Indiana Tribüne, Volume 30, Number 46, Indianapolis, Marion County, 16 October 1906 — Page 6

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Erinnerungen einer Köchin von 6. von der Reide (Schluß.) u&t imo eine gute uno treue Per son, Rosa." sagt die Gnädige gerührt und merkt l?Ät, daß sich die Rose nur deshalb o teilnehmend erkundig', da mit sie zu rechter Zeit nneor : ern kann. Denn kaum war die L .rschaft weg, war sie auch bei der Thür draußen und ist mit ihren Verehrern und der Frau ihren Röcken. Schärpen, Blusen und seidenen Strümpfen auf den Ball gegangen. Blos ihre chuh und Hand schuh hat r nicht angezogen, wen sie ihr zu klein waren, sonst haben s' voll kommene Gütergemeinschaft gehabt. Da kommt einmal unsere Wäscherin ZU mir und sagt: So was hab' ick noch nie geseh'n, wie Ihre Gnädige die Wäsche schmutzig macht, 's ist fast nicht reinzukriegen! Von so einer seines. Dame möcht' man das nicht erwarten und kann da wohl sagen: oben hui. unten pfui!" Zeigen S' einmal, sag' icq. Das kann nicht möglich sein." Und wie ich weiter nachforsch', bring' ich's heraus, daß die Rosa die Sacken. wenn s' die Gnadige ablegt, weiter tragt, bis sie schwarz sind! Da druckt mich das Gewissen, daß ich mir denk', auf so was muß man die Gnädige aufmerksam machen. Ich geh' hinein und sag' so artig und freundlich wie möglich: Euer Gnaden werden schon erlauben, das ich mir erlaub', zu bemerken, wie S' von der sauberen Rosa zum Narren g'halten werden." Sie aber springt auf und schreit: Wie können Sie es wagen, in solchem Tone mit mir zu reden?" Ich lass' mich aber durch ihre Faxen nicht abschrecken, sondern sag' weiter: Nicht blos allein, daß die Rosa die Frechheit hat, alle Sachen von Euer Gnaden zur Benützung zu übernehmen. hat auch die Wäscherin gesagt, daß zl ein Skandal ist, was die Wasch' von Euer Gnaden anbelangt " In dem Augenblick rennt die Rosa herein, die ja immer mit ihren Obren an der Thür ist, und ruft: O bitte. Euer Gnaden, schenken Sie der Ver leumderin kein Gehör! Glauben Euer Gnaden kein Wort von dem, was sie über mich zusammenlügt, sie will mich arm Mädel um die gute Stelle brin gen' Wo sollt ich sonst wieder so an Haus finden? So eine liebe, gute Herrschaft gibt's ja in der ganzen Weli nicht mehr! Dabei kniet s' vor der Frau nieder. küßt ihr die Hand und schluchzt so jäm merlich, daß der Gnädigen selber mt Thränen in die Augen kommen. Stehen Sie nur auf. Rosa, ich weiß, daß ich auf Ihre Treue rechnen kann, und lasse mich durch memand irremachen!" Und zu mir sagt sie: Ich habe schon oft bemerkt, daß Sie ein unverträgliches Temperament haben und auf d brave Rosa eifersüchtig sind; machen Sie. daß Sie schleunigst hinauskommen!" Da packt mich die Wuth, ich geh' hinaus ohne ein Wort und schlag' die Thür zu. Gut. willst Du betrogen sein, mir ist's auch recht, ich werd' mir nicht mehr den Mund verbrennen! Dh' Person wird sich schon noch in ihren eigenen Schlingen fangen! Kaum war ich wieder in der Kücke. kommt auch schon die Rosa hereingelaufen. Ich hab' geglaubt, sie ist in Thränen zerflossen, aber keine Spur. Wie s' auf mich losspringt wie eine Tiaerkatze mit funkelnden Augen, da hab' ich Angst gehabt, sie will mir was antbun. Schämen Sie sich nicht, Sie elen dige Verrätherin, der Frau was in die Ohren zu säuseln! Was gehen Sie die