Indiana Tribüne, Volume 30, Number 45, Indianapolis, Marion County, 15 October 1906 — Page 5
Zndiana Tribüne, IS Oktober 1906
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Politische Ankündigungen.
Dr. M. C. eeth. Demokratischer Candidat für County Coroner, empfiehlt sich den Stimmgebern von Marion County bei der Wahl am 6. November 190. v Stimmt für Robert H. Vryson, Republikanifchn Kandidat für Auditor von Marion County. Wahl am 6. November 1906. JameS E. Berry, Demokratischer Candidat für County Recorder, bittet um Ihre Stimme, er verspricht, wmn erwählt, ein wahrer Diener deÄ Volkes zu sein. Wahl am 6ten November 1906. Stimmt für John M. Mendenhall, Republikanischer Kandidat für County Commigär, des dritten Distrikts. Wahl am 6. Novemder 1906. Stimmt für Leonard M. Quill, (gegenwärtiger Chef Deputy) Republikanischer Kandidat für Clerk von Marion County. Wahl am 6. November 1906. Dr. G. . PeterSdorf, Republikanischer Kandidat für County Coroner, ersucht das Deutschthum um Unterstützung bei der Wahl am 6. November 1906. James A. McVroffa, Demokratischer Kandidat für Sheriff von Marion County. bittet um die Stimme aller Steuerzahler bei der Wahl am 6. November 1906. Er ver spricht das Amt gewissenhaft zu verwalten. William T. Patten, Demokratischer Candidat für County Clerk, empfiehlt sich den Stimmgebern von Mario Countv bei der Wahl am 6. November 1906 ; er verspricht, im Falle seiner Ermählung, di Pflichten des Amteö treu zu erfüllen. Henry W. Klausman, Republikanischer Kandidat für Surveyor von Marion County, empfiehlt sich den Stimmgebern zur gefälligen Berücksichtigung bei der Wahl am 6. Rovember 1906. Krank . ZyiVhba, Demokratischer Candidat für County Schatzmeifter, hat sich verpflichtet, Zinsen an den öffentlichen Geldern zu erlangen und dem County zufließen zu lassen. Unter dieser Verpflichtung bittet er um Ihre Stimme bei der Wahl am 6. November 1906. Krank G. avi. Demokratischer Kandidat für K ongretz -Abgeordneter de 7. Distrikts, ersucht freundlichst alle Stimmgeber um Unterstützung. Wahl am 6. November 1906. Joseph F. Clan, Republikanischer Kandidat für Sheriff von Marion County, bittet um die Stimmen der Deutschen bei der Wahl am 6. November 1906. Der berühmteste ÜRaan des Jahrhunderts. Der Sri de Paris" gibt folgende reizende Szcne wieder, die sich in Biarritz abgespielt ... haden foll. Kommen Sie!" sagt ein Herr zu einer schönen Ausländerin ich will Ihnen den berühmtesten Mann des Jahrhunderts vorstellen!" D.e Dame streckt dem Bezeichneten die Hand entgegen. Oh, mein Gott!" ruft sie Sie fin'd der Major Dreysus?" Nein, gnadige Frau, ich habe mchi die Ehre ..." erwidert verwundert Edmvnld Rostand. Der Teutsche Torfbun d beabsichtigt, unter eigenen Ovsern ein bisher tast unbekanntem schriitstllerisches Talent zu Elircn zu bringen, dessen Leserkreis fast nur im Hessen lande vertreten ist. Es ist ein schlichter Landmann, der trnvHiber 5en'? und Pflug in liarter Arbeit führt und trotzdem noch Ruhe zu fruchtba. rem schriftstellerischen Wirken findet. Ter etwa 5l)jäbrige Mann ist der Landwirth Heinrich Naumann m Nanzhausen bei Lobra, nahe oei Marburg. IJom Sasernenlrok. Unteroffizier (zu einem Soldaten, der ein schwarzes Fleckchen im Gesicht hat): Wenn es Ihnen Spaß macht, als Kongoneger herumzulaufen, so mtlbm Sie sich fco r r zur Schutztruppe."
