Indiana Tribüne, Volume 30, Number 43, Indianapolis, Marion County, 12 October 1906 — Page 1
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rr OrfrtfeUtt feden Meutnnittag. g Jahrgang 30. Jndianavolis, Ind., Freitag, 12. Oktober ,9a No. 43.
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Schwer Ertränkter
Schießt sich eine Kugel in den Kopf. E In einem Anfalle von Schmermuth beging heute früh Edward Schükler. No. 1710 Viadifon-Avenue, Selbst mord durch Erschießen. Schon seit langer Zeit war der Anfangs der 30er Jahre stehende junge Mann durch An fülle der Bright'schen Nierenkrankheit schwer leidend, und heute früh stand er Vorn Lager auf. steckte fich einen Skevol der in die Tasche, um sich zu einem Verwandten zu begeben, der seiner fln ficht nach in Gefahr schwebte. Seinen Verwandten gelang eö. ihn von seinem Vorhaben abzubringen, und kurz dar auf fand man ihn mit einer großen Kugelwunde in der Schläfe todt auf. Berzeiselter Fluchtversuch. Mary Burck, die vor einigen Wochen aus ColumbuS, Ohio, nach hier zurück befördert wurde, und die auf Entschei dung deS Jugendgerichts in die Home of Good Shephard" Anstalt öberfanbt war, machte Freitag Bormittag einen verzweifelten Fluchtversuch, indem N aus dem Fenster des zweiten Stockwer keö sprang. Sie stürzte so unglücklich, daß die Knochen des linken Beines völlig zersplitterten. Die zur Stelle gerufene DiSpensa riumS-Ambulanz brachte das schwer leinene Maochen in's St. Vincern Ho spital. Der Fall' des Negers, welcher das Müdchen seinerzeit zur Flucht nach Ohio bewog, wird im Jugendgericht spöter zur Verhandlung gelangen. Viel pfe!bradh i Zndiana. Eapt. F. D. Connor, der reisende HülfS'Binnenfteuer. Kollektor für den Süd.Jndiana Distrikt, hat offiziell Harrison Eounty durchreift und dabei die Fruchtwein - Brennereien daselbst besucht. Er meldet, daß die drei gro ßen Brennereien in Mauckport und New Amsterdam, die den Gebrüdern Alexander gehören, in dieser Saison mehr Kapazität haben würden, als je zuvor, nämlich etwa 50.000 Gallonen Apfelbrandy. Die Apfelernte war in der Gegend nämlich sehr gut. Der Apfelbrandy von Süd.Jndiana erfreut fich der größten Werthschatzung von Kennern, und zwar mit Recht. Vertheidigt fremdes Eigethm. Daß ein Mann sein Eigenthum der theidigt, kommt häufig vor, daß aber jemand Eigenthum gegen den recht' müßigen Besitzer vertheidigt, ist ein seltener Fall. JameS Will, 1532 Roosevelt Ave., wurde gestern durch die Radier Mullin und Hall verhaftet und Anklagen deS KleindiebftahlS und deS Angriffs wur den gegen denselben erhoben. JameS stand in Diensten der DlllingS Candy Co. und laut Aussagen der Radler soll er dort seinem Mitarbeiter Henry Kaffe bäum ein Paar Hosen genommen ha den, welche er bei der Arbeit angezogen hatte. Kaffebaum verlangte sein Eigenthum und al JameS daS Befitzrecht der Unaussprechlichen beanstandete, soll fich auS der Angelegenheit ein Streit und zuletzt eine einseitige Schlügerei ent spönnen haben, während welcher JameS mit einer Bürste auf Kaffedaum ein ging. Die Radler machten der Sache durch ihr Eingreifen ein Ende. Eine kleine Familien Unter redung. gelegentlich welcher John W. SuMvan. 528 Oft Louifiana Straße, einen Teller an den Kops geworfen er hielt, wurde durch den Polizisten Htll. man beendet, indem er Sulltvan nach der Station beförderte. Sullivan'S Frau, welche den Teller geworfen ha den soll, muß guteS Augenmaß gehabt haben, denn sie hatte ihr Ziel nicht verfehlt, wie man deutlich am Kopfe des Getroffenen zu sehen im Stande war. Ehas Baaöke'S Südseite ueipe, 1291 Süd Eaft Str.
