, schlanke Firngebild, trotzig das Haupt zum Himmel aufwerfend, in seinem fleckenlosen Hermelinpelz, und jählings bäumte sich die gefürchtete schmale Eisschneide, der Weg" zur Spitze, von einem das Todtenhöfel" genannten Bergvorsprung empor. Das leichte Wölkchen einer Lawine stäubte und rieselte dort herab, ein schwaches Knattern wie von einer Flintensalve hallte hinterdrein, und freundlich, als sei nichts geschehen, lächelte das Wilde Dirndl" wieder in's Thal zur ThörliHütte nieder. Martin Siebenpfeiffer aber war es. als lege sich ein Nebelflor um die Sonne und färbe die ganze SommerPracht ringsum in düsteres, warnendes Grau. Da sollte e r hinauf! Ueber diesen Firnkamm auf diesen Givfel! hm schauderte. Und doch hatte er es in seiner Noth versprochen! Oder war das Ganze doch nur ein Traum und das Wilde Dirndl" von dem Mitternächtlichen Ausflug in Menschengestalt, den sie zu ihm in die Thörlihütte gemacht, längst wieder auf ihren Eisthron zurückgekehrt und amüstrte sich dort oben damit, eine Lawine nach der andern mit der Fußspitze über die steil abschießenden Schneehalden herabzustoßen? Er wandte stch zu den beidm Tirolerinnen. Wo ist denn das Fräulein von gestern?" fragte er gedämpft. Die Monika und die Veronika lachten. Die sei heute Morgen wie ein Murmelthier schlafend von ihnen m der Wirthsswbe betroffen worden und, nachdem sie reichlich gefrühstückt, auf oas .Lamenzimmer gegangen, um stcy
von oben die Feier anzusehen. Also sie lebte! Natürlich! Gespenster pflegen nicht mit Heißhunger um sieben Uhr Morgens über Milchkaffee und Kipfel herzufallen, und mit der Kunde von dem unentwegten Appetit der Fremden schlich eine tiefe, trostlose Traurigkeit in Martin Siebenpfeiffers Brust. Wie sollte das um Gottes willen enden? Morgen um diese Zeit mußte er ja mit ihr bereits den Gipfel erklommen haben oder aber unterWegs ... Er wagte den Gedanken nicht auszudenken. Oder doch nur mit einem verzweifelten Galgenhumor. Was kommt dort von der Höh'?" würden die Monika und die Veronika einander fragen und nicht ahnen, daß dieser mit beschleunigter, ganz überflüssiger Eile zu Thale strebende Fremdkörper in der Hochwelt dem Doktor Martin Siebenpfeiffer gehörte, der, vom Schwindel ergriffen, bei der ersten kitzlichen Stelle ausgeglitten war . . . ..A schön's Wetter!" sagte vorbeihinkend der alte Führer, der Kröpf, und lüftete sein Hütchen. Dös bleibt jetzt, gnä' Herr. A Wochen und länger! Da san S' ohne Sorgen!" Natürlich blieb es schön! Es gehörte ja mit zu dem Verhängniß. daß der Wind beharrlich von Nordost blies. Der kleine Oberlehrer packte den Kröpf am Arm. ..Will denn das Fräulein wirklich auf den Berg!" forschte er vertraulich. Der Kröpf bejahte. Was denn weiter daran sei? Gehen könne sie gut. Schwindel habe sie nicht. Und es seien doch schon mehr Damen oben gewesen! Das war alles richtig. Ein bitteres Gefühl der Ohnmacht überkam den Gebieter der Thörlihütte. Frauen, diese armen Nervenbündel, diese furchtsamen Geschöpfe, die vor Fledermäusen, Gewittern und Pistolenschüssen im Schrecken aufkreischten die besuchten frischgemuth das Wilde Dirndl," wie eine gute Freundin zur Kaffeevisite, und er. der Herr der Schöpfung, dem doch das Weib und die Berge und die Welt Unterthan waren, er durfte inzwischen mit der Veronika das Wirthschaftsbuch abrechnen und wie ein Schweizer Hotelier für die Behaglichkeit der Zurückkehrenden sorgen. Oder es gab ein Unglück! Er mußte ein Mittel finden, um diese ewig hungrige Sphinx da oben von ihrem Vorhaben abzubringen. Und plötzlich hellten sich seine Züge auf. Lori Vogel! Warum hatte er nicht gleich an die gute Freundin, den geldspendenden Hausgeist der Thörlihütte, gedacht? Wenn ste kam, war er doch heute an ihrem Ehrentag ihr Ritter und durfte sie nicht verlassen, um mit wildfremden Damen in die Berge zu steigen! Servus!" sagte da neben ihm eine Grabesstimme. Servus, SiebenPfeiffer! Du siehst bleich aus!" Der finstere Kollege aus dem Wirthshaus zum Weisen Lamm" war als erster der Festgäste heraufgestiegen. Er trug eine Depesche in der Hand. Fasse Dich, Slebenpfeisser:" fuhr er mit dem düsteren Behagen eines Unglücksraben fort. Fräulein Lori Vogel hat in Innsbruck ihre Migräne bekommen und macht dort für ein paar Tage Station!... Du mußt die Hütte ohne sie einweihen!" (Fortsetzung folgt.) Vm Tanzsaal in den Tod. Im Ballkleide erhängte sich m Konradireuth. Oberfranken, die 21jahrige Gutsbesinerstochter Elise Troger. Das Mädchen war direkt vom Tanzsaal weg aus Liebeskummer in den Tod gegangen. VGnI B a t e r (zur Tochter): Bring' doch Cigarren für unsern Besuch!" Tochter (nach einigem Suchen): ! Soll ich beide bringen?"
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