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Erinnerungen einer Köchin Dun 6. von der ficide vvvvvvvvvvvvvvvvvvvv arum soll ich meine Erlebnisse J&J nicht auch erzäblen? Stoff in Hülle und Fülle ist ja vorhangen? Wenn ich denke, was ich an meinen verschiedenen Dienste Plätzen schon alle mitgemacht hab'! Wer das alles aufschreiben würde, könnte eine ganze Bibliothek damit anfüllen. Jedenfalls kann ich so manches erzählen, daß die Leute staunen werden über meine Enthüllungen. Von jeher hab' ich mit einer wahren Leidenschaft alles gelesen, was gedruckt ist, von den Aufschriften auf der Stie-felwichse-und Bodenpomadcnschachteln angefangen bis zu den Büchern und Zeitungcn, die in's Haus kommen; aber freilich über solche Sachen, wo unsereins immer lächerlich und schlecht gemacht wir.', kann ich mich grün und gelb ärgern. Als wenn wir immer der schuldige Theil, und dicFrauen lauter Engel wären! Neulich ist mir wieder so ein nichtsnutziges Buch in die Hand gekommen, Unsere Dienstboten" hat's geheißen. 9la, denk' ich mir, jetzt wär's Zeit, daß ine von uns auch zu reden anhebt! Da Würden s' Augen machen, die geehrten Damen, wenn ich einmal eine Schrift Urausgeben thät' mit dem Titel: .Unsere Hausfrauen!" Eine inwendige stimme in mir drinnen, die schreit mir Pauline, setz Dich hin. fang an, Ergreif das Wort und verkündige die Wahrheit! Zeit hab' ich ja genug bei einem jungen Ehepaar ohne Kinder, da fang' ich also gleich zu erzählen an und zwar der Reihe nach zuerst von meinen: letzten Dienstplatz. Wie wir eingestanden sind, die Rosa, was das Stubenmädel ist, und ich, war die Herrschaft noch gar nicht da. Die haben das neue Jahr mit Heirathen angefangen und sind gleich darauf auf die Reise gegangen. Weil aber der Herr Oberleutnant nur acht Tage Urlaub gekriegt hat, sind sie schon am 10. Januar Abends wieder zurückerwartet worden. Die Frau Mama von der jungen Frau, die extra hergefahren ist, um die Wohnung einzurichten, hat uns für den Tag aufgenommen. Jerum, totU das eine Pracht! Ein Zimmer schöner moblirt als das andere. alles ochnobel mit Teppichen überspannt, überall sind Blumen gestanden, und alles war beleuchtet und schön warm eingeheizt. Das muß eine Freud' für eine junge Frau sein, in so rintm WrfMfprl in mirs hirfinftirn ' ........ 0 -7i-I Als der Wagen mit der qnädigen Herrschaft angefahren ist, und wir zwei uns mit unseren schonen weißen Schurzen und Häuberln feierlich auf der Stiege aufgestellt haben, kann ich wohl behaupten, daß der ganze Haushalt zu zwei so feinen Dienstboten, wie wir sind, vollkommen gepaßt hat. Na. und die Herrschast hat so weil auch nicht unvoriheilhaft abgestochen, besonders was den gnädigen Herrn anbelangt, de? wirklich ein bildsauberer. fescher und freundlicher Mensch ist, wogegen sie, die Gnädige, mir gleich auf den ersten Blick schon keinen so wohlthuenden Eindruck gemacht hat. Wie s' über die Stiegen heraufkommen, knicksen wir beide und küssen die Hand, und weil ich's so im Gefühl gehabt hab', daß es Mir zukommt, eine hoflich: Ansprache an die junge Frau zu halten, sag' ich zu ihr: Ich nehme mir die Fttiheit, unterthänigst