Angelegenheiten von mir und der Gnädigen an, Sie neugierige Klatschen! Hab' ich mich vielleicht je um Ihre Kochhäfen bekümmert? Wenn sich die Frau um ihre eigenen Sachen nicht schert, was haben Sie sich darum zu scheren? Führen S' mir das nicht noch einmal auf, sonst verschirg' ich Ihnen bei der Herrschaft, daß Sie in der nächsten Minuten hinauskugeln, Sie alte Kutschen, Sie!" Was soll man darauf antworten? Ich war so perplex, daß ich zuerst keine Worte g'funden hab'. Treiben S' weiter, was Sie Lust haben," sag' ich endlick, ich misch' mick in nichts mehr hinein. Sie sind Luft für mich, verstehen Sie? Lang kann's ja nicht mehr so weitergehen, ich hab' einen Spuribus, daß die Hetz' mit einem Male aus sein wird." Und so haben wir halt weitergewurfielt. Mit der Herrschaft bin ich fast gar nicht zusammengekommen, und von der Rosa hab' ich auch immer weniger zu sehen gekriegt. Wenn der Herr Oberleutnant in der Früh weggeht, legt sie sich gleich wieder schlafen und kann sich von ihren Anstrengungen erholen. Vor der Gnadigen ist sie sicher, denn die kommt vor elf Uhr nicht aus dem Schlafzimmer und geht dann meistens gleich wieder fort. Den ganzen Tag lang hat s' nicht eine Minuten Zeit, sich um ihre Wohnung, ihre Sachen, ihr Geld und ihre Dienstleut' zu bekümmern.

Ich als Köchin kann freilich nicht faulenzen, denn bei mir möcht's sofort an'S Tageslicht kommen, wenn ich Gelüfte hätt', die Händ' in den Schooß zu legen. Denn wenn die Gnädige auch vom Kochen keine Ahnung hat, für's Selberessen frt sie soaar ein sebr feines

Verständniß, und der Herr Oberleut' nant auch. Ich hab' mich tüchtig tum meln müssen, aber die Rosa, die hat ein wahres Lotterleben geführt. Die beutiqe Mob', eine Wohnung einzurichten, ist ja für solche Stubenmädln eigens erfunden worden. Auf den dicken angenagelten Teppichen sieht man keinen Schmutz, un zu den Fenstern kommt auch . keine Sonne herein, um die Staubhauferln zu beleuchten, denn die sind doppelt und dreifach verhängt. Zuerst schwere Vorhänge, auswendig Plüsch, inwendig Seide, dann kommt ein breiter SpitzenVorhang vor das ganze Fenster, dann kleine Vorhangerl an den Scheiben, dazu noch Fcnsterpolster und Decken. Was Besseres hat die Rosa sich gar nicht wünschen können. Daß mein Ausenthalt in dem Haus nicht von langer Dauer sein wird, hab' ich gewußt, aber daß es so g'schwind gehen wird mit dem Minisierwechsel. hätt' ich mir wieder nicht träumen 'iCifttt. Und wenn ich hundert Jahr' erleb', so werd' ich den letzten Abend nicht vergessen! Es war an einem Dienstag, das hab' ich mir gemerkt, weil an diesem Tag der Tag bei unserer Herrschaft kein Tag, sondern ein Jour" war. Den ganzen Nachmittag war ein Geläut und ein Gelauf von Besuchen und ein fortwährendes Bewirthen, daß ich schon ganz schwindlig war vor lauter Herumarbeiten. Kaum waren die letzten Gäste fort, ist die Herrschaft auch in höchster Eile aus dem Haus gegangen, denn sie waren für den Abend zu einer großen Ge sellschaft bei der Frau Erbtant' geladen. Ich setz' mich mit einem Buch in d:? Küche und denk': Gottlob, jetzt kannst Du Dich ein wenig verschnaufen nach dem Rummel! Die Rosa war auch schon verduftet, die hat ja ihren eigenen Schlüssel gehabt und ist immer, sobald die Herrschaft weg war, mit ihren Bräutigämern auf die Gaudi gegangen. Kaum hab' ich ein paar