Indiana Tribüne, Volume 30, Number 44, Indianapolis, Marion County, 13 October 1906 — Page 1
1
I ' , , - . r ' . ' Miit!iiiiM9i ltes' M .lf 4fr M
Tage und T A'i. p iin Sonniaarblatl lO per vche. öonntagsblatt lOc.-Jr Woche. Vrscheint jeden Vcuinnittag. Jahrgang 30. Indianapolis, Ind., Samstag, 13. Oktober 1905 No. 44.
i jnömuo Trwunr
'j
V
Verfolger von Coe beobachtet? Anzeichen lassen derartiges vernmthen.
Crawfordöville. Eine Ent deckung, welche gestern der in dieser Nachbarschaft wohnhafte Farmer Bo serm DickS machte, läßt eS beinahe erscheinen, als ob Jeffe Koe. nachdem er dem Marshall Goodbar entgangen, auch noch mit der nach ihm suchenden Indianapolis Polizei ein Berfteckspiel inscenirte. In der schon seit längerer Zeit nicht betretenen Scheune deö Far merS wurden nämlich untrügliche Anzeichen vorgefunden, daß dort Jemand längere Zeit kampirte. Bon der Scheune aus erhielt man eine schone Aussicht über das von den Farmern und der Polizei so eifrig durchsuchte Gebüsch. Sollte dies wirklich Coe gewesen sein, so Hütte er nicht schlauer zu Werke gehen können, als grade zu der Scheune zurückzukehren und von dort aus. im Rücken der Verfolger, seiner eigenen Verfolgung zuzuschauen. Die Scheune giebt auch eine ausgezeichnete Gelegenheit für einen einzelnen Mann sich gegen eine Uebermacht zu verthei digen. Besuch aus Siuciusati Im Sozialen Turnverein angesagt. Morgen werden die beiden Klaffen des Nord tzincinnati Turnvereins, unter Führung ihres Turnlehrers N. C. Seuß als Güfte des Sozialen Turn, verein hier eintreffen. Der Empfang der Güfte findet um 11.30 am Bahn. Hofe statt. Nach einem im Deutschen Hause ein. genommenen Mittageffen treten die Güfte unter Führung der hiesigen Tur ner eine Straßendahnfahrt durch die Stadt an. Später am Nachmitttage werden die besuchende Damenklasse, so. wie auch die Altersklasse der Männer eine Mufter.Turnftunde vorführen. Deutscher Zweig der Sozialistischen Partei. Der deutsche Zweig der Sozialiftischen Partei hielt gestern Abend unter Vorsitz von Herrn Paul Gegner seine regel müßige Geschüftsversammlung in der Columbia Halle ab. Die Beamtenbe richte wurden entgegengenommen; für die Wahl wurden 010 bewilligt. Am nächsten Freitag wird eine Agitationö Versammlung abgehalten, bei der Herr Charles Fritz auS Chicago die Rede halten wird. Die Herren Albert Wendland, Paul Hartmann und Albert Berg wurden zu TrufteeS erwühlt. Drei Kandidaten wurden vorgeschlagen, zwei wurden aufgenommen. Zum Schlüsse wurde der Sekretär beauf tragt, eine Anzahl AgitationS'Marken b Scher anzuschaffen. Zvtxa speziell ! Schönes Wetter für die Kirmee morgen Vermi. Der 11. jahrige LeSley Trexler, 601 Fort Wayne Avenue, wurde seit Don nerftag in seiner elterlichen Wohnung vermißt. Die besorgten Eltern ersuch ten die Polizei, Nachforschungen nach dem Verschwundenen anzustellen. Gestern wurde Nelson Butcher. 507 Oft Washington Straße, von den Xadlerpoliziften AmSden und BurriS festgenommen und nach der Bafiille abgeführt, wo eine Anklage auf Schlügerei gegen ihn erhoben wurde. Butcher, der feit einiger Zeit von seiner Frau getrennt lebt, über raschle dieselbe in Begleitung eine ge wissen William Woods. Aufgedracht durch Eifersucht stürzte Butcher sich auf den Nebenbuhler und gab ihm eine solche Tracht Hiebe, daß derselbe meh. rere Tage da Bett hüten muß. Die Polizei wurde gerufen, welche den Streit schlichtete und Butcher als An stiftn arretirte. Sottlieb Seukhardt, Die gemüthliche Scke", Ecke Noble und Market Str.