zu Ihrem Herrn Gemahl zu gratuliren und wünsch' viel Glück in der Ehe und einegute Behandlung!" Statt nun ihrerseits wenigstens danke" zu sagen, wirft sie mir so von oben neraö einen eiskalten Blick zu und marschirt weiter; der Herr Oberleutnant aber hat sich g'schüttelt vor Lachen. An dem Abend sind s' von der Reise müd' gewesen und bald schlafen geyangen, und am nächsten Tag haben sie sich auch noch ausgeschlafen, und so weit war alles gut und schön. Aber am zweitnächsten Tag hat sich die gnädige Frau extra um sechs Uhr wecken lassen, und wie der Herr Oberleutnant fort in den Dienst ist, hat sie uns zwei im Speisezimmer versammelt und hat eine ellenlange Red' gehalten. Fleiß. Treue, Pflichtgefühl, Geschicklichkeit, Einfachheit und Nettigkeit und weiß der Himmel was sonst noch alles erwartet sie von uns, worauf wir beide versichert haben, daß an diesen Eigenschaften bei uns kein Mangel ist. wie sie sich laut Dhnstzeugniß sofort überzeugen könne. Dann hat sie noch weiter gesprochen über den Respekt, den wir der Herrschaft schulden, und daß toi. beileib' nicht Herr oder Frau Oberleutnant oder gnädige Frau oder gnädiger Herr zu ihnen sagen dürfen, sondern: Euer Gnaden!Kurze Zeit darauf kommt sie in die Küche mit weißen Glacehandschuhen und einem großen Pack Bücher. Ich war grad' im Begriff, dem Burschen anzusagen, was er mitbringen soll, aber sie läßt mich nicht ausreden. Lassen Sie's nur gut sein, Pauline, das ist jetzt meuie Sache." Dann setzt sie sich hin und fängt an. mich zu examiniren: .Meine Liebe.
Wissen Sie auch, nach welchen Grundsätzen gekocht werden muß, damit die Stoffe, die der Körper verbraucht, in richtiger Weise durch neue ersetzt werden?" O ja, Euer Gnaden," sag' ich und lach'. Die Hauptsach' ist, daß es nicht ?u wenig ist: a gut's Süpperl, o Fleisch, gesotten oder gebraten, wik man's halt gern hat, ein feines Gemüs', nachher eine gediegene Mehlspeis'; mehr können sich die Könige und Kaiser nicht wünschen!" Sie reden, wie sie's verstehen," sagt sie; für die Zwecke einer richtigen Ernährur ist es aber unbedingt nothwendig, f.'?Mstellen, daß die Nahrung folgende Bestandtheile enthält: Für jede erwachsene Person 145 Gramm Eiweißkörper oder Proteinstoffe, 100 Gramm Fett, 500 Gramm Kohlenhvdrate, 150 Gramm anorganische Nährstoffe." Ich schau' und denk' mir: O je, die ist nicht ganz richtig im Kopf:" Dann sag' ich: Aber so viel Eiweiß, das kann ja nichi gut sein; wo soll man denn das hineinmischen? Und von
Kohlenpräparaten hab' ich auch noch nie qehört, daß sie schmackhaft sein sollen." Sie mißverstehen mich," sagt sie, gemeint sind ja die chemischen Bestandtheile der Nahrungssroffe. Ich kann Ihnen das in der Eile nicht so gründlich erklären; aber da haben Sie diese Bücher, studiren Sie sie fleißig durch, darin werden Sie alles zur Aufklärung Nöthige finden." Tann nimmt sie die große Tafel, die in der Küche aufgehängt ist, und fangt an zu rechnen: Bier Personen, das macht 400 Gramm Fett " Entschuldigen S', Euer Gnaden." sag' ich, aber der Bursch wartet schon auf den Zettel zum Einkaufen; vor lauter Dischkuriren und Matyematik vergeht die Zeit, und