Seiten zu mir genommen, läutet jemand stark an. Draußen steht ein Offizier, wahrscheinlich ein Freund vom Herrn Oberleutnant. Bitte zu entschuldigen, gnädiger Herr," sag' ich. daß die Herrschaft nicht zu Haus', sondern grad' vor einer Viertelstund' davongegangen ist." Wer sagt Ihnen denn, schöne Köchin, daß ich zur Herrschaft will? Ich komme ja extra wegen Ihnen her, um Sie zu fragen, warum so eine fesche und propere Person wie Sie, immer einsam zu Haus sitzt, statt sich zu unterhalten, wie's alle vernünftigen Leute thun." O je, gnädiger Herr, die Zeiten sind vorüber: jetzt werd' ich doch nicht mehr unter die Faschingsnarren laufen!" Auf's Alter kommt's nicht an, sondern auf's Aussehen." sagt er, und was das anbelangt, können Sie's noch mit jeder Jungen aufnehmen!" Das ist ein kecker und zudringlicher Mensch, denk' ich. aber recht hat er, das muß wahr sein! Um unseren Dischkurs zu beendigen, sag' ich: Wünsch gute Nacht." und will die Thür zumachen. Aber er stoßt mich weg und drängt sich hinein bis mitten in die Küche. Da hat ?7.:r das Herz gepumpert vor lauter Schreck, und ich hab' nicht gewußt, ist das ein Narr oder ein Einbrecher. Sie, Pauline, kennen Sie mich wirklich nicht?" sagt er auf einmal mit einer ganz anderen Stimme. Hat man so was schon erlebt? Wer war's? Die Rosa, die miserablige Komödiantin, mit einer Perücke und einem falschen Schnurrbart! Dem Herrn seine Uniform hat s' angehabt, auch seine Schuh und Handschuh, seine Uhrkette und seine Batiste taschentücheln, und sogar gerochen hat's wie der gnadige Herr! Das freut mich aber aufrichtig, daß Sie mich mcht erkannt haben; wissen S , heut' ist der Hausball von der Kell nergcnossenschaft, da kann ich ein paa: Stunden lang die Leute foppen das wird ein Jux, sag' ich Ihnen! Aber jetzt muß ich mich tummeln, daß ich hinkomm , denn lang kann ich heut' nicht ausbleiben, um Mitternacht bin ich wieder zurück. Und draußen war sie! Ich setz' mich nieder und ärger' mich, daß ich denl blöden Ding auf den Leim gegangen bin. Kaum war ich etwas beruhigt, läu tet's wieder mörderisch. Der Herr Oberleutnant kommt qanz athemlos herekn, gleich hinter ihm die Gnädige. ern in en e ui5o IN vie moias Nicht zu Hause? Ach, das ift ärgerlich! Kommen Sie schnell, Pauline. und zünden Sie im Schlafzimmer Licht an Ich muß etwas holen, das ich leider vergessen habe." Die längste Zeit hör' ich drinnen hin und her rennen. Laden auf- und zu schieben, Kastenthürcn knarren und dazwischen immer die zornige Stimme vom Herrn und die weinerliche von der Gnädigen. Dann läutet's Sturm, und ick schieß' in's Zimmer. Wissen Sie vielleicht, wo das Armband von meiner ??rau hingekommen

ift? Es war in dresem Etui. Eine

dicke goldene Kette mit einer Schließe aus Saphiren." Wie soll ich das wissen, Euer Gnaden? Ich hab' hier mein Lebtag keine Saphire g'hen." Lassen wir für heute das Suchen," sagt die Frau, sonst wird's zu spät: morgen werde ich mit der Rosa überall nachichau'n. da muß es sich finden, denn sie kennt sich aus, weil' sie immer meine Sachen zurechtlegt.Nein.