Die Kimcs.
Ein deutsches Volksfest. Morgen wird die diesjährige Kirmes im Germania Park gefeiert werden. Alle Vorbereitungen find beendet und das Komite hat, um das Publikum für den Aufschub zu entschädigen, noch ei nige weitere Vergnügungen zur Stelle beordert. Eine Inspektion gestern zeigte, daß das kalte Wetter neulich den Baum riefen deö Parks auch nicht im Gering ften schadete. Baum und Strauch prangen noch im schönsten Grün, und das Gras, sowie auch die ttieSwege find trocken und angenehm. Riefige Zelte find errichtet, unter welchen man zu jederzeit Unterschlupf finden kann. Für das Vaudeville.Theater wurde noch ein junger Deutscher, ein auSge zeichnete? Zitherschlüger und Virtuose auf verschiedenen Instrumenten enga girt. Die 16 Mann starke, deutsche Militör.ttapelle mit ihrem deutschen Kapellmeister, alle in Gala.Uniform. wird nicht verfehlen, Furore zu machen. Das KaSperleTheater hat diesmal ein eigenes Heim, in welchem fortwährend Vorstellungen gegeben werden. Die Wurftfadrikanten der Kirmes werden sich bemühen den Eßluftigen die feinsten Produkte der Wurftmacherei zu liefern. Herr Franz HapperSberger läßt feine delikaten Spanferkel alle im großen Backerofen im Teig backen. Das Moselthal wird sich in behaglich der größerter Auflage repräsentieren. Rheinund Mosel.Weine der feinsten Marken sind speziell für die KirmeS bestellt wor. den. Coftümirte Mädchen in deutscher Volkstracht werden den perlenden Wein kredenzen. Enchre-Partie und Beamtenwahl Des Männerchor-Damenvereins. Gestern hielt der Männerchor.Damen verein in den koftgen Räumen der Man nerchor.Halle eine Sitzung ab. Nach dem die Routinegeschüste erledigt waren, schritt man zur Beamtenwahl, welche folgendes Ergebniß hatte: Präsidentin Frau A. Schxrrer. 1. Vice.Prüfidentin Frau I. P. Frenzel. 2. VicePrüfidentin Fr :u Julius Keller. Eorrespondirende Sekretärin Frau Hermann Adam. FinanzSekretürin Frau EhaS. H. Adam. Schatzmeifterin Frau WeSley Rhodehamel. HilfS'Sekretürin Früulein Emma Mtnter. Erfreulicher Weise wurden die alten Beamten sümmtlich wiedergewählt un ter deren Leitung der Verein zu der jetzig: stattlichen Mitglieder zahl ange. wachsen ist. Nach Erledigung de geschäftlichen Theiles arrangirten die Damen eine Euch . Partie. Bei dem lebhaften Spiele errangen folgende Damen die herrlichen Preise: Frau Weaber. . Julius Keller Jr. - E. A. Eooper. Geo. Feeney. E. E. Wright. A. Sangernebo. , G. Greiner. Früulein Margaret Hook. Frau Emmerich. Jos. Keller. Aug. Hook. Früulein Irma Bertermann. Lotto Frau B. Heßling. Am Freitag, den 26. October, hält der Männerchor Damenverein eine Ertra.Versammlung in der Männer. chor.Halle ab, um sich über die Vorbe reitungen zum Bazar zu berathen. Der 40 Jahre alle Neger Daniel FranciS büßte heute sein Verbrechen am Galgen im CountyGefängniß in Chicago. FranciS hatte seine Frau und eine andere Negerin, Frau Mary ScroggS, ermordet, weil er nicht das von den Frauen verdiente Geld zum Verschwenden erhielt.
Wettgereifte Klage Jetzt nach Tanderburgh County verwiesen.
