Indiana Tribüne, Volume 30, Number 46, Indianapolis, Marion County, 16 October 1906 — Page 3

Jnvtan Ttbüne. 16 Oktober 1006.

JMcrurdan Zcit-Tavcllc. I. U. T. System. I rast Montag, den 1. Oktober 1. Schnelle Durchzöge nach Fort Wayne. Schnelle Durchmg' nach Marion. Schnelle Durchzüge nach Peru. Schnelle Durchzüge nach Logansport. Schnelle Durchzüge nach Anders on. Schnelle Durchzüge nach Muncie. Züge erlassen Indianapolis. Muncie Marion Division. Lawrence, FortvMe, Pendleton, Anderson. Aorktown, Muncie, Riddletown, lezandria, Summitville, Fainnount. Gas Citp, Jones doro, Marion, Bluffton und Union Eich. 4 00 33m. 1 06 Hm. 05 Bm. 2 00 Km. 00 Vm. 3 06 Nm. 7 06 Vm. 4 00 Sem. 8 00 Bm. 6 00 Nm. 9 06 35m. 5 06 Hrn. 10 00 Vm. 6 00 Nm. 11 00 Bm. 7 06 Nm. 11 0 Vm. 9 06 Rm. 12 00 Nttgs. 11 30 Nm. Limited. LaganSport äc Peru Division, nnel, Noblesville, Sicero, rcadia, Atlanta, Tchton, Aokomo, Salvefton, alton. Log anspart, Miami, Bunker Hill, P'ru und Elwood. 6 00 Vm. 1 46 Nm. 6 46 Bm. 3 00 Nm. 7 00 m. 3 46 Nm. 7 46 Bm. 6 00 Nm. 9 0 Bm. 6 46 Nm. 9 46 Vm. 7 00 Nm. 11 00 Bm. 9 00 Nm. 11 46 Bm. 11 30 Nm. 1 00 Rm.

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Heimtückischer

Mörder schleicht sich hinterrücks an sein Opser und schießt ihm eine Kugel in's Herz.

40 Jahre Zuchthaus wegeu Nothzucht. Zwei Dampfer ausgelauseu, wurden wieder flott. Die Folgen des 8-ftündigen Arbeitstages Frau Räuderhauptmanu". Sonderbarer Selbstmord.-Gio-gen gemeinsam in den Tod. ftette Zustände. Kein Dorado für Arbeiter.