Applaus für Ankläger. Richter läßt den Saal räumen. Drei Wege zur Flucht offen ; Williams erwählt den vierten, der ihn ln's Gericht dringt.
HülfS'StaatSanwalt Groninger er Sffaete 'die Rede flte die Alklage am Freitag Margen, und er that fein Bestes, dem Reger die Schlinge um den Hals zu legen. So dramatisch brachte er seine Rd? zum Abschlüsse, daß die Zaschauer, hmgertssen von der Wacht derselben, in einen Beifallssturm aus brachen. Richter Alford ließ sofort daS Gerichtszimmer räumen. Der Angeklagte hat daS größte kci minelle Verbrechen begangen, und der Staat hat auch bewiesen, daß er den Polizisten Petttcord vorsätzlich tödtete. Äm Nachmittage schon, al Polizist Roach dem Angeklagten und Eoe sagte, daß fte fich weiter zu beged.n Hütten, antworteten dieselben, daß kein verd Polizist fie zum Weitergehen bewegen könne. Sie gingen zurück, an Roach vorbei, und sahen ihn frech von oben bis unten an. Dies zeigt schon, daß die Beiden entschloffen wa ren, jede Einmischung in ihre Angelegenhelten seitens der Polizei zu verhin dern. Williams schoß Petticord. da mit Coe, der soeben den armen R issest über den Haufen geschaffen hatte, ent fliehen konnte. Die That war eine wohl überlegte; Williams hatte drei Wege offen zur Flucht, er erwählte fich aber den vierten, welcher ihn veranlaßte, den Beamten hinte"rückS niederzuschte tzen. und der ihn hier vor Gericht brachte." Während seiner Rede hatte Gronin ger den Revolver deS Mörders ergrif fen und fich vor die Geschworenen hin gestellt, ihnen die That deS RegerS illu ftrtrend. and dieses war eS, was den Beifallssturm hervorrief. In Bezug auf CoufinS sagte der An klüger, daß. um einem Argumente zu entgehen, der Staat die Theorie, daß CoufinS Fersengeld gab, anerkenne. Anwalt William Beerman eröffnete am Donnerstag Nachmittag die Ber theidigung. Wir werden beweisen, daß Polizist John CoufinS Fersengeld gab und fortlief, sobald der erste Schuß gefallen war, und daß er auf dem Zeugenstand gelogen bat. Wir werden beweisen, daß C?uftns nicht zwei Schüsse abgab, wie er gesagt hat. Wir werden die TodeSauösagen deS Polizisten Petticord gebrauchen, um zu beweisen, daß Cou ftnS die Rolle eines Feiglings spielte. Wir behaupten, daß George Williams der Angeklagte einen guten Leumund hat, daß er nie vorher in Unannehm lichkeiten verwickelt gewesen, und daß er ein guter Bürger war." Wir werden zeigen" sagte Anwalt Beerman. daß Williams nicht den Schuß abgab, wel cher Petticord lö stete." Anwalt Beerman stellte den Antrag, daß die Geschworenen zur Scene deS Mordes geführt würden, damit fie fich selber überzeugen könnten, ob Coe und Williams auf schlechten Wegen waren, als fte auf der Stelle den Beamten de gegnetm. Bertheidiger Daniel Brown, Jr., nahm mehrere der Zeugen in's Kreuz verhör, um zu beweisen, daß William beeinflaßt wurde, das Dokument, in welchem er zugiebt, den verhüngniß vollen Schuß abgegeben zu huben, zu unterschreiben. Alle Zeugen sagten aus, daß kein Einfluß geltend ge macht sei. CoufinS sagte auf dem Zeugenftande, nachdem er die txt und Weise be schrie, den, wie die Polizisten die beiden Neger getroffen und angehalten, daß er nicht fortgelaufen sei, wie die Anschuldigungen gegen ihn behaupten. Er sah wie Williams in der Richtung auf Petticord zu schoß und behauptet, daß er dann zwei Schüsse auf Williams abgab, dte beide ihr Z,el verfehlten. Er sei zur Pforte gelaufen und dort habe Petticord gestanden und habe die Hand gegen die Seite gepreßt. Er sei zu Russell zurückgekehrt, der mit dem Gesichte nach unten auf der Erde gele
gen, und nachdem er diesen umgedreht. sei er zum Telephon gelaufen, um den Alarm einzusenden. Radler Wtlson und Müllen, welche Williams verhafteten, identifizirten Revolver. Klappmesser, Patronen und den aus einem Kettengliede gefertigten Schlagring als die Waffen, welche fie Williams abgenommen. Das Gericht machte einen frühen Schluß, um dem Ersuchen deS Anmalt Beerman, die Geschworenen zumSchau platze zu führen, nachzukommen.