Sine Klage, die schon seit geraumer Zeit sich auf der Wanderschaft befindet, und in der sich bereits ein recht anfehn licheS Aktendündel angesammelt hat, ist jetzt den Gerichten in Banderburgh Counly zur Entscheidung übergeben werden. Die Klage von G. B. McNeely gegen die Southern Bahngesellschaft gerichtet, und beansprucht der Klüger eine Entschüdigung von rund zehntausend Dol larS. Als ein Angestellter des in Prince ton erscheinenden BlatteS Station" fuhr der Klüger vor einiger Zeit eine Strecke weit auf der Southern Bahn. Es kam zu einem Zusammenstoß zwi schen zwei Zügen, ein Unglück, für welches der Klüger die Bahnedienfte ten und deren angebliche Nachlässigkeit verantwortlich macht. McNeely war damals unter den Paffagieren, welche schlimme Verletzungen erlitten, und sucht er nun jene hohe Entschädigung zu erlangen. Die Klage wandert seit Jahr und Tag, wie oben angedeutet, von einem Gericht zum anderen, sogar das Bundeögericht in unserer Stadt hatte fich schon damit zu belassen. Vom Bundesgericht wurde der Fall dann nach dem von Warrick County verwiesen, aber auch dort ift es nicht zu einer Erledigung gekommen, viel mehr soll der Prozeß nun in Banderdurgh County ausgefochten werden. Es haben fich schon jetzt hohe Kosten in dem Fall angesammelt. i Wilhelm Wellman. t Im Alter von 54 Jahren ist gestern Abend kurz nach 10 Uhr Herr Wilhelm Wellmann. Präsident der Jacob Metz, ger Co., in seiner Wohnung einem Schlagfluß erlegen. Herr Wellmann, im Jahre 1852 in Holzhausen, West, phalen, geboren, kam im Jahre 1873 nach Indianapolis, wo er im EngroS Chemicaliengeschüft von Johnson & Co. alS Buchhalter in Stellung trat. Später trat Herr Wellmann als Buch. Halter in den Dienst der H. Lieber Bil derrahmenfabrik über. Sparsam, flei ßig und von seltener Dienfttreue, er warb er fich das Vertrauen seiner Ar beitgeber in so hohem Maße, daß er als Theilhaber in die Fabrik aufgenommen wurde. Im Jahre 1903 wurde Herr Well, man zum Präsidenten der Jacob Metzger Co. erwühlt, welche Stellung er bis zu seinem Tode inne hatte. Der Ver ftorbene war ein langjähriges treues Mitglied der Ev. Luth St. Paulus Gemeinde. Ecke McCarty und New Jersey Str.. welcher er als Truftee und Schatzmeister treue Dienste leistete. Seine Anhänglichkeit bewies er der Gemeinde vor mehreren Jahren dadurch, daß er derselben ein schönes Glocken spiel zum Geschenke machte. Herr Wellman war auch ein Mitglied deö Deut, schen Club und MufikveretnS. Der Verstorbene erfreute fich der Achtung seiner Mitbürger in hohem Maße und während seiner Krankheit statteten ihm auch seine früheren Theil haber wiederholt Besuche ab, um fich in liebevoller Weise nach seinem Befinden zu erkunden. Herr Wellmann starb im Hause sei neö Schwagers, Herrn Herman Lohß, 1237 Süd Meridian Straße, bei wel. chem er seit 22 Jahren wohnte. Außer der Familie deö Herrn Lohß trauern noch ein Stiefbruder. Herr Louis KoS feld und Frau Anna Wellmann, eine Schwägerin des Verstorbenen, sowie auch ein großer Bekannten und Freundeskreis um den in der Blüthe seiner Jahre Dahingeschiedenen.
Der 15-jährige John Mitchell wurde gestern von dem Beamten Mc ttibben nach der Polizeiftation adge führt, wo er wegen Vagabundirens und Tragens von einer Mordwaffe gebucht wurde. Bei der Untersuchung deö jugendliche Strolches, der seine Woh. nung angeben konnte, fand der Polizist ein großes Stück Eisen, welche zum Sch'agen sehr gut zu verwenden war.
