Indiana Tribüne, Volume 30, Number 43, Indianapolis, Marion County, 12 October 1906 — Page 7

Jndiana Tribüne, 12. Oktober 1906

:.c ! Das weise Lamm I

i Humoristische Erzöblung 5 30U 5 R u d o i p h S t r a tz e. : (Fortsetzung.) 57a wie haben Sie denn da schließlich die Moneten bekommen?" Ulrich Schneevogt suchte immer noch unrubig mit den Augen die weißen Wände des Wilden Dirndls" ab und hörte nur halb auf die Worte seines Genossen. Es ist eine Dame in unserem Verein!" sagte der zögernd, als wolle er diese, den großen Sektionen mißliebige Thatsache entschuldigen. Zufällig gerade das dreizehnte Mitglied. Qin Fräulein Lori Vogel. Sie ist Waise, unvermählt, mündig, da sie eben die Dreißig überschritten hat, und im Befine eines recht auskömmlichen VermöC JN5 ... Und dieses Fräulein Vogel hat aus reiner Begeisterung . . ,5ca5 woyl nicht! Sie liebt eigentlich die See mehr als die Alpen und am liebsten geht sie in die sächsische Schweiz. Aber ich bin befreundet mit ihr. Wir spielen vierhändig zusammen ich lese ihr zuweilen ein Buch vor. das mir gut und schön erscheint kurzum, sie theilt viele meiner Intereisen und namentlich also auch ien eigentlichen Inhalt meines Lebens, die reine, herzliche Freude an Gottes schöner Alpenwelt." Und darum " setzte er nach einer Weile mit feuchten Augen hinzu, hat sie sich entschlossen, unsre arme kleine Sektion mit der .Thörlihütte' zu bedenken." Ist die Dame denn hier?" Sie kommt heute Abend, um an der Einweihung der Hütte morgen theilzunehmen. Außer mir das einzige Mitglied unsrer Sektion. Den elf andern ist die Reise zu weit. Sie haven keine Zeit, kein Geld, keinen Urlaub, wie es so auf der Welt geht. Es ist wirklich schade! Denn die ThörliHütte ist ein Prachtstück geworden! Ich darf das sagen, wenn ich auch gewissermaßen ihr geistiger Vater bin. Klein, aber mit aller Bequemlichkeit, gut bewirthschaftet, vorzügliche Betten, eiserne Oefen. ein besonderes Zimmer für Damen das hat sich Fräulein Vogel ausdrücklich ausbedungen kurzum " Der Hochtourist stand auf. knöpfte den Gürtel seines aus englischem Kameelloden gewebten Rockes zu und reckte gähnend die Glieder. Kurzum: eine Kleinkraxlerbewahranstalt!" sprach er gefühllos. Wir sollten die rauhe Gesundheit des Bergsports nicht, durch solche Alpensanatorien entweihen, mit geheizten Tamenzimmern, weißen Betten, womöglich elektrischer Beleuchtung, Zeitungen sammt neuestem Kurszettel. Telephon und Quellwasserleitung, wie es im Zillerthal schon Mode ist. Denn die nehmen uns das Beste, das Siählende, das Erzichende, den einfachen naturgemäßen homerischen Zweikampf zwischen dem Menschen und dem Berg. Ich habe einmal einen verrückten Engländer gekannt, der wollte überhaupt alle Hütten verbrennen, alle Wege und Leitern und Stifte zerstören und wieder in den Urzustand der Dinge, zu Ende der fünfziger und Anfang der sechziger Jahre zurückkehren, wo man die Nacht in Felsspalten kauerte und sich an einem dürftigen Biwakfeuerchen wärmte? Durchgemacht hab' ich das alles mehr wie einmal, drüben in den Anden, in Alaska und anderswo. Und kann Ihnen sagen: das allein ist das Wahre! Solch eine Nacht unter freiem Himmel, unter Sternengeglitzer in tiefer Einsamkeit und Stille, wo man über so manches nachdenkt und nicht in der Hitze, dem Tabakqualm, dem Biergeruch, den Berliner Kalauern und dem Massengeschnarche in einer mit Menschen vollgestopften Bretterbude. Ob die im Thal ftet?t oder wie Ihre Thörlihütte zweitausendfünfhundert Meter hoch das bleibt sich gleich. Das Furchtbarste auf Erden, das Philisterium ist da und dort souverän. Und nun nichts für ungut! Lassen Sie sich durch einen sonderbaren Kraftmenschen wie mich nicht die Freude an Ihrer Thörlihütte verderben und leben Sie wohl!2. Kapitel, aum war der Mann vom Berge verschwunden, da trat der cho T lerische Kollege aus der Ecke auf seinen Freund SiebenPfeiffer zu. Reizend," schnaubte er. Wirklich ganz reizend! Mich laßt Du ruhig da in meinem Winkel sitzen und fraternisirst mit diesem Bergfexen da, diesem rüden Gewaltmenschen, der mir mein Beuschel entfremdet hat! Ich habe jetzt noch keines und werde keines kriegen, sondern mich langsam in den Abend hinüberhungern und er fährt gesättigt davon und stochert sich die Zähne! Der Mensch ist verrückt!" Im Gegentheil" sagte der kleine Oberlehrer wehmüthig. Die satten Menschen haben auf der W'lt recht, nicht die Hungrigen. Darum hat er recht. Ich bewundere ihn. Er ist ein Herrenmensch eine Kraftnatur " die andern die Beuschel wegfrißt!" Ja. Das auch! Das ist ein Zleiner Zug aus der Gesammtheit seines Wesens. Die eiserne Energie. Die rückstchtSlose That. Dieser Mann wollte