Heimtückischer Mörder. L o ck p o r t. Jll., 15. Okt. Der angesehene Bürger William Cheney. der als Vorman des Chicagoer Sani tütSdtstriktS angeftellt war, wurde heute von dem italienischen Arbeiter Antonio ASfronti, den er am Samftag aus sei' nem Dienste entlaffen hatte, auf der Stelle todtgeschoffen. Der Mörder schlich sich hinterrücks an Cheney heran, sprang dann Plötzlich vor denselben und schoß ihm eine Kugel durch'? Herz. ASfronti wurde nach heftiger Gegen wehr verhastet und schleunigst nach Joliet in'S Gefängnik gebracht, da die Bürger der hiesigen Stadt, bet denen der Ermordete sehr beliebt war, den Mordbuben zu lynchen beabsichtigten. 40JahreZuchthauö we. gen Nothzucht. Atlanta, Ga., 15. Okt. Der Neger Robert Branham wurde heute von den Geschworenen in zwei separa ten Anklagen wegen kriminellen Angriffs auf die beiden Schwestern Maoel und Ethel Lawrence im StaatS.Ober gertcht schuldig befunden. Der Richter verurthetlte darauf den Neger zu 20 Jahren .chthauS für jede der beiden Anklagen. Branham hatte am Abend des 20. August d. I. die beiden spazie. rengehenden Madchen überfallen und genothzüchtigt. Zwei Dampfer aufgelav' fen, wurden wieder flott. Eureka, Cal., 15. Oktbr. Der Dampfer Roanoke- mit 225 Paffagieren an Bord, welcher in der letzten Nacht in der hiesigen Hafeneinfahrt bei outh Spit auf eine Sandbank auf l.:f, wurde heute bei hoher Fluth wie der in tiefes Waffer abgeschleppt. Der Dampfer Scoita", der eben falls hier in der Nahe auflief, wurde heute wieder flott. Beide Dampfer setzten sofort ihre Reise nach San Ftan ciSco fort. Die Folgen des 3ftündigen Arbeitstage. S i n c i n n a t i, O., 15. Qkt. Die strikte Durchführung des Achtfiun den'GesetzeS bei allen RegierungSarbei ten hat bereits schlimme Stockungen und Störungen zur Folge gehabt. Bon den 200 Arbeitern, welche bei den Flutzverbefferungen am Ohio in der Nähe von Fernbank, O., beschäftigt waren, find fast Zweidrittel desertirt, als der achtstündige Arbeitstag dort durchgeführt wurde und die Arbeiten an den dortigen Schleusen machen deshalb jetzt nur ganz geringe Fortschritte. Die Leute behaupten, daß sie jetzt nur noch Kl. 60 per Tag verdienen können, und da ihnen von Privatunternehmern höhere Löhne angeboten wurden, so legten sie einfach die Arbeit nieder und gingen davon. Die Kontraktoren find infolgedessen nicht im Stande, die Schleusen vor Eintritt des Winter fertig zu stellen. Die gleiche Situation herrscht bei allen Fluß und Hasenverbefferungen I und die Kontraktoren vermögen keine Arbeiter anzustellen. Frau Rüuberhaupt-mann-. H o d o k e n, N. I., 15. Okt. In Tenafly, N. I., ist eine Einbrecher. bände unter Führung eines Frauen zimmerS im Gange. Heute früh vor Tagesanbruch stattete diese Gesellschaft der Villa von Arthur SoppelS in Ten afly einen Besuch ab und stahl Silber zeug im Werthe von $5000. Die un tersuchenden Detektivs fanden, daß die Räuber mit einem Automobil gekom men und geflohen waren. Unter den Fußspuren vom Hause nach dem Auto befanden sich diejenigen einer Frau, und aus verschiedenen anderen Anzei chen schloffen die Sicherheitsbeamten, daß die Frau den Einbruch geplant und ausgeführt habe. ES ist dies der fünfte Einbruch bin. nen einer Woche in Tenafly und der Nachbarschaft, und die hinterlassenen Fährten find dieselben, wie man sie bei den verwegenen Einbrüchen, die vor einigen Wochen in Long Island statt fanden, aufgefunden hat.

Sonderbarer Selbstmord. T a m p a , Fla., 15. Okt. Aus Rio de Janeiro ist die Nachricht eingetroffen, daß Discount Almerida. ein bekanntes Mitglied der Gesellschaft, auf eigenthümliche Weise Selbstmord be ging. Er lud mehrere Freunde zu einem Diner ein. und führte fie später zu einem Zkäfiz mit Löwen, den er von einer umherziehenden Menagerie gelie hen hatte. Plötzlich öffnete der Bis. count die Thüre des Käfigs und sprang hinein. Bevor er herausgezogen wurde, war er von den Bestien schrecklich zuge richtet. Der Selbstmörder soll durch