Hiesige Geleimte Von der Philadelphia Polizei gerächt. Ein geriebener Gauner, nach welchem die Polizei seit Monaten suchte, ist jetzt der Philadelphier Polizei in die Hünde gefallen. Bor ungefähr 10 Wochen wurden hier der Verwalter eines ClubhaufeS und der Besitzer eines bekannten Lokals, an der Washington Str.. von einem Deut schen. der fich C. GuS Hensel nannte, durch gefälschte Checks hineingelegt. Der gerissene Gauner, der fich für den Superintendenten oe Santa Fe Dtnningcar Systems ausgab, suchte seine Opfer nur in deutschen Lokalen und Clubhüusern und hat mit ziemlt chem Glück für fich und zum Bedauern der Reingefallenen hier sowie auch in Louisotlle. Kansas City. Buffalo und anderen Städten operirt. Jetzt endlich kommt die Nachricht, daß den Halunken das Schicksal er reicht hat. und daß ihm jetzt hinter schwedischen Gardinen, hoffentlich für lange Zeit, die Gelegenheit genommen wird von der Dummheit, Pardon Gut müthigkeit seiner Landsleute zu leben. Gerieth a die falsche Adresse. Baumlanger Kerl von einem Zeitungsjungen verhauen. Nachdem er von einem ZeitungSjun gen nach allen Regeln der Kunst der hauen worden war, wurde John Ga vin, 24 Jahre alt, ein baumlanger junger Bursche, nach der Polizeiftation befördert. Sein Angreifer, Arthur Rose, kaum halb so groß wie sein Opfer, machte die Reise mit. Beide werden Richter Wballon begrüßen. Rose, um seine Zeitungen anzuprei sen. hatte das Ergebniß des gestrigen BaseballspieleS auSgefchrieen; Gavtn. dem die nicht gefiel, stellte ihn zur Rede. Nach einigen einleitenden Worten gingen Beide zur Action über. Die DetectivS Morgan und Kinney er schienen gerade zur rechten Zeit, um den großen Kerl auS den Händen sei neS kleinen Gegners zu erretten. Vnte Gelegenh it Scheidungsklagen zu untersuchen. Wie voc etlichen Tagen mitgetheilt, ist es der Regierung zu Washington ernstlich darum zu thun, einen Einblick in die Verhältnisse zu gewinnen, welche in diesem Lande zu so vielen Schet dungöklagen führ:n, auch dte. auf das Scheidungsverfahren bezüglichen Gesetze der einzelnen Staaten kennen zu lernen, um auf diesem Gebiete womöglich Re formen einzufahren und fich namentlich um etwas strengere Gesetze zu bemühen, da die jetzigen d ich immer noch für et waö lox gelten, mögen fie auch tn letz terer Zeit hin und wieder verbessert worden fem. Man scheint daher zu Washington von der Anficht auszugehen, daß sehr wahrscheinlich nicht so viele Schetdungö Prozesse entstehen würden, wenn eS den Leuten nicht zu leicht gemacht würde, ein Dekret zu erlangen. Die Regierung läßt fich solche Ermit telungen etwa kosten, da Leute im ganzen Lande in allen Gerichten thätig find, um über die Scheidungsfalle und was damit in Verbindung steht, zu de richten. Die hiesigen Gerichte bieten für eine derartige Untersuchung zur Zeit die beste Gelegenheit, denn wohl noch nie waren Scheidungsklagen häufiger wie gerade jetzt.