er kriegt dann nur noch das, was die anderen übrig lassen." Sie hcen sich darum nicht zu kümmern," sagt sie ärgerlich, gibt aber doch dem Burschen Hu: Brinaen Sie eine saftige Kalbskeule. Rindfleisch und Grünes für die Suppe, schönen. fti fchen Kopfsalat und Obst." Zu Befehl, Euer Gnaden. Frau Oberleutnant; wieviel soll ich von allem mitbringen?" So viel, daß es genug ist," sagt sie recht hochnäsig, die Portionen werde ich mittlerweile schon ausrechnen." Euer Gnaden haben den Zuckerstosf und den Käsestoff vergessen," erinnere ich sie, damit sie sieht, daß ich schon in das Verständniß von den Stoffen eingedrungen bin. Richtig," sagt sie. bis, der Bursch zurückkommt, werde ich eine Mehlspeise machen und zwar Faschingskrapfen, denn das ist die Lieblingsspeise vom gnädigen Herrn." Wird's dafür nicht schon zu spät sein, Euer Gnaden? Nein." Ich red' nichts, aber ich sag' nur. daß wir damit nicht mehr fertig werden." Schweigen Sie und thun Sie das, was ich Ihnen befehle! Die Krapfen werden fertig, denn ich habe ein ausgezeichnetes Rezept dafür." Aha." denk' ich mir. jetzt ist der Moment gekommen, wo es heißt, die passive Resistenz ergreifen, wie man's jetzt so viel in der Zeitung liest." Sie überreicht mir ein schönes Buch mit Goldschnitt, darauf steht mit Goldbuchstaben: Bewährte Rezepte. Das ist für Sie, Pauline. da können Sie sich alle Rezepte einschreiben, die Sie unter meiner Anleitung ausgeführt haben." Ich küss' ihr stumm die Hand und schreib' geduldig nach, was sie mir diktirt: Faschingskrapfen. Man rührt 14 Dekagramm Butter mit Dottern nach Belieben flaumig ab, gibt etwas Rum, Muskatnuß, Salz, 56 Dekagramm Mehl, 4 Dekaliter laue Milch und das gegangene Dampf! dazu und schlägt den Teig gut ab. Wenn sie gut gegangen sind, bäckt man sie in heißem Fett aus. Richten Sie also das Nöthige her." Ich stell' mich ganz dumm und frag': ..Bitt' schön, Euer Gnaden, wieviel Eier so ich bringen?" Nach Beliebe-i steht im Kochbuch, daher ist es ganz gleichgiltig, wieviele man nimmt. Es muß unser höchstes Bestreben sein, so sparsam als möglich und dabei doch schmackhaft zu kochen. Also geben Sie ein Ei her." Aber das Dampft ist nicht da. Euer Gnaden, das hätt' man früher Herrichten müssen!" Wo bekommt man denn das?" Gleich daneben im Geschäft." Also gehen Sie schnell und holen Sie eins, aber verlangen Sie ein schon gegangenes Dampft, verstehen Sie mich?" ruft sie mir über die Stiege nach. Wie sie die Hefe g'habt hat. fangt sie gleich an alles zusammenzupantschen und abzurühren. Mir scheint, der Teig wird zu fest, Pauline, geben Sie noch Milch her. Jetzt ist er wieder zu dünn, bringen Sie eine Idee Mehl. Geben Sie acht, Sie schütt n zu viel eine .Idee' hab' ich gesagt." Ich weiß nicht, wie groß der Gnädiaen ihre Ideen sind," sag' ich und schütt' zu. So geht's ein paarmal hin und her. bis die Riesenschüssel fast überläuft. , Es macht nichts, wenn viel.? daraus werden, denn mein Mann ißt sie so gerne." sagt 'sie und rührt und rührt mit ihren weißen Handschuhen, bis ihr