das Spiel arg verschuldet gewesen sein. Gingen gemeinsam in den Tod. Chicago, 15. Okt. Angethan mit dem Besten, was an Kleidern fie hatten, setzten sich Gustav Röscher, ein wohlhabender, ehemaliger Kaufmann, und seine Gattin, nachdem fie das GaS angedreht, mit dem Geftcht einander zugekehrt in Stühle und erwarteten den Tod. der fie bald umfing. Nachbarn fanden die Entseelten. Röscher, dessen Vermögen auf $100,000 geschätzt wird, war 67 Jahre alt, 'eine Gattin zehn Jabre jünger. Nette Zustünde. Baltimore, 15. Okt. Eine Untersuchung, die seit Monaten von den Beamten der StaatösanitütSbehörde geführt wurde, hat jetzt mit der Au. ftellung von Haftbefehlen gegen 20 Be wohner von Baltimore Eounty geendet, weil diese Leichen ohne Erlaubnißschein und ohne die betreffenden Fälle zu rc giftriren, beerdigten. In Highlandtown, einer östlichen Vorstadt, sollen 22 Leichen nicht weit von einer Reihe Wirthschaften und Spielhäufer beerdigt fein. Die Beer digungen fanden nach den Angaben von Dr. John S. Fulton, Secretür der StaatSgefundheitSbehörde, der dieHaft befehle erwirkte, im Geheimen Nachts und in rohefter Weife statt. Die Lei chen waren oft nicht hinreichend bedeckt, ja traten gelegentlich aus dem Boden hervor und wurden so zum Gemein schaden. Im Ganzen find mehr als 40 solche ungeseliche Beerdigungen in Baltimore Sounty vorgekommen. Kein Dorado für Ardeiter. .New York, 15. Okt. Bon der. schiedenen GewerkS'Organisationen in Kalifornien find bei hiesigen Schwester Organisationen Schreiben eingetroffen, in welchen gewarnt wird, Handwerker aus Geradewohl nach San Francisco zu senden, da eine ausreichende Anzahl in den verschiedenen Gewerben und auch in der BaU'Jnduftrie vorhanden wäre. Die Löhne feien nur um ein geringes höher und nicht mal hoch genug, um den Unterschied in den Lebensmittel Preisen und anderen Bedürfnissen auö zugleichen. Unter Garantie eines de stimmten Lohnsatzes und Zeitdauer werde kein Arbeiter angestellt. ES liege einfach die Tendenz vor, durch Heran ziehung eines großen ArbeiterheereS die unter den gegenwärtigen Umstünden ohnehin nicht glänzenden Lohnverhült nisse weiter herabzudrücken. Gatte tödtet den Verfüh rerfeinerFrau. B i d a l i a, Ga.. 15. Okt. Der Holzwfpektor William L. Gilpih ver. mundete durch einen Schuß heute Nacht den prominenten Anwalt W. W. Mc Donald von Douglas in einem hiesigen Hotel tödtlich. Gilpih hatte in Erfahrung gebracht, daß der Anwalt mit seiner (Gilpih'S) Frau ein Stelldichein im Hotel verabredet hatte und verbarg sich in einem Zimmer des Hotels. Als McDonald und Frau Gilpih in das Hotel traten, sprang der eifersüch tige Mann aus seinem Versteck und streckte den Advokaten durch einen Schuß aus seinem Revolver zu Boden. Mc Donald starb nach kurzer Zeit. Bor seinem Tode bat McDonald die Beamten, den Gilpih nicht zur Berant wortung zu ziehen, da er allein der schuldige Theil wäre.

Prosperität.

