Indiana Tribüne, Volume 30, Number 44, Indianapolis, Marion County, 13 October 1906 — Page 4

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Jndiana Tribüne. Hnanatbn von dn uted,a T Indianapolis, Ind.

Harry O. Thndmm .... yräfidenl. eschaf tS loca lt No. 31 Süd Delaware Straße. TEL6PH0NE 269. Kntrd the Pott Office ot Indianapolis as sccond dui matter. (Eorrespondenz.) Washington, D.E., 11. Okt. Unparteiische, wahrheitsge treue Schilderunge. ES ist schon eine ganze Weile her, daß ich versprach, für den Täglichen Telegraph" hie und da etwas zu schrei' den, aber eS ist nicht gerade meine Schuld, daß das Versprechen bis jetzt unerfüllt blieb. Im Sommer geht hier nämlich gar nichts vor. In der heißen Jahreszeit ist Washington furchtbar öde, da schlaft die hohe Polt, tik vollständig, und sie wacht eigentlich nicht vor Anfang Dezember beim Zu fammentreten des EongreffeS wieder auf' Von Standpunkte deutscher Le denSauffaffung und deutscher Lebens weise aus ist Washington überhaupt ein öder Platz, namentlich wenn man an Verhältnisse gewöhnt ist, wie die in Indianapolis, wo deutsches Vereinsleben seine besten Blüthen entfaltet und sich Palkfte als Heimstätten erbaut hat. ES hat aber auch sonst seine Schwie rigkeitm, Interessantes von hier aus brieflich mitzutheilen, denn was wirk lich von I ntere sie ist, das verbreitet sofort der elektrische Draht über das ganze Land bin. Und obwohl etwa hundert der größten Zeitungen des Landes eigene Bureaux hier unterhalten, so ist daS was dieselben ihren Zeitungen mitthei len, doch meist nichts anderes als per sönlicher oder politischer Klatsch, der häufig nicht die Druckerschwärze werth ift. So hat Ihnen der elektrische Funke natürlich längst mitgetheilt, daß die Veteranen auS dem spanischen Kriege sich einstimmig für die Wiedereinfüh rung der ArmeeKantine erklärt haben. Daran wäre nun eigentlich weiter nichts Merkwürdiges, wenn nicht erst vor eini gen Wochen die Convention der Grand Army" hier getagt Hütte, ohne den Muth zu einer solchen Erklärung zu finden, trotzdem von den höchsten Be amten der Verbindung der Versuch ge macht worden war, fie dazu zu veran lassen, und trotzdem die Mitglieder jedenfalls derselben Gesinnung find. wie die Veteranen auS dem spanischen Kriege und die'.Erbitterung unter ihnen über die Verbannung der Kantine auS den SoldierS HomeS" noch eine sehr starke war. Woher dieser Unterschied? Etwa daher, daß die eine Organisation auS viel jüngeren Elementen besteht als die andere und daß das Alter energielos macht? Oder, was wahrscheinlicher ift, daß die Grand Army" viel mehr mit Politikern durchsetzt ift, die zu feige find, ihrer Meinung Ausdruck zu ge den? Ten.l die' politische Feigheit ift daS unal 'wendbare Ergebniß eines po Mischen Systems, das keine Stündig. keit und keine Promotion im Amte kennt, und ' auf stetigem Beamten Wechsel durch Wahl beruht. Ein grö ßereö Stück kpolittscher Feigheit als die Weigerung deSZ Kongresses, das Gesetz zur Aufhebung der Kantine zu wider, rufen, trotzdem fast alle Offiziere vom obersten bis zum untersten die schädliche Wirkung dieses Gesetzes auf Disziplin und Gesundheitszustand der Armee nachgewiesen haben, ift kaum denkbar. Und man darf auch ruhig behaupten, daß drei Viertel unserer unfinnigen Temperenzgesetze weder der Ueber zeugung noch dem Moralgefühl der Gefetzgeber, sondern lediglich der Feig heit derselben zuzuschreiben find. Wie alle derartigen amerikanischen Vereinigungen, so hat auch die der Ve teranen aus dem spanischen Kriege ein sogenanntes uxiliarh", eine Frauen Vereinigung. Und es ift ganz gewiß eine erfreuliche Erscheinung, daß die Präsidentin und andere einflußreiche Beamte uns Mitglieder dieser Frauen Vereinigung sich ganz ungescheut zu Gunsten der gefaßte Resolution auS sprachen. Ich bin nie der Anficht ge wesen, daß die schlimmsten Temperenz. fanatier unter den Frauen zu suchen find, wenngleich die Frauen in der Temperenzbewegung mehr Spektakel machen. Die feigen Memmen unter den Männern, die fich vor sich selber fürchten, weil ihnen stetig der Schnaps teufe! im Nacken fitzt, find viel fchlim mer. In Eolorado und Wyomwg