Das Todcsurtheil
Ueber den INörder Williams verhängt. Mord im ersten Grade der Wahrspruch der Geschworene. Nach einer Berathung von nur 14 Minuten reichten gestern Nachmittag die Geschworenen ihren Wahrspruch im Williams Mordprozesse ein. Das llr theil lautet auf Mord im ersten Grade, die Strafe ift der Tod. Sobald der Obmann ankündigte, daß fich die Geschworenen auf ei Ur theil einigten, wurde Williams von der Jail zurückbefördert und die Hand schellen wurden ihm abgenommen, während das Urtheil verlesen wurde. Er nahm das Urtheil anscheinend ruhig entgegen, doch konnte man ihm die in nere Erregung ansehen. Williams hegte bis zum Letzten die Hoffnung, daß er mit dem Leben davonkommen werde. Sobald der Wahrspruch der Geschworenen verlesen war, wurden dem Verurtheilten die Handschellen wie der angelegt und unter Bewachung zweier Deputy-Sheriffs mit Sheriff Edward Sourbier im Gefolge, wurde er nach der Jail zurückbefördert. Eine große Menschenmenge hatte fich dem Zuge angeschlossen, doch wurden keine Demonstrationen gegen den Ge fangenen unternommen. In dem Ge füngniß verfiel der Gefangene wieder in einen Zustand der Abgeftumpftheit, und zog fich in eine dunkle Ecke der Zelle zurück. Von jetzt ab wird er unter strenger Bewachung stehen, und sobald der Richter das Todesurtheil fällt, wird eine Todtenwache den Ver urtheilten bis zur Vollstreckung deö Urtheils bewachen, damit er fich nicht etwa der irdischen Gerechtigkeit entziehe. Das Urtheil darf nicht vor Ablauf einer Frist von 100 Tagen zur Voll ziehung gelangen. nwalt Beerman suchte in der Ver theidigung den Vunkt hervorzuheben, daß die todtbringe Kugel nicht al auS Williams Revolver stammend nachge wiesen wurde. Auch habe eS der Staat unterlassen nachzuweisen, aus weffen Revolver die Kugel stammte, welche man aus dem Zaunpfoften auf der Mordftelle zog. Anwalt Brown hielt eine ausgezeichnete Rede, in welcher er dieselbe VertheidigungS-Theorie auf. recht erhielt. Anklüger Benedict schloß mit einem Argumente für den Staat, worauf der Fall nach vorheriger In ftruction durch Richter Fremont Alsord an die Geschworenen übergeben wurde. Während der Verhandlung gebot Richter Alsord Ruhe und als ein Mann, der seinen Namen als Elliott Smith angab, dennoch fich mit seinem Nebenmann unterhielt, befahl der Rich. ter. denselben von der Gallerie her unter zu holen. Smith wurde wegen Mißachtung des Gerichts mit 10 Ta gen Gefängniß bestraft. Charles L. C r a i g, 707 Oft 19. Straße und Andrew Blakley von Red Key Ind., wurden gestern von den Radlerpoliziften Schlangen und Shine nach der Bafiille abgeführt, wo gegen Blakley eine Anklage auf Schlügerei erHoden, während Craig wegen Schlü gerei und Verabfolgung von geistigen Getränken an Minderjährige notirt wurde. Ersterer hatte von Craig Whisky erhalten und weigerte fich mehr von dem Zeug zu trinken. Craig. der wahrscheinlich böse Absichten hatte, wollte ihn zum Trinken zwingen, worüber sie in Streit gertethen. Glück, ltcherweise erschienen die Blauröcke bevor Unheil angerichtet wurde. Auf einen Haftbefehl hin, der von William L. Schomberg. No. 28 Süd JllinoiS.Straße. erwirkt wurde, wurde gestern George H. Hu kill, im Morton.Hotel wohnhaft, wegen Unterschlagung eingesteckt. Derselbe wird beschuldigt, 131 unterschlagen zu haben. Die Verhaftung wurde von den Beamten Mannwg, Samuel, Capitün Bray nd dem Detectiv Mc Jntyre vorgenommm.