Brandstiftung ? Eigenthümliche Zustände werden nach Löschung eines Feuers vorgefunden Ein Feuer, welches nach Anficht der Polizei, welche dem Ursprünge des selben nachforscht, unzweifelhaft ange legt wurde, brach gestern Abend kurz nach 7 Uhr im Keller deS Gebäudes No. 48 Ost Washington Str. aus. Dichter Rauch erfüllte beim Eintreffen der Feuerwehr das über dem Keller belegene GeschüftSlokal. in welchem fich das JuwelenGef5üft von Horace A Eomftock und das Haar und Perrücken geschüft von Frl. Mary E. Phelan be finden. Auch die oberen Etagen deS Gebäudes waren derartig mit Rauch angefüllt, daß die Feuerwehrleute nicht im Stande waren, die Treppen em porzufteigen, sondern fich durch die Fenster Zutritt zu den oberen Etagen verschossen mußten. Dte Feuerwehr drang sofort in den auf ebener Erde belegenen Laden ein und bekämpfte durch ein in den Fuß boden geschlagenes Loch den als ein bösartiges Kellerfeuer aussehenden Brand. Bald waren auch die großen eisernen Kellerthüren gesprengt und die Feuer wehrmänner drangen in den Keller ein, wo fich ihnen nach Löschen des nur kleinen, aber fürchterlich rauchenden Feuers ein eigenthümlicher Anblick bot. Ein Anzahl Schachteln mit Zünd hölzern, auf jeder derselben ein kleine brennendes Zalglicht stehend, wurde gefunden. Kleine Kisten und Füsser. mit Ezcelftor gefüllt, welche stark nach Petroleum rochen, standen gleichfalls umher, und auf verschiedenen Stellen hingen Handtücher, welche um die eiser nen Röhren geschlungen waren, halb verbrannt von der Decke herab. Eine Menge leerer Kisten standen in der Ecke. Die zur Stelle gerufene Polizei brachte alle gefundenen Sachen zur Station und stellte sofort eine Unter suchung an. Am Nachmittage hatten Plumber im Keller gearbeitet, und nach Abzug der selben, wurde der Keller noch von An gestellten beider Geschäfte nachgesehen. Frl. Annie Toomey, die in dem Haargeschüfte arbeitet, war gleich nach Ausbruch deö FeuerS anwesend, und Frl. Phelan, welche gleich darauf er schien, hatten vor 6 Uhr gleichfalls nichts Verdächtiges bemerkt. Dieselben begleiteten dte mit der Untersuchung beschäftigten Detektivs zu Station und gaben dort ihr Zeugniß ad, gleichfalls die später erschienenen Angestellten der Juwelenhandlung. Die Polizei wird die Verfolgung des Falles heute fortsetzen. Jeglicher Ber dacht fehlt und Verhaftungen wurden nicht vorgenommen. Reine Nahrungsmittel.
Da Gesetz wird in Jndiana forcirt. Der Staats'Ehemiker und Lebens mittel'Jnfpektor von Jndiana, . E. Barnard. kehrte gestern von einem Be suche in Jeffersonville nach Jndiana poliS zurück. Er und Sekretär Dr. W M. Barble von der GesundheitBehörde von Clark County lnspiztrten die GrocerteS der Stadt und nahmen etliche Proben von Lebeaömitteln mit, die im Staats Laboratorium unter sucht werden. DaS Gesetz betreffs reiner Nahrungsmittel wird strikt forcirt, und ein monatliches Bulletin giebt die Namen aller Händler, bei denen fich unreine Stoffe gefunden haben, nebst den Namen der resp. Fabrikanten. Auch die Reform anstatt besuchte Bar nard. er fand dieselbe jedoch vom ge sundheitltchen Standpunkte aus vor züglich. Will Seegman. 1829 Madison Ave., wurde gestern von den Geheim Polizisten ASkin und Krüger nach der Baftllle abgeführt, wo eine Anklage wegen Annahme von gestohlenen Sachen gegen ihn erhoben wurde. Seegman soll drei von den Damenröcken, welche Hale Haughn der Gem Garment Co. entwendet hatte, gekauft haben.
Schlauer Schwindler.
