Indiana Tribüne, Volume 30, Number 42, Indianapolis, Marion County, 11 October 1906 — Page 7

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tt D a kile Carnrn --... ... ... ... ... . -- JmA tt tt tt tt tt tt 1. Kapitel. um letztenmal, lieber LammWirth... ich büte Sle...nem ...ich verlange es jetzt... ich fordere es mit allem Nachdruck, daß das richtige endlich auf Ihr Schild gemalt wird! Ich kann das nicht mehr sehen! Vorigen Herbst haben Sie mir freilich versprochen, im Laufe des Winters für das ,z' zu sorgen! Und wie ich diesen Sommer wiederum mit meinem Kofferchen um die Ecke rolle, was muß ich mit Schrecken und Widerwillen von neuem lesen: , Gasthaus zum weisen Lamm'!..." Der Lammwirth schwieg diplomatisch. Er war ein Freund des Alten. Seit seines Vaters und Großvaters Zeiten waren die Fremden erst einzeln, dann in Trupps, schließlich in ganzen Schaaren im Thal von St. Lukas in der Oed erschienen, um den allmäliq in Mode kommenden spitzen Firngipfel des trotzigen Wilden Dirndls" zu bewundern, sie hatten über das zähe Rindfleisch, den Schmutz und die vorfündfluthliche Bedienung im Weisen Lamm" gejammert und waren pünktlich im nächsten Sommer wieder gekommen. Als Norddeutsche mußten sie etwas zu bekritteln haben. Entzog man ihnen das, so blieben sie am Ende aus! Drum ließ man nach der Meinung des Lammwirths besser alles wie es war. Aber Doktor Martin Siebenpfeiffer war diesmal nicht so leicht zu versbhnen. Sie wissen ja gar nicht," fuhr er fort, was Sie einem preußischen Schulmann wie mir mit dieser Verhöhnung aller Vernunft, Orthographie und Logik durch dieses täglich auf mich niedergrinsende ,Weise Lamm' anthun! Es gibt mir jedesmal einen Stich in's Herz, wenn ich Morgens dies niederträchtige Wappenthier da oben schaue! Es kribbelt mir in den Fingern : . . und kurz und gut: So geht's nicht weiter!" Der Lammwirth schwieg noch immer und die Bergführergilde von St. Lukas. die um ihn in der Sommermittagsgluth vor dem Gasthof stand, zwinkerte sich verstohlen zu. Laut zu lachen wagten sie nicht denn Martin Sieöenpfeiffer war immerhin eine Respektsperfon, der Vorstand jener Sektion des Alpenvereins, die dort oben am Fuß des Wilden Dirndls" die neue Thörlihütte gebaut hatte und morgen einweihen wollte, aber im ge Heimen lächelten der Schneiderwastel und der Poschtummer, der HufererHansjörgl sog emsig mit eingeklemmt ten Lippen an seiner Pfeife, der Kupriem hustete m seinen schwarzen Vollbart, der Matz-Anderl und der äußere Lakner starrten in die Ferne, als wollten sie an dem schneeweiß vor dem tief.blauen Himmel stehenden gigantischen Zuckerhut des Wilden Dirndls" die Gemsen zählen, ja selbst über die braunen, adlerkühnen Züge Antonio Tavernaros, des berühmten, von auswärts gekommenen Dolomitenführers, lief ein düsteres Lächeln bei dem ihm unverständlichen Wortschwall des kleinen, dicken und bebrillten Herrn. Der hatte inzwischen seinen Herbergsvater am Hirschhornknopf seiner Lodenjoppe gepackt. Glauben Sie mir!" sprach er eindringlich. Ein Lamm ist nicht weise, bester LammWirth! Es wird erwachsen zum Schaf und führt seinen Namen mit Recht. Weiß, mit ,3 Liebster, weiß ist das Lamm oder sollte es wenigstens sein! Also geben Sie der Vernunft Gehör und machen Sie dem Greuel ein (5noe. Was liegt schließlich an einem ,z' mehr?" Der Lammwirth sah, daß er sprechen müsse, und sann nach einem neuen Vorwand. Denn die alten Beschwichtigungsmittel von der zerbrochenen Leiter, dem erkrankten Tüncher, dem grilligen Herrn auf Nummer 7, der keinen Handwerker vor seinem Fenster Ieioe, waren schon längst verbraucht. Es mochte schon eine faustdicke Lüge werden, die er am nächsten Sonntag dem hochwürmgen Herrn Kuraten im Beichtstuhl bekennen mußte. Aber als er eben