Ans de Gerichten. Tuperior Gericht. Die Scheidungsklage von Mary F. EddingS gegen ihren Gatten Milton W. EddingS, wurde zu Gunsten der Klägerin entschieden. Derselben wurde der Obhnt der unmündigen Kinder zu gesprochen. Die Scheidungsklage von Eliza H Ballaro gegen ihren Gatten Harban G. Ballard, wurde zu Gunsten der Klüge rin entschieden. Schadenersatzklagen. Joseph A. Dondno strengte gegen die Stadt Indianapolis eine Klage auf S1000 Schadenersatz an. Am 20. August 1906 hatte fich seine Frau angeblich durch die Schuld und Nachlässigkeit von Angestellten der Stadt bei einem Sturze in ein Loch auf der Harrison Straße schwer verletzt. In Folge der Verletzungen konnte die Frau ihren Haushaltungspflichten nicht nach ko.mmen. fforderungsklage. Evanöville Glaß Company strengte gegen Henry Riesenberg eine Klage auf Bezahlung von 87000 an. Am 30. Oct. 1905 versprach der Verklagte nach 170 Tagen den Wechsel von 5000 mit 6 Prozent Zinsen und Advokatengebüh ren zu bezahlen. Diese Summe ift jetzt überfällig und unbezahlt, worauf die Klage begründet ift. Nachrichten aus Jndiana.
N o b l e S v i l l e. SillarS E. Gallaher und feine Frau haben gegen die Stadt Sheridan eine $10,000 Schadenersatzklage eingereicht. Beide standen während der StraßenFair auf dem Seitenwege, als ein Seilkünftler feine Vorführungen machte. Das Seil riß und der Mann stürzte auf Gallaher und seine Frau herab. Die Klage de sagt, daß der Stadtrath nicht das Recht besaß, eine derartige Schauftel. lung zu erlauben, ohne die Zuschauer vorher zu warnen. P r i n c e t o n. Thomas Mc Cleary, Poftmeifter und Geschäfts, mann aus Mackey in diesem County und ein wohlbekannter Politiker, ift des Mordes im ersten Grade angeklagt. Er soll seinen Schwager Melville Stuckey, einen jungen Geschäftsmann, im August des letzten Jahres erschaffen haben. Den Verhandlungen wird hier großes Jntereffe entgegengebracht. R o ck p o r t. Ein Gasolin Be hülter der gestern in der Roc'port Wüscherei explootrte, verursachte ein Feuer, welches einen Schaden von etwa $1000 anrichtete. Zwei Angestellte der Wäscherei, Amelie Freshley und Albert HargiS erlitten Brandwunden. Das Dach des Gebäudes wurde völlig abgehoben. V i n c e n n e S. Ein großes Feuer, welches auf unbekannte Weife ange fangen, zerstörte gestern Morgen den GefchäftSdiftrikt von Monroe, einer Stadt in unserem County gelegen. Das zweistöckige Backfteingebäude von Conrad, in welchem W. H. Harrison ein Kurzwaarengeschäft betreibt, der Fleischerladen von Noes und die Re ftauration von Summers wurden voll, ständig eingeäschert. Mehrere andere Gebäude wurden stark beschädigt. Am schwersten wurde der Kaufladen von G. W. Smith in Mitleidenschaft ge zogen. Der Verlust wird auf $50,000 geschützt, dem eine Versicherung von 85000 gegenübersteht. Evanöville. Die Directoren der Jndiana Staatö-Union der Arne riesln Society of Equity" hielten eine Sitzung ab. ES wurden zunächst Arrangements für systematische Methoden bei der Führung der Geschäfte der LocalUnionen, der Lieferung der Berichte an die County-, Staats, und National. Unionen und bei dem Werk der Orga. nifation im Allgemeinen getroffen. Mehrere wichti Resolutionen, welche der Conferenz der National-Union, die vom 22.-26. Oktober in Oft St. Louiö tagt, unterbreitet werden sollen, wurden eingehend erörtert.