- sagt er, das Armband mun heute gefunden werden, eher gehe ich nicht von der Stelle! Was würde die Tante sagen, wenn Äu ihr Hochzeit--zechenk nie trägst. Was schenkt sie mir auch ein so aeschmackloses Zeug! Komm jetzt, sei nicht so furchtbar eigensinnig, ich kann es gerade so gut e:n anderes Mal nehmen." Ich gehe nicht fort, bis ich es aefunden habe und wenn darüber die ganze Nacht vergehen sollte!" Su' haben noch immer weiterqestritten. und ich bin hinaus. Aber bis in die Küche hat man den Tumult gehört. besonders den Herrn, der immer lauter zeschrieen hat. Was ist denn das für eine Wirthschaft? Was ist denn das für ein? Ordnung? Dieses Durcheinander in allen Läden und Kästen! Wenn Dir die Hälfte Deiner Sachen gesrvhlen wird, so bemerkst Du es nicht einmal!" Du weißt doch, daß ich keine Zeit habe," jammert sie. Keine Zeit! So. keine Zeit? Fü, Deinen Haushalt hast Du keine Zeit?" Immer lauter und wüthender hat er geschrieen, dazu hört man da? Weinen der Frau. Endlich kommt er mit hochrothem Gesicht herausgesprungen: Pauline, das Armband ist verschwunden, auch fehlt mir eine Uhrkette und ein Paar Manschettenknöpfe!" Vielleicht wird Ihnen noch manches andere fehlen, Euer Gnaden," sag' ich. Da schreit mich die Gnädige an: Frech wollen Sie auch noch werden, Sie unverschämtes Weib! Sie sind an allem schuld! Sie haben die Sachen genommen! Geben Sie alles freiwillig heraus, sonst geht mein Mann auf die Polizei!So. auf die Polizei?" sag' ich. Wenn wer auf die Polizei geht, so ist das meine Sache! Ich werd' anzeigen, was einem ehrlichen Christenmenschen in diesem Haus passiren kann!" Wenn Sie ein reines Gewissen haben, dann lassen We einmal Ihre Sachen durchsuchen, wir haben das Recht, dies zu verlangen!" O bitte, ganz nach Belieben," sag' ich. Alles haben s' durchgewühlt, aber ich brauch' mich meiner soliden Habseligleiten nicht zu schämen. Wie aber der gnädige Herr zu meinem Nachtkastl kommt und dort auch herumschnüffeln will, schrei' ich auf: Ich bitt' schön, Euer Gnaden, alleZ können S' durchsuchen, aber nur in die Schachtel schau'n S' nicht hinein! Ich schwör' Ihnen auf Ehr' und Gewissen, es ist nichts darin, was nicht rechtmäßig mir gehört, das heißt was ich nicht selber auf ehrliche Art erworben hab'." Glaubt man, sie hätten auf mein Schamgefühl Rücksicht genommen? nein, die Frau sagt: Ich hab's ja gewußt, daß sie die Diebin ist! Da sind gewiß die gestohlenen Sachen, denn die Rosa ist treu wie Gold, für sie würde ich meine Hand in's Feuer legen!" Und sie reißen ohne Barmherzigkeit den Spagat von der Schachtel, daß mein schöner, funkelnagelneuer Sonntagszopf auf den Boden kugelt und ich in den Boden sinken möcht' vor Schande! Das war mir zuviel, da haben meine Nerven ausg'spannt, und meine Thränen zu fließen ang'fangen. Was soll ich noch weiter erzählen? Die Rosa kommt endlich wie immer leise über die Stiegen heraufgekrochei!, sperrt vorsichtig mit dem Nachschlüssel auf und will in ihre Kammer schleichen. Aber da stehen wie die Rachcengel der Herr, die Frau und meine Wenigkeit vor ihr. Das war ein Theater! Die Gnädige hat in einem fort gejammert: O, diese schlechten Dienstboten, diese bezahlten Feinde, diese Diebe, diese Räuber! Es graut mir. in diesen Abgrund von Schlechtigkeit zu blicken!" In dieser Nacht ist alles an's Tageslicht gekommen, was die Rosa die Zeit über an Falschheit geleistet hat, daß die hergelaufene Person kein ganzes Hemd oder sonstiges Wäschestück überhaupt im Besitz hat. Weil aber der Herrschaft ihre Sachen alle vorhanden waren, wenn auch vieles davon verschmiert, hat der