den Mund öffnen wollte, legt: es sich ihm erlösend wie eine Bärentatze auf die Schulter und eine tiefe Stimme fragte: Sagen Sie mal. Verehrtester, haben Sie etwa eine junge Dame qeseben" Die beiden drehten sich um. Da stand, einem Bergwägelchen entstiegen, ein hünenhafter. breitschulteriger. blondbärtiger Hochtourist, auf eine i'erlebensqroße blinkende Eisaxt qc stützt, und wiederholte, diesmal auf Martin Siebenpmffer blutend, seine Frage: Haben Sie etwa eine jung? Dame gesehen? ,.O... schon mehrere!" sagte der kleine Oberlehrer betroffen. Eine ganze Anzahl schon. Es fragt sich nur. wann? Heute! Hier! Jetzt eben!" Da müßten wir doch systematisch vorgehen, verehrter Herr!' Martin Siebenpfeiffer runzelte nachdenklich die Stirne, und zunächst Art und Erscheinung der fraglichen jungen Dame feststellen ob groß oder klem ganz jung oder doch so weit jugendlich, hübsch oder weniger durch Aeutzerlich ketten bedeckend...-

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Hnmonstischc Erzählnug von 31 ii fi o f ii Q 5 t r a tz ww er GierjHermann zuckle veracyllich die breiten Schultern. Der Gedanke, daß man in solcher Hast einer kleinen, häßlichen alten Dame nachjagen könne, schien ihm lächerlich zu sein. Sehr groß!" sagte er nachdrücklich. Sehr schlank! Sehr hübsch! Ist sie hier oder niefit?" Der andce schüttelte wehmüthig den Kopf. Sehr groß sind die beiden Misses Pinkerton schon, die schottischen Bcrgstcigerinnen, die wir hier haben. Und Fräulein Mohr, die neben mir wohnt, ist schon mehr wie schlank! Aber hübsch... sehr hübsch sogar, wenn ich Sie recht verstanden habe..." Ach was... schön!" Schön! Nein. Verehrtester ... nein ...nein... Ist nicht! Sie finden alle mögliche Weiblichkeit hier dick und dünn, jung und alt, herb und milde alle Jahrgänge aber eine Schönheit das führen wir im .Weisen Lamm' nicht auf Lager! . . . Leider!" Ja, wo kann ste denn dann hin sein?" murmelte der Mann vom Berge. Hier hat doch der Thalboden em Ende! Hier hört doch die Weltgeschichte auf! In den Schnee kann sie doch nicht hinaufgeklettert sein! Im Straßenkleid, allein . . . und mit Lackstiefelchen!" Dem Oberlehrer schien das ein kaum denkbares Beginnen und der LammWirth pflichtete bei. Aber der alte Kutscher auf dem Bock greinte nachdenklich und brummelte etwas von sollem Fräulein" vor sich hin, als ob ihm bei der auch eme Gletscherwandlung in Lackstieftln nicht völlig ausgeschlossen erschiene. Und auch sein Fahrgast war in Zweifeln. Wenn sie in den Schne? hinauf ist," rechnete er finster vor sich hin, dann hat sie vier . . . fünf . . . sechseinhalb Stunden Vorsprung und ist schon drüben überm Thörlijoch. Und jetzt ist der Schnee zu weich von der Sonne. Man kann ihr nicht nach!" Die Führer nabmen stumm die Pftifen aus dem Mund und zuckten b'it Achseln über die verrückte Idee des fremden Herrn, daß eine einzelne Dame sich droben im Schnee herumtreiben könne. Und der Matz-Anderl. ein hübscher, junger Bursche, der, wie so viele seiner Tiroler Genossen, im steten Verkehr mit unerfahrenen norddeutschen Sommerfrischlern, Damen und Kindern dumni dreist gerrorden war, ergriff das Wort. Da san S' der Rechte!" lachte er spötisch. ...wann S' dös glauben!" Der fremde Hüne fah ihn an. Mir scheint, junger Mensch." sagte er, Sie gehören noch zu jener Sorte ungeschliffene? Edelsteine, denen man die Worte.frech, faul und gefräßig' in's Führerbuch schreiben müßte. Verdient hätten Sie's! 1'nd darunter meinen Namen! Ulrich Schneevogt!" Ulrich Schneev..." Dem Oberleh rer erstarb das Wort auf den Lippen, rings in der Runde lüfteten sich plötzlich all die Wetterhüte mit Edelweiß und Spielhahnfeder und Gemsbart, der alte Rastbauer lachte freundlich wie ein Kind und des Matz-Anderls braungebrannte