essen und er ah! Andere nicht! Bei ihm ist bah selbstverständlich. Bei gewöhnlichen Menschen gar nicht!" Ich zum Beispiel!" fuhr er fort, ehe der rei?bare Freund eine Erwiderung fand. 'Siehst Du: dieser Mensch, der da hinausging, dieser König der Berge der ist das. was ick sein wollte und nicht bin. Ein Gefäß der Kraft, die von keines Gedankens Blässe anqt. kränkelt ist. Naiv wie die Natur Du hast ja gesehen, mit welcher Unbefangenl?eit er über Dein Beuschel herfiel gleich einem zutraulichen Kinde stark wie die Natur ich sage Dir, wenn der seinen Biceps spannt, da könnte einem Bären angst und bange werden ohne Nerven, ohne Schwindelanfälle. ohne Vorgesetzte kurzum, frei wie die Natur! Und was thut dieser naive, starke, freie Mann der Natur? Er läuft hinter einem Mädchen ber. die ihrerseits wieder irgendwo im Scknee herumstrolcht. Das machen die W?iber aus einem! . . . O Weiber! Weiöer! Ihr verderbt die Besten!" Der kleine Oberlehrer wurde trauria. So c?ebt es nun schon solch einem Vollme'-. schen!" hub er wieder an. .Was kann ich da vom Leben hoffen? 3$ der Halbe! Ver Unbestimmte: Du weißt e?, ja, lieber Oskar ich bin eine problematische Natur!" Ja," bestätigte der finstere Freund. Das bist Du, Siebcnpfeiffer!" Ein Mensch, durch den das wehmüthige Mißverhältniß zwischen Wollen und Können geht. In meinem Innern da gährt und oiüht es. Ich möchte das Matterhorn bezeigen. Ich bin in meinen Gedanken schon beinahe oben und jauchze aus breiter Brust! Da fällt mir ein, daß ich ja schon schwindlig werd, wenn ich nur von meinem Balkon im zweiten Stock auf die Straße sehe. Ich möchte reisen! In tollen Abenteuern und Gefahren die Welt durchmessen. Aber bei meiner ersten Meerfahrt nach Helgoland wurde ich so fürchterlich seekrank, daß ich mit dem gleichen Schiffe wieder zurückfuhr, und mich seitdem nicht mehr auf's Wasser wage. Und als ich dann drei Jahre später nach Italien ging, stahlen sie mir mein Rundreiseheft und meinen Koffer und ich mußte traurig wie ein kahler Spatz zurück. Und als ich mich wieder nach drei Jahren so recht in den Strudel von Paris stürzen wollte fiebernd, von dem besten Schneider unseres Städtchens neu angezogen und in Gedanken schon der hartgesottenste, wildeste Roue! da wurde meine Tante in Schrimm krank und ich mußte in die Wasserpolackei und sie Pflegen. Sonst hätte sie mich enterbt!" Ja ja!" sagte der Freund finster. Du bist eine problematische Natur!" Ich bin's! Sieh das .Wilde Dirndl' da