Herr auf ne Anzeige verzichtet. Die Rosa hat ihre Lumpen gepacki und beim Morgengrauen das Haus verlassen. Ihre letzten Worte waren: Ich bin froh, daß ich weiter komm'; auf diesem Platz bin ich ja so dick geworden, daß mn die Blusen von der Frau gar nicht mehr zugegangen sind.'' Was mich anbelangt, hab ich mich auch nicht halten lassen, obwohl die Herrschaft mich mit Lohnerhöhung und Belobungen bestechen wollte. Aber in einem Haus, wo man mir von der Polizei spricht und überdies das Gehermniß meines Lebens kennt, kann ich keinen Tag länger dienen. Doch Rache muß sein! Bevor ich abgezogen bin, hab' ich mir das Buch mit Goldschnitt herge nommen und mit dicker Tinte ein be-

währies Rezept" hineingeschrieben, daß es der Gnädigen gleich in die Augen springen muß: Euer Gnaden! Lassen S' das Wehklagen über die schlechten Dienstboten lieber sein, damit Sie sich nicht selber blamiren! Das Gejammer wird nicht eher ein End' haben, bis die Hausfrauen alle die guten Eigenschaften, die sie von uns verlangen, erst selber einmal besitzen! Mit Hochachtung Pauline Schneckcnleitner

Wunder der Chirurgie. Vebeetragung von Blutgesähe von eine Körper stuf den andere. Professor Garre, Direktor der Chirurgischen Klinik und Poliklinik der Universität Breslau, erstattete in einer Sitzung der in Stuttgart stattgefundenen 78. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte Bericht über die Ergebnisse der Versuche, welche er aus dem Gebiet der Transplantation (Uebertragung) von Blutgefäßen und Organen von einem Körper auf einen anderen gemacht hat. Dieser Gegenstand erregte schon auf der Tagung der British Medical Association, welche im August d. I. in Toronto, Kanada, stattfand und auf welcher Dr. A. Garrell von der Universität Chicago eine Abhandlung über ähnliche Eperimente zur Verlesung brachte, sehr großes Interesse. Garre gab eine eingehende Darstellung von dem Fall eines vierjährigen Knaben, der an Kretinismus litt und lauf dessen Milz ein Theil der Schilddruse seiner Mutter transplantirt wurde. Die Schilddrüse ist eine Drüse in der Halsgegend. Beim Menschen liegt sie dicht vor dem Bogen des Ringknorpels und am oberen Ende der Luftröhre, mit welcher sie durch strafe fes Zellengewebe verbunden ift. Die Schilddrüse ist sehr reich an Blutgefäßen und besitzt beim Erwachsenen ungefähr den Umfang eines Hühnereis. Das Kind begann nach neun Monaten, sich geistig zu entwickeln. Jetzt kann es gehen und sprechen. Die Transplantation der Schilddrüse ist einfach, da ein Theil davon ohne Gefahr einem lebenden Menschen entnommen werden kann. Garre berichtete ferner über erfolgreiche Versuche bei der Transplantation von Blutgefäßen von einem Thier auf ein anderes. Es gelang ihm, 2h Zoll lange Blutgefäße einem lebenden Thier zu entnehmen und diese zu übertragen. Er vollzog auch die Transplantation von Blutgefäßen von Thieren, die bereits 1 Stunden todt waren. auf lebende Thiere. Des Ferneren gab Garre eine Darstellung der Uebertradung der Niere von einem Thier auf ein anderes, mit dem Erfolg, daß das durch die Operation ergänzte Organ vollkommen funktionirte. Die Transplantation großer Blutgefäße von Menschen beze ichnete Garre als unmöglich, doch sagte er, daß Blutgefäße frisch amputirten Gliedern entnommen und auf Glieder, von denen ein großer Tumor (Geschwulst) ent