Wangen färbten sich dunkelroth vor Verlegenheit. Schneevogt?" wiederholte Martin Siebenpfeftr in andächtigem Ton. . . . S i e sind es . . . Ich meine . . . Sie sind unser Schneevogt der berühmte Schneevogt . . ." Lieber Gott ... berühmt?" sagte der andre g'eichmüthig. ... der den neuen Aufstieg zum Aconcagua gefunden hat an jener Stelle, wo selbst ein GUßfeldt. ein Fitz-Gerald und ein Sir Eonway Halt machen mußten und der den Eliasberg in Alaska bezwungen von hier gar nicht zu reden... Ihre Besteigung des Groß-Schreckhorns im Januar Jbre Lösung der letzten Probleme am Winklerthurm. Ihr Aufstieg auf dem Minnigerodeweg zur Königsspitze Ihre glänzende, beispiellose Traversirun.l des Cimone de la Vala " Um Gottes willen hören Sie auf!" unterbrach ihn der Fremde. Sie kennen ja meine Leistungen beinahe besser als ich selber." ...Auswendig kenne ich sie!" sagte der kleine Oberlehrer und es schimmerte feucht vor Bewunderung in seinen blauen Augen. Sie ahnen ja nicht, mit welchem Interesse, mit welchem Stolz ich in der Abgeschiedenheit meines norddeutschen Städtchens Ihre Fahrten verfolge ..." Er fingerte unruhig und unschlüssig mit der Rechten in der Luft herum, bis jener seine Absicht errieth und ihm die Hand reichte. Sie sind ja einer der Ersten, der Größten unter uns Alpinisten! Ich habe schon einmal einen Vortrag üe: Sie in meiner Sektion gehalten. Ich bin nämlich Sektionsvorstand im Alpenverein," setzte er mit einem bescheidei.en Selbstbewußtsein hinzu, ohne freilich eine besondere Wirkung auf den Riesen vor ihm erkennen zu können. Und ich muß es Ihnen sagen: Es war mir eine wahre Freude. Ihre Hand zu drücken, Herr Doktor Schneevogt!" .Bitte ... meinerseits, ganz meiner

seits!" Der Mann vom Berge hatte

in seiner Ungeduld die letzten Worte nur noch halb gehört. In seinem Kopf, der doch nach Doktor SiebenPfeiffers Meinung nur von unerhörten neuen Räthseln der Eis-, Schnee- und Steinwelt träumen konnte, schien ganz wie bei einem gewöhnlichen Sterblichen der Gedanle an irgend ein weibliches Wesen alle Bergspitzen des Erdballs vom Aconcagua bis zu dem Wilden Dirndl" da drüben völlig in den Hintergrund zu drängen. Sie muß also doch das Thal hinunter sein'" rief er seinem Kutscher zu. Also los, Seppl, Loidl, Hansel oder wie Ste heißen. Wir fahren wieder bergab!" 'Aber dagegen erhob der Alte auf dem Kutschbock Einsprache. Das könne sein Pferd nicht schaffen. Das habe strenge Arbeit mit dem Herrn und seinen zwei Centnern Körpergewicht, und müsse jetzt ruhen und füttern. Eine Stunde mindes!ens! Und zu was denn die Eile? Wenn i'ölles Fräulein" sich nicht kriczen lassen wolle, kriegte sie ja doch keiner! Da haben Sie recht!" sagte der Hochtourist und stieß mit einem energischen Ruck die Thüre zum Weisen Lamm" auf. Füttern wir also! Sie, Ihr Berberroß und ich; und melden Sie es mir, wenn Ihr Pferd die Güte hat, sich weiter zu bemühen. Ich bin ein geduldiger Mensch und warte!... Heda Resi. Mirzl. Pepi oder wie Sie heißen: bringen Sie mir sofort was zu essen. Aber sofort!" Die Kellnerin hörte ihn gar nicht. Rathlos. athemlos. mit hochrothen Backen schoß sie. ron allen Seiten umstürmt und bedrängt, in dem Gewühl der Hungernden und Dürstenden umher. die umsonst nach Labung schrieen. Denn der Besitzer des Weisen Lamms" war noch ein Wirtb der alten Tiroler Schule. Räch feiner Meinung durfte mau dem Schicksal nicht vorgreifen und nicht eher für Gäste sorgen, als bis sie auch wirklich da waren. Daß die Postkutsche jeden Mittag den Thalboden heraufkeuchte, daß ihr jetzt zur Sommerszeit täglich ein Schwärm von Menschen entstieg, war zwar so sicher loie das Sonnenlicht. Aber wer konnte es wissen: vielleicht geschah gerade heute ein Unglück und man hatte umsonst gesotten und