drüben das ist das Symbol meines Lebens. Theoretisch ist es mein! Denn e5 gehört unsrer Sektion und die Sektion bin ich! Praktisch aber kann ich es nicht bezwingen, sondern m"ß unten im Thzl stehen und zuschauen, wie andre, die keinen Schwindel und keine Begeistcrung kennen, fühllos das vollbringen, was ich mit all meinem heißen Herzen nicht vermag! Ist das nicht furchtbar? Und das ist mein Leben!" Ich weiß nur ein Mittel dagegen," murmelte der Freund und sah düster vor sich nieder. Und das wäre?" Heirathen!" ,.Heirath?n!" wiederholte der Kleine melancholisch. Tu meinst: das zieht den Menschen aus den Wolken hernieder und stellt ihn auf seine zwei Beine, zwischen seine vier Wände, daß er weiß, wozu er da ist und sich vom Leben keine Räthsel mehr aufgeben läßt? O ja bester Freund harmonisch im banalen Sinn des Wortes würde meine Ehe mit Lori Vogel ach rede doch nicht! Natürlich denkst Du an Lori Vogel! Ihr alle denkt ja nur an sie und mich! Also harmonisch würde die Ehe schon sein. Ich würde nock dicker werden als ich sckon bin, ich würde keine Verse mehr machen, mich nicht mehr an Doktor Schneevogts furchtbaren Reiseberichten berausehen, den Vorsitz in meiner Sektion niederlegen und den eines Kegelklubs übernehmen, und nicht mehr an das .Wilde Dirndl' und seine Bezwingung denken und, siehst Du das da das .Wilde Dirndl' das gerade ist's! Das Weib! In mir brennt die Sehnsucht nach dem Weibe der wilden nachtlockigen Göttin, wie sie die Dichter schildern, die nur dem auserwählten Helden sich ergibt. Solch ein Held nur einmal zu sein nur vierundzwanzig Stunden lang in vollsten Zügen leben und aenießen Sieger zu sein über das Weib . . .!" Lori Vogel nin mt Dich gleich!" Ach Lori .'Jogel! Sie ist ein munteres, liebes Wesen aus dem Wochentag, aus der guten Stube. Das Glück bei Milchkaffee und Semmeln und der langen Morgenpfeife. Ich aber denke an das Weib ich denke an Boecklin ich sehe so etwas Lächelndes, Geheimnißvolles vor mir etwas Fischgeschupptes, Nixenhaftes, Dämonisches!" wiederstarrte er träumverloren zu dem Wilden Dirndl" hinüber eine kalte Schlange mit Feueräugen, halb Engel, halb Teufel, ein wildes Räthsel mit schwarzflatterndem Haar . . ." Das ist Unsinn!" sagte der Kollege. Der kleine Oberlehrer seufzte. Freilich ist's Unsinn. Das weiß ich selbst. Wir sind ja so klug. Es gibt ja solche Fabelwesen nickt! Aber warum haben wir denn dann die Sehnsucht danach? Eine Art Erinnerung beinahe, als seien