fernt worden, transplantirt werden könnten. Eine gleiche Transplantation könne vorgenommen werden, wenn das Abbinden der von diesen genährten Körpertheile im Gefolge gehabt hatte. Elfjähriger Brand st ift e r. Der elfjährige Volksschüler Joseph Franz in Wien, der schon oft aus der elterlichen Wohnung durchgegangen. überschüttete Abends, als er allein zu Hause war, einen Kinderwagen mit Petroleum und zündete ikm an. Die Flammen ergriffen einen nebenanstehenden Kasten. Durch die starke Rauchentwicklung wurden Nachbarn aufmerksam. Sie drangen in die Wohnung, ein und löschten das Feuer. Der junge Brandleger, der die Flucht ergriff, wurde im Laufe der Nacht von einem Sicherheitswachmanne angehalten und seinen Eltern übergeben. Stadtrathssitzung im Freien. In Höhscheid. Westfalen, hatten sich die Stadtverordneten zur Abhaltung nner Sitzung versammelt Mit Rücksicht auf die ungewöhnlich große Hitze, die im Sitzungssaale herrschte, stellte ein Be.georöneter vor Eintritt in die Tagesordnung der Stadtrathssitzung den Antrag, die Sitzung in einem benachbarten Restaurationsgarten abzubalten, der an den Wochentagen vom Publikum nicht besucht wird. Der Antrag wurde, nachdem der Vorsitzende erklärt hatte, daß er mit der Städteordnung nicht irr: Widerspruch stehe, da die Sitzung ja nicht in einem Wirthshause stattfinden solle, zum Beschluß erhoben. Das Kollegium brach sofort auf und tagte im Garten unter schattigen Bäumen. Verheerungen durch S ch l e m m s a n d. Die Ortschaft Kwareli. Russisch-Kaukasien. wurde durch Schlemmsand und Steine, die von den Bergen herabkamen, fast ganz zerstört. Es kamen 255 Personen um's Leben. Auch viel Vieh ist zu Grunde gegangen und viel Getreide. Die in diesem Jahre eine besonders reiche Ernte versprechenden Weingärten wurden vernichtet. Die eidgenössische Bun desversammlung wurde auf den 12. November zu einer außerordentlichen Sitzung nach Bern einberufen. Sctilec!,tes Oowissetr. Gattin: Die ganze Zeit, da Du gestern im Bureau warst, schlief unser Kleiner." Hm, am Ende ist der Junge gar von mir erblich belastet."

Allerlei fr' Ha. Schwanenpelz wäscht man durch leichtes Drücken und Reiben in lauwarmem Seifenwasser. Darauf wird mit lauwarmem Wasser gespült, leicht ausgedrückt, in klarem Wasser, dem lnan etwasBerliner Blau zusetzt, nochmals gespült und dann freihängend im Freien getrocknet. Ist der Pelz trocken, dann reibt man ihn ganz vorsichtig, stäubt ihn leicht mit Talkum ein und klopft ihn mit einem Rohrstöckchen. Einfache Mottenfalle. Motten können aus einem Raum auf folgende Art entfernt werden. Man stellt in die Mitte einer mit Wasser gefüllten Waschschüssel ein Glas mit einem Nachtlicht. Das Nachtlicht muß bei geschlossenen Thüren und Fenstern, aber bei geöffneten Schränken und Behältern, in denen sich Kleider usw. befinden, über Nacht brennen. Die Flammen des Nachtlichts und der Wasserspiegel in der Waschschüssel sollen sich in gleicher Höhe befinden. Die Motten im Zimmer oder in den Schränken suchen das Licht auf und werden in der Waschschüssel gefangen. Reinigung von Fässern. Man füllt die Fässer, welche man reiniaen will, mit Wasser, welches mit