haben die Frauen volles Stimmrecht, trotzdem find die Gesetze in diese.,

Staaten sehr liberal. Washington ift e'ne schöne Stadt mit breiten wohlgevflegten Straßen und Parkanlagen, aber ohne Bürger, trotz der 300,000 Einwohner. Denn diese haben keinerlei politische Rechte. Wahl tage giebt h.er nicht, denn eS ift nichts zu wühlen. Die Gesetze für den Di strikt Columbia macht der Congreß, in dem der Distrikt gar nicht vertreten ift, und die Stadt wird von einer Commis fton regiert, die der Präsident ernannt. Dafür bezahlt die Regierung die Hälfte aller Steuern. Aber wühne man deö halb nicht, daß dadurch die Steuerzah ler viel sparen. Die Verwaltung ift eine sehr kostspielige und die Hülste der Steuerrate ift hier nahezu so groß, wie in Indianapolis die ganze. Dafür aber werden die SonntagSgesetze ftreng durchgeführt. Natürlich, denn wo un ser politisches System nicht GesetzeSverachtung erzeugt, ift Gesetz eben Gesetz. Dies kann man freilich auch so aus. drücken, daß eine autokratische Regie rung auch die mißliebigsten Gesetze durchführen kann, während anderseits demokratische Regierungsformen sich nicht mit persönlicher Vergewaltigung vertragen. Trotz der schönen und breiten Stra ßen und der Abwesenheit aller Holz bauten in Washington ift in Jndiana poliö doch angenehmer wohnen. Denn hier ift nach östlicher Sitte Haus an Haus geklebt, so daß man Luft und Licht nur von vorn und hinten bekommt. Die Haupttreppen führen di rekt auf den Fußweg und selbst die ele ganteften Häuser haben keine Veranda. Häufig, aber nicht immer, ift neben der Treppe ein kleiner Rasenplatz. Denkmäler giebt eS hier die schwere Menge, faft alle sind militärischen Cha rakterS und die meisten Reiterftatuen, Generäle aus dem Bürgerkriege. Et liche der RegierungSgebSude find von außen große Paläste, wenn man hin einkommt gleichen fie Zellengefüng nissen. lange öde Korridore mit Offices auf beiden Seiten. Nur die Eongreß bibliothek macht eine Ausnahme. Diese übertrifft an Pracht der Ausstattung wohl alle anderen derartigen Gebäude in der Welt. Der Handel Washington'S ift unbe deutend, die Industrie noch viel unbe deutender. Washington lebt von den 25.000 biS 30.000 Regierungsbeamten fcom Präsidenten herab bis zum Elerk mit 8700 Gehalt, den Gesandtschaften und deren Troß, und einer Anzahl reicher Nichtsthuer. Unter den RegierungSangeftellten de finden fich auch viele Deutsche, und diese bilden daS Hauptcontingent der deut Ischen Vereine, Leute mit Gehalten von 1000 bis 1800. Letztere Summe ift schon ein hoher Gehal;. ES bewegt fich daher in den deutschen Vereinen alleS in bescheidenen Grenzen. Ein eigene Heim hat bloß der Sängerbund, der vornehmste unter den Gesangvereinen. und zwar ein dreistöckiges Wohnhaus von 13 oder 20 Fuß Front, dem man einen kleinen Saal angebaut hat, in dem Sonntags Unterhaltungen veran staltet werden. Für zwei größere Konzerte im Jahre miethet der Verein ein Theater. Der Verein hat bloß einen Münnerchor und der Jahresbeitrag ift 5.00. Die anderen Gesangvereine, sowie der Columbia Turnverein haben ge miethete Lokale, die fich über Wirth schalten befinden, alles höchst einfach und bescheiden. Skat wird hier wenig gespielt, auch selten höher als um ein Zehntel. Das übliche Spiel hier ift Pinnochle mit doppeltem Pack um 5 Cents das Spiel zu 1000 Points. ES ift noch niemals vorgekommen, daß dabei Einer in Folge großer Ver lüfte Selbstmord begangen hat. Aber der Spielteufel holt fich doch feine Opfer unter den RegierungSclerkS, nur nennt man das nicht Spielen, sondern Spekultren. Und weil dabei doch viel verloren und wenig gewonnen wird, so machen solche BlutsaugerJnftitute, welche unter allerhand wohlklingenden Namen Geld zu 100 bis 200 Prozent Zinsen verleihen, sehr gute Geschäfte. Viele dieser RegierungSclerkS kommen in ihrem ganzen Leben nicht aus den Schulden heraus und zu besseren Stetlungen bringm fie es auch nicht, denn solche find nur durch politischen Ein fluß zu erhalten. Die Einwohnerschaft Washington ift zu einem vollen Drittel schwarz, und die schwarzen Dienstboten find die Ber zweiflung der Washingtoner Hausfrau. Weiße Dienstmädchen find hier faft gar nicht zu haben. Weiße Mädchen mö gen nicht gleiche Stellung mit den