wir ihnen schon im Leben beaeanet

Gott weiß wo oder in einem andern Leben oder auf einem andern Planeten . . .?" Das ist alles Unsinn!" wiederholte der beharrliche Freund. Doch! Ich hab' schon mehrmals gelebt, in verschiedenen Gestalten bis jetzt endlich die problematische Natur aus mir geworden ist anders wäre der Zwiespalt ja gar nkht zu erklären. Diese Feuerseele in der Hülle eines kurzathmigen. fetten, kleinen Oberlehrers, der keinen Berggipfel zu erklimmen. kein Weib zu berücken, nichts Großes zu thun und zu leiden vermag. Und ich werde immer dicker bei allem Kummer und Zorn! Die innerliche Gluth setzt bei mir außen Speck an, statt ibn zu verzehren, und je korpulenter ick werde, desto mehr entferne ich mich von meinen Idealen, meinem Stanley oder Cäsar Vorgia oder Napolcon oder was gerade meine Brüder im Geilte sind. Denn große Männer sind zumeist klein und mager. Ihre unruhige Seele braucht kein so weich ausgevoluertes Nest. Aber ich . . .? Dickbäuchige Menschen heirathen. kriegen sechs Kinder und zum siebzigsten Geburtstag den Kronenorden vierter Klasse und enden als unbesoldete Stadtverordnete, wo ich von Taifunen und Erdbeben, von rasenden Liebesstürmen und blutigen Duellen und aller tollen Jagd nach dem Glücke geträumt hab'." Ter kleine Mann stand bekümmert auf und holte aus der Ecke den grünen Rucksack, das Lodenhütchen und den Bergstock hervor. Wo willst Du denn um Gotteswillen hin?" fragte der Freund. Auf die Thörlihütte!" Doktor Siebenpfeiffer räusperte sich etwas befangen. Sieh mal: Dein Feind da mit dem Beuschel, der hatte vorhin ganz recht, als er sagte, daß aus solch einer überfüllten, mit Tabaksqualm und Vier dunst durchzogenen, lärmenden Schutzhütte alle Nomantik flieht. Die Bergwelt ist wie ein schönes Weib. Man muß mit ihr allein sein, unter vier Äugen. Dann hat man was davon. In Gesellschaft nicht. Drum will ich dir Nacht heute allein in der Thörlihütte zubringen!" Äerrückt!" sagte der Freund in schlichtem Ton. Der Oberlehrer zog die Brauen hoch. Wieso denn?" tadelte er. Die Hütte ist seit heute eröffnet. Köchin und Kellnerin, die Monika und die Veronika, sind oben und werden für mich sorgen. Ich werde leben wie Gott in Frankreich, bei Konservengulasch und Ziegenmilch Du weißt, daß ich als Abstinenzler keinen Tropfen Wein genieße und vor Sonnenuntergang bei einer guten Cigarre draußen vor der Hütte sitzen ganz allein und Selbstherrscher in meinem kleinen, neugeschaffenen Reich , dann noch ein bischen innen beim Lampenlicht träumen und auf den Sturmwind draußen horchen und schlafen gehen, ohne schnarchenden Kameraden und ohne Lärm von kneipenden Spätlingen aus der Wirthsstube. Und morgen jodle ich Euch, wenn Ihr zur Einweihung herauskeucht, als ein ausgeruhter, munterer Mann entgegen." Abc? heute Abend kommt doch Fräulein Lori Vogel an!" Ach Lori Vogel!" Doktor Siebenpfeiffer wurde Plötzlich etwas verstimmt. Es kann sich doch nicht alles in der Welt um Lori Vogel drehen. Ich bin doch nicht mit ihr verheiraihet!" Noch nicht!" bestätigte der finstere Kollege. Ich werd? ihr eben morgen früh Guten Tag sagen! Richte ihr das aus! Ich hätte noch dringend oben in der Hütte etwas zu thun! Das muß sie doch begreifen!" Er schnürte geschäftig seinen Rucksack zusammen, warf ihn stch über die Schulter in's Kreuz, stülpte das Wetterhütchen verwegen auf und bot dem Kollegen die Hand. Gehst Du noch ein Eckchen mit ? ' Keinen Schimmer!" erwiderte der Freund. Alsdann pfüet Gott!" sagte der Oberlehrer treuherzig wie ein waschechter Tiroler und trat hinaus in den grell über dem weißen Wegstaub vor dem Wirthshaus brütenden Sonnenschein. Einen zornigen Blick warf er noch einmal zu dem Weisen Lamm" hinüber das fehlende z" gab ihm, wie immer, einen Stich in's Herz dann stieg er wohlgemuth mit dem Bergslock schlenkernd die grünen Matten zur Thörlihütte empor. Er athmete auf bei dem Gedanken, dem Weisen Lamm." dem Kampf um's tätliche Brot darinnen, dem Haschspiel mit der Kellnerin, ja selbst der Gesellschaft des finsteren Freundes entronnen zu sein. Mochte der den Nachmittag hungernd und bierbegehrend im Thal verkümmern, er. Martin Siebenpfciffer, wanderte frank und frei als Jäger'scher Normalmensch voll feuriger Begeisterung zur Höhe. Einige hundert Schritte in gipfelstürmender Hast! Dann kamen, je steiler der Hang wurde, der kurze Athem und der strömende Schweiß in der stechenden Mittagsgluth und während er immer langsamer, immer bedächtiger Fuß vor Fuß setzend weiterklomm, stieg trotz der prächtigen Bergwelt ringsum, der grünen Wiesen, der weißen Firndächer unter dem blauen Himmel und des verschwenderisch alles erwärmenden Sonnengolds eine beklemmende Schwermuth in ihm empor. War er nicht, wie er da mühsam zu