Oi Etikette des Elysce. Präsident studiere ls Revolutionär bezkg, lich der .üchcnordnung. Die Etikette des Elysee. so schreibt ein Berichterstatter aus Paris, ist strenger als die des autokratischesten Hofes. Zwar fehlt ihr der Kastengeist, der die subtilsten Merkmale für Hoffähigkeit und Nichthoffähigkeit zu sin den weiß, aber dafür besitzt sie einen prachtvollen Einschlag jener bureaukratischen Routine, wie sie nur ein seil Jahrhunderten streng centralistrteö Land hervorbringen konnte. Einem Monarchen sind die strengen Regeln angeboren. Es fällt ihm nie ein. von der Tradition abzuweichen. Ter demokratischen Präsidenten dagegen, die ihre Jugend in einem Bauernhäuscher, zugebracht haben, sind die Ceremonienmeister nie sicher. Stets ist eine absichtliche oder unabsichtliche Entgleisuno zu befürchten und so schnürt das Protokoll" das Staatsoberhaupt in ein engmaschiges Netz von Vorschriften ein, die von den Beamten, mehr noch von der erbeingesessenen Hierarchie der Vedienten peinlich genau ausgeführt werden. Die dritte Republik hat Präsidenten gehabt, die sich resignirt fügten; Carnot, Easimir-Perier. Grevy hatte air fänglich etwas aufbegehrt, aber zuletzt klein beigegeben. Loubet hatte den unglaublichen Eigensinn, den Vorreite: der Galafahrten zu entlassen. Ein wahrer Revolutionär scheint der jetzige Präsident zu sein. Herr Fallieres ist Gascogner. Bald nach seinem Einzuo in's Elysee wurde er der schönen und langen Menüs der täglichen Mahlzeiten überdrüssig und verlangte nach den heimathlichen, mit Knoblauch gewjirzten Gerüchten, auf die er auch als Se-nats-Präsident nicht verzichtet hatte. Man begreift das Entsetzen des Oberkochs. Eine derartige Insubordination des Staatsoberhauptes war nie dagewesen. Noch jeder Präsident hatte gegessen. was der Chef" kochen ließ. Ei hatte überhaupt nicht das Recht, bei der Aufstellung der Menüs mitzureden. Und nun kommt der blos auf sieben Jahre gewählte Herr Fallieres und möchte essen, was er will und was ihm besonders schmeckt, möchte eine 30jährige Küchenordnung über den Haufen werfen! Herr Fallieres verlor indessen die Gemüthsruhe nicht ob der Revolte der weißen Schürzen" und engagirte eink blaue Schürze." Der Kampf dauerte zwar lange Wochen, aber schließlich wurde der Oberkoch entlassen, und jetzt waltet über den präsidentiellen Pfanner und Töpfen eine brave deutsche Köchin, die seit Jahren bei der Familik Fallieres in Diensten steht. Einen Sieg der deutschen über die Paris Küche bedeutet das nicht, denn du Stärke von Franziska" bilden gerade jene süd-französischen Gerichte, die sic unter Frau Fallieres Anleitung zu bereiten gelernt hat. Erlegung eines Baren. In der Umgebung von Hermannstadt, Siebenbürgen, trieb sich seit längerer Zeit ein Bär heruin. der unter den Viehheerden der dortigen Bauern mächtig aufräumte. Das verderbliche Wirken der Bestie brachte die armen Bauern, deren Viehbestände die Tafel zu bestreikn hatten, zur Verzweiflung und bewog endlich die Gemeinde, das Vieh von der Alpe herabtreiben zu lassen. Bevor dieser Entschluß zur Durchführung gelangte, wendeten sich die Leute noch an den als Bärenjäger vekannten Hauptmann v. Spieß, dem es am ehesten gelingen könne, den Unhold zu fällen. Alle Vorbereitungen, zu denen ein gut eingerichteter, nebenbei bemerkt ziemlich kostspieliger Kundschafterdienst gehörte, wurden in Angriff genommen und durchgeführt, und bald bezog Spieß seinen Anstand. Aber seine Geduld sollte auf eine harte Probe gestellt werden, denn erst in der siebenten Nacht hörte er plötzlich das mark' erschütternde Brüllen des gewaltigen Bären und unmittelbar darauf das Klagen eines eben zerrissenen Stückes Hornvieh. Wie es sich später herausstellte, hatte der Bär in unmittelbarer Nähe des Anstands wieder einen einzelnen Ochsen angetroffen und m wemgen Augenblicken getödtet. Am nach' sten Tage ließ Spieß den zerrissenen Ochsen aufsuchen und bezog dann ir der achten Nacht dort unverdrossen sei' nen Anstand. Diesmal nahte dem Bären das Verhängniß: kaum erschien daS Unthier auf dem Platze, darachte die Büchse des erfahrenen Jägers, und der Bär brach zusammen. Das Thier hatte bei iner Länge von über 8 Fuß ein Gewicht von über 400 Pfund. Lokomotivführer als Einbrecher. Einem in Osnabrück. Hannover, verhafteten Lokomotivführer Namens Gehrke sind über 7( Einb'-uchsdiebstÄhle nachgewiesen wor. den.
4