Gesichterl ganz hochroth und verschwitzt ist. Endlich kommt auch der Bursch wieder zurück. Fleisch hab' ich gebracht." sagt er und zieht zwei großmächtige Stücke heraus, aber wegen Kopfsalat oder Häuptelsalat haben s' mich überall ausgelacht. Die Weiber haben g'sagt. wenn ich den tot ein paar Monaten bestellt hätt', so hätten s' mir einen aufgehoben. Und wie ich nach Obst g'fcagt hab', da haben s' g'sagt, ob ich vielleicht Kirschen haben will; die krieg' ich dort, wo ich den Häuptelsalat einkauf'. Na. sag' ich, das wissen wir schon, die Gnädig und ich, daß man jetzt keine Kirschen bekommt, so dumm san mir nicht, und hab' halt Pomerantschen mitbracht." Schon gut. gehen Sie nur," sagte sie ungeduldig. Unterdessen stell' ich das Fleisch für die Suppen zu und leg' fest nach, damit die Röhren ordentlich heiß ist, wenn das Bratl hineinkommt. Die Gnädige hat sich die Handschuh ausgezogen und fangt an. ihre Mehlpatzen auszustechen. Siedet das Wasser am Herd schon?" ruft sie herüber. Wird gleich anfangen, Euer Gnaden." So, dann legen Sie ja nichts mchr nach." Freilich," antwort' ich, damit uns das Feuer abkommt, grad' wenn wir's am nothwendigsten brauchen." Dabei schieb' ich noch ein Trumm hinein. Da wird sie ganz wild und schreit: Unterstehen Sie sich nicht, meinen Befehlen entgegenzuhandeln! Wenn das Wasser siedet, und das Thermometer 100 Grad Celsius zeigt, bleibt die Temperatur trotz de? Zuführung von Wärme unverändert. Was man d? noch nachbeizt, ist Verschwendung. Wissen Sie das nicht?" Nein. Euer Gnaden; ich kann nämlich nicht nach den Regeln des Thermometers kochen, aber genießbar ist's immer gewesen." Ueberzeugen Sie sich selbst, Sie frecke Person!" schreit sie noch lauter, dabei geht sie in's Zimmer, holt ein Thermometer und haltet's in's siedende Wasser kraks, da war's zersprungen, und ich hab' mühsam die Scherben zusammenklauben können. Von dem Moment an hab' ich freiwillig keine Silbe mehr von mir oegeben. Nur hie und da werft ich einen vielsagenden Bück auf die Unglückshäuferln, die sie ausg'stochen hat. Immer mehr und' mehr sind's worden, das Brett war voll, die Küchentische waren voll, überall haben die Krapfenleichen sich ang'häuft, es war schon unheimlich zum Anschauen, und von Aufgehen natürlich keine Spur. Wie sie mit dem Ausstechen fertig
war. fangt sie richtig wieder an zu reckneN: Eine Person 100 Gramm Fett, vier Personen 400 Gramm Fett. Panline, wägen Sie mir 400 Gramm Fett ab." ..So viele Gramm haben wir gar nicht. Euer Gnaden." Sie schreibt dann auf die Tafel: 1000 g 400 x : 1 1000x x X lkg :Xkg 400 : 1000 400 4-10 kg :40dk Sehen Sie, jetzt habe ich's herausgefunden; geben Sie mir 40 Dekagramm Fett in die Kasserolle." Dazuthat sie so lang 'braucht, um so eine Dummheit herauszuklügeln! Das weiß ich ohne Mathematik, daß mit 40 Dekagramm Fett auch eine kleinere Portion. Krapfen anbrennt. Dazu ist richtig, wie ich's vorausgesehen hab', trotz der 100 Grad Celsius das Feuer ausgegangen. Ich zünd' halt den Gasherd an, stell' ihr die Pfann' mit dem Fett auf, und sie wirst hinein, was Platz hat. Auf einmal spur' ich einen fürchterlichen Gestank in der Küchen, ich reiß' alle Fenster und Thüren auf, daß der dicke Qualm hinausgeht, und wie ich mich umdreh'. seh' ich, wie