der endlich errungenen Hütte hinauf-

schlich, ein General ohne Heer, ein Sieger ohne jubelndes Volk? Wo blieben die Vereinsgenossen am morgigen Jubeltag? Sie ließen ihn allein, all die Menschen, an die er, der alternde Junggeselle, sich in Ermangelung eines eigenen Heims so gerne mit naiver Zutraulichkeit anschloß, sie alle, außer Lori Vogel, nahmen gar keinen Antheil an seinem Stolz und seiner Freude über das doch zu ihrem Besten von ihm gestiftete Werk. Niemand brauchte ihn. Niemand dankte ihm. Am wenigsten die Touristen, die von morgen ab lärmend, als sei es die selbstverständlichste Sache von der Welt, die Thörlihütte erfüllten. Wozu hatte er nun mit all dem Feuereifer die drei Jahre gearbeitet? Immer für Fremde, denen er fremd blieb. Wo war das Eigene in seinem Dasein, das Persönliche, von dem er sagen konnte: Das hab' ich mir errunaen! Das gehört m i r und niemand darf es mir nehmen!" Und wenn es auch nur eir.e Erinne.tr.i besser als dies Sehnen und Warten auf das Große. Berauschende. das da kommen soll und nie kommt. Man zweifelt und dürstet sein Leben lang und die andern lachen und trinken und wischen sich behaglich den Mund. Der Oberlehrer seufzte tief auf vor Vitterniß und schämte sich des nicht. Luch Hamlet war ja fett und kurz von Athem, wenn er auch den Purpur statt )er Jäger'schen Normalwolle trug und kein Schulmeister, sondern ein Prinz var. Innerlich glich sich das aus. Da var jener vom Lauf seiner Tage tbensowenig befriedigt wie scin Erbe km Geiste, Doktor Martin Siebenpfeifser. Beiden schien in ihrer Bitterniß :twas faul zu sein in der Thörlihütte und im Staate Dänemark. Am Wege saß ein halbwüchsiges Rädchen auf einer umgedrehten Thüre jnd trocknete sich mit der Schürze die Schweißperlen aus dem hübschen Geficht. Der Oberlehrer blieb stehen. .Was schaffst denn da, Mirzl?" 'orschte er freundlich. Die Thür zum Damenzimmer soO zur Hütten aufi tragen, gnä' Herr! Richtig! Die Thüre war gestern im Thal vergessen worden! Nachdenklich etzte der einsame Wanderer seinen Weg fort. Das Damenzimmer war ihm mmer ein Dorn im Auge gewesen, weil :s unnöthig so viel Platz wegnahm. Äber wer das Geld hat, hat die Macht, und Lori Vogels, der blonden Hüt!enbauerin, Wunsch, ein eigenes Gelaß in ihrem neuen Reiche zu besitzen, war a begreiflich und ihm Befehl. Nun wur er schon aus dem Bereich des Knieholzes und der Alpenrosen heraus. Tief unter ihm schimmerten die Dächlein von Sankt Lukas in der Oed und die Ungeduld beflügelte seine Schritte. Er wußte: wenn er um jenen Bergvorsprung bog, dann lag das bisher einzige, dauernde Wahrzeichen seines Erdenwallens, dann lag die Thörlihütte zum Greifen nah vor seinen Augen. Er hatte beinahe Angst, der bescheidene Bau könne gleich einem Märchenschloß aus Tausend und einer Nacht urplötzlich wieder in den Boden verfunken sein. Aber nein! Er blieb stehen und ein freundliches Lächeln umspielte sein erhitztes Gesicht. Da grüßte blitzblank, wie aus dem Ei gepellt, das niedere, rothbraun gestrichene SchutzHaus über das mit großen Markirstangen geschmückte Trümmerfeld herüber, hart hinter ihm kräuselte der spielende Bergwind die kornblumenfarbenen Wellen des Thörlisees und darüber stieg der weiße, wildzerrissene Wall des Thörligletschcrs bis zur Höhe des Firnpasses hinauf, über dem der Himmel blaute. Links davon stand, dem Auge jetzt weit näher gerückt, aber noch weit schroffer und trotziger, als wenn man es vom Thale aus sah. die unterworsene Königin dieser kleinen Welt, das böse Wilde Dirndl." (Fortsetzung folgt.) Bet vem Wettlchretven auf dem Sienographentag der Schule Stolze-Schrey k Hamburg wurde durch den Kammerstenographen Dröse aus Karlsruhe ein neuer Rekord von 380 Silben in der Minute geschaffen. Der Gesetzgebende Rath von Victoria, Australien, hat zum 14. Male den Vorschlag, Frauen das Stimmrecht zu gewähren, verworfen. K a w i heißt die indojavanisch? Sprache, die man auf Java vom 8. Jahrhundert ab auf Inschriften in Kupferblech- und Steintafeln vorfindet. Die Bevölkerung Mar o k k o s beläuft sich jetzt auf etwa 8.000.000 Seelen; man glaubt aber, daß das Land auch 40.000.000 Menschen ernähren könnte, wenn sich dort Industrie und Handel ungehemmt entwickeln könnten. Ein schießender Koff e r. Frau Emma Dailey, die Eigenthümerin eines Logirhauses in Seattle, Wash., wurde von einer SelbstschußVorrichtung getödtet. die einer ihrer Miether in einem Koffer angebracht hatte. Fra Dailey bemerkte zu einer Freundin: Ich bin doch neugierig, ob nicht einer meiner Schlüssel diesen Koffer sperrt." Sie fand auch einen passenden Schlüssel, sperrte den Koffer auf. und als sie den Deckel öffnete, ging ein Schuß los, und sie fiel todt zu Bvden.

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