Aufschwung in Handel und Wandel. N e w D o r k, 15. Okt. Das kühle Wetter der letzten Woche hat eine starke Entwickelung des saisonmüßigen Ge schäfteö zur Folge gehabt; die meisten Großhändler in BekleidungSgegenftün den melden einen noch nie dagewesenen Umsatz in ihrer Branche. Die Fracht Verhältnisse find innerhalb bestimmter Grenzen geblieben, weil die Eisenbahn Leistungen biS aufs Aeußerfte ange strengt waren und keine Steigerung mehr zuließen. Die Ernteberichte find günstig, mit Ausnahme von Baumwolle, deren Er trag durch WitterungS'Unbilden reou zirt worden ist und somit eine plötzliche Preissteigerung hervorgerufen hat. In den hauptsächlichsten Industrie, zweigen ist der Markt so üderansprucht, daß eS unmöglich ist, selbst für das erfte Quartal 1907 Bestellungen in den Walz nnd Stahlwerken zu plaziren. In der Wollstoff Branche wartet der Markt immer noch auf eine definitive Stellungnahme seitens derFabrikanten. Die Schuhfabriken in Neu England haben ausgedehnte FrühjahrSbeftellun gen zu verzeichnen. Die Produzenten haben große Kon trakte für Winter und FrühjahrSge brauch liegen, in Zusatz für Spätbeftellungen im Herbstmarkte. Die Verpflichtungen in kommerziellen FalliffementS betrugen für Oktober bis jetzt II, 786,141, wovon 5763.658 auf das Fabrikgefchüft, 894,782 auf den Handel und 169,701 auf andere Ge schäftözweige entfallen. Die 'Bankerotte der letzten Woche in den Ber. Staaten betrugen 217, gegen 214 im Vorjahre; in Eanada 28 gegen 25 im Vorjahre. In den Ver. Staa. ten fanden von den Bankerotten 90 im Osten. 60 im Süden, 47 im Westen und 18 an der pacififchen Küste statt. Bier Personen getödtet. E a m d e n, N. I , 15. Okt. Der 70 Jahre alte Anton Navak fuhr mit drei Schülern heute Abend von der hiesigen Schule nach Onklln. Als der Wagen gerade bei einer Kreuzung über das Geleise der Reading Bahn fuhr, kam ein Paffagierzug angesaust und warf das Gefährt hoch in die Luft. Navat und die drei Schüler waren auf der Stelle todt. Bei einem Zusammenstoß zweier Straßenbahnwagen in Uniontown, Pa., wurden drei Personen tödtlich und acht mehr oder weniger schwer ver letzt. Ein Straßenbahnwagen fuhr eine Anhöhe hinab, die Bremse ver sagte und derselbe stieß mit großer Hef tigkeit mit einem vorrauffahrendett Wagen zusammen. Die Bückergesellen in der Stadt Montpellier in Frankreich gingen heute an den Streik, weil ihnen von den Bäckermeistern der von der Regierung vorgeschriebene 24ftündige Feiertag in jeder Woche nicht bewilligt wurde. Die Regierung soll Soldaten stellen, welche Brod backen können, um eine Brodnoth vorzubeugen. In Tramps Schiffsbauhbfen bei Philadelphia lies heute der 10.000 Tonnen große Dampfer Havana" glücklich vom Stapel. Frau Alfred Smith von New York, Gemahlin des General - Geschäftsführers der Euba DampffchiffS'Gefellfchaft, für die der Dampfer erbaut worden ist, vollzog den Tausakt des Dampfers. Eapt. W. E. Nunemacher, Ge schüft Sführer der Bloffer Printin g Co. in Atlanta, Ga., wurde heute mit durchschnittener Kehle todt in seiner Wohnung aufgefunden. Alle Anzei chen deuten auf einen Selbstmord hin. Capt Nunemacher wollte sich in kurzer Zeit verheirathen. Dem Geistlichen JameS R. Slay ton jr.. der vor einer Reihe von Iah ren als Kaplan der Bundesflotte defer tirte, wurde gestern von den Flotten behörden -in Washington der endgül tige Bescheid gegeben, daß sein Ver gehen verjährt ist. und daß er deshalb nicht mehr bestraft werden kann. Prinz Alexander v. Hohenlohe. der die Memoiren feines BaterS. des früheren Reichskanzlers Fürsten Chold wig v. Hohenlohe, veröffentlicht nnd dadurch den Unwillen des deutschen Kaisers erregt hat, reichte heute seine Resignation als RegierungS.Prttftoent von Elsaß Lothringen dem General Gouverneur der Reichslande ein.