sie auf einen Stuhl hinfallt und lau: zu weinen anfängt. Da hat's mich doch erbarmt, und ich sag': Euer Gnaden, kommen Sie zu sich, Euer Gnaden, hören S' doch atf zu flennen, es ist mit den Krapfen freilich ein kleines Malörchen passirt. aber das läßt sich ja wieder gutmachen!" Ach und mein Mann hätte sich so über die Faschingskrapfen gefreut!" jamm-rt sie. Die Freud' kann man ihm noch immer machen," tröst' ich. wir lassen g'schwind Kravfen vom Zuckerbäcker holen, die sind freilich nicht so gut, als wenn ich sie gemacht hätt', aber für der Gnädigen ihre können s' noch immer passircn." Das Mittagessen hab' ich noch so zut als möglich zusammengestoppelt: mit Fleischextrakt eine Suppe, aus dem Braten, der noch roh war. sind Natur, schnitze! worden, dazu ein Erdäpfelsalat und die Faschinqskravfen der Herr hat seiner Frau noch ein Extrabussel gegeben für die oute Kocherei. Gleich nach dem Essen ist sie aber in's Bett gegangen. Ich war auch zanz hin und sag' zur Rosa: Sie. wenn die Gnädige mir das noch einmal aufführt, dani' kündige ich per sofort, denn das halt' ich nicht aus! Wissen S', ich bin heut' von dem Gethu' so müd' worden wie sonst nicht, wenn ich kin Gastmahl für zwölf Personen ganz alleinig herg'richtet hab'. Es reut mich iiberhaupt schon, daß ich auf diesen Platz gegangen bin." Versündigen Sie sich nicht zu
früh," sagt die Rosa, Sie werden noch auf meine Worte kommen, das wird hier eine ideale Wirthschaft. Die Frau wiÄ) selber schon vom ersten Tag ge. nug gekriegt haben. Ich hab' meine
Erfahrung mit jungen Eheleuten, weil ich grundsätzlich keine anderen Stellen annehm'. Man hat da die wenigste Arbeit, weil alles noch so neu und schön ist. Bis die Sachen abgenützt sind, kommt eh' meistens eine Meinungsverfchiedenheit mit der Herrschaft vor, und wenn nicht, halt ich's aus, bis das erste Kind da ist, dann schau' ich, daß ich weiter komm'." Ja. aber Rosa." sag' ich. was hä ben S' denn dann für Zeugnisse?" Bessere kann man aar nicht finden. sagt sie und lacht wie ein Teufel, denn wissen S', wenn man sich auf die ZeugNipe verlassen that', die emem dre Frauen geben, da wär' man übel dran; denn fo eine bosbane Urir ist im stand', daß sie einem was Nachtheiliges hineinschreibt. Da hab' ich aber einen guten Bekannten, einen Schreiber, der macht Ihnen das schönste Zeugniß für weniges Geld und bessert 's Dienstbüchl aus, daß kein Mensch merkt, was früher dun anstanden ist." Und wenn jemand nachfragen geht?" Zu solchen, die nachfragen möchten. geh' ich schon gar nicht, da hab' ich eine feine Witterung. Das thun überhaupt die wenigsten, meistentheils sind s' froh, wenn s' überhaupt ein Mädel kriegen und gar eine, die so ausschaut wie ich. Ich geh' nur in noble Häuser, und je nobler eine ist, desto weniger versteht sie von der Wirthschaft. Sie werden sehen, wie bald ich mit unserer Gnädigen umspringen werd'." Und sie hat richtig recht behalten. Seit dem Tag ist die Gnädige nie mehr in die Küche gekommen, hat nie g'frgt, ob ich schon die Bücher auswendig g'lernt hab', und hat mir nie mehr ein bewährtes Rezept" zum Nachschreiben gegeben. Mir ist die Arbeit