schwarzen einnehmen. Diese schwarzen

Dienstboten stellen fich Morgen ein und gehen Abend wieder nach Hause. Sie find äußerst unbescheiden und an spruchsvoll und wechseln sehr häufig den Platz. In den meisten Familien wird da Abendbrot (hier Dinner, die Hauptmahlzeit des TageS) zwischen 5 und 6 Uhr eingenommen, weil die Dienstboten darauf bestehen, frühzeitig wegzukommen. Die Köche in den Reftaurantö und CafeS find meistens Schwarze. Daran darf ich gar nicht denken, wenn ich nicht den Appetit der lieren will; denn ich kann merkwürdiger Weife da Gefühl nicht los werden, daß die schwarzen Hände abfärben. Kauft fich Einer ein HauS und glaubt einen guten Kauf gemacht zu haben, so ift er nie sicher, daß binnen Kurzem fich Schwarze in der Nähe ansiedeln, wo. durch dann daö HauS bedeutend ent werthet wird. Ich habe nie so sehr empfunden, daß die Einführung der Neger ein Unglück für diese Land war, als seit ich mich so viel hier aufhalte. Phil. Rappaport. Morgen, Kirmes im Germania Park. Der 1). Verschiedene ffassungen der sein ,t maift Itc Theekultur. Der Thee hat als Genußmittel in Europa erst seit ungefähr 50 Jahren eine ausgedehnte Verbreitung gefunden. Zum ersten Mal eingeführt haben ihn die Holländer aber bereits vor 300 Jahren. In Asien hat der Thee als Genußmittel schon sehr viel früher eine bedeutende Rolle gespielt. Ueber die Heimath des Thees existi ren verschiedene Behauptungen. Nach der einen Auffassung stammt der Thee aus China. Dort soll der Theekultur erst um die Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. bedeutendere Aufmerksamkeit geschenkt worden fern, obgleich sie vttl älter ist und bereits von Konfuzius im 6. Jahrhundert v. Chr. in einer seiner Schriften erwähnt wird. Von China aus sei sie dann nach Indien und Ceylon verpflanzt worden. Nach einer anderen Ansicht ist die Heimath des Thees in Indien zu suchen. Von hier aus ist die Pflanze um das Jahr 700 nach China und Japan gebracht worden. Diese Behauptung wird damit begrünbet, daß man in ' mehreren Orten in Indien, vor allem in Asien, wilde Theesträucher einer scheinbar hochgezüchteten Art gefunden hat, von der die geringere chinesische Sorte entstanden sein soll. Die chinesische und die indische Theepflanze weisen sowohl in der Blattform und Blattstruktur als auch im allgemeinen Aussehen erhebliche Unterschiede auf. So ist z. B. das Blatt der chinesischen Art elliptisch, das der assamesischen lang und breit. Außer in China, Japan, Indien und Ceylon wird neuerdings auch in Java, Amerika, Natal und auf den Fidschi-Jnseln Thee gepflanzt, sogar in Südruhland hat man mit Erfolg Versuche gemacht. Demnach gedeiht der Thee unter sehr verschiedenen Klima- und BodenverHältnissen. Genügende Wärme und Feuchtigkeit sind die wichtigsten Vorbedingungen für sein Fortkommen. In einem heißen und feuchten Klima gedeiht er am besten. Im Winter schadet ihm die Trockenheit nicht, im Gegentheil, die Pflanze ruht unter solchen Umständen besser aus. Kalte und auch trockne heiße Winde sind ihr schädlich. Der Boden muß humusreich, reich an Nährstoffen, de- Untergrund durchlässig sein, denn stehende Nässe bekommt der Pflanze sehr schlecht. Die Theepflanzen können schon im zweiten Jahr bis einen Meter hoch werden und müssen dann beschnitten werden, damit das Wachsen in die Höhe aufgehalten wird und sie sich zu breiten Büschen entwickeln. Die Verschneidung ist alljährlich, und zwar in der kältesten Zeit zu wiederholen, damit ein großer Säfteverlust vermieden werde. Zur Ausnutzung reif ist der Busch erst nach dem vierten Jahre, doch kann man auch schon im dritten Jahr eine spärliche fr i v. . . ixj V n t i urnie eroallen, n znoien in me ( 5k,?-l?vz,i,niknn Mi IRsiR tÄfcrTirf ,v. .0.v.9( jUf.tlU durchschnittlich um 4,000,000 Pfund gestiegen; in Ceylon stieg sie seit 1883 etwa um 6.500.000 Pfund. Bauerlaubnißschein e. Albert A. Hill, Wohnhaus, Ventral Ave. nahe 33. Str., $4,000. I. PaSquire, Flat, 2121 Central Ave., 87.000. William Meyer, Wohn haus, 1450 Edgewood Str., 51,250. Coble, Wohnhaus, Oakland und 11. Str., $2,100. D. I. Sul. livan. Reparaturen, 421 Nord Capi tol Ave., $25. Jndiana Trust Co.. Schornstein. 920 Daly Str., $100. C. C. Scott, Wohnhaus, 13. und La fayette Str., $975. g. P. Gree. nen. Stall, Arizona und Cheftnut Str., $200. Alice O'Hair, Wohn Haus, 23. und Alabama Str., $5,500. F. Stuckwisch, Wohnhaus. 831 Ar. bor Ave.. $800. Fred ingfion. Wohnhaus, nahe Colorado und Wafh. ington Str.. $3,000.