gebraten. Die Rasenden fügten sich denn auch mit dem geduldigen Sonntagnachmittagshumor von Menschen, die um keinen Preis sich ihre Ferienfrcude verlümmern lassen wollen, in die etwas demüthigende Lage, trotz alles Flehens und Rufens. trotz dller Vorstellungen beim Wirth und Bittgänge in die Küche kaum in kümmerlichen Happen ihr tägliches Brot zu ergattern. Nur der Mann vom Berge verlor, seinem Temperament gemäß, sofort beim Betreten des niederen, von Menschen wimmelnden Raumes die Geduld. Das ist eine vorsündfluthlicke Schweinerei!" sagte er stirnrunzelnd zu dem ihm folgenden Oberlehrer. Die reine Fütterung der Naubthiere oder, was noch schlimmer ist. d'.e reine Nichtfütierung, in der der Mensch erst recht ,',ur Bestie wird!" Ja eine Schweizer Table d'hvte ist's freilich nicht!" meinte Siebenpfeif fer versöhnlich. Er liebte Tirol, die Poesie seines bescheidenen Lebens ebenso wie er die Schweiz der Engländer und der hohen Preise wegen verabscheute. Vor einer Stunde ist hier keine Hoff nung. etwas zu bekommen, sogar für einen Mann wie Sie, Herr Schnee vo.t!" Der Hochtourist drehte sich nachdenk lich wie ein lauernder Feind seinen lan gen Schnurrcart. Da schoß eben die Kellnerm wieder vorbei, einen dampfendcn Teller mit einem knödelartigen Gebilde darauf in der Hand. Wer hat das Beuschel angeschafft?" schrie sie mit durchdringender Stimme. Ich!" sagte der Bezwinger des Aconcagua. nahm es ihr ab, setzte sich damit an den Tisch und begann eifrig zuzulangen. Sehen Sie ... so macht man's!" sagte er dabei, mit beiden Backen kauend, zu seinem ganz ver dutzten Gefährten. Man muß in den trägen Lauf der Dinge eingreifen. Dik gebratenen Tauben fliegen einem nicht von selber in den Mund." Doktor Siebenpfeiffer antwortete nicht. Er sah mit Schrecken, wie aus der Ecke sich die düstere Gestalt seines Amtsbrude?,s und Reisekameraden entwickelte, der dort die ganze Zeit voll bitteren Hungers in dem Gedanken an sein Beuschel geschwelgt hatte. Verzeihen Sie..." sprach herantretend der pedantische Freund. Aber Sie haben sich da ein Beuschel genommen . . ." Der Glttschermann nickte nur und speiste eifrig weiter. Darf ich fragen," fuhr jener fort. woran Sie erkannt haen daß das gerade Ihr Beuschel war?" An meinem Hunger!" sprach der andre einfach. Ja glauben Sie denn nicht, daß andre auch Hunger haben?" Gewiß. Darum fättige ich mich ja zuerst vor allen andern! Denn ich habe Eile und die andern nicht!" Und wem dies Beuschel eigentlick, gehört, das scheint Ihnen..." Lieber Herr!" Der Hühnc schob den leeren Teller von sich und lehnte sich behaglich zurück. Dies Beuschel gehört der Vergangenheit an. Es hat sein Erdenwallen beendet. Wozu über gewesene Dinge streiten? Auch Ihnen wird die Laune des Schicksals noch ein Beuschel bescheren wenn ich schon längst wieder in der Sonnengluth auf meimm Wägelchen sitze . . . Inzwischen bin

ich gesättigt! Und das ist doch schließ-

lich die Hauptsache! Mir wenigstens! Dtt Kollege sah sein machtiges Gegenüber unschlüssig an. Dann zuckte er me Achseln, murmelte halblaut: De.. Mensch scheint verrückt zu sein!" und wanderte auf seinen Lauerposten in der Ecke zurück. Sein Gegner ließ rneie Anspielung völlig unbeachtet. Klein war das Beuschel:" sagte er zu ihm andachtig neben ihm sitzenden Oberlehrer. Viel zu klein. Wie alles in Tirol. Ich mit meinen sieben Fuß Länge lebe hier in einem fortwahrenden Kampfe mit allen Objekten. Die Betten sind kurz und schmal, nach dem Maß von Kindersärgen, daß ich mich darin wie ein Taschenmesser zusammenklappen muß, statt Waschgeschirren setzt man mrr eine Art Spmatschüsselchen vor, mein Fuhrwerk draußen ist ein Puppenwägelchcn mit einem gichtbrüchigen und lebens überdrüssigen Pferdezwerg davor, den ein melancholischer