Onkel Sam in'S Garn gekommen. Am Mittwoch wurde in New Albany G. W. PerkinS unter der Anklage ver haftet, künstliche Butter oder Oleomar, garine ohne Licenz verkauft zu haben. Vor BundeSkommissär Geo. B. Card will verzichtete PerkinS auf ein Vorderhör und wurde in'S Gefängniß geschickt. Heute oder morgen dürfte der hiefige DiftriktSanwalt in dieser Ange legenheit nach dort abreisen. Seit drei Monaten soll schon PerkinS täglich 200 diS 500 Pfund Kunftbutter an den Mann gebracht haben, und feine Profite schützt die Polizei auf il50 per Woche. Der Mann kaufte daS Oleo margarine. daS in Chicago aus Baum wollefamenöl und Talg hergestellt wird. zu acht EentS per Pfund. Durchschnitt lich erhielt PerkinS dreihundert Pfund p-r Tag aus LouiSville. In New Al bany färbte er dann die Geschicht hübsch gelb und verkaufte dann, als Farmer verkleidet, den Stoff als echte Land butter" in LouiSville zu 25 Cents per Pfund. Schwabe StiftnngSfeft. Ein zufriedenstellender Erfolg. In der Südseite Turnhalle veran staltete gestern Abend der Südfeite Schwaben-Verein sein 11. Jahreöfeft, welches mit einem Balle festlich begangen wurde. Ein zahlreiches Publikum hatte fich eingesunken, die Schwaben an ihrem Festtage zu unterstützen, und bald wir. belten die Paare in luftigen Reigen. Das Feft Comite hatte fich seiner Auf. gäbe als gewachsen erwiesen, denn alle Vorbereitungen waren in mufiergiltiger Weise getroffen. Gastgeber und Gäste erlebten in echt deutscher Gesellschaft einen vergnügten Abend, und erst nach vielen Stunden wurde an den Auf bruch zur Heimkehr gedacht. Die Schwaden können auf den Er folg ihres Festes stolz fein. Panik im Reftanrant. Betrunkener giebt mehrere Schüffe ab. Nicht geringe Aufregung bemächtigte fich gestern der Gäste der NeftaurantS, 118 West Qhio Str., als plötzlich der Wirth, Charles Ferrell mit einem gro ßen Revolver erschien und den Fuß boden und die Decke mit Kugeln zu spicken begann. Alles floh in wilder Haft, und Farrell blieb als Beherrscher zurück. Schon früher amTage soll er mit dem Schießeisen Unheil angerichtet haben, indem er in seiner Wohnung mehrere Schüffe abgab, dann aber mit der Waffe in der Hand auf der Straße er schien und einen dort Stehenden fortbeorderte. Beim Eintreffen der adler Ber. nauer und Kitzmiller war von Farrell nichts zu sehen, bis derselbe plötzlich auf der Straße wieder auftauchte. Die Radler verfolgten ihn. Farrell floh in'S Restaurant zu.ück, zog sein Schietz eisen und legte eö mit den Worten: Waffen habt Ihr nicht an mir gefun-den-, auf den Tisch. Die Anklage gegen den Verhafteten lautet auf Trunkenheit, Tragen ver borgener Waffen und Bedrohen? mit solchen. Farrell betreibt No. 120 West Ohio. Straße eine Wirthschaft. T e r r t Haute. Das kalte Wetter brachte den Jndiana . Minen Eil Ordres für Kohlen in solcher Menge, daß die Möglichkeit einer zwei ten Preiserhöhung in diesem Monate näher gerückt wurde. Natürlich wird die Wagennoth, welche als Grund der ersten Erhöhung angegeben wurde, auch der Grund dieser Preiserhöhung sein. Elnora Blueblock von No. 1633 English.Avenue wurde ge ftern an der Prospekt. Straße von einem Jnterurban Waggon der Rushvtlle. Linie getroffen und schmerzlich verletzt. Dte Ambulanz brachte fie tn ihre Woh. nung.