Europäische Nachrichten.

Wnden. Bühl. Unter starker Betheiligung hiesiger und auswärtiger Vereine beging der hiesige Männergesangverein die freier seines 50jährigen Bestehens. Die festlichen Veranstaltungen fanden zum Theil in der neu erbauten städtisehen Turnhalle statt, zum Theil auch im neu errichteten Stadtaarten, dessen Anlage die ungetheilte Bewunderung aller Besucher erregte. Dank der gediegenen Vorbereitungen nahm die Festlichkeit in allen Theilen einen wohlgelungenen Verlauf. F r e u d e n h e i m. Dieser Tage fiel der ledige F. Spring von hier, welcher mit dem Schlepper unentgeltlich von Mannheim nach Heilbronn kommen wollte, aus Unvorsichtigkeit bei der Neckarwörthinsel in den Neckar und ertrank. Mannheim. Beim Verlegen von Kabelröhren im neuen Rangirbahnhof auf Gemarkung MannheimNeckarau rutschte ein frisch ausgewor fener. 2.50 Meter tiefer Graben ein und verschüttete drei darin beschäftigte Tagelöhner. Während zwei derselben alsbald wieder, ohne Schaden erlitten zu haben, ausgegraben werden konnten, wurde der ledige, 25 Jahre alte Johann Wolf von Dosseheim von den Erdmassen erdrückt und sofort getödtet. Der Einsturz erfolgte infolge Brechens der Verschalung. Rickertsreuthe. Landwirth Heinrich Restle von hier verunglückte auf dem Wege von DegLenhausen nach Ursprung. In der Nähe von Oberboshasel begegnete ihm ein Radler. der in raschem Tempo das Thal hinabfuhr. Das Pferd, auf das der Radler beinahe losfuhr, scheute. Das Fuhrwerk wurde einen etwa 45 Meter hohen Straßendamm hinuntergeworfen, wobei Restle das rechte Bein unterhalb des KnieZ abgedrückt wurde. Leute, welche zufällig denselben Weg gingen und einige Bewohner der an der Straße liegenden Häuser, leisteten dem Verunglückten die erste Hilfe und brachten ihn nach Hause. St. Georgen. Der hier beschädigte Fuhrknecht Friedrich Pfaff gerieth unter seinen mit Kies beladenen Wagen, wobei ihm beide Unterschenke! zerquetscht würden. Der Tod trat nach kurzer Zeit ein. S ch o p f h e i m. In der hiesigen Papierfabrik von Joh. Sutter stürzt? der 29jährige Arbeiter Heinrich Siegwarth, von einem plötzlichen Schwindel ergriffen, kopfüber in die Transmitfürn der elektrischen Turbine. Der Kopf wurde gänzlich abgerissen und eine Strecke von den übrigen Körpertheilen entfernt aufgefunden. Der Unglückliche wollte sich in wenigen Wochen verheirathen. Sch u t t e r w a l d. Anläßlich ihns 100. Geburtstages wurde der Frau Rosine Lapp hier vom Großlerzogspaar sein Bild überschickt. S e l b a ch. Feuer zerstörte das Anwesen des Kaufmanns Anselm Hornung. Thiengen. Konditor Hügel kam auf dem Heimweg von Bannholz per Rad so unglücklich zu Fall, daß er sich einen leichten Schädelbruch und einen doppelten Rippenbruch zuzog. 