nicht ausgegangen: gut kochen, abwaschen, die Küche sauber halten damit war der Tag ausgefüllt. Von der Herrschaft hab' ich wenig gesehen, die waren fast alle Abend wo anders eingeladen, dann hat die Gnädige bis Mittag geschlafen, und vor lauter Be,uch machen und empfangen, Einladungen und Unterhaltungen hat sie sich um die Wirthschaft gar nicht mehr bekümmert. Wenn mein Küchengeld aus war, und ich bin zu ihr hinein mit der Abrechnung, hat sie jedesmal g'sagt: Lassen Sie mich in Ruh', ich hab' jetzt keine Zeit, da haben Sie Geld, schreiben Sie nur alles genau auf und kommen Sie morgen, dann werde ich nachrechnen." Aber morgen" war's jedesmal dasselbe. Seh'n S'," sagt die Rosa, was ich für ein ahnungsvoller Engel bin! Hab' ich Ihnen nicht gesagt, wie's kommen wird? Die Frau ist dumm wie die Nacht, da können Sie sich ein schönes Körbelaeld machen." Aber Rosa," sag' ich, schämen Sie sich nicht, so was zu sagen, noch dazu zu mir, die ich mir mein Leben lang ein unbeflecktes Gewissen konservirt hab'! Sie sind ja schon bald ein Kriminalfall!" Beruhigen Sie sich nur." sagt sie, Sie werden mich doch nicht glauben machen, daß Sie so ein Watsch sind, der bei der vollen Schüssel sitzt und nicht essen will." Ich antwort' ihr weiter gar nichts mehr; denn so eine, wie die ist, traut anderen immer ihre eigene Schlechtigkeit zu. Ueberhaupt, wie die's getrieben hat, das kann ich in der Eil' gar nicht so genau erzählen. Ueber die müßt' man schon ein eigenes Büchel herausgeben. Wenn ich das Essen angerichtet hab', hat s' mir die besten Stücke aus der
Pfanne gefischt. Hab' ich gesagt: Aber Rosa, waö fallt Ihnen ein! Wenn S' das noch einmal thun, kriegen S' eine mit dem Kochlöffel auf Ihre frechen Tatzen " da hat s' geantwortet: Was sind denn Sie für eine abnorme Person! So eine ist mir noch niemals vorgekommen! Ueberall, wo ich bis jetzt im Dienst war. haben die Dienstboten ihren Magen schon voll gehabt, bevor die Herrschaft nur ein Stückerl zu sehen gekriegt hat." Und dabei hat s' bei der Frau alles gegolten, die falsche Schlange! Ich bin nicht für'S Horchen, aber einmal hab' ich doch zufällig gehört, wie die Gnädige im Zimmer zu ihrem Besuch gesagt hat: Mein Swbenmädchen ist eine wahre Perle, so flink und verläßlich, aufmerksam und anhänglich, aber die Köchin ist ein ordinärer Trampel und hat nur die gute Eigenschaft. daß sie ausgezeichnet kocht." Ja. wenn sie wüßt'. was diese .Perle" draußen bei mir alles reden thut! So oft die Gnädige drinnen läutet, geht das Geschimpfe los: Was will nur die dumme Gans in einem fort von mir haben? Jetzt kann ich mir schon wieder die hochdeutsche Gosch:n einhängen und hineingehen." Im Moment hat s' aber ihr Gesicht in andere Falten gelegt und geht ganz katzenfreundlich in's Zimmer, und drin schmeichelt sie der Frau soviel sie nur kann und flötet Euer Gnaden" hin und ..Euer Gnaden" her. Um wiediel darf ich Euer Gnaden erwarten? ch frage nur, damit heute Abend alles hergerichtet ist, was Euer Gnaden wünschen, und das Feuer im Oftn nicht aus ist. wenn Euer Gnaden zurückkommcn." iSchlust folgt.)
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