Mehl oder Kleie angerührt ist, und läßt dieses so lange darin, bis es in Gährung geräth. Reinigt man die Fässer oder sonstige Holzgefäße wie gewöhnlich so werden ne mcht nur vollkommen rein, sondern verlieren auch ieden dumvfiaen. üblen Geruch. selbst wenn sie bereits schimmelig geworden waren. Nasses Schuhzeug zu trocknen. Wenn man nasse Siiefel abgezogen hat, so fülle man sie mit trockenem Hafer. Diese Frucht besitzt nämlich eine große Anziehungskraft für Feuchtigkeit und sie absorbirt rasch jede Spur derselben aus dem Leder. Da der Hafer hierbei etwas anquillt, so verhindert er außerdem, daß das trocknende Leder zusammenschrumpft und hart wird. Am folgenden Morgen schüttet man den Hafer aus und trocknet ihn in einem Beutel am warmen Ofen. Bei der nächsten Gelegenheit kann man ihn wieder verwenden. Bedingung ist aber, daß er dann schon ganz trocken ist. Schwanenpelz wäscht man durch leichtes Drücken und Reiben in lauwarmem Seifenwasser. Darauf wird mit lauwarmem Wasser gespült, leicht ausgedrückt, in klarem Wasser, dem man etwas Berliner Blau zusetzt, nochmals gespült und dann freihängend im Freien getrocknet. Ist der Pelz trocken, dann reibt man ihn ganz vorsichtig, stäubt ihn leicht mit Talkum ein und klopft ihn mit einem Rohrstöckchen. Verhütung desAbspringens von Leimfarben. Das Rissigwerden und Abspringen gewisser Leimfarben von Wänden u. f. w. hat seinen Grund darin, daß die Farben zu schnell trocken werden und sich daher nicht hinreichend mit dem Material der Wand vereinigen. Dieser Uebelstand läßt sich durch einen Zusatz von 2 bis 3 Prozent Glycerin beseitigen. Starke Gerüche von den Händen zu entfernen. Wenn man mit starkriechenden Stoffen, wie z. B. Oelen, Leberthran etc., zu thun hat, so erreicht man obengenannten Zweck, wenn man die Hände mit gemahlenem Senf reinigt. Auch Geräthschaften aller Art. Porzellanbüchsen, Hornmesser, Löffel etc., welche mit diesen ftarkriechenden Substanzen in Berührung kamen, lassen sich auf diese Weise leicht reinigen. Ein Mittel zur Verbesserung des Roggenbrotes besteht in dem Zusatz von abgerahmter Milch an Stelle des Wassers. Die Menge der zuzusetzenden Milch richtet sich nach der Quantität des Mehles. Der Geschmack eines solchen Brotes ist voller und kräftiger, das Brot ist reicher an Nährwerth und leichter verdaulich. Entfernung aller Anstriche von Thüren und Fenstern. Man rührt 23 Theile Wasser mit 4 Theilen Mehl, 1 Theil Borax oder Alaun, 4 Theilen Schmierseife, 11 Theilen Aetznatron und 11 Theilen Aetzkali zusammen, bestreicht die gestrichenen Flächen mit diesem Gemenge und läßt dasselbe längere Zeit auf den Anstrich wirken. Silberne Gerathe können der Gesundheit nachtheilig werden, wenn saure oder ammoniakalische Speisen oder Getränke in ihnen längere Zeit ausbewahrt werden. Gurken milch. Bekanntlich wird dieser Saft vielfach als TeintMittel empfohlen. Um die Milch herzustellen, zerstößt man in einem Mörser die reifen Kerne einer Gurke zu einem Brei und fügt diesem allmählich V4 bis z Pfund Gurkensaft hinzu. Die milchartige Flüssigkeit wird von den Kernresten durch Durchseihen getrennt. In Zeiten, wo es keine frischen Gurken gibt, kann man auch aus getrockneten Gurken-, Melonenoder Kürbiskernen Gurkenmilch bereiten. Gurkenkerne sind ihrer Kleinheit wegen mit den Schalen zu derwenden. Die Kerne stößt man mit einigen Tropfen Rosenwasser zu einem Brei an, dann ist allmählich das andere Rosenwasser hinzuzufügen; die entstandene Gurkenmilch wird abge-seibt.