3RecßscnDurg. Kotelow. Sechs hiesige Ein wohner konnten auf eine fünfzig- und sogar sechzigjärige Dieichzeit auf den v. Oertzen'jchen Besitzungen zurückblicken. Seit 50 Jahren Wirkte dort der Lehrer Mölling, ebenso lange waren der Statthalter Stechow und it Tagelöhner - Altentheiler Backow und Lade bedienstet; 60 Jahre standen die Tagelöhner - Altentheiler Schnack und Köppe dort im Dienst. Die Guts rrchaft überreichte jedem oer Jubilare eine Erinnerungsgabe und veranstaltete im Herrenhaus ein Festessen, an dem auch der Pastor und die Beamten des Gutes teilnahmen. Abends fand Tanz und Musik für alle Dorfeinwohner statt. Ludwigslusi. In dem Wohnhcmse des Hofbarbiers Engel in der Sandstraße Hierselbst entstand Feuer, wodurch das Haus zum großen Theile eingeäschert worden ist. Von dem Feuer ergriffen wurden auch die beiden Nachbarhäuser des Uhrmachers Jakobs und des Tischlers Kunkel. Dieselben haben nicht unbeträchtlichen Schaden erlitten. Ein anderes Haus ward nur wenig beschädigt. Sülze. Als der Musikerlehrling Weier Hierselbst mit einem Taschenbesser in ein Stück Leder schnitt, glitt M3 Messer plötzlich ab und fuhr ihm in den rechten Augapfel, der ihm so--fort auslief. Der herbe 'gerufene Arzt ordnete die sofortige Ueberfübrung in das Rostocker Universität 'rankenHaus an. W i s m a r. Beim Baden ertrank im neuen Hafen der Tapezierer Anton Dlask. Seine Leiche wurde gefunden. W o l d e g k. Der Rentier Dttchaelis beging mit seiner Gemahlin das Fest der goldenen Hochzeit. Konsistorialrath Präfke segnete das Jubelpaar ein, das körperlich und geistig sehr rüstig den Tag im Kreise der Familie verlebte. Zahlreiche Geschenke und Gratulationen wurden ihnen überbracht. Hdenburg. Oldenburg. Die Besitzung des pensionirten Gendarmen H. Michels, Nadorsrer Chaussee 1b, ging in diesen Tagen in anderen Besitz über. Käufer

FRENCH STEAM DYE WORKS ine. Deutsche Eigenthümer. Jndiana' größte und beftbekannte Kunst - Färberei und Reinigungs - Anstalt für Damen und Herren-letder. Gardinen, Teppiche, traußfedern, Vorhänge etc. 47-Eirele 47 11591 ennlnlvania ei. liS

Beide Ttlevhoue.