Alls dcu Gerichten. Superior-Gericht. In der Scheidungsklage von Dora Champ gegen ihren Gatten JameS D. Champ wurden die Zeugen ver nommen. Scheidungsklagen. Flora Webd verklagte ihren Gatten James Webb auf Scheidung. Die Ehe wurde im Mai 1334 geschloffen und die Verehelichten lebten bis zum Juni 1904 zusammen. Böswillige Verlassen ist der Klaggründ. Schadenersatzklagen. Edwin P. Schmely strengte gegen die Cleveland. Eincinnati. Chicago & St. Louis Eisenbahnzesellschaft eine Klage aus $20,000 Schadenersatz an. Am 14. Juni 1906 wurde der Kläger angeblich durch die Schuld und Nach lüsfigkeit von Angestellten der genann ten Bahn schaler verletzt. Auf diese Verletzung begründet er dte Klage.
Congreß-Campagne Offiziell in der Tomlinson'Halle eröffnet. Mit Kanonenschüffen wurde gestern Abend das Zeichen zur Eröffnung der Kongreß Campagne gegeben, und ein zahlreiches Publikum hatte fich einge funden, um den Worten der Redner zu lauschen. Congreß.Abgeordneter Jeffe Oder ftreet stand als Hauptredner auf dem Programm. Er wies auf die Profpe ritüt der letzten Jahre hin. verglich ton Stand der hiesigen Ardeiter und fchüftSleute mit dem Stande der Art ei. ter und Geschäftsleute anderer Länder und zog das Facit, daß trotz erhöhter Unterhaltskoften der amerikanische Bür ger den Bürgern anderer Länder weit voraus sei. Er n ieS auf die ständige Zunahme der Ausfuhren hin und erwähnte die allenthalben im Lande vorherrschende Prosperität und zog daraus das Facit, daß es unweise sei, jetzt einen Wechsel eintreten zu lassen, da man von anöe rerSeite wahrlich eine weitere Befferung der gegenwärtig so günstigen Geschäfts läge nicht zu erwarten habe. Der Redner, welcher feine Rede vom Blatt ablas, wurde häufig von Bei. fallSrufen und Applaus unterbrochen. Die Halle war dekortrt und von der Decke hingen an der Bühne an jeder Seite aufgerafft? mächtige Landeöfah nen herab. Der innere H-r.drl Rumäniens. Nach einer kürzlich veröffentlichten Statistik über den innern Handel Rumäniens betrug am 1. April 1905 die Zahl der Kaufleute 136.674 gegen 105.771 im Jahre 1896. Ter Zuwachs beträgt also 28 Prozent. Der Miethswerth der Handelsgeschäfte betrug im Jahre 1905 47.963.000 Lei (1 Lee gleich 19.3 Cents), gegen 34.668.000 Lei im Jahre 1896. Hier beträgt der Zuwachs 38 Prozent. An Handelssteuern bezahlten die Kaufleute 1905 2.092.871 Lei. Interessant sind die Zahlen, welche die Vertheilung des Handels auf die verschiedenen das Land bewohnende Nationalitäten andeuten. Daraus ist zu entnehmen, daß 1905 101,779 Kaufleute Rumänen, 12.228 fremde Unterthanen und 22.667 einheimische Juden waren. Daraus ergibt sich, daß sich der Hanbei nicht in jüdischen Händen, sondern zum größten Theil (74.5 Prozent) in Händen der Rumänen, und nur zum allergeringsten Theil in Händen der Fremden (8.9 Prozent) und der Juden (16.6 Prozent) befindet. Ja. noch mehr, aus einem Vergleich mit den entsprechenden Zahlen des Jahres 1896 ergibt fich. daß während die Zahl der rumänischen Kaufleute von 68,785 auf 101.779 gestiegen ist. jene der Fremden mit 12.385 auf 12.228 absolut genchnet. sich gleich geblieben, die der Juden aber von 24.601 auf 22.667 gesunken ist. Prozentuell drückt sich die Abnähme noch deutlicher aus; 1896 machten die rumänischen Kaufleute 65 Prozent der GesammtzM aus. 1905 bereits 74.5 Prozent. Bei den fremden Kaufleuten sank der Prozentsatz von 11.7 auf 8.9. und bei den jüdischen von 23.3 auf 16.6 Prozent. Die Auswanderung der Juden erklärt zum großen Theil diese Abnahme. K o w i ist das arabische Wurzelwort für Kaffee.