Tibetanische ZNediM. in uralte Handb,, l, mit feine Steil nbergiüubischen Lehre. Tie tibetanische Medizin stammt aus dem Jahre 685 n. Chr., in dem die ersten medizinischen Schriften in tibetanischer Sprache aus dem Indischen übersetzt wurden. Noch heute, nach 12 Jahrhunderten, steht die tibetanische Medizin auf dem gleichen Standpunkte wie damals. Da6 alte Handbuch der tibetanischen Medizin Schud-Schi hat feit seinem Bestehen keine Aenderunq an seinem Text erfahren. Vielfach setzt die Richtigkeit der Anschauungen in Erstaunen, vielfach freilieh sind Dinge in dem Werk enthalten, die sich in nichts von den sonstigen alten, abergläubischen volksmedizinischen Ansichten unterscheiden. Die Zahl der Knochen wird auf 360 angegeben, die der Nerven auf 99. die der Hautporcn auf 11.000.000. Das Herz ist der König der Organe," die Lungenlappen halten es umschlossen, wie eine Mutter ihr Kind in den Armen hält. Die Leber ist gleich einem Berg mit spitzem Gipfel, der Magen gleich einem Kessel zum Kochen der Speisen und ist von der Gestalt eines Rettichs mit vielen Falten. Die KrankheitsUrsachen sind Bosheit. Unbesonnenheit und Unfähigkeit zur Beherrschung der Leidenschaften. Das Erkennen der Krankheiten soll durch richtiges Ausfragen, Besichtigung der Zunge und des Harns und durch Betasten des Pulses geschehen. Die Anhänger des Schud-Schi kuriren mit pflanzlichen Mitteln, außerdem mit Kompressen. Bädern, Einreibungen. Massage. Aderlässen. Amputationen. Die Chirurgen besitzen seit altersher allerlei Instrumente für Zahn- und Staaroperationen, ferner Sonden, Katheder, die sie so rein halten sollen wie ihre Gedanken und Siegel." Die Kranken, aber auch die Gesunden sollen eine vernünftige Lebensweise vor allem beobachten. Körper und Geist müssen in Sauberkeit erhalten und jedes Uebermaß vermieden werden. Physische Arbeit und körperliche Uebungen werden empfohlen. An die Aerzte selbst werden durch die Vorschriften des Schud-Schi hohe Ansprüche gestellt. Sie sollen billigerweise Leben und Unterhalt erhalten, jedoch dürfen sie an das Honorar für ihre ärztliche Hilfeleistung erst dann erinnern, wenn sie dessen wirklich bedürftig sind. Interessant ist noch, daß die Burjäten und Kalmücken vor einiger Zeit an die zuständigen russischen Behörden ein Gesuch eingereicht haben, das die gesetzliche Anerkennung der tibetanischen Medizin unter den buddhistischen Volksstämmen Rußlands und die Genehmigung von Spezialschulen zur Ausbildung von Aerzten in der tibetanischen Medizin fordert. Das Scheiteln." Unter den oberbayerischen Pauernburschen besteht die schöne" Sitte, einen beim Kammerfensterln Erwischten zu scheiteln," d. h. so lange mit Prügeln und Holzscheiten zu bewerfen. bis er das Kammerfenster der Geliebten ver-

läßt. Die moderne Strafgesetzgebung hat jedoch kein Verständniß mehr für derartige alte Sitten, und so standen jüngst vier Garchinger Burschen wegen des Scheitelns vor dem Schöffengericht in München. In einer Nacht wollte der Bauernknecht Franz Xaver Huber bei der Kellerbauern-Klarl in Garching ftnsterln. Der Bürgermeisterssohn Georg Wagner und die Oekonomenssöhne Joseph Haurieder, Johann Neumeier und Xaver Vaver wollten ihm diesen Spaß verderben, und so hatte er kaum die Leiter erklommen und leise an der Geliebten Fensterlein gepocht, als die vier Burschen auch schon ein Bombardement mit Holzscheiten auf ihn eröffneten. An der linken Hand getroffen, zog es Huber vor. wieder herunterzuklettern und sich aus dem Staube zu machen. Wagner hob nun in Ermangelung weiterer Scheite einen faustgroßen Stein auf und warf ihn nach Huber ; der Stein schlug den Hut durch und verursachte dem Getroffenen eine stark blutende Wunde an der Stirne, die ärztlicher Behandlung bedurfte. Die muthwilligen Burschen kamen mit leichten Geldstrafen davon. Nm den Nachlatz eines Berschwnn denen. Die Erinnerung an den Raubmordprvzeß Cra,mm. der die Verurtheilung des Ehepaar-es Schelhaas in München zur Folge hatte, wird wiederum aufgefrischt durch Nachforschungen, die gegenwärtig seitens der Angehörigen nach dem verschwundenen Rentner Cramm agestllt werden. Auch haben sie von neuem eine Belohnung für die Auffindung Cramms ausgesetz;, trotzdem bekanntlich .die Eheleute Schelhaas wegen Ermordung und Beraubung des Rentners vom Schwurgericht in München zu fchwerer Zuchthausstrafe verurtheilt wurden. Für die Hinterbliebenen, die Ehefrau und zwei Söhne, handelt es sich hierbei hauptsächlich darum, in den Besitz des von dem angeblich Ermordeten hinterlassenen, etwa 100,000 Mark betragenden Vermögens zu ge lan'gen. Nach den Bestimmungen des Büraerlichen Gesetzbuches ist und bleibt aber vorläufig der Fiskus Ver Walter dieser Hinterlassenschaft, die erst ausgezahlt werden kann, wenn nach Ablauf der gesetzlich vorgeschriedenen Frist nne Todeserklärung se:tens des Gerichts erfolgt ist.

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