BD. JB. ROBI8OX,

Republikanischer Kandidat für County Schatzmeister, verspricht wenn erwählt, getreu alle erhaltene Zinsen abzuliefern und jedem Departe. ment seine persönliche Aufmerksamkeit zu widmen. Wahl am 6. November 190

ÄIST11 LAU ":

ist der Landwirt. Fischbeck aus Nor dermeor. Der Kaufpreis beträgt 13,000 Mark. F r i e s o y t h e. Das dem Tischler Nienaber, welcher nach Einswarden verzogen ist, gehörige Haus hat der Handelsmann D. Älbers aus Altenoythe für ca. 5000 Mark käuflich erworden. H o r u m e r s i e l. Der hier erst feit etwa einem halben Jahre thätig gewesene Zolleinnehmer 2. Klasse ist m gleicher Eigenschaft nach Fedderwardensiel versetzt worden. gvete Stcidte. Hamburg. Zwei schwere Verbrecher, die Dienstknechte Karl Brauer und Ernst Selle. wurden auf dem Berliner Bahnhofe wegen Theilnahme an einem Morde und Diebstahl bezw. wegen Hehlerei verhaftet. Sie sind aeständig, bei der im März stattgehabten Ermordung des Sandmanns Röpke in Brenkenhof bei Neu-Ruppin durch den Knecht Nitka sich durch Postenstehen be theiligt zu haben. Nitka, der bereits verhaftet ist, hat den Röpke mit einem Hammer erschlagen. Das erbeutete Geld sollte getheilt werden. Der 62 Jahre alte Konsul der Republik Mexico Ludwig Scholz in Hamburg ist m i?chwarzenoea, wo er zur Erholung weilte, einem Schlaganfall erlegen. Zu dem Raubmord an dem GemeindeVorsteher und Hofbesitzer Julius Janßen in Tatenberg bei Hamburg wird noch mitgetheilt, daß nach der Berhaftung des Schmiedeqesellen Güssefeldi die Ergreifung der übrigen Thäter noch nicht gelungen ist. Die Unterfuchung gegen den Lotterieschwindler Fischer, die jetzt in Hamburg geführt wird, hat ergeben, daß Fischer nur der Strohmann für eine große Schwindlergesellschaft ist. Bremerhaven. Es starb im hiesigen städtischen Krankenhause der Sproß einer alten hannoverschen Adelsfamilie, der ehemalige Leutnant der sächsischen Armee Balduin von Schwanewede. Lübeck. Friedrich August Bernstein, ein langjähriges Mitglied der Bürgerschaft, des Bürgerausschusses und zahlreicher Behörden, erlag einem langjährigen Herzleiden. Der flüchtige Polizeikassenverwalter Fijahn wurde auf dem Bahnhofe Ludwigslust verhaftet. ScHrsetZ. Bern. Das alte Simplon - Hospiz sammt dem in der Nähe gelegenen Hotel Simplon - Kulm" wlrd demnächst im Glänze des elektrischen Lichtes erstrahlen. Hrrd zwar wird zu dem Ende auf der Simplonhöhe ein eigenes kleineres Elektrizitätswerk angelegt, das die erforderliche Kraft durch einen künstlichen See von 7,000,000 Liter Wassermhalt gewinnt. Dieses Bassin befindet sich etwa 250 Meter oberhalb des Hospizes. Die unmittelbar vor der Betriebseröffnung stehende Anlage soll über etwa 40 Pserdekräfte verfügen. L o c l e. Beim Baden im Neuenburger See ertrank Pfr. Schieß, Pfar rer der Ywstgm deutschen mreyenge, meinde, wahrscheinlich infolge Herzschlages. Etwa 15 Meter vom Uftr entfernt, wo er zuletzt auf dem Rücken schwimmend gesehen wurde, versank der etwa 50jährige Mann plötzlich in den Flurhen. L u t r y. Der von ferner betrunkenen Frau mit Axthieben schwer mißhairdelte Ambroise Lalle, Kaminfeger hierselbfi, ein Alkoholiker schlimmster Art, ist im Spital seinen Verletzungen erlegen. . Strättlingen. Gutsbesitzer Simon Gerber von Werbt, früher Käsvhändler in Amerika, ein Lang naner Bürger, ist hier gestorben. Er hat seiner Heimathgememde ein Legat von 50,000 Francs vermacht, dabei 5000 Francs mit der eigenartigen, menschenfreundlichen Bestimmung, daß aus den Zinsen den Pfleglingen der Armenanstalt in Bärau Tabak unk andere kleine Bedarfsartikel beschafft werden sollen. Scheid. Eine furchtbare Feuersbrunst legte unser Dorf fast ganz in Asche. Aus 50 altersgrauen, vom Wetter mitgenommenen Häusern und Scheunen mit Schindeldächern setzte es sich zusammen. Nun ist es bis auf fünf Firsten vollständig abgebrannt. Während Männer und Frauen auf den umliegenden Bergwiesen mit der Einbringung des Heus beschäftigt waren, fie! aus einer Dynamitladunz, die den Platz für das Fundament eines neuen Hauses aussprengen soll te. ein Funken in ein Bündel aufqe-