kleiner Mann auf dem Bock zuweilen durch allerhand glucksende Töne in einen Zuckeltrab hineinlockt kurzum es ist iraung! Warum reisen Sie denn eigentlich dann in Tirol?" Ter Mann vom Berge sah den Oberlehrer forschend an. Darf ich mir die Frage gestatten," sagte er, ob Sie verheirathei sind?" Nein!" Verlobt auch rncht?" Nein!" Dann haben Sie allerdings recht, wenn Sie in aller Unschuld noch fragen: .Warum thut ein Mann dies und warum jenes?' Wären Sie verlobt Sie fragten nicht mehr!" Er blinzelte nachdenklich zu den in lachendweißcm Sonnenglanz von ferne durch die Fenster blinkenden Firnfeldern des Wilden Dirndl" empor. Das Problem der Lackstiefelchen im Schnee schien wieder in ihm übermächtig alle and?rn Interessen zu erdrücken. Martin Siebenpfeiffer schwieg diskret ein Meilchen. Dann brachte er das Gespräch auf ein andres Gebiet. Ja das .Wilde Dirndl'!" sagte er und musterte ebenfalls zärtlich den kecken, nadelscharf zur Himmelswölbung aufschießenden Eisgipfel. Das .Milde Dirndl' ist ein schönes Ding! Aber schwer zu bezwingen. Furchtbar schwer!" e? andre nickte. Ich könnte eigentlich dieser Tage mal hinaufgehen! Der Weg ist ja gar nicht zu verfehlen! Wieviel Stufen hab' ich etwa zu schlagen? Sie müssen's ja wissen, wie die EisVerhältnisse an der Spitze sind!" Der kleine, wohlbeleibte Alpenfreund rückte unruhig auf seinem Stuhl. Ehrlich gestanden nein!" sagte er dann gepreßt und heftete das Auge schuldbewußt auf die Rothweinflecken der Tischplatte vor ihm. Ich war noch nie auf der Svitze!" Wieso? Ihre Sektion baut doch die neue Thörlihütte am Thörlisee, die den Aufgang zum Milden Dirndl' erleichtern soll?" Freilich. Herr Schneevogt!" ..... und morgen wird, wie ich höre, diese Schutzhütte Ihrer Sektion feierlich eingeweiht?" .Freilich!" Und Sie sind der Vorstand dieser Sektion?" Ich habe sie sogar begründet!" Ja und trotzdem . . .?" Ich kann nicht hinauf!" Tiefe Bekümmerniß malte sich in Doktor Siebenpfeiffers blauen Augen. Ich leide zu fehr am Schwindel!" Der Vorstand eines Alpenvereins, der am Schwindel leidet das schien dem Hochtouristen nicht recht einzuleuchten. Er lächelte verstohlen und schnitt sich große Schnitte Schwarzbrot ab, die er in Rothwein tauchte, um seinen sich wieder regenden Hunger zu stillen. Der kleine Herr neben ihm fühlte denn auch das Bedürfniß, sich zu vertheidigen. Es ist eben ein Verhängniß!" murmelte er. Es gibt keinen begeisterteren Alpinisten wie mich. In der Theorie habe ich längst MatterHorn und Montblanc und Monterosa erstiegen nur. wenn es zur Ausführung kommt, da fehlen die Kräfte! Dnim muß ich mich auf andre Weise nützlich machen! Die Thörlihütte. wie sie hoch dort oben am .Wilden Dirndl' steht die ist mein Werk!" Das heißt Sie haben das Geld dafür gegeben?" fragte der Hüne ziemlich gleichgiltig und kaute sein Brot. Das nicht. Leider. Meine Finan zen sind allzu beschränkt. Nur das Rauchen habe ich mir ein Jahr lang abgewöhnt und was ich damit ersparte, das war rnffn Scherflein. Aber geworben hab' ich, gesammelt, agitirt... unermüdlich. Uesere Sektion ist ja noch ein Kind. Sie ist erst fünf Jahre alt und zählt nur dreizehn Mitglie-der.-(Fortsetzung folgt.) Toulouse t ix Frankreich hat einen Kanal, der ausschließlich auf Kosten eines einzigen Mannes erbaut worden ist. Es ist das der dortige Canal du Midi, der 1666 bis 1681 erbaut wurde und für den ein gewisser Paul Riquet eine ungeheure Summe aufwendete. Batiken nennt man aus Java das Färben der Baumwolle in verschiedenen Farben. Man bringt die gebleichten Stoffe nacheinander in so viel Bäder, als man Farben erzielen will, nachdem man jedesmal die freibleibenden Stellen mit flüssigem Wachö überzogen hat.

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