Neben Grand Overn HauS.

Beide XckDfeo! schichtetes Heu, welches sich alsbald entzündete. Von starkem Wind ange facht, wurde das Feuerchen in wenigen Minuten zur mächtigen verheerenden Flamme, die sich rasch von einem Haus zum anderen übertrug. Von der armen Bauernbevölkerung wurden die Gebäude nur theilweise, das Mobiliar gar nicht versichert. W a t t e n w i l. Kürzlich verunglückte beim Edelweißpflücken an der Südostseite der Bürglenfluh der 23 jährige Landarbeiter Christian Zim. mermann von hier. Er glitt aus, stürzte über die Fluh an den Fuß des Berges und war sofort todt. Ein Tou rfft aus Bern kam kurz daraus hinz? und setzte die Behörden von Wattenwil und Schwarzenburg von dem Unglück in Kenntniß, woraus Mannschaften zur Bergung der Leiche abgefandi wurden. Luxemburg. H e i s d o r f. Während der Ackerer Nikolaus Kintzele auf dem Felde mit Aufladen von Hafer beschäftigt war, wurden plötzlich die Pseck scheu. K. sprang vom Wagen herab, kam dabei zu Fall und erlitt einen Beinbruch. R o d i n g e n. Der Bergmann Johann Ring wurde auf dem Bahnkörper der Prinz Heinrich Bahn von einem Güterzue ersaßt und überfahren. Der Unglücklrchen wurden beide Beine abgefahren und er starb bald darauf. Hesterreich Ungarn. Wien. Die 30jähr. Kleidermacherin Leopoldine Kaiser wurde in ihrer Wohnung. Rudolfsheim. Schwegler straße No. 9. erhängt aufgefunden; sie soll den Selbstmord in einem An falle von Geistesstörung verübt haben. Vor einiger Zeit ereignete sich im Prater ein großes Automobilunglück, das zwei Menschen das Leben kostete. Ein Chauffeur der Firma Bock & Holländer, der 21jährige Ernst Sandoz, lud die 16jährige Anna und die 17jährige Leopoldine Klausegger. zwei Cousinen, von denen letztere die Tochter eines Bezirksrates war. zur Automobilspazierfahrt ein. An der Fahrt nahm fern der Kutscher Hofer theil. Bei der Patergürtelstraße fuhr der Kutscher Hofer aus dem schnell fahrenden Automobil mit riesiger Gewalt an einen Baumstamm. In demselben Augenblicke erfolgte die Explosion des Automobils, unter seinen Trümmern die vier Personen begrabend. Anna Klausegger wurde sofort getödtet. Der Chauffeur Sandoz starb während der Nacht, Leopoldine Klausegger erlitt einen Oberschenkelbruch und eine schwere Nervenerschütterung. Der Kutscher Hofer ist leicht verletzt worden. Nach sofort eingeleiteter Untersuchung scheint im kritischen Augenblicke der in der Automobilführung vollständig unerfahrene Kutscher Hofer das Automobil gelenkt zu haben. Ragaz. Mit Schluß dieser Saison scheidet eine wohlbekannte Persönlichkeit des hiesigen Kurorts auS seiner langjährigen Thätigkeit aus: Herr Kapellmeister August chs. Verschnappt. Gast: D Wein ist aber fürchterlich sauer, der ist gewiß künstlich hergestellt?" Wirth: nein, so sauer kann man ihn g nicht machen!" Europäische kparttn. Wechsel, CredUdriese, Postantveisungen, auf alle Städte Europas. Schiffsscheine von und nach Europa. ln- und Verkauf ausländi scheu Geldes. Ro. 35 Süd Meridian Str. Mttcfaanfe National Bank.

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